„Frohe Weihnachten, Merry Christmas, Joyeux Noel, Buon Natale,Feliz Navidad „

wünsche ich allen meinen Lesern, Kritikern und Freunde des Blogs.

Bedanken möchte ich mich für das immens gesteigerte Interesse an meinen Rezepten, Geschichten und verspreche, dass ich auch in 2022 weiter Rezepte, das Leben im Besonderen und München Euch näher bringen werde.

Heiligabend – wie er in vielen Beiträgen lesen könnt stets ein Tag, der bei mir mit Stress, Hektik und Vorfreude verbunden ist. Der weihnachtliche Duft breitet sich in der Wohnung aus, leise ertönt die Weihnachtsmusik, mal klassisch, mal besinnlich, mal fetzig aus der kleinen Box. (Radio und spotify) machen es möglich. Was wären wir ohne Internet?

Die letzten Besorgungen hatte ich schon einen Tag zuvor abgeschlossen. Dann beginnt der Stress, die Bäder müssen nochmal geputzt werden, die Deko vervollständigt werden.

Das Kripperl stellen wir immer erst am 24. auf!

Ja und ich kann es nicht lassen, ein kleines feines Menü sollte den Abend krönen, bevor die Bescherung stattfindet.

Alles nicht so einfach. Die heimgekehrten Kinder verfallen in den Säuglingszustand, lassen sich bedienen, betütteln und achten darauf, dass keiner bevorteilt wird.

Der Gö-Ga ruht in sich – vor 11 Uhr erscheint er nicht – ein opulentes Heiligabendfrühstück mit allem was das Herz begehrt – ist schließlich Tradition. Geht’s noch?

Nachdem Frühstück – gegen 12.30 Uhr – will das Jungvolk erstmal eine Runde spielen – um dann samt Gö-Ga zu verschwinden. Sie nennen das „Beinevertreten“. Dies dauert dann bis zum Spätnachmittag. So jetzt habe ich Zeit für Bäderputzen, Dekoration, ein paar Telefonate und nebenbei wird das kleine Menü vorbereitet, die Betten „schön“ gemacht. Duftkerzen verteilt, Kripperl…., Getränke gekühlt.

Bin ich denn hier der Weihnachtsmann? Gegen 16.OO Uhr öffne ich mir einen guten Tropfen, prickelnd lächelt er mit entgegen. Ich setze Prioritäten: keine Fotos von meinem wunderschön gedeckten Tisch, dem werdenden Essen. Einfach routiniert arbeiten:

  • Rosenkohl putzen, Blaukraut vorbereiten
  • Knödelmasse herstellen
  • den wunderschönen Hirsch aus der Kühlung nehmen
  • die Vorspeise… Lachs aufschneiden, Kräuter anrichten, Kräcker , Dip
  • Gewürze mörsern
  • das Hartgemüse schnippeln
  • Spülmaschine aus- und einräumen und und…

Gegen 17:OO wende ich mich liebevoll meinem Hirsch zu – keiner ist in Sicht.

Den liebevollgekochten Wildfond (s. letzter Beitrag), alle Zutaten für meinen Hirschgulasch bereitstellen …

und so geht es:

  • mit einem scharfen Messer das Hirschfleisch (ca. 1,6 kg aus der Keule) in nicht so kleine Stücke schneiden
  • während dessen die gemörserten Gewürze (Wacholderbeeren, Piment, Nelke, schwarzer Pfeffer, rote Pfefferbeeren) fettlos leicht anrösten, bis es duftet
  • meinen alten Freund , den Bräter schnell mit gutem Schweineschmalz mit Grieben versorgen und dann das Fleisch hinzugeben, Temperatur etwas erhöhen
  • sollte aber nicht zu heiß sein, gerade so, dass die Fleischstücke Röstaromen entwickeln können. Bitte auf keinen Fall das Fleisch bewegen
  • es löst sich von selbst. Temperatur zurückstellen
  • in einer anderen Pfanne, ausgegleitet mit einem kleinen Löffel meines selbstgemachten Vanillzuckers röste ich das Hartgemüse, die roten Zwiebeln (Sellerie, Karotte, Petersilienwurzel) an. Tomatisiere das Gemüse mit einem Eßlöffel Tomatenmark
  • schwenken, immer im Auge behalten.
  • Thymian, Rosmarin, zwei Lorbeerblätter binde ich zu einem kleinen Sträußchen zusammen. (wächst immer noch auf meinem Balkon, nur den Lorbeer habe ich reingenommen)
  • der geöffnete Rotwein zum Ablöschen, muss getestet werden.
  • das liebevoll eingekochte Quittenchutney hat sich in der hintersten Schrankecke versteckt – denn vor dem Gö-Ga ist nichts sicher –
  • ihm wäre zuzutrauen, dass er das Gläschen zum Frühstück löffelt.
  • der Wildfond wird geöffnet und geprüft – wunderbar dunkel, kräftig im Geschmack
  • jetzt ist es Zeit das Gemüse zum Fleisch zu geben – und kräftig mit dem Rotwein ablöschen
  • einreduzieren lassen
  • aufatmen
  • jetzt sind die Semmelknödel dran
  • Butter mit kleingeschnittenen Schalotten in eine Pfanne geben, 200 ml Milch mit Pfeffer, Salz und Muskatnuss erhitzen
  • Semmel vom Vortag in ganz dünne Scheiben auf der Brotmaschine schneiden
  • Petersilie hacken
  • Eier verquirlen und einen Eßlöffel Mehl hinzufügen
  • nacheinander mit den Semmel verkneten
  • raus auf den Balkon mit dem Teig
  • Rosenkohl putzen (kreuzweise einschneiden) in einen Schnellkochtopf geben , Wasser hinzu , Steinsalz, Deckel drauf – so muss er auf seinen Einsatz warten –
  • der Hirsch duftet wunderbar und die Flüssigkeit ist reduziert, einen Teil des Fonds, Kräuter hinzufügen und leise köcheln lassen
  • Tischdecken – noch ein Schlückchen Rotwein –
  • es ist 17:30 keiner der Familie ist in Sicht – so lange dauert das Beinevertreten –
  • schließlich könnte man noch zu Frondiensten herangezogen werden
  • der Hirsch braucht gottseidank nicht lange – vielmehr besteht die Gefahr, dass er schnell trocken wird, daher ganz behutsam schmoren lassen
  • Großes Gelächter, toll wie das riecht – ha, ha
  • der Lachs wunderbar, Frohe Weihnachten….., wie lange dauert es noch mit dem Hauptgang ?
  • Knödelwasser aufsetzen, Schnellkochtopf aufsetzen – Rosenkohl ist in 2 Minuten bißfest gegart
  • Knödel formen – 15 Minuten ziehen lassen
  • das Gulasch mit dem Quittenchutney abschmecken, Salzen, Kräuter entfernen
  • Orangenscheiben aufschneiden, mit Preiselbeeren versehen
  • zumindest meine liebe Tochter steht aufmerksam am „Pass“, holt die duftenden Teller ab.
  • Schürze weg, Anstoßen „Frohe Weihnachten“
  • boa, das schmeckt aber so etwas von geil, sehr gut, die Knödel sind heute besonders gut, da nehme ich drei (Gö-Ga)
  • ach, Mama ich geh nochmal Nachschlag fassen….
  • Nachspeise
  • ach, da bin ich nicht mehr zu gekommen
  • Espresso und eine kleine Auswahl erlesenem Weihnachtsgebäck von dem besten Konditior der Stadt
  • verwundert schauen sie mich an
  • ja, aber dann machen „wir“ noch eine schöne Käseplatte später
  • macht mal, denke ich und nehme einen Schluck von dem erlesenen Rotwein.
  • die Bescherung folgt…..
  • so ist das Leben und Weihnachten ist immer wieder eine Herausforderung.

Nächstes Jahr, dann mach ich alles besser , anders und überhaupt – Weihnachtstage gehen schnell vorbei und kommen nur einmal im Jahr

Frohe Weihnachten!