„Quinoa – Superfood oder Modegetreide ?“

Die letzten Tage habe ich meine Vorräte aufgeräumt, die Tiefkühlschubladen mit Essigwasser ausgewaschen und ein sogenanntes

„Schrank-Kühlfach-Essen“

veranstaltet. Natürlich war Gö-Ga mehr als skeptisch.

„Mach doch das was Du immer gut machst! “

Geht’s noch? Ehrlich, manchmal ist mir in meinem Unruhezustand schon etwas fad und so entstehen Gerichte, Rezepte, Aktionen, Unterehmungen, die das Leben bereichern.

Der erste Schrank:

  • diverse Reissorten, Nudeln, Saaten aus den unterschiedlichsten
  • Ländern, Regionen
  • ja – Bio-Quinoa 500 gramm – Ablaufdatum: 15.3.2022 (kann Getreide schlecht werden ?)
  • Chia-Samen
  • im Kühlschrank:
  • 1 Rest Sauerkraut
  • ein Stück Kren
  • Rest griechicher Joghurt
  • in der Obstetagere – Granatapfel – Elster-Äpfel
  • in der Zwiebelschublade 2-3 französische Schalotten
  • in der einen Gefrierschublade befand sich außerdem Blattspinat

Die üblichen Bratlingrezepte verwenden nicht die vorhandenen Zutaten.

Mein erster Versuch aus diesen Zutaten Quinoa-Bratlinge herzustellen war nicht perfekt. Der Geschmack war zwar nicht schlecht, aber es fehlte die Bindung in der Masse. Auch wollte ich dem Pflanzerl einen Geschmack verleihen, der sich an den Zutaten orientiert.

Neuer Versuch mit den nachfolgenden Zutaten:

Zutaten: (für 4 Personen)

  • 280 gramm Quinoa
  • 220 gramm frisches Sauerkraut aus dem Fass
  • ca. 500 ml Gemüsebrühe (Kochanleitung Reiskocher=Verhältnis 2:1)
  • 2 Schalotten
  • 1 säuerlicher Apfel mittlerer Größe
  • 2 Teelöffel frisch geriebenen Meerrettich (oder einen Eßlöffel aus dem Glas
  • 40 gramm Chia-Samen
  • 3 Eßlöffel grobe Haferflocken
  • 1 Eßlöffel Maisstärke
  • 1 Granat Apfel (je nach Größe reicht auch die Hälfte)

Spinat-Topping

400 gramm Blattspinat

1 Eßlöffel Butter

einen kräftigen Schuß Martini

2 1/2 Eßlöffel Joghurt 10 %

Gewürze:

Salz, Pfeffer, im Mörser gemahlener Kümmel, Muskatnuss, frisch gerieben (natürlich immer ganz zum Schluß)

Sonstiges:

neutrales Bratfett (Sonnenblumenöl, Rapsöl ect) zum Ausbacken und Anschwitzen der Schalotten

1 Stück gute Butter

Zubereitung:

  • Quinoa in kaltem Wasser 5-10 Minuten einweichen
  • abspülen
  • im Reiskocher mit der erforderlichen Menge Gemüsebrühe garen
  • bzw. im Verhältnis 2 Teile Brühe 1 Teil Quinoa im Topf garen, bis das Wasser vollständig verkocht ist. (Ggfs. noch Salz und Pfeffer hinzufügen, je nachdem wie gut die Brühe gewürzt ist.
  • Schalotten klein schneiden, Kümmel mörsern
  • die Schalotten mit 1 Eßlöffel Öl glasig dünsten
  • das Sauerkraut gut ausdrücken und grob klein schneiden
  • den gekochten Quinoa lockern und mit einem kräftigen Stück Butter versehen
  • Sauerkraut, Quinoa, Kümmel, Haferflocken, Chia Samen in eine Schüssel geben
  • den Apfel hineinreiben und den Meerrettich frisch reinreiben
  • mit etwas Pfeffer aus der Mühle versehen
  • 2/3 der gedünsteten Schalotten hinzufügen
  • mit den Händen alles gut vermischen und ca. 20-30 Minuten
  • beiseite stellen (am besten kühl)
  • in der Zwischenzeit den Spinat in eine Pfanne geben und auftauen lassen, immer wieder die Flüssigkeit abgießen
  • dann die restlichen Schalotten kurz fertig dünsten, mit Martini ablöschen, Salz, Muskatnuss versehen
  • warmstellen
  • Granatapfelkerne vorbereiten
  • nun zügig kleine Bratlinge formen
  • das Sonnenblumenöl erhitzen (Kochlöffelprobe)
  • und die Pflanzerl bzw. Bratlinge goldgelb ausbacken
  • in der Zwischenzeit den Spinat mit dem Joghurt pürieren, Joghurt mit laufen lassen, Muskatnußabrieb hinzufügen, ggfs etwas nachsalzen
  • und auf vorgewärmte Teller streichen
  • mit den Granatapfelkernen bestreuen
  • schnell die Bratlinge hinzufügen und aus den hungrigen , skeptischen Essern werden Genussesser
  • guuuut, wow, da nehm ich noch zwei!

Einwenig Aufwand ist es schon, aber es lohnt sich!

Auch die Sauerkrautmuffel sind hier schnell zu überzeugen.

Die Wintersonne lacht mich an, jetzt werde ich einen ausgiebigen Spaziergang machen.

Hoffentlich begegnen mir nicht wieder diese Krapfen, gefüllt mit einer Eierlikörmasse oder Mohn-Zwetschge …..

Eine schöne Restwoche – bis bald

„Die harte Frucht , mit dem unwiderstehlichen Duft….“

Am Kirchweihsonntag brachte mir eine Freundin eine große Tasche Quitten vorbei.

Der Duft verbreitete sich in der Wohnung. Ein unbeschreiblich angenehmer, intensiver Geruch , den nur frisch geerntet Quitten verbreiten können.

Mir war gleich bewußt, dass die Verarbeitung der Früchte für mich ein hartes Stück Arbeit werden würde.

Gö-Ga lag schon auf der Lauer, nichts liebt er mehr, wie Quittenmarmelade pur zu verschlingen.

Dies hat natürlich zur Folge, dass der Haussegen schief hängt und er gnädig argumentiert, dann kauf ich eben nochmal Quitten…

Wie bitte? Diese Quitten kann er nämlich nicht kaufen! Diese Qualität , die wunderschönen, aromatischen Quitten sind keinesfalls vergleichbar mit den Quitten (meist türkischen Ursprungs) die es im Handel gibt.

2 Tage hatte ich gebraucht, um ein wenig Quittengelee und das Quittenmus zu produzieren.

Zwei besonders große, dekorative Gläser hatte ich gefüllt mit meinem Quittengelee (einmal mit Vanille) , ich fand sie halbgeleert im hintersten Eck des großen Kühlschranks! Hier hatte er es versteckt!

Daher liebe Leser, will ich mich heute auf mein

Quittenmus

beschränken. Das besondere Chutneyrezept folgt später.

Zutaten:

  • ca 5 kg Quitten
  • 1 Vanillestange, 1 Zimtstange , 1-2 Sternanis
  • 200 gramm Rohrzucker
  • 200 ml Wasser

Zubereitung:

  • zunächst gilt es die Quitten von dem „Reif“ zu befreien. Hier nehme ich etwas Küchenrolle – Küchenhandtuch geht auch- und reibe die Früchte ab. Der Flaum läßt sich gut abreiben.
  • die Früchte kurz waschen und in grobe Spalten schneiden
  • den Blütenansatz entfernen, aber das Kerngehäuse unbedingt belassen, damit das Pektin in der Frucht opitimale Verwendung finden kann
  • den großen Dampftopf mit den Früchten füllen
  • 1 Vanillestange, 1 Zimtstange , 1-2 Sternanis auf die Früchte legen
  • nur so viel Wasser angießen, wie der Schnellkochtopf benötigt (b. meinem 200 ml)
  • ca. 35 Minuten die Quitten abdämpfen
  • die Zusätze entfernen (Vanillestange ect)
  • die noch warme Fruchtmasse durch die flotte Lotte passieren, bzw. durch ein Sieb treiben
  • dann die Masse in ein Passiertuch geben und über Nacht abtropfen lassen
  • die sich ergebende Flüssigkeit bildet die Basis für das wunderbare Gelee.
  • von der Fruchtmasse wiegen wir nun 1,2 kg ab
  • geben die Masse in einen Topf mit einem breiten Boden
  • und heben 300 gramm Rohrzucker unter
  • die Zimtstange, die Sternanis , Vanilleschote verwende ich erneut
  • nun lassen wir die Quittenmasse so lange köcheln, bis sie leicht eindickt
  • füllen das Mus in vorbereitete, ausgekochte Twistgläser
  • und erhalten ein göttliches Quittenmus

Es hat mich erstaunt, wieviel Geschmack noch in der Masse erhalten geblieben war . Dieses Mus ist vielseitig einsetzbar.

herbstliche Nudeln mit Quittenmus

Zum Käse, aufs Brot, ins Sauerkraut oder Blaukraut , ins Müsli…..

Das Quittenaroma verbindet sich und behält doch seinen köstlichen Geschmack.

Auf Geliermittel kann gänzlich verzichtet werden. Der Rohrzucker reicht völlig aus.

“ in den Topf geschaut….“

Der diesjährige Oktober, die Wälder sooo bunt, die Seen so blau, die Sonne wärmt…

Lange ausgiebige Spaziergänge – ob im Wald oder in der Stadt sind meine Leidenschaft geworden.

Kommt mit:

Isarphilharmonie, Volkstheater bereichern die Kulturwelt in München, alles lebt auf!

Die offizellen Zahlen:

7-Tage-Inzidenz *Reproduktionszahl *Todesfälle *

+ 625

+ 6

140,2

beachtet eher keiner mehr. Auch ich verdränge diese Zahlen so gut es geht und hoffe, nach der vollständigen Impfung auf einwenig Glück.

Mein Speiseplan ist wie immer durchorganisert, dabei könnte man jetzt ja öfter im Restaurant speisen. Irgendwie hat man sich an das Kochen gewöhnt. Daher habe ich mir gedacht, ich nehme Euch mit in meine Alltagsküche und lass Euch in meine Töpfe schauen. Das eine oder andere wird dann nicht so spektakulär sein.

Mein erstes „in den Topf schauen Gericht“ entstand nach einem wunderschönen, strahlenden, warmen Oktobertag.Gö-Ga war am verhungern und außerdem wollte er Fußball…..

Walnuß-Radicchio-Blauschimmel-Pasta

Zutaten:

  • 1 feste große Birne
  • 130 gramm Walnüsse
  • 1 mittelgroßer Radicchio
  • 180 gramm Blauschimelkäse oder Gorgonzola
  • frischen Ingwerabrieb
  • 1/2 Chilli
  • Vanillerohrzucker
  • Gewürze: Meersalz aus der Mühle, Muskatnuss frisch gerieben, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 350 gramm Nudeln ( am besten selbstgemacht), aber gestern habe ich aus Zeitgründen darauf verzichtet.

und so geht’s :

  • in eine beschichtete Pfanne geben wir zwei Eßlöffel Rohrzucker mit Vanillegeschmack
  • den Rohrzucker langsam einwenig schmelzen lassen und die Nüsse hinzufügen
  • dann über die leicht karamelisierten Nüsse, den Ingwer reiben
  • die Chilischote ganz, ganz fein schneiden ud
  • und gut verteilen
  • auf mittlerer Temperatur sanft karamelisieren lassen , im Auge behalten, damit die Nüsse nicht verbrennen
  • dann die Birnen in längliche Schnitze schneiden und in die Pfanne geben
  • mit karamelisieren lassen
  • die gewaschenen und und gezupften Radiccioblätter ebenfalls unterheben und mitgaren
  • in der Zwischenzeit kochen die Nudeln in reichlich Salzwasser und einer kleinen Chillischote
  • mit einwenig Kochwasser löschen wir unsere Pfanne vorsichtig ab (weniger ist mehr)
  • die Nudeln geben wir aus dem Topf, nachdem sie abgetropft sind
  • direkt in die Pfanne
  • verteilen den Blauschimelkäse über die Nudel un mischen alles gut durch.
  • und servieren … !

Der Gö-Ga war zunächst sehr, sehr skeptisch – aber dann konnte er nicht genug von diesen Nudeln bekommen – er verfeinerte die Pasta mit einem kräftigen Klecks Quittenmus, welches ich mühsam zubereitet hatte

(dazu später gesondert mehr)

Der Blauschimmelkäse verbindet sich mit der Pasta, den Nüssen, der saftigen, karamelisierten Birne, einen Hauch Pfeffer aus der Mühle

Ihr kennt ihn schon den Satz: zum ordentlichen Fotografieren hatte es nicht mehr gereicht.

So kann der Herbst auch kulinarisch beginnen.

Diese Pasta vereint, die Süße der Birnen, den leicht herben Geschmack des würzigen Blauschimmelkäse, die Bitternoten des Radiccio und verwöhnt mit der herben, feinen Süße des Quittenmus, der Crunch der karamiliesteren Nüsse befördert den Genießer letztlich in den 7. Pastahimmel.

Probiert es aus !