"Uff, Weihnachten vorbei "

Weihnachten ist vollbracht, die 9 kg Pute ist verspeist, die Knödel waren wunderbar, das Blaukraut mit Quitten war ein Traum, die Suppe mit Flußkrebsschwänzen eine Offenbarung, bei meiner winterlichen Mousse schmolzen die letzten – „Nein – nicht so viel – ….““ dahin.

Eigentlich habe ich vom 23.12-26.12.2014 gekocht, gekocht, gebacken, angerichtet, Tisch gedeckt und Berge von Geschirr
bewegt. Induktionsplatte, der Herd hatte keine Erholung.

Meine Tischdekorationen – eher schlicht – den die Männer mögen es nicht wenn so viel „Kram“ darumliegt, denn wo sollen den sonst die dampfenden Schüssel mit Knödel, Blaukraut die Riesenplatten mit Fleisch oder das Raclette hin.
Denn Weihnachten sitzen sie alle am Tisch und reden, reden, reden und warten auf die Vorspeise, den Hauptgang, die Nachspeise… das Schnapserl…

Dabei hatte ich dieses Jahr auf Weihnachten so gar keine Lust, kein Gefühl von Wärme, Sehnsucht nach roten Wangen, nach langem Spaziergang, keine Idee für Geschenke, die volle Stadt widerte mich regelrecht an.
Dieses künstliche „Liebe , Wärme “ erhaschen, einmal im Jahr… Die Hetze nach Geschenken, größer, wertvoller , mehr, mehr. Die „verkleideten“ illumnierten Innenstädte, keinen Tisch in einem halbweg passablen Lokal ist zu bekommen, wäre doch Weihnachten vorbei…

Da vergeht selbst der Weihnachtsfee persönlich die Lust an Weihnachten.
Am 23./24.12.2014 mußte sich mein lieber Gatte dem Kampf um das Messer stellen.
Denn einmal im Jahr verschenkt unser Lieblingsmetzger – wo die Riesenpute – vor Wochen bestellt -, das Filet, die Kalbsscheiben.. auf Ihre Abholung warteten, ein Messer, mal ein Taschenmesser, mal ein großes Messer, jedes Jahr
pilgern hunderte von Menschen an den zwei Tagen kurz vor Weihnachten, um ein paar Würstel, einen Leberkäs zu kaufen und das begehrte Weihnachtsgeschenk in Empfang zu nehmen. Dieses Jahr war ganz schlimm, einen Straßenzug , um die Ecke standen die Menschen in Zweiherreihen und warteten geduldig, bis sie dran waren.

Weihnachten findet da statt, wo sich Lachen, rote Wangen – ob vor Vorfreude – oder vom Kochstress miteinanderverbinden und der alljährliche Kampf mit dem Baum – immer wieder neu anders sich ergibt.
Zu lang, zu breit, nicht schön gewachsen – oh , je Heiligabend 13:15 Uhr, die Lichterkette funktioniert nicht mehr.
Wachskerzen – mein Kindheitstraum – zu gefährlich….
Kein Problem , es gibt ihn ja noch den Elektrohändler gleich ums Eck, viele treffen sich heute da, ein Birnchen fehlt,
eine Leselampe und zwei moderne , energiesparende Lichterketten gehen über die Ladentheke, es wird gelacht, gescherzt und „Frohe Weihnachten “ ruft man sich zu und verläßt fröhlich den Laden.
Ja und manchmal gibt es die zufälligen, leisen, gemütlichen Minuten oder gar 1/2 Stunde in meinem kleinen – großen – Bücherladen einen Steinwurf von meiner Wohnung entfernt.
Dort versank ich dann am Vormittag an Heiligabend in dem riesigen Biedermeiersofa, genoß den besten Capuccino des Viertels, schmökerte in Krimis, Kunstbänden, Neuerscheinungen, eleganter Prosa.. so ein Buch für Papa, ein Buch für Tochter und Sohn und eins für mich
eine nette CD mit bayrischen, witzigen Texten, frecher Musik für Inge.

Meine diesjährigen Rezepte will ich Euch nicht vorenthalten, sie folgen und sind eigentlich nur Ergänzungen, kleine Versuche Traditonen zu verändern, denn alle haben es sicher schon im Archiv gelesen, es gibt jedes Jahr das gleiche
Menü , dessen fester Bestandteil die fette Pute ist.

Bis später, gerade läuft meine „Spezialbrioche“ i. der Küchenmaschine, den Brotteig für die „Frühstücksbaguette“ (aus Roggen, Weizendunstgemisch mit frischem Roggenschrot)
geht schon an einem warmen Ort. Es ist 10:00 Uhr , meine Familie ruht in sich und ist sicher vor 12:00 Uhr nicht anzutreffen.

Allen wünsche ich einen entspannten, ruhigen , winterlichen Spätweihnachtstag mit Bratäpfeln, selbstgemachtem Glühwein
(Rezept s. Archiv) …
Schönen Sonntag !

Weihnachtsstress, Weihnachtsmärkte, Wintermorgen

Als kleines Mädchen, orientierte ich mich immer am Himmel und konnte fast schon wie ein alter „Bauer“ Wetter voraussagen. Den Winter liebte ich ganz besonders, wenn es das erstmal schneite war ich völlig aus dem Häuschen. Schlittenfahren, Gleitschuhfahren, selbstverständlich die steile Straße des Dorfes mußte es sein.

Aber der schönste Himmel war immer der Christkindhimmel, rot färbte sich das Firmament. Das Christkind ist am Backen…. So sah es in den letzten Tagen auch in München aus. Leider hat das Christkind für mich nicht gebacken, aber den Himmel, den hab ich gesehen….
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Irgendwie ist es doch schön, lang schlafen, dann Winterfrühstück Speck, Eier, frisches Obst, Tee, Kerzenlicht, kein schönes Wetter, was zum Laufen, Radeln, Schwimmen… zwingt.
Es ist die Ruhe des Winters, die einem so viel Freiheit zurückgibt.
Wer bekommt da nicht Lust auf Winterfrühstück P1040648P1040649P1040647
Heute ist Heiligabend und mein Mann ist schon um 5 Uhr aufgestanden und zum Metzger gegangen,
hat in einer langen Männerschlange angestanden, traditionell wurde er mit Weisswürsten aus dem Eimer, frisch, warm versorgt und kam mit der „Beute“ nach Hause.
Die Markknochen sind einfache Knochen, das Suppelfleisch hat keinen Fitzel Fett, die große Pute besteht aus 2 Puten , a 4 kg und hat natürlich nicht das Fleisch, wie ich es mir vorgestellt habe. Das Rinderfilet ist ein sogenanntes Bayrisches Filet – auch nicht nach meiner Vorstellung – . Nächstes Jahr, wird alles anders. Dann gehe ich wieder selbst zu den Freunden im weißen Kittel! Mich können Sie nicht mit einer Weisswurst täuschen und wenn das Fleisch mir nicht paßt schick ich ihn trotz Schlange und Hl. Abend in sein Schlachthaus zurück. Jetzt muß ich mich mit dem zufrieden geben, wenn man nicht alles selber macht.
Ach, natürlich fehlen mir ein paar wichtige Dinge , z.b. getrocknete Mangos…
Meine Männer konnten so spezielle Sachen nicht finden.
Gut so, jetzt breche ich zum Viktualienmarkt auf und wünsche allen meinen Lesern
Frohe Weichnacht, gutes Kochen, schöne Stunden, Spaß…..
Aber auch einwenig Muße für ein kleines Hauskonzert, ein schönes Gedicht ….i phone 002i phone 003