"Spargelcremesüppchen extra fein"

Herrlicher grüner Spargel aus Schrobenhausen gab es gestern, dazu Kartoffeln und kleine italienische Bratwürstchen, mit einem Hauch von Fenchel und sehr pikant.
Denn es mußte schnell gehen – auf keinen Fall wollten wir – wie sich später herausstellen sollte – die peinliche Niederlage von Bayern München verpassen.

In der Halbzeit hatten wir noch das Gefühl „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ und trösteten uns mit dem Rhabarber-Tiramisu.
Das Spargelwasser hatte ich sorgsam aufbewahrt. Obwohl ich den grünen Spargel kaum geschält hatte – nur am unteren Drittel – roch die Brühe sehr intensiv.
Dies ist die Basis für meine Spargelcremsuppe P1040848 (1)

Rezept: f. 4 Personen

Zutaten:

750 ml Spargelbrühe vom grünen Spargel
30 gramm gute Butter
1 1/2 Eßlöffel Mehl
3 Safranfäden
20 ml Weisswein
1 Schuß Sahne
Gewürze: weisser Pfeffer a. d. Mühle, grobes Meersaltz, 1 Prise Muskatnuss
1 geräucherte Forelle v. bester Güte
ganz feiner frischer Schnittlauch

Schritt 1

In einen Topf geben wir die Butter und lassen sie schmelzen, bis gaanz leicht bruzzelt,
jetzt streuen wir das Mehl ein – Schneebesen in Starposition – und ganz schnell glatt rühren, es darf auf keinen Fall Klümpchen geben!! Mit dem Weissweinablöschen und nun haben wir die Basis für unser feines, sämiges Spargelcremsüppchen.
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Schritt 2

Langsam die Brühe, die Safranfäden hinzugeben und den Safran auflösen.
Kurz aufwallen lassen und die Temperatur zurücknehmen.
Den Schuß Sahne hinzugeben – nicht mehr kochen lassen !! –

Schritt 3
Das Süppchen in vorgewärmte tiefe Teller verteiltn und das Forellenfilet reinrutschen lassen, final mit dem frischen Schnittlauch dekorieren.
Guut warm – genau das richtige für diesen kalten Eisheiligentag.
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"Wien wir kommen… " Fortsetzung

Am nächsten Morgen waren wir ausgeruht und genossen das tolle Frühstück mit heimischen Produkten.
Ja,die Marillenmarmelade war wirklich selbst gemacht und sehr, sehr gut.
Für die Marmelade nimmt man hier das überreife Fallobst, dann braucht man weniger Zucker, so erklärt uns die nette Inhaberin der Pension. Die Marmelade sollte nicht zu fest sein, sondern dickflüssig sein….

Schnell hatten wir unsere „Esel“ gesattelt und überquerten erneut die Donau.
Damals waren wir auf der anderen Donauseite bis Mautern geradelt und hatten beide keine guten Erinnerungen an die grüne Eisenbrücke, die wir auf keinen Fall wieder überqueren wollten.
Larissa war fast davon geweht worden, wir mußten sie in die „Mitte“ nehmen und mir war es auch nicht ganz wohl, denn die Brücke ist sehr hoch und es herrscht reger Verkehr.

Welch ein herrlicher Tag, frische Luft und meine Tochter war wie aufgezogen, wir fahren heute bis Wien. Träum mal schön, dachte ich, das sind gute 90 km – einfach- ohne kleine Umwege, Stops. DSC01245

Diesen Radltag werde ich nie vergessen. Mein Spurensucher überholte alles, trat wie wild in die Pedalen. Gegen 15.OO Uhr waren wir in Tulln. Die Temperaturen waren auf 30 grad geklettert. Die Getränkevorräte längst verbraucht. Der Mund war trocken, gesprochen wurde kaum noch was. Völlig erschöpft ließen wir uns auf dem großen Marktplatz nieder.
Bestellten eiskalte Getränke. Von hier aus hätten wir ja schon mit der S-Bahn bis Wien fahren können. Nach einer kleinen Shoppingrunde (luftige, ärmellose, Shirts ect) waren wir wieder gut erholt und Larissa rief: „Wien wir kommen!“ Dabei wollte sie doch das Egon-Schiele-Museum anschauen.
Schnell waren wir wieder auf dem herrlichen Donaudamm, breit, sonnig und Radfahrer waren kaum zu sehen.
Zeit zum Fotografieren blieb auch nicht mehr. Ein einziges Foto könnte sie mir kurz vor Wien mit dem Handy.25.6.11 062
Herrliche Badeplätze an der Donau, schöne Architektenhäuser mit Pool, trotzdem gemütlich beschaulich. Gegen 17.30 Uhr erreichten wir Klosterneuburg (ca.15 km vor Wien).
Die Zimmersuche gestaltete sich äußerst schwierig, unzählige Telefonate führten wir.
Schnell verging die Zeit. Ein bezahlbares Hotel in Wien war nicht zu bekommen.
Wir konzentrierten uns nun auf den Klosterneuburg. Auch hier gestaltete es sich mehr als schwierig ein Hotel zu bekommen. Mit viel Glück kamen wir im Hotel Anker unter, zentral gelegen, ruhiges Zimmer. Die Räder stellten wir in einer Garage ab.

Von Müdigkeit keine Spur, schnell waren wir stadtfein und hatten einen Riesenhunger.
Im Stadtbeisl ließen wir uns nieder und bestellten, Schorle, Wein, Grillplatte, Wienerschnitzel.DSC01247DSC01248
Das Fleisch war super gegrillt, toll mariniert und das gegrillte Würstchen erinnerte mich an mein Kindheit. Seit Jahren hatte ich keinen „Grillteller“ mehr gegessen. Der Koch begrüßte seine Gäste persönlich und brachte ein Schnapserl aufs Haus.
Wir waren aufgedreht und besprachen, was wir am nächsten Tag in Wien alles anschauen wollten,
Schönbrunn auf jeden Fall ganz ausgiebig, den Naschmarkt, Theater, die Oper….
So bemerkten wir gar nicht, dass wir wohl beobachtet worden.
„Entschuldigen Sie, darf ich Sie mal etwas fragen?“ , san Sie Restaurantkritikerin ?“, Sie fotografieren das Essen…
Die Dame beherrschte diesen herrlichen Wienertonfall und meine Tochter konnte sich vor Lachen nicht mehr halten und antwortete lachend, nein Bloggerin aus Leidenschaft.
Fortsetzung folgt !

Donau-Radweg – Fortsetzung –

Irgendwie war es sehr erholsam, ja beruhigend an dem großen Fluß zu radeln. Die riesigen Donaukähne begleiteten uns, stetig, immer im gleichen Tempo radelnd, mal sangen wir, mal schwiegen wir und das vertraute Geräusch der rollenden Räder trieb uns voran.
Uns begegneten Vögel, die wir noch nie gesehen hatten.

Damals, ja da waren die Kinder 8 und 10 schmunzelnd erinnerte ich mich an unsere „Spielchen“ , wie wir die Kinder motivierten, das Städte-ABC, das Tier-ABC, wir sangen lauthals, „Mich brennts in meinen Reiseschuhen… fort mit der Zeit zu schreiten…. „, oder stimmten einen Kanon an den wir in verschiedenen Sprachen mit den Kindern einübten. Jeder kennt ihn, den Bruder Jakob, schläfst Du noch. ….

Ja, wie war es oft schwierig, wenn der „Große“ plötzlich vom Rad sprang und einen Baumstamm entdeckt hatte, den der Biber angenagt hatte, eine große Schlange…,
Damals hatten wir für die Strecke 8 Tage gebraucht.
Diesmal wollten wir es in 4 Tagen schaffen und ausgiebig Wien anschauen.
Wieder überquerten wir in Grein die Donau mit einer Radfähre. An diesem Morgen herrschte großer Andrang, wir mußten warten, bis wir übersetzen konnten. Dann waren wir sehr schnell in Ybs, genossen die tolle Aussicht und kamen sehr gut voran.DSC01177DSC01180DSC01184DSC01185
Ein kurzer „Boxenstop“ , auffüllen der Trinkreserven und weiter gings in Richtigung Melk.
Verdammt heiß wurde es nun, zumal wir die schützende Uferbewaldung verlassen hatten.
Mein „Spurensucher“ trieb mich an, wir können es schaffen, heute bis in die Wachau zu kommen.
Ehrlich gesagt ich dachte an den guten Wein, die netten Heurigenlokale und ließ mich anstecken.

Inzwischen hatten wir herausgefunden, dass wir eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 15-17 km auf dem Tacho fahren mußten um am Tag ca. 100 km zu bewältigen.
Das bedeutet, der Tacho zeigt den Durchschnitt an, berücksichtigt Pausen, Stops und man muß tatsächlich eine Geschwindigkeit zwischen 18 und 22 fahren.
Bei dem wenigen Gefälle gelingt das aber selbst nicht so geübten Radlern, wenn man seine Kraftreserven gut verteilt.
Wir wollten Melk umfahren, denn damals hatten wir hier zwei Tage verbracht und uns ganz ausgiebig das Kloster Melk, die „Geheimtür“ aus „Im Namen der Rose“ angeschaut. Die duftenden Klostergärten waren meiner Tochter in Erinnerung, Dürnstein, die Stadt Krems besucht….“ Meine Tochter wollte ihre eigene Passau-Wien-Tour fahren und so verließen wir die Fahrtstrecke unseres Radführers Bikeline. Wir überquerten beim Kraftwerk Melk , über die Freizeitanlage Luberegg die Donau.

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Die Wachau begrüßte uns mit ihrer leicht hügligen Landschaft, den Marillenobstplantagen. Überall sahen wir die Menschen in den Weingärten arbeiten. Eine schwüle Hitze empfanden wir, die kleinen Anstiege wurden schon mühsamer. Willendorf , mit seiner berühmten Venus. DSC01201
Meine Tochter sprang vom Rad und begann zu fotografieren. Ganz verstand ich es nicht, zumal es wieder mal ganz schön bergauf ging, das Gepäck wog schwer und alles klebte am Körper.
„Weißt Du Mama, das Bild schicken wir Marion, denn den grünen Veltliner trinkt ihr doch gerne.. “ In der Tat mag ich nicht so gerne Bier und in allen Biergärten in München findet man den gleichen Veltliner. DSC01204

Die Zeit verging rasend schnell, gegen 17.OO Uhr fuhren wir durch Spitz, St. Michael. Die Terassenweinberge schmiegten sich sanft in die Landschaft. Die kleinen Anstiege meisterten wir locker, denn es folgte immer auch eine kleine, kraftspendende Abfahrt durch die kleinen Weiler u. Örtchen.
Bei dem Leser und Betrachter möchte ich mich für meine „Röllchen“ entschuldigen, wenngleich sie zu mir gehören und ich ehrlich gesagt, es sicher in diesem Leben nicht mehr schaffe sie zu beseitigen. Es sei denn, ich bekomme Antrieb für einen Diät-Sport-Fit-Blog ….. DSC01214
Gegen 18.OO Uhr erreichten wir Weißenkirchen, berühmt ist der besonders schöne Arkadenhof im Stil der Renaissance. Vor dem Wachaumuseum ließen wir uns nieder und mein erschöpfter Spurensucher begang mit der Zimmersuche. Es war recht schwierig um diese Zeit noch ein Zimmer zu bekommen. Ursprünglich hatten wir gedacht, wir könnten über unsere Internet buchen, aber oft hatten wir keine Internetverbindung und so waren wir auf die örtlichen Tourismuszentralen angewiesen. Nach 5 Anrufen hatten wir Glück und bekamen das letzte Zimmer, direkt am Radweg. Ein schön restauriertes Haus aus dem Mittelalter mit einem herrlichen Innenhof, von wo man direkt auf die Pfarrkirche schauen konnte.
Die Kirche stammt aus dem 14oo. Jahrhundert und gleicht einer mächtigen Festung und prägt besonders nachts das Stadtbild beeindruckend.
In einem kleinen Restaurant fanden wir Platz bestellten uns zum Aperetif einen trockenen Winzersekt mit Hollerblüte, zur Vorspeise einen Rheinriesling, der ja ursprünglich aus der Wachau stammt, wie wir lernen konnten.
Variationen vom „letzten Spargel“, Spinattopfenknödel , Rehragout und zum Abschluß die geliebten Marillenknödel. Ein üppiges Mahl!
Vorspeise:
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Hauptgang:
Spinatknödel….DSC01221

Variante: Reh mit Nockerl, ähnlich wie „meine Mehlsklies“ lt. Tochter
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Nachspeise:
große Marillenknödel, allerdings waren diese Knödel mit franz. Marillen gefüllt, den die heimischen – hier immer genannt aus dem Inland- hatten noch nicht die erforderl Reife.
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Den Abend wollten wir in einem Heurigenlokal beenden, welches uns empfohlen worden war.
Wir schlenderten durch die verwinkelten Gassen und ließen uns in dem verträumten Innenhof nieder. Ein leichtes Raunen, klingen von schönen Gläsern empfing uns. Die Menschen scherzten und prosteten sich weinselig zu.
1/8 von dem Veltliner, 1/8 vom Riesling, 1/8 oder doch 1/16 von.. T (= Terassenlage). Mein Spurensucher protestierte, ich will morgen in Wien sein. Gerne hätte ich noch den kühlen Rose´ probiert.
Auch mit einem Marillenlikör ließ sie sich nicht dazu überreden, den Abend zu verlängern.
Hier wäre ich gerne einen Tag länger geblieben, mit dem VW-Bus…..
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In unserer süßen Pension war es still, alles schlief und mit dem letzten Foto des Tages verabschiede ich mich für heute. Fortsetzung folgt!DSC01231DSC01235
Wien wir kommen!!!

Donau-Radweg m. Wein, Mehlspeisen und Wiener-Schmäh

„Wien, Wien nur du allein….., wer kennt dieses Lied nicht. Am Pfingsmontag waren wir gestartet -ohne Hotelbuchung – mit „leichtem“ Gepäck und dem Gefühl von Freiheit auf dem Rücken unserer Fahrräder.

Damals war der Radweg…. nicht geteert, die Streckenführung eng an den Lauf der Donau orientiert, ja damals grüßten sich die Radfahrer, wenn sie sich begegneten.
Heute fast 10 Jahre später – alle Wege in sehr gutem Zustand, überwiegend geteerte Radwege oder landwirtschaftl. Wirtschaftswege, bzw. Nebenstraßen mit ganz wenig Verkehr.
Der Radtourismus boomt, geführte Radwanderungen, Gepäcktransport, Weinroute, Leihsatteltaschen,
Rücktransport…
Aber das ist nichts für mich. Wir fahren unsere eigene „Kindheitsverabschiedungstour“.
Am frühen Morgen bestiegen wir mit unseren Drahteseln den Zug nach Passau und waren gegen 10.OO Uhr auf dem Radweg „Passau-Wien“.

Schnell ließen wir Passau hinter uns.DSC01116DSC01117
Meine Tochter war einwenig schweigsam und trat gelangweilt in die Pedale, ein entsprechendes Cafe zum Frühstücken fanden wir auch nicht. Der Himmel war grau in grau, aber es war warm und regnete nicht. Gegen 10.30 Uhr kam die Sonne heraus. Sofort wurde es schwülwarm. Der Abstand zu meiner Tochter vergrößerte sich immer mehr.
„Wenn ich sie heute „sauer“ radele hab ich auf der Tour keinen Spaß mehr“, schoß es mir durch den Kopf. Beim nächsten Gasthof hielten wir und beschlossen uns erst einmal zu stärken.
Aber die Küche sei noch geschlossen ( 10.30 Uhr) wir könnten eine Brotzeit erst in einer halben Stunde bestellen….. Na, dann nicht!! Schnell tranken wir aus, stopften Jacken und lange Hosen in die Satteltaschen und schon gings dahin, wir passierten die Grenze nahmen die erste Radfähre. DSC01120
Super klappte das!!! Ab da hatte ich keine Tochter mehr dabei, sondern einen Spurenleser der Superklasse. Das neue Radtourenbuch, überarbeitet 2010 wurde auf Herz und Nieren geprüft.
Die Streckenführung nicht immer ideal. Aber wenn man einen „Spurensucher“ dabei hat, wird alles ganz einfach. Auf welcher Donauseite fahren wir?? , wo überqueren wir, was umfahren wir, wo ist es am einfachsten, wie kommen wir am schnellsten …
Es empfiehlt sich eine Karte zu erwerben mit einem Maßstab von mind. 1:50.000. Das hatten wir versäumt und sollten wir noch bereuen.DSC01122
Wir kamen schnell und gut voran und beschlossen nach ca. 6O km gegen 16:OO die Donau zu genießen. Mein Spurensucher organisierte perfekt die Übernachtungsmöglichkeit. Ein herrliches Zimmer, mit riesiger Loggia lud uns zum Verweilen ein.
Die Donaufischer hatten auch schon ihre Zelte überall aufgeschlagen und ihre Angelruten ins Wasser befördert. Die meist jungen Burschen ruhten im Zelt oder am Donaustrand.
Ein akustisches Signal ertönte, wenn ein Fisch angebissen hatte.

Eine gute Jause und ein ehrlicher Veltliner …..
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Wir genossen die frische Luft, schliefen tief und setzen unsere Radtour am nächsten Tag um 8.30 fort. Die berühmte Schlögener Schlinge meisterten wir mit der Längsfähre. Denn hier endet der Radweg und kann nur über das Wasser fortgesetzt werden.
Wir fuhren weiter am Südufer und erkannten die Strecke von damals wieder.
Schnell waren wir in Aschach, unsere Drahtesel gaben ihr bestes.
Wir versorgten uns mit Proviant, d.h. kleine geräucherte Würstchen, Käse, Apfelschorle.
Wenn wir gut voran kamen wollten wir es bis Grein schaffen. DSC01148
Wir änderten aber unsere Route gegenüber vor 9 Jahren und blieben auf der Südseite, setzten mit der Radfähre nach Ottensheim überDSC01151
Linz konnten wir nach einem kurzen Gewitter schnell hinter uns lassen.DSC01154 Für genau 30 Min. hatten wir unsere Regenjacken ausgepackt.
Schon brannte die Sonne wieder erbarmungslos.
Plötzlich war der Donauradweg wegen Bauarbeiten beendet und wir sollten einer Umleitung über zahllose Dörfer folgen. Da streikte mein Spurensucher: “ Nein Mama das tun wir nicht!“ Wir fuhren durch kleine Weiler, überall riesige landwirtschaftliche Flächen, mit Frühgerste, Kartoffeln, sogar richtige Holunderplantagen.
Über achtzig Kilometer waren wir schon geradelt, ob wir die kleine Stadt Grein, mit ihrem entzückenden Theatermuseum erreichen würden, stand in den Sternen. Seltsame Orte wie Albern passierten wir .DSC01152DSC01157DSC01158.

Gegen 17.30 kamen wir in Grein an.Mein Tacho zeigte 119,5 km an. Starke Leistung!!
Wir hatten uns schon gewundert, dass wir verhältnismäßig allein auf weiter Flur unterwegs waren. Wo sind sie alle die Radtouristen, kurzzeitig tauchen sie auf, in kleinen Gruppen, wir haben Spanier getroffen, ein französiches Paar.
Viele legen offensichtl. Teilstrecken mit der Bahn oder dem Schiff zurück.
„Ja, hier war ich schon einmal, damals haben wir in der netten Pension Martha gewohnt, mit dem schönen Zimmer und dem guten Frühstück!“.
Während ich im kleinen Theater versuchte Karten zu bekommen – leider vergeblich- ging mein Spurensucher auf Zimmersuche. Die Pension Martha war belegt, hatte aber eine Empfehlung ausgesprochen und meine Tochter hatte das Zimmer – ohne mich zu fragen – gebucht.
Das Privatzimmer befand sich ca. 1,5 km steil bergauf am Ende des Ortes.
Nie hätte ich hier gebucht, meckerte ich, wir können doch in das nette Hotel gehen, gleich am Marktplatz, da wollten wir doch aus Essen.
Der Hausherr empfing uns freundlich, das Zimmer war riesengroß, eingerichtet im Stil der 70ziger, aber sehr sauber und ein neues Bad… , na, ja.
Wir schönten uns einwenig und gingen wieder 1,5 km – es können auch 2 km gewesen sein, in den Ort zurück. Auf einer herrlichen TerasseDSC01164 genossen wir besten Wein, hervorragendes Essen
Spinatpalatschinken gefüllt mit Lachs und Frischkäse.DSC01168
Dazu einen frischen WelschrieslingDSC01167
Als Hauptgang wählten wir beide Lammrücken mit frischen, selbstgemachten Kartoffeltalern an einem Ratatouille, welches aus ganz klein geschnittenen Gemüsewürfel bestand und dezent mit frischen, mediteranen Kräutern gewürzt war. Spitzenklasse! Dazu bestellte ich mir 1/8 Rotwein (blaufränkischen)DSC01169
Die Nachspeise war sooo guuut, dass es mir nicht mehr gelang sie zu fotografieren.
Herrliche, auf der Zunge zergehende Marillenknödel, hauchdünne gefüllte Palatschinken, zarter Eisschmelz
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Satt, zufrieden, bester Laune verließen wir den dunklen Stadtkern.
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Eine laue Nacht, wir freuen uns schon auf Morgen!!! Die Wachau ruft!!
Fortsetzung folgt.

" Sonntagsfrühaufsteher ……"

Nein, der Großstadtmensch steht nicht um 5 oder 6 Uhr frühmorgens auf. Der typische „Frühaufsteher“ trifft sich kurz nach 9.00 Uhr an der Isar. Die Kiesbänke sind noch frei, die Luft ist klar, der Himmel einwenig bewölkt.

Die Straßen sind wie leergefegt, gefahrloses Radeln ist möglich. Herrlich!!! Eine große Runde bis Grünwald und zurück, Semmel holen für die Langschläfer, Frühstücken,Zeitunglesen und dann schauen, was der Tag bringt.

Locker, mit einem Durchschnitt von 15 (d. h. 15 Kilometer in der Stunde ) radeln wir dahin.
Die Golfer packen gerade aus, aber was kommt uns da ständig entgegen?? Verbissene, ja teilweise schmerzverzerrte Gesichter begegnen uns. Schnaufend, Hanteln in jeder Faust, das neueste Laufoutfit trägt der Herr stolz, obwohl man ihm ansieht, dass jeder Schritt schmerzt.
Die Jogger qäulen sich, hauptsächlich Männer kämpfen mit dem inneren Schweinehund ganz verbissen. Kein Lächeln kommt über das verzerrte Gesicht.

Laufen macht doch frei, setzt Glückshormone frei…… – vielleicht erst später –

Dabei ist der Morgen sooo mild, so gut riecht es, die Isar gibt sich hemmungslos hin. Die schönen Kiesbänke laden zum Sonnenbaden ein.
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Ja, jetzt kommt mir eine junge Frau entgegen, leichtfüßig, lächelnd, summend. Wie eine Gazelle läuft sie locker, es macht ihr sichtlich Freude.
Der Mann muß offentsichtlich seinem Leiden frönen, sich kasteien ??
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Ein langer Spaziergang mit Musik oder der Freundin/Freund/Partner/Ehemann/frau wären für viele sicher die gesündere Variante.
Aber eines haben alle gemeinsam, die Gunst der frühen Stunde in der Großstadt, die setzt die Glückshormone frei.
Spätestens um 10.00 Uhr ist es mit der Ruhe vorbei, die Isar wird bevölkert mit Bierkästen, die Piratenflagge wird gehisst, die Plätze werden verteidigt.
Schönen Sonntag!DSC01082
Meine „Gebirgsziege“ habe ich wieder im Keller angebunden und nach dem Frühstück gehe ich in die Erdbeerfelder. Schließlich sind die Vorräte aufgebraucht und meine neue Erdbeermarmelade-Variante die II wartet auf ihren Test.
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Laßt Euch überraschen.