„Bärlauch Gnocchi a la Meggie“

Heute, am Karfreitag wollte ich keine Rest mehr im Kühlschrank haben.

Bestand: gekochte Kartoffel, Bärlauchquarkrest vom Frühstück…..

So entstanden sie die lockeren, leicht nach Bärlauch schmeckenden Gnocchi.

Butter, Peccorino einen leichten, frischen Silvaner aus Rheinhessen und Gö-Ga ist im 7. Gnocchi Himmel.

Wann hört das auf: “ Heb noch eine Portion auf, falls Larissa (Tochter) kommt. ..“

Also zunächst zum Frühstücksquark:

„Frühstücksquark, frisch und grün“

Zutaten:

  • 250 gramm Magerquark
  • 2 Eßlöffel Rahmquark
  • 60 gramm frischer Bärlauch – oder mehr , je nach gewünschtem Bärlauchgeschmack)
  • 30 ml Kürbisöl
  • 1 kräftigen Schuß Mineralwasser mit Sprudel
  • weißer Pfeffer aus der Mühle
  • Meersalz aus der Mühle

Zubereitung:

  1. Quark, Rahmquark in eine Schüssel geben und vermischen
  2. den Bärlauch heiß abprausen und trocken schütteln, nochmal mit Küchenkrepp abtupfen, dann ihn in einen hohen Becher geben und mit dem Kürbisöl pürieren. (Ggfs ist noch einwenig Flüssigkeit von Nöten, denn die Masse sollte giftgrün und glatt sein)
  3. die Bärlauchmasse mit der Quarkmasse vermischen
  4. einen kräftigen Schuß Sprudelwasser hinzufügen und glatt rühren
  5. mit Meersalz und weißem Pfeffer abschmecken

Gnocchi-Teig a la Meggie

Zutaten:

  • ca 700 gramm gekochte Kartoffel vom Vorteig oder Vorvorgestern
  • 3-4 Eßlöffel Restquark
  • 1 Eigelb
  • 130 gramm Spätzlemehl (oder 100 gramm Type 405 und 30 gramm Weizengries)
  • 2 Eßlöffel Kartoffelstärke
  • Salz, Muskatnuss, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Ehrlich mit dem Gnocchiteig ist es einwenig wie mit dem Hefeteig, Sauerteig, Nudelteig….

Etwas Übung ist hier immer erforderlich und das bestimmte Gefühlfür die Konsistenz, ich nenne es Backreife analog „Platzreife“ . Daher sind die Angaben in allen Rezepten Richtwerte, die es anzupassen gilt. Die Beschaffenheit eines Gnocchi-Teigs sollte weich und gleichzeitig so sein, dass er sich ohne Mühe auf der bemehlten Arbeitsfläche zu Rollen verarbeiten läßt.

Tipp:

  • der Teig sollte mindestens 30 Minuten geruht haben (Kühlschrank )
  • bei der Herstellung nicht mit der Maschine arbeiten
  • vielmehr mit einem Vinylhandschuh kneten, bis alle Zutaten sich zu einer homogenen Masse verbunden haben – immer leicht mit den Fingerspitzen beginnend, den Teig bearbeiten.
  • durch das Arbeiten mit dem Handschuh klebt der Teig nicht zwischen den Fingern und die Handwärme wird vom Teig ferngehalten, so wird er nicht zu weich.
  • ist der Teig zu weich, ein Prise Mehl hinzufügen
  • ist er zu fest etwas Quark (weniger ist mehr) unterheben

Zubereitung:

  • 1. Kartoffeln durch die flotte Lotte bzw. Kartoffelpresse in eine Schüssel drücken
  • das Eigelb, den Bärlauchquark, das Mehl hinzufügen
  • mit den Händen (wie oben beschrieben) zu einem leichten Teig verarbeiten.
  • mit Muskatnuss, schwarzer Pfeffer und Salz würzen.
  • 2. zu einer Kugel formen, in Klarsichtfolie einpacken und kühlstellen.
  • 3. einen großen Topf mit Wasser aufstellen und das Wasser aufwallen lassen
    • dann salzen und die Temperatur zurücknehmen
    • das Wasser sollte nur noch sieden – nicht kochen
Gnocchiteigverarbeitung
  • 4. die Gnocchimasse auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu Rollen formen und mit der Teigkarte „Rohlinge“ abstechen
  • wieder mit dem Vinylhandschuh leicht formen und über einen Gabelrücken rollen.
  • 5. jetzt sanft in das siedene Wasser gleiten lassen.
  • 6. eine Pfanne mit guter Butter versehen
  • sobald die Gnocchi aufsteigen, kurz abtropfen lassen und in der Butter kurz schwenken und mit geriebenem Peccorino servieren

Der Bärlauchgeschmack ist dezent, durch den Quark sind sie locker und zergehen auf der Zunge. Die Verbindung von Kartoffeln und Bärlauch ist eine Offenbarung.

Also ein kleiner Spaziergang in den Park, Wald und die leckere Gnocchimahlzeit ist gesichert, Kartoffelreste verwertet und falls doch zuviele Gnocchis den Topf verlassen haben, setzen wir sie einzeln auf einen Teller, Brett, bedecken sie mit Klarsichtfolie und frieren sie ein. Sobald sie gefroren sind verfrachten wir sie in den Beutel – haltbar 6 Monate –

Wer eine längliche, nicht zu hohe Gefrierbox besitzt, kann sie dort einfüllen – bitte immer einzeln – mit Klarsichtfolie bedecken und die nächste Schicht….

Gehe jetzt Moos holen für das Osternest – bin gespannt – ob mir der Osterhase dieses Jahr auch was bringt.

P.S die erste Tulpe beginnt zu blühen

1. Tulpe traut sich raus am 15.April

Bis bald

M. Kuhl

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„Bärlauch meets Lamm“

Vor einer Woche war es noch Winter. Mütze, Handschuhe, die Winterjacke wollte unbedingt noch einmal ausgeführt werden. Lustlos stapfte ich durch den viel zu trockenen Wald, begleitet von Graupelschauern.

Aber gestern war es gefühlt Sommer… Leichtfüßig, kurzämlig, die Sonne brannte uns eine leichte Röte ins Gesicht …..

Starnberger See am frühen Nachmittag
soll ich reinspringen – habe ich mich ernsthaft gefragt

Die Bärlauchspitzen strecken sich, die ersten Knospen kann man erwischen, um Bärlauchkapern, Bärlauchbutter, Bärlauchpesto….. herzustellen.

Bärlauch im Zauberwald

So entstand mein schnelles, kleines Rezept:

Lammbällchen an Bärlauchsoße

Lammhackbällchen
Frühlingszwiebel werden angedünstet

Zutaten:

(für 4 Personen)

  • 300 gramm Lammhack
  • Frühlingszwiebeln
  • 100 gramm Bärlauch – frisch geerntet-
  • handvoll gehackte Petersilie
  • 1 Becher saure Sahne
  • Butter oder Bärlauchbutter aus dem Eisfach
  • 1/2 Liter Gemüsebrühe
  • Olivenöl, Butter (weniger ist mehr)
  • 1 Schuß Anisschnaps
  • Gewürze: Salz, Peffer, Fenchelsamen, Schwarzkümmel, eine kleine getrocknete Chilischote

Schwierigkeit des Gerichts ist, das sanfte Braten der Hackfleischbällchen, da auf die Zugabe von Brot,Ei verzichtet wird.

Die kleine Bällche sollten möglichst sanft angebraten werden, aber dennoch Röstspuren bekommen und dann in der Bärlauchsoße garziehen. So werden sie innen weich, außen knusprig

Zubereitung:

  • das Lammhack mit Salz, Pfeffer, gehackerter Petersilie gut vermischen und im Kühlschrank parken (am besten schon am Vormittag)
  • Fenchelsamen, Schwarzkümmel, getrocknete Chilischote in der fettlosen Pfanne leicht erwärmen, bis es duftet
  • den Bärlauch heiß abprausen und mit der Salatschleuder trocknen, auf Küchenkrepp legen
  • die Frühlingszwiebel in kleine Ringe schneiden
  • die Hände einwenig mit Olivenöl versehen und kleine Bällchen aus der Hackmasse formen
  • Pfanne mit einem Eßlöffel Olivenöl, einem kleinen Stück Butter und den angerösteten Zutaten versehen
  • die Frühlingszwiebelringe hinzufügen und bei mittlerer Hitze die Lammhackbällchen rundherum bräunen.
  • dann die Bällchen aus der Pfanne nehme und warm stellen
  • unter Umständen mit einem Küchenkrepp etwas Fett aus der Pfanne nehmen,je nach Beschaffenheit des Lammhack
  • dann die Pfanne mit einem kräftigen Schuß Anisschnaps (Raki, Ouzo) ablöschen.
  • die Gemüsebrühe angießen und einreduzieren lassen.
  • den Bärlauch in einen hohen Becher geben und einenEßlöffel Gemüsebrühe (kalt) hinzufügen
  • dann pürieren und zum reduzierten Soßenansatz geben
  • die saure Sahne -oder auch Schmand – unterrühren , ggfs. noch etwas Brühe hinzufügen.
  • die Hackbällchen in Soße gleiten lassen
  • die kalte Butter hinzugeben
  • es entsteht eine herrliche sämige Soße in der sich die Hackbällche wälzen, bis der Tisch gedeckt ist
  • dazu habe ich gestern Nudeln gemacht, aber Reis, Couscous…oder Brot sind geeignete Beilagen.
Bärlauch-Lammbällchen (Foto vom warmgestellten Teller für das Töchterlein)

Sorry, da Foto gibt nicht die herrliche kräftig grüne, samtige Soße wider. Dem schönen, fotogenen Teller konnte Gö-Ga wieder mal nicht widerstehen. Die aufgewärmte Variante war aber immer noch sehr, sehr lecker.

Gutes Gelingen , bis bald

M. Kuhl