"Sie haben nicht reserviert"

Disen Samstag wollte ich nicht kochen!!!
Die Kinder waren unterwegs – keine Anrufe , was gibts zu Essen –
Wir schlichen uns davon – Handy aus – . Sollten Sie doch sich selbst was machen. Der Kühlschrank war gefüllt.

Wir wollten zu Fuß – ohne ins Auto – in die U-S-Bahn, Taxi zu steigen eine, nette Kleinigkeit essen gehen, einen guten Wein trinken und die Seele, Sinne baumeln lassen.
Mitten in der Stadt sollte es doch nicht schwierig sein.

Spontan wollten wir sein – ohne Reservierung – Aufwand , einfach einen netten Abend…
Es gibt mehrere nette gute asiatische kleine Lokale in unserer Nähe, die wir immer schon mal ansteuern wollten – Fehlanzeige – keine Chance „Sie haben nicht reserviert ?“…
Ach , beim Südfriedhof – nur ein paar Schritte – versuchen wir es da: „Sie haben nicht reserviert ? – tut uns leid… “

In dem kleinen Gastraum saßen die essenden Menschen gequetscht an kleinen Tischen und bemühten sich mit Stäbchen zu essen.

Eine 3/4 Stunde liefen wir schon durch unser Wohnviertel , ach der Grieche, da waren schon lange nicht mehr, der Lammrücken war doch immer sehr gut …
Nein, da schmeckt mir der Wein nicht , zickte ich rum.

Fragen wir mal: „Haben Sie reserviert “ – och wir sind ausgebucht….
Insgeheim war ich zwar froh, Vorspeisen vom „Hamberger“, harzigen Wein und viel, viel,
schlechten Ouzo…
Uff, ein Glück , dachte ich.
Ja, da soll ein nettes bayrisches Lokal einen neuen Wirt haben.
Ente, Gans zu dieser Jahreszeit, auch nicht zu verachten.

Von außen durchaus positiv! Aber dann!!!
Ein ganz in schwarzes Leder gehüllter „Herr“, mit Hut“ Da , können Sie sitzen, ungedeckter Katzentisch – sonst ist nichts frei !!!“

Hier reichte es auch meinen geduldigen Ehemann. Wir gingen und mit uns eine kleine Gruppe
– sichtlich geschockt – von dem Auftritt des „schwarzen Mannes“.

Und jetzt??? Gehen wir nach Hause ich mache was….
Ja, die Luft ist lau, wir machen nochmal einen Versuch. Hier in der Maistraße, ein südafrikanisches Lokal.
Südkartoffel-Pommes, Krokodilfleisch, Springbok….
Der Wein, wäre ja gar nicht schlecht — aber brauchen wir das??

Unser Weg führte wieder an Tai- Vietnamesenlokalen vorbei, gesteckt voll, Tisch an Tisch.
Da kann man sich doch nicht unterhalten…
Wir landeten dann in dem Lokal , welches wir schon seit 20 Jahren besuchen, dabei wollten wir einfach mal spontan was „Anderes“ essen.

Das Essen, der Wein, alles war wie immer sehr gut.
Knurrhahn-Wels-Variationen, Lammleber an Trüffel-Kartoffelgratin….
Hallo, schön Euch zu sehen…..

Das nächste mal werde ich das Restaurant planen, reservieren . So etwas passiert mir nicht mehr ! Spontan – das war einmal – das ist vorbei.
Schade!

"Münchner Mehlspezialitäten und ihre Folgen"

Meine Stadtspaziergänge enden bekanntlich immer mit Mitbringsel – die immer in ihrer besonderen
Bestimmung geeignet sind erwähnt zu werden.
Dezember 12 - Januar 13 491
Meine Backversuche – sind ja eher na, ja –
Der Umgang mit Mehl, Hefe, Teig ist nicht meine große Leidenschaft.
Trotzdem, selbstgemachte Nudeln, Schupfnudeln reizen mich immer wieder.

Stundenlang stehe ich dann ich der Küche und meine Schupfnudel (1,2 kg Kartoffeln) sind einfach weg innerhalb von 20 Minuten.

Alle Rezepturen sind überarbeitungsbedürftig, denn die tatsächlichen Angaben hängen von den verschiedenen Qualitäten der Zutaten ab.
Diese Mehl/Kartoffelvariationen kann man nicht nach Rezpet machen. Manchmal reichen
125 gramm Mehl, 1 Ei, Salz und 500 gramm Weizendunst, um herrliche Schupfnudeln zu produzieren.

Aber dann ist der Teig zu weich, zu nass, zu patzig einfach nicht zu verarbeiten.

Manchmal genügen 4 Eigelb, 2 Eier, Salz und 300 gramm Weizendunst, um einen herrlichen Nudelteig herzustellen, der Rollnudeln ergibt,
„Noras-Quark-Rollnudeln“
Zutaten

5oo gramm Quark 2o Prozent
2 st Morzarella
2 st Eier
1oo gramm Schinkenwürfel aus rohem Schinken
100 gramm Schinkenwürfel aus gekochtem Schinken
75o ml passierte Tomaten
2 st Peperoncinis getrocknet
3 Eßlöffel gehackte Kräuter Rosmarin, Balsilicum, Oregano
1 Eßlöffel Weizengries
1 Teelöffel weiche Butter zum Einfetten der Form
1oo gramm geriebener italienischer Bergkäse

von denen man nicht genug bekommen kann.
Doch, wenn es nicht so läuft ist der Nudelteig brüchig, nicht zu verarbeiten und nicht durchzuwalzen. Dann nochmal kneten Mehl hinzufügen, nochmal 1/4 Stunde in den Kühlschrank in Frischhaltefolie verbannen und hoffen, dass es besser geht.
Dann kommen neue Methoden meines Sohnes zur Geltung. Einfach ausrollen über den ganzen Tisch. Oben beschriebene Füllung mit einem Löffel – oder besser einem Spritzbeutel auftragen. Zusammenrollen in „Rollnudeln“ schneiden und in die Auflaufform setzen.
20 Min. in den Backofen – ca. 200 – grad perfekt, wenn noch was übrig bleibt zum Wärmen für morgen!

Schon lange ist mir diese kleine – feine – und doch sehr alte Mühle mitten in der Stadt bekannt. Die Brotsorten im nahen Bäckerladen zum Beispiel das Münchner Schwarzbrot lieben wir alle in unserer Familie. Diese Stadtspaziergänge will aber kaum einer mit mir genießen, denn immer gibt es zu schleppen. So auch diesmal 2 Kg Weizendunst, 2 kg Mehl Type OO, Flocken für das Frühstück….
Alles ist schon wieder verbraucht – kommt doch mit pssst: „hinterm Hofbräuhaus“ da gibt es Mehl wovon der Backmeister nur träumen kann.

Von meiner letzten Nudelteigaktion habe ich die „Reste“ in Streifen geschnitten und
hieraus entstanden Schinkennudel a la Meggie

Rezept: für ca. 3 Personen oder 4 ….

500 g frische Nudeln
1 kleine frische Paprikaschote, fein und dünn im Fleisch
150 auch etwas mehr, ganz klein geschnittene beste Schinkenwürfel – gekocht oder roh – wie man mag
2 kleine , feste Schalotten – ganz, ganz klein gehackt –

3 Eier – frisch- Größe M verquirlt angereichert mit Salz aus der Mühle, Muskatnuß aus der Mühle, frischer schwarzer Pfeffer.

Die Gemüse Zutaten, langsam in einwenig Olivenöl oder guter Butter schwenken, nicht braun werden lassen , Schinkenwürfel hinzugeben, schwenken, schwenken.
Die frischen Nudeln hineingleiten lassen. Temperatur zurücknehmen. Eier unterziehen und wieder schwenken – nicht zu heiß werden lassen . Genüßlich auf die Teller gleiten lassen.
Einfach , lecker gut!!
Ein Stadtspaziergang ist der Start zu diesen herrlichen Rezepten, aber , nehmen Sie einen Rucksack – oder einen männlichen Träger mit.
linsen 031
Viel Spaß beim Nachkochen

Auch hier konnte ich seit Tagen keine Bilder einfügen.
Die Technik versagt mir ihren Dienst

Sollte ich den Bloganbieter wechseln? – ernsthaft
mich nervt es – die wunderschönen Fotos Euch vorzuenthalten

" Kaninchenkragen"

Es ist ein wunderschöner Herbst, der November strahlt tagsüber und man hat immer das Bedürfnis, schnell noch einen Spaziergang, bevor es dunkel wird.
Da werden wieder Erinnerungen an die kalten aufsteigenden Nebel meiner Kindheit wach:

Die nasse Kälte zieht durch das enge Tal, richtig hell will es nicht werden. Die Straße des kleinen Dorfes ist dürftig beleuchtet. Hin und wieder fährt ein Auto und hinterläßt für Sekunden gleissende Lichtspuren. Ein Hund winselt und aus den Schornsteinen kommt Qualm von nassem Holz, der sofort nach unten gedrückt wird.

Die Luft ist rußgeschwängert und alles gedämpft.
Mein Zufluchtsort ist der Stall. Die Kühe und auch Schweine kennen mich schon am Tritt und freuen sich. Genußvoll käuend stehen sie bzw. liegen sie auf dem Stroh, genießen meine Gesellschaft.

Bis mich die Stimme meiner Mutter aus meinen Träumen reißt.
Ein kleiner Ausflug steht an. Verwandtenbesuch!
Die jüngste Schwester meines Vaters soll aufgesucht werden.
Tante Magda ist eigentlich ganz nett, schließlich hat sie meinem kleinen Bruder zu Weihnachten letztes Jahr Skier geschenkt.
Ein Geschenk für Buben wurde betont!
Der dazugehörige Ehemann ist ein egozentrischer Pedant, subtil, eigentlich unerträglich und kann – wie man hört – seine kleine Familie kaum ernähren.

Daher müssen alle immer helfen, damit es der Tante Magda besser geht.
Nun kommen wir, vier Kinder mit Eltern.
Die Tante freut sich riesig und hat einen Kuchen gebacken
– ich sehe gleich – der schmeckt nicht –

Die Begrüßung ist herzlich, wenngleich man uns mit prüfendem Blick mustert.
Wir trugen das erstemal unsere neuen roten Mäntel.
Innen mit weichem Karofutter, wunderschönen Knöpfen, weiß abgesteppten Taschen. Weiße Pelzkragen, passende Muffs und meine Brüder hatten Lodenjacken mit echten Lederknöpfen und neue Lederhosen, die noch ganz unbequem waren.
Marie -Goh -die Tante meines Vaters- hatte wochenlang genähnt und immer wieder anprobiert, bis die herrlichen Jacken und Mäntel ausgeführt werden konnten.
Wir Kinder fühlten uns darin aber keineswegs wohl.

Tante Magda hatte einen scheeweißen, frechen Spitz mit roter Zunge.
Ein kleiner , frecher, schlauer Kerl. Gerne hätte ich mich mit ihn näher beschäftigt.
Der durfte aber nicht in die gute Stube und mußte draußen bleiben, im Flur auf seinem Platz.
Aber da hingen auch unsere Mäntelchen und der Spitz verrichtete -mucks mäuschen still – sein Werk. Er knabberte die neuen Mäntel an.
Bei meinem war er ganz besonders fleißig, am ganzen Saum konnte man die Zacken seiner kleinen Beißer erkennen. Das Mäntelchen meiner Schwester war ebenfalls ruiniert. Meine Brüder konnten das Lachen nicht mehr unterdrücken und es gab heftige Diskussionen, wie man den Schaden beseitigen, ersetzen…. und den Spitz bestrafen müsse.

Insgeheim war ich froh, denn ich mochte diesen Mantel nicht. Dieses Kaninchenfell am Hals war mir unangenehm. Immer mußte ich an das Tier denken, auch wenn meine Mutter mir irgendwelche spannenden Geschichten über die Herkunft dieses Felles erzählte.
In Wahrheit war es irgendein Tauschgeschäft – Kartoffel, Speck gegen gegerbtes Kaninchenfell –
Leider wurde der Schaden behoben, indem man den Kragen entfernte, noch mehr Fell besorgte und das Fell auf den beschädigten Saum nähte. So passe der Mantel auch länger, man könne mit dem Fellstreifen den Mantel „rauslassen“.
Der Mantel bekam einen Stehkragen und man strickte mir einen gaaanz weichen Mohairschal.
Das ist bis heute der Grund dass ich keinen Schal mag und auch keinen Pelzkragen mag, wenn er auch noch so schick und warm ist.

Auf der anderen Seite verspüre ich bis heute den Hang zu schönen, klassischen Wollmäntel aus edlem Stoff. Eine Marie-Goh gibt es leider nicht mehr!

"mousse au chocolat – Tranzsendenz der Schinkelnudel"

Mousse au chocolat kann man heute in allen Supermärkten „Zum Anrühren“ kaufen, schnell gerührt, über Geschmack läßt sich streiten. Ich liebe den feinherben Schmelz, den mein Vater immer als „Herrencreme“ bezeichnete.
Unzählige Eier, Schokolade … Jede Familie hatte ihr Spezialrezept aus Frankreich, von der Nachbarin, vom Sternekoch….
Irgendwann war die Nachspeise verschwunden, zu gehaltvoll zu schwer und man frönte dem halbgefrorenem auf Wasserbasis mit exotischen Früchten….

Immer wenn es kühler wird trifft pünktlich die Schokosucht ein.
„zarter Schmelz, intensiver Geschmack, die Wissenschaft Schokolade ist vielfältig.
Von der Schokolade in der man seit Jahrhunderten Blut verarbeitet, um in den geliebten italenischen Cornettos, die flüssige Schokolade zu erhalten.
mousse au chocola
Meine Mousse au chocolat ist gaaanz einfach:
Rezept: für 4 Personen
5 Eiweiß v. ganz frischen Eiern
100 gramm Schokolade 55 %
100 gramm Schokolade mind. 70 %
50 gramm brauner Zucker – gelagert mit einer Vanilleschote –
20 cl Oranenlikör oder anderer Likör je nach Geschmack
50 gramm weiche Butter
100 ml Kochsahne

Zubereitung:

Schokolade in Stücke brechen und im Wasserbad – am besten auf der Induktionsplatte – langsam schmelzen .

In der Zwischenzeit 5 Eier vom Dotter trennen und das Eiweiß mit einer Prise Salz steif und glänzend schlagen. Wenn das Eiweiß kleine Straßen hinterläßt ist es Zeit den braunen Zucker langsam einrieseln zu lassen.

Die Butter mit einer Gabel zerdrücken und flockenweise in die warme, flüssig gewordene Schokolade verühren, bis sich alles homogen verbunden hat. Likör zugeben

Nach und nach , erst 1/3 mit einem weichen Silikonschaber das Eiweiß mit der Schokolade verbinden.
Die Kochsahne auf höchster Stufe schaumig schlagen bis sie ihre flüssige Konsistenz verliert. Ebenfalls vorsichtig unterheben .
Dann in geeignete Gläser oder in eine Schüssel füllen.

Fertig ist die traumhafte mousse au chocolat, die innerhalb der nächsten 48 Stunden verzehrt werden sollte und mindestens 2 Stunden im Kühlschrank ruhen.
Traumhafter Schmelz, eine Nachspeise, ja eine Leidenschaft – herbe Süße, verbunden mit dem cremigen, aber nichgt zu starren Schmelz… der Schokoladenhimmel ist offen.
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Nun hatte ich aber 5 Eidotter im Kühlschrank … Eine wunderbare Geschichte über den weltbesten Nudelteig mit dem besten Weizendunst… , das erzähle ich Euch später.
Mein Essensplan der Woche:
Kürbissuppe, selbstgemachte Lasagne, großer Salat, Fisch auf Gemüse, Schinkenudel a la Meggie
Schöne Woche!