„Blauer Himmel, soweit das Auge reicht…“

Die Pandemie und die Auflagen der Politik stressen uns mehr, wie wir zugeben möchten. Die ersten Sonnenstrahlen, die Wärme nach den kalten Tagen – wecken meine Geister !

Die Tulpen lupfen zwischen den mit Moos und Kieferzweigen bedeckten Balkonkästen, die Vögel machen sich ganz zart schon in der Früh (4.OO Uhr) bemerkbar. Diese Woche habe ich es getan, morgens in der Sonne im Schlafshirt bekleidet, gefrühstückt. Die Sonne wärmte meine Füße, das Obstfrühstück, der starke, schwarze Kaffee, die Luft, das Vögelzwitschern… In der Sonne träumen von Reisen ans Meer, von neuen Rezepten, von der Bergtour, vom Schwimmen im See, von der Fahrradwanderung …

Die vielen Menschen an meiner geliebten Isar sind fast unerträglich. Raus, raus – jeder einsame Feld- oder Wiesenweg ist mir da genug. Wie schön ist das Leben, wenn die Natur erwacht!

Mit ein paar Frühlingsbildern wünsche ich eine erholsame, genussreiche Endwoche .

Genießt die Sonne ! Der Frühjahrsputz kann warten, es soll ja nochmal Winter werden.!

P.S Heute durfte meine „Sophie“ raus – ein weiches, frisches leicht mit Kräutern der Provence gewürztes Brot oder doch lieber Hörnchen, Stangerl mit Salz und Kümmel oder beides – schauen wir mal..

"Hamsterzeit, Herbstzeit"

Das Angebot der Natur überfordert mich immer um diese Jahreszeit, einerseits möchte man schon deftige Eintöpfe, Wirsing, Kohl…. , Gemüse, Äpfel, Birnen, Zwetschgen Quitten.
Schmortöpfe, Barolobraten machen, andererseits der Winter ist immer soo lange und
jetzt ist es noch so warm.
Alternativ Muscheln, eine deftige Minestrone – mit allem was der Garten bietet -, Fisch auf Gemüse… , Blumenkohlcurry, grüne frische Schnippelbohnensuppe, Nudeln mit Pfifferlingen oder Steinpilzen, ja so in etwa sieht der Speiseplan diese Woche bei mir aus.

In meiner Kindheit hatten um diese Jahreszeit die Erwachsenen großen Stress – aber nur einmal im Jahr – und heute ??

Alle 9 Familienmitglieder waren beschäftigt, die Früchte der Natur zu genießen, zu sammeln, einzukochen… Betriebsame Hektik herrschte in Küche, Hof und Keller.
Komisch, in München kann ich doch das ganze Jahr alles erwerben, Feldsalat gibt es doch heutzutage das ganze Jahr, um nur ein Beispiel zu nennen.

Weit gefehlt, auch mich befällt diese Herbsthektik, mindestens 25kg festkochende, 25 kg mehlige Kartoffeln, Winteräpfel, harte Birnen, Quitten… müssen jetzt in die Kammer – winterfest versorgt werden. Ganz zu schweigen von meinen Marmelade- u. Chutneyaktionen.
Apfelchutney habe ich noch nicht gemacht und etwas außergewöhnliches

Nichts , aber auch gar nichts kann ich dagegeben tun. Sehr zurückhalten muß ich mich, dass ich nicht den alten Sauerkrauttopf mit Decken bei meiner Mutter mitgenommen habe, denn ich weiß wie es geht – das Sauerkrautmachen – und in Ismaning gibt es sooo schöne Krautköpfe.

Es ist Montagmorgen und gerade habe ich einen kleinen , den letzten dieses Saision Zwetschgendatschi vorbereitet. Da wird sich meine Tochter freuen, wenn sie aus der Schule kommt. Immer mehr bin ich davon überzeugt, dass man diesen Urtrieb des Sammeln, Jagen erbt und ihn nicht mehr los wird.

Ach, ja und am Samstag habe ich den ersten Quittencrumble( Rezept s. Archiv) gemacht, das erste Osso bucco….
Es sollten türkische Quitten sein, für mich waren es aber keine echten Quitten.
Meine Kochfreundin – auchwas – beschrieb so schon , dass sie den „Tau“ abwischte.
Meine hatten keinen Tau, rochen nicht und waren auch nicht soo ganz hart.
Aber mit frischem feingeriebenem Ingwer und dem schweren Weisswein aus Umbrien, war es letztlich doch eine kleine Quittenoffenbarung, wenn auch nicht in der Vollendung.

Leider kam ich nicht zum Fotografieren. Das Osso bucco habe ich mit dem kräftigen Rotwein vom Weinbauern aus Umbrien geschmort… So wehte ein leichter Duft von Sommer, der Hitze in der Nähe von Rom durch die Küche und kombiniert mit dem Muskatkürbis-Kartoffel-Püree war es die ideale Verbindung zwischen Sommer und dem nicht mehr aufhaltenden Herbst – der kein Herbst ist – letztes Jahr war schon ein Herbstsommer und dieses Jahr wieder.

Die Seele habe ich mir nochmal vom Leib geradelt, flott über den Stachus, quer durch die Stadt, den ich hatte in Laim und in der Arnulfstraße und natürlich am Markt wichtige Dinge zu tun.
Mohn ungemahlen aus Österreich besorgt, eine neuer Zwetschgenkerner….
Gestern, natürlich war ich auf der Dult.

Wunderschöne Creme brulee Förmchen habe ich erstanden, einen Luxuskochlöffel aus Pinienholz um Risotto zu rühren, ein ganz kleine Stielkasserolle, passend für meine Induktionsplatte und genau richtig für die kleine Herdplatte – zum Hefeauflösen, Schokoladeschmelzen, Markauslassen…. – Bilder zur Auer Dult s. Archiv Oktober 2011 –

Der herrliche Duft von gebrannten Mandeln, Fisch, Trödel – der riecht wirklch manchmal nach Bohnerwachs, nach Moder oder Eisen …

Der Himmel so blau, wie er nur zur Auer Dult im Herbst sein kann.

Schöne Woche, bis bald.

" Sonntagsfrühaufsteher ……"

Nein, der Großstadtmensch steht nicht um 5 oder 6 Uhr frühmorgens auf. Der typische „Frühaufsteher“ trifft sich kurz nach 9.00 Uhr an der Isar. Die Kiesbänke sind noch frei, die Luft ist klar, der Himmel einwenig bewölkt.

Die Straßen sind wie leergefegt, gefahrloses Radeln ist möglich. Herrlich!!! Eine große Runde bis Grünwald und zurück, Semmel holen für die Langschläfer, Frühstücken,Zeitunglesen und dann schauen, was der Tag bringt.

Locker, mit einem Durchschnitt von 15 (d. h. 15 Kilometer in der Stunde ) radeln wir dahin.
Die Golfer packen gerade aus, aber was kommt uns da ständig entgegen?? Verbissene, ja teilweise schmerzverzerrte Gesichter begegnen uns. Schnaufend, Hanteln in jeder Faust, das neueste Laufoutfit trägt der Herr stolz, obwohl man ihm ansieht, dass jeder Schritt schmerzt.
Die Jogger qäulen sich, hauptsächlich Männer kämpfen mit dem inneren Schweinehund ganz verbissen. Kein Lächeln kommt über das verzerrte Gesicht.

Laufen macht doch frei, setzt Glückshormone frei…… – vielleicht erst später –

Dabei ist der Morgen sooo mild, so gut riecht es, die Isar gibt sich hemmungslos hin. Die schönen Kiesbänke laden zum Sonnenbaden ein.
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Ja, jetzt kommt mir eine junge Frau entgegen, leichtfüßig, lächelnd, summend. Wie eine Gazelle läuft sie locker, es macht ihr sichtlich Freude.
Der Mann muß offentsichtlich seinem Leiden frönen, sich kasteien ??
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Ein langer Spaziergang mit Musik oder der Freundin/Freund/Partner/Ehemann/frau wären für viele sicher die gesündere Variante.
Aber eines haben alle gemeinsam, die Gunst der frühen Stunde in der Großstadt, die setzt die Glückshormone frei.
Spätestens um 10.00 Uhr ist es mit der Ruhe vorbei, die Isar wird bevölkert mit Bierkästen, die Piratenflagge wird gehisst, die Plätze werden verteidigt.
Schönen Sonntag!DSC01082
Meine „Gebirgsziege“ habe ich wieder im Keller angebunden und nach dem Frühstück gehe ich in die Erdbeerfelder. Schließlich sind die Vorräte aufgebraucht und meine neue Erdbeermarmelade-Variante die II wartet auf ihren Test.
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Laßt Euch überraschen.