"Herbstlicher Viktualienmarkt"

Erst gegen Mittag komme ich zu meinem wöchentlichen Marktgang.
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Es ist so voll, kaum kommt man durch. Überall stehen die Leute, schauen, schauen
Dabei brauch ich nur ein paar Kleinigkeiten, Curryblätter, Zimtstangen, Sesamöl, frischen Koreander , Butterschmalz, rote, grüne Currypaste , die frische selbstgemachte… Ja und was kochen wir heute Abend? Fisch, Fleisch, Gemüse
Unser Haushalt ist ja „männerlos“, leichtes schnelles …
Meine Tochter begleitet mich heute, wir kommen gut voran und entscheiden uns für Entenbrust:
„- aber klassisch koche ich die nicht – , das sage ich Dir gleich, denn gescheite Orangen gibt es noch nicht. Ist ja schon guut, machen wir was „Scharfes“, Nachspeise auf jeden fall was mit Mango, die wir vollreif in guter Qualität kaufen.

Trotz der vielen Menschen, es duftet und der Himmel ist stahlblau, Zieräpfel leuchten mir entgegen, richtig zum Fotografieren komme ich nicht.
DSC01820 Noch nicht mal unseren „Frischgepressten“ können wir in Ruhe trinken. „Können Sie mal aus dem Bild gehen“…..
Überall muß ich anstehen.

Eine Kleinigkeit müssen wir noch im bekannten Haushaltswarengeschäft erledigen und wir werden pfündig. Silikonformen mit kleinen u. klitzekleinen Guglhupfformen müssen mit.
– Seit einem Jahr lese ich immer wieder, dass diese kleinen Guglhupfbissen ein MUSS sind.
So ziehen wir von dannen.
Meine Entenbrust: „Entenbrust an Grünercurry- Cocossoße“ bzw. Panang-Curry –

Rezept: für zwei Personen
Zutaten: 1 große Entenbrust
5 st Zitronenblätter am besten Frische
3 st Anchovis
1 Dose ungesüßte Kokosmilch oder Kokoscreme
120 ml Hühnerbrühe
4 Eßlöffel Sojasoße
5 cm frischer Ingwer (ganz klein geraspelt oder gerieben)
1 St Knoblauchzehe (durch die Knoblauchpresse bzw. gerieben)
100 gramm Zuckerschoten
Mehr braucht es nicht. Wir setzen schon mal im elektrischen Reiskocher den Duftreis auf, denn in einer halben Stunde können wir essen.
Top 1
Die Entenbrust schneiden wir rautenförmig ein, DSC01832
Top 2
Mit dem Pürierstab pürieren wir die Anchovis und geben 3-4 Eßlöffel Sojasoße hinzu.
Diese Creme vermischen wir mit dem geriebenen Knoblauch, dem geriebenen Ingwer und marinieren unsere Entenbrust hiermit.Die Zitronenblätter in ganze dünne Streifen schneiden, bzw. bei getrockneten Blättern zwischen den Fingern zerbröseln. Bei Zimmertemperatur lassen wir die Entenbrust abgedeckt durchziehen.DSC01835 Wenn man etwas mehr Zeit hat, kann man die Marinade auch länger durchziehen lassen.
Top 3
Denn Wok aufheizen – immer zuerst etwas warm werden lassen – dann Öl hineingebenDSC01833
Top 4
Die Kokosmilch, 1 Teelöffel Currypaste – je nach Qualität auch etwas mehr-
erwärmen, die Currypaste löst sich auf – gelegentlich ümrühren – 120 ml Hühnerbrühe angießen und heiß werden lassen.

Top 5
Die Entenbrustmit der Hautseite in das heiße Fett gleiten lassen. Die Marinade aufbewahren.
Vorsicht, es spritzt und schnell entstehen Brandwunden.
6 Min braten lassen, dann umdrehen u. 6 Minuten weiter braten. Ggfs. Temperatur etwas zurücknehmen, damit nichts verbrennt.

Top 6
Entenbrust herausnehmen und in Alufolie wickeln u. in den vorgewärmten Backofen bei ca. 50-80 grad ruhen lassen.

Top 7
Das heiße Fett abgießen, den Wok aber nicht spülen. Ggfs. einen Teelöffel Öl in den heißen Wok geben und die Zuckerschoten durch ständiges hin u. her bewegen garen.DSC01836 Dann schieben wir die Zuckerschoten DSC01837zügig an den Rand des Woks und gießen die Kokos-Currysoße und den Rest der Marinade hinzu. Die Marinade ggf. mit 2 Eßlöffel warmen Wasser aus dem Gefäß spülen.

Top 8 kurz aufkochen lassen , auf kleiner Flamme stehen lassen.
Ente in Scheiben schneiden u. mit dem Fleischsaft in die Soße geben, kurz köcheln
und mit dem inzwischen gegarten Reis servieren.
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Einfach, schnell, eine irre Geschmackskombination , es verbinden sich verschiedene Aromen und das Gefühl von Winterkost kommt nicht auf. Ein leichtes Essen, was an ferne Länder erinnert….. DSC01839
Für den Hauptgang war ich zuständig. Bei einem schönen frischen Sprizz köchelten wir vor uns hin. Die Offenbarung unseres kleinen „Frauenmenüs“ war allerdings die Nachspeise. Rezept folgt und ein kleiner Ausblick will ich schonmal dem Leser gönnen.DSC01842
Unwiderstehlich, noch leicht warm….

"Frühling spannt sein blaues Band……

Der Viktualienmarkt an diesem Wochenende ist in Frühlingslaune, Spargel, Spargel, Erdbeeren, Artischocken , Wildsalat, Spinat was das Herz begehrt…..
DSC00893DSC00894 Gegen Mittag schieben sich die Menschen über den Markt und bestaunen das vielfältige Angebot. Das laue Lüftchen tut sein übriges und jeder kann sich glücklich schätzen einen Platz gefunden zu haben unter den blühenden Kastanien mit einem kühlen Bier …… Das schon fast musikalisch anmutende Raunen und Klingen der Bierkrüge verbindet sich mit dem Duft der vielen Köstlichkeiten, die man rund herum erstehen kann. Gerne lasse ich mich einwenig treiben….DSC00897DSC00898
Spargel bestimmt den Markt. Irgendwie kann man sich gar nicht entscheiden, welcher Spargel ist denn nun der beste. Viele schwören auf den „Schrobenhausener“, andere auf den aus Franken…. Ich habe den Eindruck, dass man überall etwas Sand aufschüttet und ein Spargelanbaugebiet schafft, um sich am schnellen Geschäft mit den weißen Stangen eine Scheibe abschneiden zu können. Jedes Jahr gibt es mehr Spargel hat man den Eindruck. DSC00891DSC00887
Am liebsten kaufe ich den Spargel direkt beim Bauern, in einem Spargelanbaugebiet mit Historie. Hier kann ich den Spargel mit dem Fingernagel mal anritzen und auch die Stangen gegeneinander reiben bis sie „quitschen“, denn so teste ich die tatsächliche Frische des Spargels. Den grünen Spargel liebe ich besonders, er braucht fast nicht geschält zu werden und sollte meiner Meinung nach stehend, feucht gelagert werden. Dieser grüne „bayrische Spargel“ ist ein echter Genuß und die Spitzen zu einem Risotto verrührt – unwiderstehlich –

Mein Radl parke ich mitten auf dem Markt und habe noch ein paar Besorgungen zu erledigen, schnell einen Blick in mein geliebtes Haushaltswarengeschäft, wo sich der berühmte Lafer die Ehre gibt und für die „Schalker-Fans“, so scheint es mir, eine Kochvorführung macht.
Dicht gedrängt mit offenen Mündern stehen die Menschen dicht gedrängt und staunen, was Lafer alles zaubern kann. Sicher werden sie die empfohlende Pfanne gleich mitnehmen und bitter enttäuscht sein, wenn die Röstis , dann doch nicht „wie beim Lafer“ schmecken. DSC00909

Meine Einkäufe und Erledigungen ziehen sich hin, immer noch stehen auf meiner Liste:
Eier, Erdbeeren, Kräuter , Artischocken, Zitronen, Trüffelpecorino.
Ach, dann kann ich ja an der 16.OO Uhr Aktion am Gemüsestand teilnehmen.
Hier an einem der besten Obst- u. Gemüsestände kann am ab 16:00 zum halben Preis einkaufen.
Kurz vor vier bilden sich schon lange Menschenschlangen, vor dem Obst, vor dem Gemüse ….
Geduldig reihe ich mich ein, hier kann man echtes Marktgefühl spüren. Vor mir steht eine nette, junggebliebene Endsechzigerin, gepflegtes Äußeres, dezentes make up, sportlich gekleidet. Fachmännisch prüft sie den Spargel, die frischen Salate… und fachsimpelt über die „alten und neuen Kartoffel“ …. Doch plötzlich wird sie sehr ungehalten. “ Sie, sie sann auf dem Vikutalienmarkt, hier werden sie bestens bedient, bitte lassn doch die Finger vom Gemias…“ Die Frau schaut auf und patzt zurück: „Was geht das Sie an ?“, und wühlt weiter mit ihren Händen im Obst und Gemüse. Das läßt sich eine Münchnerin nicht gefallen, forsch schreitet sie zur Tat und haut der Gemüsetasterin kräftig auf die Finger. „Dreimal habe ich es gesagt, jetzt langts fei „, der Mann hinter mir beleidigt die Dame und nun muß ich mich doch einmischen. Der Herr gehört zur der raffenden Frau, natürlich. Sie möchten doch sicher alles was die da angefaßt haben kaufen… “ Schimpfend verlassen sie daraufhin das Terrain und der Markfrieden ist wieder herstellt. DSC00886DSC00899
Schmunzelnd und zufrieden radele ich mit meiner Marktbeute heim, wunderschöne Artischocken, duftende Zitronen, Käse, Deutsche Erdbeeren aus Baden und freu mich auf einen kühlen Weißwein und einen gemütlichen Kochabend. Meine Familie hat mich sicher schon vermißt, denn so lange kann sich doch kein Mensch auf dem Viktualienmarkt aufhalten!
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"Frühjahrsmenü Bosporus"

Ein Frühjahrsmenü für ca. 15 Personen mit mediteranen Vorspeisen, Lammbraten, frischer neuer Knoblauch, frisches Frühjahrsgemüse, Wein und einer süßen alles versöhnenden Nachspeise. Das wärs doch…..

Wir haben Frühling, allerdings war es am Donnerstag der vergangenen Woche so warm, dass ich es in der Sonne nicht aushalten konnte. Im April einen Sonnenschirm ? Es sind diese Übergänge der Jahreszeiten, die einem seltsam vorkommen, gestern Winter heute Sommer.

Daher wollte ich etwas mediteranes Kochen…..
Die Goethestraße in München war mein Ziel an diesem frühen Samstagmorgen. Man hat das Gefühl man befindet sich in irgendeiner Marktstraße in Istanbul. Die türkischen Hausfrauen feilschen um ihr Gemüse, beladen mit zehn Plastiktüten, Kinder Männer im Gefolge.. Von hektischer Betriebssamkeit keine Spur.
Die Tomaten, das Gemüse müssen einer genauen Prüfung standhalten, bevor man sich auf den Preis einigt.

Hier mischen wir uns, meine Tochter ist mit von der Partie, mitten unters Volk.
Eine Kiste Rauke, eine Kiste Tomaten, Auberginen, Paprika, Knoblauch, Nüsse, türkischer Joghurt, Trauben, frische Minze, Petersilie, Zitronen…. unsere Einkaufsliste ist endlos.
Wo gibt es wohl das beste Baclava, gefüllt mit Walnußmasse ?
Das können wir heute nicht selbst machen. Wir probieren da, haben Sprachprobleme.
Eine türkische Hausfrau, schlägt uns vor eine Kiste Rauke zu teilen, genau zählt sie und wir haben nun einen guten Deal gemacht. Der Hase freut sich sicher auch.
Die Läden sind verteilt, was der auf der einen Straßenseite anbietet, bietet der andere günstiger, frischer… Wir hetzen hin und her. Völlig erschöpft nehmen wir im türkischen Cafe Platz, beladen mit Plastiktüten. Eigentlich mag ich diese Tüten gar nicht, aber so einen fahrbahren Einkaufswagen für Omas, nein das brauch ich auch nicht.

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„Frühjahrsmenü Bosporus“
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Vorspeisen:
gegrillte Aubergingen, gegrillte Spitzpaprika m. neuem Knoblauch an Zitronen-Olivenölvinaigrette, gegrillter Fenchel mit altem Balsamico und geriebenem Schafskäse,
gegrillte Champignos an Olivenöl-Balsamico u. frischen Petersilie, Tomaten-Raukesalat…DSC00801DSC00800DSC00809

Hauptspeise: verschiedene Braten vom Lamm , gefüllt mit Thymian, frischem Knoblauch, Rosmarin…

Nachspeise:

karamelisierte Walnüsse, Trauben, bedeckt von einer Sahne-Vanille-Zitrone-Joghurt-Creme
dazu Walnuß-Baglava

Es ist viel Gemüse zu schneiden, das Lamm muß „bratfertig“ gemacht werden.
Das Lamm stammt von der schwäbischen Alp, hat ein besonderes Fleisch, mit einem ganz aromatischen Geschmack.
Das Lammfleisch ist nur grob vom Schlachter vorbehandelt, so daß wir Knochen zerteilen müssen für den Lammfond, die Braten füllen. Verschiedene Bratenstücke haben verschiedene Garzeiten, hierauf müssen wir besonders achten.

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Damit der Lammbraten richtig saftig wird gare ich es im eigenen Fond.
Nach meinen Erfahrungen sind alle im Handel erhältlichen Fonds nicht von besonderer Güte, daher bin ich dazu über gegegangen meine Fonds selbt herzustellen.

Rezept:

Zutaten: ca. 1 Kg Knochen vom Lamm

1/2 Teelöffel Anissamen
1/2 Fenchelsamen
12o ml Pernod
2 Teelöffel grobes Meersalz
Zweige f. Thymian u.Rosmarin
2 Karotten
1 Stück Sellerie
3 frische Knoblauchzehen
4-5 kleine franz. Schalotten
250 ml Wasser

Den Backofen heizen wir auf 220-250 grad Ober/Unterhitze vor
Geben das grob kleingeschnittene Röstgemüse auf ein Blech.
Den Fenchelsamen und Anissamen streuen wir über das Blech.
Nun geben wir die Lammknochen auf das Röstgemüse.
5-7 Min bei hoher Temperatur in den Ofen schieben, dann die Temperatur zurücknehmen und mit
Pernod ablöschen. Zwischendurch immer wieder mit einwenig Wasser übergießen, daraufachten, das nichts einbrennt, ggfs. mit dem Holzlöffel lösen. DSC00798
Nach ca. 1/2- 3/4 Stunden erhalten wir einen herrlichen Bratensatz.
Das Gemüse und die Knochen entfernen wir und geben ggfs. nochmal etwas Wasser hinzu. Leicht läßt sich der Satz vom Blech lösen , es duftet herrlich.

Nun können wir die großen Bratenstücke anbraten, kleinere Stücke legen wir nochmals zu Seite, denn sie haben unterschiedliche Garzeiten. Die Lammkeulen geben dann auf den Fond und lassen sie ca. 3 1/2 Stunden bei 170 grad Ober/Unterhitze schmoren.
Die Garzeit hängt im wesentlichen von dem Fleischgewicht ab. Wer unsicher ist, sollte mit einem Garthermometer arbeiten. Kleinere Bratenstücke später hinzugeben.

Die kleinen Kohlrabi, die kleinen Möhrchen, den Fenchel, Zucchini… was sich anbietet schneiden wir mundgerecht zu. Ca. 15 Min. vor Ende der Garzeit geben wir das Gemüse hinzu. So haben wir eine herrliche Beilage, welches wir zusammen mit dem Bulgurgericht:
– s. www. küchengötter.de – user: kurbis – bulgursalat 001
auf vorgewärmte Teller servieren.
Diese Bulgurgerichte können wir warm, lauwarm und kalt servieren.

Unser Menü ist zwar etwas arbeitsintensiv, aber läßt sich sehr gut vorbereiten und beim Gemüseschnippeln bedienen wir uns unserer Beiköche(Kinder, Ehemann, Freundin), genießen schonmal einen Schluck Wein, reden über Gott und die Welt.
Die Nachspeise ist ganz schnell zubereitet.
Nachspeise:
Zutaten:
500 gramm türk. Joghurt 10 %
1 Biozitrone
1 Vanillestange
500 gramm Sahne
Honig nach Belieben
500 gramm kernlose Trauben weiß
In eine beschichtete Pfanne geben wir ca. 5o gramm braunen Rohrzucker u. wenn er sich zu verflüssigen beginnt, geben wir die Walnüsse hinzu und lassen sie auf niedriger Temperatur karamelisieren. Die Nüsse sollten gut ausgekühlt sein, bevor wir sie mit den Trauben belegen.
Dann reiben wir die Schale der Zitrone ab u. kratzen die Vanilleschote aus.
Die Sahne schlagen wir steif und heben den Joghurt vorsichtig unter und geben die ausgekratzte Vanille u. die Zitronenzesten hinzu. Die Creme geben wir auf die Nüsse und Trauben und stellen das ganze ca. 2 Stunden kühl.
Wir dekorieren mit etwas Honig und reichen dazu unser Baglava. Süß, lecker , der ideale Abschluß unseres Bosporusmenüs. DSC00802DSC00804DSC00808
Ein gelunges Menü, ein gelungener Abend und ich freue mich jetzt schon auf das Grillen … draußen Essen, draußen Leben…..

Es fischelt am Viktualienmarkt……

Als Brauch am Aschermittwoch hat sich in München das symbolische Geldbeutelwaschen gehalten. Dadurch soll sich der durch den Fasching strapazierte Geldbeutel wieder füllen. Hauptort in München ist dabei der Fischbrunnen am Münchner Rathaus.
Das traditionelle Fischessen will in dieser Stadt keiner versäumen, die Lokale sind voll, man trifft sich mit Freunden, Kollegen, dem Rentnerstammtisch….
Der Fisch beherrscht die Speisekarten dieser Stadt. Die Menüvarianten sind vielfältig, vom Waller, Zander, Karpfen, Saibling bis zu allem was die Meere dieser Welt noch zu bieten haben. Ravioli gefüllt mit Fischmousse, „Katerfrühstück“, Fischburger vom Grill ….

Meine Betriebsrestaurants boten eine Fischwoche an, mit allem was das Herz eines Fischliebhabers höher schlagen läßt. Köstliche Fischbuffets wurden geboten – einfach köstlich – und das zu Kantinenpreisen.
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Seit Wochen habe ich eine bestimmten Fischeintopf im Hinterkopf, den mein Mann bislang erfolgreich boykottieren konnte. Der Marktgang an diesem Samstag hatte ein Hindernis, kurzfristig hatte ich einen Termin zum „Grauschleierentfernen“ erhalten und der dauert immer 2-3 Stunden und so kam es, dass ich meine Einkäufe deligieren mußte und meinem Fischeintopf wieder hint anstellen mußte.
Beim „Grauschleierentfernen“ hörte ich die neuesten fachkundigen Meinungen über den FC Bayern und seinen Trainer, dass Lothar Matthäus jetzt in unserem Viertel wohne, dass das Bistro wieder mal schließen muß, dass die Mode heuer wenig zu bieten hätte, ham alles scho ma „getragen“, wo man am besten botoxt, massiert, entspannt, golft, ja und der „Meinige u. der „Deinige“ mogs halt….
Schmunzelnd ließ ich die Prozeduren über mich ergehen und beteiligte mich – ihr könnt es sicher nicht glauben – in keiner Weise an den Gesprächen.
Gutgestylt und frohen Mutes erreichte mich ein Anruf eines Freundes. Er brauche unbedingt eine gescheite Küchenmaschine – und zwar heute gleich – denn er müsse einen Pizzateig vorbereiten, denn seine Gattin wolle heute Pizza backen …
Nichts tat ich lieber, in meinem Lieblingshaushaltwarengeschäft kenne ich mich bestens aus. Auf dem Weg dortin referierte ich über die Vorzüge der verschiedenen Modelle….
So kam es, dass ich doch noch zum Vikutalienmarkt kam und kurzentschlossen bei meiner Eierfrau vorbeischaute – denn sicher hatte mein Mann nicht wie aufgetragen, Eier zum Backen, zum Frühstück gekauft – für ihn sind halt Eier, Eier.
Die Eierfrau lächelte mich an, vor mir konnte sich ein Paar nicht einigen, wie wieviele Entenbrüste man denn benötige, ob 1/2 Suppenhuhn den reichen würde…..

Ein eigenartiger Geruch machte sich breit, es roch nach Fisch. So hatte es noch nie hier gerochen. Fisch riecht doch erst, wenn er alt ist. Der Vikutalienmarkt liegt doch nicht in irgendeiner Hafenstadt am Meer!
Schon sprachs die Standlfrau aus: “ Gell hier fischelts“, das sagt meine Kollegin schon sei heit in der Fria“. „Vielleicht liegt es am Wind“…

Ein mildes Frühjahrlüftchen streichelte meine Wangen und die schon warme Sonne überredete mich 1/4 Welschriesling zu genießen…
Während der Heimfahrt habe ich meine ganz persönliche Lösung für das „Fischeln“ gefunden. Die Fischhändler hatten zu gut vorgesorgt für den Aschermittwochsansturm – das ist aber meine ganz persönliche Mutmaßung – und muß sicher nicht den Tatsachen entsprechen.

Stolz präsentierte mir mein Mann seinen Einkauf. Er hatte Fisch bekommen. Schönen, lachsroten Saibling. „Sogar ausgenommen u. filetiert“, haben die ihn mir heute..
Wieder schoß es mir durch den Kopf, natürlich haben sie ihn ausgenommen, damit man die trüben Augen, die nicht mehr roten Kiemen nicht bemerkt… – das ist meine ganz persönliche Mutmaßung – und muß sicher nicht den Tatsachen entsprechen.
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So entstand ein etwas eigentümliches Rezept
Zutaten:
4 St Saiblingfilets/o. Lachsforelle
4 St Rosmarinzweige
ca.1OO gramm Haselnussmehl
4- 6 dünn geschnittenen, luftgetrockneten Schinken oder gut marmoriertes Wammerl(Bauchspeck)
Gewürze: ausschließlich aus der Mühle: Meersalz, schwarzer Pfeffer, eine Spur Anis u. Chili
2o gramm gute Butter
2 Eßlöffel Olivenöl

Schritt 1: Haselnussmehl in eine flache Schale oder Teller bereitstellen, Schinken
ausbreiten. Die Filets gefühlvoll würzen und auf jedes einen Rosmarinzweig legen.
Dann mit dem Schinken einwickeln.

Schritt 2: In eine beschichtete Pfanne geben wir Butter u. das Olivenöl und heizen es bei
mittlerer Temperatur auf.

Schritt 3: Nun legen wir unsere Filets mit der Hautseite in das Öl-Buttergeschmiss u. .
braten den Fisch an. Sobald der Rand leichte Rosafärbung erreicht hat wenden
und mit der Restwärme gar ziehen lassen. Dieses „Garziehen“ ist besonders
wichtig, denn diese Filets sind ganz schnell trocken bei zu hoher Temperatur!!
Mit Petersilienkartoffel und grünem Salat (gemischt Feldsalat, grüner Kopfsalat, Eichblattsalat, Frühjahrsspinat ect.) servieren. Schnell, einfach und gut.

Der Fisch hat nicht gefischelt und war sehr lecker. Sollte ich mich doch geirrt haben mit meinen Mutmaßungen.

"Marktgeschichten"

Den Marktkorb hatte ich heute früh parat. Die Fleischvorräte waren gegessen,  die Gemüsevorräte verbraucht. Es ist immer noch bitter kalt, obwohl der Himmel in seinem schönsten bayrisch-blau sich präsentiert.
Fußball regiert heute die Stadt. Die Fans sind unübersehbar. Heute wird es ein spannendes Spiel geben „Schau ma mal gegen woll, woll“
Gibt es etwas schöneres als  dickeingemummt in der Wintersonne am Viktualienmarkt zu sitzen und  dem geschäftigen Treiben zu zu schauen, über allem hält der „Alte Peter “ Wacht. DSC00599DSC00594DSC00593

Die ersten Frühjahrsprodukte aus heimischen Anbau sind da! Echte Delikatessen aus Halbergmoos,der Sauerampfer! Wie hab ich ihn geliebt als Kind, er wuchs direkt an unserem Bach, neben den Brennesseln, die wir als Spinat aßen und unser Vater merkte es nie, dass es Brennesseln waren. DSC00596DSC00597DSC00598
Auf meinem Einkaufszettel steht noch Hefe, Butterschmalz…. Es ist Krapfenzeit in Bayern.
Unglaublich, was man sich da alles einfallen läßt dieses Schmalzgebäck an den Mann, die Frau zu bringen. Schaut Euch das mal an:DSC00586DSC00587DSC00588DSC00590
Eigentlich kenne ich dieses einfache Hefegebäck , Schmalzgebäck, als Fastenkreppel, die man an Fasching, in der Fastenzeit aß. Da durften keine gehaltvollen Kuchen mit Sahne… gebacken werden, nein das einzigste was man sich gönnte war das in Schmalz ausgebackene Gebäck. Dieses Rezept werde ich die nächsten Tage mal ausgraben und in einem kleinen Topf diese „Kreppel“ ausbacken…. So lange probieren wir mal die verschiedenen Krapfen , mit Alkohol ….. das Angebot ist riesig. Eine Krapfenabstempelkarte von unserem Bäcker haben wir auch schon – 20 Stempel sind schon drauf. Ist die Karte voll, bekommen wir 5,OO EURO Rabatt!!

"Fasching wo bist Du ??"

Bei meinem heutigen Marktgang dachte ich, begegnen mir die letzten „Ausläufer“ der Faschingsbälle…. Im Schlachthofviertel war ich schon sehr früh unterwegs. Mein Ziel war die den Münchnern allseits bekannte Großmetzgerei Magnus Bauch. Hier soll es die besten Weisswürste Münchens geben…..
Dicht gedrängt bewegten sich, vor allem Männer vor den großen Fleischwagen. Betriebsame Samstagshektik, 5 kg Weisswurst, 4 kg Leberkäsbrät, 8 kg Wiener, Surhaxen……
Hier geht alles schnell , denn um 9.30 Uhr schließt der Laden.
Auf meiner Einkaufsliste, standen Suppenfleisch, Markknochen,  gemischtes Hackfleisch, Rinderbraten aus der Schulter, Schweinfilet, Mailändersalamie ,  Schinken….

Schnell hatte ich alles beisammen  und nach einem kleinen Frühstück brach ich auf in Richtung:Marktgang 12.2.2011 003
Keine Faschingsdekorationen, dürftig  ein paar wenig Luftschlangen am Markt.
Die Schaufenster der Metzgereien hier zeigen Blut- und Leberwürste…….., die geliebten Münchner Surhaxen.
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Wo sind die Menschen,  wieder in ihren Winterschlaft  zurückgefallen, wo  doch letztes Wochenende schon der Frühling so schön war. Ein eisiger Wind fegt über den Markt. Aber es gibt schon diese kleinen Kohlrabi, Möhren, sogar frischen Kerbel…
alles springt in meinen Korb, schon klingelt das Handy mein Mann wartet  im Kaffee auf mich.

Froh bin ich, ins Warme zu kommen. Das bei Touristen und  Einheimischen beliebte Traditionskaffe ist gar nicht voll.
Der Kaffee duftet und nach dem Einkaufen ist mir nach einem warmen Striezel  oder  doch lieber eine Ausgezogene,  Krapfen…
Denn hier gibt es das beste Schmalzgebäck, warm, frisch und sooo gut!

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Marktgeschichten

Der Viktualienmarkt am 15.Januar zeigte sich von seiner schönsten Seite. Ein laues Frühlingslüftchen, ganz wenig Leute, gemütlich. In der Luft ein Hauch Frühling ? Die Blumenzwiebel werden schon draußen zum Verkauf angeboten, nichts mehr ist mit Planen verhüllt, wie noch vor Tagen…
Trotz Eierskandal möchten wir einen Kuchen backen und auch vielleicht doch ein Frühstücksei genießen. Seit 25 Jahren kaufe ich am gleichen Standl, werd scho gut gehen…
Die beiden älteren Standlfrauen sind immer gleichbleibend freundlich und haben herrliche Suppenhühner, Enten, Butter, Eier….
Höflichst fragt die Standlfrau;“ Welche Eier mögens Sie, Bodenhaltung ?“
Der ältere „Herr“, ach bleiben Sie mir doch mit der Sch… Bodenhaltung vom Leib…“

Er granteld vor sich hin und schmipft. Niemand hat ihm etwas getan.
Da erlaubt sich doch die Frage, ob er jemals ein glückliches Huhn im Winter aus nächster Nähe beobachten konnte. Bei den Temperaturen der letzten Wochen, geht bestimmt kein Huhn auf die Wiese und läuft über den kniehohen Schnee, um Futter zu suchen.
Die Menschen haben vergessen, wie Hühner leben, fressen, sich fortpflanzen.
Diese Meinung teile ich der 2. Standlfrau mit und plötzlich wird der „Herr“ ganz kleinlaut, bezahlt seine Eier und verabschiedet sich freundlich.
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Ein schöner Tag, da können wir uns heute mal genau anschauen, was es alles so gibt. Was essen denn die Münchner in der Stadt dieses Wochenende. Gut gelaunt genießen sie im freien, zwischen Drahtpyramiden mit offenem Feuer, Edelfische, Wein…
Aber was steht da auf der Speisekarte?, Schauen Sie selbst ? Bekommen Sie Hunger ?Marktgang 15.1.2011 017 (1)_1
Was gibt es den bei meinem Asialaden heute. Ja, da könnte ich meinen gemischten Spezialreis mitnehmen, das Sesamöl und schwarzen Sesam, Kefirblätter, Sprossen brauch ich auch. Der Laden ist nicht so voll wie sonst. Bleibt einwenig Zeit zum Ratschen, ach Taibasilikum nehme ich auch noch mit, ganz frisch. Schauen Sie selbst, was Asien zu bieten hat:Marktgang 15.1.2011 030Marktgang 15.1.2011 031Marktgang 15.1.2011 032
Das erste laue Lüftchen und schon denkt der Münchner an Italien, der Markt bietet da eine Menge. Vielleicht ist es doch richtig, dass München die nördlichste Stadt Italiens ist. Wer kann da widerstehen:Marktgang 15.1.2011 015 (1)_1Marktgang 15.1.2011 014 (1)_1Marktgang 15.1.2011 016 (1)_1
Schon habe ich Zeit und Raum vergessen, war ich doch mit meinem Mann in einer echten italienischen Bar zum Cappuccino verabredet? Geduldig wartete er auf mich bei diesem herrlichen …Marktgang 15.1.2011 021 (1)_1Marktgang 15.1.2011 018 (1)_1

"die Tüte zuckt, der Fisch ist nicht tot"

Meinen Kindern wollte ich möglichst früh in ihrem Leben, vermitteln, wie wichtig es ist, frische Zutaten, frische Fische zu bekommen. Der Kinderwagen diente als Lastenkarren und die Kinder kannte man schon, beim Fischhändler, Gemüsehändler, Bauern, Metzger…
Da Kinder Frühaufsteher sind, zogen wir oft schon um acht Uhr morgens los. Von klein auf war es für meinen Sohn selbstverständlich, dass die Fische im Köcher zappelten und dann mit einem Holz getötet wurden. Auf das Ausnehmen verzichtete ich meist, denn ich mußte noch zum Käseladen, Metzger… Schnell beförderte ich meinen Sohn wieder in den Kinderwagen und beauftragte ihn auf die Tüte mit den Fischen aufzupassen. Er wird so ca. 2 Jahre gewesen sein, als er plötzlich laut über den Markt schrie: „Mama, Mama, der Fisch zappelt, der lebt! Müssen wir ihn wieder zurück ins Becken bringen?!!!“ Natürlich war der Fisch nicht mehr lebendig, die Muskeln hatten sich nur bewegt, vergleichbar, wenn man ein Huhn schlachtet und es ohne Kopf über den Hof rennt – dazu später mehr -. Meinen kleinen Sohn schockte das Erlebnis in keiner Weise. Heute (19) kann er perfekt Fische ausnehmen, filetieren, braten, grillen…..
In unserer Familie fragt keiner ist der Fisch frisch, unser „geflügeltes Wort“ für frischen Fisch heißt “ er zappelt noch“ und jeder denkt schmunzelnd eine diese „alte“ Marktgeschichte.

Kochen, Kochen, Kochen u. Essen , Essen, Essen

Hurra, endlich bin ich stolze Inhaberin eines Blogs, schon immer wollte ich aus meinen Töpfen, Pfannen, Woks berichten und die Welt davon überzeugen, dass Kochen die kreativste, kommunikativste und schönste Sache der Welt ist. Danke Frank, danke Alice für das tolle Weihnachtsgeschenk.
Laßt mich etwas üben und Euch wird das „Wasser im Munde zusammenlaufen“ beim Lesen. Frohe Weihnachten!!