„Servus Juni 2022 … „

(Werbung, da Namenerkennung möglich)

wunderschön war dieser Monat – nach Regen folgte Sonnenschein – eine konstante Wärme – heiße Badetage – und laue Nächte

Allerdings die Wetterprognosen sind meist ungenau – bis nicht zutreffend.

Die Leichtigkeit des Seins ist wieder einwenig zurückgekommen. Corona haben wir einwenig verdrängt.

Osterseen im Regen
einwenig leichte Kost
Balkongarten im Juni 2022
Natur pur Genuß

Bleibt gesund und munter

Bis die Tage

M. Kuhl

„Sommerküche für eine heiße Woche…“

Gregor – präsentiert sich – stolz und hat den Überblick –

Nichts entgeht ihm. Der nackte, fette Mann auf dem Balkon, die lauten Telefonate der internationalen Bewohner, das unnötige Gezeter mit müden Kleinkindern –

läßt ihn völlig kalt. Er erhofft sich einen Leckerbissen – egal ob Fleisch, Fisch oder Brot.

Gregor frißt und bunkert scheinbar alles, sogar meine leere Erdnußtüte.

Gregor

Montag: Auberginenröllchen lecker leicht

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Auberginen gefüllt mit bayrischem Kartoffelkäs

Wie wäre es am Abend mit einem kräftigen, würzigen Eintopf mit geröstetem Knoblauchbrot

„Hot and spicy“ am Dienstag

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Sommerpaprika vom Balkon
„scharfe Gemüsesuppe für die laue Nacht“

Mittwoch: gegrilltes Gemüse – Vorspeise – Hauptgang-Beilage –

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Lecker, leicht und so easy

„sommerliche Scharfmacher „

„gegrilltes Gemüse“

Gerade stelle ich fest, dass meine Küche diese Woche sehr vegetarisch angehaucht ist, aber bei hohen Temperaturen, mag ich Gemüse, Salate einfach lieber.

So geht es am

Donnerstag: Joghurt-Minz-Suppe

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Diese erfrischende Suppe ist einfach wunderbar – Hummus-Variationen bieten sich an.

-Joghurt-Minzsuppe-

Die Woche ist so schnell vorbei

Freitag: Sommerfisch -Dorade vom Grill –

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„Dorade vom Grill“

Samstag: Lamm was sonst

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Freunde treffen, die Gläser klingen lassen – Kerzenlicht und die Grillmeister sind hier gefragt. Das Lamm soll leicht rosa sein, trotzdem Röstaromen haben, heiß serviert werden … Die Hitze am Grill muß hier bewußt und gekonnt gesteuert werden.

Diese saftigen, kleinen Leckereien vom Lamm sind mein Favorit.

Ehrlich 5-6 Lammkotelettchen schaffe ich schon.

Lammkoteletts der Extraklasse

Prosit aufs Wochenende

Am Sonntag gehen wir in den Biergarten, genießen Hendl, Sparerips und eine kühle Maß Bier – Gott sei Dank haben wir die schattigen Kastanien ganz in der Nähe.

Fotos folgen hierzu – Werbung – erforderlich

Genießt die Sonne, die Tage bis bald

M. Kuhl

„Dorade – frech und frisch „

Es ist so heiß – der See ruft jeden Tag, die Isar in der Früh hat jetzt auch die richtige Temperatur um kurz ein paar kräftige Züge zu schwimmen.

Meine Kräuter gedeihen prächtig, die Salatbar setzt mich regelrecht unter Druck.

Eigentlich mag ich nicht so gerne Salat. Das gegrillte Gemüse überzeugt mich da mehr.

Daher möchte ich Euch kurz in meine kleine Balkongarten einladen. Es wächst alles von selbst – ohne große Mühe meinerseits-

Das Ernten des Pflücksalats ist wunderbar, die ersten lila Snackpaprikas … und meine Kräutervielfalt bereichern den Küchenalltag ungemein.

Schaut selbst

„Meggie’s Sommerdoraden easy“

Zutaten: (für 3-4 Personen)

  • drei mittlere Doraden ( nicht zu groß und schwer)
  • frischen Knoblauch, Ingwer, Chilischote
  • Koreander
  • grobes Meersalz, weißen Pfeffer aus der Mühle

und so geht es schnell und easy, vorausgesetzt, die Fische sind ausgenommen.

Aber ich bin sicher, dass der Fischhändler das gerne für Euch erledigt. Allerdings bei unserem türkischen Laden ist die Ware zwar hervorragend – aber das Personal totol überlastet und Gö-Ga hat die Fische fein und sauber ausgenommen, schließlich war er mal „Angler“.

  • die Fische gut trocken tupfen und hauchdünne Ingwer und Knoblauchscheiben vorbereiten, die Chilis entkernen
  • den Koreander vom Balkon holen
  • alternativ kann auch Petersilie, einwenig Zitronenmelisse wirkt Wunder
  • den Fisch mit grobem Meersalz salzen, die Ingwerscheiben, Knoblauchscheibchen, die gehackte Chilischote in die Fische füllen
  • wichtig: den Fisch außen kräftig salzen und einwenig mit Olivenöl bepinseln
  • den Grill gut vorheizen
  • und einwenig einfetten (neutrales Öl) verwende ich ( denn die Dorade bleibt schnell kleben)
  • heiß angrillen – Geduld haben nicht schnell drehen –
  • die Dorade braucht Zeit, bis sie sich mit dem Grill versöhnt hat
  • erst wenn sie sich vom Grill gelöst hat umdrehen
  • Temperatur zurücknehmen und offen langsam garziehen lassen.
  • dazu Grillgemüse, Knoblauchbrot und einen gut gekühlten Weisswein

Mehr braucht es nicht – der Sommerabend ist gerettet –

Die Dorade außen knusprig – die Aromen der Füllung geben dem Fisch den besonderen – für mich Sommergeschmack, würzig, leichte Schärfe, die Kräuter und doch bleibt der Fisch Sieger im Wettstreit der Geschmacksaromen.

Dorade vom Grill

Genießt die Sonne und die kühlen Seen, Flüsse und bleibt gesund!

Bis bald M Kuhl

„Rhabarber ade“

(Werbung , da Namensnennung)

12 grad, Regen, am 9.6.2022 – dabei war ich schon ganz auf Sommer eingestimmt

Der geeignete Tag, um Semmelbrösel herzustellen, Gnocchi auf Vorrat zu produzieren, Marmelade zu kreieren, Currywurst mit Kartoffelchips für den Gö-Ga vorzubereiten.

Currywurstsoße feurig, fruchtig
Currywurst für Mr. Gö-Ga – natürlich schon angeschnitten

Ja – und – sich über die Weltnachrichten, das Wetter, die Politik aufzuregen…

So bleibt man agil, aktuell und die Zeit rast dahin und schon wieder ist die Woche um.

Ehrlich, einer täglichen Arbeit nachzugehen, würde mir derzeit sehr schwer fallen, denn ich habe kein Zeitfenster mehr für Meetings, Dienstreisen, schwierige Verhandlungen ….. und die lieben Kolleg*innen mit ihren tausend Fragen und Anliegen.

Mein geliebtes Gemüse, ja ihr lest ganz richtig, es ist ein Gemüse, wird sich auch in Kürze verabschieden. Die Erdbeeren verdrängen ihn aus dem Küchenplan, dennoch will ich den frischen, fruchtigen, süßen Geschmack von Erdbeeren mit der rauhen Säure des Rhabarbers verbinden und nicht mit Zucker übertönen.

Leicht, einwenig stückig, cremig soll die Marmeleide sein. Meine Probecharge war dermaßen bombastisch, dass ich das Rezept sofort aufschreiben mußte für Euch:

Rhabarber-Erdbeer-Holunder Marmelade

Zutaten:

  • 800 gramm geschälter, gestückelter Rhabarber
  • 200 gramm Erdbeeren (vom Feld, reif und aromatisch)
  • 1 Vanilleschote
  • 30 ml Holundersirup
  • ein Röhrchen Orangen-Rohrzucker
  • Wiener Gelierzucker bio 2:1
  • Saft einer halben Biozitrone

Die Zubereitung ist, wie könnte es anders sein, schon etwas aufwendig, aber…..

und so geht es ganz easy:

  • ca 200 gramm Erdbeeren putzen und in nicht zu kleine Stücke schneiden
  • das Röhrchen Organgenzucker hinzufügen, sowie den Holundersirup
  • über Nacht im Kühlschrank abgedeckt durchziehe lassen
  • (bei mir waren es die Reste vom Dessert des Vorabends- welch ein Zufall)
  • den Rhabarber abwiegen, die marinierten Erdbeeren hinzufügen
  • und stehen lassen, bis der Zucker sich verflüssigt hat.
  • dann die Vanilleschote auskratzen und mit der Schote in den Topf geben
  • kurz aufkochen – dann auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis der Rhabarber seine harte Struktur verliert
  • Zitronensaft hinzufügen
  • kurz durchpürieren – aber so , dass weder der Rhabarber, noch die Erdbeeren gänzlich püriert sind. Die „Stückchen“ sollten auf der Zunge schmelzen und doch ihre Festigkeit behalten.
  • Wichtig: Den Geliertest niemals vergessen
    • auf eine Espressountertasse einwenig Marmelade geben und kurz hin und her bewegen, wenn es nicht mehr fließt – ist die Marmelade perfekt
  • dann sofort in die vorbereiteten Twistgläser abfüllen, auf den Kopf stellen (ca. 5 Minuten reicht)
  • eine kleines Schälchen zum Schlecken solltet Ihr aber für Eure Lieben reservieren…

Tipp:

  • Pfannkuchenteig – soll es ja auch im Kühlregal geben – in einer Crêpes-Pfanne hauchdünn backen – mit dieser Marmelade bestreichen und gerollt servieren.
  • (leider konnte ich kein Foto machen- so schnell waren meine kleinen Rollen, liebevoll mit Minze und Puderzucker dekoriert im wahrsten Sinn des Wortes – Verschlungen)

Bis bald

Liebe Grüße aus der „Schafskälte“

„Grüße vom blauen Bäumchen“

M. Kuhl

„Holunderblüte anno dazumal…“

(Werbung, da Namensnennung)

Im Juni war es immer schwül, heiß, gewittrig – das Heu mußte eingebracht werden.

Der Juni Anno 1962, ich erinnere mich ganz vage, war sehr wechselhaft und das Gras war langsam gewachsen. Die kargen Hänge und Wiesen mußten manchmal von jetzt auf gleich gemäht werden. Schwungvolles, gekonntest Sensen war hier gefragt, eine mühsame, sehr anstrengende und schweißtreibende Arbeit, die aber mein Großvater sehr gut beherrschte.

Ich liebte den Geruch von frisch gemähtem Gras, lief mit meinem kleinen Rechen hinter meinem Großvater her und verteilte das Gras, damit es gut trocknen konnte.

Fluchend, hielt Großvater inne, wieder hatte er in einen Stein geschlagen und mußte nachschärfen. An einem schweren Ledergürtel hing die Ledertasche mit dem Stein- irgendwie war auch etwas Wasser im Spiel – wie er das Wasser auf das Sensenblatt brachte – habe ich vergessen. Gespuckt hat er manchmal drauf – ob das reichte ?

Trotz der Hitze wurde ich gezwungen, festes „Schuhwerk“ anzuziehen. Die kurzen Hosen wurden gerade noch genehmigt. (kein Mensch sprach damals von Shorts..)

„Wenn wir fertig sind, holen wir die Holunderdolden runter, dann kann Oma wieder das Holunderwasser machen“ tönte Großvater um mich zu motivieren. Das Gras war schwer , die Knöchel schmerzten, vom schrägen bergauf gehen – schon wieder hatte mich was gestochen. „Mach direkt Spucke drauf, vergeht schon wieder, biste heiratest..“ Jetzt war ich oben, saß auf dem schweren Stein und wartete auf meinen Großvater. Der kräftige Holunderbusch grüßte majestätisch ins Tal. Seine Dolden wogen leicht im Sommerwind und verströmten einen Duft. Fast 60 Jahre später, habe ich ihn immer noch in der Nase – so intensiv, betörend – kein Wunder, dass sich hier alle Insekten des Planeten versammelten.

Großvater keuchte, nahm einen großen Schluck Wasser und blickte stolz, glücklich und zufrieden in das weite Tal, welches nun dicht bewaldet war. Die Sonne stand fast senkrecht über uns. Wie aus dem Nichts wurde Großvater hektisch, stieß mich unsanft zur Seite. Die Sense zischte durch die Luft, um gleich wieder krachend aufzuschlagen.

Mein Herz klopfte. War er jetzt doch verrückt? Die Leute sagten doch immer: Der eigensinnige, leicht verrückte mit seiner wilden Enkelin…

Nein ! Er hatte eine ausgewachsene Kreuzotter mit einem Hieb getötet, die gerade dabeigewesen war, mich ins Visier zu nehmen. Genaue Analyse, wie man eine Kreuzotter von einer Ringelnatter unterscheiden kann, wo sie vorkommen in unserem lieblichen Tal und wie man sich verhält, wenn man ihnen begegnet, folgte in einem langatmigen Monolog.

Ein ausführlicher Vortrag, über das Verhalten, Leben und die Nützlichkeit von Schlangen, Ringelnattern und…. mußte ich auch noch über mich ergehen lassen.. Auch diese wichtigen Fakten habe ich bis heute nicht vergessen. Erst vor kurzem mußte sich meine erwachsene Tochter anhören, dass man mit Flip Flops und Sandalen nicht in die Natur maschiert.

Zu Hause wartete im tiefen, dunklen Bruchsteinkeller, der Holundersirup und alle lauschten gespannt, was uns widerfahren war.

Gibt es etwas köstlicheres im schwülen Juni 2022 ?

Den großen Tonbottich, das Eichenholzbrett, den beschwerenden Basaltstein habe ich nicht, genauso fehlt mir der kühle, dunkle Bruchsteinkeller tief in der Erde.

Das Rezept habe ich verifiziert und in Österreich den geeigneten Zucker gefunden, der schon sehr viel Mühe und Arbeit wegnimmt.

Holundersirup

Sirupzucker

Zutaten:

  • ca 3o Dolden Holunder
  • hier ist es besonders wichtig, dass diese trocken geerntet werden und kräftig ausgeschüttelt werden (denn hier sammeln sich die Insekten u. sonstige Getierchen gerne)
  • 1 kg Wiener Sirup Zucker –
  • 3/4 Liter Wasser
  • 1 Biozitrone (groß)

mehr nicht !

Zubereitung:

  • zunächst müssen die Dolden von den Stilen befreit werden!
  • es dürfen keine geschlossenen Blüten (Knospen) dabei sein
  • und keine grünen Stile (da giftig, genau wie die ungekochten Beeren später)
  • dies erfordert Geduld und Mühe
  • dann den Zucker mit dem Wasser übergießen und erhitzen, bis er klar ist
  • dann über die gezupften Blüten geben, mit Zitronenscheiben belegen und 48 Stunden kühl stellen
  • den Sirup durch ein Sieb, besser Passiertuch passieren
  • nochmal drei Minuten aufkochen (so länger haltbar)
  • in saubere Flaschen oder Fläschchen abfühlen und je nach Gusto genießen

Tipp: Erdbeeren mit dem Sirup marinieren – geschlagene Sahne –

Gö-Ga hat das schon angerichtete Glas geleert, bevor ich ein Foto machen konnte.

Schönen Restfeiertag

bis bald

M Kuhl

„Summer drinks… „

Werbung da Namennennung

summer drinks cool

Davon träumen wir alle, eine laue Sommernacht, die Glühwürmchen fliegen, Kerzenschein … die Nacht möge nicht enden.

Gekühlte Getränke – frisch – leicht – mit oder ohne Alkohol.

Es gilt schon jetzt die Basis zu schaffen.

Wie wäre es mit einer Rhabarber-Minze-Proseccoerfrischung -am Nachmittag

  • oder einen Holunder-Gin-Minze-Eis Drink
  • super schmeckt auch Limone-Holunder-Basilikum auf Eis
  • oder Erdbeer-Holunder-Zitrone mit einem leichten Riesling aufgegossen

Die Variationen sind beliebig. Allerdings ist die Basis der

richtige Sirup!

Rhabarber-Sirup- Rezept:

Zutaten:

  • 500 gramm roten Rhabarber
  • 1000 gramm Wiener Sirupzucker (Beeren bzw. rot)
  • 0,5 Liter Wasser

Zubereitung:

  • Rhabarber , waschen, trocknen und putzen und in Stücke schneiden
  • den Rhabarber mit dem Wasser übergießen
  • ca. 10 Minuten köcheln lassen, bis er leicht zerfällt
  • abkühlen lassen
  • dann in ein geeignetes Gefäß geben und mit dem Zucker vermischen
  • übernacht im Kühlschrank ziehen lassen
  • mit einer flotten Lotte (Passiergerät ) die Masse durchdrehen
  • anschließend nochmal durch ein feines Sieb bzw. Passiertuch drücken
  • die Masse anschließend 3 Minuten sprudelnd aufkochen
  • jetzt die Flüssigkeit schnell in vorbereitete Glasflaschen abfüllen
  • kühl und dunkel aufbewahren (Haltbarkeit ca. 3 Monate)
Passieren der Rhabarbermasse

Dieser Sirup eröffnet die Sommerdrinks und ist bei Groß und Klein gleichermaßen beliebt.

Viel Spaß beim Genießen !

P.S Rezept für Holunder-Sirup folgt…

M. Kuhl

„Graukäsknödelvariation à la Meggie“

Die Tirolerküche, deftig, ehrlich, manchmal einwenig handwerklich anspruchsvoll.

Wer weiß wie es geht, zaubert meist schnell und ohne großen Aufwand die bodenständigen Gerichte, die eigentlich die Alpenküche verkörpern sollte.

Das Geheimnis des Geschmacks sind die Zutaten, die es nur hier für mich gibt.

Ob Milch, Topfen, Fleisch, Beeren, Käse es ist eine andere Dimension und der Geschmack, die Eigenschaften der Produkte sind in Deutschland nicht zu erwerben.

Ein halbes Jahrhundert reise ich nach Tirol und kenne viele Gasthäuser, Restaurants, Hütten und deren Küchen, Vorlieben und auch Schwächen.

So findet an überall die sogenannten Kaspressknödel. Diese Knödel werden in der Pfanne mit Bergkäse, bzw. auch Graukäse gebraten und dann in meist kräftigen Rindssuppen mit Schnittlauch serviert.

Graukäse : lt. Wikipedia

Tiroler Graukäse ist ein Sauermilchkäse aus Tirol. Er schmeckt würzig-säuerlich und wird mit zunehmender Reife schärfer. Der Graukäse ist mit einem Fettgehalt von höchstens 2 % F. i. T. sehr fettarm. Er besitzt eine dünne, rissige Rinde, die meist einen grünlich-grauen Edelschimmelrasen aufweist. Der Käseteig ist weißlich-gelb bis speckig und trocken. In den Handel kommt er in Laib-, Brot-, Scheiben- oder Stangenform mit einem Gewicht von 200 Gramm bis 4 Kilogramm. Verwendung findet er beispielsweise in den Tiroler Kaspressknödeln, den Zillertaler Krapfen oder mit Essig, Öl, Zwiebeln und Gewürzen mariniert (Saurer Graukäse). Er passt gut zu dunklem Brot oder wird im Verhältnis 1:1 mit Butter gegessen

Je nach Zubereitung hatte ich das Gefühl – sorry – aufgeweichtes Weißbrot in einer mehr oder weniger guten Brühe zu essen. Der oft verwendete Graukäse ist ansich ein für mich halbfertiger Käse und mit dem Harzer Roller zu vergleichen. Nur ganz selten erwischte ich diese herzhaften, kräftigen Kaspressknödel.

Auf meiner kleinen Tiroltour hatte ich mich großzügig mit verschiedenen Käsesorten eingedeckt unter anderem auch einem großen Stück Graukäse (jung).

So entstand das Knödelrezept. Es regnete, der Abend schien kalt und dunkel zu werden. Nach einer aufwendigen Zahnarztsitzung war ein guter Knödel genau das Richtige.

Graukäsknödel -Hauptgang

Meine Zutaten:

350 gramm altbackene Semmel (auf der Brotmaschine dünn aufgeschnitten)

300 gramm Graukäse (jung)

300 ml heiße Milch

3 große Eier

3 kleine, frische rote Frühlingszwiebel

einen Bund kleinblättriges Basilikum

35 gramm Butter

1/2 Eßlöffel glattes Mehl

8 Scheiben durchwachsenen Speck bzw. einwenig Lardo in dünnen kleinen Scheibchen

10 Salbeiblätter

Abrieb von einer Knoblauchzehe

Gewürze: Salz aus der Mühle, weißen Pfeffer, Muskatnuss, Chiliflocken oder eine kleine rote frische Chilischote

Zubereitung:

  • 300 ml Milch mit weißem Pfeffer und Salz aus der Mühle vermischen und heiß werden lassen
  • die Semmel schneiden und in eine große Schüssel geben
  • den Graukäse zerbröseln, bzw. kleine Stücke schneiden und über die Semmelmasse geben
  • die inzwischen heiße Würzmilch über die Semmel/Käsemasse gießen und gut mit beiden Händen durchkneten
  • beiseite stellen
  • die Zwiebeln mgl. klein schneiden
  • 35 gramm Butter in eine Pfanne geben
  • die Zwiebel glasig dünsten
  • dann die gezupften Basilikumblättche mitschwenken
  • und die Butter-Zwiebel-Basilikum-Mischung über den Semmelteig geben
  • gut durchkneten – Vorsicht – könnte am Anfang heiß sein-
  • 3 Eier, 1/2 Löffel glattes Mehl, Pfeffer, Salz und Muskatnuss mit dem Rührgerät schaumig aufschlagen und kurz stehen lassen
  • anschließend die Masse zum Semmelteig geben und kräftig kneten
  • die Masse muss jetzt ca. eine 1/2 Stunde ruhe
  • in der Zwischenzeit bereiten wir
  • die Speckscheiben, den Lardo vor, zupfen die Salbeiblätter
  • stellen zwei Pfannen auf
  • sowie einen großen Topf mit Salzwasser
  • mit feuchten Händen formen wir nun kleine Knödel
  • lassen das Wasser einmal aufwallen
  • und geben mit der Schöpfkelle die Knödel ins wallende Wasser
  • sobald alle im Wasser sind
  • darf das Wasser nicht mehr kochen
  • nun lassen wir die Knödel 10-12 Minuten gar ziehen.

In der Zwischenzeit:

  • Speck auslassen
  • Butter aufstellen und Salbei gross werden lassen
  • Achtung: unbedingt auf die Temperatur achten, wird schnell zu dunkel und schmeckt dann nur noch bitter
  • Knödel auf vorgewärmte Teller anrichten – mit Speck und der Salbeibutter versehen, einen winzigen Hauch frischen Knoblauch wirkt Wunder
  • leicht mit altem Bergkäse oder Parmesan abreiben
  • servieren und sich glücklich und satt essen.

Dieses Gericht ist ein gehaltvoller Hauptgang und bedarf eigentlich nur einer österreichischen Weinbegleitung.

Die restlichen Knödel habe ich einzel in Frischhaltefolie verpackt und in die Tiefkühlschublade verstaut. (für den nächsten kalten, regnerischen Sommertag).

Viel Spaß beim Nachkochen.

Tipp: wer keinen Graukäse bekommt, kann diese Knödel auch mit Harzer Roller oder Handkäse herstellen.