„Juli – es wor so schee – 2022“

So wie es „früher“ einmal war….

Die Tage genießen, sich von den Schönheiten der Natur, der Kultur, dem Leben treiben lassen

Ein kleines Schläfchen am Nachmittag – damit man den Abend in vollen Zügen genießen kann –

Der flimmernden Hitze in schattigen Pinienwäldchen entgleiten, dem unermüdlichen Konzert der Grillen lauschen – die Sonne fällt langsam ins tiefblaue Meer.

Schwimmen bis zum Horizont – die kühle Frische des Sees, des glatten Meeres genießen und einfach hoffen, dass es nie enden möge – die Tage des leichten Seins, voller Glück und Zuversicht.

Lange, anstrengende Wanderungen – die angenehme Kühle, frische Bergluft – den ersten Anflug der Herbstluft erhaschen – Naturgewalten erkennen..

Die verschiedenen Landesküchen austesten, mitnehmen und nicht an die Katastrophen der Welt denken.

Meine kleinen „Gärten“ gedeihen prächtig bei diesem Klima.

Das war mein Juli 2022

Schaut selbst:

Ciento
Umbrien
Bella Italia

Alpenküche der Spitzenklasse
Balkongarten und Zitronenschaufenster

Heute Dienstag, 12:21 Uhr – 24 grad – der See ruft

Bis bald

M Kuhl

„feurige Soße – Reisevorbereitungen …“

(Werbung, da Namensnennung)

Die versprochenen Biergarteneindrücke konnte ich noch nicht liefern – sorry –

Das nette Ehepaar aus Dachau, der schöne Sonntagnachmittag…

Wieder blieb keine Gelegenheit ein paar Fotos zu schießen.

Aber meine Portion Spirerips von gestern Abend will ich Euch nicht vorenthalten, dazu Augustiner vom Faß und die Welt ist in Ordnung.

Spirerips

Das erfrischende Bad in der Isar, die leidigen, gegerbten Isarmänner fortgeschrittenen Alters – erheben sich, wenn ich ins Wasser stapfe, läßt sich täglich genießen.

Meine Balkongärtchen halten mich auf Trab und jetzt soll ich auch noch Koffer packen – Reiseapotheke – , der Herr Sohn hat sich angekündigt –

Mir reichte es – erst mal einen ausgiebigen Stadtbummel und einen klassische italienische Erfrischung – dann mal schauen, was sich deligieren läßt an Haushaltspflichten.

Campari Soda

Doch jetzt zu meiner Spezialsoße, nach der sicherlich jedes Grillfleisch lechzt.

Zutaten:

  • rote, kleine Frühlingszwiebeln
  • ein Stück Ingwer frisch
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • eine 1/2 geschälte Spitzpaprika ( gerne auch vorher gegrillt)
  • 1 Dose Tomaten gestückelt –
  • 2 Eßlöffel Olivenöl
  • 1 kleiner Schuß Whisky
  • 1 kleine Chilischote – ohne Kerne –
  • Gewürze: Sortiment „Gewürze der Welt „:
  • je einen1/2 Teelöffel Bio Vadouvan, Drachenfeuer-Curry, Bio Orientcurry
  • eine kräftige Messerspitze geräuchertes Paprika, spicy
  • eine Prise geräuchertes Salz
  • frischen Koreander

Zubereitung:

  • Zwiebel, Knoblauch,Ingwer, Paprika, Chilischote klein schneiden und im Olivenöl andünsten
  • mit dem Whisky ablöschen und einköcheln lassen
  • dann die gestückelten Tomaten angießen und köcheln lassen
  • wenn sich eine schöne sämige Konsistenz gebildet hat, die Gewürze hinzufügen
  • mit Koreander bestreuen und zum Fleisch, Fisch, zur gegrillten Wurst genießen
„feurige Grillsoße“

„Currywurst“

Tipp:

  • Kartoffel waschen mit Schale in hauchdünne Scheiben auf dem Allesschneider (oder Brotmaschine genannt) schneiden
  • und fritieren

Schönes Wochenende, viel Spaß beim köcheln, grillen, sonnen ……

Bei mir geht die Sonne gerade unter…

Sonne geht

„Servus Juni 2022 … „

(Werbung, da Namenerkennung möglich)

wunderschön war dieser Monat – nach Regen folgte Sonnenschein – eine konstante Wärme – heiße Badetage – und laue Nächte

Allerdings die Wetterprognosen sind meist ungenau – bis nicht zutreffend.

Die Leichtigkeit des Seins ist wieder einwenig zurückgekommen. Corona haben wir einwenig verdrängt.

Osterseen im Regen
einwenig leichte Kost
Balkongarten im Juni 2022
Natur pur Genuß

Bleibt gesund und munter

Bis die Tage

M. Kuhl

„Rhabarber ade“

(Werbung , da Namensnennung)

12 grad, Regen, am 9.6.2022 – dabei war ich schon ganz auf Sommer eingestimmt

Der geeignete Tag, um Semmelbrösel herzustellen, Gnocchi auf Vorrat zu produzieren, Marmelade zu kreieren, Currywurst mit Kartoffelchips für den Gö-Ga vorzubereiten.

Currywurstsoße feurig, fruchtig
Currywurst für Mr. Gö-Ga – natürlich schon angeschnitten

Ja – und – sich über die Weltnachrichten, das Wetter, die Politik aufzuregen…

So bleibt man agil, aktuell und die Zeit rast dahin und schon wieder ist die Woche um.

Ehrlich, einer täglichen Arbeit nachzugehen, würde mir derzeit sehr schwer fallen, denn ich habe kein Zeitfenster mehr für Meetings, Dienstreisen, schwierige Verhandlungen ….. und die lieben Kolleg*innen mit ihren tausend Fragen und Anliegen.

Mein geliebtes Gemüse, ja ihr lest ganz richtig, es ist ein Gemüse, wird sich auch in Kürze verabschieden. Die Erdbeeren verdrängen ihn aus dem Küchenplan, dennoch will ich den frischen, fruchtigen, süßen Geschmack von Erdbeeren mit der rauhen Säure des Rhabarbers verbinden und nicht mit Zucker übertönen.

Leicht, einwenig stückig, cremig soll die Marmeleide sein. Meine Probecharge war dermaßen bombastisch, dass ich das Rezept sofort aufschreiben mußte für Euch:

Rhabarber-Erdbeer-Holunder Marmelade

Zutaten:

  • 800 gramm geschälter, gestückelter Rhabarber
  • 200 gramm Erdbeeren (vom Feld, reif und aromatisch)
  • 1 Vanilleschote
  • 30 ml Holundersirup
  • ein Röhrchen Orangen-Rohrzucker
  • Wiener Gelierzucker bio 2:1
  • Saft einer halben Biozitrone

Die Zubereitung ist, wie könnte es anders sein, schon etwas aufwendig, aber…..

und so geht es ganz easy:

  • ca 200 gramm Erdbeeren putzen und in nicht zu kleine Stücke schneiden
  • das Röhrchen Organgenzucker hinzufügen, sowie den Holundersirup
  • über Nacht im Kühlschrank abgedeckt durchziehe lassen
  • (bei mir waren es die Reste vom Dessert des Vorabends- welch ein Zufall)
  • den Rhabarber abwiegen, die marinierten Erdbeeren hinzufügen
  • und stehen lassen, bis der Zucker sich verflüssigt hat.
  • dann die Vanilleschote auskratzen und mit der Schote in den Topf geben
  • kurz aufkochen – dann auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis der Rhabarber seine harte Struktur verliert
  • Zitronensaft hinzufügen
  • kurz durchpürieren – aber so , dass weder der Rhabarber, noch die Erdbeeren gänzlich püriert sind. Die „Stückchen“ sollten auf der Zunge schmelzen und doch ihre Festigkeit behalten.
  • Wichtig: Den Geliertest niemals vergessen
    • auf eine Espressountertasse einwenig Marmelade geben und kurz hin und her bewegen, wenn es nicht mehr fließt – ist die Marmelade perfekt
  • dann sofort in die vorbereiteten Twistgläser abfüllen, auf den Kopf stellen (ca. 5 Minuten reicht)
  • eine kleines Schälchen zum Schlecken solltet Ihr aber für Eure Lieben reservieren…

Tipp:

  • Pfannkuchenteig – soll es ja auch im Kühlregal geben – in einer Crêpes-Pfanne hauchdünn backen – mit dieser Marmelade bestreichen und gerollt servieren.
  • (leider konnte ich kein Foto machen- so schnell waren meine kleinen Rollen, liebevoll mit Minze und Puderzucker dekoriert im wahrsten Sinn des Wortes – Verschlungen)

Bis bald

Liebe Grüße aus der „Schafskälte“

„Grüße vom blauen Bäumchen“

M. Kuhl

„Holunderblüte anno dazumal…“

(Werbung, da Namensnennung)

Im Juni war es immer schwül, heiß, gewittrig – das Heu mußte eingebracht werden.

Der Juni Anno 1962, ich erinnere mich ganz vage, war sehr wechselhaft und das Gras war langsam gewachsen. Die kargen Hänge und Wiesen mußten manchmal von jetzt auf gleich gemäht werden. Schwungvolles, gekonntest Sensen war hier gefragt, eine mühsame, sehr anstrengende und schweißtreibende Arbeit, die aber mein Großvater sehr gut beherrschte.

Ich liebte den Geruch von frisch gemähtem Gras, lief mit meinem kleinen Rechen hinter meinem Großvater her und verteilte das Gras, damit es gut trocknen konnte.

Fluchend, hielt Großvater inne, wieder hatte er in einen Stein geschlagen und mußte nachschärfen. An einem schweren Ledergürtel hing die Ledertasche mit dem Stein- irgendwie war auch etwas Wasser im Spiel – wie er das Wasser auf das Sensenblatt brachte – habe ich vergessen. Gespuckt hat er manchmal drauf – ob das reichte ?

Trotz der Hitze wurde ich gezwungen, festes „Schuhwerk“ anzuziehen. Die kurzen Hosen wurden gerade noch genehmigt. (kein Mensch sprach damals von Shorts..)

„Wenn wir fertig sind, holen wir die Holunderdolden runter, dann kann Oma wieder das Holunderwasser machen“ tönte Großvater um mich zu motivieren. Das Gras war schwer , die Knöchel schmerzten, vom schrägen bergauf gehen – schon wieder hatte mich was gestochen. „Mach direkt Spucke drauf, vergeht schon wieder, biste heiratest..“ Jetzt war ich oben, saß auf dem schweren Stein und wartete auf meinen Großvater. Der kräftige Holunderbusch grüßte majestätisch ins Tal. Seine Dolden wogen leicht im Sommerwind und verströmten einen Duft. Fast 60 Jahre später, habe ich ihn immer noch in der Nase – so intensiv, betörend – kein Wunder, dass sich hier alle Insekten des Planeten versammelten.

Großvater keuchte, nahm einen großen Schluck Wasser und blickte stolz, glücklich und zufrieden in das weite Tal, welches nun dicht bewaldet war. Die Sonne stand fast senkrecht über uns. Wie aus dem Nichts wurde Großvater hektisch, stieß mich unsanft zur Seite. Die Sense zischte durch die Luft, um gleich wieder krachend aufzuschlagen.

Mein Herz klopfte. War er jetzt doch verrückt? Die Leute sagten doch immer: Der eigensinnige, leicht verrückte mit seiner wilden Enkelin…

Nein ! Er hatte eine ausgewachsene Kreuzotter mit einem Hieb getötet, die gerade dabeigewesen war, mich ins Visier zu nehmen. Genaue Analyse, wie man eine Kreuzotter von einer Ringelnatter unterscheiden kann, wo sie vorkommen in unserem lieblichen Tal und wie man sich verhält, wenn man ihnen begegnet, folgte in einem langatmigen Monolog.

Ein ausführlicher Vortrag, über das Verhalten, Leben und die Nützlichkeit von Schlangen, Ringelnattern und…. mußte ich auch noch über mich ergehen lassen.. Auch diese wichtigen Fakten habe ich bis heute nicht vergessen. Erst vor kurzem mußte sich meine erwachsene Tochter anhören, dass man mit Flip Flops und Sandalen nicht in die Natur maschiert.

Zu Hause wartete im tiefen, dunklen Bruchsteinkeller, der Holundersirup und alle lauschten gespannt, was uns widerfahren war.

Gibt es etwas köstlicheres im schwülen Juni 2022 ?

Den großen Tonbottich, das Eichenholzbrett, den beschwerenden Basaltstein habe ich nicht, genauso fehlt mir der kühle, dunkle Bruchsteinkeller tief in der Erde.

Das Rezept habe ich verifiziert und in Österreich den geeigneten Zucker gefunden, der schon sehr viel Mühe und Arbeit wegnimmt.

Holundersirup

Sirupzucker

Zutaten:

  • ca 3o Dolden Holunder
  • hier ist es besonders wichtig, dass diese trocken geerntet werden und kräftig ausgeschüttelt werden (denn hier sammeln sich die Insekten u. sonstige Getierchen gerne)
  • 1 kg Wiener Sirup Zucker –
  • 3/4 Liter Wasser
  • 1 Biozitrone (groß)

mehr nicht !

Zubereitung:

  • zunächst müssen die Dolden von den Stilen befreit werden!
  • es dürfen keine geschlossenen Blüten (Knospen) dabei sein
  • und keine grünen Stile (da giftig, genau wie die ungekochten Beeren später)
  • dies erfordert Geduld und Mühe
  • dann den Zucker mit dem Wasser übergießen und erhitzen, bis er klar ist
  • dann über die gezupften Blüten geben, mit Zitronenscheiben belegen und 48 Stunden kühl stellen
  • den Sirup durch ein Sieb, besser Passiertuch passieren
  • nochmal drei Minuten aufkochen (so länger haltbar)
  • in saubere Flaschen oder Fläschchen abfühlen und je nach Gusto genießen

Tipp: Erdbeeren mit dem Sirup marinieren – geschlagene Sahne –

Gö-Ga hat das schon angerichtete Glas geleert, bevor ich ein Foto machen konnte.

Schönen Restfeiertag

bis bald

M Kuhl

„Graukäsknödelvariation à la Meggie“

Die Tirolerküche, deftig, ehrlich, manchmal einwenig handwerklich anspruchsvoll.

Wer weiß wie es geht, zaubert meist schnell und ohne großen Aufwand die bodenständigen Gerichte, die eigentlich die Alpenküche verkörpern sollte.

Das Geheimnis des Geschmacks sind die Zutaten, die es nur hier für mich gibt.

Ob Milch, Topfen, Fleisch, Beeren, Käse es ist eine andere Dimension und der Geschmack, die Eigenschaften der Produkte sind in Deutschland nicht zu erwerben.

Ein halbes Jahrhundert reise ich nach Tirol und kenne viele Gasthäuser, Restaurants, Hütten und deren Küchen, Vorlieben und auch Schwächen.

So findet an überall die sogenannten Kaspressknödel. Diese Knödel werden in der Pfanne mit Bergkäse, bzw. auch Graukäse gebraten und dann in meist kräftigen Rindssuppen mit Schnittlauch serviert.

Graukäse : lt. Wikipedia

Tiroler Graukäse ist ein Sauermilchkäse aus Tirol. Er schmeckt würzig-säuerlich und wird mit zunehmender Reife schärfer. Der Graukäse ist mit einem Fettgehalt von höchstens 2 % F. i. T. sehr fettarm. Er besitzt eine dünne, rissige Rinde, die meist einen grünlich-grauen Edelschimmelrasen aufweist. Der Käseteig ist weißlich-gelb bis speckig und trocken. In den Handel kommt er in Laib-, Brot-, Scheiben- oder Stangenform mit einem Gewicht von 200 Gramm bis 4 Kilogramm. Verwendung findet er beispielsweise in den Tiroler Kaspressknödeln, den Zillertaler Krapfen oder mit Essig, Öl, Zwiebeln und Gewürzen mariniert (Saurer Graukäse). Er passt gut zu dunklem Brot oder wird im Verhältnis 1:1 mit Butter gegessen

Je nach Zubereitung hatte ich das Gefühl – sorry – aufgeweichtes Weißbrot in einer mehr oder weniger guten Brühe zu essen. Der oft verwendete Graukäse ist ansich ein für mich halbfertiger Käse und mit dem Harzer Roller zu vergleichen. Nur ganz selten erwischte ich diese herzhaften, kräftigen Kaspressknödel.

Auf meiner kleinen Tiroltour hatte ich mich großzügig mit verschiedenen Käsesorten eingedeckt unter anderem auch einem großen Stück Graukäse (jung).

So entstand das Knödelrezept. Es regnete, der Abend schien kalt und dunkel zu werden. Nach einer aufwendigen Zahnarztsitzung war ein guter Knödel genau das Richtige.

Graukäsknödel -Hauptgang

Meine Zutaten:

350 gramm altbackene Semmel (auf der Brotmaschine dünn aufgeschnitten)

300 gramm Graukäse (jung)

300 ml heiße Milch

3 große Eier

3 kleine, frische rote Frühlingszwiebel

einen Bund kleinblättriges Basilikum

35 gramm Butter

1/2 Eßlöffel glattes Mehl

8 Scheiben durchwachsenen Speck bzw. einwenig Lardo in dünnen kleinen Scheibchen

10 Salbeiblätter

Abrieb von einer Knoblauchzehe

Gewürze: Salz aus der Mühle, weißen Pfeffer, Muskatnuss, Chiliflocken oder eine kleine rote frische Chilischote

Zubereitung:

  • 300 ml Milch mit weißem Pfeffer und Salz aus der Mühle vermischen und heiß werden lassen
  • die Semmel schneiden und in eine große Schüssel geben
  • den Graukäse zerbröseln, bzw. kleine Stücke schneiden und über die Semmelmasse geben
  • die inzwischen heiße Würzmilch über die Semmel/Käsemasse gießen und gut mit beiden Händen durchkneten
  • beiseite stellen
  • die Zwiebeln mgl. klein schneiden
  • 35 gramm Butter in eine Pfanne geben
  • die Zwiebel glasig dünsten
  • dann die gezupften Basilikumblättche mitschwenken
  • und die Butter-Zwiebel-Basilikum-Mischung über den Semmelteig geben
  • gut durchkneten – Vorsicht – könnte am Anfang heiß sein-
  • 3 Eier, 1/2 Löffel glattes Mehl, Pfeffer, Salz und Muskatnuss mit dem Rührgerät schaumig aufschlagen und kurz stehen lassen
  • anschließend die Masse zum Semmelteig geben und kräftig kneten
  • die Masse muss jetzt ca. eine 1/2 Stunde ruhe
  • in der Zwischenzeit bereiten wir
  • die Speckscheiben, den Lardo vor, zupfen die Salbeiblätter
  • stellen zwei Pfannen auf
  • sowie einen großen Topf mit Salzwasser
  • mit feuchten Händen formen wir nun kleine Knödel
  • lassen das Wasser einmal aufwallen
  • und geben mit der Schöpfkelle die Knödel ins wallende Wasser
  • sobald alle im Wasser sind
  • darf das Wasser nicht mehr kochen
  • nun lassen wir die Knödel 10-12 Minuten gar ziehen.

In der Zwischenzeit:

  • Speck auslassen
  • Butter aufstellen und Salbei gross werden lassen
  • Achtung: unbedingt auf die Temperatur achten, wird schnell zu dunkel und schmeckt dann nur noch bitter
  • Knödel auf vorgewärmte Teller anrichten – mit Speck und der Salbeibutter versehen, einen winzigen Hauch frischen Knoblauch wirkt Wunder
  • leicht mit altem Bergkäse oder Parmesan abreiben
  • servieren und sich glücklich und satt essen.

Dieses Gericht ist ein gehaltvoller Hauptgang und bedarf eigentlich nur einer österreichischen Weinbegleitung.

Die restlichen Knödel habe ich einzel in Frischhaltefolie verpackt und in die Tiefkühlschublade verstaut. (für den nächsten kalten, regnerischen Sommertag).

Viel Spaß beim Nachkochen.

Tipp: wer keinen Graukäse bekommt, kann diese Knödel auch mit Harzer Roller oder Handkäse herstellen.

„Mai servus, ade….“

Der Mai hatte schon ein paar Wonnemonatmomente, aber für mich war er viel zu kalt.

Der Mai war gekommen, doch die Bäume schlugen nicht aus. Es mangelte schlicht an der erforderlichen Feuchtigkeit. Meinen Balkongarten konnte ich erst letzte Woche in Angriff nehmen. Die Pflänzchen lechzen nach Sonne und Wärme in diesen kalten Tagen. Die Chilli- u. Paprikapflanzen möchten am liebsten zurück ins Gewäschshaus, das Basilikum streikt und will abends rein. Der Pflücksalat streckt verzweifelt seine Ärmchen am Nachmittag in die Sonne!

Allerdings war es möglich die Badesaison einzuläuten und ich hatte das Gefühl von dieser Leichtigkeit des Seins, die mir nur der Sommer bescheren kann, ist gekommen , um zu bleiben.

Der Pilsensee war so warm, das Wasser so sanft und die verliebten Krötenmännchen lieferten sich Liebensarien der besonderen Klasse.

Ein paar kleine Ausflüge und eine Kurzreise ins Rheinland und schon war er vorbei der Mai 2022.

Der angesetzte Rhabarbersirup wartet auf seinen Einsatz !

Rhabarber-Sirup im Werden
„Abfüllanlage“

Eisgekühlt, mit Prosecco aufgegossen …

Rezept folgt.

Schöne Zeit!

M. Kuhl

„Bärlauch meets Lamm“

Vor einer Woche war es noch Winter. Mütze, Handschuhe, die Winterjacke wollte unbedingt noch einmal ausgeführt werden. Lustlos stapfte ich durch den viel zu trockenen Wald, begleitet von Graupelschauern.

Aber gestern war es gefühlt Sommer… Leichtfüßig, kurzämlig, die Sonne brannte uns eine leichte Röte ins Gesicht …..

Starnberger See am frühen Nachmittag
soll ich reinspringen – habe ich mich ernsthaft gefragt

Die Bärlauchspitzen strecken sich, die ersten Knospen kann man erwischen, um Bärlauchkapern, Bärlauchbutter, Bärlauchpesto….. herzustellen.

Bärlauch im Zauberwald

So entstand mein schnelles, kleines Rezept:

Lammbällchen an Bärlauchsoße

Lammhackbällchen
Frühlingszwiebel werden angedünstet

Zutaten:

(für 4 Personen)

  • 300 gramm Lammhack
  • Frühlingszwiebeln
  • 100 gramm Bärlauch – frisch geerntet-
  • handvoll gehackte Petersilie
  • 1 Becher saure Sahne
  • Butter oder Bärlauchbutter aus dem Eisfach
  • 1/2 Liter Gemüsebrühe
  • Olivenöl, Butter (weniger ist mehr)
  • 1 Schuß Anisschnaps
  • Gewürze: Salz, Peffer, Fenchelsamen, Schwarzkümmel, eine kleine getrocknete Chilischote

Schwierigkeit des Gerichts ist, das sanfte Braten der Hackfleischbällchen, da auf die Zugabe von Brot,Ei verzichtet wird.

Die kleine Bällche sollten möglichst sanft angebraten werden, aber dennoch Röstspuren bekommen und dann in der Bärlauchsoße garziehen. So werden sie innen weich, außen knusprig

Zubereitung:

  • das Lammhack mit Salz, Pfeffer, gehackerter Petersilie gut vermischen und im Kühlschrank parken (am besten schon am Vormittag)
  • Fenchelsamen, Schwarzkümmel, getrocknete Chilischote in der fettlosen Pfanne leicht erwärmen, bis es duftet
  • den Bärlauch heiß abprausen und mit der Salatschleuder trocknen, auf Küchenkrepp legen
  • die Frühlingszwiebel in kleine Ringe schneiden
  • die Hände einwenig mit Olivenöl versehen und kleine Bällchen aus der Hackmasse formen
  • Pfanne mit einem Eßlöffel Olivenöl, einem kleinen Stück Butter und den angerösteten Zutaten versehen
  • die Frühlingszwiebelringe hinzufügen und bei mittlerer Hitze die Lammhackbällchen rundherum bräunen.
  • dann die Bällchen aus der Pfanne nehme und warm stellen
  • unter Umständen mit einem Küchenkrepp etwas Fett aus der Pfanne nehmen,je nach Beschaffenheit des Lammhack
  • dann die Pfanne mit einem kräftigen Schuß Anisschnaps (Raki, Ouzo) ablöschen.
  • die Gemüsebrühe angießen und einreduzieren lassen.
  • den Bärlauch in einen hohen Becher geben und einenEßlöffel Gemüsebrühe (kalt) hinzufügen
  • dann pürieren und zum reduzierten Soßenansatz geben
  • die saure Sahne -oder auch Schmand – unterrühren , ggfs. noch etwas Brühe hinzufügen.
  • die Hackbällchen in Soße gleiten lassen
  • die kalte Butter hinzugeben
  • es entsteht eine herrliche sämige Soße in der sich die Hackbällche wälzen, bis der Tisch gedeckt ist
  • dazu habe ich gestern Nudeln gemacht, aber Reis, Couscous…oder Brot sind geeignete Beilagen.
Bärlauch-Lammbällchen (Foto vom warmgestellten Teller für das Töchterlein)

Sorry, da Foto gibt nicht die herrliche kräftig grüne, samtige Soße wider. Dem schönen, fotogenen Teller konnte Gö-Ga wieder mal nicht widerstehen. Die aufgewärmte Variante war aber immer noch sehr, sehr lecker.

Gutes Gelingen , bis bald

M. Kuhl

„Vogelgezwitscher…. „

(Werbung , da Namensnennung)

Ab dem Morgengrauen, so gegen 5.OO Uhr setzt es lautstark ein Vogelgezwitscher, mal schrill , mal leise mal selbstbewußt…

So sehr ich mich bemühe, die einzelnen Vogelstimmen erschließen sich mir nicht.

Erbarmungslos scheint die noch „kalte“ Sonne und die noch vorhandene Kälte der Nacht, teilt unmissverständlich mit, es ist noch nicht richtig Frühling ist.

Meine mediteranen Kräuter haben den Winter gut überstanden, die Tulpen und Zierzwiebeln lupfen aus der Erde.

Seit Wochen treibe ich mich rum. Großeinkauf beim Asiaten, Spezialitäten aus der Gegend von Rosenheim (Essig, Spezialsalz u. vieles mehr) , Käse aus Tirol usw. …

Ja und dann genieße ich es Konzerte, Theater und diverse Restaurants aufzusuchen.

Ausgiebig mit Freunden ratschen, essen einen guten Schluck und ich stelle fest – andere sicher auch bei mir – diese Pandemie ist nicht spurlos geblieben. Das bedeutet noch mehr körperliche Bewegung. Schwimmen, Radeln, lange Spaziergänge gehören zu meinem ruhelosen Alltag. Es ist einfach wunderbar!

gefüllte Zucchiniblüten – leicht fritiert
Knurrhahn-Eintopf

Zurück zu meinen Beutezügen:

Bio-Rausch so nennt sich die Firma. Dieser Orangen-Apfelessig ist das „Geheimnis“ meines Kartoffelsalats. Meine Freundin Mona hatte mir diese dekorative Flasche als „guten Aperitiv“ geschenkt.

Trinkessige sind milder im Geschmack als herkömmliche Essige, da ihr Säuregehalt maximal bei sechs Prozent liegt. Sie bereiten den Gaumen aufs Menü vor oder unterstützen nach der Speisenfolge die Verdauung. Aperitif- oder Digestifessige können auf Wein-, Frucht- und Honigbasis hergestellt werden. Klassische Fruchtaperitifessige sind Apfel- und Birnenessige. Aber auch Himbeer-, Johannisbeer- oder Quittenessige eignen sich wunderbar als…..

Mich haut diese „Menüfolge“ ehrlich gesagt nicht vom Hocker – aber bei der Zubereitung diverser Speisen sind diese Essige einfach der Hammer.

https://biorausch.com/

„meine Lieblinge von Biorausch“

Natürlich koche, backe „brutschele“ ich täglich und habe vieles so organisiert, dass ich nicht ständig in der Küche angekettet bin.

Tipp: Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Bohnen, Linsen jedweder art) sind feste Bestandteile meines Wochenspeiseplans.

Die Hülsenfrüchte aus der Dose mag ich ich gar nicht!

Brav weiche ich die Hülsenfrüche ein und gare sie dann fix im Schnellkochtopf. So stehen die Bohnen, Erbsen, Linsen immer bereit für ihren Einsatz. (je nachdem entsteht ein Curry, ein indische Dal-Variante, ein Eintopf)

Ein gutes Drittel verarbeite ich dann zur wohlschmeckenden Paste, welche als Aufstrich, Bindemittel für Soßen, ob warm oder kalt gerne auch zum Pfannenbrot gegessen wird.

Die Rezeptur basiert eigentlich auf meinem Humusrezept und wird immer abgewandelt : Thunfisch in Wasser mit pürieren, fein gehackte getrocknete Tomaten hinzufügen, Meersalzflocken… siehe nachfolgender Link

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20731560

oder: indische Gewürze, Knoblauchzehe, Koreander frisch

Linsen-Curry-Paste mit Ingwer und Kurkuma

asiatische Variante mit Zitronengras, Chilli, Limonensaft

zur Zeit ist bei mir der Bärlauchhumus sehr gefragt.

In Marmeladengläser füllen, mit einem Schuß Olivenöl versiegeln.

So hält sich der Aufstrich gut eine Woche und ist auch ein willkommenes Mitbringsel.

Themenwechsel: Leseempfehlung Jonathan Franzen Crossroads

Dieser Roman hat was. Einerseits spiegelt er das nackte Leben und beschreibt schonungslos und dennoch gefühlvoll die einzelnen Charaktäre einer an für sich durchschnittlichen Familie…

Schaut Euch das Wetter an! Mein Rosmarin hat so schöne Blütenknospen angesetzt und muß jetzt diese weiße Last ertragen.

Kochen werde ich heute eine schöne, lange geköchelte Rindsbolognese mit gutem Rotwein, italienischen Tomaten (aus der Dose und getrockneten Tomaten), mit einem schönen luftgetrocknetem Guanciale, die Kräuter werde ich vom Schnee befreien – alles schön vor sich hinköcheln lassen.

Lesen Rotwein genießen und inständig hoffen, dass der Frühling wieder kommt.

Genießt den Frühling – bis bald

M. Kuhl