"italienische Küche, dolce vita "

Seid einer Woche bin ich wieder daheim – es fühlt sich fremdartig an – es ist kalt, die Stadt ist voll, hektisch und ein kleinwenig lukt der freche Herbst schon über die Blechdächer…..

Spontan habe ich meine Freunde zu einem italenischen Abend eingeladen, gegrilltes Gemüse, Käse, Schinken, Salami, Spagetti-Vongole bzw. mit den Früchten des Meeres und eine Feigen-Panna Cotta , Wein aus Umbrien …. DSC02178

Festgestellt haben wir eines, man kann den Urlaub nicht wirklich verlängern…, aber schonmal vom nächsten träumen.

Für mich ist es immer schwer „Ruhe zu geben“, wie meine Familie immer von mir verlangt. Tausend Dinge möchte ich erledigen, anschauen und dann noch wandern, schwimmen…..
Bei 41 grad wird man zur Ruhe gezwungen.
Die Einheimischen in dem kleinen Städtchen im Cilento schauten mir kopfschüttelnd nach, als ich bei 41 grad um 15.OO Uhr nachmittags zum Ortsstrand lief, um endlich zu schwimmen, dem Meer „Hallo“ zu sagen.
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Die wenigen steilen Treppen auf dem Rückweg waren enorm schweißtreibend und meine Sehnsucht nach einem Schattenplatz wuchs beträchtlich.
Hier träumte ich dann, ja Feigen gibt es viele im Garten unseres Vermieters….
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Der Traum ging in Erfüllung und nach einem Ausflug in ein kleines landestypisches Geschäft, wo es alles zu kaufen gibt vom Einmachglas bis zum Kochtopf, Sonnenmilch, Putzmittel, Elektrokabel u. vieles mehr, war ich um 2o Marmeladengläser reicher und es konnte losgehen.

Mein Scario-Feigenchutney – rot – oder grün je nach Feigenart.

Zutaten:

1000 g frische reife Feigen
3-4 frische scharfe Peperocini – rund – mit Kerne
1 große rote Zwiebel oder Schalotten, je nach Verfügbarkeit
120 ml Weissweinessig
60 ml alten schönen Balsamico
500 gramm braunen Rohrzucker
ehrlich gesagt, ich habe die Essigmengen je nach Gefühl hinzugegeben, denn über Messbecher verfügte ich vor Ort nicht.

Zubereitung:
Feigen gut vorbereiten und vierteln. Zwiebeln klein hacken und die Peperocini klein schneiden.

Einen bauchigen, Topf aufsetzen und den Zucker fast karamelisieren lassen, bevor die Feigen hinzugefügt werden können. Nun die Zwiebel und die scharfen roten Peperocini hinzufügen.
Mit Balsamico und Weissweinessig ablöschen und reduzieren lassen, bis ca 1/3 verdampft ist.Zügig in vorbereitete Marmeladengläser füllen und verschließen.

So entsteht eine herrliche Feigensoße zu Fisch, Fleisch oder Käse aus wenigen Zutaten, die sich zu einem Geschmackserlebnis der besonderen Art zusammenfügen.
Immer noch waren Feigen da und diese herrlich, fleischigen Pfirsiche, so aromatisch und gerade zum essen, nicht zu weich und nicht zu hart – so endstand meine –
Rote Feigen-Pfirsich-Marmelade

Zutaten:
750 gramm rote Feigen
250 gramm Pfirsich geschält
500 gramm Gelierzucker
1 Zitrone
Zubereitung; Obst vorbereiten und gut mit dem Gelierzucker vermischen, ruhig etwas beiseite stellen.

Dann sprudelnd kochen lassen und stets umrühren, Saft einer Zitrone hinzufügen. Nach ca. 4-5 Min. geliert die Marmelade- immer Geliertest machen –
und sie kann in die heiß ausgespülten vorbereiteten Marmeladengläser gefüllt werden.

Nach 20 Gläser hatte ich aber genug von der Kochaktion, zumal mein Induktionsplatte trotz diverser Adapter nicht funktionieren wollte und ich auf einem Gasherd noch nie Marmelade gekocht hatte. Fazit es ging super schnell mit dem Gasherd in Italien. Nur das Abfüllen gestaltete sich etwas schwierig.

Viel Spaß beim Nachkochen.
Die italienische Küche ist eigentlich keine große Kunst. Gänzlich wird auf Soßen verzichtet, man nimmt einfach das Beste, ob Tomate, Käse, Fisch, Obst, Gemüse und daraus versucht man so viiiiel wie möglich zu machen. Alles wird verwendet und aus allem zaubert man schmackhafte Speisen … Die eigentliche italienische Küche ist eigentlich eine Bauernküche und ganz wichtig ist das Olivenöl. In kleinen Läden habe ich am besten eingekauft und eine betagte Italienerin gefragt , was denn für sie das beste Olivenöl sei. Ausschweifend mit Händen und Füßen hielt sie mir einen Vortrag über Olivenöl und wir begaben uns auf die Suche nach dem besten Olivenöl des Cilentos.

Der Weg führte uns in ein kleines Dorf, nach mehrmaligen Fragen und vergeblichen suchen und wenden, wollten wir schon aufgeben.
Ein junger, hübscher, verschlafener Italiener kam und öffnete uns ein Stahltor – hier wurde das Olivenöl produziert. Erst mal mußten wir von dem intensiven , wunderbaren Öl kosten, bevor wir es kaufen konnten. Leider reichten unsere Sprachkenntnisse nicht um ausführlich über die Nudelherstellung, die er offenbar auch vornahm uns zu unterhalten.
Das verwendete Mehl ist von besonderer Güte und die Nudeln seien sooo gut.
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Eines habe ich gelernt, die Nudeln sind immer soo schön al dente, weil sie auch einem höheren Griesanteil bestehen. Irgendwie habe ich mich auch nicht so richtig getraut zu fotografieren aber hier das konnte ich mir nicht verkneifenIMAG0176