Aus Deutschen Landen….

Vergangenes Wochenende war ich mit meiner Freundin Marion nach Bad Wiessee aufgebrochen.
Wir wollten einfach mal ein paar Tage ausspannen – Neudeutsch „Wellness“.
Dies ist ja in meinem Alter eine beliebte Freizeitbeschäftigung der Damen. Bei Massagen, Kosmetikbehandlungen entspannt es sich bekanntlich herrlich.

Für eines haben wir gesorgt, wir haben den Altersdurchschnitt der Besucher des herrlichen Tegernseertals erheblich gesenkt.
Mit der BOB reisten wir nach Bad Wiessee unsere „Hackenporsche“ waren zum bersten gefüllt mit Sportsachen, Bade…, ein nettes Oberteil für abends…., Lesefutter, einwenig Reiseproviant , auch in flüssiger Form.

Einziger Wehrmutstropfen – es regnete Bindfäden – von Freitagmorgen – bis Samstagmittag unterunterbrochen…
Die Holzarbeiten an unserem Balkon betrachte ich als typisches Wahrzeichen der oberbayrischen Bauernhäuser DSC01030DSC01029
Das familiäre, gepflegte kleine Hotel hatte eine kleine Suite für uns hergerichtet, allerliebst und großzügig. Festgestellt habe ich an mir, dass ich immer mehr Platz benötige. Wie schön war es, dass wir jeder einen Kleiderschrank, Kommode… befüllen konnten.
Komisch, was man alles braucht, div. Ladegeräte, Brillen und die Badutensilien…
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Es regnete und wir besuchten die kleine Sauna und das Hallenbad. Meiner Freundin hatte es die Infrarotkabine angetan. Genau nach Anweisung hockten wir in der Kabine und wechselten das „Licht“. Ich glaube man muß dran glauben – gut für Geist, Körper, Energie, Schmerzen, Erotik…. unendlich könnte man die Liste fortsetzen.
Bei einem guten Tropfen genossen wir bei dem Wetter einen Tafelspitz in dem kleinen Restaurant . Natürlich hatte ich etwas zu meckern, die Meerrettichsoße war mir einwenig zu mehllastig, aber das Gemüse, die Kartoffeln waren in der Brühe gegart. Das heißt nicht die ganze zeit mitgekocht, sondern zum Schluß hinzugefügt und waren herrlich durchgesogen von der guten Rinderbrühe und hatten genau die richtige Konsistenz.
Das Fleisch war zart, aber mein Tafelspitz hat keine Faser.

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Das Hotel verfügte über keine Bar – schade – . Aber wir hatten noch etwas von unserem Reiseproviant und verzogen uns gegen 22.OO in unsere gemütliche Suite.
Auf dem riesigen Balkon sogen wir die kalte Nachtluft ein und begannen mit dem „Abdekorieren“
Unglaublich habe ich gedacht, wie lange es dauert bis, Wimpertusche, Augen-make up….
entfernt, Nachtmaske aufgelegt…
Sind wir schon dem reinen Narzissmus total verfallen. Übersteigerte Eitelkeit ??, Selbstverliebtheit… oh, je .
Ach Quatsch, eine normale gute Pflege hat keinem geschadet.
Am Samstagmorgen frönten wir dem Narzissmus pur – Gesicht, Hände , Füße – Es dauerte Stunden!!
Aber immer noch war es am Samstagnachmittag kühl und nass, überall riesige Pfützen.
Schnell paßten wir uns dem Tourismusverhalten der betagten Gäste an.
Hoffentlich kennt mich keiner, dachte ich als ich das Schiff der bayrischen Flotte bestieg.
Wo ging die Fahrt hin, natürlch in das Tegernseer Bräustüberl.
Meine Freundin schwelgte in Erinnerungen……
Hier gab es ein ganz besonders süffiges Bier….
Wir haben das dunkle und das helle getestet…, einer Traumhochzeit aus dem Rheinland zugeschaut, Obatzter (angemachter Käse ) genossen.
Eigentlich auch schöööönDSC01050DSC01052
Viel besungen, beschrieben, der Stolz des Tegerseertals, Geschichten ranken sich um Brauchtum und Fortschritt. Aufgefallen ist uns, die Tracht wird selbstverständlich getragen, nicht nur zur Verkleidung, wie wir es bei so manchen Touri schmunzelnd feststellen konnten.
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Schnell verging die Zeit und wir bestiegen das Schifferl nach Bad Wiessee.
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Mit einem großen Frühstück am sonnigen Tegernsee beendeten wir unsere kleine „Verschönerungsreise“ Servus, vielleicht wenn wir mal älter…, ach doch mal in die Seesauna , Radeln, Wandern.. Das könnten wir ja schon einmal planen, wenn wir noch nicht sooo alt sind.DSC01068DSC01073 (1)

Aus Deutschen Landen ….

Der Frühling reizte mich am Wochenende zu einer ausgiebigen Fahrradtour an Gelbach, Lahn, Mosel…… Gut ausgerüstet starteten wir bei herrlichem Wetter mit unserem feuerroten Mobil in Richtigung Westerwald /Rheinland-Pfalz.
Bei meinem Fahrradhändler, mit dem ich praktisch aufgewachsen bin, waren wir gegen Mittag.
Nagelneue Leihräder konnten wir in Empfang nehmen, d.h. mein Fahrrad hatte ich mitgebracht und so starteten wir über Montabaur, talabwärts durch das zauberhafte Gelbachtal. Die Vögel präsentierten uns ein herrliches Konzert, die stolzen Reiher flohen vor uns und die Greifvögel schwangen durch die Lüfte, der Duft von blühendem Holunder…
Genüßlich, immer leicht abwärts rollten wir glücklich dahin. Ein paar kleine Steigungen nahmen wir mit Elan und erreichten am Nachmittag unseren kleinen Winzer an der Lahn in Obernhof.
Schon mit meinem Großvater hatte ich hier gesessen….
Hier wurde schon immer philosophiert, politisiert und… Wein getrunken. Der Wein war schon etwas „trockener“, mit anderen Worten eigentlich sauer und mein Großvater bevorzugte den guten Schnaps. Die Zeiten haben sich geändert. Der Sohn versteht was von seinem Handwerk und hat prämierte Weine zu bieten, die sich sehen lassen können. Seine Weinberge umfassen ca. 2
Ha. 1200 Arbeitsstunden muß er nur für die Arbeit in den Steillagen investieren. Seine Frau unterstüzt ihn tatkräftig und manchmal gelingt es ihm den richtigen Zeitpunkt für die Lese so zu steuern, dass sein Wein prämiert wird. Er ist ein stolzer, wenn auch manchmal in sich gekehrter, wortkarger Winzer. Unsere Freunde staunen nicht schlecht, die „Winzerbrotzeit“
bestehend aus Hausmacherwurst und gutem Brot ist göttlich. Die Portionen riesig. Die Damen teilen sich eine Portion. Solide, tradionelle Metzgerware, wie man sie kaum noch findet.DSC00975
Herrlicher, frischer, leichter Lahnwein zum EinstiegDSC00976DSC00974
Die Zeit vergeht in Fluge, wir trinken uns durch die kleine aber ausgesuchte Weinkarte und sind seelig. Ein Gewitter zieht auf und wir beschließen die Rückfahrt durch die Serpentinen des Gelbachtals zu verschmähen. Ein kurzer Anruf beim Nachbar meiner Mutter. Erwin fährt uns und unsere Räder sicher an unsere Basisstation im Gelbachtal – Bladernheim – zurück.
Wir schlafen gut, keine Großstadtgeräusche, nur die Vögel wecken uns in der Früh.
Nach einem ausgiebigen Frühstück möchten wir den Oberwesterwald erkunden. Auf einer stillgelegten Bahnstrecke möchten wir nach Westerburg radeln.
Nach ca. 20 km Fahrt erreichen wir unsere Einstiegsstelle. Die Luft ist frisch, es geht ein kalter Wind. So kenne ich es, hier pfeifft der Wind so kalt….
Die Landschaft ist hügelig, bewaldet und wir haben den Eindruck, fast menschenleer.
Die Dörfer haben ihren eigentlichen Dorfkern verloren. Riesige Neubauten , teils im mediteranen Stil, groß wuchtig, mit riesigen Gärten.
Schnell sind wir in Westerburg am Bahnhof. Toll renoviert „Alt“ u. „Neu“ miteinanderverbunden, aber keine Menschen. Es ist ca. 11.OO Uhr und wir beschließen zurückzufahren.
Mitten in einem Dorf finden wir einen „Italiener“.
Wir parken unsere Räder. Gerade wollen wir Platz nehmen – keine weiteren Gäste sind zu sehen-, ein künstlich erbräunter Kellner weist uns darauf hin, dass wir die Räder da nicht stehen lassen können. „Hinter dem Haus, haben wir einen Radständer, bitte benutzen Sie den!“
Nein da nehme ich nicht Platz. Mein harmonieorienter Ehemann macht ihm unmissverständlich klar, dass wir die Räder dort stehen lassen. Plötzlich ist er sehr freundlich und lächelt so gar einwenig.DSC00981

Die Chefin will uns in die italienische Küche einweisen, wir gehen auf keine Diskussion ein, denn schließlich leben wir doch in der nördlichsten Stadt Italiens – aber davon versteht sie nichts- Wir bestellen Salat, Pizza, Pasta u. werden überrascht, das hätten wir hier nicht erwartet, wenngleich die Pizza mein Sohn besser macht , aber der Steinofen fehlt offentsichtlich hier. DSC00986
Die Sonne kommt heraus und erwärmt einwenig unser Herz für den Oberwesterwald.DSC00989DSC00990
Die Pasta ist richtig gut und gut gestärkt radeln wir weiter.
Überall „Bauplatz zu verkaufen“ in jedem Dorf. Die Gemeindekassen brauchen Geld, die Stadtflucht belastet die Dörfer…, da kann der Bauplatz noch sooo preiswert sein.

Wir beschließen die Radtour am Nachmittag an der Mosel fortzusetzen.
Fortsetzung folgt!
Ein kleiner Einblick vorabDSC00991DSC00993 Neugierig??

In Winningen an der Mosel parken wir und versorgen uns mit Wasser, Wasser. Sehr warm ist es, die Ausflugschiffe sind gut gefüllt. Reges Treiben herrscht in dem vom Wein geprägten Ort.
Der Radweg geht direkt durch die Weinberge und hat auch ein paar nette Steigungen auf Lager.
Uns kann das nicht beeindrucken, die neuen Leihräder haben 27 Gänge u. meine kleine „Bergziege“ verfügt über eine tolle Übersetzung und die Gangschaltung ist perfekt eingestellt. Die Sonne brennt uns auf die Stirn. Der Ausblick entschädigt, steile Weinberge , der Schiefer reflektiert die Sonne, Reben, Reben, so weit das Auge schaut. Kein Meter wird verschenkt, bis in die letzte Ecke des Berges reihen sich die Reben.
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Wir radeln die Mosel „aufwärts“ begleitet von der Bahnlinie, den Weinbergen und der Mosel.
An diesem warmen Nachmittag gehört der Radweg uns. Wir können gemächlich nebeneinander her fahren, ratschen, die Landschaft genießen.
Man hat das Gefühl in Frankreich oder im Süden zu sein, den die Luft ist warm, es riecht nach Schiefer…
Die kleinen Orte wirken verschlafen, überall Weinprobe…
Einwenig bleibt die Zeit stehen.DSC01005DSC01004DSC01006
In dem beschaulichen Ort Leimen kehren wir am Ende des Ortes ein. Wir werden freundlich begrüßt, im Garten wachsen Feigenbäume, es ist heiß. Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen unter der Markise. Die Bedienung ist aufmerksam und unglaublich schnell. Sie weiß was Radler brauchen – zunächst einmal Wasser, Wasser.. und dann??DSC01001 Ein schöner Moselriesling, wer kann da widerstehen.

Der Tag war schon weit fortgeschritten, lachend radelten wir nach Winningen zurück, allerdings konnten wir nicht widerstehen , soviele kleine Winzerhöfe laden zum weilen ein…DSC01009

Viel zu schnell verging die Zeit und schon war es Sonntag. Heute wollten wir den Lahn-Radweg ein Stück ergunden. Ein Traumtag. In Nassau gingen wir auf den Radweg, der teils unmittelbar am Fluß bzw. durch Laubwälder, Wiesen führt. Riesige Raubvögel sahen wir im Sturzflug, beschauliche Weiden mit gefleckten Kühen, Fachwerkhäuser…
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Dann waren wir in Bad Ems. Geschichtsträchtig, gewaltig. Traditionell gilt Bad Ems als „Das Heilbad für Katarrhe und Asthma“ und deren Folgezustände. Es verdankt seinen Ruf vor allem seinen Quellen, die nach dem Mediziner Hufeland zu den alkalisch-muriatischen Säuerlingen zählen und als Thermen die einzigen dieser Art in Deutschland sind. Im Quellwasser finden Hydrogenkarbonat sowie Chlorionen, Na-Ionen und 1 bis 2 g CO2, insgesamt also 4 g gelöste Substanzen. Die Thermalsäuerlinge zeigen hier eine Bandbreite zwischen 27 und 57° C. Darüber hinaus existieren auch etliche kalte Säuerlinge, also in Temperaturen unter 20° C.
Dieses Wasser mußte ich als Kind oft trinken, es schmeckt fürchterlich.
Ich verzichtete auf den „Genuß“. Mein Mann und unsere Freunde stärkten sich mit dem schon eigenartig schmeckenden warmen Wasser. Der Kurort wirkt verlassen, das Kurkonzert findet trotzdem statt, aber nur mit drei Musikern…DSC01017DSC01018DSC01019
Plötzlich zieht es zu, die Wolken verdichten sich, leicht fängt es an zu regnen. Es ist aber immer noch sehr warm. Mit sportlichem Ergeiz radeln wir zurück nach Nassau, es hat aufgehört zu regnen und wir sind durch den Fahrtwind schon wieder „trocken“.

Natürlich besuchten wir zum Abschied noch mal unseren Lahnwinzer, genossen den herrlichen Winzersekt. „Die Trauben sind aus 2007, gestern habe ich ihn von der Hefe gerüttelt“,
In unser feuerrotes Spielmobil passen natürlich ein paar Fläschchen für laue Sommerabende…
Meine Freundin will ihr Fahrrad gar nicht mehr abgeben.
Viel zu schnell verging das Wochenende, irgendwie war es doch schön …..
Wir nehmen uns fest vor, das nächstemal den Rhein-Radweg auszuprobieren – Aus Deutschen Landen …..

„Speisekammer im Frühling – Sommer“

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Der Frühling und kommende Frühsommer erfordert eine andere „Speisekammer“. Keiner möchte mehr dieses Hartgemüse schnippeln, Kohl, Wirsing, Blaukraut können jetzt mal für eine Weile vom Speiseplan verschwinden.Die Menschen drängt es nach Draußen. Ausgiebige Radltouren, Wanderungen, die Badeseen locken bald mit erfrischendem Bad. Wer will da schon lange in der Küche stehen.
Ich möchte frisch geschnittenes Gras riechen, den Duft des Frühlings einfangen… Draußen schmeckt vieles anders, intensiver. In unseren Breitengraden muß man das schöne Wetter ausnutzen!
Speisekammer im Frühling-Sommer:

Gemüse: Gurke, Tomate, Zuccini, Kohlrabi, Spargel, grüne Salate, Paprika, Auberginen,
Fenchel, Egerlinge, Knoblauch – hier immer wieder variieren –

Vorrat: Bulgur, Couscous, Weizen, Nudeln, später auch Kartoffel aber immer nur 2-5 kg

Basisbestand: gutes, kaltgepresstes Olivenöl, guten Balsamico, Feigensenf, Chutney aus dem
Vorrat, Dijon-Senf, Kräuter aus dem Garten oder Balkon:
Basilikum, Zitronenmelisse, Zitronenthymian, Salbei, Oregano, Minze, Petersilie
Waldmeister, Rosmarin, Schnittlauch
teilweise überwintern diese Kräuter
Diese Kräuter pflanze ich in Töpfe oder auch in Kästen , sie blühen, duften u.
können auch zwischen Balkonpflanzen gedeihen. Allerdings verwende ich dann
keine Blumendünger. Dieser kleine Kräutergarten bereichert jeden Salat, viele
Nachspeisen und steht einfach zur Verfügung.

Fleisch:  Ochsenlende, Lamm,  Schweinefilet, hin und wieder verschiedenes Hack gemischt oder auch vom Lamm
Das Rind- bzw. Lammfleisch pinsele ich mit gutem Olivenöl ein, streue ein paar frische Kräuter über das Fleisch und
verpacke es fest mit Frischhaltefolie. So kann das Fleisch reifen und wird butterzart, wenn  es gegrillt wird.
Fisch:
Auf dem Heimweg oder nach dem morgendlichen Joggen, ich  persönlich ziehe einen
ausgedehnten Spaziergang an meiner geliebten Isar vor – , ist der Fisch schnell
besorgt und kann so mit den Kräutern, Zitrone, Knoblauch gefüllt werden u.
ist in kürzester Zeit gegrillt.

Obst: Erdbeeren, Rhabarber, Beeren . Hier orientieren wir uns immer danach, was ger-
ade heranreift und ergänzen ggfs. mit Melonen aus Italien oder der Türkei.

Basisvorrat: Schinken, Salami, Käse
eine gute Salami, luftgetrocknet, ein guter Schinken, Pecorino, Parmesan
auf Aufschnitt, Wurst kann man in der warmen Jahreszeit leicht verzichten

Mit einwenig Organisation läßt sich die Frühjahrs- u. Sommerküche super organisieren u. auch bei Bedarf einpacken und bei einem Picknick genießen, mit einem gutgekühlten Weißwein oder einem guten Roten.
In den kommenden Monaten verlegen wir die Küche nach Draußen, verlieren keine wertvolle Zeit mit Einkäufen im Supermarkt, das Gemüse ist schnell besorgt und hält sich locker eine Woche.

Wir bereiten uns Couscous- Bulgursalate vor, die wir nur aus dem Kühlschrank entnehmen und die Gemüsevorspeisen warten auch schon verzehrt zu werden.
Wie auch im Winter reicht ein kleiner Basiskochtag völlig aus, um uns leicht, frisch und lecker zu ernähren.
Viel Spaß beim Einkaufen auf den Märkten .

Rezepte und Anregungen  unter

http://www.kuechengoetter.de/community/kochbuecher/kurbis/Outdoor-Kueche-1670960.html

"Frühling spannt sein blaues Band……

Der Viktualienmarkt an diesem Wochenende ist in Frühlingslaune, Spargel, Spargel, Erdbeeren, Artischocken , Wildsalat, Spinat was das Herz begehrt…..
DSC00893DSC00894 Gegen Mittag schieben sich die Menschen über den Markt und bestaunen das vielfältige Angebot. Das laue Lüftchen tut sein übriges und jeder kann sich glücklich schätzen einen Platz gefunden zu haben unter den blühenden Kastanien mit einem kühlen Bier …… Das schon fast musikalisch anmutende Raunen und Klingen der Bierkrüge verbindet sich mit dem Duft der vielen Köstlichkeiten, die man rund herum erstehen kann. Gerne lasse ich mich einwenig treiben….DSC00897DSC00898
Spargel bestimmt den Markt. Irgendwie kann man sich gar nicht entscheiden, welcher Spargel ist denn nun der beste. Viele schwören auf den „Schrobenhausener“, andere auf den aus Franken…. Ich habe den Eindruck, dass man überall etwas Sand aufschüttet und ein Spargelanbaugebiet schafft, um sich am schnellen Geschäft mit den weißen Stangen eine Scheibe abschneiden zu können. Jedes Jahr gibt es mehr Spargel hat man den Eindruck. DSC00891DSC00887
Am liebsten kaufe ich den Spargel direkt beim Bauern, in einem Spargelanbaugebiet mit Historie. Hier kann ich den Spargel mit dem Fingernagel mal anritzen und auch die Stangen gegeneinander reiben bis sie „quitschen“, denn so teste ich die tatsächliche Frische des Spargels. Den grünen Spargel liebe ich besonders, er braucht fast nicht geschält zu werden und sollte meiner Meinung nach stehend, feucht gelagert werden. Dieser grüne „bayrische Spargel“ ist ein echter Genuß und die Spitzen zu einem Risotto verrührt – unwiderstehlich –

Mein Radl parke ich mitten auf dem Markt und habe noch ein paar Besorgungen zu erledigen, schnell einen Blick in mein geliebtes Haushaltswarengeschäft, wo sich der berühmte Lafer die Ehre gibt und für die „Schalker-Fans“, so scheint es mir, eine Kochvorführung macht.
Dicht gedrängt mit offenen Mündern stehen die Menschen dicht gedrängt und staunen, was Lafer alles zaubern kann. Sicher werden sie die empfohlende Pfanne gleich mitnehmen und bitter enttäuscht sein, wenn die Röstis , dann doch nicht „wie beim Lafer“ schmecken. DSC00909

Meine Einkäufe und Erledigungen ziehen sich hin, immer noch stehen auf meiner Liste:
Eier, Erdbeeren, Kräuter , Artischocken, Zitronen, Trüffelpecorino.
Ach, dann kann ich ja an der 16.OO Uhr Aktion am Gemüsestand teilnehmen.
Hier an einem der besten Obst- u. Gemüsestände kann am ab 16:00 zum halben Preis einkaufen.
Kurz vor vier bilden sich schon lange Menschenschlangen, vor dem Obst, vor dem Gemüse ….
Geduldig reihe ich mich ein, hier kann man echtes Marktgefühl spüren. Vor mir steht eine nette, junggebliebene Endsechzigerin, gepflegtes Äußeres, dezentes make up, sportlich gekleidet. Fachmännisch prüft sie den Spargel, die frischen Salate… und fachsimpelt über die „alten und neuen Kartoffel“ …. Doch plötzlich wird sie sehr ungehalten. “ Sie, sie sann auf dem Vikutalienmarkt, hier werden sie bestens bedient, bitte lassn doch die Finger vom Gemias…“ Die Frau schaut auf und patzt zurück: „Was geht das Sie an ?“, und wühlt weiter mit ihren Händen im Obst und Gemüse. Das läßt sich eine Münchnerin nicht gefallen, forsch schreitet sie zur Tat und haut der Gemüsetasterin kräftig auf die Finger. „Dreimal habe ich es gesagt, jetzt langts fei „, der Mann hinter mir beleidigt die Dame und nun muß ich mich doch einmischen. Der Herr gehört zur der raffenden Frau, natürlich. Sie möchten doch sicher alles was die da angefaßt haben kaufen… “ Schimpfend verlassen sie daraufhin das Terrain und der Markfrieden ist wieder herstellt. DSC00886DSC00899
Schmunzelnd und zufrieden radele ich mit meiner Marktbeute heim, wunderschöne Artischocken, duftende Zitronen, Käse, Deutsche Erdbeeren aus Baden und freu mich auf einen kühlen Weißwein und einen gemütlichen Kochabend. Meine Familie hat mich sicher schon vermißt, denn so lange kann sich doch kein Mensch auf dem Viktualienmarkt aufhalten!
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