„November servus, ade… „

(ohne Worte)

Einblick in die bayrische Landgasthauskultur.

In der stillen Hoffnung, dass sie uns erhalten bleibt. Was wären wir ohne das Ganserl , dem Schweinebraten, dem Spofackerl ….. in geselliger Runde

kulinarisches aus heimischer Küche und Gasthaus im November 2021

„Seelenwärmer für Suppenkasper…“

Küchenplan für eine nasskalte Dezemberwoche

Natürlich stehen hier meine Suppen im Vordergrund. Nichts ist schneller gekocht und bietet diverse Möglichkeiten der klassischen Resteverwertung.

Diese Woche möchte ich Euch meine Eintöpfe, Suppen an’s Herz legen.

Markklößchensuppe

  • das Sonntagssüppchen meiner Kindheit
  • fast in Vergessenheit geraten
  • wenn es ganz festlich zuging noch mit Eierstich …

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20727680

Markklößchensuppe

Die Suppenknochen bzw. Markknochen muss man heutzutage vorbestellen beim Metzger.

Tipp: ich bestelle mir immer auch Kalbsmarkknochen mit für das berühmte Risottogericht (alla milanese) anstatt Olivenöl verwende ich zum Ansatz das ausgelassene Mark der Kalbsknochen.

Eintopf mit oder ohne Einlage

(Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Gemüse…. )

aufgewärmt schmecken sie einfach nochmal so gut.

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20730315

Tipp: diese Eintöpfe eignen sich auch hervorragend zum Einfrieren und sind

schnell aufbereitet, wenn unerwartet die Esser einfallen.

Tipp: Hülsenfrüchte im Dampftopf vorkochen ohne Salz , so spart man sich das lästige Einweichen

Experimentieren Sie mit Gewürzen je nach Jahreszeit (Safran, Zimt, Chilli, Kümmel….) Limone, Zitronen sorgen für die Frische.

Ein selbstgebackenes Pfannenbrot macht so manchen Eintopf salonfähig.

Die selbstgezogene Brühe (Gemüse, Fleisch, Fisch) bietet immer die Basis für eine wunderbare Suppe.

Gerade simmert (lächelt) meine Wildbrühe vor sich hin. Vielleicht gibt es ja eine …. Wild-Consommé mit Trüffelnocken..

Eine schöne Adventszeit und genießt das Backen, Kochen…

M. Kuhl

„Winter-Kürbis-Knödel“

(Werbung da Namensnennung)

Schneegestöber, nasskalt…. , kein Adventszauber in Sicht.

So bleibt mir Zeit für meine Küchenexperimente.

Schon länger schwebte mir ein Kürbisknödel vor, der fluffig, gutgewürzt, d. h. anders halt, wie wir es sonst gewohnt sind.

In meinem Vorrat fand ich einen herrlichen, großen Muskatkürbis, der mich geradezu anlachte.

Ein echter Winterknödel sollte es sein, zum Braten, zum Wild, zum Geschnetzelten sich anschmiegen lassen.

Hier mein „Winter-Kürbisknödel“

Zutaten:

  • 6 bzw. 7 Semmel vom Vortag
  • 3 Eier
  • ca. 350 gramm geriebener Muskatkürbis
  • 2 Eßlöffel Mehl
  • 60 gramm Butter
  • 30 gramm geriebenen Parmesan
  • gehackte Petersilie (1/2 Bund)
  • 3Schalotten
  • 180 ml Milch
  • Gewürze: Steinsalz, 4 Nelken, 2 Lorbeerblätter, Safranfäden, 3 Pimentkörner, 1 Teelöffel schwarze Pfefferkörner, Muskatnuß
  • Semmelbrösel für den Fall, dass die Knödelmasse zu weich sein sollte

Zubereitung:

zunächst schneiden wir die Semmel in dünne Scheiben

den Kürbis lassen wir durch die Küchenmaschine

  • nun setzen wir die Milch auf und geben die Gewürze hinein
  • (Nelke, Piment, Pfeffer, Lorbeerblätter, Safran)
  • die Milch sollte gut heiß sein und durchgezogen sein
  • bevor wir sie über die Semmel verteilen
  • einmal gut durchmischen und beiseite stellen
Gewürzmilch

fein geraspelter Muskatkürbis
  • die Schalotten und Petersilie werden fein gehackt und in der Butter angeschwitzt, leicht salzen
  • jetzt geben wir die Kürbisraspel hinzu, ggfs. ist es erforderlich etwas Flüssigkeit zu mindern (kurz auf ein Sieb schütten und abtropfen lassen)
  • die Kürbismasse wird nun auf mittlerer Stufe kurz angeschwitzt
  • (bitte nicht zu einem Brei werden lassen!) und dann zur Semmel-Milchemasse gegeben
  • mit Steinsalz, Muskatnuss nochmal abgewürzt, der Parmesan wird über die Masse gerieben und beiseite gestellt
  • jetzt schlagen wir 3 Eier auf, verquirlen sie mit dem Mehl zu einer schaumigen Einheit und fügen diese ebenfalls der Knödelmasse zu
  • gut durchmischen und ca. eine 1/2 Stunde kühl stellen.
  • zwischenzeitlich in einem großen Topf Wasser aufstellen, 1 Eßlöffel Steinsalz hinzufügen und aufwallen lassen.
  • die Knödelmasse sollte weich sein, sollte sie zu nass sein, fügen wir Semmelbrösel hinzu.
  • mit nassen Händen formen wir nun Knödel
  • sobald das Wasser kocht geben wir sie in das Wasser
  • und stellen die Temperatur zurück, so dass die Flüssigkeit nur ganz leicht simmert
  • nach ca. 20 Minuten sind die Knödel gar gezogen
Kürbisknödel wälzen sich im siedenden Wasser

Gestern hatte ich ein leichtes Hühnerbrustgeschnetzeltes in einer Champignon Beurre blanc mit Zitronenthymian …. dazu gereicht.

Das Projekt Kürbisknödel stand im Vordergrund. Dazu einen frischen, leichten Weisswein, Scheurebe trocken, 2020 vom Weingut Schöhmehl, Nahe

Eine würdige Begleitung fand Gö-GA, der im übrigen von den Knödel gar nicht genug bekommen konnte, obwohl er ja eigentlich keine Knödel mag

Ha, ha, …. Ein gescheites Foto wurde mir nicht vergönnt.

Probiert es aus! Die Würzmilch verleiht dem Knödel einen besonderen Geschmack, der sich genial mit dem Muskatkürbis verbindet – ohne vorzuherrschen -.

Einen schönen Advent, trotz der besch… Coronazahlen – bleibt gesund!

M. Kuhl

P.S das Beitragsfoto spielgelt einen wunderschönen November wider.

Herrliche Eindrücke aus Stadt und Land – von Regensburg – bis Alpenvorland….

„Knödelei, mal deftig mal süß….“

Welch ein Zufall, dass gestern Gö-Ga mit einer Ladung bester Zwetschgen nach Hause kam

Diese Zwetschgenmarmelade mit Zimt, Ingwer, Vanille und einem kräftigen Schluck Rotwein hat es ihm angetan.

Dabei haben wir doch einen beachtlichen Vorrat dieser Marmelade schon produziert.

Liebe Menschen habe ich auch schon damit beglückt.

Die Zwetschgen waren von der Größe, Beschaffenheit geradezu prädestiniert , saftige, lockere, wohlschmeckende Knödel zu werden.

Im Oktober 2011 habe ich das Familienrezept für Zwetschgenknödel veröffentlicht.

Dieses aufwendige, schwierige Rezept ist zwar sehr, sehr gut.

Im Traum erschienen mir, aber Knödel mit besonderer Füllung, auf einem Zwetschgen-Amaretto-Spiegel.

Ein einziges Päckchen 40 %igen Quark aus Tirol hatte ich noch. Noch habe ich keine Erklärung dafür, dieser Topfen aus Tirol ist einfach wunderbar. Vergleichsbaren habe ich in Deutschland noch nicht gefunden. Über nacht hatte ich ihm gut abtropfen lassen. Leider fand ich nirgends ein Rezept, welches meinen Traumvorstellungen entsprach.

So enstanden die

„Zwetschgenknödel mit Marzipan-Füllung auf Amaretto-Zwetschgenspiegel“

(Vorsicht! Suchtgefahr)

Zutaten:

  • 250 Gramm Topfen 40 %
  • 1 Ei Größe M
  • 75 Gramm weiche Butter
  • 175 Gramm Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 1-2 Eßlöffel Gries
  • Marzipanrohmasse ca. 50 gramm
  • für das Kochwasser: 1 Vanillestange, 1 Eßlöffel brauner Zucker, 1 kräftige Prise Salz
  • für die Brösel: 100 gramm Butter, 1 Teelöffel Zimtzucker, 100 gramm Semmelbrösel
  • 9-10 kleinere, feste Zwetschgen – Steine mit dem Küchenmesser entfernen –

(diese Zutaten reichen für ca. 9-10 Knödel )

Zubereitung:

  • Zwetschgen entkernen , unbedingt mit einem scharfen kleinen Messer
  • der handelsübliche Entkerner zerstört zu viel von der Frucht und der Knödel hält nicht!
  • Zutaten abwiegen
  • das Ei verquierlen
  • Mehl, Butter, Ei,den Topfen, Prise Salz mit den Händen zu einem Teig verarbeiten
  • der Teig sollte eine stabile Konsistenz aufweisen
  • um ihn zu festigen fügen wir 1-2 Eßlöffel feinen Gries hinzu
  • dann lassen wir den Teig ca. 1/2 Stunde im Kühlschrank bzw. bei den Temperaturen hatte ich ihn raus gestellt, ruhen.
  • aus der Marzipanrohmasse formen wir 9-10 kleine Kügelchen und befüllen damit die Zwetschgen
  • nun stellen wir einen Topf mit Wasser auf und geben eine Vanilleschote, eine kräftige Prise Salz, sowie braunen Zucker hinzu.
  • bis das Wasser aufwallt, formen wir eine Rolle, schneiden diese in Scheiben
  • ziehen die Scheiben etwas auseinander und geben jeweils eine gefüllte Zwetschge hinein
  • um dann entsprechende Knödel zu formen
  • Wichtig: die Zwetschgen sollten völlig mit dem Teig ummantelt sein!
  • nachdem das Wasser aufgekocht hat, geben wir nach und nach die Knödel hinein
  • reduzieren die Hitze, so dass die Knödel langsam simmernd in ca. 15 Min. gar ziehen.
  • einer nach dem anderen steigt auf und kugelt sich nach oben

Während die Knödel sich im süßen Wasser wälzen, geben wir Butter in eine Pfanne und die Semmelbrösel mit einem Teelöffel Zimt/Zucker und lassen sie langsam bräunen.

In einem Butterpfännchen gebe ich die Rotwein-Zwetschgen-Marmelade und einen kräftigen Schuß Amaretto. (auf kleiner Stufe langsam erwärmen, so verbindet sich alles miteinander)

Die fertigen Knödel nach und nach in den braunen Brösel wälzen, den Teller mit einem Rotwein-Zwetschen-Marmelade-Amaretto-Spiegel versehen und sofort servieren.

Ein paar letzte Minzblättchen aus meinem Balkongarten für die Optik und der Genießer schweigt.

Locker, die Aromen ergänzen sich …… halt wie ich es geträumt habe begebe ich mich in den 7. Knödelhimmel.

P.S in der nächsten Zeit nehme ich Euch mit in den Knödelhimmel, denn ich habe da noch einige Knödelprojekte laufen.

Viel Spaß beim Nachkochen, bzw. wenn nicht, beim Lesen.

„Da kann er lange schmoren…..“

Montagmorgen, 4 grad , leichter Nieselregen und so soll es die ganze Woche….

Das beste Gegenmittel gegen diesen Novemberblues ist für mich Kochen, Backen, Lesen und einen neuen Tee oder einen schweren Rotwein zu genießen.

Meine Schmortöpfe habe ich aus dem Keller geholt, ebenso einen zweiten Wok.

Diese Schmorgerichte zaubern aus jedem Fleisch eine Köstlichkeit. Aufgewärmt wachsen diese Gerichte über sich hinaus. Sie sind somit nicht an feste Essenszeiten fixiert und können bei Bedarf auch schnell mal „verlängert“ werden, wenn ein Esser mehr erscheint, wie erwartet.

Mit einem gewissen, tiefen Schmunzler habe ich den kleinen, französischen Schmortopf gerade gespült und einwenig mit einem Tropfen Öl eingefettet.

Dieser Topf ist 50 Jahre alt. Meine Großmutter hatte ihn mir zu Weihnachten geschenkt mit den Worten:

„Denk immer daran, auch Männer muss man wie das Fleisch manchmal lange schmoren lassen, bis sie brauchbar sind…! So war sie.

Für die naßkalten Winterwochen möchte ich Euch daher meine Schmorgerichte etwas näher bringen.

Diese Schmorgerichte gewinnen enorm an Geschmack. Im geschlossenen Topf halten sie bei mäßiger Hitze automatisch ihre Kerntemeratur und werden herrlich zart, saugen die Kräuter, den Wein… praktisch auf und sind ideal für große Tischrunden. Zusätzliche Beilagen an Gemüse sind meist nicht erforderlich.

Meine Schmorgerichte fülle ich niemals mit Wasser auf. Nein, entweder entsprechenden Fond aus dem Vorrat, oder mit der Fleischbrühe, die ich oft gleichzeitig köcheln lasse.

Ob Rind, Huhn, Lamm, Kalb alles ist geeignet zum Schmoren. Auch einen Gemüseschmortopf mit herrlichen Wintergemüse (Karotten, rote Beete, Petersilienwurzel, Kohl,Schwarzwurzel, Paprika, Kartoffel) eignen sich sehr gut, wer es vegetarisch mag.

Meine Schmorgerichte für die kalte Jahreszeit:

„Ossobucco between Orient and Okzident“

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20729972

Die Lammvariante wird auch im geschlossenen gusseisernen Topf phantastisch. Alle Aromen verbinden sich. Löschen Sie mit dem Wein ab, den sie auch zum Gericht trinken!

Dies handhabe ich grundsätzlich so.

Mein „Klassiker“ beliebtes Schmorgericht bei Alt und Jung.

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/17763847

„Mein Schichtgulasch“

Hier genügt ein guter Rotwein, schöne Knödel und das Herz erwärmt sich, das wohlige Gefühl in der Magengegend macht sich breit…

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/16692809

In Anlehnung an Bœuf bourguignon , hier spielen das Fleisch und der Wein die Hauptrolle.

Abschließend noch meine Rouladen – das Deutsche Schmorgericht schlechthin- jede Hausfrau, jeder Koch hat seine eigene Variante

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20211849

Meine Empfehlungen:

  • sollte beim Schmoren mal etwas zuviel Röstaromen erzeugt werden
  • läßt es sich heilen, indem man eine Scheibe Graubrot dünn mit Honig bestreicht
  • und diese auf das Schmorgut legt
  • der nicht erwünschte Geschmack verschwindet
  • je nachdem kann das Brot zerfallen oder wieder rausgenommen werden
  • nach dem Anbraten und Angießen eins -zwei Löffel Mehl über das Bratgut für die Soße
  • und den Topfdeckel bestäuben, so bleibt alles verschlossen und das Geschmorte kann sich wunderbar entfalten
  • niemals in Flüssigkeit ertränken, sonst gibt es „gekochtes Fleisch“
  • dem Schmorgericht Zeit lassen – 2-4 Stunden je nach der Menge des Fleisches und Beschaffenheit
  • zum Angießen Fond, Wein und Brühe verwenden

Viel Spaß beim Schmoren!

Eine schöne Woche

M Kuhl

„Platzreife, Backreife, Kochreife….“

  • Erfahrung
  • Wissen
  • handwerkliches Können
  • perfekte Produkte
  • Kreativität
  • Mut
  • Geschick
  • Geduld
  • sensible Geschmacksnerven
  • Ausdauer
  • Liebe pur

Dies sind die Schlagwörter, die beim Kochen, Backen, Kreieren, Kombinieren den Taktstock schwingen.

Rezepte, aufs Gramm abgewogen, mit der Stopuhr versehen, automatisiert sollte man so schnell wie möglich vergessen! (Ausnahme Backrezepte, bzw. bestimmte Nachspeisen, bedürfen einer gesonderten Akribie)

  • geben sie Ihrem Gericht, Gebäck ihre Handschrift
  • lassen Sie sich auf ihre härtesten Kritiker ein
  • reden Sie beim Essen, über das Backen, die Handwerkstechnik
  • schenken Sie den Foodfotografien keine Bedeutung
  • sie sind nur ein willkommener Anreiz für Ihre Interpretationen
  • entwickeln Sie Ihren persönlichen Geschmack, der sich nicht täuschen läßt
  • nur so gelingt das sichere Abschmecken

Erst wenn Ihre Zunge bitter, salzig, scharf, sauer, süß lernt zu schmecken ist der Koch, die Köchin auf dem richtigen Weg zur Kochreife.

Genug ! Versteht eh keiner, will keiner lesen.

Hier nochmal die Anregung für die nächste Woche in Bildern:

Herbstküche, mal deftig, mal süß, mal vegetarisch.

  • und denkt dran, 1 Messerspitze Natron hält den Wirsing grün,
  • beschleunigt das Garwerden der Bohnen, bzw Hülsenfrüchte
  • 2 Eßlöffel feine Haferflocken, anstatt Kartoffelmehl, ergeben einen wunderbar, lockeren, innen weich – außen knusprigen – Raiba Datschie (Kartoffelpuffer)
  • halb Olivenöl/ halb Butter ist die ideale Basis für das Braten von Fisch, Lammfilets, Wild
  • Gewürze selber mörsern ist das Geheimnis meiner Wok-Gerichte

Alle Rezepte dieser Foto’s findet Ihr sicher auf meinem Blog.

Eine wunderschöne, stressfreie Woche bis bald

M. Kuhl

„Die harte Frucht , mit dem unwiderstehlichen Duft….“

Am Kirchweihsonntag brachte mir eine Freundin eine große Tasche Quitten vorbei.

Der Duft verbreitete sich in der Wohnung. Ein unbeschreiblich angenehmer, intensiver Geruch , den nur frisch geerntet Quitten verbreiten können.

Mir war gleich bewußt, dass die Verarbeitung der Früchte für mich ein hartes Stück Arbeit werden würde.

Gö-Ga lag schon auf der Lauer, nichts liebt er mehr, wie Quittenmarmelade pur zu verschlingen.

Dies hat natürlich zur Folge, dass der Haussegen schief hängt und er gnädig argumentiert, dann kauf ich eben nochmal Quitten…

Wie bitte? Diese Quitten kann er nämlich nicht kaufen! Diese Qualität , die wunderschönen, aromatischen Quitten sind keinesfalls vergleichbar mit den Quitten (meist türkischen Ursprungs) die es im Handel gibt.

2 Tage hatte ich gebraucht, um ein wenig Quittengelee und das Quittenmus zu produzieren.

Zwei besonders große, dekorative Gläser hatte ich gefüllt mit meinem Quittengelee (einmal mit Vanille) , ich fand sie halbgeleert im hintersten Eck des großen Kühlschranks! Hier hatte er es versteckt!

Daher liebe Leser, will ich mich heute auf mein

Quittenmus

beschränken. Das besondere Chutneyrezept folgt später.

Zutaten:

  • ca 5 kg Quitten
  • 1 Vanillestange, 1 Zimtstange , 1-2 Sternanis
  • 200 gramm Rohrzucker
  • 200 ml Wasser

Zubereitung:

  • zunächst gilt es die Quitten von dem „Reif“ zu befreien. Hier nehme ich etwas Küchenrolle – Küchenhandtuch geht auch- und reibe die Früchte ab. Der Flaum läßt sich gut abreiben.
  • die Früchte kurz waschen und in grobe Spalten schneiden
  • den Blütenansatz entfernen, aber das Kerngehäuse unbedingt belassen, damit das Pektin in der Frucht opitimale Verwendung finden kann
  • den großen Dampftopf mit den Früchten füllen
  • 1 Vanillestange, 1 Zimtstange , 1-2 Sternanis auf die Früchte legen
  • nur so viel Wasser angießen, wie der Schnellkochtopf benötigt (b. meinem 200 ml)
  • ca. 35 Minuten die Quitten abdämpfen
  • die Zusätze entfernen (Vanillestange ect)
  • die noch warme Fruchtmasse durch die flotte Lotte passieren, bzw. durch ein Sieb treiben
  • dann die Masse in ein Passiertuch geben und über Nacht abtropfen lassen
  • die sich ergebende Flüssigkeit bildet die Basis für das wunderbare Gelee.
  • von der Fruchtmasse wiegen wir nun 1,2 kg ab
  • geben die Masse in einen Topf mit einem breiten Boden
  • und heben 300 gramm Rohrzucker unter
  • die Zimtstange, die Sternanis , Vanilleschote verwende ich erneut
  • nun lassen wir die Quittenmasse so lange köcheln, bis sie leicht eindickt
  • füllen das Mus in vorbereitete, ausgekochte Twistgläser
  • und erhalten ein göttliches Quittenmus

Es hat mich erstaunt, wieviel Geschmack noch in der Masse erhalten geblieben war . Dieses Mus ist vielseitig einsetzbar.

herbstliche Nudeln mit Quittenmus

Zum Käse, aufs Brot, ins Sauerkraut oder Blaukraut , ins Müsli…..

Das Quittenaroma verbindet sich und behält doch seinen köstlichen Geschmack.

Auf Geliermittel kann gänzlich verzichtet werden. Der Rohrzucker reicht völlig aus.

„Meggie’s Speckknödel“

Das Laub raschelt unter meinen Füßen, rote Blätter tanzen vor mir nieder.Die Sonne wärmt meinen Nacken beim schnellen Gehen. Die Luft klar, der Himmel blau. Der Fluß spiegelt sich friedlich in der untergehenen Sonne.

Jetzt kommt es in mir hoch, das Gefühl beherrscht mein Denken und Fühlen. Es läßt sich nicht mehr verdrängen. Dieses Loch , weitet sich bedrohlich aus.

Mundwässrig stehe ich an der Brücke.

Den Kampf werde ich verlieren. Meine Sinne greisen nur noch um gerösteten Speck, fluffige Masse …., frische Petersilie, Butter.

Die Jacke lasse ich fallen, Hände waschen und dann gleite ich mit meinen Fingern in das Vinyl , zerre die Schüssel vom kühlen Balkon.

Reiße die Topfschublade auf, Wasser einlaufen lassen, kräftig salzen .

Mit meinen feuchten Vinylhänden forme ich tennisballgroße Knödel.

Diese Knödel lechzen nach dem zwischenzeitlich aufgewallten Salzwasser, gleiten gierig in die siedende Brühe, drängeln sich im Topf und kämpfen darum zu erst Oben zu sein.

Dann aalen sie sich ca. 15 -20 Minuten in dem leicht siedenden Wasser.

Rezept: Meggies Speckknödel

Zutaten:

  • 5 Semmel vom Vortag oder älter, alternativ Knödelbrot vom Bäcker des Vertrauens
  • 3 Eier
  • 1 Eßlöffel Mehl typ 450
  • 110 ml warme Milch
  • 1 mittlere weiße Zwiebel
  • 200 Gramm möglichst kleingeschnittenes geräuchertes Wammerl (geräucherter Bauspeck)
  • 60 gramm geriebenen Parmesan
  • 30 gramm Butter
  • 1 Teelöffel Meerrettich
  • Gewürze: schwarzer Pfeffer, Salz, Muskatnuss frischgerieben
  • 1/2 Bund Petersilie oder Schnittlauch

Champignon-Sahne-Soße

  • 250-300 Gramm Champignos
  • 1/2 Liter Sahne
  • Butter
  • Muskatnuss, frisch gerieben
  • 1 Schalotte
  • 1oo ml Gemüsebrühe
  • gehackten Petersilie

Auf die Champignon-Rahmsoße kann man auch verzichten, denn diese Knödel sind durchaus auch mit brauner Butter, Salbeibutter zufrieden. Ein kleiner Beilagensalat genügt dann völlig.

Ein gutes Glas Wein , ob rot oder weiß und alle sind wunschlos glücklich.

Zugegeben die Zubereitung erscheint etwas aufwendig, aber ich habe den Knödelteig schon am Morgen vorbereitet.

So kann er gut durchziehen, die „Fette“ können sich verfestigen und meist bedarf es keiner Korrektur (zu nass – etwas Semmelbrösel hinzufügen – zu trocken, zu fest, ggf. etwas lauwarme Milch – weniger ist mehr!!!)

Ganz wichtig ist aber, dass man ein Gefühl entwickelt, wann der Knödelteig die richtige Konsistenz hat. Irgendwann hat man es raus und dann werden es die lockeren Knödel, die man auseinanderreißen kann ohne ein Messer zu benutzen.

Zubereitung:

  • die Semmel auf der „Brotmaschine“ in dünne Scheiben schneiden
  • die Eier mit dem Mehl verquirlen und mit Salz, Peffer und Muskatnuss würzen
  • die Milch heiss werden lassen und über die geschnittenen Semmel geben
  • gut mit den Händen verkneten und beiseite stellen
  • den Speck kleinschneiden in der Pfanne auslassen, bis knusprige Speckwürfel entstehen
  • die Speckwürfel auf ein Küchenkrepp geben , überschüssiges Fett entfernen
  • die Zwiebel klein hacken, Petersilie klein hacken
  • in dem verbliebenen Speckfett die Zwiebelen farblos anschwitzen
  • einen kräftigen Stich Butter hinzufügen
  • die Masse über die Semmelmasse geben und wieder durchkneten
  • einwenig rasten lassen, bis die Zwiebelmasse einwenig erkaltet ist
  • jetzt die Eiermasse über den Semmelteig geben , gut durchkneten und abgedeckt ins Kühle stellen.

Zubereitung: Champignon-Rahmsoße

  • eine Schalotte in der Speckpfanne (nicht spülen) farblos anschwitzen
  • die grob geschnittenen Pilze hinzufügen
  • einwenig Butter hinzugeben
  • mit dem Gemüsefond ablöschen und einkochen lassen
  • dann die Sahne kurz aufwallen lassen und leise köcheln lassen
  • mit eiskalter Butter die Soße einwenig aufmontieren

Jetzt sind auch die Knödel gierig auf ihren Einsatz!

Die Specksahnesoße verbindet sich zu einer wahren Symbiose, die würzigen, lockeren Knödel machen sich in dem „Loch“ breit, wohltuend sättigend.

Gö-Ga ist sprachlos – er bemängelt nur die Portion : “ Da hätte ich schon mehr Knödel essen können, zwei Stück sind doch für den hohlen Zahn!“

Das ist so guuuuut!