"Hamsterzeit, Herbstzeit"

Das Angebot der Natur überfordert mich immer um diese Jahreszeit, einerseits möchte man schon deftige Eintöpfe, Wirsing, Kohl…. , Gemüse, Äpfel, Birnen, Zwetschgen Quitten.
Schmortöpfe, Barolobraten machen, andererseits der Winter ist immer soo lange und
jetzt ist es noch so warm.
Alternativ Muscheln, eine deftige Minestrone – mit allem was der Garten bietet -, Fisch auf Gemüse… , Blumenkohlcurry, grüne frische Schnippelbohnensuppe, Nudeln mit Pfifferlingen oder Steinpilzen, ja so in etwa sieht der Speiseplan diese Woche bei mir aus.

In meiner Kindheit hatten um diese Jahreszeit die Erwachsenen großen Stress – aber nur einmal im Jahr – und heute ??

Alle 9 Familienmitglieder waren beschäftigt, die Früchte der Natur zu genießen, zu sammeln, einzukochen… Betriebsame Hektik herrschte in Küche, Hof und Keller.
Komisch, in München kann ich doch das ganze Jahr alles erwerben, Feldsalat gibt es doch heutzutage das ganze Jahr, um nur ein Beispiel zu nennen.

Weit gefehlt, auch mich befällt diese Herbsthektik, mindestens 25kg festkochende, 25 kg mehlige Kartoffeln, Winteräpfel, harte Birnen, Quitten… müssen jetzt in die Kammer – winterfest versorgt werden. Ganz zu schweigen von meinen Marmelade- u. Chutneyaktionen.
Apfelchutney habe ich noch nicht gemacht und etwas außergewöhnliches

Nichts , aber auch gar nichts kann ich dagegeben tun. Sehr zurückhalten muß ich mich, dass ich nicht den alten Sauerkrauttopf mit Decken bei meiner Mutter mitgenommen habe, denn ich weiß wie es geht – das Sauerkrautmachen – und in Ismaning gibt es sooo schöne Krautköpfe.

Es ist Montagmorgen und gerade habe ich einen kleinen , den letzten dieses Saision Zwetschgendatschi vorbereitet. Da wird sich meine Tochter freuen, wenn sie aus der Schule kommt. Immer mehr bin ich davon überzeugt, dass man diesen Urtrieb des Sammeln, Jagen erbt und ihn nicht mehr los wird.

Ach, ja und am Samstag habe ich den ersten Quittencrumble( Rezept s. Archiv) gemacht, das erste Osso bucco….
Es sollten türkische Quitten sein, für mich waren es aber keine echten Quitten.
Meine Kochfreundin – auchwas – beschrieb so schon , dass sie den „Tau“ abwischte.
Meine hatten keinen Tau, rochen nicht und waren auch nicht soo ganz hart.
Aber mit frischem feingeriebenem Ingwer und dem schweren Weisswein aus Umbrien, war es letztlich doch eine kleine Quittenoffenbarung, wenn auch nicht in der Vollendung.

Leider kam ich nicht zum Fotografieren. Das Osso bucco habe ich mit dem kräftigen Rotwein vom Weinbauern aus Umbrien geschmort… So wehte ein leichter Duft von Sommer, der Hitze in der Nähe von Rom durch die Küche und kombiniert mit dem Muskatkürbis-Kartoffel-Püree war es die ideale Verbindung zwischen Sommer und dem nicht mehr aufhaltenden Herbst – der kein Herbst ist – letztes Jahr war schon ein Herbstsommer und dieses Jahr wieder.

Die Seele habe ich mir nochmal vom Leib geradelt, flott über den Stachus, quer durch die Stadt, den ich hatte in Laim und in der Arnulfstraße und natürlich am Markt wichtige Dinge zu tun.
Mohn ungemahlen aus Österreich besorgt, eine neuer Zwetschgenkerner….
Gestern, natürlich war ich auf der Dult.

Wunderschöne Creme brulee Förmchen habe ich erstanden, einen Luxuskochlöffel aus Pinienholz um Risotto zu rühren, ein ganz kleine Stielkasserolle, passend für meine Induktionsplatte und genau richtig für die kleine Herdplatte – zum Hefeauflösen, Schokoladeschmelzen, Markauslassen…. – Bilder zur Auer Dult s. Archiv Oktober 2011 –

Der herrliche Duft von gebrannten Mandeln, Fisch, Trödel – der riecht wirklch manchmal nach Bohnerwachs, nach Moder oder Eisen …

Der Himmel so blau, wie er nur zur Auer Dult im Herbst sein kann.

Schöne Woche, bis bald.

"Was ich noch sagen wollte"……

Ganz ehrlich – manchmal – nicht nur manchmal mag ich nicht kochen.
Kochen heißt oft : Einsam in der Küche stehen, schwere Pfannen hin und her bewegen, Dampf im Gesicht, schwere Töpfe, schwere Schneid- Hackarbeiten, die Kraft und Geschick erfordern.
Kochen ist endloses Schnippeln von Gemüse, Obst
Kochen heißt über dem Wasserbad „aufschlagen“ bis der Arm abreißt. Kochen heißt, sich die Finger verbrennen, nach „Küche“ stinken, vor allem die Haare.
Kochen heißt auch Mißerfolge einstecken, die Suppe ist angebrannt, der Hefeteig „geht nicht“, der Braten ist zäh, die Soße ist wässrig, der Nudelteig zu weich – die Nudeln sind fad, zu weich und nicht brauchbar.

Beim Kochen geht dem besten Spitzenkoch was daneben. Kochen heißt immer von neuem beginnen, Kochen heißt wertvolle Zutaten vernichten.
Kochen wird hemmungslos kritisiert: “ Das war aber gar nichts, dieses Gericht brauchst Du nicht mehr zu kochen“… Die Kombi von – Fisch und Apfel- geht gar nicht!!
Kochen heißt an sich selbst zu zweifeln, Kochen verlangt immer einen neuen Kick Mut zum “ geht gar nicht“

Kochen erweckt immer neue Erwartungen bei den oft gierigen Essern. Kochen zerstört die beste French-Maniküre, denn mit Handschuhen kann man nicht wirklich arbeiten.
Kochen heißt das Küchenchaos beseitigen, spülen, aufräumen…

Der Koch ist eitel, ja er hat Alüren , er lechzt nach Bestätigung.
Kochen ist ein Kampf mit Fleisch, Knochen, den der Metzger oft gewinnt.

Kochen ist aber auch entspannend, beruhigend, motivierend wenn man nicht muß!!!
Kochen heißt immer auf der Reise zu sein, nach Gerüchen, Gewürzen, Zutaten die das Gericht ergeben, was man sich erträumt.

In den nächsten Wochen, werde ich meine Lieblings-Eintöpfe kochen und sie aufwärmen, um ein Urhungergefühl zu erzeugen, nach warmer Suppe, Fleisch , Fisch, Gemüse, Bohnen, Heimat

Ich freu mich aufs Kochen – ehrlich im Sommer kochen wir nicht wirklich oder ?
Diese Woche steht bei mir Linsen- oder Bohneneintopf auf dem Speiseplan, aber mit welcher Variation — . Laßt Euch überraschen.

"Spannenlanger Hansel, Maienluft "

Uff, diese Maienluft setzt einem richtig zu. Schwerfällig, schwül, dann wieder lau, strahlend
Die Natur platzt gerade zu. Die Kastanienkerzen schwelgen , biergeschwängert über der frischen Maß in den Biergärten, ein sanftes Raunen, Klirren… Dazu der eisblaue Himmel wolkenlos und es grüßt der Zeppelin, leise rauschend über mir. P1040794 (1)

Heute steht Bewegung auf dem Plan. Gedopt mit dem Spezial-Frühstück für Langstreckenläufer der Atzteken- Dazu später mehr- wollten wir zu unserer ersten Fahrradtour aufbrechen.
Doch meine Bergziege schwächelte – obwohl am Abend zuvor überprüft – lahmte sie und wir mußten die Radtour in eine Wanderung im Alpenvorland umwandeln. Na ja!
Sorry, für diese Ausschweifung in den Alltag.

Mein „Spannenlanger Hansel“ ruhte zufrieden, eingeschlagen in ein feuchtes Küchentuch und wartete auf seine Bestimmung.
Verschiedene Gerätschaften zum Schälen hatten sich in meiner Schublade angesammelt. Alles erlesene Schäler von führenden Herstellern. P1040802 (1)
Der eine schält zu dünn, der andere ist zu grob zum Spannenlangen Hansel, dem Dreckspatz vom Bauernhof.

Am besten komme ich mit dem klar, wo man den Spargel praktisch einspannt und durchzieht, aber auch hier ein Nachteil, die vorgesehene Schneidvorrichtung taugt gar nichts.
Spargel braucht eben seine Zuwendung!
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"Fußball-lahmacun"

„Hallo, Mama, heute spielt Bayern, kann ich ein paar Freunde mitbringen ….“,fragte mein Sohn. Natürlich, einen großen Salat hatte ich schnell vorbereitet. Frühling der 1. 002 (1)
Ein Kühlschrankcheck brachte mich auf eine Idee.
Blätterteig, ja Bolognesesoße war auch noch etwas im Tiefkühler.

Eigentlich bin ich gar kein Fußballfan. Als ich sah mit welcher Begeisterung man sich für Bayern München begeistert, wurde mir klar, dass es nicht um den Fußball eigentlich geht, sondern um das gemeinsame Erlebnis.
Ganz ehrlich, irgendwie konnte ich keine Spielzüge dieser Mannschaft nachvollziehen. Sie lagen 2:1 zurück und rannten für mich planlos über den Platz. Nichts gelang, gelbe Karten, Gerangel und wieder nichts. Die jungen Leute nahmen es gelassen.
Die herrliche „Fußball-Lahmacun“ war willkommen.
Die Bayern gewinnen in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen tönten die Fußballspezialisten
und lobten meinen schönen, großen Salat und vorallem die „Fußball-Lahmacun“ wie ich sie genannt hatte.

Rezept:

Zutaten:
1 Packung Blätterteig
250 gramm ca. Bolognese aus dem Tiefkühlfach
1 Zitrone
Petersilie oder Basilikum
-Rezept s. http://www.kuechengoetter.de/rezepte/verschiedenes/-Bolognese-klassisch–1745800.html
je nach Vorrat, eine handvoll, Cherry-Tomaten, frische Kräuter…
das wars.

Zubereitung:

Eine 26er Tarteform leicht mit Butter einfetten und den Blätterteig in die Form legen. Frühling der 1. 001 (1)
Ränder etwas abschneiden und so verteilen, dass die Form gut bedeckt ist.
die Bolognese- Soße kurz auftauen und über die Tart verteilen. Frühling der 1. 003 (2)
Tomaten, Frühlingszwiebeln , was sich gerade anbietet über die Tarte verteilen.
Ca. 25-30 Min. bei 180 grad goldbraun backen.
Etwas frische Zitrone drüber geben und frischen Petersilie oder Basilikum, was sich gerade anbietet und servieren.

Leider konnte ich das herrliche Endergebnis nicht mehr fotografieren.
Es war schon gegessen…..
Liebe Leser ich empfehle schon mal die Zutaten zu besorgen, wenn die Europa-Meisterschaft dann doch stattfindet…, bzw. das Endspiel der Bayern… und die gehen wieder in die Verlängerung, dann wäre es nicht schlecht, wenn ich mir genügend Blätterteig, Bolognese organisiere. Man kann ja nicht wissen, wer noch zum „puplic viewing“ bei uns aufschlägt.

Diese Tarte schmeckt auch kalt, einfach einpacken und am nächsten Tag mit ins Büro, Schule oder mit zum Picknick nehmen.

"Nachspeisen, Nachtisch, Dessert, Weincreme.."

Es ist keine Zeit für meine Lieblingsnachspeisen, die meist aus Früchten in allen Variationen bestehen. Die heimische Obstkiste hat noch nichts zu bieten.
Hatte ich mich doch letzte Woche dazu hinreißen lassen Erdbeeren in meinem Feinkostsupermarkt zu kaufen. Toll sahen sie aus, aber das Aroma – na ja – nicht wirklich gut.

Rhabarber ist da wirklich eine Alternative. Da habe ich schon ein paar Ideen.
Oft erfordern gute Nachspeisen viel Arbeit und sie müssen kühlen, stocken….
Dennoch Nachspeise muß sein, denn sie ist der würdige Abschluß eines jeden Menüs, war die Hauptspeise noch zu gut. Etwas „Nachtisch“ geht immer. Wer läßt sich nicht von herrlichen herbsüßem Schmelz betören, wer kann der mit Champagner gedopten fluffigen Creme widerstehen,
den warmen, schokoladigen Überraschungen in Form von kleinen Guglhupfpralinen…

In meiner Familie, gab es eigentlich keine typischen Desserts. Ein schnell gekochter Pudding, wurde höchstens etwas verfeinert,Obst eingemacht, denn spätestens um 15.30 Uhr wurden sonntags die Kuchen, Torten serviert.
Eine Ausahme bildete allerdings die Weincreme, die eine Cousine meiner Mutter ausschließlich an der Erstkommuion der Kinder servierte.
Wir Kinder bekamen eine Mini-Portion, wegen dem Alkohol.
Diese „Bechenter-Maria“ war riesengroß und strotzte vor Selbstbewußtsein – Gott hab sie seelig-! Diese Köchin führte ein eisernes Regiment, alle mußten ihren Befehlen folgen.

Immer wieder kochte sie in unserer Familie, schließlich hatte sie schon zur Hochzeit meiner Eltern 1953 für die große Hochzeitgesellschaft sich ins Zeug gelegt.
Das Rezept von dieser Weincreme werde ich noch auftreiben, denn es besteht noch Kontakt zu den Töchtern – deren Kleider – ich immer auftragen mußte.
Jetzt bin ich aber vom Thema abgekommen, denn eigentlich wollte ich ja meine
„Mini-Mississippi-Pie“ präsentieren.
Das fürchterliche Osterwetter führte zu Back-Koch-Arien und meine Tochter probierte ein aufwendiges Tarte-Rezept aus. Diese Tarte sollte mit einer Masse gefüllt werden…..Die Menge war aber zuviel, wir füllten Förmchen, Espressotassen und staunten nicht schlecht wie diese Füllung sich entwickelte, ja sie ging auf, wie ein perfektes Souffle.

Hier das Rezept:
„Mini-Mississippi-Pie “
Zutaten:
175 gramm Butter
250 gramm brauner Zucker
4 Eier – leicht verquirlt –
4 Eßlöffel gesiebter Kakao
150 gramm Zartbitterschokolade 60-70 %
300 gramm Sahne
1 Teelöffel Honig
100 gramm Sahne für den Belag
Eierlikör
frische Minze zum dekorieren
Schokoraspel oder Schokoplättchen

Die Butter (weich) geben wir in die Rührschüssel der Küchenmaschine und lassen auf
mittlerer Stufe den Zucker einrieseln.
Nach und nach geben wir die Eier hinzu und den Kakao und lassen ihn sich langsam mit der Masse verbinden.
Die Schokolade über dem Wasserbad schmelzen.
Die Sahne und den Honig unter die Eiermasse heben.
Die Schokolade unterziehen und in Förmchen füllen.

Den Backofen auf 160 grad vorheizen und die Förmchen ca. 15 Min. backen, wenn sie sich erheben noch einige Minuten, bei ausgeschaltetem Backofen stehen lassen.
Herausnehmen und abkühlen lassen.
Die restliche Sahne steifschlagen und in die Förmchen füllen, Eierlikör auf auf die Sahne geben und mit Schokoplättchen und Minze dekorieren.

Vorsicht: durch den hohen Schokoanteil, ungemein guuut !! Frühling der 1. 012
Der perfekte Nachtisch für ein perfektes Menü….. Betörend,feinherb, frisch…..

Blogger-Frust

Nach mehr als einem Jahr bloggen macht sich einwenig der Frust breit.
Die Themen gehen mir nicht aus.
Eigentlich habe ich mich nicht für andere Foodblogger groß interessiert, habe einfach situationsbedingt gebloggt, Foto geschossen ….
Denn ich wollte nicht immer hören: „Kannst Du mir das Rezept aufschreiben?“
Meist wußte ich gar nicht mehr wie ich es an diesem Tag, Abend gekocht hatte.
Wie sooft, war das Rezept aus dem Inhalt des Kühlschranks/Vorrat einfach entstanden.
In der letzten Woche hatte ich etwas Zeit und Muse Benchmarketing zu betreiben.
Schock!!! Tolle Fotos präsentierten sich mir, professionell gestylte Web-Sites
Der Inhalt, wiederholte sich irgendwie schon, doch so schön dargestellt – ein Traum – für jeden Foodblogger.

Information ist alles, Recherche im Internet, ich suchte einschlägige Buchläden auf. Das Angebot im Netz ist vielfältig, aber für einen EDV-Minikönner nicht zu bewältigen. Bei der kostenlosen Neugestaltung meines Bloggs stürzte mein PC ab….
Ich wünsche mir so sehr eine schnellere Verbindung zwischen Foto u. Blogg ohne lästiges „Hochladen, speichern, bloggen“

Die einschlägigen Bücherkaufhäuser hatten auch nichts zu bieten. Ein mageres Blooger-Dummies
einige Fotografiebücher ganz brauchbar, sogar eine Neuerscheinung konkret für Foodfotografie.
Nach einem 2 stündigen Studium vor Ort war ich auch nicht wirklich schlauer.

Fazit: Ich benötige eine bessere Kamera, ein besseres Bildbearbeitungsprogramm
Kosten zwischen 1000,– u. 2000,– EURO im mittleren Level

Bis ich diese Hilfsmittel perfekt beherrsche müßte ich natürlich einen Kurs buchen, auch die Volkshochschule bietet glaub ich so was.

Meine Entscheidung steht fest, ich möchte mich nicht stundenlang aufhalten mit bloggen, fotografieren. Mein Blogg soll situationsbedingt, zeitnah, in dem Moment Gerichte, Gefühle…. festhalten
Am besten geht das mit einer einfachen Digitalkamera oder mit dem bekannten Handy …

Meine Besucher derzeit mehr als 8000 in einem Jahr sollen Spaß haben und über den ein oder anderen Kommentar – auch kritisch – freue ich mich. Deswegen werden ich nicht Twitter, Googlecommunity Mitglied. Aber eins kann ich versprechen Quikly-Menüs werden Euch die nächsten Monate begleiten, die jeder nachkochen kann.

"Eierkäs schafft Freiheit vom Herd"

Der Westerwälder Eierkäs darf bei keinem Dorffest fehlen. Die Hausfrauen wetteifern, wer das beste Rezept überliefert bekommen hat. Die Zutaten spiegeln die einfache Küche des kargen Landstrichs wieder.
In meinem kleinen Dorf gibt es auch verschiedene Rezeptvariationen, aber unsere Familie macht das Ötzingerrezept meiner Großmutter, meine Mutter schwört, dies ist die einzig richtige, wahre Art….
Außerdem gehört dazu entweder selbstgemachter Zopf oder ein selbstgebackenes Weissbrot.
Meine Oma war für ihre Zeit weitgereist, immerhin lag ihr Geburtsdorf ca. 20 km von dem kleinen Ort im Gelbachtal entfernt.

Sie war eine starke, eigenwillige Frau, die zupacken konnte, aber auch hart gegen sich und andere sein konnte. Das Leben verlangte ihr einiges ab – das Schicksal meinte es nicht immer gut mit ihr und ihrer Familie –

Zwei ihrer Söhne blieben im Krieg, schwere Krankheiten zerrten an Nerven und an der eigentlich unverwüstbaren Zuversicht.
Das Kochen hatte sie deligiert an meine Mutter, die gerade mal 12 Jahre alt war.
Ihre Leidenschaft gehörte der Landwirtschaft, der Aufzucht von Kälbern, Küken, das Ernten und Säen.. Sie wußte mit den Ferkeln umzugehen und für uns Kinder – egal um was es ging – war sie immer da.

Meine Oma hatte erkannt, dass man mit dem Kochen sich keine Anerkennung schaffen konnte.
Deshalb überlieferte sie den besten, einfachsten Eierkäs aus ihrem geliebten Ötzingen, außerdem spezielle Herstellung von weißem Käschen, Eierschmeer, Zwetschgenkraut aus dem kupfernen Kessel, Brombeermarmelade …..

Heimweh plagte sie oft! In einem großen Haus war sie aufgewachsen, mit einer doppelten Türe. Die Kuchenbleche konnte man quer reintragen….
Das kleine Fachwerkhaus, mit den dunklen, lehmgestampftem Ern war nichts für meine Großmutter. Sie verkaufte die Produkte ihrer Landwirtschaft in der nahen Kleinstadt.
Sie hatte Sinn für das gewisse Etwas, egal ob es um Mode, Haare …
Leidentschaftlich stritt sie mit meinem Großvater, wenn er nicht aus der Wirtschaft kam oder wenn der Metzger nicht den gewünschten Preis für das Vieh zahlen wollte.

Viele, viele Jahre später begriff ich meine Großmutter. Für sie gab es nichts schöneres auf Erden, gemeinsam mit ihrem Adam die Felder zu bestellen, gemeinsam Hand in Hand die harte Arbeit zu verrichten und Reden, Vergessen, Hoffen, Bangen… An langen Abenden war mein Großvater mit dem Lesen beschäftigt.
Breit gefächert war sein Interesse, Reiseberichte, medizinische Bücher, Romane, Zeitungen verschlang er geradezu.
Weltgeschichte, Politik gepaart mit einem Tiefsinn und Humor.
Die harte Arbeit zusammen mit ihrem Mann, war eine Befreiung für sie. Die lästige Hausarbeit, das Kochen hatte sie sehr früh deligiert.
Ihre beiden Söhne waren im Krieg geblieben, den Schmerz konnten sie nur in freier Natur ertragen. Hier konnten sie lachen, weinen und erfreuten sich an den wogenden Feldern, dem duftendem Heu, an dem Schnitt der Sense..
Für meine Großmutter war es eine Art Emanzipation.
Den beliebten Eierkäs gab es oft in der Fastenzeit, aber auch im Sommer.
Liebevoll pflegte sie die steinernen Deppe, bähte sie aus -ausspülen mit kochendem Wasser –
denn die Milch duldete keine Unsauberkeit.Frühling der 1. 003
Rezept:

Zutaten:
1 Liter frische mind. 3,8 %ige Milch
10 Eier möglichst frisch und dick
1-2 Eßlöffel Mehl
1 kräftige Prise Salz

Die Milch und die Eier mit dem Schneebesen aufschlagen. Es sollte eine homogene schaumige Masse entstehen.P1040777
Nun füllen wir einen bauchigen Topf mit Wasser und lassen ihn auf mittlerer Flamme leicht simmern. Die Eiermasse geben wir in einen steinernen Topf und lassen die Eiermasse bei kleiner Flamme stocken. Nicht umrühren!
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Mit einem Holzstäbchen teste ich, ob die Masse fest geworden ist und lasse sie erkalten.
Die gestockte Masse geben wir in eine Eierkäsform.
Mit einem Unterteller bedeckt stellen wir die Form über nacht auf einem tiefen Teller in den Kühlschrank. Am nächsten Morgen können wir den Eierkäs stürzen.

Meine Alternative 2016!

Die Masse stockte nicht besonders gut. Es dauerte auf dem Herd Stunden.

Ganz einfach: Backofen auf 160 grad Ober/Unterhitze aufheizen. Den Topf mit Wasser und Inhalt für ca. 30 Min. in den Backofen.

Wunderbar, krümelig schnell in die Form und ab in den Kühlschrank.

Am nächsten Tag : IMG_1497 (2)

Meggies Variante:
Die Eiermasse mit frisch geriebenem Ingwer würzen, herrlich diese leichte Schärfe.
Als Vorspeise, zum Brunch….

oder ….. ganz junger Bärlauch frisch, ganz fein gehackt mit stocken lassen…

Wenn es beim erstenmal nicht funktioniert, nicht aufgeben. Die Menge kann auch halbiert werden. Übung macht den Meister!!!

Wintermärchen Karottensuppe und dann….

Am Freitagmorgen wachte ich auf, wandte den Kopf – verdrängte den nervigen Wegrufs, des Radios und hatte eine flüchtige Vision eines rosig angehauchten blauen Himmels und zarter Blüten, die langsam erdwärts schwebten….
Einen Augenblick aufgehobener Zeitlichkeit, der schnell eingeholt wurde von dem Taktstock des Arbeitstages.

Das Wintermärchen der letzten Wochen hatte ich in vollen Zügen genossen. möhrensuooe 158möhrensuooe 160
Schnee, deftige Gerichte, lange Abende mit einen guten Rotwein….
Doch dieser Winter beginnt langsam zu verschmelzen und so entstand das kleine schnelle Abendessen zwischen Winter und dem kleinen Hauch von lauen Winden …
möhrensuooe 153
„Karottensuppe meets Blutorange“
Zutaten für 4 Personen

4 mittlere Biokarotten
1 rote Schalotte
2 Kefirblätter
2 Chilischoten – rot u. scharf –
1 Stück Ingwer frisch ca. 8 cm
3 Blutorangen
1 Saftorange
1 Muskatblüte
1- 2 Prisen frischgeriebene Muskatnuß
2-3 schwarze Pfefferkörner
3/4 -1 Liter Gemüsebrühe oder Hühnerbrühe
1 -2 Eßlöffel Olivenöl
10 ml Noilly prat
Meersalz aus der Mühle
4 Teelöffel geröstete schwarzer Seesam
4 Teelöffel Cocosflocken

Schwarzer Pfeffer – sparsam – aus der Mühle
Zubereitung
1 Schritt
Karotten schälen und grob klein schneiden.
Ingwer schälen und mgl. klein hacken, ebenso die rote Schalotte.
Gewürze, Kefirblätter, Chilischoten bereitlegen
Brühe vorbereiten, d. h. erwärmen und Menge abmessen(entweder aus dem Vorrat) – aber eine gute Instandbrühe ist auch zugelassen, wenn die selbstgemachte Brühe mal wieder aus ist.möhrensuooe 152

2. Schritt

Das Olivenöl geben wir in den Topf und lassen es heiß werden.
Nun geben wir den feingehackten Ingwer, Schalotte, Karotten hinzu und schwitzen alles etwas an, die Karotten sollen etwas Glanz annehmen. Die Temperatur aber auf den mittleren Bereich zurücknehmen.
3. Schritt
Wir löschen die Karotten kurz mit Noilly prat ab und gießen die Brühe auf.
Nun fügen wir die Pfefferkörner, Muskatblüte, Kefirblätter, Chilis hinzu.
Bei geschlossenem Topf lassen wir die Suppe langsam köcheln, bis die Karotten bereit sind für den Pürierstab oder den Mixer. (ca. 20 Min.)

4. Schritt
Nun pressen wir die Orangen aus und in einer fettlosen Pfanne rösten wir die schwarze Seesamsaat an, bis sie duftet u. stellen alles beiseite

5. Nun nehmen wir die Kefirblätter, die Chilischoten u. die groben Kerne mit einen Abschöpflöffel heraus und pürieren die Suppe im Mixer oder mit dem Pürierstab, je nach Laune. Den ausgepressen Orangensaft geben wir hinzu und erwärmen die Suppe nochmal – nicht kochen lassen !!! – Mit Meersalz, Pfeffer , Muskatnuss frisch gerieben abschmecken , die Teller , Gläser, Suppentassen was sich eignet füllen.
Vorsichtig mit der Sesamsaat u. den Cocosflocken bestreuen und servieren.
Eine köstliche Suppe, die auch in geeigneten Gläsern mit einem schwarzen Strohhalm -stehend – genossen werden kann.
Einfache Zutaten tolles Ergebnis. möhrensuooe 154

Als Hauptgang habe ich einen unpaniertes Fischfilet – ganz nach Belieben gewählt und mein heißtgeliebtes Belugalinsengemüse. Natürlich darf hier die Balsamicocreme final nicht fehlen!

Eine kleiner Tipp:

Das Fischfilet brate ich mit 1 Stück gute Butter und einwenig Olivenöl.
Zuerst gebe ich die Butter in die Pfanne – hier ist weniger oft mehr – und füge einen guten Schuß Olivenöl hinzu. Die Butter wird dann leicht schaumig – weiß
Es ist darauf zu achten, dass die Pfanne auf keinen Fall zu heiß wird.
Nun gebe ich die Fischfilets mit der Hautseite in die Pfanne nach ca. 3-4 Minuten – je nach Beschaffenheit des Fischs – wende ich die Filets und schalte die Platte aus.
Etwas Zitrone, etwas gutes Meersalz – mehr braucht der Fisch nicht.
Nun zieht der Fisch gar. Währenddessen kann man die Beilagen vorbereiten und hopla ist der Hauptgang servier bereit!möhrensuooe 155
Hoppla, mein Teller sieht nicht soo perfekt aus, dafür waren die meiner Familie perfekt. Die Familienmitglieder hassen aber Papparazzi, so konnte ich nur meinen Teller schnell fotografieren.
Denkt daran, den Fisch gibt es nur von Januar-bis März, eine klassische Alternative,
auf Frühlingszwiebeln gegart, einem winzigen Schuß bestem Riesling und mit frischem Petersilie dekoriert an Speckkartoffelsalat nach „Meggies Art“brioches 174
Von dem Linsengemüse lohnt es sich übrigens eine größere Menge herzustellen.
Mit einer leichten Balsamicovinaigrette versehen, haben wir einen hervorragenden Salat, den man sehr gut mitnehmen kann – ballaststoffe – Gemüse ein super Snack für Schule u.Beruf!

"Zwetschgenknödel"

Im Oktober gibt es neue Kartoffel, so kenne ich es von Geburt an.
Schließlich war meine Mutter noch auf dem Feld, als die Wehen einsetzten, beinahe wäre ich auf dem Kartoffelacker zur Welt gekommen. So versteht es sich von selbst, dass ich diese Knolle genauso liebe , wie hasse. Einerseits bestand der Speiseplan meiner Kindheit aus, Kartoffel zu Mittag , Kartoffel zu Abend… gekocht, gebraten, gepellt……

Bis heute hasse ich Salzkartoffeln, hasse Kartoffelschälen und bin andererseits immer gespannt, wie die „Neuen“ sind, eignen sie sich dieses Jahr für Knödel, geben sie genug Stärke ab ??

Diese Zwetschgenknödel, wie war das denn noch ??
Meine Oma dämpfte immer einen großen Kessel für die kleinen rosa Freunde.
Diese heißen Kartoffeln mußten schnellstens geschält werden und dann ganz schnell zu einem Teig verarbeitet werden.

Ist mir mehrfach misslungen, nach einigen Versuchen kann ich das „alte“ Rezept wieder
aufleben lassen.

Für 4-6 Personen

Zutaten:

700 g gekochte Kartoffel
120 g Mehl
60 g Grieß
60 g Quark – Magerstufe – mgl. trocken , durch ein Tuch gedrückt

12-15 entkernte Hauszwetschgen
12-15 braune Zuckerwürfel
50 g Semmelbrösel
50 g gemahlene Haselnüsse
20 g gute Butter
1 Prise Zimt
1 Vanileschote
1 Abrieb einer Zitrone
2 L leicht gesalzenes Wasser
2 Eßlöffel Kartoffelmehl f. die Hände

Stress ist angesagt, denn die Kartoffeln müssen warm verarbeitet werden…

Top 1 : Kartoffel pellen
und durch eine Kartoffelpresse drücken, oder mit der „flotten Lotte“ durchdrehen

Top 2 : Alle Zutaten zu einem Teig verarbeiten und zu einer Rolle formen

Top 3 : Scheiben „abtrennen“ und in die Mitte eine Zwetschge u. 1 Stck Würfelzucker geben
hieraus Knödel formen. (Kartoffelmehl f. die Hände nicht vergessen)

Top 4 : Salzwasser einmal aufkochen lassen u. kurz unter dem Siedepunkt halten

Top 5: Butter in eine beschichtete Pfanne geben u. Semmelbrösel u. gemahlene Haselnüsse
leicht anbräunen

Nun die Knödel vorsichtig ins Salzwasser geben kurz aufkochen lassen und dann 15-18 Min. garziehen lassen

Top 6: Die aufsteigenden Knödel herausnehmen und in den Butter-Haselnussbröseln wälzen

und servieren.
Kommentar meiner Esser: war sehr gut nur etwas wenig….

Also Vorsicht Suchtgefahr!!!DSC01783
Dieses Rezept ist in der Tat etwas zeitintensiv, aber auch als süße Hauptmahlzeit eine echte Alternative.

Rezepte, Rezepte, Rezepte

Das Wochenende ist vorbei. Früh bin ich schon auf den Beinen, obwohl ich erst viel später arbeiten muß. Erst möchte ich aber mal mir den Frust von der Seele schreiben!
Die Katastrophe in Japan macht mir Angst. Der Mensch kann offentsichtlich sich nicht gegen die Natur durchsetzen, bei allen technischen Möglichkeiten, Frühwarnsystemen…
Lange war nichts geschehen, der Mensch wiegt sich in Sicherheit und dann schlägt die Natur erbarmungslos zurück.

Müssen wir alles immer im Überfluß haben, nutzen, produzieren… ?
Hilflos, angstvoll stehen wir da, wenn die Katastrophe irgendwo in der Welt sich ereignet.
Nein, in Deutschland kann das nicht passieren, wir haben für die Stromversorgung andere Vorkehrungen geschaffen… Wer daran glauben mag ?

Aber wir, jeder Einzelne kann, glaube ich etwas bewegen, indem wir der Politik nicht immer vertrauen, die Profitgier nicht immer unterstützen.
Eine Autofahrt weniger, etwas bewußter einkaufen, ein Wochendtrip mal etwas anders gestalten, das überlege ich mir gerade — vielleicht , aber nur vielleicht hilft es —-Auf jeden Fall, hat man das Gefühl einwenig getan zu haben, denn die Leidtragenden sind immer die Menschen, Frauen, Kinder, Männer…. Leider!!

Das Wochenende ist vorbei, Berge von Wäsche sind schon wieder da, Sportwäsche, Hemden, Blusen, die Skisachen, die Tischwäsche, die „Hotelhandtücher“ – so nenne ich sie, denn meine Herrschaften benutzen meist ihr Handtuch nur einmal. Damit ist jetzt Schluß!!!
In der Küche gibt es auch noch viel zu tun, der Markglößchenteig will noch verarbeitet und eingefroren werden. Die stundenlang geköchelte Rindsbrühe muß abgeschöpft… werden,
Die Bolognese hatte ebenfalls vor sich hin geköchelt und ist mit dem guten Rotwein diesmal richtig gut. Ab in den Tiefkühler, denn am Donnerstag kommen liebe Gäste und ich möchte Lasagne mit selbstgemachten Nudelplatten machen, da kann ich nicht auch noch die Bolognese kochen.

Jeder fragt mich in der letzten Zeit: „Kannst Du mir das Rezept aufschreiben?“
Dabei hatte ich nur Reste verwertet und einwenig Gemüse frisch hinzugefügt, den Blätterteig vor dem Ablaufdatum zu einer Lauchtarte verarbeitet, denn eigentlich mußte auch der nicht so beliebte Gouda, die anderen Käsereste verbraucht werden und die Eier müssen auch weg. Pasta

Die Croutons sind aber guut!! Kannst Du mir das Rezept…, Nein….!! Das schöne Bauerbrot war einfach etwas hart geworden und nach meiner ererbten Devise: „Ein Brot ist niemals hart, kein Brot ist hart“, fällt es mir schwer Brot wegzuwerfen.
So hatte ich die Brotreste einwenig mit Kräutern der Provence,Fleur de sel und Olivenöl in der Pfanne hin und hergeschoben und über die Suppe gegeben, die ich aus dem restlichen Broccolie-Mandelgemüse schnell mit dem Zauperstab und einwenig Brühe in wenigen Minuten zubereitet hatte, denn Sportler können nicht warten …. , sie kommen um vor Hunger!

So jetzt habe ich meine Rezepte aufgeschrieben. Zufrieden ?

Einen kleinen Spaziergang außerhalb der Stadt gönnten wir uns gestern. Die Natur liegt geplättet vom Schnee und Eis der letzten Monate brach. Alles ist farblos und man kann sich nicht vorstellen, dass es jemals wieder saftig grün weden wird, geschweige denn, dass irgendetwas zu blühen beginnt. Doch !!! Ich habe es gefunden !!!
Eine schöne, „Vorfrühlingswoche“ wünsche ich DSC00657DSC00662DSC00664