„Sonne, Herbst und dann….“

Die Tage sind intensiv und schon morgens, wenn noch alles etwas weniger belaufen ist, drehe ich meine Runde an der Isar.

Die Kinder kommen zum verlängerten Wochenende und ich will die Zeit mit ihnen genießen. Nicht in der Küche stehen – lange Herbstwanderungen – Essen – Ratschen – Lachen –

Sofort verfalle ich in die mir so gehassten Unarten meiner Mutter. …..:“

Kannst Du die Basseti-Tagesdecke gebrauchen, schau mal die Bettwäsche ist neu und gewaschen, magst Du das Villeroy Porzellan ??…“

N e i n . Nein

Freundlich lehnte man ab, zu floral, ach das Geschirr paßt nicht zu mir

  • ehrlich es hat auch bei mir nie gepaßt
  • war damals ein „Schnäppchen“ (wir hatten Freunde im Saarland besucht)

Auch ich wollte nicht die Sachen meiner Mutter…..

Wir fuhren nur 30 Kilometer – ins Voralpenland – genossen Bier und Ente und erfreuten uns an dem Beisammensein

resche Bauernente
Blick in die Berge

So soll es sein!

Gö-Ga stieg beim Stadtmarathon aus. Nach dem Frühstück gings mittags in die Stadt.

Mein Sohn kocht mittlerweile mit Leidenschaft und wir mußten natürlich in meinen Gewürzladen…

Dann bei Augustiner und Sprizz die Welt retten, Lachen und Pläne schmieden

Meine Kinder sind richtige „Stadtratten“ . Wir laufen von Stadtteil zu Stadtteil durch Gassen, Ecken, wo ich noch nie war.

Ja, da sind wir doch immer hergelaufen zur Schule, zum Sport…..

Schließlich landeten wir auf der Dult (Auer Dult) (s. auch https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/13638534

Hier ist die Zeit stehegeblieben. Nichts hat sich geändert in den letzten 25 Jahren. Es gibt das Ponyreiten, die Geschirrstände und alles was man braucht und nicht braucht. Manchmal auch echte Antiquitäten – aber nur manchmal.

Die Dämmerung zieht über die Au, der Himmel ist wolkenlos – es duftet, die Kinder lachen und die Menschen sitzen beisammen ohne Hektik und alles ist klein und überschaubar.

Wir gönnen uns die letzte Fahrt im Kettenkarusell.

Kettenkarusell
„ja, da waren wir früher auch immer…..“

und laufen anschließend Richtigung Rosenheimer Platz. Hier soll es laut meiner Tochter, die beste Pizza – auch wenn gewünscht glutenfrei – mit Dinkelmehl….- ) geben.

Wir ergattern einen Tisch – für eine Stunde – und bestellten einen Meter Pizza, eine Flasche Primitivo und Wasser.

Ehrlich, so ganz wohl fühle ich mich nicht. Der hintere Raum – gleicht einem Abstellraum –

Schon muß ich nörgeln: „Wenn er mir einen Lappen bringt, wische ich den Tisch mal…“

Der Kellner kommt, wischt, sprüht und meine Tochter bestellt auf italienisch – mit einem Lächeln – .

„Mama“ reiß Dich zusammen – das ist kein Sternelokal – aber die beste Pizza der Stadt.

Besonders lecker – Kartoffelpizza (hauchdünne Kartoffelscheiben – mit Trüffel )

Schaut selbst.

1 Meter Pizza mit besten Zutaten

Pünktlich nach einer Stunde mußten wir zahlen. Draußen hatte sich eine lange Menschenschlange gebildet – der Straßenverkauf der Pizzastücke – wie in Italien, dachte ich und das alles zu moderaten Preisen.

Einen Absacker – einen schönen Drink – im Freien – der Abend war so warm – mußten wir uns schnell abgewöhnen. Die wenigen Möglichkeiten um den Viktualenmarkt, Tal , Marienplatz waren restlos überfüllt.

Schade! So nahmen wir die U-bahn nach Hause.

Maskenpflicht – wen interessierts-

Wichtig ist die Fake-Tasche – früher – vor nicht zu langer Zeit – war man in München mal gut gekleidet. Alles vorbei!

Heute koch ich wieder selbst

  • leicht feurige Kürbissuppe
  • knusprige Schnitzel in Butterschmalz rausgebacken an Kartoffel-Vogerl-Salat mit Speck
  • Zwetschgen-panna-cotta
  • Wein – einen süffigen Zweigelt aus der Südoststeiermark

(alle Rezepte findet ihr auf meinem Blog)

Schönes Restwochenende

bis bald

M Kuhl

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„Gustl von Eisbachwiesen“

(Gustl= kann die Abkürzung von August oder Gustav bzw. Augusta sein)

Fast drei Jahre musste Gustl warten, bis er wieder die Kinderherzen und die der Erwachsenen erfreuen durfte . In München hatte es lange nicht mehr geschneit.

Gustl ist so dankbar, dass er den Kindern beim Toben, Rodeln zu sehen kann. Er betet jeden Tag, dass die Sonne, der Regen – seine natürlichen Feinde – eine Weile wegbleiben.

Er liebt die glasklare, kalte Winderluft , das gleissende Winterlicht. Er liebt die kleinen Hände die ihn aus dem Nichts erschaffen haben. Liebevoll haben sie seinen Körper gerollt, ihm alles gegeben, was so ein richtiger Gustl braucht und ihm Leben eingehaucht !

Hier im Englischen Garten fühlt er sich wohl. Vorsorglich hat er sich auch eine Maske verpassen lassen, denn es soll so ein blödes Virus kursieren, dem will er auf keinen Fall zum Opfer fallen.

Schaut selbst wie schön, winterlich, mystisch es hier ist.

– Eisbach –
Monopteros – engl. Garten München
Chinesischer Turm – verwaist –

Hier gibt es viele versteckte Wege, Pfade für Groß und Klein. Nur suchen muss man sie!

Am Abend schmeckt dann am besten ein leichter, süß-saurer Nudelwok.

Bestehend aus einem Schweinefilet, Gemüse und einer samtigen süß sauren Soße (Schweinfleisch – süß sauer siehe div. Wokbeiträge)

Schweinefleisch-Süß-sauer mit Asianudel

„Meggies Muckerl“

Ende der Achtziger gab es in der Bäckerei um die Ecke, Riemische, Pfennigmuckerl und natürlich Semme, herrlich  resche Brezn und die Leute standen Schlange…

Wehe man konnte das Gebäck, welches man haben wollte nicht exakt „Ansagen“

„Semmel ho ma nett , moan se semme…“

Nur noch äußerst selten kann man heute Pfennigmuckerl , Maurer oder Riemische kaufen.

Wenn früher ein Maurer zur Arbeit gegangen ist, dann hat er zwei Maurerlaiberl
gekauft und zwei Regensburger, das war eine Brotzeit, die auch einen Handwerker
satt gemacht hat.

Maurerlaiberl und Schusterbuam deuten auf Vorlieben der Handwerker hin.
Pfenningmuckerl sind so klein, dass sie früher tatsächlich nur einen Pfennig gekostet
haben. Es werden immer 4 oder 5 in einer Stange gebacken. So hat man „uma a
fünferl“ fünf Semmel bekommen.
Doch woher stammt der Name „Riemische“, oft fälschlicherweise als „Römersemmel“
angeboten? Mit den Römern haben diese Roggensemmel garantiert nichts zu tun.
Es gibt zwei Versionen woher der Name stammen könnte. Erstens: es handelt sich
um einen bestimmten Ausmahlungsgrad des Roggenmehls. Zweitens: man hat
Roggen- und Weizenmehlsäcke gut ausgeschüttelt und aus diesem „Gemisch“, die
Riemischen, die Laiberl und Muckerl gebacken.

Meine speziellen Muckerl  entstanden eigentlich aus einer Art Übergare und sind aus reinem Roggenmehl auf Sauerteigbasis.

Seit 4 Monaten ist es mir gelungen einen sehr guten triebfähigen Sauerteig zu erhalten. Dieser bildet die eigentliche Basis für das wunderbare Brot, welches im wahrsten Sinn des Wortes weggeht „wie geschnitten Brot“.

Z u t a t e n:

50 gramm Sauerteigansatz Roggen 1150

Tag 1: 100 gramm Roggenmehl 1150 , 100 ml lauwarmes Wasser

Tag 2: 100 gramm Roggenmehl 1150, 100 ml lauwarmes Wasser

Tag 3:200 gramm Roggenmehl 1150, 200 ml lauwarmes Wasser

800 gramm Roggenmehl 1150

2 1/2  Eßlöffel Gerstenmalz

2 Eßlöffel Salz

100-120 gramm Roggenschrot

2 Eßlöffel Brotgewürz (Fenchelsamen, Kümmel , Koreander)

“ die Brotbackarie „

  • Dienstagsmorgen setze ich den Sauerteig mit 100 gramm u. lauwarmen Wasser an
  • verrühre ihn gut, decke ihn mit Klarsichtfolie ab und stelle die Schüssel  in das Zimmer welches am wärmsten ist.
  • diesen Vorgang wiederhole ich 3 Tage
  • und der Teig wirft Blasen , riecht nach frischen Äpfeln, leicht säuerlich
  • am Donnerstagabend fülle ich 50 gramm des Sauerteigs ab und fülle ihn in ein Schraubglas – welches ich nicht ganz zuschraube – sondern den Deckel nur drauflege und so in den Kühlschrank befördere
  • auf den restlichen Sauerteig gebe ich dann 800 gramm Roggenmehl und lasse den Teig 3-4 Stunden einfach an einem warmen Platz stehen
  • der Sauerteig ist gierig, bald zeigen sich Risse in der Mehlmasse
  • nun gebe ich Gerstenmalz, Brotgewürz hinzu
  • spanne den Kessel in die Küchenmaschine und gieße   die Hälfte des Wassers an
  • dann gebe ich das Roggenschrot hinzu und lasse die Maschine alles gutdurchmischen
  • je nachdem gebe ich noch etwas lauwarmes Wasser oder 1 – 2 Eßlöffel Mehl hinzu
  • es sollte ein zäher schwerer Teig entstehen, dem ich zum  Schluß das Salz hinzufüge
  • dann 2-4 Stunden in der Gärstufe des Backofens gehen lassen.
  • das Volumen sollte sich verdoppelt haben
  • nun knete ich  den Teig auf der bemehlten Fläche nochmal durch
  • ggfs. noch Mehl hinzufügen.
  • das Gärkörbchen lege ich mit einem Küchentuch oder Mullwindel aus,  stäube etwas Mehl hinein und lasse das Körbchen über Nacht am offenen Küchenfenster stehen und gehen
  • gegen 6.OO Uhr springt der Teig aus dem Körbchen
  • die Teigreste nehme ich weg und forme hieraus
  • Meggie’s Muckerl
  • bestreiche sie mit lauwarmem Wasser und streue etwas Kümmel über die Muckerl
  • den Backstein lege ich in den Backofen , mit einer Schüssel Wasser
  • nun heize ich den Herd auf die höchste Stufe – b. 275 grad auf
  • während ich  meine Morgentoilette verrichte
  • super,  die Muckerl haben nochmal einen kleinen „Triebschub“ bekommen und das Brot lechzt nach dem Ofen
  • jetzt stürze ich das Brot auf den Backstein, die 4 Muckerl platziere ich außen herum
  • nach 15 Min.  dämpfe ich ab,  d. h. ich öffne die Ofentür und schütte dann eine Tasse Wasser in den Ofen und reduziere die Temperatur auf 220 grad
  • die Muckerl sind nach ca. 20 Min. gut und sind herrlich knusprig!
  • ein Muckerl zum Frühstück und man ist satt bis mittags.

Es lohnt sich wirklich diesen Aufwand zu betreiben, das Brot ist ein Traum.

Diese Woche werde ich etwas Teig abnehmen und kleine Pfennigmuckerl formen und aneinander backen.

P.S.  falls der verwendete Sauerteigansatz noch nicht richtig triebfähig ist,  empfiehlt es sich  ca. 1/2 Päckchen frische Hefe hinzuzugeben.

Soweit die Gärzeit verlängert wird reicht auch weniger.

Eigentlich benötigt dieses Brot und seine Muckerl nur Zeit und einwenig Zuneigung.