„quick Lunch, homeofficefood…“

Für alle die meine „komplizierten Zutaten, Rezepte…“ nicht so mögen, habe ich heute ein schnelles Rezept.

Auch wenn Fasten angesagt ist, gibt es immer Ausnahmen: Schwerarbeiter, Schwangere, Leistungssportler, Kranke…

Sie gehören zu keiner dieser Gruppen? auch gut.

Speckflammkuchen

Zutaten:

  • einen Flammkuchenteig aus dem Supermarkt (hättet ihr nie von mir gedacht…, dass ich so was benutze)
  • 150 gramm saure Sahne oder Schmand
  • 1 schöne rote Zwiebel
  • ca. 100 gramm geräuchertes Wammerl (Bauchspeck geräuchert)
  • 1 handvoll Champignon
  • 1 Bund Frühlingszwiebel oder Petersilie
  • Gewürze Pfeffer aus der Mühle , Meersalz , Prise Muskatnuss, Tropfen Balsamico, sowie eine Spur Honig

so gehts:

  • den Flammkuchenteig mit der sauren Sahne/Schmand bestreichen
  • Speck, Zwiebel und Pilze daraufverteilen
  • Ofen auf 250 grad vorheizen
  • fallend bis auf 200/180 grad backen, bis die Ränder des Flammkuchenteig leicht gebräunt sind.
  • final mit einer Spur Balsamicocreme oder Balsamico – alt – beträufeln, eine kleine Spur Honig
  • und jetzt genießen oder mitnehmen auf die Parkbank

Schönen Tag!

„Fastenwochen „

Es ist 7:30 Montag, den 1.3.2021. Erbarmungslos scheinen die warmen Sonnenstrahlen in die Wohnung und lassen jedes Staubkorn, die nach Putzen schreienden Fenster , die allerletzten Fettspritzer in der Küche… sichtbar werden. Die Minusgrade der klaren, kalten Nacht sind vergessen. Nach meinem gestrigen kleinen Ausflug in die Natur – bin ich mehr den je – pandemiegeschädigt.

Eine kleine, schnelle Runde am Fluß, die stolzen Schwäne beim Landeanflug beobachten – auf einer Bank – die mitgenommenen Köstlichkeiten genießen. Dampfender Kaffee und „Fastekreppel“ (Hefegebäck), so hatte ich es mir vorgestellt.

Die wenigen Parkplätze sind derart überfüllt – selbst bei antizyklischer Vorgehensweise keine Chance – denn wir waren erst Mittags gegen 13.OO Uhr gestartet. (die übereifrigen Morgenläufer – sollten weg sein – die anderen noch beim Mittagessen – Fehldiagnose!)

Unser kleines Auto quetschten wir – allerdings nicht verkehrswidrig – an den Rand der Straße. Missmutig stieg ich aus- die Stimmung war gelinde gesagt – angespannt. Mein Gö-Gatte lernt es offentsichtlich nicht mehr – seinen Tag um 7.00 -8.00 beginnen zu lassen. Schnellen Schrittes lief ich auf der kleinen Straße Richtung Isar Damm. Plötzlich aus dem Nichts tauchte eine menschlische Furie auf! Sie schrie mich an: „Können Sie nicht lesen“ – in mir bildete sich schon der aufsteigende Kroll- Allerdings beschloß ich heute nicht! Keine Antwort geben, weitergehen – ignorieren – lächeln ….

Die menschliche Furie startete zum 75 Meterlauf – baute sich vor mir auf: „Können Sie nicht lesen?“

Ruhig bleiben, weitergehen…. ignorieren – lächeln. Dann faßte sie mich am Ärmel! Jeder wird verstehen, dass ich das nicht zulassen konnte in diesen Zeiten, wo gesetzliche Abstände vorgeschrieben sind.

Sehr leise aber unmissverständlich und scharf artikulierte ich ihr, dass sie sämtliche Grenzen der menschlichen Belastbarkeit überschritten habe. Die Zeiten der Wegezölle und die Verteidigung des Landrechts mit Axt und Mistgabel der Bauern gehörten auch in Bayern der Vergangenheit an, zumal ich ihren vermeintlichen Grund und Boden nicht betreten hatte, noch eines Blickes gewürdigt hatte. Mit weit aufgerissenen Augen – fassungslos mich -anstarrend- der Blick glich einer einer widerkäuenden Kuh – bewegte sie sich dann von dannen. Mein Gö-Ga war nicht in Sicht – ein Ritter war er noch nie!

„dass die Handlung und die Personen frei erfunden sind und Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen rein zufällig …“ sind, versteht sich von selbst.

So jetzt zu meiner Fastenwoche – auch hier gilt – man kann – muss nicht – aber es wirkt irgendwie befreiend und läßt nach überstandenen Fastenwochen/tagen, die Vorfreude auf die Köstlichkeiten steigern.

Es gibt keine Torten oder Kuchen , einfache Gerichte – kein Fleisch – und täglich , unabhängig vom Wetter einen ausgiebigen Spaziergang von mindestens 1 Stunde. Aber alles ohne Zwang !

Meine Wochen/Tagesgericht- Empfehlung :

Montag: Beitrag „vergessene Gerichte vom 20.1.11

Antonias Mehlklies ( große, fluffige Spätzle mit erlesenen „Beilagen“)

Das Gericht ist einfach, sättigend und bis heute in meiner Familie sehr beliebt.

Dienstag: „Eierkäs schafft Freiheit vom Herd“ s. Beitrag vom 8.3.2012

Wie ich mittlerweile feststellen konnte, kann man diese spezielle Eierkäsform sogar im Internet bei verschiedenen Anbietern erwerben. Allerdings geht es auch mit einem herkömmlichen Haushaltssieb, die Form ist dann nicht klassisch, aber der Geschmack ist der gleiche.


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Mittwoch: „Buchweizensalat“ s. Beitrag 17.4.2013

Hierzu ein selbstgebackenes Brot – wunderbares Geschmackserlebnis – Gefühl von Frühling und Frische kommt auf.

Donnerstag: Suppentag s. Beitrag vom 6.10.2016 „Kürbiszeit hat begonnen ….“

Hiermit möchte ich den Kürbis für dieses Jahr würdig verabschieden, mein letzter Hokaido muss weg. Die gewisse Schärfe und die abrundende Cocosmilch lassen ein ganz klein wenig Träume von Reisen zu…

Donnerstag: s. Beitrag „Kräutercrepes vom 8.5.2012“

Hierzu einen kleinen Salat je nach Geschmack, köstlich !

Freitag: „Gemüsepflanzerl“ s. Beitrag vom 31.7.2020

Diese Gemüsepflanzerl können aus verschiedenen Gemüsesorten hergestellt werden. Wie wäre es mit einer roten Variante unter Verwendung von rote Beete oder frisch und hell mit Kohlrabi…

Wer dennoch auf etwas Süßes nicht verzichten möchte empfehle ich

„Fastekreppel“ s. Beitrag vom 7.2.2016

Weniger ist mehr ! Gönnt Euch einen frischen Saft, eine kleine Lesepause in der Sonne am Fluß …

Sehr schnell kommt man dann auf andere Gedanken.

Schöne Woche!

M. Kuhl

„Blauer Himmel, soweit das Auge reicht…“

Die Pandemie und die Auflagen der Politik stressen uns mehr, wie wir zugeben möchten. Die ersten Sonnenstrahlen, die Wärme nach den kalten Tagen – wecken meine Geister !

Die Tulpen lupfen zwischen den mit Moos und Kieferzweigen bedeckten Balkonkästen, die Vögel machen sich ganz zart schon in der Früh (4.OO Uhr) bemerkbar. Diese Woche habe ich es getan, morgens in der Sonne im Schlafshirt bekleidet, gefrühstückt. Die Sonne wärmte meine Füße, das Obstfrühstück, der starke, schwarze Kaffee, die Luft, das Vögelzwitschern… In der Sonne träumen von Reisen ans Meer, von neuen Rezepten, von der Bergtour, vom Schwimmen im See, von der Fahrradwanderung …

Die vielen Menschen an meiner geliebten Isar sind fast unerträglich. Raus, raus – jeder einsame Feld- oder Wiesenweg ist mir da genug. Wie schön ist das Leben, wenn die Natur erwacht!

Mit ein paar Frühlingsbildern wünsche ich eine erholsame, genussreiche Endwoche .

Genießt die Sonne ! Der Frühjahrsputz kann warten, es soll ja nochmal Winter werden.!

P.S Heute durfte meine „Sophie“ raus – ein weiches, frisches leicht mit Kräutern der Provence gewürztes Brot oder doch lieber Hörnchen, Stangerl mit Salz und Kümmel oder beides – schauen wir mal..

„Weizenkruste Adam“

(benannt nach meinem Großvater Adam Labonde)

Werbung, da Namensnennung

Bei vielen Menschen ist Weizen in Misskredit geraten. Überall kann man lesen, dass Weizen ungesund, unverträglich und überhaupt nicht mehr in unsere „bewußte Ernährung“ passt.

Oft wird auf wissenschaftliche Studien pauschal verwiesen, ohne dass diese in irgendeiner Weise hinterlegt werden.

Sicher ist, dass die Industrie den ursprünglichen Weizen stark verändert hat und die Menschen sich von oft billigem Brot, Gebäck ernähren. Viele alteingesessene Bäckereien mußten den Discount-Bäckereien – Aufbackstuben- weichen.

Ganz langsam entwickelt sich aber ein Trend, der das Bewußtsein zu gutem Brot aus natürlichem Getreide favorisiert. Oft sind es Quereinsteiger, leidenschaftliche Hobbybäcker/innen, die sich trauen ein anderes Brot zu backen. Der Erfolg gibt ihnen recht.

Viele festgestellte Unverträglichkeiten sind medizinisch nicht bewiesen.

Die kleine Landwirtschaft meines Großvaters lieferte keine großen Mengen an Getreide. Er baute Weizen, Hafer auf den wenigen Äckern an, die sich hierfür eigneten. Er bestellte seine Felder mit sehr großem Aufwand. Gesät wurde von hand. In einer großen Schale aus Zink, quer über die Schulter geschnallt, schritt er über das steile, schräge Gelände und säte seine Frucht, wie er sein Getreide nannte.

Er betete, hoffte, dass es ein gute Ernte werden sollte. Oft begleitete ich ihn. Immer wieder stiegen wir hoch zu dem Hafer/Weizenfeld und er prüfte, wie weit das Getreide sich entwickelt hatte. Der Sommerwind bewegte das junge, saftiggrüne Getreide leicht im Wind und hatte einen festen Stand. Noch heute sehe ich das glückliche Lächeln meines Großvaters.

Seine Erträge waren klein in der kargen Gegend. Die Böden waren teils steinig, lehmig, schwer zu bearbeiten durch die extrem schräge Höhenlage. Kunstdünger lehnte er kategorisch ab.

Immer wieder ließ er die Ähren durch seine Hände gleiten, zeigte mir wie ein reifes Weizenkorn aussehen mußte, wir probierten die Körner und dann, wenn die Wetterprognose gut war, wurde die Frucht gemäht. Dann stellten die Frauen die Garben auf – mit einer gewissen Technik – damit im schrägen Hang die Garben stand hatten. So reifte das Getreide nach und konnte dann endlich gedroschen werden. Die Dreschmaschine kam dann auf den Hof und es war sehr aufregend für mich.

Die Getreidesäcke waren schwer und lagerten auf dem Getreidespeicher – viele Treppen hoch –

Ein Teil des Getreides wurde später – zum örtlichen Bäcker gefahren. Hieraus entstanden dann, die langen Weizenbrote, glänzende,dunkle Kruste. Eigentlich liebte ich das selbstgebackene Brot meiner Großmutter, aber aus „politischen Gründen“ wollte man es sich nicht nehmen lassen, sein Getreide beim Bäcker backen zu lassen. Immerhin zahlte man nur den Bäckerlohn .

Lange habe ich experimentiert, um ein gutes Weizenbrot mit einem normalen Haushaltsofen zu backen.

Die Kombination aus aufgefrischtem Hefewasser und Livieto madre (geführt mit Vollkornweizenmehl und Hefewasser =Franceska) bietet die Möglichkeit gerade, wenn es wärmer wird das Brot innerhalb von 12-24 Stunden zu backen.

Soweit das Hefewasser nicht verfügbar ist, kann man einen Vorteig auch mit 3 Gramm Trockenhefe ansetzen.

Rezept:

Vorteig I:

200 gramm Livieto madre (Vollkorn-Weizen)

340 gramm lauwarmes Wasser

130 gramm Vollkorn-Weizenmehl (Draxmühle, Rechtmehring)

160 gramm bayrisches Ruchmehl (Draxmühle)

Vorteig II:

200 gramm Weizenmehl 550

100 gramm Hefewasser (alternativ 3 gramm Trockenhefe u. die angegebene Menge Hefewasser durch lauwarmes Wasser ersetzen)

Quellstück:

100 gramm Sonnenblumenkerne mit 220 ml kochendem Wasser übergießen und abgedeckt mind. 8 Stunden stehen lassen.

Hauptteig:

200 gramm bayrisches Ruchmehl

250 gramm Weizenmehl 550

22 gramm Salz

Quellstück mit Flüssigkeit

20 gramm Sonnenblumenöl

1 schwachgehäufter Teelöffel gemahlenes Brotgewürz

-Achtung kein Wasser/Flüssigkeit mehr zufügen!

Die Vorteige am frühen Morgen (ca.7-8 Uhr) ansetzen und an einen warmen Ort stellen. (Temperatur ideal 26-28grad) oder einfach bei Zimmertemperatur stehen lassen. Je wärmer es ist, desto schneller entwickeln sich die Teige. Sie verzeihen auch, wenn man sich nicht an festgeschriebene Zeitangaben hält.

Der Livieto madre – Ansatz sollte kräftig blubbern (Blasenbildung) und der Hefeansatz sollte sich verdoppelt haben.

  • nun geben wir die Vorteige in die Rührschüssel der Küchenmaschine ( Kenwood verwendet)
  • das Quellstück ebenfalls hinzufügen
  • die Mehle für den Hauptteig dazuwiegen
  • Salz, Gewürz sowie Öl hinzufügen.
  • auf kleiner Stufe 2-3 Min mischen
  • dann 12 Minuten auf Stufe 2 kneten lassen
  • Fensterprobe

Der Teig löst sich von der Schüssel nach dem Kneten und ist sehr weich und elastisch.

Eine Teigwanne mit einwenig Öl auspinseln und den Teig sich selbst überlassen – an einem warmen , zugfreien Ort –

Nach ca. 2-3 Stunden hat sich der Teig verdoppelt und kann auf schwach bemehlter Arbeitsfläche in 2 Brote gefaltet werden.

  • mit der Teigkarte 2 Rechtecke (30×40 cm) abtrennen und kurz auseinander ziehen bzw. zum Rechteck drücken
  • ein Kuvert falten und zwei runde Ballen schleifen
  • Gärkörbchen leicht mit einem Sieb bemehlen und nochmal eine 3/4-1 Stunde abgedeckt gehen lassen
  • in der Zwischenzeit den Backofen auf 250 grad mit dem Backstein und einem Blech auf der untersten Stufe aufheizen.
  • dann die Brote einschießen
  • 250 ml W asser in das Blech gießen
  • 10 Min auf 250 grad backen
  • Backofen öffnen und Schwaden ablassen
  • weiter 45 Min. fallend auf 220 -200 grad bei Ober/Unterhitze abbacken

Der Aufwand lohnt wirklich, es duftet, die Brote sind schön aufgerissen – die Kruste ist perfekt – die Krume ein wahrer Bäckertraum.

Es ist auch möglich, den Teig nach 2 Stunden Gehzeit über Nacht in den Kühlschrank zu verfrachten und am nächsten Morgen die Brote abzubacken. Der zeitliche Rahmen der Teigverarbeitung ist hier sehr flexibl.

Ein Teil des Teiges kann auch zu Brötchen geformt werden und gleich zum Frühstück serviert werden. Die Mühe lohnt sich.

In Memorandum an meinen geliebten Großvater Adam Labonde.

„Kochideen für diese Woche gefällig?“

After Valentinsday…. Vielleicht möchte jemand sich diesem geschäftsträchtigen Unterfangen entgegenstemmen.

Wahre Liebe ist es nicht ein Menü zu kochen, den Tisch mit rosa Herzchen zu dekorieren und eine gute Flasche Wein zu öffnen, Blumen waren ja dieses Jahr ganz schwierig.

Eine sehr schöne Beschreibung von dem was Liebe sein kann habe ich bei https://wordpress.com/read/feeds/96444875

Blog: Carax&VanNuys gefunden. Happy Valentine’s Day! Oder einfach Happy Day? so lautet der Beitrag

Wer das ganze Jahr nicht aktiv liebt, der braucht auch an dem Tag keine Show abzuziehen, es sei denn man ist frisch verliebt, romantisch veranlagt und will das“Instrument“ nutzen.

Meine Kochideen für diese Woche berücksichtigen das verspätete Begehren ein kleines Menü zu zaubern.

Am Montag schlage ich vor:

Vorspeise: Kräutercrepes s. Beitrag vom 8.5.2012

Hauptgang: Rind-Kalb-Involtini mit Kräuterfüllung

Nachspeise: Mini-Mississippie-Pie s. Beitrag vom 18.4.2012

Kräutercrepes siehe Beitrag vom 8.5.2012

Nachspeise: s. Beitrag Mini-Mississippi-Pie vom 18.4.2012

Dienstag: Linseneintopf siehe Beitrag vom 9.10.2012

Mittwoch: Gnocchi- Trost vom 14.7.2016

Donnerstag: „scharfe Köfte – in Abwandlung des Beitrags vom 1.6.2012 hat sich ein Hack aus Rindfleisch und Lammfleisch bewährt!

übrigens ein „echtes“ Männeressen.

Freitag: siehe Beitrag vom 9.11.2014 – einwenig träumen von besseren Zeiten darf erlaubt sein …

„Frisch und Fruchtig meets Limoncello pur…“ weekly cake

Die Tage werden spürbar länger, die kalten Sonnentage bringen Energie und herrliche Landschaften. Der Himmel hat sein schönstes, strahlendes Stahlblau hervorgeholt und alles strahlt dem Frühling entgegen.

Mein kleiner Ausflug ins Voralpenland war traumhaft. Klirrende Kälte, die Nasenflügel kleben.

Ein dampfenden Tee, mit einem guten Stück Kuchen oder dem in der Gegend so beliebten Schmalzgebäck.

Es ist nicht möglich …. Die Pandemie wütet auch hier. Wie lange noch???

Die Wartezeit will ich Euch versüßen mit meinem lockeren, aromatischen, auf der Zunge zergehenden Zitronen-Limoncello-Kuchen. Er ist einfach zu backen und gelingt garantiert Jedem.

Nebenbei habe ich noch mit Hefeteig (Livieto madre) mich an den Mohnbeugerl von Gaumenschmaus versucht.

Ergebnis überwältigend, wenn sie auch optisch nicht so schön sind, wie die von dem blog Gaumenschmaus.Mohnbeugerl

mohnbeugerl

Das Rezept habe ich etwas abgewandelt. Die Mohnmischung selbst hergestellt (s. Rezept vom 6.2.2021 Mohn-Organgen -Kumquats-Marmeladen-Kuchen) , das Gebäck final mit einer Ei-Sahne-Salz-Puderzuckermischung bestrichen. Traumhaft gut.

Jetzt schnell zum Rezept für meinen Zitronen-Limoncello-Kuchen

Die Zutaten:

  • 5 Eier
  • 145 gramm Zucker
  • 200 gramm Butter (wachsweich)
  • 375 gramm Mehl (gesiebt, Type 405)
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 5 Zitronen
  • 1/2 Vanilleschote
  • 1 Prise Salz
  • 100 ml Limonello
  • Saft von 4 Zitronen, und Abrieb von 3 Zitronen
  • 30 ml Sahne

und so schnell geht es:

  • Eier schaumig aufschlagen
  • langsam den Zucker einrieseln lassen bis eine gelbliche, dicke Masse entsteht
  • weiche Butter nach und nach mitrühren
  • stop
  • Austausch jetzt weiterarbeiten mit dem elastischen Rührblatt (Kennwood)
  • Mehl mit dem Backpulver und der Prise Salz vermischen und eßlöffelweise zufügen
  • Form ausfetten, Ofen auf 170 grad Ober/Unterhitze vorheizen
  • Teig gleichmäßig in eine Kastenform verteilen
  • Backzeit: 50 -55 Min.
Zitronen-Limoncello-Kuchen

Nach Belieben mit einem Zitronenguss versehen oder wie bei mir meist – es kam nicht mehr dazu.-

Teetime, mit frischem Zitronenkuchen, Mohnbeugerl wer kann da widerstehen?

Zum Abendessen gab es einen asiatischen Nudelwok – grüne Currypaste – marinierte Hühnerbrust – frisches Taibasilikum, Koreander – angenehme Schärfe, gut abgeschmeckt.

grünes Curry – mit Gemüse u. Hühnerbrust

Die Sonntagssemmel sind auch angesetzt. Es reicht für heute.

„Kornspitz herzhaft und würzig“

(Werbung da Namensnennung)

Anfang der 80ziger lernte ich meine bis heute geliebten Frühstückszutaten kennen.

In München frühstückte man schnell, einfach.

Das Rezept: 1 Butterbreze vom Bäcker des Vertrauens und eine Abendzeitung, bzw. freitags die Süddeutsche mit Beilage.

Jeden Tag um die gleich Zeit begegnete man den gleichen Menschen, grüßte sich, sprach übers greislige, kalte Wetter und man war in Eile, die Tram, die U-bahn, der Bus warteten nicht. Im Büro wurde man meist von einem Kaffeeduft begrüßt, der Tag war gerettet. Latte, Espresso, Capuccino genoss mein höchstens in der Mittagspause beim Italiener ums Eck – aber nur manchmal – .

Nach einer „Münchner-Nacht“ und wenig Schlaf, liebte ich die kräftigen, knusprigen, nach Kümmel schmeckenden, dunklen Kornspitz, belegt mit Speck oder Bergkäse, die es beim Hindelang Käseladen gab. Zusammen mit der Buttermilch, mit den Flocken drin, war ich fit für den Tag.

Leider muss man heute lange suchen – wenn man überhaupt- eine gescheite Breze oder die überwiegend aus Roggenmehl bestehenden Kornspitz findet.

Ich konnte nachlesen, dass es diverse Streitigkeiten – auch international – gegeben hat, wer dieses köstliche Gebäck erfunden hat. Nach verschiedenen, meist gescheiterten Backaktionen ist es mir gelungen diese Köstlichkeit selbst zu backen.

Die etwas langwierige Herstellung solltet Ihr in kauf nehmen, ebenso die Verarbeitung des batzigen Roggenteigs.

Das Ergebnis entschädigt!

Kornspitz Rezept:

Zutaten:

Vorteig 1:

  • 50 gramm Alpenroggen Vollkorn
  • 50 gramm Weizenvollkorn bio
  • 100 gramm lauwarmes Wasser
  • 2,5 gramm Hefe

Vorteig 2:

  • 60 gramm Anstellgut Roggen aus dem Kühlschrank
  • 40 gramm LM Vollkorn (Franceska) Livieto madre
  • 100 gramm Roggenmehl 1150
  • 100 gramm lauwarmes Wasser

Vorteig 3:

  • 100 gramm Roggenschrot
  • 110 gramm kochendes Wasser

weitere Zutaten:

14 gramm Salz

20 ml Olivenöl

1 Teelöffel Roggenmalz

2 Eßlöffel Kümmel

Breznsalz

für den Hauptteig die nachfolgenden Zutaten verwenden

Hauptteig:

  • Vorteige 1-3 zusammenfügen
  • 100 gramm Alpenroggen-Vollkorn oder 1370 er Roggenmehl
  • 100 gramm Roggenmehl 1150
  • 320 gramm Dinkelmehl 630
  • 280-300 ml Wasser warm

Mehr bedarf es nicht.

Die wichtigste Zutat ist allerdings einwenig Zeit.

Die Vorteige am Morgen(8-9.00 Uhr) mischen und warm stellen, der Hefevorteig nach 1 Stunde in der Küche (bzw. etwas kühler) stehen lassen. Oder am Abend vorher ansetzen, wie es gerade paßt.

Beim Roggenschrotbrühstück empfiehlt es sich das Schrot über Nacht, abgedeckt stehen zu lassen. Es kann auch unabhängig von den Vorteigen angegossen werden.

Vorteig aus Anstellgut u. Alpenroggenvollkorn/Roggenmehl

Anstatt des Alpenroggenvollkornmehl kann man auch ein normales 1370 iger Roggenmehl verwenden. Es sollten gute Mehle verarbeitet werden.

und so geht es ganz einfach und schnell:

  • die Teige, das Schrot zusammen in die Rührschüssel oder Schüssel geben
  • 3/4 des Wassers angießen
  • die Zutaten für den Hauptteig, sowie Salz, Kümmel, Malz, Öl hinzufügen
  • und alles vermischen (Dauer ca. 3 Min. auf kleiner Rührstufe) hier benutze ich das Rührblatt meiner Kennwood
  • anschließend nochmal ca. 8 Min mit dem Knethaken durchkneten lassen.
  • der Teig löst sich nicht ganz von der Schüssel, sollte sich jedoch verbinden
  • ggfs. Wasser nachschenken, je nach Mehl
  • den Teig in eine geölte Teigwanne oder Schüssel geben
  • an einem warmen Ort „aufspringen“ lassen – (dauert meist 1-2 Stunden, je nach Temperatur)
  • dann für 10-24 Stunden in den Kühlschrank geben.

Den Teig könnte man auch nachdem Aufgehen verarbeiten. Allerdings finde ich, bei dem Roggenteig ist es einwenig einfacher, wenn er kalt ist, dann kann man ihn besser formen.

Die weiteren Schritte:

  • Den kalten Teig in ein Rechteck ausrollen und in 100-110 gramm Stücke teilen.
  • Dann die Stücke etwas ausrollen und zu „Kipferln“ zusammenrollen. Dies ist etwas schwierig
  • die Teiglinge auf ein mit Roggenmehl bestäubtes Tuch legen, leicht mit lauwarmen Wasser einpinseln und mit dem Breznsalz bestreuen
  • Den Ofen auf 250 grad mit dem Backstein vorheizen
  • gut bemehlte Einschubhilfen vorbereiten (Brett, Schieber )
  • die Teiglinge einschießen und 250 ml Wasser in den Ofen gießen
  • 10 Min. backen , Backofentüre öffnen, Dampf ablassen – Vorsicht Verbrennungsgefahr –
  • weiter 15 -20 min auf 220-200 grad backen
  • wie beim Brot sind sie fertig, wenn sie hohl klingen (Klopfprobe)
  • auskühlen lassen und nicht unbeaufsichtigt lassen , meine waren sooo schnell weg.

Würzig, knusprig, aromatisch und trotzdem locker …. Genau so hatte ich sie mir vorgestellt meine Kornspitz.

Der Aufwand lohnt sich! Warum nicht zum Valentinstag ein besonderes Frühstück zu bereiten

Ein Menü macht jeder. Viel Spaß und ein schönes sonniges Winterwochenende

M Kuhl

„morgens, mittags, abends…., übermorgen und überhaupt“

Strahlend begrüßt mich der Morgen, die Sonne wärmt einwenig, die Vögel zwitschern sanft und irgendwie schon fröhlich. Dabei soll doch der Wintereinbruch auch bei uns in München eintreffen.

Die Einkaufsliste, Mehlliste ist geschrieben . Ein schnelles Frühstück, bestehend aus Obstsalat – das einzige Gericht meines Gö-Ga – welches er beherrscht. Liebevoll geschnippelt, mit Nüssen versehen, dazu frischer Grapefruitsaft – dann geht es los aufs Land. Vielleicht finde ich ja, Nierchen, Leber oder ???. Bin gespannt.

Genussvorschläge für diese Woche:

Montag: Süßkartoffel -Linsen s. Beitrag 6.3.2016

Süßkartoffeln – Linsen – Schnellküche

Dienstag: Männeressen – der Winter soll eintreffen “ siehe Beitrag vo 2.3.2014

Mittwoch: Suppe reicht nach dem Männeressen

siehe Beitrag 6.10.20

Grießnockerlsuppe die Schnelle

Donnerstag: siehe Beitrag 3.1.2016 Spätzle satt

es empfiehlt sich das Rezept zu verdoppeln, denn diese fluffigen Spätzle lassen sich sehr gut einfrieren und bei Bedarf einfach in der Pfanne mit Butter schwenken …

Topfenspätzle

Freitag: Dorade asiatisch s. Beitrag vom 1.2.14

Ist doch gar nicht so schwer – und wenn mal kein Bedarf am Kochen ist, schnelle , gute Brotzeit geht immer.

Ich muß los, hoffe, dass ich gut durchkomme.

Habt Ihr es schon vernommen unser oberster Pandemiewächter hat verkündet:

„Wir haben die einzigste Millionenstadt unter 50…, aber immer schön vorsichtig , gell…“

Schöne Woche!

M Kuhl

„quickly weekly cake -Wochenkuchen“

Damit auch alle den täglichen Kuchen genießen können möchte ich meinen

Marmor-Amaretto-Kuchen

kurz vorstellen.

Die Zutaten:

375 gramm Mehl Type 405

2 1/2 TL Backpulver

1 Prise Salz

200 gramm Puderzucker

200 gramm gute Butter

5 Eier

Abrieb einer Orange

160 ml Amaretto

40 ml Sahne

2 Eßlöffel (schwach gehäuft) Salzkakao

1 Eßlöffel dunkler Kakao

Form: Kastenform oder Guglhufform

so einfach geht es:

Eier aus dem Kühlschrank nehmen und die Zutaten abwiegen, Mehl, Backpulver, Prise Salz vermischen

  • Puderzucker in die Rührschüssel der Küchenmaschine oder auch Handmixer geben
  • nach und nach ein Ei unterrühren lassen – bei mittlerer Geschwindigkeit –
  • Geschwindigkeit etwas erhöhen
  • wenn sich eine hellgelbe fluffige Masse ergeben hat
  • nach und nach die weiche Butter unterrühren (Butter sollte wirklich weich sein!) damit sie sich schön mit der Eier-Zuckermasse verbindet.
  • dann das elastische Rührblatt (Kennwood) einspannen und eßlöffelweise das Mehl unterrühren
  • schluckweise den Amaretto und die Sahne zugeben
  • Kastenform leicht einfetten und mehlieren – oder Semmelbrösel durchlaufen lassen, damit der Kuchen gut aus der Form geht.
  • 3/4 des Teiges in die Form füllen
  • 1/4 des Teiges mit dem Kakao versehen u. ggfs. etwas Flüssigkeit hinzugeben und nochmals verrühren lassen.
  • final den Teig mit einer Gabel durchziehen, damit der Marmoreffekt sich bildet
  • 50 -55 Min. bei 170 – 150 grad backen
  • Stäbchenprobe und abkühlen lassen.

Schnell hatte ich den Kuchen gebacken – bevor ich das Abendessen zu kochen begann. (Putenschnitzel, Spitzkohlapfelsalat, Sesamchips (Kartoffelscheiben im Backofen gebräunt) –

Der sich plötzlich einstellende Hunger wurde erstmal mit der Glasnudelsuppe einwenig bearbeitet, die ich am Abend vorher vorbereitet hatte.

Den Saatensemmelteig – dazu später mehr – in den Kühlschrank verfrachtet.

Hier schon mal eine „Ahnung“ .

Wir wollten wieder einen Spieleabend machen und ich gönnte mir entspannt einen Gin-Tonic.

Der Wochenkuchen ….

war wunderbar aufgegangen , ließ sich sehr gut aus der Form entfernen.

Am nächsten Morgen, 8:00 Uhr begab ich mich in die Küche, um die Saatensemmel zu backen…

Schockstarre – von dem Marmorkuchen der Extraklasse war nur noch die Hälfte da. Vonwegen Wochenkuchen!!

So habe ich ihn kurzerhand eingeschlossen.

Schaut selbst

Kuchendiebe in der Nacht

Ehrlich er ist auch unwiderstehlich, das leichte Amaretto-Aroma, locker leicht kommt er daher und der“gute Kakao“ überzeugt.

Mir reicht es, der Wochenkuchen wird hier zum Tageskuchen.

Kurzerhand habe ich ihn heute morgen eingeschlossen in einen glänzenden Schokoguss aus weisser und schwarzer Schokolade.

Viel Spaß beim Nachbacken und einen entspannten Pandemiesonntag, wenn auch die Wetterwarnungen nichts gutes verheißen.

Der Schnee fehlt in Süddeutschland! Laßt uns noch was übrig!

„Mohn-Orangen-Kumquats-Marmeladen-kuchen-Nachmittag“

Plötzlich, aus heiterem Himmel überfällt mich seit Neustem die schier unstillbare Gier nach Kuchen, Krapfen, Schokoladenkuchen….

Seit Sommer 2020 esse ich nämlich höchst selten Schokolade. Frisches Obst, ab und zu einen guten Esspresso mit einem Bällchen Vanilleeis genügten mir.

Auch in der Weihnachtszeit hielt ich das Süße weitgehend von mir fern.

Meine Favoriten in den letzten Wochen, Eierlikörkuchen, Schokoladenkuchen, Streusel., Käsekuchen.

Jede Woche muss ich schnell einen Kuchen rühren – backen und schwubs ist er weg.

Am Spätnachmittag eine gute Tasse Tee und ein Stück Kuchen, das ist Entspannung pur.

Ich backe eigentlich wenig nach Rezepten, sonderen habe meinen Standartteig.

  • einmal Hefeteig
  • oder den Rührteig für die Kastenkuchen

Diese Woche gab es Hefeteig, den ich mit Livieto Madra angesetzt hatte. Dies hat den Vorteil, dass man sich mit dem Backen ein variables Zeitfenster schaffen kann. Der Teig nimmt es nicht übel, wenn er 24 Stunden sich selbst überlassen bleibt.

Daher möchte ich kurz vor dem Wochenende meinen Easy-Mohn-Kuchen einstellen.

Zutaten:

500 gramm Mehl Type 405 oder 630er Dinkelmehl

1 Ei

250 ml Milch

100 gramm Butter

100 gramm Zucker

1 Prise Salz

Abrieb einer Biozitrone

1 Brise Salz

1 Ei

60 gram Livieto Madre oder 5,5 gramm Trockenhefe oder entsprechende Menge frische Hefe 30 gramm

für die Mohnfüllung :

250 gramm gemahlenen Mohn (bitte nicht selbst mahlen mit Blitzhacker oder ähnlichem, nur eine Mohnmühle ist hier geeignet, den der Mohn sollte gequetscht werden)

2 Päckchen Puddingpulver (oder selbstgemachten Pudding)

100 ml Eierlikör

650 ml Milch

100 Zucker

50 gramm Puderzucker

200 gramm Orangen-Kumquats-marmelade oder Aprikosenmarmelade

1 Eigelb, Puderzucker, eine Prise Salz in einer Tasse verquirlen

Zubereitung des Hefeteigs:

  • Mehl abwiegen, Trockenhefe einstreuen, bzw. Livieto madre
  • Milch mit der Butter leicht erwärmen (nicht mehr wie ca. 38 grad)
  • Zucker beifügen
  • die Zutaten in die Rührschüssel geben und ca 10 Min. zu einem glatten Teig kneten
  • wenn sich der Teig von der Schüssel löst – ist er meist genug geknetet.

an einem warmen , zufreien Ort gehen lassen, bis er sich gut vergrößert hat

mit dem LM dauert es meist etwas länger, bis der Teig anspringt.

Zubereitung der Mohnmasse:

  • Puddingpulver, Mohn, Zucker in einen Topf geben und vermischen
  • anschließend Milch und Eierlikör hinzufügen und unter ständigem Rühren aufkochen
  • die Masse ca. 25 Minuten quellen lassen
  • die Marmelade aufwärmen bis sie flüssig geworden ist.

Eine runde oder auch eckige Springform mit Backpapier ausgleiten und Hefeteig „damenzeigefingerdick“ in die Form geben. Den Restteig beiseite stellen.

Ein Stück Teig dünn ausrollen und in Streifen schneiden.

Restlichen Teig zu einem Rechteck ausrollen.

Die Mohnmasse nun auf die Form verteilen, mit der Flüssigen Marmelade bepinseln und die Streifen drauflegen.

Das Rechteck ebenfalls mit der Mohnmasse befüllen und zusammenrollen – Es entsteht ein größeres Hörnchen.

Final die Teigriemchen und das große Hörnchen mit der Ei-Salz-Puderzuckermischung bepinseln.

Ofen auf ca. 180 grad vorheizen und fallend bis ca. 160 grad 45 Min. backen.

Fotos konnte ich wieder keine erstellen, kaum war der Kuchen bzw. das Hörnchen aus dem Ofen, waren die Küchendiebe schon wieder tätig.

Gö-Ga war zunächst sehr zurückhaltend

„Es läuft wieder ein seltsames Mohn-projekt, sicher wieder für den Abfalleimer….“

Er konnte dann aber beim „Küchendiebstahl“ überrascht werden.

Wie immer: „Geht , kannst nochmal machen“

Ein Nachbacken ist lohnenswert, wenn man Mohn mag. Saftig, frisch kommt der Mohnkuchen daher und vermittelt einen ganz kleinen Hauch von südlichem Flair mit seinem Orangen- Kumquats-Toping.

Wer die Marmelade kochen will siehe Blogbeitrag 6.1.2011

„the game starts all over again – das Spiel beginnt von Neuem….“

(Werbung da Namensnennung)

Die C-Pandemie zwingt mich – uns – zu immer neuen Aktivitäten.

Mit Wonne hatte ich mir die Serie Gambit bei Netflix reingezogen. Das fast verstaubte Schachbrett kam wieder aus der Versenkung hervor. Sogar meinen Gö-Ga konnte ich begeistern so manche Partie bei einem guten Glas Rotwein zu spielen.

Ein kleines Schachturnier innerhalb der Familie und der Abend , was sage ich auch die halbe Nacht war gerettet.

Vor vielen Jahren hatten wir einmal leidenschaftlich Wizard gespielt. Ja, immer Donnerstags war unser Spieleabend. Lange vorbei – das Jungvolk hatte sich davon losgesagt- Langweilig – keine Zeit …..

Das Wizard-Spiel ist eigentlich ein einfaches Kartenspiel. Das Ziel ist es gewisse Voraussagen zu treffen, wie viele Stiche man macht – bestimmte Funktionskarten müssen geschickt eingesetzt werden und es müssen strategische, mathematische Überlegungen angestellt werden. Aber im Laufe des Spielens entwickelt sich eine interessante Dynamik und es ist schnell erlernt.

Diese Spielaktionen halten mich allerdings teilweise von meiner Lieblingsbeschäftigung – dem Kochen ab-

Das nachfolgende Rezept ist ideal, wenn keine Häppchen – oder fingerfood – die hungrigen Mägen stopfen.

„Lamm-Curry Issy“

Das Gericht, wärmt wohlig nach einem Winterspaziergang , die leichte Schärfe , gemildert mit den Tomaten und der Cocosmilch stimmt die Gemüter friedlich.

Zutaten:

  • 500-600 gramm ausgelöste Lammkeule
  • walnußgroßes Stück frischesn Ingwer
  • Chillischote –
  • 4 Knoblauchzehen
  • 8 cm Kurkumawurzel frisch
  • Zitronenabrieb (einer Frucht)
  • 100 gramm Zuckerschoten
  • 2 Spitzpaprika
  • 3 Karotten mittlerer Größe
  • ein Esslöffel Tomatenmark
  • 1 Dose Toaten – passiert
  • 1 Dose Cokosmilch – cremig –
  • 1 Esslöffel Honig (mit laufwarmen Wasser in einer Tasse verrühren)
  • 1/2 rote Zwiebel, zwei Schalotten
  • 100 gramm Mandeln – gehobelt –
  • ca. 350 gramm indischer Reis oder Basmatireis

Gewürze:

  • Zimtstange
  • 1 TL Fenchelsamen
  • 1 TL rote Pfefferbeeren
  • EL Sesam – schwarz –
  • Curry-Mischung grün/rot
  • Lorbeerblatt
  • 2 Peitschenpfeffer

und los geht es:

  • Fleisch parieren mit Zitronenabrieb versehen
  • Ingwer, Knoblauch, Kurkuma (am besten mit Handschuhen) Zwiebel , Gemüse kleinschneiden
  • Honig in laufwarmen Wasser auflösen und über das Fleisch geben – beiseite stellen , ca. 10-15 Min.
    • Gewürze,Ingwer, Knoblauch, Kurkuma, Tomatenmark andünsten
  • in den heißen Wok das marinierte Fleisch geben und unter ständigem Bewegen anbraten
  • nach und nach das Gemüse zufügen und ca. 5 Min köcheln lassen
  • Tomatenstücke aus der Dose hinzufügen
  • nach ca. 1O Min. die Cocosmilch angießen
  • jetzt können wir auf kleine- Flamme das Gericht 1 1/2 Stunde mit Deckel simmern lassen
  • die Aromen verbinden sich automatisch
  • final abschmecken mit Currypaste, Salz

Die Soße ist sämig, angenehm – ganz von selbst –

Den Reis derweil im Reiskocher mit einer handvoll getrockneter Cranbeeries garen und den Wok mit Koreander versehen und mit dem inzwischen ausgebackenen Naanbrot servieren. (kein Muss)

Rezept für Naanbrot folgt.

Während der Wok simmert hatten wir schon mehrere Runden gezockt, die Spielunterbrechnung war willkommen – einen kleinen indischen Einfluss hatte das Gericht – und es war nebenbei mit einer gewissen Leichtigkeit entstanden, wie man sich es wünscht.

Viel Spaß beim Spielen und Kochen.





„Plan, schedule , Essensvorbeitungen….“

Erstmal der gefühlt längste Monat des Jahres ist schon vorbei. Wow – ging das schnell.

Die Tage werden schon ein kleinwenig länger, heller und hier und da kann man morgens schon ein Vögelchen hören.

Der Januar:

Januar 2021 Köstlichkeiten und Highlights

Fällt Euch auf, welche Gerichte ich noch nicht eingestellt habe? Selbstverständlich werden diese demnächst kommen. Mit Naanbrot und dem Lammcurry verabschiede ich den Monat Januar 2021

Ein paar Anregungen für die Woche will ich nicht vorenthalten.

Montag: Spaghetti Vongole – ich liebe dieses Gericht sehr. Die Grundidee und das Rezept sind bei Witzigmann (Münchner Sternekoch) entliehen.

siehe Beitrag vom 22.4.2012

Dienstag:

„quickly, Kartoffeln, Romaneso , sie Beitrag vom 21.04.12 – Geht auch mit Blumenkohl – den gibt es schon wieder in guter Qualität – ein kleines Gericht, für alle die das Wintergemüse mal leid sind und einwenig Hoffnung auf den Frühling sich erträumen wollen

Mittwoch:

Spinatsalat an Speckpflaumen und gegrilltem Halloumi – leicht lecker und sättigend –

Die Erdbeeren ersetze ich in dieser Jahreszeit mit Mango bzw. Papaya (Kerne unbedingt trocknen u in eine Pfeffermühle geben)

s. Beitrag vom 11.06.2011

Donnerstag:

„Pfeffer-Mango-Wok“ s. Beitrag vom 2.03.2011

Vielleicht bittet Ihr im Rahmen der erlaubten Pandemievorschriften Euren Nachbarn, Kollegen/in, Freund zu Tisch. Ein wunderbarer Abend wird es mit dem köstlichen Wok-Gericht.

Freitag:

im Gedenken an den schönen Januar-Winter

Wintermärchen Karottensuppe und dann s. Beitrag vom 26.02.2012

Ein Süppchen ist heute eigentlich genug, bestimmt sind noch kleine Reste da. Das Wochenende immer entspannt angehen. Vielleicht mit einem schönen Cocktail , einer schönen Nachspeise, guter Musik den Einstieg ins Wochenende genießen.

Gutes Gelingen, beim Nachkochen oder auch nur zum Anschauen – was man kochen könnte, planen würde, wenn man Lust und Laune hätte.

„Urgetreide – erfüllt Brotträume“

(Werbung da Namensnennung)

Die Draxmühle beschreibt das Urgetreide wie folgt:

Was genau ist Urgetreide? Es handelt sich dabei um alte und wiederentdeckte Getreidesorten, die aus unterschiedlichen Gründen für den industriellen Anbau nie interessant waren. Meistens deswegen, weil ihre Erträge nicht hoch genug oder der Anbau zu aufwändig ist. Heute bringt uns das zahlreiche Vorteile: Denn die Sorten sind sehr vitamin- und mineralstoffreich, widerstandsfähig und urtümlich. Sie werden von vielen Menschen mit Nahrungsunverträglichkeiten besser vertragen als industriell gezüchtetes Hochleistungsgetreide.

Warum Urgetreide

Urgetreidesorten wie Dinkel, Einkorn, Emmer, Kamut, Rotkornweizen oder Lichtkornroggen sind seit tausenden Jahren unverändert geblieben. Sie verfügen über einen höheren Nährwert, sind echte Kraftpakete und haben weniger Reizstoffe als moderne Getreidesorten.

Immer wenn ich meine Mehlvorräte aufstockte, entdeckte ich Mehlsorten, die ich noch nie gehört hatte.

Viele Backversuche schlossen sich an, leider nicht immer erfolgreich.

Zuviel – zuwenig Wasser, mal stimmten die Temperaturen nicht.

  • wieder mal hatte ich meinen triebstarken Sauerteig unterschätzt
  • die Folge war eine sogenannte Übergare – das Brot war hart, platt , hatte keinen Ofentrieb mehr
  • der Vorteig ging schneller oder langsamer , wie gedacht
  • es schmeckte total sauer bis fad trotz aller Mühe
  • ich war besessen von dem perfekten Roggenbrot ohne Weizenmehl
  • meine Roggenbrote brauchten teilweise 3 Tage, bis sie backfähig waren
  • oder sie waren nach 2 Tagen trocken, insbesondere, wenn ich mit einem Dinkelmehlanteil gearbeitet hatte. Es war hart, nicht zu schneiden. „Zum Saufudern“ (für die Schweine)
  • mein Weihnachtsbrot (s. Beitrag) war schon sehr gut gelungen, aber sehr arbeitsaufwendig
  • immer wieder versuchte ich, die idealen Verhältnisse in den Griff zu bekommen
  • mein Ziel war es, ein 100%iges Roggenbrot innerhalb von 24 Stunden zu backen (die Auffrischung des Sauerteigs außen vorgelassen)

Am Abend vor dem Backtag frischte ich meinen in die Jahre gekommenen, flüssig geführten „Hermann“ mit Lichtroggen bio auf und stellte mit Roggenschrot ein sogenanntes Brühstück her.

  • 100 Gramm Roggenschrot werden 100 gramm kochendes Wasser hinzugeführt, abgedeckt und eine Nacht ruhen lassen.
  • Ansatz alt = 200 gramm , fügte ich 100 ml=Gramm Wasser 40 grad warm hinzu, sowie 100 Gramm Lichtroggen bio und gönnte ihm eine warme Nacht auf der Heizung (Temp. 27 grad) (auch mit Backofenlampe übernacht möglich)
  • Wow , das Ergebnis war überwältigend!
  • der Ansatz war wunderschön aufgegangen, hatte große Blasen gebildet und war richtig aktiv, duftete wunderbar. Aber soviel Sauerteig, hatte ich mich da nicht vergaloppiert?

Mein Vorteig

  • 200 gramm aufgefrischter Herrmann
  • Quellstück, bestehend aus dem Roggenschrot (100gramm Wasser/100 gramm Schrot)
  • 160 gramm Alpenroggen der Mühle Drax
  • 110 gramm Lichtroggen bio der Mühle Drax
  • empfehlenswert ist ein entsprechend große Schüssel in dem sich der Vorteig in ca. 5-8 Stunden an einem warmen Ort entwickeln kann. Er blubbert richtig ist sehr aktiv!

Mein Hauptteig

Reifer Vorteig – Sauerteig
400 g Roggenmehl Type 1150
140 g warmes Wasser
20-25 g Salz1 knapp gehäufter Teelöffel Bio Roggenmalz
20 g Olivenöl oder Kernöl
15 g Brotgewürz grobe Körner (Fenchel, Koreander, Kümmel)

Zusammenführung und Teigbearbeitung:

  • die Teige in die Rührschüssel der Küchemaschine geben und langsam auf kleinster Stufe ca. 6 Minuten gut vermischen. Hier arbeite ich nicht mit dem Knethaken, sondern mit dem breiten Rührblatt.
  • Teig ca. 15-20 stehen lassen bei Zimmertemperatur
  • auf eine mit Lichtroggen leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und mit einer Teigkarte zusammenschieben
  • der Teig ist batzig und schwer zu händeln! (Einmalhandschuhe sind hier sehr hilfreich)
  • ein Gärkörbchen mit einem Leinentuch auslegen und gut mit Lichtroggenmehl bestäuben
  • den batzigen, feuchten Teig in das Gärkörbchen geben, leicht mit Lichtroggen bestäuben und mit einem Küchetuch abdecken
  • an einen warmen Ort stellen und nach ca. 2-4 Stunden sollten sich auf dem Teig Risse bilden und sein Volumen hat sich wunderbar erweitert.
  • Den Ofen, mit dem Backstein auf 270 grad vorheizen
  • mit dem Zeigefinger leicht antippen, geht die kleine Delle wieder zurück , ist es der richtige Zeitpunkt da, um das Brot in den Ofen zu geben.
  • Temperatur auf 250 grad reduzieren und 250 ml Wasser in den Ofen schütten – oder auf ein unter dem Backstein eingefügtes Backblech gießen und 12 Min. backen
  • dann öffnen und die heißen Schwaden abziehen lassen.
  • Temperatur auf 220 – dann 200 absinken und ca.50 Minuten backen.
  • Klopfprobe ( tief und hohl) dann ist das wunderbare Brot fertig und gut auskühlen lassen
  • es erfordert schon eine gewisse Beherrschung das Brot nicht direkt anzuschneiden.
  • der Duft ist unwiderstehlich, die Brotgewürze …..

Tipp:

Das Brot in Viertel aufteilen und einfrieren. Es bleibt so wunderbar frisch. Das angeschnittene Brot hält sich leicht bis zu 8 Tagen ohne hart zu werden.

Das Ergebnis überzeugt, die Arbeit hat sich gelohnt! So ein Brot kann man nicht kaufen!

Es braucht wenige Zutaten und etwas Liebe und Zeit – die wir ja eigentlich gerade jetzt haben –

Schönes Wochenende!

„Veggie satt“

Flaucherbrücke – Isar

Der Winter hat sich breitgemacht. Ich habe Lust auf was Frisches mit Rohkost.

…. ja und was gibt es dazu? So schaute mich Gö-Ga fragend an. Einen gescheiten Hunger habe ich schon.

Ehrlich gesagt, es sind die Reste aus dem Gemüsefach: Karotten, Sellerie, eine Stück Kren (Meerettisch), die rote Beete, die von den roten Knödeln übrig war. Der kleine feste Spitzkohl hat so brav gewartet, die süßsauren Elsteräpfel , ja geht doch.

Ach, die Vinaigrette mit Olivenöl, Paprika und Halloumi (Käse aus Kuh-u. Schafsmilch) , die im Kühlschrank steht, muß auch weg.

Mein Gö-Ga hat das Leiden aller Rentner derzeit. Bewaffnet und getarnt mit der FFp 2-Maske kauft er ständig, vor allem Lebensmittel ein, in der sich immer wieder bestätigten Hoffnung, dass ich koche.

Was ich ja zwangsläufig tun muss!

Manchmal denke ich, die Lockdown in der Härte wird hier in Bayern verlängert, bis unser Ministerpräsident Bundeskanzler wird.

Mit vollem Elan begebe ich mich in die Küche.

Bewertung: 3.5 von 5.

Veggie-Hauptgericht

Zutaten:

4 mittlere Karotten

1 großer Sellerie

10 cm frischen Kren

2 feste Äpfel

1 gekochte rote Beete

1 Teelöffel Kapern aus dem Glas

2 Zitronen

1 Ei

Semmelbrösel

schwarzer Sesam

1/2 Babyspitzkohl

60 ml Kefir

Gewürze: Pfeffer, Salz, gemahlenen Anis, Kurkuma, Chilliflocken

Sonstige: Apfelessig, Walnußöl, Chilliöl, Limonenöl, Honig, Senf

mehr brauchts nicht.

und so geht es ganz schnell zwar nicht, denn man unterschätzt meist die vielen Arbeitsgänge

  • den Sellerie schälen und in Scheiben schneiden – etwa fingerdick –
  • und in kochendem Salzwasser unter Zugabe einer Zitronenscheibe blanchieren
  • er sollte nicht weich werden
  • Karotten schälen, restlichen Sellerie in Stücke schneiden, den Kren schälen
  • dann mit der Küchenmaschine die genanntenZutaten fein raspeln. (geht auch mit den haushaltsüblichen Reiben)
  • beiseite stellen und mit Zitronensaft beträufeln
  • den Spitzkohl halbieren und auf der Brotmaschine in ganz feine Streifen schneiden
  • genauso verfahren wir mit den entkernten Äpfel
  • den Sellerie aus dem Wasser nehmen und abtropfen lassen
  • Panade vorbereiten:
  • Ei in einer Tasse verquirlen
  • Semmelbrösel mit schwarzem Sesam vermischen.
  • Vinaigrette:
  • Senf, alle Öle, Apfelessig, Honig mit einem Schneebesen verrühren.
  • abschmecken
  • Vinaigrette über die geraspelten Karotten-Sellerie-Kren- Mischung geben und gut unterheben
  • die gleiche Vinaigrette über den geschnittenen Spitzkohl- Apfelmischung geben
  • und beiseite stellen.
  • die rote Beete auf der Brotmaschine ganz fein und hauchdünn aufschneiden und mit etwas Zitronensaft beträufeln
  • die „Restvinaigrette“ Olivenöl, winzigklein gehacktes Spitzpaprika, Halloumi in einer Tasse mischen, dann mit den Kapern auf die rote Beetescheiben verteilen
  • die abgekochten Selleriescheiben in Ei und dem Semmelbrösel-Sesam- wälzen
  • dann in heißem Butterschmalz ausbacken

Fast geschafft – nicht aufgeben

Teller am „Pass“ bereitstellen und anrichten. Gö-Ga murrt schon, wie lange dauert es denn noch….

Nein – fotografieren brauchst den Schmarrn heute nicht, wir haben Hunger.

Dann Stille , die geliebten Geräusche , Wow – das ist ja saugut :“ Kannst öfters machen…“

„Winterhunger“

Draußen tobt der Schneesturm – eine weiße Wand, sonst nichts –

Schon wieder muss ich an Essen denken. Hunger habe ich nicht, aber dieser Drang nach warmen Essen …

Feuer – Wasser – Luft -Erde diese vier Elemente verschmelzen sich beim Kochen.

Seit Urzeiten sind sie für mich die Basis für Essen, Kochen und somit der Schlüssel zu einem ausgeglichenem Leben.

Was kochen wir morgen, so lautet die Frage bei vielen Menschen. Mir fällt es immer schwer, eine Entscheidung zu treffen..

Schupfnudeln mit Kraut, Kürbissuppe, Lammwok, Skrei (Winterkabeljau)… Nudelauflauf, Salzfleisch mit Gerstenrisotto, Kassler, Blut- und Leberwurst, Linseneintopf, Grünkernknödel, Tafelspitz mit Senf-Meerettisch Wirsing auf Pastinakenpüree, Rotweinbraten

Diese Woche empfehle ich:

Montag: Bohneneintopf s. Beitrag 12.1.2021

Dienstag: Ossobucco between Orient und Ikzident Beitrag vo 1.12.20

Mittwoch: schnelle rote Beete Suppe s. Beitrag „Dunkelroter Charm meets Limone“ vom 29.10.2020

rote Beete Süppchen
Rote Beete , Limonen, Zitronenmelisse

Donnerstag: Erbelskuche (Deppekuche) Kartoffelkuchen s. Beitrag vom 12.12.2016

„resch, deftig , bereit sich dem Apfelmus hinzugeben“

Freitag : Estragon-Skrei an Fenchelorangengemüse auf Kartoffel-Möhren-Ingwer- Stampf siehe Beitrag vom 22.1.2011

Skrei satt

Die Gerichte sind alle auch für „Anfänger“ machbar. Zeit und Muße benötigt man. Dank der Pandemie sind da sicher die Zeitfenster vorhanden. Außerdem zusammen Kochen macht stark !

Eine schöne Woche – genießt den Winter – drinnen und draußen.

„Süßes Brot wird nicht hart“

(Werbung da Namennennung)

Ehrlich, gerade habe ich das Gefühl mein Kopf, mein Hirn ist rechteckig – bildschirmverseucht-

Meine tägliche Augenpflege, Augentropfen sind zwingend.

Früher – vor Corona – bin ich oft spontan zum Bahnhof am Wochenende gefahren und habe in den riesigen Zeitungsshops gestöbert – dann mit einem Stapel – Die Zeit , Süddeutsche, Essen und Trinken , Spiegel, Mode, Wohnen, Radfahren….

Stundenlang konnte ich dann lesen, stöbern – Ideen sammeln ….

Der kleine Zigaretten und Zeitungskiosk war fast „ausgeraubt“ – viele Hefte waren nicht mehr da , leere Fächer – Offentsichtlich sind Handarbeitshefte – Kochzeitschriften…. gerade sehr gefragt.

Seit gefühlt 1 Jahr habe ich mich meist auf Online- Zeitungen beschränkt. Von den lästigen Aboverträgen habe ich mich schon seite Jahren verabschiedet.

Wie schön es sich anfühlt, das Zeitungspapier – im Bett lesen – Artikel rausreißen – Hochglanz war gestern, die Foodzeitschrift ist auf Ökopapier gedruckt – wow –

Der Trend geht zu kleineren, handlichen Formaten, sogar die bekannten online Seiten werben mit „Neuerscheinungen“.

Ja, ein kleiner Plausch mit dem Kioskinhaber war eigentlich auch ganz nett. Also wenn Euch total langweilig wird…

Zurück zu meinem „Süßen Brot“ wie es meine siebenköpfigen Raupen schon als kleine Knirpse genannt haben. Es ist leicht süß, saftig, aromatisch und manchmal, nach vielen „gesunden“ Müsli-Obst-Körner-Wochen, kommt die leise Sehnsucht nach dem „süßen Frühstück“ Selbstgemachte Marillen – Erdbeer-Orangen – Zwetschgenmarmelade , einen schönen kräftigen Tee oder dampfenden Kaffee, die Zeitung und schon fängt der Tag gut an.

Hier mein Rezept:

138 gramm Hefewasser (frisch aufgefrischt, heute mir pürierten Aprikosen)

275 gramm Weizenmehl Type 405 (auch Dinkelmehl 630 ist geeignet)

Diese Zutaten miteinander vermischen und mindestens 12 Stunden sich selbst überlassen, bzw. kann im Kühlschrank gelagert werden, um dann beliebig eingesetzt zu werden.

Zutaten für den Hauptteig:

30 gramm Livieto madre „Sophi“ (milder LM mit 550er Weizenmehl aufgefrischt) (s.Beitrag 11.1.2021 Teig….)

290 gramm lauwarme Milch

Tipp: Milch mit ein paar Safranfäden erwärmen (tolle Farbe, toller Geschmack)

80 gramm Zucker

80 gramm weiche Butter

280 gramm Weizenmehl Type 405 oder 550

1 Ei

Abrieb einer Zitrone

1 Prise Salz

Zutaten: für eine schöne Kruste

  • Salz, Puderzucker, 2 Eßlöffel Sahne und 1 Eigelb verquirlen

Zubereitung:

Alle Zutaten in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben

  • beginnend mit dem Vorteig und dem LM
  • Milch bis auf 40 ml zurückhalten
  • Butter, Zucker, Ei, Zitronenabrieb
  • Mehl am besten gesiebt
  • zum Schluß Prise Salz

Auf kleiner Stufe die Zutaten durchmischen und dann erst die Restmilch hinzufügen.

Nun auf der nächsten Stufe lassen wir die Maschine 12 Minuten den Teig kneten, bis er sich von der Schüssel löst.

An einem warmen Ort bzw. bei Zimmertemperatur lassen wir den Teig gehen. Es dauert einwenig, nur Geduld.

In der Zwischenzeit eine Kastenform einfetten, Zutaten für die Kruste mit dem Schneebesen in einer Tasse verquirlen.

Den weichen, aromatischen Teig in die Form geben und nochmals ca. eine 3/4 Stunde gehen lassen.

Dann mit der Ei-Sahne-Zucker-Salz-Mischung großzügig bepinseln.

Ofen auf 200 grad vorheizen.

Dann abfallend auf 170 grad ca. 50 Minuten fertig backen. Mit Alufolie nach 10-15 Minuten abdecken, damit die Kruste nicht verbrennt.

Heute am frühen Morgen kam ich in die Küche – Die Süß-Brot-Diebe waren schon da.

Die Ermittlungen laufen, wer hat das Süßbrot mitgenommen. Etwa der Gö-Ga (hat er genug von seiner Quark, Leinöl, Körnerpampe ?)

Das Brot ist leicht süß, duftet nach Aprikosen, hat eine wunderbare, leichte Konsistenz und läuft zur absoluten Hochform auf, wenn es leicht mit Puderzucker bestäubt wird und in der Grillpfanne leicht geröstet wird.

Ein Traum!

„mach mer es uns kuschelig…“

Sanft ist alles mit Schnee bedeckt, die Geräusche der Stadt sind einwenig gedämpft, die Luft ist feucht und kalt. Stolz trägt der Wald die weiße Pracht zur Schau. Die Menschen atmen auf – die Hunde freuen sich, die Kinder werden nicht müde, sich dem Schnee hinzugeben. So manches Kind, sieht den weißen, lockeren Belag das erste Mal in seinem Leben.

Jetzt schmecken die Bratäpfel, der Glühwein , die Ripperl mit Kraut, die Blut- u. Leberwurst, die samtigen Knödel, die Eintöpfe besonders gut. Allerdings bedeutet es auch, dass man/ frau die „natürliche Umgebung der Kochenden “ kaum verläßt.

So ging es mir am Samstag , Apfelmus gekocht, Saatensemmelteig angesetzt, Marmor-Eierlikör-Kuchen gebacken, Hefeteig angesetzt für Puddingbrezen, Sauerteigpflege intensiv, ein Belugalinsengemüse vorbereitet, Fische gebraten…..

Komisch, immer noch blieb genug Zeit zum Lesen, Ratschen , Träumen, Teetrinken…

Der Radius der Menschen ist arg beschränkt – kein Freizeitstress plagt ihn mehr. Wir müssen nicht um 5 aufstehen, um rechtzeitig an der Bergbahn zu sein. Dabei wäre es jetzt schön in einer Skihütte, wo nicht viel los ist, am Kachelofen…. und dann laufen lassen, bis die Augen tränen – kein Anstehen nur die Freiheit des Winters und des Skifahrens zu genießen. Mit einer schweißtreibenden Langlaufloipe und anschließender Sauna, Schwimmen wäre ich ja auch schon zufrieden.

Es geht nicht!

Treffen im Lieblingscafe nicht möglich, Theater geschlossen.

Frisör verschoben, Kosmetik – stellen wir hinten an. Der Samstags-Shopping fällt aus….

Manch einer wird denken , jammern auf höchstem Niveau

Heute werde ich es mir kuschelig machen, die Küche hat der Gö-Ga geputzt und aufgeräumt.

Einen ausgiebigen Spaziergang werde ich mir gönnen, wenn spät am Nachmittag das Winterlicht alles verzaubert – gleissend in eine andere Welt – .

Genießen wir einwenig die erzwungene Pandemieruhe, bevor neue Hiobsbotschaften uns erreichen.

Schöne Woche!

P.S mein Küchenplan:

  • Blaukrautstrudel und Kürbispüree,
  • Schwarzwurzelrisotto, Mohnschupfnudeln,
  • StrohschweinKoteletts für den Gö-Ga auf mildem Kraut und cremigem Kartoffel-Pastinaken-Püree oder Ingwer-Wirsinggemüse
  • Salat mit Avocado, Radicchio, Blauschimmelkäse, Nüssen
  • Pulpo Kartoffel
  • was Süßes fehlt – schauen wir mal – was die Woche so bringt.
  • vielleicht Palatschinken – Quark- überbacken, Zimt, Rosinen , Rum

„Der Murmeltiertrieb“

(Werbung, da Namensnennung sichtbar)

Die posierlichen Tierchen sind bekannt dafür, dass sie mit Wenig den Winter überleben können und sich einen Vorrat im Herbst anlegen, der sie über den Winter ernährt.

Photo by Russell Combs on Pexels.com

Habe ich diesen Trieb – ist er gar krankhaft ausgebildet ? –

Immer wenn es kalt, trüb und die Tage kurz sind, bricht er aus.

Erstmal habe ich meinem Gö-Gatte eine Liste geschrieben, die wie folgt lautete:

Metzger:

2,5 kg Schweinebraten

1 kg Hackfleisch (halb Rind, halb Schwein)

1,5 kg Rindfleisch zum Kochen (konkret: Tafelspitz v. Rind Das entsprechende Fleisch gehört zum auslaufenden Schwanzstück des Wiederkäuers und grenzt an den Hüftdeckel oder Tafelspitz an)

1 kg Markknochen

1/2 Seite vom geräucherten Wammerl (feiner, durchwachsener Bauspeck)

Gemüsehändler – türkischer Händler

5 rote Beete

1 Babyspitzkohl

1 kg rote, 1 kg weiße Zwiebel

1 kg Karotten

1 mittelgroßer Sellerie

1 kg Pastinaken

Lauch, Rosenkohl, Petersilie, Koreander, Feldsalat, Spitzpaprika

3 kg Äpfel

Leicht schräg hat er geschaut, nahm die Liste und war 2 Stunden verschwunden.

Ehrlich ist schon einwenig viel – für 2 Personen , selbst wenn die siebenköpfigen Raupen – sich anmelden:

„Ich habe Hunger, ich sterbe, brauch etwas Warmes“….

Minus 9 grad zeigt das Thermometer an! Locktown pur wurde vom bayrischen Ministerpräsidenten verordnet. Mein kurzer Supermarktbesuch endet dramatisch. Mit rumlungernden Verschwörungspöbel habe ich mir fast eine Schlägerei geleistet. Keine Masken, keine Einkaufskörbe oder Wagen werden genutzt. ….

„Corona , interessiert uns nicht, ist doch nur eine Grippe….“

Das Supermarktpersonal schreitet nicht ein.

Zurück zu meinem Leiden. Nachdem die Vorräte aufgefüllt sind, setzt die tiefverwurzelte Kochsucht ein! Bolognese, Tafesspitz, Schweinebraten, Spitzkohlrouladen, Marktklößchen stehen auf dem Plan. Hartgemüse schnippeln, Fleisch parieren, Zutaten , Gewürze bereitstellen…

Meine Sauerteige – oh je die haben sich ja verdreifacht – raus aus dem Backofen – Sonntagssemmelteig, Roggenbrotteig – ansetzen. Meine Küchenmaschine protestiert schon – hilft nichts – soll sich nicht so anstellen – sie war schließlich erst im August zur Kur bzw. Reparatur.

Mit einem nicht zu bremsenden Elan stürze ich mich an die Töpfe. Hier kann ich mich jetzt voll uns ganz meiner Sucht widmen. Ein wunderbares Gefühl, wohlige, Wärme, die Geschmacksnerven sen­si­bi­li­sie­ren sich. Die Bolognese simmert leise vor sich hin, der Tafelspitz will den Eiweißschaum abgenommen haben, der Schweinebraten schreit nach seinem dunklen Bier – draußen wird es langsam dunkel – es beginnt zu schneien – . Der Prosecco hat geduldig im Schnee gewartet.

Perlend grüßt er mich . Jetzt noch eine schöne Musik, den Roman weiterlesen –

„Mensch mach mal alles auf – die ganze Wohnung riecht nach Essen…“ Meinem GöGa werden sich diese wohltuenden Düfte nie erschließen!

Die Gefrierschubladen sind nun gut gefüllt – ich kann wieder etwas streunen gehen in der herrlichen, schneebedeckten Natur und mir überlegen – bis der nächste Suchtanfall kommt- was ich kochen, backen, ausprobieren könnte.

„Suppe ist kein Essen ….. Grüne Suppe, mag ich nicht….“

…so tönte mein Sohn schon mit 10 Jahren. Im Kindergarten, bei der Tagesmutter, in der Schule immer hatte es Suppe gegeben.

Die schreckliche Geschichte vom Suppenkasper, die eine Erzieherin im Kindergarten, so gerne vorlaß und auch mein Sohn wollte sie immer wieder hören.

lt. Wikipedia ..“Struwwelpeter (auch Der Struwwelpeter) ist der Titel eines Werkes des Frankfurter Arztes und Psychiaters Heinrich Hoffmann aus dem Jahr 1844 und zugleich die Titelfigur des Buches. Das seit 1845 gedruckte Bilderbuch enthält mehrere Geschichten, in denen oft Kinder nach unvorsichtigem Verhalten drastische Folgen erleiden, die von einem Sturz ins Wasser bis zum Tod reichen.

hatte ihn wahnsinnig beeindruckt – nochmal für Nichtkenner:

  • Der Kaspar, der war kerngesund,
  • Ein dicker Bub und kugelrund,
  • Er hatte Backen rot und frisch;
  • Die Suppe aß er hübsch bei Tisch.
  • Doch einmal fing er an zu schrei’n:
  • „Ich esse keine Suppe! Nein!
  • Ich esse meine Suppe nicht!
  • Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!“
  • Am nächsten Tag, — ja sieh nur her!
  • Da war er schon viel magerer.
  • Da fing er wieder an zu schrei’n:
  • „Ich esse keine Suppe! Nein!
  • Ich esse meine Suppe nicht!
  • Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!“
  • Am dritten Tag, o weh und ach!
  • Wie ist der Kaspar dünn und schwach!
  • Doch als die Suppe kam herein,
  • Gleich fing er wieder an zu schrei’n:
  • „Ich esse keine Suppe! Nein!
  • Ich esse meine Suppe nicht!
  • Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!“
  • Am vierten Tage endlich gar
  • Der Kaspar wie ein Fädchen war.
  • Er wog vielleicht ein halbes Lot —
  • Und war am fünften Tage tot.

Diese „schwarze Pädagogik“ hält sich bis heute tapfer und die übermotivierten Eltern setzen bis heute solche „Geschichten“ ein, um das Eßverhalten ihrer Lieblinge zu beeinflussen.

Das Gegenteil tritt meist ein, wie ich selbst erleben durfte.

Suppen sind daher bei meinen Kindern verpönt, bis auf Eintöpfe mit besonderen Fleischeinlagen bzw. div. Klößchen.

Grüne Bohnesuppe

Zutaten: (für 3 Personen)

500 gramm grüne, lange Bohnen

1 Rippe vom kleinen Muskatkürbis

1 kleine Pastinake

1 Kartoffel in Würfel geschnitten

1 weiße Zwiebel

1 Knoblauchzehe

1 kleines Stück frischen Ingwer

200 gramm weiße dicke Bohnen (auch aus dem Glas oder Dose möglich)

1-2 Eßlöffel Olivenöl

1 Liter Brühe (Gemüse, Hühner oder Rindsbrühe aus dem Vorrat oder zur Not Instant Produkt)

Gewürze: Chiliflocken, schwarzer Pfeffer aus der Mühle, ggfs. etwas Meersalz, Bohnenkraut getrocknet

Einlage: Mettenden oder Debreziner

Kochen: im Schnellkochtopf – Stufe 1 – Dauer 5 Min. , normaler Kochtopf ca. 20 Min. auf Stufe 4-5

Zubereitung:

Schritt 1 :

Olivenöl erwärmen und die kleingeschnittene Zwiebel, Knoblauchzehe, Ingwer, den Kürbis, die Pastinake farblos anschwitzen..

Schritt 2:

Die Bohnen putzen und in Rauten schneiden, dann kurz mitschwitzen lassen. Kartoffelwürfel (mgl. klein) hinzufügen

Brühe angießen und im Schnellkochtopf auf Stufe 1 5 Min, im normalen Topf ca. 20 Min. kochen.

Schritt 3:

Final die gekochten Bohnen hinzufügen, dieWürste klein schneiden und kurz durchziehen lassen.

Abschmecken mit schwarzem Pfeffer, Chiliflocken ggfs. Salz, Bohnenkraut und heiß servieren

Die frischen Bohnen , der gelbe Muskatkürbis , die dicken Bohnen gehen eine herrliche Verbindung miteinander ein und die Farben bringen Leben in den tristen Wintertag.

Die Debreziner vom Landmetzger kräftig, schmackhaft

Diese Wintersuppe überzeugt den gestraften Supenkasper.

Viel Spaß beim Kochen und Genießen!

„Teig, Sauerteig, Hefeteig….“

(Werbung , da Namensnennung)

In der Zeit der Pandemie haben viele Menschen begonnen ihr Brot selbst zu backen.

Schnell stellt sich ein Erfolg ein. Backmischungen, einfachste Rezepturen meist auf Hefebasis sorgen für mehr oder weniger gute Brote. Wenn man jedoch sich länger hiermit beschäftigt, erkennt man den feinen aber wesentlichen Unterschied zwischen guten Brot, gutem Gebäck und stellt fest, dass es gar nicht so einfach ist auf Dauer und vor allem gleichbleibende Qualität zu backen.

Seit 10 Jahren backe ich schon Brot. Die ersten Veröffentlichhungen möge man mir verzeihen. Geschmacklich – kommen sie nicht an die Brote heran, welche ich in den letzten Monaten gebacken habe.

Hier ein paar kleine Hinweise zum beständigen , guten Gelingen.

  • Sauerteige sollten gut gepflegt sein, d. h. innerhalb von möglicht 2-4 Wochen aufgefrischt werden
  • verschiedene Sauerteigansätze sind für verschiedene Brote, Brötchen, Hefegebäck von Vorteil

Darf ich vorstellen:

„Sophie“ Lievito Madre mild und hell

  • bestehend aus einer Anstellgut LM (lievito madre) und aufgefrischt mit
  • 550 er Weizenmehl (angesetzt im März 2020 erstmals mit der Hefewassermethode)
  • die feine Sophie fühlt sich wohl in leichten , lockeren Teigen , Sonntagssemmel,süßen Schnecken und Zöpfen
  • mindestens 10 % sollte man dem Gebäck von ihr gönnen, ausgehend von der Grammzahl des verwendeten Mehls. Beispiel: 700 gramm Mehle = 70 gramm „feine Sophie“ ggfs. zuzüglich 30 gramm „Franceska“, je nachdem welche Mehle wir verwenden.

„Franceska“ Lievito Madre die Urmutter und Starke

  • bestehend aus Weizenvollkornmehl bio, mehrfach aufgefrischt
  • erprobt beim Backen der guten Ruchmehlbrote , Roggenmischbrote
  • enorm triebstark
  • auch hier für z. B. die Ruchmehlbrote 60 gramm zzgl. 30 gramm „Hermann“ der Starke , ausgehend von 800 gramm gemischtem Mehl (Ruchmehl plus Roggenvollkornmehl)

„Hermann“ der Starke – nur mit Wasser und Mehl geführte Sauerteig in seiner Urform

  • reiner Roggensauerteigansatz , gepflegt seit vielen Jahren
  • Fütterung besteht nur aus Mehl und Wasser
  • Triebstark, mächtiger Trieb
  • wird für Bauernbrote, Roggenlaibe eingesetzt, je nach Rezept mit Vorteig, Anstellgut und Hauptteig.

Tipp: die Livieto Madre Ansätze frische ich stets mit Hefewasser auf(2 Teile Mehl/Anstellgut – 1 Anteil Wasser auf

Beispiel: 50 gramm Anstellgut aus dem Glas i. Kühlschrank

50 gramm 550er Weizenmehl oder Bio-weizenvollkorn- Mehl

25 gramm Hefewasser (geschüttelt aus dem Kühlschrank)

zu einem festen Teig verarbeiten und in warmer Umgebung ca. 12 – 24 Stunden sich vermehren lassen. (Blasenbildung)

Meine Brote, bzw. Backergebnisse – mit 100%igem Erfolg:

s. Beitrag „gewürztes Weihnachtsbrot ( Rezept für Roggenbrotzubereitung) vom 19.12.20

s. Beitrag „Die Transzendenz des Hefezopfes…“ vom 16.11.2020

s. Beitrag „Multi-media und viel, viel mehr (Ruchmehlbrot ) vom 13.11.2020

Die Sauerteigführungen sind beliebig einsetzbar, insbesondere die süßen Varianten, wie Rosinensemmel, Schokosemmel, gefüllte Zöpfe gelingen mir von Woche zu Woche besser.

Tipps:

  • um die erforderliche Wärme im Winter zu gewährleisten stelle ich meine Freundinnen/meinen Freund in den Backofen und stelle die Backofenlampe an.
  • gerade bei batzigen Roggenteigen, hilft es mit Haushaltshandschuhen zu arbeiten und die Hände in lauwarmes Wasser zu tauchen
  • übrigens auch geeignet bei Knödelformen
  • Öffnen mind. 12 Stunden unterlassen. Übernacht ist meist gewährleistet, dass am Morgen die Auffrischung perfekt funktioniert hat. So wird es auch mit dem Brot/Brötchen etwas. – ein bereits erprobtes Rezept verifizieren, abwandeln für Brötchen, Kuchen
  • Die Mengenangaben und das Verhältnis zur Flüssigkeit genau verfolgen.
  • Manchmal braucht ein „Gutding“ Weile, dem Teig die Zeit lassen, die er braucht.
  • Ein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt des Backens entwickeln
    • gutes Mehl verarbeiten – Ein Supermarktmehl für 0,39 Cent ist nicht zu Brotbacken geeignet!
    • besser und auch billiger ist es, sich bei guten Getreidemühlen im Umland mit verschiedenen Sorten Mehl einzudecken
    • Erfahrungen mit anderen „Bäckern“ austauschen

Mein neuestes Semmelrezept ist durch Zufall wunderbar gelungen und kann so veröffentlicht werden. Es entstand aus verschiedenen Mehlresten und durch viel Zeit zum „Gehen“ der Teiglinge, da ich ein längere Telefonate führen musste.

Es hat sich ausgezahlt, die Semmel sind zum Einfrieren hervorragend geeignet und können so auf Vorrat prodoziert werden.

Rezept:

ZUTATEN:

500 gramm 550 er Weizenmehl

100 gramm Roggenmehl 997

100 gramm Dinkelmehl 630

60 gramm Anstellgut frisch aufgefrischt“Franceska“ Lievito Madre

40 gramm Anstellgut „Sophie“ Lievito Madre mild und hell

2 gramm Hefe oder entsprechende Menge Trockenhefe (oder weglassen, bei mehrfach aufgefrischten Sauerteigkulturen)

370 gramm Wasser -lauwarm-

50 gramm Kefir

25 gramm Olivenöl

18 gramm Salz

2 Teelöffel Honig

ca. 50 -70 Gramm verschiedene Körner (Sonnenblumen, Kürbis, Sesam….Leinsamen)

Vollkornmehl Roggen 1370 zum bestäuben der Teiglinge bzw. Einschiebebrettchen nach Bedarf

Zubereitung:

(die Zubereitung erfolgt mit einer Kennwood ) kann aber auch per hand oder mit anderen Knetmaschinen erfolgen)

Schritt 1:

  • den Sauerteigansatz (Sophie und Franceska) in die Rührschüssel abwiegen
  • die Mehlsorten einzel zuwiegen
  • alle weiteren Zutaten nach und nach hinzugeben, bis auf Wasser und Salz
  • zum Schluss Salz zugeben und 3/4 der Wassermenge

Schritt 2 :

  • mit dem Knethaken auf niedrigster Stufe die Zutaten vermischen (Dauer ca. 4 Min.)
  • dann restliches Wasser hinzugeben und 10-12 Minuten auf der nächst höheren Stufe kneten
  • bis sich der Teig ganz vom Boden löst.
  • die „Fensterprobe“ machen ( tennisballgroßes Bällchen formen und auseinanderziehen..) Der Teig sollte nicht reißen! ggfs. noch 1-3 Minuten weiterkneten.
  • Teig in eine geölte Teigwanne auf die Heizung bzw. warmen Ort stellen
  • ein – bis zweimal falten innerhalb der nächsten 2 Stunden
  • wenn der Teig aufgegangen ist – muss sich nicht verdoppeln ! –
  • in eine geeignete Schüssel geben und 10-24 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.
  • abends die Saaten mit kochendem Wasser überbrühen und eine Nacht stehen lassen.

Schritt 3:

  • Saaten abgießen und beiseite stellen
  • Teig aus dem Kühlschrank nehmen , kurz aklimatisieren lassen
  • zwei Rechtecke formen und mit einem Teelöffel die Saaten hierauf verteilgen
  • einrollen
  • die Rolle in Teiglinge von ca. 70-80 gramm abstechen, vorsichtig und leicht etwas formen
  • und auf ein mit Vollkornmehl 1370 gestäubtes Küchentuch bzw.Bäckerleinen setzen
  • leichte Falte schieben und so nach und nach mit dem restlichen Teig verfahren
  • mit einem ebenfalls ganz leicht bemehlten Küchentuch abdecken
  • dann ca. 1-2 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen

Gönnen Sie den Teiglingen die Zeit, bedingt durch die noch nassen Saaten tut es den Semmel sehr gut, wenn sie ausreichend rasten können.

Schritt: 4

  • den Ofen auf 250 grad (Ober/Unterhitze) aufheizen mit samt dem Backstein. (2. Stufe von unten im Backofen)
  • dann mit einem bemehlten Brettchen (Frühstücksbrettchen nehme ich) einschießen.
  • eine Tasse ca. 250 ml Wasser in den heißen Ofen schütten
  • 10 Min. auf 250 grad, dann 15-20 Min auf 200 grad goldbraun abbacken

Fluffig, saftig, resch, geschmackvoll , gleichzeitig wohlig sättigend sind sie diese wunderbaren Semmel, die es nicht zu kaufen gibt.

Sonntagsbrötchen

Es hat sich gelohnt!

Schwarzwurzel, Pastinaken, Sellerie, Rosenkohl, Blaukraut….“

(Werbung, da Namennennung)

Beliebig läßt sich die Liste fortsetzen: Karotten, Spitzkohl, rote Beete , Kartoffel, – festkochend – mehlig, -Rosenkohl , Sauerkraut , Sellerie, Lauch, Bittersalate

Alle warten geduldig auf ihren Einsatz. Das Blaukraut schiebt sich an Weihnachten immer in den Vordergrund und giert nach Äpfeln, Quitten, Orangen und erlesenen Gewürzen , Schmalz, Rotwein, Balsamico und bestem Zwetschgenmus, um sich in seiner Vollendung zu präsentieren.

Zugegeben ist die Zubereitung der Wintergemüse manchmal etwas zeitraubend, aber es lohnt sich immer.

Diese Wintergemüse sind gut lagerungsfähig – d. h. der Einkaufsgang hält sich in Grenzen – . Meine frostsichere Kiste habe ich auf dem Balkon platziert – hier fühlen sich die Gemüsesorten, Kartoffel sehr wohl. Die Lagerung ist auch der üblichen Kühlschranklagerung im Gemüsefach vorzuziehen. Dies gilt auch für lagerungsfähige Äpfel und Birnen.

Es schwebt mir vor, in regelmäßigen Beiträgen die verschiedenen Wintergemüse vorzustellen.

Heute fange ich mit der Schwarzwurzel an.

Außer dem Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen enthält das leichtverdauliche Gemüse auch Inulin, ein für Diabetiker besonders geeignetes Polysaccharid. Das Inulin ist gleichzeitig auch dafür verantwortlich, dass es bei empfindlichen Menschen beim Verzehr von Schwarzwurzeln zu Verdauungsproblemen (Blähungen, Durchfall) kommen kann.[15] Der weißlich-gelbe, kautschukhaltige Milchsaft färbt die Haut beim Verarbeiten braun. (lt. Wikipedia)

Schwarzwurzeln sind kalorienarm, aber reich an Vitaminen und Mineralstoffen wie z.B. Vitamin E, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Bemerkenswert ist der hohe Ballaststoffanteil:

Die größten Anbaugebiete der Schwarzwurzel liegen in Frankreich. Auch in Deutschland wird die wohlschmeckende Wurzel immer häufiger angebaut und hat so einige Bezeichnungen erhalten, zum Beispiel Gartenschwarzwurzel, Winterspargel, Spanische oder Echte Schwarzwurzel oder Skorzenerwurzel.

Keine Angst, die Bearbeitung und Verarbeitung ist gar nicht so schwer.

Wichtig: Beim Putzen, der mit Erde behafteten , schwarzen Stangen immer Handschuhe (Einmal-Küchenhandschuh) tragen.

  • unter fließendem Wasser werden die Stangen zunächst mit der Gemüsebürste vom gröbsten Schmutz befreit
  • dann eine Schüssel mit Wasser füllen und den Saft von einer Zitrone hinzufügen
  • die ausgepressten Zitronenhälften ebenfalls in das Wasser geben.
  • mit einem Kartoffelschäler (Sparschäler) schälen wir die Stangen , schneiden sie in mittelfinger große Stücke und legen sie in das Zitronenwasser.
  • so werden sie nicht braun
  • am besten eine Schürze tragen, den der klebrige Saft ist sehr hartnäckig und verursacht böse Flecken auf der Kleidung.

Mein Rezept für einen würdevollen Genuß des tollen Winterstars ist sowohl als Vorspeise, als auch als Hauptgang zu servieren.

Zutaten:

1 kg Schwarzwurzeln

Schweinebauch – ganz dünn aufgeschnitten – (sollte gut durchwachsen ein, fest und mild geräuchert) kann aber auch durch Schinken ersetzt werden.

Safranfäden

2 Zitronen

1 Schuß weißer Balsamico bester Güte

5 Lorbeerblätter

ca. 60 gramm Peccorino

ca. 60 gramm Parmesan

500 ml Sahne

Gewürze: schwarzer Pfeffer, Meersalz, Muskatnuß , Safranfäden

Beilage: 1 kg Kartoffel, 1 Pastinake , 200 ml Milch, Butter, Muskatnuss, Pfeffer, Chilisalz aus der Mühle

Zubereitung:

  • nach dem Säubern und Schälen der Stangen, fetten wir eine Auflaufform leicht mit Butter ein
  • reiben den Käse (geht auch mit der Küchenmaschine)
  • schneiden uns die Speckscheiben (oder bereiten die dünnen rohen Schinkenscheiben vor)
  • währenddessen kochen wir die Schwarzwurelstücke mit ein paar Fäden Safran, Salz, eine Schuss Balsamico-Essig und dem Saft einer Zitrone bissfest (ca 15-18 Min)
  • nun lassen wir die Schwarzwurzelstücke gut abtropfen, bevor wir sie mit Speck umwickeln und in die Auflaufform geben
  • die Lorbeerblätter auf die ganze Form verteilen
  • in der Zwischenzeit kochen wir die gewürzte Sahne (Pfeffer, Meersalz, Muskatnuss) kurz auf und übergießen die Schwarzwurzel
  • bei ca. 200 grad gratinieren wir den Auflauf unter Verwendung der Grillfunktion
Schwarzwurzel in Safran gekocht wartet auf Vollendung
Schwarzwurzel in Safran gekocht wartet auf Vollendung
Schwarzwurzel lechzt nach dem Ofen

Die Beilage (Kartoffel, Pastinaken) läuft nebenbei mit.

Kartoffel u. Pastinaken in Salzwasser mit dem Schnellkochtopf abdämpfen , Butter , heiße Milch hinzufügen, durchstampfen mit dem Schneebesen final bearbeiten und abschmecken.

Ein total, leckeres Essen. Die Schwarzwurzel haben eine ganze leichte Safrannote , schmecken sehr intensiv: würzig und leicht nussig, aber ohne sogenannte Störnoten.

In Verbindung mit dem Kartoffel-Pastinaken-Stampf ein richtiges Heimkommen-Gericht – für kalte, dunkle Tage.

Wintergemüse für Feinschmecker in Perfektion

Die Arbeit lohnt sich. Dazu guten Weisswein als Aperetivo einen Gelber Muskateller Frizzante vom Weingut Pfeiffer, St. Anna a Aigen Südoststeiermark.

Viel Spaß beim Nachkochen.

„Gustl von Eisbachwiesen“

(Gustl= kann die Abkürzung von August oder Gustav bzw. Augusta sein)

Fast drei Jahre musste Gustl warten, bis er wieder die Kinderherzen und die der Erwachsenen erfreuen durfte . In München hatte es lange nicht mehr geschneit.

Gustl ist so dankbar, dass er den Kindern beim Toben, Rodeln zu sehen kann. Er betet jeden Tag, dass die Sonne, der Regen – seine natürlichen Feinde – eine Weile wegbleiben.

Er liebt die glasklare, kalte Winderluft , das gleissende Winterlicht. Er liebt die kleinen Hände die ihn aus dem Nichts erschaffen haben. Liebevoll haben sie seinen Körper gerollt, ihm alles gegeben, was so ein richtiger Gustl braucht und ihm Leben eingehaucht !

Hier im Englischen Garten fühlt er sich wohl. Vorsorglich hat er sich auch eine Maske verpassen lassen, denn es soll so ein blödes Virus kursieren, dem will er auf keinen Fall zum Opfer fallen.

Schaut selbst wie schön, winterlich, mystisch es hier ist.

– Eisbach –
Monopteros – engl. Garten München
Chinesischer Turm – verwaist –

Hier gibt es viele versteckte Wege, Pfade für Groß und Klein. Nur suchen muss man sie!

Am Abend schmeckt dann am besten ein leichter, süß-saurer Nudelwok.

Bestehend aus einem Schweinefilet, Gemüse und einer samtigen süß sauren Soße (Schweinfleisch – süß sauer siehe div. Wokbeiträge)

Schweinefleisch-Süß-sauer mit Asianudel

„… mir schmeckt es nicht…. „

Sinne, Geschmacksinne eines jeden Menschen sind mehr oder weniger sensibl, meist sehr geprägt von der Kindheit.

Die feinen Geschmacksnerven, die ein Gericht ausgewogen, süß, sauer , bitter schmecken lassen haben nur die Wenigsten – wage ich mal zu behaupten.

Mein Gö-Ga wurde offentsichtlich nicht sehr verwöhnt, was den Geschmack der Speisen betraf, eigentlich ging es schlicht um die Sättigung.

Die Auswahl seiner liebsten Ehefrau von allen…. , wurde glaube ich heute – stark von seinem Appetit geleitet. Die Damen unserer Familie – an der Anzahl mind. 3 (Mutter, Großmutter, Tante, Hilfskräfte) waren stets damit beschäftigt, dicke Braten, Brote, Kuchen , Gemüse in allen Variationen, Eintöpfe, Süßspeisen, Torten, Eingemachtes herzustellen.

Immer stand irgend ein Topf auf dem Herd, der den beschriebenen – Urhunger – von jetzt auf gleich befriedigen konnte.

Das gefiel Mister Gö-Ga, er war ein dankbarer Abnehmer, der Kartoffelgerichte, Braten, Hefekuchen.

Jeden Sonntag traf er pünktlich zur Kafferunde ein (mindestens eine Torte, nebst Obst und „feste Kuchen“) auf fein gedeckter Kaffeetafel lächelten ihm entgegen.

Eine kleine Übersicht – könnte es jeden Tag geben ….

Kritik konnte er in keiner Weise akzeptieren

  • er merkte nicht, wenn der Hefeteig zu fest war, zu dick, zu wenig durchgebacken
  • der Marmorkuchen nach Backpulver schmeckte
  • die Käsesahne nicht den erforderlichen Stand hatte
  • der Braten mal wieder angebrannt
  • die Schnitzel zu fest, zu dick
  • die Suppe fad
  • der Pudding Klümpchen bzw. Haut hatte, der Himbeersaft nicht selbstgemacht…

beliebig könnte ich die Reihe fortsetzen.

Meine Küche schätzt er nur bedingt, wenn es gerade sein „Lieblingsessen“ gibt kommt

  • kann man essen
  • ja gut
  • kannste nochmal machen

Der Geschmacksinn hat sich kaum weiterentwickelt.

  • Nudel al dente (kann man nicht essen, sind nicht gar!)
  • Eier weich – geht gar nicht – früher mußte ich die Eier aus dem Stall stehlen und direkt trinken…
  • er liebt Brot – Butter – Leberwurst und dann selbstgemachte Marmelade als Topping
  • er liebt – Leinöl, Quark, Marmelade, Dinkelpops mit Flohsamen, Joghurt – täglich
  • er liebt Salzkartoffel, Salzkartoffel, Kartoffel ..Kartoffel – ohne alles
  • Gewürze, Kräuter kann er kaum unterscheiden

Aber meckern, wenn was eigentlich selten vorkommt, etwas schief geht

Er ist der größte Kritiker auf Erden – ohne je zu schmecken, zu riechen , zu genießen!

Daher gibt es morgen eine neue Wok-Variation !

Nur so viel sei angemerkt, Lamm, Rind, Wintergemüse , Kürbis , scharf , geschmacksintensiv, durch Taibasilikum, Zitronengras , Ingwer …. Bin gespannt, ob wieder kommt

  • kann man nicht essen (probieren wird er es – „der Hunger treibst rein ..“
  • ob er das Quiz der Zutaten besteht –

In diesem Sinne bis die Tage, dann werde ich Euch das Rezept liefern – ob ihm geschmeckt hat oder nicht.

„Servus – 2020 „

Ich beende das Jahr mit einem herrlichen Spaziergang – in der Nähe von Bernried am Starnbergersee.

Hier war ich 2020 sehr oft – die Seele baumeln lassen, schwimmen, schwimmen – die Welt vergessen.

Die Natur hat jeden Tag eine Überraschung für uns ! Die schwarzen Eichhörnchen springen keck in den Wipfeln der Bäume und grüßen frech: „Ja, das möchtest du auch, aber ihr Menschen seit viel zu schwerfällig, unbeweglich und habt keinen Mut!“

Fotografieren – ließ es sich nicht. Obwohl es so schön war, einen weißen Bauch, gecke, fröhliche Äuglein, spitze Öhrchen.

Sollten wir uns nicht an diesem kleinen Wesen ein Beispiel nehmen, etwas mehr Leichtigkeit, etwas mehr Mut in Alltagsdingen, etwas mehr Zuverzicht –

Das wünsche ich allen meinen Lesern!

2021 ist zwar noch blaß, aber der Backofen sagt: „werd scho“

Frühstücksemmel 2021

Das Schwein schaut noch grimmig drein, muss sich halt dran gewöhnen, dass wir „Schwein“ haben.

„Back to the Roots“

(Werbung, da teilweise Namenserkennung )

Manchmal, aber nur manchmal, sehne ich mich nach dem Essen meiner Kindheit zurück.

Immer dann, wenn dieser Hunger von ganz unten aus der Magengegend hochkommt – ich nenne ihn das Urgefühl des Bedürfnisses, schnell, warm und die Sinne schmeichelnd – sich in das Stadium der Sättigung zu versetzen. Es macht sooo glücklich, zufrieden und die Krönung ist dann nur noch der gute Schluck – Wasser, Wein , Saft….

Der Winterspaziergang in frischer, kalter, womöglich windiger Luft erzeugt dieses Urhungergefühl , das gleißende Licht eines Wintertages unterstützt diese Sehnsucht, nach warmen, wohlschmeckenden Speisen.

Es sind die Speisen, die oft lange simmernd gegart werden (Suppen, Fleischragout, cremige Eintöpfe, Bratäpfel, frisches Brot mit guter Butter)

Allerdings wenn der Urhunger einsetzt, ist mir die Suppe zu heiß, der Bratapfel zu kompliziert zu essen, er muss nämlich mit Vanillesoße angereichert werden!

Einen lauwarmen Kartoffelsalat mag ich dann, der bereits im Backofen steht- auf niediger Temperatur – eben mundgerecht. Dazu eine wirklich sehr gute Metzgerwurst – oder auch nicht – denn die wirklich guten Metzger, welche Würste herstellen scheinen auszusterben.

Meinen lauwarmen Kartoffelsalat mit einfachen, guten Zutaten werdet ihr lieben!

Zutaten zum warmen Kartoffelsalat

Das wichtigste sind gute, festkochende Kartoffeln – die nicht „Fisch nicht Fleisch“ Karotffeln – nicht fest – mittelmehlig – oder gar nichts – taugen absolut nicht für den lauwarmen, leicht schlotzigen , ausgewogen gewürzten Kartoffelsalat.

Voraussetzung für den besten Kartoffelsalat ist außerdem, dass die Kartoffeln warm verarbeitet werden, gut gedämpft sind, direkt geschält und dann mit der warmen

Vinaigrette überzogen werden. Wie immer bestimmen die Zutaten das Ergebnis.

Zutaten:

2,5 kg Kartoffel

2oo gramm besten , trocknen gut durchwachsenen Speck

2 mittlere weiße Zwiebeln

1/2 Liter beste Brühe (Fleich, Gemüse oder Geflügel)

1/2 Bund Petersilie

für die Vinaigrette:

neutrales Öl

Djion- Senf

Apfelessig

einen kräftigen Schuss Gurkenwasser

Gewürze: Salz aus der Mühle, Muskatnuss frisch gerieben, schwarzer Pfeffer, Abrieb vom Kren (Meerettisch)

Zubereitung:

Schritt 1 :

Die Kartoffel am besten im Dampftopf mit Schale kochen. Gut ausdämpfen lassen und noch warm pellen und in Scheiben schneiden.

Schritt 2 :

bzw. während des Dämpfens der Kartoffeln

Speck in möglichst kleine Würfel schneiden, Zwiebel klein würfeln

Schritt 3 : Brühe erhitzen, Speck in fettlose Pfanne geben und zusammen mit den Zwieblen farblos anschwitzen.

Petersilie mit dem Wiegemesser hacken und zur Speck-Zwiebelmasse geben, die heiße Brühe angießen und auf ganz kleiner Flamme leicht simmern lassen.

Schritt 4 :

Vinaigrette:

Öl,Senf, Meerettisch zu einer homogenen Masse verrühren, mit gutem Apfelessig anreichern, leicht salzen und abschmecken. (Mengen variieren, je nach Kartoffel , Grundsatz: 2 Teelöffel Senf, 80 ml Öl, 40 ml Apfelessig) ggfs. erweitern.

Die Vinaigrette mit dem Schneebesen gut vermischen und zur Speckbrühe geben , umrühren – nicht mehr aufkochen!

Die Masse über die warmen Kartoffel geben und mit den Händen vorsichtig vermischen. Am besten geht das mit Handschuhen (Einmalhandschuh).

Final: mit Muskatnuss, schwarzem Pfeffer, einer Spur frischgeriebenem Kren und ggfs. aber weniger ist mehr , Salz abschmecken

Dazu die gutdurchgezogene Wurst, das Kassler , die groben geräucherten Würste aus Westfalen ….

Dann kommt das Gefühl „back to the roots“ in Euch auf, wenn ihr wisst was ich damit meine.

schlunzig, mundgerecht gewärmt...

Ein besseres Foto war mir nicht vergönnt – zuviele Menschen mit dem Urgefühl des Hungers waren …..

„es ist vollbracht, vorbei die Weihnachtspracht….“

Dieses Jahr war irgendwie kulinarisch das Weihnachtsfest bei mir völlig anders.

Wie ihr in den vergangenen Jahren im Dezember lesen konntet , gab es immer aufwenidge Menüs, Gäste, Riesenvögel (Puten) und der Einkauf fand final am 24.12. ab 5.OO Uhr morgens statt.

Die Einkaufmöglichkeiten waren sehr beschränkt , es sei denn man war bereit mind. 1 Stunde Schlange zu stehen. Am Viktualienmarkt standen die Leute bis zum Marienplatz habe ich mir berichten lassen.

Die Folge – eine Woche vor Weihnachten, ebenfalls unter erschwerten Bedingungen war es meinem Gö-Gatte (Göttergatte) gelungen einen großen Rinderbraten zu ergattern.

Knapp 4 Kilo – wow – das ist für 4 Personen viel zu viel und wo sollte ich ihn lagern.

So entstand der spezielle Sauerbraten . Leider keine Fotos vorhanden, außer dem hier.

weihnachtlicher Sauerbraten wartet auf seinen Einsatz

Mit dem Herstellen der Beize will ich Euch nicht länger langweilen. Nur so viel:

guten Wein, guten Balsamico und „1000 Gewürze“ einschl. Zimt, Sternanis, Kardamon – weil doch Weihnachten, nach Weihnachten schmecken sollte.

Das Fleisch ruhte 7 Tage in der Beize – wurde täglich von mir getäschelt und gewendet.

Am 1. Weihnachtstag – angebraten – 5 Stunden im Ofen im alten „Freund“ Bräter aus dem 17. Jahrhundert gegart, zwischenzeitlich Knödelmassen, Blaukraut vorbereitet.

Die Soße aufwendig aufbereitet, mit Lebkuchen, Trockenobst bester Güte und dann war es still.

Mir erteilte man Fotoverbot und sie gaben sich hin, dem hemmungslosen Schlemmen, ein Knödel nach dem anderen – das Blaukraut ist dieses Jahr ganz besonders gut.

(wurde ja auch von mir massiert, mit Rotwein, Salz eine Nacht durfte es ruhen, bis es mit Quitten, div. Gewürzen und meinem Griebenschmalz…. )

Die Soße ein Gedicht, lobte Gö-Ga und das tut er selten – wenn er wüsste, dass da der Lebkuchenmann…

Für mich war es kein Weihnachtsessen!

Jetzt wisst ihr was es gegeben hat – s. Beitrag Kinder morgen wird’s was geben .….

Hoffe inständig, dass ich irgendwann wieder ein würdiges, schönes Weihnachtsmenü kochen kann und der Tisch ausgezogen wird für mind. 15 Leute, das ist Weihnachtsessen!

Wir haben uns dann davongeschlichen, heimlich und ganz leise sind wir in das Voralpenland gefahren und sind einfach gelaufen, gelaufen gelaufen. Ein kleines Foto will ich Euch gönnen, mehr nicht sonst kommt die Lockdown-Polizei.

„Frohe Weihnachten, Merry Christmas, Joyeux Noel, Buon Natale,Feliz Navidad „

Das Wesentliche einer Kerze ist nicht das Wachs da seine Spuren hinterlässt, sondern das Licht!

Antoine de Saint-Exupéry

Die Wärme, die Freude, die Spannung dieses Tages dieser Nacht,

bringt uns mit bedacht,

ein stilles Hoffen, ein freudiges Warten auf die strahlenden Tage die da kommen werden

denn die Geisel der Pandemie muss enden,

damit die Ausgelassenheit, die Freude zurückkehrt auf Erden

Ich wünsche Euch frohe, besinnliche, geruhsame Weihnachten und einen sanften, entspannten Rutsch in das Jahr 2021

Mechthild Kuhl

„Frühstück ist fertig….“

Eigentlich wollte ich eine Bloggerpause einlegen, um mich ganz meinen kullinarischen Vorbereitungen zu widmen (z. B. einen richtig dicken, fetten Rotwein-Nuss-schoko-kuchen backen, Schupfnudelteig – rote Beete abkochen, Blaukraut massieren, Schwarzwurzel putzen…..)

Dezembersonnenaufgang
7:30 Uhr

Die Tage sind kurz, der Schlafrhythmus hat sich angpaßt – spätes oder gar kein Frühstück. Im übrigen ein großes, spätes Frühstück vorzubereiten ist richtig Arbeit.

Das ist übrigens das Einzigste – was mein Gö-Ga (Göttergatte) „kochen kann“.

Meine Winter-Weihnachtsvariante will ich Euch nicht länger vorenthalten, sie ist einfach simpel und sooo guuut! Knackiger, rescher Speck , wachsweiche Dotter, geröstetes Weihnachtsbrot – wie das duftet – Koreander, Anis, Fenchel

Da kommen die Geister aus ihren Löchern

Wow, wie g (Unwort des Jungvolks)

Rezept:

  • Roggenbrotscheiben in eine leichtgeölte Grillpfanne legen
  • Wammerl (geräucheter Bauchspeck) dünn aufschneiden (m. d. Brotmaschine)
  • und in der beschichteten Pfann von beiden Seiten gross rösten
  • Eier ohne weitere Fettzugabe in die Pfanne aufschlagen
  • Temperatur zurück und ganz langsam den Dotter wachsweich werden lassen
  • eine Spur schwarzen Pfeffer….

Der Morgen ist schon mal gerettet.

„Morgen Kinder wird’s was geben….“

Die Straßen, Plätze und Gassen sind leer,

das Christkind will dieses Jahr nicht mehr,

hetzen, jagen, kämpfen durch die Massen

und die vollen Fußgängerzonen hassen.

Was tun die Menschen bloß so einsam bei

Gans und Kloß

Gemütlich haben sie sich es doch schon lange gemacht,

mit der Schwiegermutter endlich für immer verkracht.

Essen, Trinken und mit dem Struppi ums Haus,

vergessen sind die langen Staus.

Schlange stehen wie im Krieg,

hamstern, schachern und erhaschen,

mühsam heimgeschleppt die schweren Taschen.

Was mag das Christkind den meinen siebenköpfigen Raupen bringen,

die fleißig backen und liebevoll basteln, putzen

Sicher Kinder wird’s was geben !

Eine geheimnisvolle Schüssel steht auf dem Balkon,

das Christkind wartet schon

viermal werden wir noch wach,

…. dann ist….

„Gewürztes Weihnachtsbrot“

(Werbung, da Namensnennung)

Geht es Euch auch so, nach Baguette, Weissbrot, Stollen, Plätzchen hat man meist nachts Appetit auf ein herzhaftes kräftiges Brot mit guter Butter oder schönem Rohmilchkäse. Brot auf Vorrat einkaufen – eher nicht sinnvoll – einfrieren, die Fächer sind in diesen Tagen vollgestopft, nachdem das Einkaufen zur Geduldsprobe geworden ist. Ein schönes Kalchkendlkrustenbrot analog Plötzblog wäre das nicht die Lösung? Dieses Brot hält sich gut eine Woche – ohne trocken zu werden .

Die ausgetüfftelten Mengenangaben habe ich grundsätzlich übernommen, allerdings andere Mehle verwendet, sowie eine spezielle Gewürzmischung hergestellt und dies ist unter anderem das Besondere an diesem Brot.

Von der Stollen- und bzw. Panettonebäckerei hatte ich noch aktiven Lievito Madre und mehr aus Versehen meinen Roggensauerteig mit 50 % der sonstigen Wassermenge aufgefrischt. Es entstand ein triebstarker, fester Roggensauerteig Ansatz.

Schon beim verifizierten Ruchmehlbrot hatte sich die Mischung aus beiden Sauerteigen bewährt. Es entstand ein Roggenbrot mit einem Anteil bayrischem Bio-Ruchmehl das selbst meine widerborstigen Kritiker überzeugte.

Hier die Zutaten:

  • Roggensauerteig
  • 180 gramm Roggenmehl 1370
  • 190 gramm Wasser 50 grad warm
  • 40 gramm Anstellgut – flüssig – aus dem Kühlschrank
  • 4 gramm Salz
  • Weizensauerteig weich
  • 60 gramm bayrisches bio Ruchmehl (Drax-Mühle, Rechtmehring)
  • 60 gramm Wasser 40 grad warm
  • 3 gramm Lievito Madre

Weizensauerteig fest

  • 36 gramm bayrisches bio Ruchmehl
  • 18 gramm Wasser 40 grad warm
  • 36 gramm Anstellgut Lievito Madre

Hauptteig:

Roggensauerteig

Weizensauerteig weich

Weizsauerteig fest

282 gramm Roggenmehl 997

150 gramm Wasser (70 grad warm)

9 gramm Salz

1 schwach gehäufter Teeläffel Röstmalz – Roggen – für die Farbe

Gewürzmischung:

insgesamt ca. 1 1/2 Eßlöffel zzgl. Abrieb karamelisierter Ingwer (scharfe Variante – wenig gezuckert Spanischen Fruchthaus, Rindermarkt München)

Die Gewürzmischung besteht aus Koreander, Kümmel, Fenchel und eine extra Zugabe von Anis. Die Mischung in der fettlosen Pfanne anrösten und final in den Teig mischen.

Abrieb vom karamelisierten Ingwer frisch reinreiben ca. 3 gramm.

Am Abend vor dem Backtag die obengenannten Teige zubereiten, abdecken und über Nacht bei Raumtemperatur sich selbst überlassen ( mind. 12 Stunden)

Den festen Teig nach ca. 5-6 Stunden kalt stellen (Kühlschrank oder Balkon ca. 4-5 grad C)

Am nächsten Tag:

Die Zubereitung ist sehr einfach, da wir im Hauptbestandteil Roggenmehl verarbeiten, ist es nicht erforderlich den Teig lange zu kneten, sondern die Zutaten werden nur vermischt, daher arbeite ich auch hier nicht mit dem Knethaken, sondern mische die genannten Teigzutaten mit dem Blatt der Küchenmaschine ca. 3-4 Min auf kleiner Stufe gut durch.

Final lasse ich die Gewürzmischung mitlaufen, füge den Ingwerabrieb hinzu, sowie das Röstmalz. Bei Zimmertemperatur kann sich der Teig schön entfalten. Ca. 3-4 Stunden sollte man ihm gönnen, sich abgedeckt zu erholen und aufzugehen.

Den leicht batzigen (klebrigen, schweren) Teig vorsichtig rund wirken und mit dem Schuss nach unten in ein bemehltes Gärkörbchen oder geeignetes Gefäß geben.

Ca. 2-4 Stunden nochmals abgedeckt bei Zimmertemperatur stehen lassen. Der Teig geht schön auf und wenn er leicht angedrückt – elastisch zurückspringt ist er backreif.

Den Ofen mit dem Backstein auf 250 grad aufheizen und dann bei erreichter Hitze mit dem Brett einschießen.

250 ml Wasser in den Ofen schütten und 10 Min. auf 250 grad backen.

Dann die Ofentür öffnen , abschwaden und reduziert auf 210 grad , insgesamt 50 Minuten backen.

Klopfprobe: es klingt hohl – bei geöffneter Backofentür auf dem Stein abkühlen lassen und wenn wir das Brot anfassen können aus dem Ofen nehmen.

Es bedarf einer gewissen Beherrschung das duftende, gutaussehende Brot nicht anzuschneiden, aber es lohnt sich zu warten.

es duftet , das Warten hat sich gelohnt
duftendes Roggengewürzbrot – soo guuut !

Allen einen schönen, entspannten 4. Advent!

„Heringsalat – Tante Mulli“

Heringe waren zu meiner Kindheit eigentlich ein Arme-Leute-Essen.

Neben dem riesigen Zuber mit Salzfleisch stand auf dem großen Dachboden auch immer ein Eimer oder kleines Fäßchen mit Salzheringen.

Erfürchtig schlich im immer an den Heringen vorbei. Einen Hering – eingelegt – mit Schmand, Sahne, Äpfeln, bestem Essig durfte man erst dann essen, wenn man schon etwas älter war. Voraussetzung:

  • der Segen des hl. Blasius am 3.Februar

Blasius von Sebaste war der Überlieferung zufolge Bischof von Sebaste in Kleinasien und erlitt 316 das Martyrium. Der Heilige zählt zu den vierzehn Nothelfern. Die bekannteste Erzählung über Blasius berichtet, wie er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben rettete. Deshalb erteilt die Kirche den Blasiussegen zum Schutz gegen Halskrankheiten. Darin kommt das gläubige Vertrauen auf die Heilszusage Gottes gerade auch für das leibliche Wohlergehen des erlösungsbedürftigen Menschen zum Ausdruck. (lt. Wikipedia)

  • weitere Voraussetzung war, dass man wußte, wie man dem Fisch zu Leibe rückte
  • man biß in die obere Rückenflosse, brach ihn praktisch auf, ertastete den Grätenstrang
  • nun konnte man ihn sauber herausziehen und den Hering genießen

Ganz wichtig war, dass die Heringe genug Milcher hatten. Beim Putzen der Heringe zeigte mein Vater mir die weichen, kleinen Stücke, welche ebenfalls in die Soße passiert wurden, bzw. den Kindern mit Pellkartoffeln zerdrückt gerne gereicht wurden. Sie seien ja so gesund! Aufgeregt verfolgte ich, was alles in so einem Hering drin war, mit einer gewissen Ehrfurcht, so richtig erklären konnte es mein Vater nicht, was da alles drin war, der Opa schon.Wie sooft erhielt er allerdings von den keifenden Damen Redeverbot . So musste ich wieder etwas warten, bis wir aufs Feld gingen und Großvater führte mich in die Begriffswelt des Laichen von Fischen, Vermehrung von Fischen ect. ausführlich ein.

Als Fischmilch oder -milcher, auch kurz Milch oder Melcher genannt, wird der Samen männlicher Fische, Weichtiere oder anderer im Wasser lebenden Arten bezeichnet. Diese Flüssigkeit wird während der Laichzeit auf den Rogen ausgeschieden, wodurch die Befruchtung erfolgt.[1][2]

Fischmilch wird frisch oder mit Salz konserviert als Lebensmittel verwendet. Sie wird zur Geschmacksgebung von Saucen genutzt oder bei Gerichten aus ganzen Fischen mitverwendet. (s. Wikipedia)

Die eingelegten Heringe mussten dann eine gewisse Zeit abgedeckt ruhen, bis man sie mit frischen, kleinen Pellkartoffeln essen konnte. Den Geschmack habe ich heute noch auf der Zunge, wenn es auch riesengroßer Anstrenung bedarf, diese Heringe zu bekommen.

Mehrmals im Jahr reiste Tante Wilhelmine (Mulli) aus Frankfurt-Sossenheim an, schaffte Ordnung, kochte göttlich und alle folgten ihrem Kommando.

Sie brachte das nachfolgende Rezept in die Familie und das Heringsgericht mit den Bismarkheringen gemacht, war schnell gemacht – ohne tagelanges wässern, einlegen, putzen… – nicht erforderlich. Wir Kinder mochten es und nannten das Gericht „Pink-Heringsalat“

Der Bismarckhering war im 19. Jahrhundert eine neue Möglichkeit, Fisch lange haltbar und trotzdem wohlschmeckend zu konservieren. Wesentlich ist auch das zu dieser Zeit entstehende Eisenbahnnetz, das es ermöglichte, von Nord- und Ostseeküste in Holzfässern der Haltbarkeit wegen sauer eingelegte Fische ins Binnenland zu transportieren. Ein weiterer Vorteil der Essigkonservierung ist, dass sich kleine Gräten auflösen, was den Verzehr vereinfacht. (lt. Wikipedia)

Rezept für Pink-Heringsalat

Zutaten:

500 gramm Bismarkheringe (oder auch Matjesfilets)

350 gramm gekochte rote Beete (gekocht im Schnellkochtopf mit Lorbeer, weissen Senfkörnern u. Meersalz)

2-3 säuerliche Äpfel (Elster oder auch Boskop)

1-2 ganz fein geschnittene rote Zwiebel

1 Bund Dill

40 ml süße Sahne

Gewürze: Meersalz aus der Mühle, schwarzen Pfeffer, frisch geriebenen Kren (Meerrettich), ein Spritzer scharfen Senf.

für die Marinade:

100 ml Schmand

100 ml Kefir

scharfer Senf

einen kräftigen Schuß Gurkenwasser

Apfelessig, einen halben Teelöffel Honig, Abrieb von der Zitrone, einen Eßlöffel Zitronensaft.

Zubereitung:

Schritt 1:

Rote Beete in mundgerechte Würfel schneiden, Zwiebel ganz fein schneiden, den Fisch in mundgerechte feine Stücke schneiden .

Äpfel entkernen und in feine, kleine Stücke schneiden. (schälen nicht nötig)

Schritt 2

Vinaigrette:

Mit einem Schneebesen die genannten Zutaten verrühren und gut abschmecken.

Dann über die geschnittenen Zutaten verteilen und gut durchmischen, fein geschnittenen, frischen Dill unterheben und gut durchziehen lassen.

Schritt 3:

Die süße Sahne zusammen mit dem frischgeriebenem Kren aufschlagen und die Tupfen auf dünn geschnittene Rote Beete Scheiben setzen. Dilldeko je nach Gusto

Die ideale Hauptspeise für schnelles Essen mit Pellkartoffel – oder Vorspeise – Nachtspeise nach dem süßen Weihnachtsgebäck – haltbar im Kühlschrank 3-4 Tage.

Herzhaft und soo guuut

„Panettone meets bayrische Stollen…“

(Werbung , da Namensnennung)

In der gedrosselten Zeit hatte ich wieder mal Lust mich mit Stollen bzw. Panettone zu beschäftigen. Es war dieses Jahr noch mühsamer alle Zutaten zu bekommen, denn die normale Supermarktware ist meist nicht geeignet, um diese arbeitsintensiven Köstlichkeiten herzustellen. Zitronat von der Amalfiküste aus den großen Zitronen, Haselnüsse aus dem Piemont…. , spezielle Rosinen, Mandeln aus Sizilien, Honig aus Niederbayern… . Die Liste läst sich beliebig fortsetzen.

Was ist nun der Unterschied zwischen Panettone und unseren hochgelobten Stollen?

Der Panettone enthält ebenfalls viele gerocknete Früchte, Nüsse, viel Butter und wird aufwendig auf Stäbe zum Durchziehen aufgehängt und ist längere Zeit haltbar.

Der Panettone wird mit Wasser (Flüssigkeit im Teig) angesetzt, die Deutschen Stollen lieben fette Milch. Im Netz gibt es unzählige Rezepte , Anleitungen. Ansich sind jedoch die Mengenverhältnisse stets gleich und die Variationen bestehen in den Füllungen.

Nachdem ich seit dem 1. Lockdown mich mit Hefewasser , Lievito Madre (LM) ausführlich auseinandergesetzt habe, beschloss ich meine Stollen und die Panettoni mit Lievito Madre zu backen. Ein gewagtes Projekt, wenn der Stollen nicht aufgeht und nicht genießbar ist, sind teure, mühselig beschaffte Zutaten vertan.

Voraussetzung ist allerdings der Lievito Madre ist tatsächlich aktiv und triebfähig.

So entwickelte ich mein spezielles Auffrischverfahren – natürlich im Verhältnis 2:1, d. h. 2 Teile Mehl bzw. LM + Mehl und 1 Teil Flüssigkeit.

Ein LM auf reiner Vollkornweizenbasis geführt, war mir zu säuerlich, zu fest. Außerdem bekam er mit Wasser nicht den gewünschten Trieb, den ich mir vorstellte.

Mit reinem 55oer Mehl, war er mir zu wenig auromatisch – war aber enorm triebstark. So beschloss die Mehlmenge aufzuteilen: 1 Teil Biovollkornweizenmehl, 1 Teil 550 er Weizenmehl + Anstellgut.

Außerdem ersetzte ich das lauwarme Wasser mit Hefewasser (Zimmertemperatur).

Das Ergebnis war überwältigend:

Für den Vorteig der Panettoni, nahm ich 60 gramm vom aufgefrischten LM.

200 gramm Weizenmehl Type 405, 100 gramm Wasser (handwarm), 70 gramm Butter, 50 gramm Rohrzucker, 2 Eidotter. Alles gab ich mehr oder weniger gleichzeitig in meine Küchenmaschine, mischte es durch und ließ auf Stufe 1-2 (Kennwood) den Teig 12 Minuten kneten. Anschließend kam der Teig in eine geölte Teigwanne und ich stellte ihn ca. 12-20 Stunden an einen warmen Ort.

Für den Vorteig der Stollen:

100 Gramm aufgefrischter LM

100 Gramm 550er Mehl

100 Gramm lauwarme Milch

Das Verfahren für die Herstellung des Vorteigs ist das gleiche wie oben beschrieben. Anschließend den Vorteig in eine Teigwanne legen, abdecken und 12-20 Stunden in warmer Umgebung sich selbst überlassen.

In der Zwischenzeit war ich beschäftigt mit Nüsse hacken, Trockenobst schnippeln, Mandeln abziehen, Rosinen in meinen Schnaps einlegen (s. Beitrag der Teufel hat den Schnaps…) Gewürze aufbereiten

(Zimt, Sternanis, Pigment, Nelke, Kardamon) gemahlen für die Stollen…..

Das Gelingen der Aktion war fraglich, denn viel tat sich beim Teig in den nächsten Stunden nicht.

Aber dann hatte sich der Teig nahezuverdoppelt, war großporig und duftete herrlich.

Mit den Rezepturen für die Hauptteige will ich niemanden langweilen

Stollen lechzen nach Butter

Der Unterschied ist hier entscheident die Mehlmenge

  • Panettone kommt mit 75 gramm Mehl , zzgl Butter und übrigen Zutaten aus
  • der fette Stollen will 4oo gramm Mehl, zzgl. Butter und ….
  • und wieder braucht der schwere Teig viel Zeit, bis er backfähig ist
  • ca. 12-18 Stunden, je nachdem. Der Teig nimmt es aber auch nicht übel , wenn er nicht auf die Minute ins Rohr kommt.

Hier kann jeder selbstgestalten, wie er den Stollen/den Panettone gestaltet. Wichtig ist viel Butter, Nüsse , Aromen aus Zitronat, Orangat – bester Güte- Der Stollen sollte noch warm kräftig mit flüssiger Butter bepinselt werden und anschließend vollständig mit Puderzucker ummantelt werden (die Unterseite nicht vergessen!)

Der Panettone sollte 24 Stunden hängend abkühlen. Die Anleitungen mit den Schaschlikspießen vergesst ganz schnell. Das hält nicht! Meine Stahlstangen vom Radischneider waren stabil genug und so wurden es viele kleine und große Panettoni. Bayern meets Italy !

Meine Stollen/Panettoni ruhen draußen gut eingepackt in der Blechkiste.

Eigentlich sollte man ihnen ja bis Weihnachten Ruhe gönnen. Widerstehen konnte ich nicht, einen Stollen schnitt ich mittig auf – Der Duft, der Geschmack – unbeschreiblich aromatisch –

Der Panettone mußte natürlich auch den Geschmacktest bestehen.

Der stolze Panettone

Tipp: Panettone ich Scheiben schneiden , mit Butterzucker bestreuen in der Pfanne leicht karamelisieren lassen, wenden leichte Bräunung, dann leicht zerbröckeln, in große Gläser füllen, Vanilleeis – Amaretto – Zimtsahne – fertig ist das Weihnachtsdessert.

Der Beitrag dient zur Sicherung der Familienrezepte .

„Ein halbes Schwein könnt ich jetzt vertragen ….“

Höre ich noch heute in meinen Ohren klingen. Gottfried ein Studienfreund pflegte diesen Spruch jahrelang…

Einen Schweinebraten, resch – knusprig – mit Crunch, den man hört beim Essen.

Dazu Knödel am besten Kartoffelknödel und Semmelknödel und als Nachspeise

„Bayrisch Creme“ kein Problem.

Es erfordert Zeit, Muße und handwerkliches Geschick, gutes Fleisch, am besten ein großes Stück Schulter vom Schwein.

Mein Schweinebratenrezept:

Zutaten: ( für 6-8 Personen)

3 kg Schweineschulter

150 gramm geräuchertes Wammerl (geräucherten Bauspeck)

2 Knoblauchzehen

3 Zwiebel

2 Karotten

100 Gramm Sellerie

1 Petersilienwurzel

10 cm Ingwer

1 Eßlöffel Tomatenmark

2 Eßlöffel Puderzucker

1 Flasche dunkles Bier

Saft einer kleinen Orange

1 Messerspitze Honig

1/4 Liter Brühe (Gemüse- Fleischbrühe , was gerade da ist)

Sojasoße (ca 3 Eßlöffel)

Gewürze: Salz, schwarzen Pfeffer, Koreander, Kümmel, Fenchelsamen

Zubereitung:

  • den Braten rautenförmig einschneiden
Schweinebraten rautiert

Da mein 3 kg Stück nicht in meine Pfanne zum Anbraten passte, habe ich ihn durchgeschnitten. (wie damals Stempel vom Fleischbeschauer vorhanden)

Nun lassen wir das Fleisch sich erstmal ausruhen.

  • wir schnippeln erstmal das Hartgemüse, Zwiebeln und heizen den „alten Freund“ (mein Bräter anno 1790 auf)
  • gönnen ihm 2 Eßlöffel Puderzucker und karamelisieren das Gemüse leicht, geben die ungeschälte Knoblauchzehe und das Stück Ingwer hinzu
  • geben einen kräftigen Löffel Tomatenmark hinzu um uns
  • nun wieder dem Braten zuzuwenden
  • die Bratenstücke braten wir in der seperaten Pfanne rundherum in Butterschmalz/Schweineschmalz an
  • es ist sehr wichtig, dass wir es sorgfältig rundherum anbraten
  • bis das Fleisch „Farbe“ hat !
  • nun schneiden wir uns zwei kräftige Scheiben vom Wammerl (Bauchspeck)
  • ab .
  • das Fleisch legen wir nun mit der Rautenseite nach unten auf das karamelisierte Gemüse
  • gießen es an mit der Brühe
  • die Speckscheiben legen wir auf den Braten, damit er nicht austrocknet und schon etwas Geschmack bekommt.
  • den Ofen auf 250 grad anheizen und das Fleisch 10 Minuten sich selbst überlassen.
  • dann mit der Flasche Dunkelbier ablöschen und auf 150 grad redzieren.
  • die genannten Gewürze fettlos anrösten – wie das duftet, das Fleisch – die Gewürze –
  • wow das haut einem schier um
  • nun können wir uns den Beilagen, der Nachspeisevorbereitung widmen
  • der Braten kann jetzt 1 Stunde sich selbst überlassen werden.

Das ständige , oft beschriebene Übergießen stört nur den Garvorgang und ist nicht zwingend. Das Wammerl gibt Saft und Aroma ab, so kann der Braten in Ruhe werden.

Nach ca. einer 3/4-1 Stunde wenden wir den Braten und das Wammerl sinkt in den Bräter, mit der Kruste nach oben überlassen wir den Braten nochmals eine 3/4 Stunde bei 150-160 grad . Nun geben wir die Gewürze hinzu. Der gusseiserne Bräter hält sehr gut die Hitze und so sollte nach der angegebenen Zeit die erforderliche Kerntemperatur von 76-78 grad erreicht werden. Es empfiehlt sich mit dem Brattermometer zu arbeiten.

  • in der Zwischenzeit pressen wir die Orange aus und vermischen den Saft mit Sojasoße und einer Messerspitze Honig.
  • den Braten bepinseln wir sorgfälig mit dieser Flüssigkeit
  • dann die Grillfunktion aktivieren und ca. 10 -15 Min. kontrolliert bei 180-200 grad grillen
  • Vorsicht – den Braten nicht aus den Augen lassen, denn sehr schnell ist die Krust schwarz, wenn man nicht aufpasst.
  • wenn die Kruste perfekt gebräunt ist, nehmen wir den Braten raus und geben ihm Gelegenheit sich etwas auszuruhen.
  • wir passieren die Bratensatz mit dem Gemüse durch ein Sieb und pürieren die Soße, schmecken ab, ggfs. Salz und eine wenig frischer schwarzer Pfeffer nachwürzen
  • aufschneiden, anrichten …..
Schweinebraten in der Vollendung

Die Kruste ist knackig, resch, das Fleisch wunderbar saftig und zart, die Soße hat die richtige Konsistenz für die gierigen Knödel. Das ist ein Festtagsbraten, der nur einwenig Liebe, Zeit und Muße verlangt.

Einen schönen Advent wünsche ich bei gepflegten Getränken und kulinarischen Highlights, was bleibt uns – in diesen Zeiten.

„Hermine hat immer Hunger…“

Schweinefleisch ist in der heutigen Zeit geradezu verpönt. Die Fleischskandale, die schlechten Verhältnisse in den Großschlachtereien, machen einem ja geradezu ein schlechtes Gewissen, wenn wir in den kalten Adventstagen uns nach einem schönen, saftigen, reschen Schweinebraten sehnen.

Soviele Bio-glücklich-Schweine, wie so mancher Metzger anbietet, kann es gar nicht geben. Normalerweise, gehen wir in ein gutbürgerliches, bayrisches Wirtshaus unseres Vertrauens und genießen den Schweinebraten, mit einem guten Münchnerbier. Aber dies ist nicht möglich, Lieferungen erscheinen mir nicht angebracht. Mit dem Schweinchen an sich verbindet mich eine lange Geschichte, die ich Euch nicht verhehlen möchte und auch meine besondere Liebe zum Schweinefleisch – die niemals enden wird – begründet.

Jedes Jahr wurden in meiner Familie zwei Schweine gemästet und meist einmal vor Weihnachten , bzw. gegen Ende des Winters geschlachtet. (siehe Beitrag vom Februar 2011 „Die Sau ist tod“)

Die Ferkel lieferte der „Seydick“ ( Bezeichnung Sau – Dick =Name des Lieferanten)

Mit einem großen Kastenwagen fuhr er vor. In diesem Auto waren kleine Fächer mit Holzstäben eingebaut, hier lagen die kleinen Ferkel, rosa wunderschön anzusehen auf gelben Stroh und glotzten einem liebevoll an.

Die Auswahl der Ferkel war eine fast wissenschaftliche, schwierige Aufgabe, die nur bestimmten Personen zugetraut wurde. Ein Ferkel war sehr teuer , oft kam es vor, dass das Ferkel starb und es entstand der Streit, wer das Verschulden trägt.

„Das Ferkel war schon krank…“ – bewiesen wurde allerdings nichts, denn eine gutachterliche Stellungnahme eines Veterinärs konnte man sich ja nicht leisten.

Alle Männer waren aus dem Haus, als der Sey-Dick vorfuhr. Große Aufregung, wer soll denn jetzt das Schwein aussuchen, dem Sey-Dick kann man nicht trauen.

Meine Großmutter schritt mutig voran und zog mich hinter sich her.

Sie prüfte, schaute sich das Ferkel genau an – wenn es ruhig und still im Kasten lag- war das ein Indiz, dass es nichts taugte. Ganz hinten sah ich ein kleines , rosiges Ferkel mit einem schwarzen Fleck am Rücken. Dies wählte ich aus! Ein zweites, großes, langes Ferkel (es sollte ja möglichst viele Koteletts geben) gefiel meiner Großmutter.

Stolz trug Großmutter die Ferkel in den vorbereiteten Stall und ich sollte mich um sie kümmern. Putzig waren sie mit ihren feuchten Nasen, die Ringelschwänzchen so niedlich.Es war unvorstellbar, dass hieraus mal diese riesigen Schweine entstanden, die dann geschlachtet wurden.

Meins hatte ich Hermine getauft, weil es so schnell und gierig fraß.

  • mein Vater hieß Hermann, war sehr lange in russischer Gefangenschaft gewesen und ich habe niemehr einen Menschen gesehen, der so schnell essen konnte.

Niemand habe ich allerdings verraten, warum das Ferkel Hermine hieß.

Nach 2 Tagen intensivster Betreuung lag Hermine apathisch in ihrem Eck. Sie wollte nichts fressen, nicht raus, begrüßte mich nicht mehr grunzend. Sie war krank.

„Der „Sey-Dick“ hat uns doch wieder ein krankes Ferkel angedreht!“ Es hat keinen Zweck, er soll es abholen und uns das Geld zurückgeben….“

Meine Hermine fühlte sich heiß an – ihre Schnauze war nicht mehr kühl und naß – irgendwie schwitzte sie – verkroch sich ins Stroh –

Ich mußte sie pflegen, also musste ich mich erstmal von der lästigen Schule befreien.

Es brach mir das Herz, Hermine womöglich dem Abdecker zu überlassen.

Ich fälschte die Unterschrift meines Vaters und schrieb in Druckschrift (wie naiv) eine Entschuldigung: „Meine Tochter, Mechthild, Cäcilia, Maria leidet an Magenkrämpfen und Fieber. Sie kann nicht am Unterricht teilnehmen“ schrieb ich.

Die nächsten Tage verbrachte ich im Stall – Großmutter und Großvater wußten bescheid-. Großvater hatte mir schon vor Monaten ausführlich erläutert, dass der Organismus in vielen Bereichen, sehr dem menschlichen ähnlich seien –

Also mußten doch Wadenwickel, Pfefferminztee und Hühnersuppe meiner Hermine helfen. Mit einem Eimer getarnt, brachte ich die Handtücher, die Teekanne und die Suppe – die eigentlich immer auf dem Herd stand – in den Stall.

Mein Großvater hatte mir versprochen, wenn Hermine überlegt, bekommst Du 5 DM und bist auch am Schlachtgewicht beteiligt.

Liebevoll löffelte ich Hermine den Tee ein, legte Wadenwickel an und mischte die Suppe unter die frischgeämpften (Sauerpel =Schweinekartoffel)

Tag für Tag ging es Hermine besser und nach einer Woche war sie wieder die Alte, gierig fressend, quickend hüpfte sie umher.

Die Ursache der Krankheit klärte sich bald. Meine Tante – sie war für das Putzen, Kehren, Schrubben im Haus zuständig, hatte Hermine mal ordentlich gewaschen, nachdem sie sich so im Dreck hinter dem Stall gewälzt hatte. Mich hatte sie zusammengestaucht, wie kann man nur so dreckig sein, schau dich mal an und riechen tust du wie ein Schweinestall. Das kleine Ferkel hatte sich erkältet.

Hermine fraß so gierig und ich war sehr traurig. Mir war schon bewußt, wie Hermine enden würde. Vielleicht sollte ich nie mehr Fleisch essen….

Aber das sei auch keine Lösung, meinte Großvater , dann bleibst Du ja klein und dumm – das willst du doch nicht! Schau , Hermine frißt nur für dich, damit du ihr Fleisch später mal essen kannst – Niemals , rebellierte ich.

Die Natur weiß schon, was sie tut. Schweine leben um zu essen und den Menschen ihr Fleisch zu geben, sie sind glückliche Schweine. Hermine wird von dir umsorgt, sie hat Spaß mit dir und will dir ihr bestes Fleisch schenken.

Mehrere Wochen haderte ich, doch schließlich leuchtete mir der natürliche Kreislauf ein. Die Kühe gaben uns die Milch, aber nur , wenn sie ein Kälbchen bekommen…

Alle Kälbchen können wir aber nicht behalten…

So lernte ich sehr früh mit 9 Jahren den Kreislauf der Natur kennen und achten. Bis heute esse ich gerne Fleisch. Aber mit Verstand und nicht jeden Tag!

Liebe Leser, daher werde ich in den nächsten Tagen – wie sagt mein Sohn das verifizierte Rezept meines Schweinebraten Euch offenbaren.

Schöne Zeit!

„Ossobucco between Orient and Okzident“

Familiengerichte, Freundegerichte müssen von alleine kochen.

Sie sollten geeignet sein, nebenbei, sich selbstüberlassen gar zu werden – ohne , dass man ständig sie „bespielen“ muss.

Sie sollten aber dennoch außergewöhnlich sein, in die Jahreszeit passen.

Erinnerungen an gute Zeiten mit der kulinarischen Vielfältigkeit der schönen Urlaube – Nordzypern – Sizilien – Süditalien – wecken.

Einwenig wenigstens den Geschmack nach hause holen und uns freuen auf die Reisen nach der Pandemie.

Zunächst gab es kontroverse Diskussionen zwischen mir und meiner Tochter – sie hat mehrere Jahre in Rom gelebt –

„Ossobucco wird geschmort, unser sizilanischer Koch…. , im Topf nicht im Ofen….“ Ja dann brauche ich eine Pfanne, einen Topf, eine Pfanne für die Zwiebeln…. Ich will ein Ossobucco vom Lamm, dass man sich selbst überlassen kann!.“…

Gut, dann kochst Du allein…, gesagt getan – wie halt meistens…

Die Beilage sollte ebenfalls zum Gericht passen, einen Nachschlag möglich machen und die Gewürze des Orients enthalten.

Kommentar: „Du spinnst“

Mein „Rote Beete- Risotto“ (übrigens Risotto ist maskulin. Die richtige Form im Nominativ ist also: der Risotto.)

Zutaten: 8 für 4 Personen

4oo Gramm Carnaroli aus Italien, Piemont

1 kleines Stück Sellerie, Karotte

1 kleine rote Zwiebel

1 Knoblauchzehe

1oo ml Noilly prat (alternativ Weisswein)

2 Eßlöffel bestes Olivenöl

1 vorgekochte Rote Beete

1 Liter Kalbsbrühe ( geht auch mit allen anderen Brühen (Gemüse, Fleisch)

80 gramm Butter

80 gramm Peccorino (gerieben)

Gewürze: Koreander, Kreuzkümmel, Fenchelsamen, Zimt (eine Spur), Ras el Hanout, Bockshornklee (ohne Fett anrösten, u. mösern)

Meersalz aus der Mühle, schwarzen Pfeffer aus der Mühle.

und so geht es :

  • Olivenöl in einen breiten Topf geben
  • Hartgemüse und Knoblauchzehe farblos anrösten
  • Reis hinzufügen, wenn es knistert
  • mit dem Wein bzw. Noilly Prat ablöschen
  • anschließend immer , wenn die Flüssigkeit verbraucht ist mit der Brühe (heiß) nachgießen
  • im letzten Drittel (wenn der Reis beginnt sich zu vergrößern ,die klein geschnittene rote Beete, samt Gewürzmischung hinzufügen , Zitronenabrieb über die rote Beete geben
  • wieder mit Brühe übergießen, bis eine schlunzige Masse entsteht
  • der Reis sollte noch Biß haben!
  • final Butter und Käse hinzugeben

Welche Geschmackexplosionen sich hier auftun, kann ich nicht beschreiben – hier treffen die orientalischen Gewürze auf den italienischen Reis – einfach wunderbar! Die erdige rote Beete gibt dem Gericht die Bodenhaftung und ist bereit die geschmorten Lammscheiben aufzunehmen und es ist ein richtiges Familien-Selbstkoch-Essen.

Die Lammscheiben hatte ich schon ca. 1 3/4 Stunden vorher in den Backofen gegeben, damit sie schön durchgaren konnten und ganz leicht sich vom Knochen lösten. Das Mark hatte sich verbunden mit den weiteren Zutaten, dass Lammfleisch roch köstlich und wurde die richtige Begleitung zum Risotto – Das Treffen Orient-Okzident war zu stande gekommen – .

Zubereitung Osso-Bucco:

  • die Beinscheiben mehlieren und mit Olivenöl und einem Stich Butter (weniger ist mehr) rundherum anbraten , bis sie eine schöne Farbe haben.
  • dann mit Weisswein ablöschen, mit schwarzem Pfeffer, Meersalz, Ras el Hanout würzen
  • Sellerie, Karotten, rote Zwiebeln, Knoblauch seperat karamelisieren und dann in eine feuerfeste Form geben
  • die angebratenen Beinscheiben, sowie Kräuter der Provence, 1 Zweig frischen Rosmarin und Lorbeerblatt, hinzufügen
  • eine Dose Cherrytomaten angießen und bei ca. 150-170 grad für 1 1/2 – bis 2 Stunden sanft schmoren lassen.

Dieses Gericht ist ideal für die leidgeprüfte Coronazeit – es bleibt viel Zeit zum Ratschen, Essen , Trinken – und erweckt die Fernwehsehnsucht für die Zeit nach der Pandemie. Wer kein Fleisch mag, kann sich an dem herrlichen Risotto ergötzen ….

„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein…“(Matthäus 4,4)

(Werbung, da Namensnennung)

Diese Ausführungen stellen eine reine persönliche Meinung dar. Ähnlichkeiten mit Aussagen lebender oder toten Personen sind rein zufällig

„Es dient hier als biblisches Motto, das aufrütteln soll, zum Einhalten bringen und zum Nachdenken darüber, dass die Sicherung der täglichen Bedürfnisse dem Lebensweg noch nicht Sinn, Orientierung und Halt im Leben gibt, dass man sich geradezu verlieren kann in der Hast nach dem vermeint-lich Wichtigen, das sich doch als Nebensache erweist, sobald man zur Besinnung kommt und zum Nachdenken darüber, was das Leben wirk-lich trägt. Der Verzicht auf das Brot, das wir zwar zum Leben brauchen – von dem wir aber alleine nicht leben können – eröffnet ganz neue Erfahrungswerte , die das Leben bereichern – neue Perspektiven eröffnen… “

Die Lockdownverordnungen könnte man als Fastenverordnung interpretieren und auf Neuerung, Offenbarung von neuen Werten, neuen Lebensformen, neuen Möglichkeiten werten.

Wie man diese zwingenden Erfordernisse umsetzt, darüber kann man wahrlich streiten. Teilweise kann man eine klassische Bevormundung feststellen. Schon in der Pädagogik hat man lange eingesehen, dass das Prinzip „Lohn und Strafe“ nicht tatsächlich zielführend ist.

Keine kreativen, innovativen Ansätze werden gesucht. Keine Linie wird sichtbar. Die Zahlen die politisch geprägt sind, sind nicht wissenschaftlich einwandfrei belegbar, wie viele verschiedene Stimmen kundtun.

In der Innenstadt in München hat sie dieses Jahr tatsächlich begonnen

„Die staade Zeit“ Keine hektische Betriebsamkeit macht sich breit, keine Touristen bevölkern die Straßen und Plätze. Gestern konnte ich meine Besorgungen schnell erledigen. Aber ehrlich, die kleine Einkehr hat mir schon sehr gefehlt. Einen guten Rotwein, bei der Kälte , das Treffen mit Kollegen an der Residenz, der Duft von Glühwein….

Der Christbaum kommt mir dieses Jahr auch einwenig kleiner vor.

Weihnachtsbaum 2020 Rathaus München

Das was eine Großstadt ausmacht, Theater, Konzerte, ein gepflegter Restaurant-Besuch vermisse ich ganz arg. Da hilft es auch nicht die Wohnung zu dekorieren, zu kochen oder sich ein Heimkino einzurichten.

Die Stadt lebt nicht mehr. Ich versuche , die staade Zeit zu nutzen…

Wenn wir alle brav sind, kann ich ja mit meinem Stollen, meinem selbstgemachten Glühwein in der Thermosflasche eine kleine Stadtwanderung arrangieren,-selbstverständlich nur im ganz kleinen genehmigten Kreis- bevor der bayrische Krampus uns wieder zum Daheimbleiben verdammt.

Schaut mal wie schick sich die Stadt gemacht hat.

Allen wünsche ich eine schöne, geruhsame Staade Zeit!

„Der Teufel hat den Schnaps…..“

so trällerte 1973 Udo-Jürgens. Dabei kommt es auf den Schnaps an! Schlechter Schnaps, wie er manchmal in den Ländern hergestellt wird, wo er zu hoch besteuert wird – oder verboten ist, ist ohne Zweifel oft tödlich.

Immer wieder werde ich von meinem Gö-Ga (Göttergatten) gerügt, wenn ich seinen heiligen Tropfen zum Kochen benutze.

Eine unscheinbare, etiketlose Flasche, mit einem Schraubverschluß dessen Herkunft ich dem Land Österreich zuordnen konnte, stand im Schrank.

Ein kleiner Aufkleber – ich entzifferte Obstler- ok, genau den brauch ich jetzt für ein winterliches Apfelmus.

Sicherheitshalber mal dran riechen – kann nichts schaden – dachte ich.

Wow – es roch nach Birnen, Zwetschgen, Äpfeln – was ist denn das? Nicht der so beißende Geruch von Schnaps. Das Obst konnte man riechen, einen klitzekleinen Schluck goß ich in ein Stamperl, eine fast ölige Konsistenz, es bildeten sich kleine Kirchenfenster , wie bei einem guten Rotwein.

Dann die Offenbarung, wohliger Wärme machte sich in meinem Mund breit, ein weicher, angenehmer Geschmack. Die Obstaromen sind voll präsent.

Uff- wo kommt der denn her? Das ist doch der Schnaps von Ben’s Opa, teilte man mir mit.

Jetzt viel es mir wie Schuppen von den Augen. Der weise betagte Mann kenne ich nur aus Erzählungen. Ben ist der beste Freund meines Sohnes.

Im Sommer hatten sie sich in Österreich beim Opa getroffen…… Der Opa, versteht etwas von Landwirtschaft, Schnapsbrennen und auch etwas von Menschen. Sein bewegtes Leben gibt ihm die Gnade den göttlichsten Schnaps oder sagt man Brand? zu destillieren, den ich je genießen durfte.

So etwas können nur Engel – von wegen der Teufel …..

Danke!

Ach und das einfachste Rezept der Welt:

Winterliches Apfelmus

Zutaten:

3-4 kg Äpfel (Sorten können gemischt sein)

1 Zitrone (bio)

Gewürze: Zimtstange, Kardamon, Piment, Sternanis, Nelke

2 Eßlöffel Glühweingewürz (getrocknet) (ersatzweise Abrieb von Orangen, Mandarinen…)

1 Stamperl besten Obstbrand oder auch etwas mehr.

Zubereitung:

Die Äpfel grob vierteln und mit den Gewürzen und der in Scheibe geschnittenen Zitronen in einen großen Topf geben.

Kurz aufkochen lassen , kein Wasser hinzufügen, keinen Zucker beigeben!!!

Mit dem Obstbrand ablöschen und auf mittlerer – kleiner Stufe die Äpfel weich kochen. Abkühlen lassen

Die gekochten Äpfel durch die “ flotte Lotte“ (Passiermühle) passieren und nochmal durchpürieren. Das Apfelmus zum Einfrieren vorbereiten oder als Nachspeise, Kuchen… genießen.

Die Konsistenz ist cremig, zerschmilzt auf der Zunge und der Geschmack von reifen, süßen, leichtsäuerlichen Äpfel wirkt gerade zu betörend. Die Gewürze lassen eine ganz leichte Note durchkommen, sehr dezent und harmonisierend.

Die Krönung wurde erreicht, indem ich gestern aus 2,5 kg festkochenden Kartoffeln – Hamsterware vom Bauern- Reiberdatschieteig zubereitete.

Leider war es mir nicht möglich dies im Foto festzuhalten. So schnell war der Reiberdatschi in den hungrigen Mündern verschwunden und vom Apfelmus blieb auch nichts mehr….

Eine Ladung habe eingefroren, aber es ist ja schnell wieder hergestellt, das besoffene Apfelmus.


„Scharf, süß, sauer der Kürbis liegt auf der Lauer“

(Werbung da Namensnennung)

Jedes Jahr, spätestens im September kann man überall Rezepte für Kürbissuppen, gefüllte Nudeln mit Kürbis, Kürbiskuchen, Kürbisgemüse…

Irgendwie nervt es und trotzdem versuche ich jedes Jahr ein neues Kürbisrezept zu kreieren.

Am Kürbis kommt man nicht mehr vorbei. Der Siegeszug schreitet unaufhaltsam fort.

so gesund ist der Kürbis er liefert:

  • Betacarotin – dieVorstufe von Vitamin A wirkt antioxidativ und hilft, freie Radikale zu bekämpfen.
  • Kalium – wichtig fürs Herz.
  • Kalzium – ein unverzichtbarer Bestandteil von Knochen und Zähnen.
  • Magnesium – wichtig für Nerven, Muskeln, Herz und den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel, außerdem am Aufbau von Knochen und Zähnen beteiligt.
  • Eisen – verantwortlich für den Sauerstofftransport, die Speicherung von Sauerstoff in den Muskeln und den Energiestoffwechsel.
  • Unlösliche Ballaststoffe regeln die Verdauung, lösliche Ballaststoffe können die Blutfettwerte senken und Cholesterinwerte regulieren.
  • Gerade die gute Versorgung mit Vitamin A erklärt dann auch die Beobachtungen von Forschern der Colorado State University, denen zufolge der Kürbis selbst eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD) aufhalten könne.

die Auflistung der gesundheitsfördernden Aspekte läßt sich beliebig fortsetzen.

Zusammen mit meiner Tochter hatten wir ein Kürbis-Curry geköchelt. Es war sehr, sehr gut gelungen und ich hatte zweimal nachgefasst. Die Folge war, dass ich nachts mehrfach entwässern mußte. Sicher ein weiterer positiver Aspekt.

Es lohnt sich auch verschiedene Kürbissorten auszuprobieren. Die Unterschiede sind enorm. Dieses Jahr experimentierte ich mit verschiedenen Sorten des Muskatkürbis.

Suppen, Kuchen… in den verschiedenen Variationen habe ich ausprobiert. Erstaunliche Ergebnisse ließen sich erzielen. Die Kürbiskuchenvarianten überzeugten wirklich. Hätte ich nicht gedacht! Meine Kürbiswoche enthielt jeden Tag ein kleines Gericht mit verschiedenen Kürbissorten.

Auf dem Markt erhält man mittlerweile die Kürbissorten – stückweise – und man muss nicht einen riesigen Kürbis wochenlang verarbeiten.

samtiges Kürbissüppchen mit Lachsspieß

Kürbisernte bei Pöchtlarn/Österreich

Die Tage werden kälter, ein wärmendes Curry, sättigend, leicht, zum Beginn des Wochenendes wäre doch genau das Richtige

R e z e p t : (für 3-4 Personen)

Zutaten:

700 Gramm Muskatkürbis

2 mittlere rote Zwiebeln

3 Tomaten ( geschält)

1/2 Liter Brühe (Gemüsebrühe, Fleischbrühe oder Geflügelbrühe)

1 -2 Eßlöffel Honig

2 Knoblauchzehen

1 10cm großes Stück Ingwer

1 Stück Habanero oder Chili

1 kleines Stück Kurkumawurzel

Cocosmilch (sämig u. fest)

1 Stück Butterschmalz

1/2 Teelöffel rote Currypaste

Gewürze: Zimtrinde, Piment, Pfefferkörner schwarz , Langpfeffer, Nelke, Senfkörner weiss, Kardamon, Szechuanpfeffer

(alternativ fertige Currymischungen zur Not)

Schritt 1:

Den Kürbis schälen und in größere Würfel schneiden, mit dem Honig marinieren und beiseite stellen.

Schritt 2:

Gewürze fettlos anrösten und mösern.

Tomaten in kochendes Wasser halten und abziehen – grob würfeln

Zwiebeln in kleine Würfel schneiden

Schritt 3

Den Wok ohne Fett kurz aufheizen und das Butterschmalz zusammen mit der Currypaste vermischen und heiß werden lassen.

Nun geben wir die Zwiebeln hinzu und schwitzen sie farblos an, anschließend die Tomaten hinzufügen und etwas köcheln lassen.

Schritt 4

Wir löschen mit etwas Brühe ab und geben nun die gerösteten, gemörsterten Gewürze hinzu, die Zimtstange werfen wir ebenfalls in den Wok und lassen die Masse ca. 5 Min vor sich hin köcheln

Schritt 5

Wir prüfen die Schärfe, ggfs. noch etwas korrigieren

  • zu scharf – einwenig Honig zufügen
  • bzw. einwenig Currypaste oder Chilli hinzugeben

Schritt 6

Jetzt geben wir die marinierten Kürbiswürfel in den Wok und lassen ihn in der Soße gar ziehen. Dauert ca. 8-10 Min. auf mittlerer Flamme. Zwischendurch immer wieder testen . Der Kürbis sollte nicht zu weich werden, sondern bissfest bleiben.

Mit frischem Koreander versehen und als Beilage empfiehlt sich Basmatireis, den ich mit Safran angereichert hatte.

Selbst meine Fleischesser waren begeistert – und wurden satt !

Tipp: zur Resteverwertung

  • am nächsten Tag durchpürieren, etwas Brühe hinzufügen
  • ergibt eine leckere Kürbissuppe s. oben.

Viel Spaß beim Nachkochen und ein schönes Wochenende.

„Rote Knödel in eleganter Begleitung“

Historische Kochbücher, Notizen meiner Mutter und Großmutter , teilweise in Sütterlinschrift notiert, erstaunen mich immer wieder.

Das Kochen war sehr aufwendig, teilweise aber auch zerstörend. Die Familien hatten viele Esser, keine Küchenmaschine….

Aus einfachen Zutaten entstanden tolle Gerichte, arbeitsintensiv, zeitraubend, aber unendlich gut.

Mit dem was man zur Verfügung hatte – das war meist nicht viel, sondern nur das, was das karge Land hergab.

So entstanden zahlreiche Knödelrezepturen. Eigentlich Brotreste, Fett, Eier, kombiniert mit den Erzeugnissen aus Garten und Feld.

Die Menschen waren sehr kreativ und die Herstellung war mühsam.

Rote Beete, Kürbis hasste ich Abgrund tief. Alles mußte ständig eingemacht, haltbar gemacht weren, damit man „über den Winter“ kam.

So hörte ich die Frauen immer lamentieren. Sauer war das Zeug, man biß auf Senfkörner, Lorbeerblätter, salzig und für Kinder eigentlich nicht geeignet. Gegessen wurde was auf den Tisch kam – Amen .

Erkältungen, witterungsbedingte Krankheiten hatten wir allerdings so gut wie nie. Oft kam ich völlig durchnässt, durchgefroren nach hause. Die ausgewogene Ernährung tat uns gut. Sauerkraut, fermentierte Bohnen, Kohl in allen Variationen, Kartoffeln, waren die Hauptbestandteile der Ernährung.

Erst in den letzten Jahren, begann ich wieder mit Kürbis, rote Beete und Kohlgerichte zu kochen und bin sehr erstaunt, was mir da so gelingt, denn den Geschmack meiner Kindheit habe ich nicht vergessen. Fermentierung ist jetzt in aller Munde. So ändern sich die Zeiten, wie bei der Mode irgendwann wiederholt sich alles – nur etwas anders interpretiert.

Hier mein Rezept für Rahnerknödel (für 4 Personen)

Rahnerknödel
perfekte Konsistenz, perfekter Geschmack

Zutaten:

400 gramm Knödelbrot oder ca. 5 Semmel vom Vortag dünn aufgeschnitten

45o gramm Rote Beete (meine waren vorgekocht, geht aber auch mit frischen rohen, soweit man eine leistungsstarke Püriermöglichkeit hat)

100 gramm Butter

12o gramm rote Zwiebeln (fein gewürfelt)

1/4 Bund Petersilie

Krenabrieb (vom frischen Kren)

60 gramm Parmesan gerieben

winzige Menge Habaneros – meine wachsen immer noch am Strauch – oder Chilischote – auch getrocknet geeignet

3 Eier

1 schwach gehäufter Esslöffel Mehl

und so gehts:

Schritt 1 : die rote Beete mit einem Schluck Wasser pürieren und über das Knödelbrot geben.

Schritt 2: den geriebenen Parmesan hinzufügen und alles mit den Händen gut durchwirken ca. 2o-30 Minuten durchziehen lassen.

Schritt 3: die Zwiebel möglichst klein schneiden und langsam in der Butter farblos dünsten.

Petersilie hacken und ebenfalls hinzufügen . Dann über die Knödelmasse geben und mit den Händen durchkneten

Schritt 4: –

Die Eier verquirlen und einen Eßlöffel Mehl hinzufügen.

Salz, Pfeffer, Muskatnuss über die Eier geben .

Die verquirlte Eiermasse ebenfalls zur Knödelmassehinzufügen . Alles nochmals gut durchmischen und final der Masse einen kräftigen Abrieb vom frischen Kren gönnen, sowie die Habaneros oder Chilischote. Die Masse nochmals 20-30 Minuten kühl stellen.

Schritt 5: mit feuchten Händen Probeknödel formen und in das vorbereitete Salzwasser geben.

Nach und nach die Knödel in das siedende Salzwasser geben, ganz kurz aufkochen lassen und dann nur noch simmern lassen, die Knödel steigen hoch und ziehen so langsam gar. (Dauer ca. 15 Min. je nach Größe) Es ist ratsam die Knödel gleichmäßig zu formen, dann haben sie alle den gleichen Garpunkt. Wem das schwer fällt kann auch jeden Knödel abwiegen (70-80 gramm wäre ideal).

Bei mir kommt es nicht so genau, wenn der Probeknödel hält, variiere ich beliebig.

Während der Knödelteig ruht, schälen wir drei – vier Pastinaken ab, geben sie in den Dampftopf mit einwenig Meersalz, einer Zitronenscheibe und dämpfen sie weich (Dauer ca. 10 min).

Das Kochwasser abschütten, etwas Milch angießen und ein gutes Stück Butter, mit frisch geriebener Muskatnuss würzen, durchpürieren, etwas Salz aus der Mühle .

Die grüne Begleitung besteht aus Olivenöl, einwenig Parmesan und frischer Petersilie. Alles durchpürieren und beiseitestellen.

Ein großes Stück Butter zur Nussbutter werden lassen.

so gehts:

Die Butter in einem kleinen Topf auf mittlerer Stufe erhitzen. Sobald die Butter heiß ist, und das restliche Wasser verdampft (das macht sich an den aufsteigenden Bläschen bemerkbar) sollte man fleißig mit einem Schneebesen umrühren. Dadurch wird verhindert, dass das Eiweiß, welches sich nach und nach von dem Fett trennt, am Topfboden verbrennt. Zudem werden die später sichtbaren braunen Eiweißbrösel schön klein.

Peccorino reiben und servieren…. Uff

Gö-Gatte meint , schmeckt sehr, Pause, sehr guuuuut!

Die Problematik, dass die Knödel ihre Farbe außen verloren haben , konnte ich an diesem Abend nicht lösen. Innen, ja da waren sie schön rot.

„Was ich noch sagen wollte….“

(Diese Ausführungen stellen eine reine persönliche Meinung dar. Ähnlichkeiten mit Aussagen lebender oder toten Personen sind rein zufällig.)

Teil-lockdown – bald Totallockdown . Die Politik bemüht sich redlich sich zu präsentieren, den Bürger zu beschützen das Gesundheitssystem zu fördern, dafür muss der Bürger doch dankbar sein und sich angemessen verhalten.

Bei allem Respekt vor der Pandemie fällt mir auf , dass es eigentlich nur um die Macht geht, die Selbstdarstellung der einzelnen Politiker, Parteien….

Wenn etwas entgleist, dann muss man zu anderen Mitteln greifen, so die versteckten Hinweise.

50 Jahre hat man suggeriert, das braucht man, das hat man, das hilft, das gönnt ihr Euch doch auch! Die Geldbörsen wurden immer riesiger. Alle Karten, Kundenkarten…. sollten doch Platz finden. Shoppen war die beliebteste Freizeitgestaltung der ach so gestressten, erfolgsverwöhnten Bürger unseres Landes. Erlebnisshoppen, Erlebnisgastronomie verband man miteinander und dem Shoppingvergnügen waren keine Grenzen gesetzt. Die Innenstadtlagen wurden zu Höchstpreisen vermietet.

Jetzt ist es vorbei, Corona nimmt dem Bürger ihr liebstes Hobby …

Eine Alternative ist noch nicht gefunden, abgesehen von den wirtschaftlichen Schäden die nun von staatswegen unterstützt werden.

Alle stürzen sich nun in die Natur. So recht wohl fühlen sie sich nicht. Die Kinder wollen nicht wandern, auf den bevölkerten Wegen der Parks und Auen der Großstädte. Sie wollen springen, spielen, klettern, ballspielen….

Die Schulsituation ist unerträglich geworden. Ist zum Politikum geworden. Die Digitialisierung wird als Lösung präsentiert.

Eigentlich geht es – bleiben wir mal bei der Grundschule – um Rechnen, Schreiben , Lesen. Die Befürchtungen, dass bei mangelnder Ausstattung der Kinder(Computer, smartphon..) es zu Benachteiligungen kommt ist für mich nicht nachvollziehbar. Wir haben ein ganzes Heer von verschiedenen Pädagogen – (Wald-Heil-Kunst-Medien-……..) Sie sind teilweise mit staatlicher Förderung ausgebildet und warten auf ihren verdienten Einsatz. Vielleicht liegt hier des Rätselslösung . Wie wäre es mit Street-Teacher – oder Experience-Teacher…

Die Eltern könnten miteinbezogen werden, was gerade für die Migration von wertvoller Bedeutung sein könnte. Das Geld ist doch da, „dass können wir uns leisten…“

Auch pensionierte Pädagogen fänden dort sicher Möglichkeiten sich gut zu fühlen.

Der Einsatz wäre auch direkt in den Familien, vor Ort, im Freien, selbstverständlich unter Kontrolle des zuständigen Gesundheitsamts möglich. Die Entwicklung der Digitalisierung ergibt sich dann von selbst, je nach Bedarf.

Die Pandemie bietet soviele Möglichkeiten den Alltag entspannter, bewußter, spannender zu gestalten. Nur ein Gedanke !

„Die Transzendenz des Hefezopfes…“

(Werbung da Namennennung)

Fast 10 Jahre dauerte mein Kampf mit dem Hefegebäck. Sicher wird es vielen ähnlich gehen bzw. gegangen sein.

Seit März 2020 experimentierte ich mit dem selbsthergestellten Hefewasser , welches einer ständigen Pflege bedarf.

Diese fetten Hefezöpfe, gefüllt…. passen mir gerade nicht so. Im Winter, wenn es eisig, grau und kalt ist – dann ein gutes Buch Tee mit Schuß oder noch schlimmer Amareto-Schokolade – heilt alle Seelenwunden

Derzeit stelle ich mir ein Hefegebäck vor, dass nicht so süß, trotzdem saftig, fluffig – mal mit Käse, bester Marmelade aus eigener Herstellung oder gar mit meinem Zwetzschgenröster ….

Es sollte auch für meine langen Spaziergänge geeignet sein, wenn plötzlich der „leichte Hunger“ kommt. Es gibt ja derzeit keine Einkehrmöglichkeiten mehr coronabedingt.

Überall wird der süße Starter (Sauerteig) beschrieben. Was soll ich denn noch alles füttern. Obwohl reizen würde es mich schon. Vielleicht kreire ich hiermit mal eine Panettone anstatt die stressige Stollenbäckerei.

Meine Backprojekte werden vielfach von meinen Lieben und Freunden belächelt – denn sie müssen ja als Tester immer herhalten- Die Frage ist dann immer in welchem Stadium sich das Projekt befindet – wenns sich in der Verifizierung sich befindet, nehme ich ein Stück …

Ein paar Impressionen, bevor ich manche von Euch mit dem Rezept langweilen muss.

Das Rezept:

Vorteig:

275 Gramm Mehl Type 405

138 Gramm Hefewasser mit den aufgestiegenen 3-4 Datteln pürieren

24 Stunden sich selbst überlassen.

Hauptteig:

Zutaten:

300 gramm Mehl Type 405 – oder 550

50 gramm feinen Rohrzucker

50 gramm zimmerweiche Butter

Abrieb einer Zitrone

eine Prise Salz

1 Ei f. d. Teig

1 Ei für den finalen Glanz

80 Gramm Kefir (selbstgemacht) oder Milch (Zimmertemperatur)

15 Gramm Lievito Madre (nicht zwingend, hatte ich gerade übrig)

Zubereitung:

Vorteig mit den o.g. Zutaten in eine Rührschüssel geben und auf kleiner Stufe vermischen, dann ca. 12 Minuten insgesamt Kneten lassen. Bis ein glatter , zäher Teig entstanden ist.

dann ca. 1-2 Stunden mit einem feuchten Tuch bedeckt ruhen lassen.

Dann in eine Teigwanne oder Schüssel geben und für ca. 10-24 Stunden in den Kühlschrank verfrachten.

Am nächsten Tag – Zeitraum kann dem Alltag angepaßt werden -Zopf formen, kleine Brötchen in Papiermuffinformen platzieren .

Die Teiglinge mit einem verquirlten Ei, dem ich eine Prise Salz und einen 1/2 Teelöffel Puderzucker beigefügt habe bestreichen und wieder ca eine 3/4 Stunde bei ca. 20 grad gedeihen lassen.

Dann kurz vor dem Einschieben in den Ofen nochmals bestreichen, den Ofen vorheizen auf 200 grad Unter/Oberhitze mittlere Schiene.

Eine Schale mit Wasser in den Ofen stellen und fallend bis auf 180 , 150 grad abbacken. Je nach Ofen dauert dies ca. 4o Min.

Die Stäbchenprobe garantiert den Backerfolg. Wenn der Teig nicht mehr am Holz klebt kann das Gebäck aus dem Ofen.

Hefezopf - Hefebrötchen

Der Zopf ist sooo aromatisch, fluffig und ausgewogen im Geschmack.

Laut meinem Gö-Ga sehr gut verträglich – auch halb warm –

Sicher hat der Hefeteig von den mitpürierten Datteln profitiert, die ich nicht entsorgen wollte.

„Multi-media und viel , viel mehr“

Werbung da Namensnennung

Es ist 6.30 Uhr , Freitag, den 13.11.2020

Ich sitze im dunklen Wohnzimmer und kann genau beobachten, wie sich die kühle Nacht verabschiedet und der neue Tag – was immer er bringen mag – erwacht.

früh um 7.30
die Nacht muss dem Tag weichen…

Der neueste Blogbeitrag von Carax&Van-Nuys hat mir bewusst gemacht, dass ich Opfer der Multi-media-Welt geworden bin.

Zugeben würde ich es nie! Auf dem i-pad meines Sohnes darf ich auf Netflix schauen- was mir sehr gefällt-.

Kochszenarien, Serien….

Ja, ich werde mir einen Netflixzugang zulegen.

Spotify ist zu meinem ständigen Begleiter geworden.

Podcast, Die Zeit, FAZ …, klassische Musik, Entspannungsmusik…. gehört längst zu meinem Alltag!

Meine Tochter hatte mir vor einiger Zeit die App installiert.

Das Fernsehprogramm ist meist dürftig und benutze ich überwiegend zur Information (Nachrichtn, politische Sendungen – die ich meist abbreche – da ich mich sooo aufregen muss! –

Selbstverständlich besitze ich schon seit ein paar Jahren einen Tolino, wenngleich ich nach wie vor gebundene Bücher verschlinge und liebe.

Seit ein paar Monaten habe ich die abhängige Arbeit eingestellt. Die Freiheit ist grenzenlos !

Meine Brotrezepturen galt es zu verifizieren. Manchmal braucht es einwenig Zeit, Muße und viel Geduld, um die gewünschten Ergebnisse zu erhalten.

Meine Übernachtgare ist seit 7.OO Uhr im Ofen und ich glaube es wird ein Superbrot.

Ruchmehl-Sauerteigbrote

Monatelang habe ich Recherche betrieben im Netz, mit Bäckern geredet….

Der Blog von Brotbackliebe … und mehr 
Valesa Schell hat mich stark beeindruckt und angeregt.

Das bayrische Ruchmehl bio habe ich von der DRAX-Mühle bezogen, wie alle meine Mehle und hieraus entstehen die – wie meine Kinder zu sagen pflegen – endlich verifizierten Brote.

Das Rezept hat sich bewährt.

Zutaten:

700 gramm bayrisches Ruchmehl bio

100 gramm Roggenmehl 1370

40 gramm Anstellgut Roggen (aus dem Kühlschrank)

370 gramm zimmerwarmes am Vortag abgekochtes Wasser

100 gramm selbstgemachter Kefir (mit gekauftem funktioniert es nicht, dann lieber auf Buttermilch zurückgreifen)

60 gramm Lievito Madre ( aufgefrischt, aus dem Kühlschrank)

19 gramm Salz

2 TL Imkerhonig

26 gramm bestes Olivenöl

Teigling bereit für das Feuer
Teigling zum Einschießen

Zubereitung:

Die obengenannten Zutaten, bis auf das Wasser in die Schlagschüssel der Küchenmaschine (ich benutze eine 12 Jahre alte Kennwood) geben.

Auf kleiner Stufe 5 Minuten durchmischen, dann das Wasser hinzufügen und nochmals auf Stufe 1-2 6 -7 Minuten kneten lassen.

Der Teig löst sich von der Schüssel. Wir formen eine kleine Kugel, ziehen diese zu einem kleinen Fenster auseinander und wenn man praktisch „durchschauen“ ohne, dass der Teig reißt – ist der Teig perfekt geknetet.

Für 1 Stunde darf er dann sich in einer Teigwanne ausruhen. Zwischendurch ziehe und dehne ich ihn noch 2-3 mal.

Dann kommt er für mindestens 16, längstens 24 Stunden in den Kühlschrank. Achtung! er geht noch erheblich auf – eine geeignete Schüssel wählen. Die Kühlschranktüre sollte, wenn möglich nicht mehr geöffnet werden.

Am nächsten Morgen den Teig in zwei Rechtecke teilen und wie Briefumschläge falten, etwas rundwirken, damit der Teig Spannung erhält und nochmals für 1 Stunde im gemehlten Gärkörbchen bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Den Ofen auf 250-270 grad vorheizen.

Die Teiglinge einschießen, und 250 ml Wasser in den Ofen schütten – keine Angst verdampft sofort – 10 Minuten backen, dann die Ofentür öffnen und den Dampf ablassen.

Weitere 20 Min. – auf 220 grad backen, dann weitere 25 Minuten auf 2oo grad. Wenn die Brote hohl klingen, sind sie bereit für den Rost.

bayrische Ruchmehl-Wecken

Ich arbeite mit einem Backstein, der sich bewährt hat. Aber auch auf dem normalen Blech, wenn der Ofen gut vorgeheizt ist, dürfte es kein Problem sein. Es ist nun 8.03 Uhr – Wunderbare Brote! Der Duft ist unbeschreiblich.

Jetzt laufe ich eine Runde – mit den Stöcken – denn ich will auch heute den wunderschönen Tag genießen. Natürlich habe ich die Knöpfe im Ohr – beschwingt mit einer Arie aus der Oper Carmen verlasse ich das Haus.

„Verschmähte Morgengabe“

Allgemein bekannt ist, dass es Menschen gibt , die unterschiedliche Biorhythmen haben.

Rhythmisch vom Tag der Geburt soll es abhängen. Verstehe es wer will.

Der normale Mensch – steht früh auf – nach dem Motto “ früher Vogel fängt den Wurm“… So hat man viel mehr vom Tag.

Man kann sich das Aufstehen auch antrainieren.

Mein geliebter Gö-Gatte hat es sich wieder abtrainiert. Bekanntlich ruht er in sich. Diese Tatsache birgt schon ein gewisses Konfliktpotential mit sich.

Er will nicht einsehen, dass er so viel verpasst. Den Sonnenaufgang, die Jungfräulichkeit des erwachenden Tages, die Morgenstille, das Zwitschern der Vögel, die leeren Straßen, Wege, die frische unverbrauchte Luft….

Niemehr wird es mir gelingen ihn davon zu überzeugen, dass der Morgen die schönste Zeit des Tages ist. Im übrigen , braucht man nicht soo viel Schlaf! 6-7 Stunden genügen vollkommen. Soweit so gut!

Die Pflege meiner „Haustiere“ (verschiedene Teigführungen, Sauerteige, Hefewasser, Kefiransatz…) nehmen schon eine gewisse Zeit in Anspruch.

Den Hefeteig hatte ich mit meinem Hefewasser-Vorteig vorbereitet und über Nacht im Kühlschrank geparkt.

Hier ist das Hefewasser gerade wieder aufgefrischt worden und im Werden.

Ein herrlicher Teig, lange geführt , mit Butter, Zimt , Abrieb einer Zitrone und einem dicken Bauernei geknetet. Die Konsistenz war wunderbar.

Zwetschgen hatte ich noch und so entstand der wohl letzte Datschi 2020 und den Rest des Teiges setzte ich in eine kleine Muffinform mit Papierförmchen.

Das Ergebnis war ein Traum

  • fluffig, locker, intensiv im Geschmack – ohne nach Hefe zu schmecken-
  • leicht zimtig, gut gebräunt
  • dazu Butter , meine selbstgemachte Marillenmarmelade

Auch diese Köstlichkeit konnte den Herrn Gemahl nicht überzeugen, dass Bett zu verlassen.

Was würde ich nur tun, wenn meine siebenköpfigen Raupen sich nicht aus ihren Ecken schleichen würden?

Der Hefeteig mit dem angesetzten Hefewasser ist meines Erachtens viel besser verträglich. Er läßt sich halt etwas mehr Zeit und ist manchmal nicht kalkulierbar. Die Erfahrung hat gezeigt, dass er für eine Übernachtgare sehr gut geeignet ist. Er verzeiht auch, dass man ihn nicht auf die Stunde genau aus der Kälte befreit. (10-12 Stunden, sind iedal)

Wer es wagen will nochmal mein Rezept für einen Datschi , Apfelkuchen, Zimtkuchen – mit 4 Hefebrioche.

und so einfach geht es

Vorteig:

138 gramm Hefewasser aktiv

275 gramm Mehl (Type 405)

  • mit den Händen das Wasser und Mehl vermischen
  • abdecken und 24 Stunden sich selbst überlassen (Zimmertemperatur ca. 20 grad)

Hauptteig:

200 gramm Weizenmehl 405 (oder Dinkelmehl 630)

90 gramm weiche Butter

100 gramm brauner Rohrzucker

1 schwach gehäufter Teelöffel Zimt

Abrieb einer Biozitrone

8o ml lauwarme Milch

Den Vorteig zusammen mit den o. g. Zutaten, bis auf die Milch, in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben.

Auf kleiner Stufe zunächst vermischen, dann auf der nächsten Stufe 5 Min. unter Zugabe der Milch und nochmals auf der nächsten Stufe 7 Minuten kneten, bis der Teig sich von der Schüssel löst.

Dann in eine Schüssel geben und 2-3 Stunden ruhen lassen, bis er angesprungen ist (d. h. sich einwenig aufgeplustert hat, ideal Volumenverdoppelung – muss aber nicht).

Den Teig dann in den Kühlschrank geben und den Kühlschrank, wenn möglich nicht mehr öffnen.

Am nächsten Morgen herausnehmen, ca. 2 Stunden sich aklimatisieren lassen. Dann einmal eine Springform mit dem geschmeidigen Teig auskleiden , nach Belieben belegen (Butter, Zimtzucker, Zwetschgen, Äpfel, Birnen…)

Vier gleiche Stücke (ca. 50-70 gramm) abstechen und in die mit Papierförmchen ausgelegte Muffinform geben, nachdem wir sie leicht rund gewirkt haben. Mit der Schere kurz kreuzweise einschneiden

  • Backen: 25 Min. die Muffins
    • – nochmal 20 Min. , je nach Ofen den Hefekuchen.

Es entsteht ein unwiderstehlicher Hefekuchen, mit einem leicht grossen Boden und locker, weiche, luftige Brioche – unwiderstehlich. Es lohnt sich!! Die dunkle Kruste erinnert mich an den Geschmack meiner Kinderheit, wenn die großen Bleche aus dem Backhaus kamen und ich mir den Rand stibitzte.

Schaut mal , was ich gerade aus dem Ofen geholt habe, ein Brot mit bayrischem Ruchmehl – mit Livieto madre u. Roggensauerteigansatz gebacken. Der Geruch, die Kruste….

bayrisches Ruckmehl in Vollendung...
Ruchmehl-Roggen-Sauerteige

„Hamstern, horten, vorsorgen, sammeln…“

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Das Jagen, Fischen, Sammeln ist die ist die älteste traditionelle Wirtschaftsform der Menschheit. (s. Wikipedia)

Es soll ja eine feste Zuständigkeit für diese Tätigkeiten der Geschlechter geben, die sich allerdings nicht bestätigen lassen.

Jedenfalls scheint es in meinen Genen ausgeprägt vorhanden zu sein, dass man sammelt, Vorräte schafft….

Beeren pflücken, Äpfel klauben, Pilze sammeln muss ich. Immer habe ich ein Messer, ein Sackerl dabei, sei es auch nur für einen Ast für die heimische Deko abzuzwicken.

Meine Bestände an Gewürzen, Ölen, div. Zutaten der besonderen Art, z. b. besondere Senfarten, Backzutaten und vieles mehr müssen ständig aufgefüllt werden.

Im Herbst benötige ich ganz andere Gewürze, wie immer Sommer.

Eine bunte, farbenfrohe Vielfalt an Obst, Gemüse findet man nur im Herbst.

Im Hinterkopf höre ich die Stimme: “ nur was in zwei Satteltaschen passt… !!!“ Dabei lacht mich der Wirsing, das Blaukraut, die Trauben, die Äpfelvielfalt, Zwetschgen, Kürbisse, Pilze, Salate so an, die schönen Kartoffel – was könnte ich damit alles machen – ….?

Sehr stark muss ich mich zusammenreißen, einen Handkarren könnte ich gebrauchen.

Während ich heim radele, überlege ich mir schon, was ich aus meinen Schätzen koche, backe.

Der Sellerie ist ganz besonders schön!

So entsteht dann ein Menü – ohne Fleisch – Wie immer höre ich: “ und was gibt es zur Hauptspeise?“

So entstehen die Gerichte in meiner Küche

Vorspeise:

Feine Broccoliesuppe (aus dem Strunk), aufgeschäumt mit Wein, etwas Sahne und dem schnell gezauberten Petersilienöl

Hauptspeise:

Sellerieschnitzel , mit in Butter geschwenkten Egerlingen und mit meinem besten Balsamico beträufelt, dazu ein Möhrenpüree mit Sahnekren angereichert.

Nachspeise: Buttermilcheis auf einem Zwetschgenrösterspiegel.

Fotos kann ich Euch nicht bieten, so schnell war alles verschlungen und auch die Männer verstummten. Der sich in der Speisefolge verankerter Jagdtrieb – die Fleischeslust- war besiegt!

Natürlich geht es viel schneller, ein Stück Fleisch in die Pfanne zu hauen, Kartoffelspalten aus dem Backofen und einwenig Pflücksalat zu servieren.

„Dunkelroter Charm meets Limone – Zitronenmelisse“

Ihr ahnt schon, um was es sich für eine Gemüsesorte handelt.

Sie hat ganz verschiedene Namen, Farben … =

Rauna, Rana, Rahne, Rohne, Rone, Ronen, Randig, Rohna genannt. Rote Beete soll ja ganz gesund sein.

Ehrlich entweder man mag den erdigen Geschmack oder man mag ihn nicht. Ich habe hier versucht, den erdigen Geschmack einerseits zu erhalten, andererseits ihn geschickt zu verbinden mit Zutaten, die eigentlich nicht so richtig passen

Limonen waren noch da, die Zitronenmelisse wächst immer noch frisch und grün auf meinem Balkon.

Außerdem möchte ich mal ein Rezept präsentieren, wo man nicht so viele Zutaten, Gewürze benötigt.

Dieses Süppchen ist schnell gemacht und überrascht jeden Esser.

Z u t a t e n

  • 2-3 vorgekochte rote Beete
  • 1 Liter Gemüsebrühe /Hühnerbrühe/Fleischbrühe (je nach Belieben)
  • 4 Limonen
  • 1 Eßlöffel Mehl
  • 1 Eßlöffel Butter
  • 1Teelöffel Sahnemerettich aus dem Glas
  • Gewürze: Cayennepfeffer, Chilisalz, Kubebenpfeffer
  • 2-3 Teelöffel Schmand / pro Portion 1 Löffel
  • frische Zitronenmelisse

und so geht es:

  • Schritt 1
  • die rote Beete klein schneiden
  • Limonen auspressen (Zeste zur Seite)
  • Zutaten bereitstellen

Schritt 2

  • Butter und Mehl zu einer Mehlschwitze verarbeiten
  • mit einem kräftigen Schuß Brühe ablöschen – gut mit dem Schneebesen verrühren, damit sich keine Klümpchen bilden
  • die kleingeschnittene rote Beete hinzufügen
  • 10 Min. auf kleiner Stufe köcheln lassen

Schritt 3

  • weiterer Teil der Brühe angießen und nun die Suppe durchpürieren. Sie sollte schön cremig sein, nicht so dicklich sein, ggfs. Brühe nachgießen.
  • den Limonensaft hinzufügen, umrühren
  • Sahnemeerettich hinzufügen
  • mit den Gewürzen abschmecken
  • nochmals aufschäumen , mit der gehackten Zitronenmelisse bestreuen, Limonenzesten drübergeben und servieren
  • 1 Teelöffel Schmand i. d Teller geben
rote Beete Süppchen
Rote Beete , Limonen, Zitronenmelisse

Der erdige Geschmack ist noch da, aber er hat eine Symbiose eingegangen mit dem frischen, leicht säuerlichen Geschmack der Limonen und dem Meerrettisch. Die Gewürze runden die Suppe wunderschön ab. Wunderbar wärmt sie , die leichte, cremige Konsistenz verlangt nach mehr….

Genau die richtige Mittagsmahlzeit an dem verregneten Tag

„Morgenstund hat Gold im Mund…. „

(aurora habet aurum in ore) Montag, den 26.10.7:50

So dachte ich mir heute morgen, die Zeitumstellung gilt es zu nutzen

Bewaffnet mit Stöcken und einer noch einwenig trägen Energie, begab ich mich an die Isar. Hier waren die Orange-Westen wieder aktiv, um den Müll des „heißen“ Wochendendes zu beseitigen. Überall Flaschen, Papier…..

Elegant, in Formation flogen große Wasservögel über mich hinweg. Es ist immer wieder ein Erlebnis, diese Vögel (ob Schwäne oder Kraniche) fliegen zu sehen. Im Gleichglang gleiten sie durch die Lüfte. Atemberaubende Landungen vollbringen sie auf dem Wasser.

Der sonnige Oktober hat sich wohl verabschiedet

Ein wenig Wehmut stellt sich da ein. Wie sagt man im Norden “ Es gibt kein schlechtes Wetter, nur nicht passende Kleidung..“ oder so ähnlich.

Meine kulinarischen Freuden im Oktober….

meine Oktoberküche
meine Interpretation des Apfel-Käse-Streuselkuchen von toertchenmadeinberlin
Oktoberimpressionen

Schnellen Schrittes lief ich meine Runde und dann sah ich erstmals bewusst dieses Graffiti. Ehrlich, ist das jetzt Kunst ??? So genau weiß ich nicht, was ich davon halten soll.

Graffiti-Kunst ?

Was meint Ihr ?

Beim Rückweg kam ich an meinem Lieblingsgemüseladen vorbei und ich konnte nicht widerstehen – es gab tatsächlich Tropea-Zwiebeln.

Ich liebe sie, der leicht süßliche Geschmack – die Tropea Sonne kann man schmecken ,riechen…. und so musste ich gleich an

Marmellata di cipolla rossa di Tropea denken. (s. auch Beitrag der Hügel von Cocorino)

Die erforderlichen Zutaten hatte ich natürlich immer im Bestand.

Mein Rezept:

Zutaten:

500 gramm Tropea Zwiebeln ( oder große, rote milde Zwiebeln)

1 EL Olivenöl

90 gramm(Rohrzucker/Hagelzucker gemischt)

2 Datteln ohne Stein

200 ml Balsamico

4o ml Rotwein (schwer u. gehaltvoll, wie Kalabrien)

10 gramm Salz

1 Lobeerblatt

2 Nelken

2 -3 Pimentkörner (gemörsert)

60 gramm Sultaninen

Zubereitung:

Schritt 1

Die Zwiebeln schälen, vierteln – Strunk herausnehmen und in feine Scheiben schneiden.

Das Olivenöl in den Topf geben und die Zwiebel kurz anschwitzen .

Schritt 2

Alle übrigen Zutaten hinzufügen und offen 40-55 Min. köcheln lassen.

Gelegentlich umrühren und daraufachten, dass die Masse nicht zu zäh wird, bzw. nicht so stark karamelisieren lassen..

Schritt 3

In sterilisierte Twistgläser füllen

(hält sich ca. 6 Mon.)

Allerdings wird die Köstlichkeit keine 6 Monate warten müssen, bis sie ihre Liebhaber/innen findet.

Gutes Gelingen!

„Zwetschgenröster – Zwetschgentröster „

Werbung da Namensnennung

Die Sonne kämpfte sich durch den Nebel, am Bach standen die milchigen Schwaden und das gleistende Licht des Morgens, die durchdringende Kälte, die feuchte Kühle kannte ich nur zu gut. Es war Oktober!

Der Erntemonat bedeutete in meiner Familie immer viel Arbeit. Kartoffelernte, Äpfelernte, der Kohl mußte vom Feld. Das Wichtigste für meine Großeltern war die Zwetschgenreife.

Nur ein bestimmter Reifegrad war geeignet um das Zwetschenkraut (Zwetschgenmus) zu kochen.

Die Zwetschgenbäume standen oft oberhalb des Kartoffelackers, so konnte man die Kartoffelsäcke und die riesigen Weidekörbe (Mannen) gefüllt mit Zwetschgen, gleich mit ins Tal transportieren.

Man spacht von Zentner (50 kg)- Körben. Der kupferne Kessel wurde tagelag gereinigt und blitzte in die warme Mittagssonne.

In dem runden , schamottgemauerten Kessel konnte man verschiedene Kessel einsetzen ( für die Kochwäsche, für das Wursten und den Kupferkessel für die Zwetschgen.

Die Hände meiner Großmutter waren rissig, schwarzbraun gefärbt vom Entkernen der Zwetschgen. Es wurde eingekocht, gesaftet und das Zwetschgenkraut war das Beste im Dorf. Frisches Brot, Butter und dann das süßherbe Zwetschgenkraut. Fünf Brote konnte ich an kalten Herbst- u. Winternachmitagen verschlingen – wenn das Brot frisch aus dem Backhaus kam.

Der riesige Kessel faßte ca 4o kg Zwetschgen , die nur mit Zucker langsam köchelten – mind. 24 -36 Stunden, bis das geschmeidige, dunkelbraune Zwetschgenkraut die richtige Konsistenz hatte. Es mußte ständig mit einem großen , hölzernen Löffel gerührt werden.

Der runde Ofen wurde mit Buchenholz gefeuert und die richtige Hitze war eine Wissenschaft für sich.

Mit 10 Jahren wurde ich auf ein Schapellchen (kleiner Holzhocker) gestellt und mußte- durfte – rühren. Wehe es brennt an, dass roch man sofort, dann war die ganze Mühe umsonst.

Mein Großvater schaute mit seinem Zwetschgenwasser vorbei, wenn die Damen des Hauses außer Reichweite waren und fügte einen kräftigen Schuß hinzu.

So pflückte ich ihm ganz vorsichtig die besten Früchte für seinen Zwetschgenschnaps, den er brennen ließ und die riesige Korbflasche stand auf dem Speicher neben dem Salzfleischzuber.

Das Feuerwasser wurde für vieles eingesetzt. Hatte man Zahnschmerzen, Halsschmerzen, Zahnfleischprobleme , bekamen selbst die Kinder eine homöopathische Dosis verabreicht. Mit dem Befehl “ nicht runterschlucken, Ausspucken!“

Bis heute mag ich eigentlich keinen Schnaps. Dies liegt wohl daran, dass ich manchmal das Feuerwasser runtergeschluckt hatte, den gurgeln ist nicht einfach – und der Schnaps schmeckte grausam. Der Rachen brannte regelrecht und ein heißer Schwall durchschoß meinen Körper.

Die Zwetschge verfolgt mich bis heute.

Aus Österreich kommt der sogenannte Zwetschgenröster . Auf keinen Fall ist der Röster zu verwechseln mit einem Kompott oder gar einer Marmelade, obwohl das verwandtschaftliche Naheverhältnis augenscheinlich ist. Konfitüre ist der Röster auch keine, nicht einmal ein Fruchtaufstrich. In Österreich wird er grundsätzlich mit dem Löffel gegessen und nicht aufs Brot geschmiert!

Ich liebe ihn zum Kaiserschmarrn zum Käse, warm oder kalt zum Vanilleeis, Wild…. Er ist vielseitig einsetzbar.

Meine Zwetschgenröstervariane:in memoriam an Großmutters Zwetschgenkraut

Zutaten:

750 gramm vollreife Zwetschgen

2-3 Eßlöffel brauner Rohrzucker

Vanillestange (wiederverwerten )

1 Sternanis

3 Nelken

Zimtrinde

Cilischote ( entkernen , je nach Schärfegrad dosieren)

Zitrone bio

Grapefruitschale

Kardamon

1 Stamperl alte Zwetschge

125 ml guter Zweigelt (Rotwein )

Der Zwetschgenröster sollte, frisch, fuchtig und eine leichte Schärft im Abgang haben, die Zutaten dürfen auf einen Fall dominieren.

So geht es:

Schritt 1

In einen weiten Topf den den Zucker geben und ganz leicht karamelisieren lassen. Die Zwetschgen – ohne Zugabe von Wasser !!! – in den Topf gleiten lassen. Die Zwetschgen sind entkernt und auf keinen Fall klein geschnitten !

Schritt 2

Zitronen- u. Grapefruitschale hinzugeben, sowie den Saft der Zitrone . Mit dem Stamperl Zwetschgenbrand ablöschen.

Die übrigen Gewürze ebenfalls auf die Zwetschgen geben und solange kochen lassen, bis die Zwetschgen bissfest sind, nicht zerfallen!

Schritt 3

Den Zweigelt mit einem Teelöffel Stärke aufkochen und über die Zwetschgenmasse geben. Einmal umrühren –

Fertig!

Direkt warm genießen oder in Gläser füllen.

Die Zitrusfrüchte geben einen frischen Kick, die Schärfe der Chili paßt sich brav an. Die reifen Zwetschgen verbinden sich mit den Gewürzen, gelöffelt zerschmelzen sie auf der Zunge. Aus den banalen Zwetschgen wird ein

  • Zwetschgenröster – Tröster
Zwetschgenröster

Siehe auch die Marmeladenvarianten aus dem September 2012

„Menschen vor Flusslandschaft“

(nicht zu verwechseln mit Frauen vor Flußlandschaft von Heinrich Böll)

Wer in München lebt, liebt die Isar. Hier trifft sich die Jugend, hier tankt man frische Luft, hier radelt man, hier führt man Hunde aus , grillt, schwimmt, sammelt Steine, genießt die Sonne – den Sonnenuntergang, rudert, paddelt, genießt das irre Gaudi der Floßfahrt – leider dieses Jahr nicht- aus bekannten Gründen –

Der Fluß nimmt und gibt – die wildromantische Landschaft ist einzigartig und entschädigt den geplagten Großstadtmenschen.

Auch mich zieht es immer an die Isar, wie man in diversen Blogbeiträgen schon lesen konnte.

Heute, 7 grad, windstill, trocken, grauer Himmel, dachte ich kann ich es Samstagsnachmittag wagen, eine ausgiebige Flusswanderung mir zu gönnen. Na, ja …. Nachdem Söder die Maßnahmen verschärft – dachten wohl viele so.

  • er/ sie mit schmerzverzerrtem Gesicht , mühsam sich quälende Jogger/in
  • dabei sieht man schon an seinem/ihrem „Gestell“ , dass sie/er niemals eine Steppfenläuferin werden wird. Doch das Qutfit ist perfekt gestylt, die Kopfhörer in Übergröße – jetzt komm ich !
  • das junge Paar mit Kinderwagen, er schaut missmutig drein, sie redet ohne Punkt und Komma – Wortfetzen „Du mußt, du kannst“ bleiben bei mir hängen. Vielleicht gehöre ich doch schon zu einer anderen Generation. Selbst wenn ich nur den Müll runterbringe, bin ich dezent „geschminkt“ d.h. dezenter Lippenstift, Tagescreme, keine fettigen ungepflegten Haare.
  • seit dem lockdown habe ich das Gefühl, man bewegt sich nur noch im Schlafanzug/Jogginganzug ist ungepflegt – so auch die junge Frau. Die gängige Knödelfrisur, kann über die fettigen, strähnigen ungepflegten Haare nicht hinwegtäuschen. Das Gesicht ist bleich , grau , sie schlurft lustlos neben dem kinderwagenschiebenden Partner.
  • er denkt sicher “ so ein Mist, wie gerne wäre ich mit meinen Jungs unterwegs…“
  • dann die jungen Eltern – alles haben sie dabei – riesige Karren, Essen, Trinken, die übermotivierten Mütter suchen ihre Selbstbestätigung unter Gleichgesinnten. Die jungen Männer versuchen krampfhaft die heißgeliebte „Familie“ zu bestätigen und die Worthülsen sind: „Projekt, Sommer der keiner war, ja und Meike hat dann…
  • ja Anja sieht das auch so….., wenn Leo erst mal in der Kita…
  • ja, Corona hat man sicher für heute vergessen, die Gruppe besteht aus mind. 10 Kindern und mehr als 15 Erwachsenen.

Wehmütig laufe ich schneller, meine Schwimmstellen – verwaist – die Isar hat sich alles wieder genommen, keine Kiesbank mehr da.

Das Wasser ist schmutzig grau, fast beleidigt treibt der Fluß ein paar schäumende Wellen vor sich hin. Die Luft ist feucht und frisch. Träge wälzt sich die grau-grüne Masse in Richtung Stadt. Die Isar braucht jetzt gut ein halbes Jahr, um sich von dem Sommerstress zu erholen.

Heute laufe ich mit Stöcken, komme sehr schnell voran und schaffe es bis zur Großhesseloher Brücke. Dabei habe ich Stöcke immer gehasst, belächelt und als spinnert abgetan. So ändern sich die Ansichten…..

Auf dem Rückweg meldet sich mein knurrender Magen und ich kann nur noch ans Essen denken. Was koche ich heute Abend?? Was Scharfes und doch Frisches – es muss schnell gehen. Eigentlich könnte ich ein Fischcurry machen. Da könnte ich die Currymischung, welche ich mir in eine Mühle gefüllt habe ausprobieren, Langpfeffer, meine Habaneros – scharf wie die Hölle- Gemüse wäre auch da.

Fischcurry – feurig-

(für 3-4 Personen)

Zutaten:

  • 500 Gramm fester Fisch – heute fester, dicker Seelachs bester Qualität
  • 1 kleine Zuccini
  • 2 Spitzpaprika
  • 1 1/2 Stange Lauch
  • 2 Karotten
  • Ingwer ca 10 cm
  • 2 Knoblauchzehen
  • ein wirklich kleines Stück Habaneros (weniger ist mehr!) (verleiht allerdings dem Gericht eine besondere Note.
  • 1/2 Teelöffel rote Currypaste
  • Tomatenmark , 1/2 Teelöffel
  • 200 ml Fischfond (aus dem Vorrat)
  • 1 Dose Kokosmilch
  • Chillisalz
  • Currymischung (notfalls auch pulverisiert)
  • Limonen
  • frischen Koreander
  • neutrales Öl

Beilage: Basmatireis mit rotem Reis gemischt

Dank meiner Schnippelhilfe ging die Zubereitung super schnell

Schritt 1:

Den Fisch in mundgerechte Stücke schneiden und in etwas Öl, mit ganz fein gehacktem Ingwer, Habaneros, Knoblauch und einem Spritzer Limonensaft, Sojasoße marinieren und beiseite stellen.

Reis waschen und in den Reiskocher bzw. Topf geben (2 Teile Basmati- 1 Teil roter Reis) salzen und kochen lassen.

Schritt 2

Gemüse putzen und schneiden (Lauch quer, damit es schöne Streifen gibt, die Karotte dünn und schräg schneiden, Paprika entkernen und in Streifen schneiden, Zuccinis ebenso.

Schritt 3

Den Wok mit neutralem Öl anheizen, dann Currypaste und das restliche Gemisch aus Knoblauch, Ingwer, Habaneros anschwitzen.

Schritt 4

das Gemüse nach und nach – beginnend mit dem härtesten – unter ständiger Bewegung garen und nach oben schieben.

Schritt 5

Fischfond angießen – erst mal nur die Hälfte- reduzieren lassen. Das Tomatenmark hinzugeben

Schritt 6

alles vermischen und die Kokosmilch unterheben.

Schritt 7

die marinierten Fischstücke hinzufügen und gar ziehen lassen Das geht sehr schnell ggfs. kurz den Deckel auf den Wok geben.

Frischer Koreander hacken und das Curry damit bestreuen.

Servieren!

Die jetzt angenehme Schärfe gibt dem Gericht den Kick

Der Fisch perfekt gegart

Die Gewürzaromen haben sich zu miteinander vereint.

„Mein alter Freund, der Bräter“

Mein alter Freund,  er wurde geliebt, gehaßt, vergöttert, verdammt….

Kein Mensch kann sich vorstellen, was er alles  ertragen mußte.  Schwere fette Braten,  Speck der sich in ihm ergoß,  schwere Brote, die scharfen Messer ,  die man heute noch erahnen kann. Dem offenen Feuer ausgesetzt, stundenlang im Backofen ausgeharrt…

Sanft lächelnd genoss er , wenn man sich um ihn versammelte,  den reschen Erbelskuche

(Kartoffel-Speckkuchen) mit dem Apfelmus verschlang…. Er war der Mittelpunkt der sich um den großen Tisch versammelten Familie.

Er hörte das Weinen, Lachen, Hetzen, Seufzen… der Menschen , der verschiedenen Generationen. Der treue Geselle gab immer sein Bestes.

Dann wurde er in die alte Waschküche verbannt. Die moderne Hausfrau der Fünfziger hatte neues Kochgeschirr, einen Elektroherd mit Backofen.

Nur bei bestimmten Gerichten – griff man dann notgedrungen – auf ihn zurück , um ihn dann wieder in die Verbannung zu schicken.

Er war nicht beleidigt,  er hat es der Hausfrau nachgesehen, dass sie in ihm das Gulasch hatte anbrennen lassen. Er hat mit Haltung es überstanden, als man versuchte mit Honigbroten die angebrannte Soße zu retten.

Tipp: Brote mit Honig bestreichen und in die Soße legen, so wird die Soße neutralisiert und

der angebrannte Geschmack verschwindet!

Dann letztes Jahr im September habe ich ihn aus der kalten Waschküche in der hintersten Ecke gerettet und er hat  sich sehr gut eingelebt.

Letzten Freitag hat er das Heimkommen-Winter-Essen geliefert,  ganz selbstverständlich wie er er es schon 100 Jahre vorher getan hat.

E r b e l s k u c h e

(Familienrezept seit  4 Generationen) Stand  Dez. 2016

Interpretaion : M. Kuhl

für 4-6 Personen

Zutaten:

2,5 kg gute , festkochende Kartoffel

ca. 150 gramm geräucherter Bauchspeck (Wammerl)

2 Zwiebeln

1/2 Teelöffel frisch geriebener Ingwer

3 Eier

eine kräftige Handvoll Kölnflocken

Salz, Muskatnuss frisch gerieben, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

und so gehts:

  • Backofen auf 200 grad Ober/Unterhitze vorheizen
  • Kartoffel schälen
  • Bräter auf der großen Platte aufheizen
  • Wammerl auf der Brotmaschine  in Scheiben schneiden
  • img_2531
    „wie er nach Speck lechzt..“

  • und in den Bräter geben
  • auf kleiner Flamme langsam auslassen
  • so entsteht eine Fettfilm
  • nun:

Küchenmaschine mit der groben Reibe versehen

  •  geschälte Kartoffel mit der groben Reibe in eine große Schüssel reiben
  • Zwiebeln mit reiben
  • Masse kräftig mit Muskatnuss, Salz u. schwarzem Pfeffer aus der Mühle abwürzen.
  • frischen , geriebenen Ingwer unterrühren
  • eine kräftige handvoll Kölnflocken hinzugeben
  • drei Eier in die Masse aufschlagen.
  • alles gut durchrühren
  • Masse in den Bräter geben

    img_2532
    „saftiger Kartoffelteig..“

  • kurz etwas aufheizen
  • nochmal mit den restlichen Wammerlscheiben belegen
  • und für ca. 90 Min. bei 200 grad im Ofen lassen, bis die Oberfläche goldbraun ist

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„resch, deftig , bereit sich dem Apfelmus hinzugeben“

A p f e l m u s

(winterliche Variante)

Zutaten:

1,5 kg gemischte Äpfel (Boskop, Elster z. b.)

Kardamon , Zimtstange, 2 Nelken, Sternanis,   Stück einer Vanillestange, Zitrone

kräftiger Schuß Calvados

  • Kerngehäuse mit Apfelausstecher entfernen
  • Äpfel mit Schale und den Zutaten in einen Schnellkochtopf geben
  • aufheizen , mit Calvados ablöschen
  • Topf verschließen und ca. 10 Minuten kochen
  • gekochte Äpfel durch die „flotte Lotte “ passieren und  rausstellen
  • kurz mit dem Pürierstab nochmal verfeinern
  • Variante: eine reife Mango mit pürieren  –  „ein Genußtraum wird wahr“

Kühl stellen , bis  der alte Bräter sein Meisterstück freigibt.

Resche Krust, weicher Kern , würzig  und soo guuuut img_2536

Milde lächelt der alte Freund  –  und freut sich  , dass er es immer noch kann.

Erbslskuche  in Perfektion !