„Wintercouscous und kleine Lammlachse…“

Kalt muß es sein, am besten Minustemperaturen, dann gelüstet es mich nach Deftigem. Sauerkraut, Blut und Leberwurst, ein schöner Barolobraten, langsam im Ofen gegart – Draußen schneit es, der Rotwein wärmt Körper und Seele….

Winterliche Gewürzvariationen – ein heißer Glühwein – Lebkuchen, Früchtebrote auf dem langen Isarspaziergang genießen.

Ich hoffe doch sehr, dass es nochmal richtit zapfig wird und dann…

Heute lade ich Euch ein, mit mir meinen Wintercouscous zu genießen. Die Zutaten sind vielleicht gewöhnungsbedürftig – aber überzeugten letztlich die verwöhnten Gaumen meiner Lieben.

Wintercouscous

Zutaten:

  • 2 kleine möglichst frische Karotten
  • 1 kleine Spitzpaprika geschält
  • 1 Knoblauchzehe
  • 10 cm frischer Ingwer
  • 2 Teelöffel
  • die Kerne von einem Granatapfel
  • 3 kernlose Datteln
  • eine Chilischote ohne Kerne
  • 2 Limonen
  • 1 Bund gehackter Koreander
  • 250 gramm Instandcouscous
  • 2 Teelöffel Ajvar (Aubergingenpaste)
  • Abrieb von einer Zimtstange (ein Hauch)
  • Steinsalz
  • 2 Teelöffel Ras el Hanout
  • bestes Olivenöl

Zubereitung:

  • den Couscous mit einem Eßlöffel Olivenöl und einer kräftigen Prise Salz gem. Packungsangabe – Wasser mit Öl und Salz aufkochen –
  • Couscous hinzufügen vom Herd nehmen, abdecken und 10 Min. quellen lassen.
  • er sollte sich meiner Gabel lockern lassen
  • unbedingt draufachten, dass er nicht zu nass wird ! (d. h. Wassermenge :weniger =mehr)
  • das Karotten, Datteln, Paprika ganz klein schneiden
  • und mit einer Spur Rohrzucker , etwas Olivenöl anschwitzen
  • unter den Couscous heben und mit der Auberginenpaste, Salz Ras el Hanout abwürzen
  • Granatäpfelkerne unterheben
  • alles locker vermischen
  • Salz aus der Mühle
  • Abrieb der Limonen und den Saft hinzufügen
  • 1 1/2 Eßlöffel Olivenöl bester Güte hinzufügen
  • den gehackten Koriander einstreuen
  • und einwenig durchziehen lassen, aber warm halten

Lammlachse:

Zutaten:

  • pro Person 2 kleine Lachse parieren
  • ungefähr 1-2 Stunden vorher aus der Kühlung nehmen
  • Rosmarin, Knoblauchzehen vorbereiten
  • Restvanilleschote
  • 1 kleine Chilischote
  • Olivenöl und Butter

Zubereitung:

  • Pfanne aufsetzen mit Olivenöl und einem Stück Butter
  • auf mittlerer Termperatur erhitzen (nicht zu heiß)
  • Rosmarin, Knoblauch ruhig mit Schale, Chili, ein kleines Stück einer Vanilleschote in das ÖL/Buttergemisch geben.
  • die Lammlachse von allen Seiten rundherum anbraten, so dass sie Farbe angenommen haben
  • dann Herd auf Stufe 1 zurückstellen
  • und gar ziehen lassen und in der Öl-Buttermischung schwenken
  • rosa sollten sie sein!
  • es dauert ca. 10 Minuten, wenn nachdem Anbraten die saftigen Lammfilets langsam garziehen, nachdem sie rundherum angebraten wurden.
  • Wichtig: Herd sofort zurückstellen !

Wer will kann noch eine leichte Soße mit Schalotten, Rotwein reduzieren lassen und mit Butter aufmontieren. Allerdings erforderlich ist es meines Erachtens nicht. Die Lammlachse sind saftig werden kurz mit Meersalz aus der Mühle gesalzen und leicht gepfeffert.

Lecker, leicht, wenn es im Winter mal Frühling ist – genau das Richtige –

Einen guten Schluck verträgt das kleine Gericht sicherlich gerne!

Gut gestärkt, gehen wir ins Konzert, Theater und genießen das Leben, soweit es in diesen Zeiten möglich ist.

P.S auch hier setzte sich Gö-Ga durch – die Portion könnte schon etwas netter, kleiner sein…

„darf es auch mal wieder Fleisch sein…“

Uff, schnell gingen die Weihnachtstage vorbei.

Das neue Jahr verwöhnte uns direkt mit Temperaturen von 14-16 grad, strahlendem Bayernhimmel und lud zu Ausflügen in die Natur, in die nahen Berge….

Auch wir schmiedeten, natürlich Antizyklisches Ausflugverhalten. Wir gehen, fahren dahin , wo wir nicht so viele Menschen vermuten, zu einer Zeit, wo die meisten beim Mittagessen…. sind.

Auch die Startzeiten sind von besonderer Bedeutung.

Beliebtes Hobby meiner Familie war das Kripperlschauen. Hierzu reiste man von Ort zu Ort und besuchte die Krippe in den jeweiligen Kirchen. Natürlich war die heimische Krippe und insbesondere unsere Hauskrippe nicht zu überbieten.

Klosterkirche Dietramszell

So begab ich mich an Sylvester und am Neujahrstag auf Kripperlschau und mir ist jetzt endlich klar geworden, warum diese bestimmte Weihnachtsstimmung meiner Kindheit, Jugend nicht mehr aufkommt. Dieses Jahr hatte ich schon keine rechte Lust die weihnachtlichen Dekorationen vorzunehmen und begnügte mich mit dem wesentlichen und ein paar Lichterketten.

Es gibt sie nicht mehr die riesengroße Hauskrippe, mit dem speziellen Moos aus dem bestimmten Wald, bzw. Felsen. Es gibt sie nicht mehr die zimmerhohe Tanne aus dem Garten oder dem Wald. Die Tanne wurde 1 Tag vor Heiligabend geschlagen und erst am Heiligabend aufgestellt und geschmückt.

Diesen Duft, nach Wald, Tanne, Moos kann man durch nichts ersetzen.

Wir sollten uns auf unsere Möglichkeiten besinnen und neue Formen entwickeln, welche dieses Weihnachtsgefühl – Ihr wißt schon , was ich meine – wieder aufleben läßt.

Soweit so gut.

Meine Weihnachtsküche habe ich auch nicht mehr mit dem Aufwand betrieben, wie es traditionell erwartet wurde. Es entstanden neue Rezepte. Schmunzelnd beobachte ich die staunenden Gesichter meiner Lieben.

Meine kleinen Überraschungen will ich auch Ihnen nicht länger vorenthalten.

Hier ein Beispiel, wie man schnell ein Gericht zaubern kann, welches Zeit und Raum läßt für wichtigere Dinge (z. B. Reden, Spielen, Musizieren, Lachen, Spazierengehen ….)

„bayrischer Hirsch meets asiatisches Gemüse“

Zutaten:

(4-6 Personen, je nach Vorspeise)

  • 1,6 kg Hirschkeule
  • Zitronengras
  • Ingwer frisch
  • Sojasoße
  • 1-2 Zehen Knoblauch
  • Chilischote rot und scharf
  • Sesamöl
  • 2 Karotten
  • Paprika (Spitzpaprika mit dünner Haut oder schälen)
  • 2 Schalotten
  • Lauch
  • 125 gramm Zuckerschoten
  • 3 pak choi
  • 125 ml Cocosmilch
  • 1/2 Teelöffel rote Currypaste
  • 1 Bund Taibasilikum
  • neutrales Bratöl (Sonnenblumen, Rapsöl ect)
  • 1/2 Liter Gemüsebrühe bzw. Wildfond
  • Steinsalz aus der Mühle,
  • SzechuanPfeffer (zerstoßen im Mörser)
  • 1 Teelöffel Mais- oder Kartoffelstärke, kaltes Wasser um die Soße ggfs. sämiger zu machen.
  • Abrieb und Saft einer Limette
  • 1 Prise Vanillezucker bzw braunen Zucker

und so geht es ganz schnell…

am Morgen bereiten wir mit dem Pürierstab in einem schmalen Becher die Basis für unseren Hirsch-Wok vor:

  • Zitronengras, klopfen und in klein Stücke schneiden
  • 2 Eßlöffel Sesamöl mit Sojasoße vermischen
  • Knoblauchzehe schälen
  • Chili entkernen
  • gut 10 cm frischen Ingwer grob kleinschneiden

Diese Zutaten in einen hohen, schmalen Becher geben und durchpürieren.

Das Fleisch in kleine , mundgerechte Würfel schneiden und mit der hergestellten Masse marinieren, Abrieb einer Limone hinzufügen und abgedeckt kühl stellen ( ca. 8-10 Stunden)

  • das Gemüse putzen und wokgerecht (d. h. so klein, dass man es mit Stäbchen genießen kann) vorbereiten
  • den Reiskocher befüllen gem Scala mit gutem Basmatireis, Steinsalz zum salzen verwenden, sowie Abrieb von der Kurkumawurzel in das Wasser reiben ( ergibt eine wunderschöne Aromatik und gleichzeitig eine schöne Farbe) , natürlich Reis vorher waschen und Menge der Personenzahl anpassen
  • den Wok ohne Öl anheizen, dann Bratöl hinzufügen und gut heiß werden lassen. (Kochlöffelprobe wäre nicht verkehrt)
  • das Fleisch nach und nach für 1 1/2 Minuten im heißen Fett anbraten
  • sofort raus nehmen und warmhalten
  • dann einen 1/2 Teelöffel rote Currypaste mit Öl vermischen
  • Gemüse – hartes Gemüse zu erst – unter ständiger Bewegung garen
  • den Pakchoi erst ganz zum Schluß beigeben
  • Brühe angießen, Cocosmilch hinzugeben
  • auf ganz kleiner Flamme die Soße falls erforderlich andicken
  • mit dem Saft einer Limone , etwas SzechuanPfeffer, Steinsalz abschmecken
  • den warmgestellten Hirsch sanft unterheben
  • final die gezupften Taibasilikumblätter drüberstreuen und auf den Tisch
  • den duftenden Kurkumareis in Schalen vorbereiten und so wird die Tischrunde zu einem gelungenen Fest.

Tipp: ansich kochen die Asiaten mit den leichten – ich sage Blechwoks, bzw. im Handel findet man oft die formschön aussehenden Edelstahlwoks. Persönlich bevorzuge ich allerdings einen Wok aus Gusseisen, da wir nicht die Garmöglichkeiten haben (Gasbrenner) ect um in den asiatischen Woks zu kochen. Beim gusseisernen Wok gelingt es mir sehr leicht das Kochgut immer nach oben zu schieben- denn dies ist eigentlich das Geheimnis – um auf der kleinen Fläche des Woks das nächste Gemüse anzubraten. Durch das ständige Hochschieben behält das Gargut den erforderlichen Biß, denn wir wollen doch knackiges Gemüse und nichts Verkochtes.

Dieser Wok begeisterte sogar Gö-Ga – einwenig gezickt habe ich natürlich schon – denn er häufte sich seinen Teller nach meiner Ansicht viel zu voll. Ob er es noch lernt in diesem Leben. Die Hoffnung bleibt mir…

„The best of 2021“

„Was gut vorbei ist, kommt nicht Böse wieder…“ , pflegte meine Großmutter zu sagen, seufzte aus tiefstem Herzen und kippte einen selbstgemachten Pfefferminzlikör, bevor sie sich bis ins hohe Alter den alltäglichen Pflichten widmete. Den Likör bzw. Pfefferminzschnaps setzte sie selbst an. Die besondere Minze mit den dickfleischigen Blättern wuchs in ihrem Garten und den Schnaps, den sie beim Schnapsbrenner erwarb, indem sie mit ihm ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse, bzw. Spezialitäten tauschte. Dieser Schnaps ist mir leider verlorengegangen. Sie nahm täglich eine homöopathische Dosis (ein kleines Stamperl)

Mit meiner kleinen Jahresübersicht von Beiträgen und Rezepten möchte ich mich herzlich bedanken bei allen Lesern/innen meines Blogs, der dieses Jahr von immer wachsender Beliebtheit geprägt wurde. Die Statistik bestätigt mich, auch im Jahr 2022 meine Ideen am Herd, mein Leben mit Euch einwenig zu teilen.

Januar 2021

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20730228

Nach langer Zeit hatte sich München mal wieder in weiß gekleidet. Ein paar eindrucksvolle Fotos aus dem englischen Garten.

Gerade im wenn es Draußen kalt ist, liebe ich es Gerichte im Wok zu kochen.

Am besten startet Ihr mit meinem „Bilderkochenrezept“ vor langer Zeit…

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/10744057

Im Januar hatte ich begonnen, etwas mehr mit Schwarzwurzeln zu kochen.

Das nachfolgende Rezept würde ich zum Gewinner des Winters 2021 küren.

Zunächst wurden die erdigen Stangen kritisch beäugt und mit negativen Bewertungen von eklig, wie sehen die denn aus, das kann man essen?… , bewertet.

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20730086

Februar 2021:

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20730546

Nocheinmal möchte ich Euch mitnehmen an meinen Fluß, die Isar.

Diesen Fluß liebe ich – er gibt mir immer wieder Kraft, auch wenn es regnet oder schneit, die Hitze unerträglich wird – Die Isar ist immer für mich da und jetzt freue ich mich schon auf meine Schwimmstelle.

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20730536

Gibt es etwas besseres zum Frühstück/Brotzeit?

Gerade im Winter liebe ich sie die knusprigen, reschen Korznspitz. Auf die Entwicklung des Rezeptes bin ich ganz besonders stolz. Der Ansatz und die liebevolle Pflege meines Roggensauerteigs haben sich gelohnt. Vielleicht für den Einen oder Andereren das Projekt 2022 – Ansatz der Sauerteige. Der Start mit dem Roggensauerteig gelingt mit Sicherheit. Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

März 2021:

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20730686

Die Pandemie hat die Menschen fest im Griff. Das Arbeitsleben ist weitgehend von

„homeoffice“ geprägt. Es ist meist kalt und unfreundlich und es fällt den Menschen schwer ihren Alltag zu ertragen. Der genannte Beitrag wurde zum Blogerfolg.

Das Rezept ist einfach – ohne viele Zutaten und beliebt bei Jung und Alt

Wäre das nichts als kleiner Happen zwischen den Jahren?

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20730884

Meine „Sonntagssemmel“ begleiten mich seit dem ersten Backen im März 2021 über das ganze Jahr und werden vehement vom Gö-Ga und den Kindern – wenn sie wieder mal sich anmelden – gefordert. Manchmal muß ich aber streiken, denn einwenig Aufwand, Arbeit ist das schon. Allerdings sind sie auch nach 2 Tagen noch wie frisch gebacken – der Aufwand lohnt sich.

April 2021:

Den Monat möchte ich meinem geliebten Bärlauch widmen. Schon jetzt freue ich auf ihn, wenn er überall um mich herum sprießt.

Aber mal ganz ehrlich, am besten schmeckt er in den Wochen, Monaten, wo man ihn frisch ernten kann. In vielen Gegenden Deutschlands kommt er im übrigen nicht oder kaum vor.

Daher hatte ich auch mein Pesto an gute Freunde verschickt. Ein Päckchen wurde beschädigt und der Geruch verbreitete sich – für den einen oder anderen war das unerträglich – so einen intensiven Knoblauchgeruch ist für einen echten Rheinländer nämlich nicht so leicht zu ertragen. Geschmeckt hat es aber glaube ich trotzdem, wenn man auch mit einer gewissen Skepsis dem Gläschen gegenüberstand.

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20731022

Die indische Küche hielt bei mir Einzug – wenngleich ich bis heute kein indisches Restaurant genossen habe, was mich überzeugte. Die Speisen kommen mir meist irgendwie verkocht vor und den vielgelobten Gewürzvariationen konnten mir noch nicht präsentiert werden.

Wagt Euch heran, geht in einen gutsortierten Gewürzladen und die Reise beginnt.

Mai 2021:

Alles neu macht der Mai

macht die Seele frisch und frei,
kommt heraus, lasst das Haus,
windet einen Strauß!
Rings erglänze Sonnenschein,
duftend prangen Flur und Hain,
Vogelsang, Hörnerklang
tönt den Wald entlang……

Hermann von Kamp

(1796 – 1867), Lehrer in Mühlheim/Ruhr

Der Mai 1921 war immer noch sooo kalt und die Gartencenter hatten kein wirkliches Angebot

Die Sonne ließ sich ihren Mut nicht nehmen und drückte die Tulpen, Narzissen heraus. Kleine Lichtblicke! Der Bärlauch blühte immer noch nur vereinzelt und ich probierte meine Bärlauchknödel (alternativ mit Spinat, Parmesan) …

Die Knödelherstellung perfektionierte ich

siehe : https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20731157

Jede Möglichkeit versuchte ich nach Draußen zu kommen. Die Tage wurden allerdings immer mehr von dem Brotbacken, Küche, Küche geprägt

Das werde ich 2022 ändern!!! – versuchen werde ich es zumindest.

Aber meine Walnußkruste will ich Euch nochmal ganz besonders ans Herz legen

Dieses Brot ist der Schlüssel zum wahren Brotgenuss !

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20731247

Juni 2021

Es gab kein halten mehr für mich, pünktlich mit dem Beginn des Monats war es möglich im Starnbergersee ausgiebig zu schwimmen. Keine Gelegenheit ließ ich mir entgehen.

Mein See

Die Leichtigkeit des Seins stellte sich wieder ein. Meine kürzlich erst gepflanzten Kräuter expolodierten förmlich. Es duftete soo guuut. Die Hoffnung auf eine Corona-Impfung wurde endlich erfüllt. Eine Aufbruchstimmung machte sich breit.

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20731390

Mein Minz-Pesto erfreute sich allgemeiner Beliebtheit, denn es ist so einfach herzustellen.

Juli 2021:

Eigentlich hatte ich mein Sommerbrot ja schon im Juni veröffentlicht. Im Juli bereitete ich es sehr oft zu. Gegrillt, als Picknickbasis , die Hartweizenkruste duftete am See, auf dem Balkon….

Hier mein Sommerbrot 2021

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20731468

„Tomaten-Hartweizenkruste“

Gegrillte Doraden, Lammvariationen, herrliche Beilagen immer unter dem Motto „Weniger ist mehr“.. Im Sommer liebe ich es entspannt den Gö-Ga grillen zu lassen, Draußen sein bis spät in die Nacht. Lesen, den Fledermäusen zu zu schauen – ganz inständig bete ich, lass den Sommer niemals enden. Jäh unterbrochen wurde ich von dem „Hagelschnee“ auf der Rückfahrt vom See, wieder Regen, Regen….

August 2021:

Der Sommer kam mit Wucht zurück. Meine Zweitimpfung war nicht in Sicht, Reisepläne wurden verworfen. Der Starnberger See, das Radeln bis zum Horizont entschädigte mich gebührend. Die Abende wurden aber schon kühler, die Tage kürzer..

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20731973

Die Isarinsel war immer noch nicht zurückerobert.

Verschiedene Ausflüge ins Münchner Umland wurden unternommen. Keine Landmetzgerei ist vor meinem Gö-Ga sicher. Stets muß ich ihm Einhalt gebieten, er würde ständig Unmengen nach Hause tragen.

Aber die von mir als Metzgerfinger bezeichneten rohen Bratwürste stehen bis heute öfters auf dem Speiseplan

Meggies Metzgerfinger
„Hohenpeißenberger Gnadenkapelle“

September 2021:

Welch ein Traum wird wahr, der September entpuppt sich als vollständiger Sommermonat.

Nicht einen einzigen Beitrag habe ich gebloggt. Viel zu beschäftigt war ich. Die Panik stieg jeden Tag in mir hoch: “ Das ist der letzte Badetag….“

„Klarstellung : es ist nicht der Gö-GA“

Oktober 2021:

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20732187

Nachdem ich am 3.10.2021 nochmals mehr als eine Stunde im See schwimmen konnte, verabschiedete ich die Badesaison. Herbstliche Gerichte wollte ich jetzt kochen.

Nach dem vielen Grillen wollte ich mehr vegetarische Gerichte kochen.

Ständig hörte ich: “ Ja, des Kürbiscurry ist ja lecker, aber was gibt es dabei?“

So entstand mein Blumenkohlschnitzel und es hat auch die Männer der Familie überzeugt.

Auch der Oktober hatte wunderschöne Tage. Viele Ausflüge, Wanderungen konnten wir unternehmen. Sicher habt ihr schon bemerkt, dass Tirol/Österreich mein Lieblingsausflugziel zu jeder Jahreszeit seit vielen, vielen Jahren ist.

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20732220

Dieses Jahr im Oktober war der Himmel so blau – die Luft so klar

Dann möchte ich die Berge umarmen – stundenlang an einer warmen Hauswand sitzen – und mich des Lebens freuen.

November 2021:

Im November war ich mit den Quitten beschäftigt. Eine tolle Frucht, aber irre arbeitsintensiv.

Zwischenzeitlich hatte ich noch ein Quittenchutney mit Krümelzucker, erlesenem Essig und Rohrzucker – sehr pikant geköchelt. Es war eine Offenbarung zu meinem Wild.

Leider war die Ausbeute nicht besonders hoch.

Auch der November war meist erträglich , viele sonnige Tage wurden uns geschenkt

Zeit für wunderschöne Herbstspaziergänge. Das Knödelthema beschäftigte mich auf im November. Endlich waren meine Zwetschgenknödel so gelungen, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Zwischenzeitlich habe ich sie mit Nougat bzw. dunkler Schokolade gefüllt.

Auf einem Zwetschgenmarmeladenspiegel serviert – eine Wucht – sag ich Euch.

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20732428

  • meine Winterknödel mit Muskatkürbis ebenfalls nicht zu verachten!

Dezember 2021:

Der Dezember raste dahin, eigentlich wie jedes Jahr. Das aufwendige Backen haben ich dieses Jahr verschmäht. Die Zeit aber sehr genossen, wenngleich die Pandemie uns erneut plagt. Große Tischrunden waren nicht möglich, so habe ich auch auf meine 9 kg Pute verzichtet und geruhsam im kleinen Kreis die Tage intensiv genossen.

Viele haben sich mit Meggie’s Weihnachtspute beschäftigt, wie meine Blogstatistik mir bestätigt.

Irgendwann gibt es sie wieder und wir feiern wieder Weihnachten, so wie es früher einmal war. (s. Blogbeiträge aus den besseren Zeiten)

Genießt die Rauhnächte, die Zeit mit Euren Lieben und bleibt gesund. Bis bald

M. Kuhl

„Frohe Weihnachten, Merry Christmas, Joyeux Noel, Buon Natale,Feliz Navidad „

wünsche ich allen meinen Lesern, Kritikern und Freunde des Blogs.

Bedanken möchte ich mich für das immens gesteigerte Interesse an meinen Rezepten, Geschichten und verspreche, dass ich auch in 2022 weiter Rezepte, das Leben im Besonderen und München Euch näher bringen werde.

Heiligabend – wie er in vielen Beiträgen lesen könnt stets ein Tag, der bei mir mit Stress, Hektik und Vorfreude verbunden ist. Der weihnachtliche Duft breitet sich in der Wohnung aus, leise ertönt die Weihnachtsmusik, mal klassisch, mal besinnlich, mal fetzig aus der kleinen Box. (Radio und spotify) machen es möglich. Was wären wir ohne Internet?

Die letzten Besorgungen hatte ich schon einen Tag zuvor abgeschlossen. Dann beginnt der Stress, die Bäder müssen nochmal geputzt werden, die Deko vervollständigt werden.

Das Kripperl stellen wir immer erst am 24. auf!

Ja und ich kann es nicht lassen, ein kleines feines Menü sollte den Abend krönen, bevor die Bescherung stattfindet.

Alles nicht so einfach. Die heimgekehrten Kinder verfallen in den Säuglingszustand, lassen sich bedienen, betütteln und achten darauf, dass keiner bevorteilt wird.

Der Gö-Ga ruht in sich – vor 11 Uhr erscheint er nicht – ein opulentes Heiligabendfrühstück mit allem was das Herz begehrt – ist schließlich Tradition. Geht’s noch?

Nachdem Frühstück – gegen 12.30 Uhr – will das Jungvolk erstmal eine Runde spielen – um dann samt Gö-Ga zu verschwinden. Sie nennen das „Beinevertreten“. Dies dauert dann bis zum Spätnachmittag. So jetzt habe ich Zeit für Bäderputzen, Dekoration, ein paar Telefonate und nebenbei wird das kleine Menü vorbereitet, die Betten „schön“ gemacht. Duftkerzen verteilt, Kripperl…., Getränke gekühlt.

Bin ich denn hier der Weihnachtsmann? Gegen 16.OO Uhr öffne ich mir einen guten Tropfen, prickelnd lächelt er mit entgegen. Ich setze Prioritäten: keine Fotos von meinem wunderschön gedeckten Tisch, dem werdenden Essen. Einfach routiniert arbeiten:

  • Rosenkohl putzen, Blaukraut vorbereiten
  • Knödelmasse herstellen
  • den wunderschönen Hirsch aus der Kühlung nehmen
  • die Vorspeise… Lachs aufschneiden, Kräuter anrichten, Kräcker , Dip
  • Gewürze mörsern
  • das Hartgemüse schnippeln
  • Spülmaschine aus- und einräumen und und…

Gegen 17:OO wende ich mich liebevoll meinem Hirsch zu – keiner ist in Sicht.

Den liebevollgekochten Wildfond (s. letzter Beitrag), alle Zutaten für meinen Hirschgulasch bereitstellen …

und so geht es:

  • mit einem scharfen Messer das Hirschfleisch (ca. 1,6 kg aus der Keule) in nicht so kleine Stücke schneiden
  • während dessen die gemörserten Gewürze (Wacholderbeeren, Piment, Nelke, schwarzer Pfeffer, rote Pfefferbeeren) fettlos leicht anrösten, bis es duftet
  • meinen alten Freund , den Bräter schnell mit gutem Schweineschmalz mit Grieben versorgen und dann das Fleisch hinzugeben, Temperatur etwas erhöhen
  • sollte aber nicht zu heiß sein, gerade so, dass die Fleischstücke Röstaromen entwickeln können. Bitte auf keinen Fall das Fleisch bewegen
  • es löst sich von selbst. Temperatur zurückstellen
  • in einer anderen Pfanne, ausgegleitet mit einem kleinen Löffel meines selbstgemachten Vanillzuckers röste ich das Hartgemüse, die roten Zwiebeln (Sellerie, Karotte, Petersilienwurzel) an. Tomatisiere das Gemüse mit einem Eßlöffel Tomatenmark
  • schwenken, immer im Auge behalten.
  • Thymian, Rosmarin, zwei Lorbeerblätter binde ich zu einem kleinen Sträußchen zusammen. (wächst immer noch auf meinem Balkon, nur den Lorbeer habe ich reingenommen)
  • der geöffnete Rotwein zum Ablöschen, muss getestet werden.
  • das liebevoll eingekochte Quittenchutney hat sich in der hintersten Schrankecke versteckt – denn vor dem Gö-Ga ist nichts sicher –
  • ihm wäre zuzutrauen, dass er das Gläschen zum Frühstück löffelt.
  • der Wildfond wird geöffnet und geprüft – wunderbar dunkel, kräftig im Geschmack
  • jetzt ist es Zeit das Gemüse zum Fleisch zu geben – und kräftig mit dem Rotwein ablöschen
  • einreduzieren lassen
  • aufatmen
  • jetzt sind die Semmelknödel dran
  • Butter mit kleingeschnittenen Schalotten in eine Pfanne geben, 200 ml Milch mit Pfeffer, Salz und Muskatnuss erhitzen
  • Semmel vom Vortag in ganz dünne Scheiben auf der Brotmaschine schneiden
  • Petersilie hacken
  • Eier verquirlen und einen Eßlöffel Mehl hinzufügen
  • nacheinander mit den Semmel verkneten
  • raus auf den Balkon mit dem Teig
  • Rosenkohl putzen (kreuzweise einschneiden) in einen Schnellkochtopf geben , Wasser hinzu , Steinsalz, Deckel drauf – so muss er auf seinen Einsatz warten –
  • der Hirsch duftet wunderbar und die Flüssigkeit ist reduziert, einen Teil des Fonds, Kräuter hinzufügen und leise köcheln lassen
  • Tischdecken – noch ein Schlückchen Rotwein –
  • es ist 17:30 keiner der Familie ist in Sicht – so lange dauert das Beinevertreten –
  • schließlich könnte man noch zu Frondiensten herangezogen werden
  • der Hirsch braucht gottseidank nicht lange – vielmehr besteht die Gefahr, dass er schnell trocken wird, daher ganz behutsam schmoren lassen
  • Großes Gelächter, toll wie das riecht – ha, ha
  • der Lachs wunderbar, Frohe Weihnachten….., wie lange dauert es noch mit dem Hauptgang ?
  • Knödelwasser aufsetzen, Schnellkochtopf aufsetzen – Rosenkohl ist in 2 Minuten bißfest gegart
  • Knödel formen – 15 Minuten ziehen lassen
  • das Gulasch mit dem Quittenchutney abschmecken, Salzen, Kräuter entfernen
  • Orangenscheiben aufschneiden, mit Preiselbeeren versehen
  • zumindest meine liebe Tochter steht aufmerksam am „Pass“, holt die duftenden Teller ab.
  • Schürze weg, Anstoßen „Frohe Weihnachten“
  • boa, das schmeckt aber so etwas von geil, sehr gut, die Knödel sind heute besonders gut, da nehme ich drei (Gö-Ga)
  • ach, Mama ich geh nochmal Nachschlag fassen….
  • Nachspeise
  • ach, da bin ich nicht mehr zu gekommen
  • Espresso und eine kleine Auswahl erlesenem Weihnachtsgebäck von dem besten Konditior der Stadt
  • verwundert schauen sie mich an
  • ja, aber dann machen „wir“ noch eine schöne Käseplatte später
  • macht mal, denke ich und nehme einen Schluck von dem erlesenen Rotwein.
  • die Bescherung folgt…..
  • so ist das Leben und Weihnachten ist immer wieder eine Herausforderung.

Nächstes Jahr, dann mach ich alles besser , anders und überhaupt – Weihnachtstage gehen schnell vorbei und kommen nur einmal im Jahr

Frohe Weihnachten!

„Lebensmittel – Luxus – zum Sattwerden?….“

(Werbung, da Namennennung)

Ein Großteil der Menschen geht – fährt in den nächsten großen Supermarkt und nimmt einen großen Einkaufswagen (animiert zum Füllen), hat einen Einkaufszettel – auch heute noch in der Zeit des allgegenwärtigen Smartphons.

Jetzt geht es los, zielorientiert – psychologisch manipuliert- arbeiten sie den Wochenendeinkauf ab. Gemüse, Fleisch, Mehl, Eier, Butter, Wein, Süßigkeiten…, dann Waschmittel, Duschgel, Putzmittel – hier und da eine nichtgeplanter Spontankauf – ist ja im Angebot. Der Bäcker befindet sich gleich am Ausgang, ebenso der Hähnchenstand – fürs schnelle Mittagessen.

Alles erledigt für die ganze Woche. Zeitaufwand maximal 1 1/2 Stunden, einschließlich Anfahrt.

Wieso funktioniert das bei mir nie. Seit Jahren besteht hier die streitige Diskussion.

  • Eier würde ich nicht im Supermarkt kaufen, sondern auf dem Markt oder beim Bauern direkt.
  • noch legewarm kann man sie entnehmen – ich schmecke, dass sie nicht mit Fischmehl gefüttert wurden und sie frei rumlaufen durften
  • Gemüse – kommt doch auch aus der Großmarkthalle – so mein Gö-GA
  • mag sein, aber….
  • mein Wirsing, mein Kraut, meine Suppengemüse bringen die Erzeuger selbst zum Markt. Die alten Kartoffelsorten für meine Schupfnudeln, Bratkartoffel…. erkenne ich sofort
  • Fleisch geht gar nicht – da habe ich konkrete Vorstellungen
  • angestrahlt – schön rot präsentiert, Hackfleisch fertig in der Auslage
  • Niemals
  • mein Wammerl (ein großes Stück, eingewickelt im Leinentuch) gibt die richtigen Speckchips, Speckwürfel, wann immer ich es brauch. Es ist nicht nass, schimmelt nicht.
  • das blöde Suppenhuhn muss nicht fett sein, um eine gute Brühe zu geben
  • aber es sollte aktiv gelebt haben. Das schmeckt man! Glaubt es mir.
  • Mehl, Hauptsache im Angebot für 0,59 Cent kann niemals gutes Brot, Kuchen… ergeben. Abgesehen von dem Nährwert.
  • Gewürze, schnell im Supermarkt gerafft, fertig pulverisiert würzen nicht
  • natürlich sind sie preiswerter
  • aber meine Gewürze, frisch im Mörser gestoßen, bzw. im speziellen Gewürzladen erstanden, geben dem Gericht erst das Leben und sind durch nichts zu ersetzen.
  • nicht jeder kann über einen guten Markt verfügen
  • nicht jeder hat Muße und Zeit, sich mit dem Einkauf derart zu beschäftigen
  • aber glaubt mir es macht riesigen Spaß nur die besten Produkte zu suchen
  • erst dann schließt sich der Kreis des Kochens mit Genuß und Leidenschaft.
  • Weniger ist mehr auch beim Lebensmitteleinkauf.

Heute hole ich frisches Sauerkraut – lose vom Fass – Eier bei meiner Eierfrau auf dem Markt – vielleicht hat sie eine schöne Entenbrust, wenn ich Glück habe.

Einwenig gute Schokolade für das Adventspaket an meinen Sohn, die er soo mag.

Mein Spätzlemehl schleppe ich im Rucksack – direkt hinterm Hofbräuhaus – gibt es die Hofbräuhaus Kunstmühle. In den nächsten Tagen werde ich Kürbisspätzle, Nussspätzle, Mohnspätzle aus guten Eier und dem wunderbaren Mehl auf Vorrat produzieren. An Weihnachten zum Wild sind sie immer willkommen und auch nach einem langen Spaziergang die geliebten Käsespätzle eine willkommene Mahlzeit.

Spätzlemehl
Schupfnudeln Mohnvariante mit Spätzlemehl angreichert

Gute Lebensmittel sind kein Luxus, gezielt eingesetzt bereichern sie das Leben ungemein und wie heißt der Spruch: „Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken..“(Johann Wolfgang von Goethe) gilt auch für unsere Lebensmittel in der heutigen Zeit.

Es macht im übrigen riesigen Spaß, Abwechslung in die Küche zu bringen.

Ein schöner, kalter Dezembertag, bestimmt macht er mich hungrig –

Heute gehe ich zu Fuß, mir fehlt die Bewegung. Das Schwimmen ist beschwerlich geworden – trotz Impfmung ist ein weiter Test erforderlich.

Erst im Januar kann ich mich boostern lassen, vielleicht hat sich dann schon etwas geändert.

Mit einem kleinen winterlichen Eindruck wünsche ich Euch viel Spaß beim „Hamstern“ und Vorbereiten. Bleibt gesund bis bald.

„Dessert, Nachspeise, Süßes…“

(Werbung da Namensnennung)

München, 6.12.2021 – 0 grad, bewölkt , Montagmorgen

Dieses Jahr will eine vorweihnachtliche Freude einfach nicht aufkommen. Die Stadt ist irgendwie erstarrt unter der nimmer endenden Pandemie. Fast vermisse ich schon die früher so gehasste hektische Betriebssamkeit der Vorweihnachtszeit. Kein gemütlicher Bummel und ein kleines Treffen….

Der Viktualienmarkt, am Spätnachmittag gegen 16.30 Uhr , der Christbaum strahlt am Marienplatz trotzig in den Abend.

Seit Anfang November steht die prächtige Weißtanne vor dem Rathaus, am 22.11. wurden ihre 3000 Lichter zum ersten Mal angeschaltet. Auch wenn der Baum aus Peiting nicht wie geplant und erhofft über den Christkindlmarkt wachen darf – bis zum Dreikönigstag leuchten seine Kerzen täglich.

Viktualienmarkt am 2.12.2021, 16:30

Trösten wir uns mit meinen süßen Köstlichkeiten.

Meine Winterdesserts erfreuen Leib und Seele und dürften auch dem ungeübten Zubereiter/innen gelingen.

Mit meinen Winterkuchen möchte ich diese Woche starten.

Dieser einfache Apfelkuchen kann mit winterlichen Gewürzen (Sternanis, Zimt, Nelken, Kardamon) angereichert werden und wird sich wunderbar in die Kaffetafel zum Advent einfügen.

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20729683

Die Sucht nach Schokolade ist in den Wintermonaten ist fatal…

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20727810

Dieser Kuchen ist eigentlich ein echter „Herrenkuchen“

Nach einem langen Winterspaziergang mit einem aromatischen Ingwertee eine echte Offenbarung.

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/16692809

Mohn – Walnuß – Schokolade – in der Adventszeit angereichert mit winterlichen Gewürzen – perfekt, schnell gemacht und der würdige Abschluß des kleinen Adventsmenüs für hungrige Gäste.

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/17509120

Dieser kühle Schmelz entzündet eine sinnliche Freude und erlöst vom opulenten Weihnachtsbraten

  • leider kein Foto vorhanden – trotzdem besteht Suchtgefahr

https://meggieskochstudio.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=15192831&action=edit&calypsoify=1&block-editor=1&frame-nonce=a9fe378d6b&origin=https%3A%2F%2Fwordpress.com&environment-id=production&support_user&_support_token

Diese mousse lebt von der Qualität der Schokolade! Sie kann seelische Schmerzen beseitigen, Sehnsüchte wecken und allen Kummer dieser Welt für den entscheidenden Moment heilen. Gönnen Sie sich diese Nachspeise, wann immer Sie es gelüstet!

Zum Abschluß nochmal Zimt&Ingwer und Orangen…. in Begleitung einer kleinen Menüfolge. Angereichert mit Lebkuchengewürz oder Glühweingewürz ideal zum Weihnachtsessen.

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/12410278

Diese süßen Schätze lassen sich wunderbar vorbereiten und sind der krönende Abschluss…

Viel Spaß beim Schlemmen und Nachrühren.

M. Kuhl

„Dessert -Nachspeise- süßer Traum…“

(Werbung , da Namensnennung)

Naschkatzen oder Käse-Liebhaber ist hier die Frage? Ehrlich gesagt, ich mag beides – sorgfältig präsentiert – kann nach einem schönen Essen erst das Highlight, krönender Abschluß : aromatisches Schmelz, luftige Creme, Schokolade flüssig und sanft, Obst aus dem Ofen – pur mit dem „gewissen Extra“… die Torte….

dann ein ausgesuchte Käsevarianten…..

Diese Speisen versöhnen, beginnen Freundschaften und sie bleiben in Erinnerung – dieser Crumble, diese Mousse au Chocolat, das Mangoeis mit….

Gerade in dieser Jahreszeit verspüren wir die Sehnsucht nach Schokolade, süßen Offenbarungen, Früchten die wir nur jetzt mögen. Zimt, Vanille, Sternanis, würzige Nelken, Pfeffernoten, Glühweinduft, Lebkuchengewürz.

Wer könnte da widerstehen?

Meine Desserts erfordern keine Konditorenprüfung, keine schwierigen handwerklichen Kenntnisse.

So war es auch gestern…

  • Süße, Harmonie, cremig, raffiniert und doch einfach
  • Zutaten, die man normalerweise immer im Haus hat.
  • eigentlich somal eben …..

Schoko-Pudding-Creme à la Meggie

Zutaten:

  • 2 Päckchen Dr. Oetcker Schokoladenpudding gala dunkel
  • 1 Liter beste Milch, Fettgehalt 3,8
  • eine handvoll Kumquats
  • Zimtzuckermischung
  • eine Teelöffelspitze Lebkuchengewürz (weniger ist mehr)
  • Vanillezucker (Rohrzucker gereift mit Vanilleschote)
  • Grand Marnier zum Ablöschen
  • dunkle Schokolade
  • 1/2 Liter Sahne

Zubereitung:

  • Pudding gem. Packungsbeschreibung kochen
  • anstatt Zucker verwenden wir Zimtzucker und Vanillezucker
  • die Schokolade in kleine Stücke brechen und in die köchelnde Masse geben
  • wichtig: ständig Rühren
  • den fertigen Pudding mit Frischhaltefolie abdecken und kalt werden lassen
  • Kumquats in feine Streifen schneiden
  • auch die Kerne sind zu verwenden, ebenso die wunderbare Schale
  • Vanillezucker in der Pfanne karamelisieren lassen und die Kumquatsscheiben hinzufügen
  • mit Grand Manier ablöschen und in die vorbereiteten Gläser verteilen
  • die Sahne mit einer Prise Zimt gut steif schlagen
  • unter die Puddingmasse heben und mit dem Handrührer nochmal vorsichtig vermischen
  • Masse in vorbereitete Gefäße füllen und mit den restlichen Kumquats dekorieren
  • gut durchkühlen lassen – am besten übernacht.

Natürlich konnte Gö-GA nicht abwarten, am nächsten Morgen fehlten schon zwei Puddingschalen.

Die Früchte sind beliebig austauschbar, auch Kirschen (Amarenakirschen) eignen sich hervorragend, sowie Amaretto zum Ablöschen…..

Cremig, locker verbindet sich die winterliche Gewürzvariante mit dem sahnigen Schmelz.

Ein „Nachtisch“ der immer noch reinpaßt.

Viel Spaß beim Nachkochen und Schlecken.

P.S versprochen nächste Woche präsentiere ich meine süßen „Klassiker“ nochmal ausführlich!

„November servus, ade… „

(ohne Worte)

Einblick in die bayrische Landgasthauskultur.

In der stillen Hoffnung, dass sie uns erhalten bleibt. Was wären wir ohne das Ganserl , dem Schweinebraten, dem Spofackerl ….. in geselliger Runde

kulinarisches aus heimischer Küche und Gasthaus im November 2021

„Seelenwärmer für Suppenkasper…“

Küchenplan für eine nasskalte Dezemberwoche

Natürlich stehen hier meine Suppen im Vordergrund. Nichts ist schneller gekocht und bietet diverse Möglichkeiten der klassischen Resteverwertung.

Diese Woche möchte ich Euch meine Eintöpfe, Suppen an’s Herz legen.

Markklößchensuppe

  • das Sonntagssüppchen meiner Kindheit
  • fast in Vergessenheit geraten
  • wenn es ganz festlich zuging noch mit Eierstich …

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20727680

Markklößchensuppe

Die Suppenknochen bzw. Markknochen muss man heutzutage vorbestellen beim Metzger.

Tipp: ich bestelle mir immer auch Kalbsmarkknochen mit für das berühmte Risottogericht (alla milanese) anstatt Olivenöl verwende ich zum Ansatz das ausgelassene Mark der Kalbsknochen.

Eintopf mit oder ohne Einlage

(Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Gemüse…. )

aufgewärmt schmecken sie einfach nochmal so gut.

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20730315

Tipp: diese Eintöpfe eignen sich auch hervorragend zum Einfrieren und sind

schnell aufbereitet, wenn unerwartet die Esser einfallen.

Tipp: Hülsenfrüchte im Dampftopf vorkochen ohne Salz , so spart man sich das lästige Einweichen

Experimentieren Sie mit Gewürzen je nach Jahreszeit (Safran, Zimt, Chilli, Kümmel….) Limone, Zitronen sorgen für die Frische.

Ein selbstgebackenes Pfannenbrot macht so manchen Eintopf salonfähig.

Die selbstgezogene Brühe (Gemüse, Fleisch, Fisch) bietet immer die Basis für eine wunderbare Suppe.

Gerade simmert (lächelt) meine Wildbrühe vor sich hin. Vielleicht gibt es ja eine …. Wild-Consommé mit Trüffelnocken..

Eine schöne Adventszeit und genießt das Backen, Kochen…

M. Kuhl

„Knödelei, mal deftig mal süß….“

Welch ein Zufall, dass gestern Gö-Ga mit einer Ladung bester Zwetschgen nach Hause kam

Diese Zwetschgenmarmelade mit Zimt, Ingwer, Vanille und einem kräftigen Schluck Rotwein hat es ihm angetan.

Dabei haben wir doch einen beachtlichen Vorrat dieser Marmelade schon produziert.

Liebe Menschen habe ich auch schon damit beglückt.

Die Zwetschgen waren von der Größe, Beschaffenheit geradezu prädestiniert , saftige, lockere, wohlschmeckende Knödel zu werden.

Im Oktober 2011 habe ich das Familienrezept für Zwetschgenknödel veröffentlicht.

Dieses aufwendige, schwierige Rezept ist zwar sehr, sehr gut.

Im Traum erschienen mir, aber Knödel mit besonderer Füllung, auf einem Zwetschgen-Amaretto-Spiegel.

Ein einziges Päckchen 40 %igen Quark aus Tirol hatte ich noch. Noch habe ich keine Erklärung dafür, dieser Topfen aus Tirol ist einfach wunderbar. Vergleichsbaren habe ich in Deutschland noch nicht gefunden. Über nacht hatte ich ihm gut abtropfen lassen. Leider fand ich nirgends ein Rezept, welches meinen Traumvorstellungen entsprach.

So enstanden die

„Zwetschgenknödel mit Marzipan-Füllung auf Amaretto-Zwetschgenspiegel“

(Vorsicht! Suchtgefahr)

Zutaten:

  • 250 Gramm Topfen 40 %
  • 1 Ei Größe M
  • 75 Gramm weiche Butter
  • 175 Gramm Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 1-2 Eßlöffel Gries
  • Marzipanrohmasse ca. 50 gramm
  • für das Kochwasser: 1 Vanillestange, 1 Eßlöffel brauner Zucker, 1 kräftige Prise Salz
  • für die Brösel: 100 gramm Butter, 1 Teelöffel Zimtzucker, 100 gramm Semmelbrösel
  • 9-10 kleinere, feste Zwetschgen – Steine mit dem Küchenmesser entfernen –

(diese Zutaten reichen für ca. 9-10 Knödel )

Zubereitung:

  • Zwetschgen entkernen , unbedingt mit einem scharfen kleinen Messer
  • der handelsübliche Entkerner zerstört zu viel von der Frucht und der Knödel hält nicht!
  • Zutaten abwiegen
  • das Ei verquierlen
  • Mehl, Butter, Ei,den Topfen, Prise Salz mit den Händen zu einem Teig verarbeiten
  • der Teig sollte eine stabile Konsistenz aufweisen
  • um ihn zu festigen fügen wir 1-2 Eßlöffel feinen Gries hinzu
  • dann lassen wir den Teig ca. 1/2 Stunde im Kühlschrank bzw. bei den Temperaturen hatte ich ihn raus gestellt, ruhen.
  • aus der Marzipanrohmasse formen wir 9-10 kleine Kügelchen und befüllen damit die Zwetschgen
  • nun stellen wir einen Topf mit Wasser auf und geben eine Vanilleschote, eine kräftige Prise Salz, sowie braunen Zucker hinzu.
  • bis das Wasser aufwallt, formen wir eine Rolle, schneiden diese in Scheiben
  • ziehen die Scheiben etwas auseinander und geben jeweils eine gefüllte Zwetschge hinein
  • um dann entsprechende Knödel zu formen
  • Wichtig: die Zwetschgen sollten völlig mit dem Teig ummantelt sein!
  • nachdem das Wasser aufgekocht hat, geben wir nach und nach die Knödel hinein
  • reduzieren die Hitze, so dass die Knödel langsam simmernd in ca. 15 Min. gar ziehen.
  • einer nach dem anderen steigt auf und kugelt sich nach oben

Während die Knödel sich im süßen Wasser wälzen, geben wir Butter in eine Pfanne und die Semmelbrösel mit einem Teelöffel Zimt/Zucker und lassen sie langsam bräunen.

In einem Butterpfännchen gebe ich die Rotwein-Zwetschgen-Marmelade und einen kräftigen Schuß Amaretto. (auf kleiner Stufe langsam erwärmen, so verbindet sich alles miteinander)

Die fertigen Knödel nach und nach in den braunen Brösel wälzen, den Teller mit einem Rotwein-Zwetschen-Marmelade-Amaretto-Spiegel versehen und sofort servieren.

Ein paar letzte Minzblättchen aus meinem Balkongarten für die Optik und der Genießer schweigt.

Locker, die Aromen ergänzen sich …… halt wie ich es geträumt habe begebe ich mich in den 7. Knödelhimmel.

P.S in der nächsten Zeit nehme ich Euch mit in den Knödelhimmel, denn ich habe da noch einige Knödelprojekte laufen.

Viel Spaß beim Nachkochen, bzw. wenn nicht, beim Lesen.

„Da kann er lange schmoren…..“

Montagmorgen, 4 grad , leichter Nieselregen und so soll es die ganze Woche….

Das beste Gegenmittel gegen diesen Novemberblues ist für mich Kochen, Backen, Lesen und einen neuen Tee oder einen schweren Rotwein zu genießen.

Meine Schmortöpfe habe ich aus dem Keller geholt, ebenso einen zweiten Wok.

Diese Schmorgerichte zaubern aus jedem Fleisch eine Köstlichkeit. Aufgewärmt wachsen diese Gerichte über sich hinaus. Sie sind somit nicht an feste Essenszeiten fixiert und können bei Bedarf auch schnell mal „verlängert“ werden, wenn ein Esser mehr erscheint, wie erwartet.

Mit einem gewissen, tiefen Schmunzler habe ich den kleinen, französischen Schmortopf gerade gespült und einwenig mit einem Tropfen Öl eingefettet.

Dieser Topf ist 50 Jahre alt. Meine Großmutter hatte ihn mir zu Weihnachten geschenkt mit den Worten:

„Denk immer daran, auch Männer muss man wie das Fleisch manchmal lange schmoren lassen, bis sie brauchbar sind…! So war sie.

Für die naßkalten Winterwochen möchte ich Euch daher meine Schmorgerichte etwas näher bringen.

Diese Schmorgerichte gewinnen enorm an Geschmack. Im geschlossenen Topf halten sie bei mäßiger Hitze automatisch ihre Kerntemeratur und werden herrlich zart, saugen die Kräuter, den Wein… praktisch auf und sind ideal für große Tischrunden. Zusätzliche Beilagen an Gemüse sind meist nicht erforderlich.

Meine Schmorgerichte fülle ich niemals mit Wasser auf. Nein, entweder entsprechenden Fond aus dem Vorrat, oder mit der Fleischbrühe, die ich oft gleichzeitig köcheln lasse.

Ob Rind, Huhn, Lamm, Kalb alles ist geeignet zum Schmoren. Auch einen Gemüseschmortopf mit herrlichen Wintergemüse (Karotten, rote Beete, Petersilienwurzel, Kohl,Schwarzwurzel, Paprika, Kartoffel) eignen sich sehr gut, wer es vegetarisch mag.

Meine Schmorgerichte für die kalte Jahreszeit:

„Ossobucco between Orient and Okzident“

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20729972

Die Lammvariante wird auch im geschlossenen gusseisernen Topf phantastisch. Alle Aromen verbinden sich. Löschen Sie mit dem Wein ab, den sie auch zum Gericht trinken!

Dies handhabe ich grundsätzlich so.

Mein „Klassiker“ beliebtes Schmorgericht bei Alt und Jung.

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/17763847

„Mein Schichtgulasch“

Hier genügt ein guter Rotwein, schöne Knödel und das Herz erwärmt sich, das wohlige Gefühl in der Magengegend macht sich breit…

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/16692809

In Anlehnung an Bœuf bourguignon , hier spielen das Fleisch und der Wein die Hauptrolle.

Abschließend noch meine Rouladen – das Deutsche Schmorgericht schlechthin- jede Hausfrau, jeder Koch hat seine eigene Variante

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20211849

Meine Empfehlungen:

  • sollte beim Schmoren mal etwas zuviel Röstaromen erzeugt werden
  • läßt es sich heilen, indem man eine Scheibe Graubrot dünn mit Honig bestreicht
  • und diese auf das Schmorgut legt
  • der nicht erwünschte Geschmack verschwindet
  • je nachdem kann das Brot zerfallen oder wieder rausgenommen werden
  • nach dem Anbraten und Angießen eins -zwei Löffel Mehl über das Bratgut für die Soße
  • und den Topfdeckel bestäuben, so bleibt alles verschlossen und das Geschmorte kann sich wunderbar entfalten
  • niemals in Flüssigkeit ertränken, sonst gibt es „gekochtes Fleisch“
  • dem Schmorgericht Zeit lassen – 2-4 Stunden je nach der Menge des Fleisches und Beschaffenheit
  • zum Angießen Fond, Wein und Brühe verwenden

Viel Spaß beim Schmoren!

Eine schöne Woche

M Kuhl

„Platzreife, Backreife, Kochreife….“

  • Erfahrung
  • Wissen
  • handwerkliches Können
  • perfekte Produkte
  • Kreativität
  • Mut
  • Geschick
  • Geduld
  • sensible Geschmacksnerven
  • Ausdauer
  • Liebe pur

Dies sind die Schlagwörter, die beim Kochen, Backen, Kreieren, Kombinieren den Taktstock schwingen.

Rezepte, aufs Gramm abgewogen, mit der Stopuhr versehen, automatisiert sollte man so schnell wie möglich vergessen! (Ausnahme Backrezepte, bzw. bestimmte Nachspeisen, bedürfen einer gesonderten Akribie)

  • geben sie Ihrem Gericht, Gebäck ihre Handschrift
  • lassen Sie sich auf ihre härtesten Kritiker ein
  • reden Sie beim Essen, über das Backen, die Handwerkstechnik
  • schenken Sie den Foodfotografien keine Bedeutung
  • sie sind nur ein willkommener Anreiz für Ihre Interpretationen
  • entwickeln Sie Ihren persönlichen Geschmack, der sich nicht täuschen läßt
  • nur so gelingt das sichere Abschmecken

Erst wenn Ihre Zunge bitter, salzig, scharf, sauer, süß lernt zu schmecken ist der Koch, die Köchin auf dem richtigen Weg zur Kochreife.

Genug ! Versteht eh keiner, will keiner lesen.

Hier nochmal die Anregung für die nächste Woche in Bildern:

Herbstküche, mal deftig, mal süß, mal vegetarisch.

  • und denkt dran, 1 Messerspitze Natron hält den Wirsing grün,
  • beschleunigt das Garwerden der Bohnen, bzw Hülsenfrüchte
  • 2 Eßlöffel feine Haferflocken, anstatt Kartoffelmehl, ergeben einen wunderbar, lockeren, innen weich – außen knusprigen – Raiba Datschie (Kartoffelpuffer)
  • halb Olivenöl/ halb Butter ist die ideale Basis für das Braten von Fisch, Lammfilets, Wild
  • Gewürze selber mörsern ist das Geheimnis meiner Wok-Gerichte

Alle Rezepte dieser Foto’s findet Ihr sicher auf meinem Blog.

Eine wunderschöne, stressfreie Woche bis bald

M. Kuhl

„Die harte Frucht , mit dem unwiderstehlichen Duft….“

Am Kirchweihsonntag brachte mir eine Freundin eine große Tasche Quitten vorbei.

Der Duft verbreitete sich in der Wohnung. Ein unbeschreiblich angenehmer, intensiver Geruch , den nur frisch geerntet Quitten verbreiten können.

Mir war gleich bewußt, dass die Verarbeitung der Früchte für mich ein hartes Stück Arbeit werden würde.

Gö-Ga lag schon auf der Lauer, nichts liebt er mehr, wie Quittenmarmelade pur zu verschlingen.

Dies hat natürlich zur Folge, dass der Haussegen schief hängt und er gnädig argumentiert, dann kauf ich eben nochmal Quitten…

Wie bitte? Diese Quitten kann er nämlich nicht kaufen! Diese Qualität , die wunderschönen, aromatischen Quitten sind keinesfalls vergleichbar mit den Quitten (meist türkischen Ursprungs) die es im Handel gibt.

2 Tage hatte ich gebraucht, um ein wenig Quittengelee und das Quittenmus zu produzieren.

Zwei besonders große, dekorative Gläser hatte ich gefüllt mit meinem Quittengelee (einmal mit Vanille) , ich fand sie halbgeleert im hintersten Eck des großen Kühlschranks! Hier hatte er es versteckt!

Daher liebe Leser, will ich mich heute auf mein

Quittenmus

beschränken. Das besondere Chutneyrezept folgt später.

Zutaten:

  • ca 5 kg Quitten
  • 1 Vanillestange, 1 Zimtstange , 1-2 Sternanis
  • 200 gramm Rohrzucker
  • 200 ml Wasser

Zubereitung:

  • zunächst gilt es die Quitten von dem „Reif“ zu befreien. Hier nehme ich etwas Küchenrolle – Küchenhandtuch geht auch- und reibe die Früchte ab. Der Flaum läßt sich gut abreiben.
  • die Früchte kurz waschen und in grobe Spalten schneiden
  • den Blütenansatz entfernen, aber das Kerngehäuse unbedingt belassen, damit das Pektin in der Frucht opitimale Verwendung finden kann
  • den großen Dampftopf mit den Früchten füllen
  • 1 Vanillestange, 1 Zimtstange , 1-2 Sternanis auf die Früchte legen
  • nur so viel Wasser angießen, wie der Schnellkochtopf benötigt (b. meinem 200 ml)
  • ca. 35 Minuten die Quitten abdämpfen
  • die Zusätze entfernen (Vanillestange ect)
  • die noch warme Fruchtmasse durch die flotte Lotte passieren, bzw. durch ein Sieb treiben
  • dann die Masse in ein Passiertuch geben und über Nacht abtropfen lassen
  • die sich ergebende Flüssigkeit bildet die Basis für das wunderbare Gelee.
  • von der Fruchtmasse wiegen wir nun 1,2 kg ab
  • geben die Masse in einen Topf mit einem breiten Boden
  • und heben 300 gramm Rohrzucker unter
  • die Zimtstange, die Sternanis , Vanilleschote verwende ich erneut
  • nun lassen wir die Quittenmasse so lange köcheln, bis sie leicht eindickt
  • füllen das Mus in vorbereitete, ausgekochte Twistgläser
  • und erhalten ein göttliches Quittenmus

Es hat mich erstaunt, wieviel Geschmack noch in der Masse erhalten geblieben war . Dieses Mus ist vielseitig einsetzbar.

herbstliche Nudeln mit Quittenmus

Zum Käse, aufs Brot, ins Sauerkraut oder Blaukraut , ins Müsli…..

Das Quittenaroma verbindet sich und behält doch seinen köstlichen Geschmack.

Auf Geliermittel kann gänzlich verzichtet werden. Der Rohrzucker reicht völlig aus.

„Meggie’s Speckknödel“

Das Laub raschelt unter meinen Füßen, rote Blätter tanzen vor mir nieder.Die Sonne wärmt meinen Nacken beim schnellen Gehen. Die Luft klar, der Himmel blau. Der Fluß spiegelt sich friedlich in der untergehenen Sonne.

Jetzt kommt es in mir hoch, das Gefühl beherrscht mein Denken und Fühlen. Es läßt sich nicht mehr verdrängen. Dieses Loch , weitet sich bedrohlich aus.

Mundwässrig stehe ich an der Brücke.

Den Kampf werde ich verlieren. Meine Sinne greisen nur noch um gerösteten Speck, fluffige Masse …., frische Petersilie, Butter.

Die Jacke lasse ich fallen, Hände waschen und dann gleite ich mit meinen Fingern in das Vinyl , zerre die Schüssel vom kühlen Balkon.

Reiße die Topfschublade auf, Wasser einlaufen lassen, kräftig salzen .

Mit meinen feuchten Vinylhänden forme ich tennisballgroße Knödel.

Diese Knödel lechzen nach dem zwischenzeitlich aufgewallten Salzwasser, gleiten gierig in die siedende Brühe, drängeln sich im Topf und kämpfen darum zu erst Oben zu sein.

Dann aalen sie sich ca. 15 -20 Minuten in dem leicht siedenden Wasser.

Rezept: Meggies Speckknödel

Zutaten:

  • 5 Semmel vom Vortag oder älter, alternativ Knödelbrot vom Bäcker des Vertrauens
  • 3 Eier
  • 1 Eßlöffel Mehl typ 450
  • 110 ml warme Milch
  • 1 mittlere weiße Zwiebel
  • 200 Gramm möglichst kleingeschnittenes geräuchertes Wammerl (geräucherter Bauspeck)
  • 60 gramm geriebenen Parmesan
  • 30 gramm Butter
  • 1 Teelöffel Meerrettich
  • Gewürze: schwarzer Pfeffer, Salz, Muskatnuss frischgerieben
  • 1/2 Bund Petersilie oder Schnittlauch

Champignon-Sahne-Soße

  • 250-300 Gramm Champignos
  • 1/2 Liter Sahne
  • Butter
  • Muskatnuss, frisch gerieben
  • 1 Schalotte
  • 1oo ml Gemüsebrühe
  • gehackten Petersilie

Auf die Champignon-Rahmsoße kann man auch verzichten, denn diese Knödel sind durchaus auch mit brauner Butter, Salbeibutter zufrieden. Ein kleiner Beilagensalat genügt dann völlig.

Ein gutes Glas Wein , ob rot oder weiß und alle sind wunschlos glücklich.

Zugegeben die Zubereitung erscheint etwas aufwendig, aber ich habe den Knödelteig schon am Morgen vorbereitet.

So kann er gut durchziehen, die „Fette“ können sich verfestigen und meist bedarf es keiner Korrektur (zu nass – etwas Semmelbrösel hinzufügen – zu trocken, zu fest, ggf. etwas lauwarme Milch – weniger ist mehr!!!)

Ganz wichtig ist aber, dass man ein Gefühl entwickelt, wann der Knödelteig die richtige Konsistenz hat. Irgendwann hat man es raus und dann werden es die lockeren Knödel, die man auseinanderreißen kann ohne ein Messer zu benutzen.

Zubereitung:

  • die Semmel auf der „Brotmaschine“ in dünne Scheiben schneiden
  • die Eier mit dem Mehl verquirlen und mit Salz, Peffer und Muskatnuss würzen
  • die Milch heiss werden lassen und über die geschnittenen Semmel geben
  • gut mit den Händen verkneten und beiseite stellen
  • den Speck kleinschneiden in der Pfanne auslassen, bis knusprige Speckwürfel entstehen
  • die Speckwürfel auf ein Küchenkrepp geben , überschüssiges Fett entfernen
  • die Zwiebel klein hacken, Petersilie klein hacken
  • in dem verbliebenen Speckfett die Zwiebelen farblos anschwitzen
  • einen kräftigen Stich Butter hinzufügen
  • die Masse über die Semmelmasse geben und wieder durchkneten
  • einwenig rasten lassen, bis die Zwiebelmasse einwenig erkaltet ist
  • jetzt die Eiermasse über den Semmelteig geben , gut durchkneten und abgedeckt ins Kühle stellen.

Zubereitung: Champignon-Rahmsoße

  • eine Schalotte in der Speckpfanne (nicht spülen) farblos anschwitzen
  • die grob geschnittenen Pilze hinzufügen
  • einwenig Butter hinzugeben
  • mit dem Gemüsefond ablöschen und einkochen lassen
  • dann die Sahne kurz aufwallen lassen und leise köcheln lassen
  • mit eiskalter Butter die Soße einwenig aufmontieren

Jetzt sind auch die Knödel gierig auf ihren Einsatz!

Die Specksahnesoße verbindet sich zu einer wahren Symbiose, die würzigen, lockeren Knödel machen sich in dem „Loch“ breit, wohltuend sättigend.

Gö-Ga ist sprachlos – er bemängelt nur die Portion : “ Da hätte ich schon mehr Knödel essen können, zwei Stück sind doch für den hohlen Zahn!“

Das ist so guuuuut!

„kleiner Stadtspaziergang im Regierungsviertel München….“

Mit dem kleinen Stadtspaziergang möchte ich nochmal dem sonnigen, warmen Oktober nachweinen.

Lustwandeln am frühen Nachmittag war jahrelang mein Traum gewesen. Gemütlich durch den Hofgarten schlendern und vergangene Zeiten wieder aufleben lassen….

Diese Woche habe ich es geschafft, eine sonnige Bank konnte ich ergattern und dem Treiben lauschen, die neue Herbstmode aufnehmen, den neuesten Edeltaschentrend, die überzüchteten Hündchen bestaunen.

Auf der Nachbarsbank saßen zwei Frauen , ca. 50+ und eine Enddreißigerin und unterhielten sich sehr lautstark:

„Bist auch nicht geimpft?“ Nein auf keinen Fall, ich lasse mir doch von diesem Staat nichts vorschreiben.

Die Test’s kosten zwischen 49,- EURO und 140,– EURO, das macht mir gar nichts aus. Auf meinen Hausarzt bin ich einwenig stinkig, der wollte mir doch kein Attest ausstellen, das mich von der Impfung befreit.

Die Enddreißigerin: „Ach, was soll’s diesen Monat haben wir noch soviele Einladungen zu Corona-Partys. Warum warst Du am Freitag nicht da?“ Bei Joe war es echt super! 50 Leute, da ging die Post ab, bis morgens. Er hat aber auch eine tolle Location.

In seiner Villa ist ein ehemaliger Luftschutzbunker zum Partyraum unfunktioniert. Da geht kein Laut nach Draußen. Die meisten sind zeitversetzt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angereist, damit kein Aufsehen erregt wird.

Ich nehme Dich mit, auf eine der nächsten Partys, wäre doch gelacht, wenn wir uns den Status, Du weißt schon, was ich meine nicht sichern könnten….“

Noch jetzt bin ich einwenig unsicher, ob ich denen mal die „Meinung“ hätte sagen sollen. Diesmal hab ich es nicht getan. Bin aufgestanden und gegangen.

Hofgarten , Theatinerkirche von „meiner Bank“ aus.

Hofgarten
München – Graggenauer Viertel

Bis bald

Eure M Kuhl

„..in den Topf geschaut…“

7:56 Uhr, Nebel, 3 grad

Bevor ich auf den Markt radele möchte ich Euch kurz in meinem Topf von gestern Abend schauen lassen. Eigentlich Restverwertung schnell, gut und soo schmackhaft!

Keine ausführlichen Rezepte, Gewürzlisten. Nach der kräftigen Hühnersuppe war noch Huhn da, die Kichererbsen hatte ich bereits vor 2 Tagen abgekocht, einwenig Tiefkühlspinat, Karotte, Paprika und fertig war das Kichererbsen-Dal. (ausführliches Rezept s. Blumenkohl-Dal)

Das allseits beliebte Pfannenbrot produziere ich immer auf Vorrat.

Von 1 Kg Mehl und friere dann die Bällchen ein. Sie lassen sich problemlos wieder auftauen und ausrollen.

Heute werden wir einwenig ausgehen und die Küche ist geschlossen, denke ich jedenfalls heute Morgen. Schauen wir mal, was der Tag so bringt.

Ein erholsames verlängertes Wochenende.

P.S leider muß ich am Wochenende meinen Kleiderschrank auf „Winter“ einstellen, dass tut mit richtig weh. Es ist aber auch die Gelegenheit sich von dem Blazer, dem Hosenanzug … zu trennen. Die Läden haben ja wieder – noch – auf.

“ in den Topf geschaut….“

Der diesjährige Oktober, die Wälder sooo bunt, die Seen so blau, die Sonne wärmt…

Lange ausgiebige Spaziergänge – ob im Wald oder in der Stadt sind meine Leidenschaft geworden.

Kommt mit:

Isarphilharmonie, Volkstheater bereichern die Kulturwelt in München, alles lebt auf!

Die offizellen Zahlen:

7-Tage-Inzidenz *Reproduktionszahl *Todesfälle *

+ 625

+ 6

140,2

beachtet eher keiner mehr. Auch ich verdränge diese Zahlen so gut es geht und hoffe, nach der vollständigen Impfung auf einwenig Glück.

Mein Speiseplan ist wie immer durchorganisert, dabei könnte man jetzt ja öfter im Restaurant speisen. Irgendwie hat man sich an das Kochen gewöhnt. Daher habe ich mir gedacht, ich nehme Euch mit in meine Alltagsküche und lass Euch in meine Töpfe schauen. Das eine oder andere wird dann nicht so spektakulär sein.

Mein erstes „in den Topf schauen Gericht“ entstand nach einem wunderschönen, strahlenden, warmen Oktobertag.Gö-Ga war am verhungern und außerdem wollte er Fußball…..

Walnuß-Radicchio-Blauschimmel-Pasta

Zutaten:

  • 1 feste große Birne
  • 130 gramm Walnüsse
  • 1 mittelgroßer Radicchio
  • 180 gramm Blauschimelkäse oder Gorgonzola
  • frischen Ingwerabrieb
  • 1/2 Chilli
  • Vanillerohrzucker
  • Gewürze: Meersalz aus der Mühle, Muskatnuss frisch gerieben, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 350 gramm Nudeln ( am besten selbstgemacht), aber gestern habe ich aus Zeitgründen darauf verzichtet.

und so geht’s :

  • in eine beschichtete Pfanne geben wir zwei Eßlöffel Rohrzucker mit Vanillegeschmack
  • den Rohrzucker langsam einwenig schmelzen lassen und die Nüsse hinzufügen
  • dann über die leicht karamelisierten Nüsse, den Ingwer reiben
  • die Chilischote ganz, ganz fein schneiden ud
  • und gut verteilen
  • auf mittlerer Temperatur sanft karamelisieren lassen , im Auge behalten, damit die Nüsse nicht verbrennen
  • dann die Birnen in längliche Schnitze schneiden und in die Pfanne geben
  • mit karamelisieren lassen
  • die gewaschenen und und gezupften Radiccioblätter ebenfalls unterheben und mitgaren
  • in der Zwischenzeit kochen die Nudeln in reichlich Salzwasser und einer kleinen Chillischote
  • mit einwenig Kochwasser löschen wir unsere Pfanne vorsichtig ab (weniger ist mehr)
  • die Nudeln geben wir aus dem Topf, nachdem sie abgetropft sind
  • direkt in die Pfanne
  • verteilen den Blauschimelkäse über die Nudel un mischen alles gut durch.
  • und servieren … !

Der Gö-Ga war zunächst sehr, sehr skeptisch – aber dann konnte er nicht genug von diesen Nudeln bekommen – er verfeinerte die Pasta mit einem kräftigen Klecks Quittenmus, welches ich mühsam zubereitet hatte

(dazu später gesondert mehr)

Der Blauschimmelkäse verbindet sich mit der Pasta, den Nüssen, der saftigen, karamelisierten Birne, einen Hauch Pfeffer aus der Mühle

Ihr kennt ihn schon den Satz: zum ordentlichen Fotografieren hatte es nicht mehr gereicht.

So kann der Herbst auch kulinarisch beginnen.

Diese Pasta vereint, die Süße der Birnen, den leicht herben Geschmack des würzigen Blauschimmelkäse, die Bitternoten des Radiccio und verwöhnt mit der herben, feinen Süße des Quittenmus, der Crunch der karamiliesteren Nüsse befördert den Genießer letztlich in den 7. Pastahimmel.

Probiert es aus !

„wie bei Oma, wie bei Muttern….“

Jede Kochshow, jedes als besonders zu empfehlendes Rezept nutzt diesen Spruch.

Selbst hochdekorierte Sternenköche werden nicht müde immer wieder zu betonen: “ Wie bei Omma“, selbst wenn es sich um verkochte grüne Bohnen mit auseinanderfallenden Frikadellen, handelt.

Ja, es gibt sie diese überlieferten Familienrezepte, die von der Mutter an die Tochter weitergegeben werden. Die aufwendigen Backrezepte, der besondere Weihnachtsbraten, die besonderen Knödel….

Immer kommt es aber darauf an, welche Küche hier überliefert werden soll.

Die Rezepte von Tante „Mulli“ (Wilhelmine) basieren auf einer langjährigen Tätigkeit in den besten Küchen Frankfurts, bzw. in diversen Konditioreien.

Die Rezepte meiner Großmutter, sind eher bäuerlich, einfach und dennoch orientiert an dem wunderbaren Produkt (ob Fleisch, Gemüse, Getreide…)

Seit Jahrhunderten überliefert, schließlich war sie auf einem großen Gut in „Stellung“, wie sie immer stolz betonte.

Andere Tanten hatten einen Bezug zu Frankreich und ihre Familienrezepte waren entsprechend geprägt

Viele dieser Rezepte sind und waren sehr arbeitsintensiv, andere einfach, dennoch nicht weniger gut…

Aber…. , nicht jede Omma-Küche ist für alle Gaumen bestimmt.

Die Kochtechniken haben sich geändert. Wer will heute noch den Wirsing durch den Fleischwolf gedreht, das Blaukraut stundenlang geschmort mit Unmengen an Fett, die fetten Schweinefleischeintöpfe, die man den Feldarbeitern auf den Acker brachte.

Von allem das Beste sollte der Wahlspruch lauten, die beste Garmethode, die besten Zutaten, das beste handwerkliche Können.

Kreative Abwandlungen bereichern die überlieferten Rezepte und es entstehen diese Gerichte, an die sich unsere Kinder und Kindeskinder erinnern.

Eine kleine Auswahl meiner …… „schmeckt, wie bei Oma Kath…. “ will ich Euch nochmal in Erinnerung rufen , gerade in dieser Jahreszeit.

  • diese saftigen, würzigen, gefüllten Paprikaschoten, waren in den 50zigern
  • „moderne Küche“
  • interpretiert neu sind sie auch heute noch heiß begehrt ://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20728137

Diesen Heringssalat habe ich oft „mitgebracht“. Besonders beliebt war er bei meinen Freunden nach langen, feuchtfröhlichen Nächten.

„Ist noch was von dem roten Heringssalat da, der bringt mich wieder auf die Beine….“

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20730051

Pink-Heringsalat - Tante Mulli

Das folgende Gericht ist mein Favorit, aber es gelingt eigentlich nur in meinem alten Bräter.

Knusprig, weich, würzig, mit reschem durchwachsenen Bauspeck, begleitet von frischem Apfelmus. Besonders jetzt, wo es die neuen festkochenden Lieblingskartoffel gibt.

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20727963

Über den Eierkäs und seine Freiheit am Herd hatte ich schon ausführlich geschrieben.

Der Beitrag ist der meistgelesene auf meinem Blog.

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20725771

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/13112868

Die Liste der überlieferten Gerichte könnte ich beliebig fortsetzen.

Die dicken Braten meiner Mutter, Antonia, die Hefekuchen…..

In diesem Sinne viel Spaß beim Kochen und ausprobieren und denkt dran, nicht immer ist „wie bei Omma, wie bei Muttern…“ das Gericht wirklich gut, aber sicher ist es wert, es zu interpretieren. So entwickeln sich Familienrezepte!

„Herbstimpressionen ….“

Auch der Herbst hat schöne Tage. Der Spruch gilt sowohl für das Älterwerden, alsauch für die Natur.

Welche Farbgewalt sich in den letzten Tagen entfaltet hat! Leider kann man diese Pracht nur bedingt festhalten.

Am Mittwoch vergangener Woche stiegen die Temperaturen auf 24 grad und ich begab mich auf Hamstertour nach Tirol.

9 verschiedene Sorten Käse, der Joghurt füllte man mir in die mitgebrachten Milchflaschen, den Naturjoghurt in ein großes Glas.

Auf meine Frage, welchen Fettgehalt der wohl hat antwortete man mir:“ Alles was die Kuh hergab.“ Ok, er ist cremig, wunderbar erfrischend, der Rahm hat sich voll erhalten.

Dann eine Brotzeit an der Hauswand, das Holz leicht von der Sonne aufgewärmt, frische Buttermilch – Herbstglück pur.

Nicht versäumen möchte ich Euch einen Wochentip für Eure Alltagsküche mitzugeben.

Das Grundrezept siehe Beitrag : „Rote Knödel in eleganter Begleitung vom vergangenen Jahr.

https://meggieskochstudio.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=20729880&action=edit&calypsoify=1&block-editor=1&frame-nonce=ad7acd45da&origin=https%3A%2F%2Fwordpress.com&environment-id=production&support_user&_support_token

Tipp: die rote Beete im Schnellkochtopf mit Lorbeer, Meersalz, Senfsaat unbedingt mit der Schale kochen (so bleiben sie schön rot) , um sie dann mit eine kleinen Teil des Kochwassers zu pürieren.

Abänderung des Rezept’s:

  • die Knödel habe ich mit dem Blauschimmelkäse aus Tirol gefüllt
  • er ist etwas fester in der Konsistenz, als
  • der allseits verwendete Gorgonzola
  • aber sehr aromatisch und die perfekte Füllung für den roten Knödel
  • dazu habe ich Salbeibutter gereicht, mit fritierten Salbeiblättern

Gö-Ga war sprachlos! Der Käse lief aus dem Knödel, wie bei einem Schokoladenküchlein mit flüssigem Kern.

„Das ist die Transzendenz des Knödels“, murmelte er mit vollem Mund.

Laßt Euch diese Knödel nicht nehmen, wenn sie auch etwas arbeitsintensiv sind.

Eine schöne Herbstwoche !

„quickly – spicy Chilli-Öl“

Meine Ernte war dieses Jahr sehr ertragreich, die knallroten Schoten eine Augenweide.

Doch jetzt war es Zeit für die Ernte, denn die Pflanze ist sehr kälteempfindlich.

Für alle die es lieben, auf der Pizza final, beim Dünsten von Gemüse, beim feurigen Paprikagericht , ein paar Tröpfchen auf die sahnige Kohlrabisuppe….

Dieses Öl ist so vielseitig einsetzbar.

Es erinnert an die Glut des Sommers, dabei war die Pflanze so bescheiden. Mit wenig Wasser kam sie aus, die herrlichen kleinen weißen Blüten waren ein regelrechtes Magnet für die Bienen. Jetzt steht es an dem sonnigen Küchenfenster und wartet geduldig auf seinen Einsatz.

Hier das einfache Rezept:

Chilli-Habaneros-Öl

Zutaten:

  • bestes natives Olivenöl
  • eine handvoll Habaneros bzw. Chillis

Weniger ist oft mehr.

Zubereitung:

  • die kleinen, fleischigen Schoten waschen, trocken tupfen
  • klein schneiden
  • jedem ist überlassen, ob er die Kerne rausnimmt
  • ich lasse sie drin
  • dann füllen wir die kleingeschnittenen Schoten in die
  • ausgekochten, trockenen Fläschchen
  • und stellen diese auf die Fensterbank
  • nach 3-4 Wochen ist ein herrliches Würzöl entstanden

Viel Spaß !

P.S die Quitten sind gekocht und der Saft tropft langsam vor sich hin.

Der Gö-Ga lautert schon, den Quittengelee liebt er so sehr

„Blumenkohl Variante für Männer“

Nein ich habe keine Umfrage gemacht, dennoch glaube ich zu wissen, dass das Schnitzel eines der beliebtesten Gerichte vieler Menschen ist. Vorallem dürfte es bei den männlichen Zeitgenossen sehr hoch im Kurs stehen.

Auch mein Gö-Ga würde jede Woche am liebsten einmal Kalb-, einmal Schweine-, einmal Hähnchenschnitzel und an besonderen Festtagen Rehschnitzel , selbstverständlich mit allen Raffinessen essen.

Nachdem die Kinder aus dem Haus sind, fällt es mir oft schwer in kleinen Mengen zu kochen.

Die ewigen Reste im Kühlschrank stören mich gewaltig, aber ich schaffe es nie die Mengen anzupassen.

Kochen heißt für mich jeden Tag etwas Neues aus dem Althergebrachten zu entwickeln

So gab es gestern Blumenkohlschnitzel !

Schnell , einfach!!

Blumenkohlschnitzel an Blumenkohlstampf dekoriert mit fritierten Salzkapern

Zutaten:

  • Kartoffel
  • Blumenkohl
  • Sahne
  • Butter
  • Salzkapern
  • Gewürze:
  • scharfes Paprika, 1 Messerspitze Wasabipaste, weißer Pfeffer aus der Mühle, Muskatnuss frisch gerieben, Steinsalz
  • 1 Ei
  • 1 Zitrone
  • Semmelbrösel (natürlich selbstgemacht

Auf die Plätze fertig los:

  • Kartoffel schälen (deligieren an Mitesser)
  • Blumenkohl von den harten, grünen Blätter befreien
  • Zitronenscheibe (etwas dicker) vorbereiten
  • die Hälfte des Blumenkohls in mannfingerdicke Scheiben schneiden
  • in einen Schnellkochtopf geben wir Salz, den restlichen Blumenkohl und die erforderliche Menge an Wasser
  • auf Stufe eins garen, bis der Stift hochgekommen ist, beiseite stellen
  • im zweiten Topf garen die Kartoffel
  • ein Ei mit etwas Sahne, Paprika, Salz, weißem Pfeffer, einer Messerspitze Wasabipaste , falls nicht zu hand Meerettischpaste
  • verquierlen
  • Schale mit Semmelbrösel füllen
  • die Blumenkohlscheiben in der Eimasse wälzen und in den Semmelbrösel panieren
  • Pfanne mit Butterschmalz (2 Eßlöffel, je nach Menge) füllen und heiß werden lassen
  • Blumenkohlschnitzel goldgelb backen und dann auf kleiner Hitze gar ziehen lassen
  • Kartoffel abgießen , mit einem kräftigen Stück Butter versehen, Sahne hinzufügen
  • und den restlichen, zwischenzeitlich gegarten Blumenkohl hinzufügen und stampfen
  • anschließend mit dem Schneebesen nochmals etwas durchrühren und mit Muskatnuss, ggfs. Salz, Peffer abschmecken
  • die Kapern in ein kleines Butterpfännchen in heißem neutralen Öl fritieren
  • auf die Teller fertig los

Was soll ich Euch sagen …

  • schweigend, mit glänzenden Augen genoß er sein Schnitzel
  • stand auf, holte sich Nachschlag vom Stampf
  • keine Reste!!
  • Bayern hatte Leverkusen vom Platz gefegt
  • Gö-Ga war im „Siebten Schnitzelhimmel“

Diese Woche plane ich diverse Hamsterfahrten – es soll nochmal 20 grad werden !

Außerdem habe ich gestern herrliche Quitten bekommen.

Quittenrezepte gibt es ja sooo viele. Erstmal mache ich Quittengelee, dann sehen wir weiter

Schöne Woche!

„Butternut – Bohnen Dal – indisch – vegane Herbstküche“

(Werbung, da Namensnennung , bzw. erkennbar)

Ehrlich gesagt, eigentlich konnte ich mit der indischen Küche nicht zu recht „warm“ werden.

Wenn es hieß, gehen wir zum Inder, kam bei mir nie eine echte Begeisterung auf.

Diese meist für mich verkochten Gerichte waren oft super abgeschmeckt und gewürzt, aber mir oft zu breiig, nicht definierbar.

Andererseits die klassischen, Bohnen- Erbsen und Linseneintöpfe nach Deutscher Rezeptur fand ich auch nicht mehr so toll. Bis auf meinen Gö-Ga machten eh alle einen Bogen um diese klassischen Eintöpfe.

Bohnen, Erbsen, Linsen sind allerdings sehr gesund, wie wir alle wissen.

Manchmal muß man dem Gericht einfach einen exotischen Namen geben und es wird cool, super genannt. So gelang es mir letztendlich auf den Blumenkohl in der Familie zu „verkaufen“

(s. Blumenkohl-Kichererbsen Dal) https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20731022

Diese Dal-Gerichte, mit Liebe gekocht, sind echte „Heimkomm-Gerichte“ , verbreiten diese angenehme Wärme im Körper, der Duft holt einem schon ab, wenn man das Treppenhaus betritt. Diese Gerichte spenden Trost, erzeugen unbandige Freude, kleine Tränchen….

Fazit:

Die entwickelten Eigeninterpretationen ergeben eine äußerst schmackhafte, würzig Variante.

Durch das Kombinieren mit frischen Zutaten (Mangold, auch Früchte , wie z. B. Mango, Zwetschgen…) eignen sich hervorragend und gehen eine echte Symbiose mit den Hülsenfrüchten ein.

Mit Liebe habe ich Nüsse kleingehackt, geröstet und final die Dals mit frischen Koreander, kleinen Frühlingszwiebeln (vom Asianten) bestreut. Dieser Crunch verleiht einen besondere Note.

Dazu reicht eigentlich das Pfannenbrot (s. Blumenkohl-Kichererbsen Dal)

Am schnellsten geht es mit rotorangen Linsen – anstatt die oft verwendete Kokosmilch eignen sich auch pürierte Mandeln ect.

Das Einweichen der Hülsenfrüchte kann man meist umgehen, bzw. die Hülsenfrüchte aus Dosen sind zur Not auch ein würdiger Ersatz.

So wird aus dem Dal ein Gericht, welches auch für Besuch, bzw. Freundeessen sehr gut geeignet ist.

Die nötige Auswahl von Gewürzen sollte man sich besorgen, dann sind den unzähligen Varianten keine Grenzen gesetzt.

Ich bevorzuge es die Gewürzmischung selbst zu mösern, der Duft ist unwiderstehlich !

Wer sich Zeit sparen will kommt auch mit der Gewürzauswahl (s Foto gut klar)

Während ich hier noch mühsam schreibe, hat mein Gö-Ga und die schnell eingeladene Tochter den Butternut-Bohnen Dal genossen.

„Aber das Brot, mit den dunklen Stellen aus der Pfanne gibt es doch auch…“ , meinte der Herr.

Selbstverständlich!

Fotos vom- wunderschönen Teller – mit Cocosmilch und dem zerfallenen Mangold aus meinem Blumenkasten – dem nussigen Crunch aus den Cashewkernen – kann ich Euch nicht liefern.

Allerdings habe ich mir erlaubt den kläglichen Rest zu fotografieren. Schöne Tellerfotos machen alle.

Restefoto am nächsten Morgen

Insgesamt mehr als zwei Stunden hatte ich geköchelt, geschnippelt, Pfannenbrot ….. , das Einweichen der Bohnen und kochen hatte ich schon am Tage vorher erledigt.

Wenn Ihr dennoch dieses Gericht nachkochen wollt, dann lest jetzt weiter.

Zutaten:

  • 500 gramm weiße Bohnen
  • 1/2 Butternutkürbis
  • 250-300 gramm frisches Mangold oder Spinat
  • 1 rote Zwiebel
  • 10 cm frischen Ingwer
  • Abrieb von einer Kurkumawurzel
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • eine kleine Habaneros
  • 1 Karotte
  • 1 Eßlöffel Butterschmalz – oder neutrales Pflanzenöl –
  • 1 Dose gestückelte oder auch ganze Tomaten bester Güte
  • 1 Dose Cocosmilch (dickflüssig)
  • 1/2 Liter Gemüsebrühe
  • frischen Koreander, am besten mit den feinen Wurzeln

Gewürze:

  • schnelle Variante
  • siehe Foto
  • Mörservariante:
  • Senfkörner, Schwarzkümmel, Peitschenpfeffer, Zimtrinde, Nelke, Kardamon, Fenchelsamen….
  • Steinsalz
Gewürzmischungen

Zubereitung:

  • Butterschmalz in den Topf
  • das Hartgemüse mit dem kleingeschnittenen Ingwer, Zwiebel und einwenig Gewürzmischung
  • einem Hauch Zucker leicht anrösten
  • dann den in Stücke geschnittenen Kürbis, hinzufügen und köcheln lassen
  • bis er zerfällt, mit Brühe ablöschen
  • nach und nach die restlichen Zutaten hinzugeben
  • und leicht köcheln lassen
  • wichtig immer wieder umrühren
  • wenn alles sich etwas verbunden hat
  • die vorgegarten Bohnen hinzufügen
  • die Gewürzmischung hinzufügen und mit Steinsalz abschmecken
  • dann den vorgeschnittenen Mangold hinzufügen und zerfallen lassen
  • die Nüsse ohne Fett anrösten und klein hacken
  • die Kokosmilchen hinzufügen und einmal verrühren
  • Dal in vorgewärmte Teller geben und mit den gerösteten Nüssen bestreuen
  • dazu Pfannenbrot bzw. Reis reichen.

hört sich super an – und so einfach – aber es dauert…. bis das Dal zu bereitet ist.

Wagt es und ihr werdet begeistert sein.

Pfannenbrot

„Fischers Fritz fängt kleine Fische….“

Fischers Fritz fischt frische Fische. Frische Fische fischt Fischers Fritz – so lautet der Zungenbrecher

Gerade hatte ich es mir gemütlich gemacht, einen schönen Wein, kleinere Naschereien… die Füße hoch.

Mein Handy klingelt, die Freundin meiner Tochter meldet sich. Da muß ich hin, bestimmt hat sie ein

Problem….

Weit gefehlt – ihr Freund Kevin war äußerst erfolgreich beim Angeln an der Ostsee.

Heringe, ganz frisch ausgenommen und schon pfannenfertig, möchte sie mir heute noch vorbeibringen.

Da konnte ich nicht nein sagen…

Die kleinen, saftigen Heringe mag ich sooo gerne! Selten kann man sie in München bekommen.

Mein Rezept: (für zwei Personen)

Zutaten:

15-20 kleine frische Heringe

2 Eßlöffel Jogurt (3,8 %)

150 ml Sahne oder mehr

1 kräftigen Teelöffel Dijon-Senf

Schnittlauch, Petersilie

groben Biogries , vermischt mit einwenig Semmelbrösel

mehr braucht es nicht.

Zubereitung:

  • Sahne, Joghurt und Senf verrühren
  • Schnittlauch und Petersilie kleingeschnitten hinzufügen
  • einmal mit dem Schneebesen verrühren
  • die Fische in die Marinade geben und 3-4 Stunden, bzw über Nacht ruhen lassen.
  • grober Biogries mit 1-2 Eßlöffel Semmelbrösel (selbstgemacht und fein) vermischen
  • die Fische hiermit panieren
  • die Pfanne mit einem neutralen Pflanzenöl und einem kräftigen Stich butter versehen und auf Betriebstempertur bringen (nicht zu heiß sollte die Pfanne sein, allerdings so, dass die Fische gleich Farbe annehmen)
  • einmal wenden und die Temperatur zurücknehmen
  • fertig sind die leckeren Fische
  • die Pellkartoffel gleichzeitig im Dampftopf abdämpfen
  • restliche Marinade als Soße reichen …

Meine persönliche Anleitung zum Essen:

  • die Fische esse ich mit den Händen
  • gezielter Biß in den Rücken
  • im Mund verbinden sich das zarte Fischfleisch mit der leichten Kruste
  • der Grätenstrang mit den kleinen, feinen Gräten löst sich von selbst
  • gar nicht genug kann ich von diesen Fischen bekommen
  • die heiße, feste Kartoffel quetsche ich in der Marinade
  • zweiter Gang, Pfanne sauberwischen, Pflanzenöl, Butter und die nächsten Fische…
  • ein Traum ! einfach -gut –

Also schon mal den Zungenbrecher üben, damit die Fische Euch ins Netz oder den Einkaufskorb hüpfen.

Viel Spaß beim Fischen….

Danke Kevin, Danke Claudia !

„Goldener Oktober ….“

So golden, wie er aussieht ist er leider nicht.

Die Nächte sind empfindlich kalt. Mein kleiner „Großstadtgarten“ gibt nochmal Alles.

Mangold, kleine , scharfe Paprika, verschiedene Habaneros und die mediteranen Kräuter sind besonders intensiv derzeit. Es duftet herrlich nach Thymian, Minze und es ist ein besonderer Luxus, wenn man kocht und nur schnell ein paar frische Kräuter abschneiden kann.

Die Umstellung auf Herbst- und Winteressen fällt mir dieses Jahr ganz besonders schwer.

Einwenig tröste ich mich mit meinen geliebten Hamstertouren, die ich mittlerweile bis nach Tirol ausdehnen mußte. Kartoffel, Mehl, Eier, Käse, einwenig gutes Fleisch, Fisch und Gemüse sind die Bestandteile meiner Alltagsküche. Die Ausflüge verbinde ich mit ausgiebigen Wanderungen, Kultur und der ein oder andere Landgasthof lädt zum Verweilen ein.

So läßt es sich leben……

Selbstverständlich dürft Ihr wieder in meinen Kochtopf schauen und Euch die eine oder andere Anregung mitnehmen

Gestern habe ich von unserem Sonntagsausflug an den Ammersee herrliche Kürbisse mitgebracht

  • Kürbissuppe
  • Kürbiscurry
  • Kürbisnudeln wird es die nächsten Wochen bestimmt öfters geben..

Viel Spaß beim Kürbiskochen !

Irgendwie lebt man wieder auf – die Isarphilharmonie hat neu eröffnet, das Volkstheater ist neu gestaltet – alles in meiner unmittelbaren Nähe.

Ein kleiner Mittagstreff mit ehemaligen Kollegen ist kurzfristig möglich. Schwimmen, Saunieren, diverse Ausstellungen – Konzerte.

Ja und die Restaurierungstermine sind in meinem Alter auch von elementarer Bedeutung.

Die Kinder müssen sich halt anmelden, wenn sie mal wieder bekocht werden wollen.

Da werde ich das Kochen, Backen… schon etwas besser organisieren müssen.

Servus, die Sonne scheint, leider nur 11 grad – ich muß schnell mal in die Stadt meinen neuen Lesestoff abholen.

Bis bald

Eure

Meggie

„Septembersommertraum“

(ohne Worte )

Nocheinmal, nocheinmal…..

Wer geglaubt hatte die letzten Badetage seien vorbei, wurde eines Besseren belehrt

Der 3. Oktober , 26 grad Lufttemperatur, der See leicht wellig und für mich angenehme Schwimmtemperatur.

Keine Menschenseele im See, eintauchen kopfüber und gegen die Wellen schwimmen, die Kulisse der Berge begleitet mich, immer schneller, in langen Zügen schwimme ich ….

Der Gö-Ga sitzt angstvoll auf den See blickend am Steg und grollt…

  • keiner schwimmt soweit
  • muss das sein
  • es ist viel zu wellig
  • ein Glück, dass es bald vorbei ist…

Sommerfeeling pur bis zum letzten Sonnenstrahl

Im September hatte ich meine Küche weitgehend geschlossen .

Die Landgasthäuser hatten wieder geöffnet und der Himmel strahlte bayrisch-blau.

Es war einfach unbeschreiblich schön, wandern, schwimmen, Freunde treffen und Sonne tanken….

„Liebe geht durch den Magen …“

Fortsetzung

Manfred kam völlig durchnäßt, erschöpft und schweißgebadet bei Greta gegen Mitternacht an.

Eine heiße Dusche, einen Teller von der Überlebenssuppe weckten seine Lebensgeister auf.

Das Spätsommergewitter hatte die Luft gereinigt, die unerträgliche Schwüle der letzten Tage, war einer frischen, fast herbstlichen Luft gewischen. Diese „Müncher-Bergluft“ verlieh ihm eine bärenhafte Energie.

Greta saß still und fröstelnd im Schneidersitz am Boden. Aufgeregt biß sie auf dem Bleistift herum, der Duft verunsicherte sie völlig. Wie kann nach so langer Zeit sich der Geruch so verfestigen?

Manfred öffnete die erste Kiste und entnahm ein Bündel Briefe , mit einem rotem Seidenband waren sie sorgfältig zusammengebunden. Die Pergamentrolle entpuppte sich als einen Familienstammbaum der sehr kunstvoll gestaltet war.

Er begann im 17. Jahrhundert und endete 1942.

Hiermit wollte er sich zunächst intensiv auseinandersetzen. Doch Greta war schon völlig vertieft und hin und hergerissen, diese alte Schrift bereitete ihr immer noch große Probleme.

Aber eins war klar, es war der Briefwechsel zwischen ihrer Urgroßmutter und ihrem geliebten späteren Ehemann, dem Brauer aus dem Egerland.

Die äußerst aktive und scheinbar quirlige junge Frau lebte in Wien – und so konnte sie lesen, hatte sich gegen den Willen ihrer Eltern entschlossen Köchin zu werden. Die geschwungende Handschrift , die riesigen Anfangsbuchstaben , die förmlichen Anreden und eine nicht zu beschreibende Sehnsucht spiegelte sich in den Briefen wider.

Doch wie hatte ihre Urgroßmutter, den jungen Braumeister kennengelernt? Wie kam es zu dieser Verbindung?

Manfred, tat diese Briefe als sentimentales Beiwerk ab.

Greta solle sich gefälligst auf die Fakten und Daten des Familienstammbaums konzentrieren.

Schließlich hatten sie unzählige Kunstwerke, Versicherungspolicen gefunden, von unschätzbarem Wert die von elementarer Bedeutung für ihn waren. Es mußte irgeneinen Zusammenhang auch mit seinen Vorfahren geben.

Er konnte nachts nicht mehr ruhig schlafen und diese Gefühlsduselei brachte ihn zur Weißglut.

Bis der Morgen graute, stritten sie sich und Greta fand einen Briefwechsel zwischen dem Brauer aus dem Egerland und der Wiener Fabrikantentochter , der sehr heftig geführt worden war. Hier ging es um die Zwetschgenknödel, wie Greta unschwer erkennen konnte

Der junge Brauer schwor auf das Rezept seiner Großmutter und behauptete, nur mit den Kartoffeln aus seiner Heimat und den festen, süßen Zwetschgen aus dem Egerland, gäbe es sie weltbesten Zwetschgenknödel.

Während Ritschie auf ihre österreichischen Zwetschgenknödel mit Topfen und erlesenen Zutaten schwörte.

Manfred war völlig aufgewühlt, er mußte die nächsten Tage nochmal in die Kellergänge, es mußte Klarheit geschaffen werden über diese Besitzverhältnisse und dann wollte er sich an die Behörden wenden.

Greta , schrie, weinte vor Verzweifelung und beschwor ihn, es nicht zu tun, bevor sie nicht ihren Vater erreicht hatte.

Greta zweifelte an der Liebe Manfreds, an sich und bereute zutiefst, dass sie mit in den Keller gegangen war.

Diese Zwetschgenknödel würde sie noch heute kochen und darauf freute sie sich wahnsinnig.

Sie wußte auch schon, wo sie geeignete Zwetschgen bekam!

Hastig notierte sie sich die Zutaten , soweit sie sie entziffern konnte:

13 Stk. Zwetschgen
13 Stk. Würfelzucker
250 g fetter Quark
100 g Mehl
50 g Speisestärke
100 g Butter (zimmerwarm)
20 g Puderzucker
2 Eigelb
1 Schote Vanille
1-2 Bio-Zitronen
1 Prise Salz
Semmelbrösel
etwas Butter
Zimt und Zucker

Greta ergänzte das Knödelrezept. In das Knödelwasser gab sie eine kräftige Prise Salz und braunen Rohrzucker, sowie die ausgekratzte Vanilleschote, um den Knödeln noch mehr Aroma zu verleihen. Der Probeknödel stieg langsam hoch, sie wälzte ihn in den warmen Butterbröseln, die in der Pfann auf dem Herd sehnsüchtig auf ihre Bestimmung warteten. Der Probeknödel war locker und so aromatisch , himmlisch!

Mit sehr großer Hingabe und Liebe hatte Greta das Rezept Ihrer Ururgroßmutter angewendet, doch die restlichen Zwetschgenknödel waren nicht gelungen!

Die Knödel schwammen im leicht siedenden Wasser und fielen trotz Probeknödel auseinander.

War das ein Zeichen, dass die Liebe zu Manfred, die Aufarbeitung der Vergangenheit sinnlos sein sollte.

Sie vermisste ihren Vater mehr den je. Warum konnte sie ihn nicht erreichen.

Greta, erstarrte – die Türglocke schrillte mehrfach agressiv.

Ihre Beine versagten , sie stürzte und die Bilder verschwammen, es wurde dunkel.

In dem Altbautreppenhaus hallte eine laute, scharfe Männerstimme

„Öffnen Sie sofort.., sonst dringen wir gewaltsam ein…“

Greta war nicht im stande zu öffnen….

(Fortsetzung) folgt

„Augustimpressionen visuell – liquid „

ohne Worte

Servus August, du hast dein Bestes gegeben – einwenig mehr Seewetter hätte ich aber doch erwartet

Sommergetränke

Einen schönen Sonntag

Status: 11 grad Dauerregen

Plan: Regenkleidung (Regenhose, Regenjacke, Gamaschen) und eine Runde Fahrradfahren, Bäcker, Zeitungen und dann warten bis die Sonne aufgeht.

„Liebe geht durch den Magen…“

Fortsetzung

Greta saß mit zittrigen Fingern vor dem Festanschluss und wählte vergeblich die Nummer ihres Vaters

"the participant is currently unavailable.." 

Warum erreichte sie ihren Vater nicht?

In ihren Schläfen hämmerte ein wahnsinniger Schmerz, sie war unfähig sich zu konzentrieren.

Der Keller, die verstaubten Gänge, die Tapetentür, das Eisenbett, die Wehrmachtsuniform – Was hatte dies zu bedeuten?

Wo war sie hier gelandet?

Sie wollte doch nur ihr Studium ….

Bewaffnet mit einem Stapel Notizen verließ sie die Wohnung, raus, raus , durchatmen, Prioritäten setzen

Was war nur mit ihrem Vater los?

Niedergeschlagen, ließ sie sich auf die Wiese am Eisbach im Englischen Garten fallen und träumte von diesen, samtigen, fluffigen Zwetschgenknödel, die Notizen und handgeschriebenen Rezepte ihrer Urgroßmutter ließen sie nicht mehr los.

Sie schwor sich, noch heute mit dem Sichten der Papiere zu beginnen.

Aber warum in der Welt erreichte sie ihren Vater nicht?

Es war Ende August, die ersten Blätter rieselten, tanzend von den Bäumen.

Heute Abend wollte Manfred mit ihr einen Plan erstellen, wie sie weiter vorgehen wollten. Konnte sie Manfred wirklich bedingungslos lieben und vertrauen?

Was war mit dem braungelockten „Retter“. Seit Wochen hatte sie ihn nicht mehr in der Uni gesehen.

Es bereitete ihr ein nicht zu beschreibendes Unbehagen. Alle Aktionen ihn ausfindig zu machen waren gescheitert. Sollte sie Manfred um Unterstützung bitten?

Langsam, müde und verzweifelt stieg sie die Treppen der Zentral-Biblothek hoch, blieb stehen, schaute auf die riesige Glaskuppel, die sie so liebte. Hier oben hatte Anne Frank gestanden….

Die Deutsche Geschichte hatte sie mit einem nicht zu beschreibenden Unbehagen verfolgt. Welchen Zusammenhang bestand da zu ihrer eigenen Familie?

Sie wußte eigentlich gar nichts, weder von ihrer verstorbenen Mutter, noch von dem Firmengeflecht, welches ihr Vater immer noch ganz alleine führte. Wenige vertraute Mitarbeiter standen im zur Seite. Warum hatte er nie wieder geheiratet? Da es ihr bislang an Nichts gefehlt hatte, sah sie auch keinen Anlaß sich mit den geschäftlichen Angelegenheiten auseinanderzusetzen. Wo war er der Schlüssel zum Glücklichsein? Ihr Vater hatte ihn offenbar nicht gefunden.

Würde die Liebe zu Manfred stark genug sein?

In ihrem dünnen Sommerkleidchen fröstelte sie und beschloss, erstmal eine Knochensuppe aufzusetzen.

Diese Suppe erweckt alle „Geister“ hatte ihr Vater ihr schon als Kind immer erzählt. Bis heute hatte sie aber noch keinen Geist erweckt. Vielleicht gelingt es ihr ja mit diesem Rezept:

„Knochenbrühe“

Knochenfond

Zutaten:

2 kg Rindsknochen gemischt mit Markknochen

Suppengemüse: Sellerie, Karotten, Lauch, Zwiebel

Tomatenmark, Paprika, Habaneros , frischer Ingwer, 1-2 Knoblauchzehen

Meersalz.

Zubereitung

  • die Knochen abwaschen und in einen großen Topf geben
  • das Suppengemüse waschen und grob zu recht schneiden
  • die gewaschenen Knochen in den Topf geben und anschwitzen, bis sie einen leichten Ansatz bilden, bzw. leicht bräunen
  • alles gut mit Wasser bedecken
  • das geschnittene Gemüse hinzufügen
  • aufkochen
  • salzen (1 1/2 Eßlöffel) bei einem großen Topf müssen es schon sein
  • Tomatenmark großzügig hineingeben
  • Deckel drauf und bei kleiner Stufe sich selbst überlassen
  • mindestens 2 Stunden
  • ggfs. den Schaum abschöpfen

Diese Brühe durchsieben . In Twistgläser füllen oder einfrieren. Hieraus entstehen wunderbare Kartoffel, Kürbis, Gemüsesuppen, Eintöpfe und auch Schmorgerichte lieben diese Brühe.

Jetzt kann der Herbst kommen, dachte Greta und nahm einen Stapel der vergilbten Papiere aus der staubigen Kiste.

Ein seltsamer Geruch erfüllte den Raum, modrig, es roch nach Bier, vermischt mit einem schweren Parfüm.

Die laue Vollmondnacht versöhnte sie einwenig und sie wartete voller Sehnsucht auf Manfred.

„Sehnsuchtsmarillen, Aprikosentrost…“

Werbung, da Namennennung

Spätestens im August, bekomme ich diese unstillbare Sehnsucht , dann wenn die Sommerhitze einwenig gebrochen ist, möchte ich an der Donau entlang radeln, mich durch die hügligen Weinberge der Wachau quälen , Marrillenknödel testen… Mit ganz viel Glück noch ein paar, superreife, vom Baum gefallene Marillen sammeln….

Die Marillenernte ist eigentlich vorbei.

Dieses Jahr tröste ich mich mit einem Großeinkauf in der Großmarkthalle.

Die Aprikosen, waren schon so der Händler „durch“. Genau diese Sorte will ich. Er schüttelte einwenig das weiße Haupt.

Na, denn mache ich ihnen, einen guten Preis und zwinkerte mit dem rechten Auge.

So entstand die Marillenmarmelade, die einem wirklich an die Wachau erinnert, somindestens eine Zutat ist aus Österreich impotiert.

Die Marmelade darf nicht zu flüssig sein, sie sollte nicht „schnittfest“ sein, sonder eine moussartige Konsistenz erreichen.

Der Geschmack sollte überwiegend von reifen, saftigen Aprikosen/Marillen geprägt sein.

Die Verbindung mit einem Hauch Rosmarin, bzw. einem kräftigem Schluck besten Marillen-Destillat führt schlussendlich zur Tranzsendenz der Marillen/Aprikosenmarmelade schlecht hin.

Auch bei Marmelade ist es von elementarer Bedeutung, das gilt für alle Fruchtmarmeladen, welche Zutaten ich verwende.

  • Mancher wird sagen, was für ein „Gesch…“, Zucker, gute, reife Früchte = gute Marmelade“. Das stimmt leider bei weitem nicht! Es sollte schon ein sehr guter Gelierzucker verwendet werden, versetzt mit braunem Rohrzucker, in dem eine Vanilleschote wohnt. Auch beim Gelierzucker, lohnt es sich auf Markenprodukte zurückzugreifen.

Rezeptur – Zutaten:

3 kg süße, reife Aprikosen/Marillen

Gelierzucker ( 2:1 oder 3 :1)

zwei Eßlöffel brauner Rohrzucker vanillisiert

80 ml besten Marillenbrand

1 Zweig Rosmarin

1 ganze Vanilleschote Bourbon-Vanille aus Madagaskar (Bezugsquelle kann auf Nachfrage übermittelt werden)

1 Biozitrone (Saft und Zesten) bewirkt, dass Gelieren und sichert auch den intensive Farbe

mehr braucht es nicht!

Zubereitung:

  • in einem großen Topf geben wir zwei Eßlöffel des braunen Rohrzucker (vanillisiert)
  • den wir langsam flüssig werden lassen
  • dann geben wir die entkernten Früchte hinzu ( es zicht einwenig – so soll es sein)
  • gut umrühren und den Gelierzucker über die Früchte verteilen
  • dann 1-2 Stunden stehen lassen , damit der Zucker sich mit den Früchten verbindet
  • in der Zwischenzeit die Gläser mit kochendem Wasser ausspülen und schon mal in Position bringen
  • die Vanilleschote auskratzen, den Marillenschnaps bereitstellen, die Zitrone auspressen und zesten
  • den Rosmarinzweig (groß und kräftig sollte er sein) bereithalten
  • dann die Früchte zum köcheln bringen (nicht auf höchster Stufe!)
  • und mit dem Holzlöffel immer mal umrühren, damit sich nichts ansetzt
  • ständige Beobachtung ist hier von Vorteil!
  • dann beginnt der Saft schon leicht zu gelieren (Test auf kleinem Teller)
  • nun ist der richtige Zeitpunkt, die Vanilleschote und das ausgekratzte Mark hinzuzufügen
  • den Rosmarinzweig ebenfalls auf die Früchte geben und alles gut umrühren
  • weiter köcheln lassen
  • die Früchte beginnen zu zerfallen
  • jetzt die Zitrone und die Zesten hinzugeben
  • die Früchte haben noch ihre ursprüngliche Form, aber das Fruchtfleisch beginnt auszutreten
  • jetzt ist der richtige Zeitpunkt für den Marillenschnaps
  • gut umrühren
  • weiter köcheln lassen , ca 3-4 Min.
  • final den Pürierer nehmen und die Masse kurz durchpürieren, so entsteht die mousseartige Konzsistenz!
  • schnell mit entsprechendem Marmeladentrichter in die vorbereiteten Gläser füllen
  • Twistverschluß und beiseite stellen, bis die Marmelade abgekühlt ist
  • ich bin davon abgekommen, sie auf den „Kopf zu stellen“ geht auch ohne
  • den Rest aus dem Topf in eine kleine Schale geben für den nächsten Morgen
  • die Offenbarung – ein frisches Hörndl, eine resche Semmel
  • der Marillentraum wird wahr!
-Aprikosen/Marillenmarmelade kurz vor dem Pürieren

Eigentlich ganz einfach oder? – wird doch jeder hinbekommen – es ist eigentlich die Grundformel für gute Marmeladen, unabhängig, welche Frucht sie wählen. Nur bei der Quitte ist es eine andere Formel.

Einen schönen Sonntag und genießt die letzten Sonnenstrahlen – es soll wieder leicht herbstlich werden

„Liebe geht durch den Magen….“

(Fortsetzung) Werbung da Namennennung

Die Isar liebte Greta ganz besonders, die lauschigen Plätze unweit vom Flaucher hatten es ihr, seit sie in München lebte ,angetan. Die Steine waren noch warm von der Augusthitze, die großen Feiergruppen waren abgezogen.

Sie breitete Ihre große Picknickdecke aus, stilvoll, wie Greta es liebte, legte sie das gestärkte, mit dem Monogramm ihrer Urgroßmutter bestickte Leinenkopfkissen auf, um die Köstlichkeiten zu servieren.

Der gut gekühlte Veuve Clicquot – den sie so liebte, perlte in den Champagnerschalen.

Manfred konnte es nicht fassen, was Greta unter einem kleinen Picknick an der Isar verstand.

Ihr Picknickkorb mit Kühlakkus hatte kaum auf’s Fahrrad gepaßt.

Sie hatte an alles gedacht und er schnitt das frische Baguette auf. Manfred konnte sich nicht entscheiden, was er zu erst sich nehmen wollte, den luftgetrockneten Schinken, den Rohmilchkäse, die Fenchelsalami, die Pastete, die kleinen süßen Kirschtomätchen, die herrlichen Trauben….

Greta hatte eine leichte Röte im Gesicht, sie war außer sich vor Freude und die Schmetterlinge im Bauch wollten nicht mehr aufhören es ihr zu deuten.

Eine tiefe Zuneigung empfand sie für Manfred, der sie aufgeregt ansah. Auf seinen langen, braunen Wimpern hatten sich kleine Tröpchen angesammelt. Manfred, der niemals sentimental wurde, dem immer das Praktische näher war, dem es ganz schwer viel, Gefühle zu zeigen, noch sie auszudrücken, war soo glücklich!

Natürlich hatte sie auch eine Flasche seines Lieblingsbiers dabei, dieses naturtrübe helle, welches in einer Münchner Braugaststätte hergestellt wurde schäumte auf die Isarkiesel.

Die leckeren winzigen Törtchen von Feinkosthaus, das weit über die Grenzen Bayerns bekannt ist, krönten das stimmungsvolle Picknick. Schokoladig, leicht herb – perfekt!

Die Sonne ging unter, nur noch die Natur gab ihre Laute von sich, die Luft wurde frisch und klar.

Das im Glas mit Sand gefüllte Kerzenlicht zauberte ein wunderbares Licht.

Manfred hatte eine Überraschung für Greta vorbereitet. Er wollte eine Flaschenpost versenden.

Auf dem grünen, nach Rosen duftenden Papier stand:

„Greta, Du bist das Zahnrädchen was mir immer gefehlt hat, Du bist die Sonne meines Lebens!

Geh mit mir auf die Lebensreise, wie diese Flaschenpost –

wo immer sie hinschwimmt, geh mit mir! „.

Die Flasche hatte ihre Reise begonnen und Greta war sprachlos, wieder diese Worte: “ Du bist die Sonne meines Lebens, gab es da eine Verbindung? Sie wollte heute nicht grübeln und küsste Manfred innig und er füllte ihr Glas mit Champagner.

Manfred hatte einen Bärenhunger und diese kleinen Röllchen hatten es ihm angetan, hauchdünne gegrillte Auberginen gefüllt mit einem Käse oder mit Kartoffel und Schnittlauch .

„Greta , wo hast Du die denn her?“

Greta lächelte, weisst Manfred, die Aubergine war so schön, das Käserezept meiner Ururgroßmutter wollte ich schon lange mal ausprobieren und so sind sie entstanden, diese Röllchen.

„Auberginen Röllchen gefüllt mit bayrischem Kartoffelkäse“

Zutaten:

1 mittlere Aubergine

1-2 Knoblauchzehen,

Petersilie, Meersalz

300 gramm festkochende Kartoffel

180 gramm Sauerrahm

1 Eßlöffel Kefir oder Milch, dann 3Eßlöffel

3 Eßlöffel Sahne

2 Eßlöffel gute Butter

Schnittlauch

1 Schalotte

Zitronenabrieb

Gewürze: Salz, gemahlener Kümmel, weißer Pfeffer,

Zubereitung:

  • Aubergine mit der Brotmaschine in dünne Scheiben schneiden
  • eine Schale mit Wasser bereitstellen
  • Wasser kräftig mit Meersalz verrühren
  • die Auberginescheiben in das Wasser legen
  • die Kartoffel mit der Schale im Schnellkochtopf ca. 8-10 Minuten kochen
  • dann noch warm pellen
  • Tipp: unter fließendem kalten Wasser geht das ganz leicht
  • die Milch /Sahne leicht erhitzen und mit den angegebenen Gewürzen versehen
  • die Schalotte glasig andünsten – wichtig : ganz klein hacken
  • Schnittlauchröllchen vorbereiten
  • dann aus den restlichen Zutaten einen Teig zusammenrühren
  • abschmecken, etwas Zitronenabrieb hinzugeben
  • in einen Spritzbeutel geben und im Kühlschrank ruhen lassen
  • mindestens 1/2 Stunde

Auberginenröllchen:

  • nun wenden wir uns unseren Auberginenscheiben zu
  • die Scheiben abtropfen lassen und auf Küchencrepe legen, ruhig mehrere Schichten
  • den Grill anheizen, die einzelnen Scheiben mit Olivenöl u. etwas Salz bestreichen und
  • grillen (s. Foto)
  • die Scheiben etwas abkühlen lassen – auf Küchencrepe
  • dann mit gehackter Petersilie und gehacktem Knoblauch leicht bestreuen
  • den Kartoffelkäse aufspritzen und verteilen
  • Röllchen herstellen
  • leicht mit Parmesan und einem Hauch bestem Balsamico versehen und genießen.

Tipp: warme Variante in Tomatensoße kurz erwärmen – ein Traum!

  • auf Zahnstocher aufspießen 1/2 Cherrytomate, Mozzarellabällchen, leicht mit Olivenöl beträufeln und einen Hauch getrocknete Kräuter der provence gönnen.
  • so lohnt sich die eigentlich aufwendige Herstelung der restliche Kartoffelkäse ist vielseitig einsetzbar
  • Brotzeit, Biergarten, Füllung für Ravioli…

Wie die Geschichte weitergeht werdet Ihr erfahren

Soviel schon mal voraus, es bleibt spannend.

„Metzgerfinger und Bratkartoffel….“

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Nach langen Grillabenden mit erlesenen Beilagen (gegrilltes Gemüse, mariniert mit dem alten Balsamico und den Salzkapern,gefüllte Auberginenröllchen in Tomatensoße, diversen Couscous-Varianten, Süßkartoffel vom Blech mit den Gewürzen des Orients, resche Kartoffelscheiben, fein aufgeschnitten mit Rosmarin, diversen Kräuterdips, Zasiski, Nudelsalat, Kartoffelsalat, Reissalat, Knoblauchbrot, Sommerbrote, Fisch in allen Variationen, Lamm, dicke durchgehangene Steaks, saftigen Köfte aus Rind/Lammhack….., Meeresfrüchten, Salaten von meinem Balkongärtchen) reicht es mir!

Das Grillen ist – nachdem das Fleisch/Fisch eingelegt und vorbereitet im Kühlschrank liegt, kein großer Aufwand

Die Vorbereitung der Beilagen und Salate ist zeitintensiv und bleibt an mir hängen, der „kleine“ Picknickimbiss für den See ist für Gö-Ga selbstverständlich. Kühltäschchen pflegen – immer gekühlte Akkus parat haben – Flaschenöffner….

Es folgt die Teilgrillpause I !

Was das heißt? Nun ich lebe meine Würstelleidenschaft in vollen Zügen aus, bei meinen Streifzügen, bin ich immer auf der Suche nach guten Landmetzgereien und nach besonderen Würsten, ob zum Grillen, Sieden oder aus der Faust zu essen- egal.

Stolz, leicht mundwässrig , gönne ich mir den Geruch, frischer Würste und denke sehnsüchtig, an meinen Onkel, den Metzger Alois (s. Beitrag „Die Sau ist tod“)

Diese mannsfingerdicken Schweinewürstel hatten mir es angetan!

Klein, kurz und so dick, wie die Finger meines Onkels.

Am besten werden sie , wenn man sie gaaanz, langsam auf Holzkohle grillt, bis sie die gewünschte Farbe annehmen, aber innen saftig bleiben und der Naturdarm sich verbindet.

Einwenig Kren , Senf – ich liebe die französischen Sorten… und natürlich eine große Pfanne Bratkartoffel, bayrisches , frisches Bier und die Welt ist „weiß-blau“. Augen schließen und dann kommen sie von selbst diese weiß-blauen Rauten.

„Meine Bratkartoffel“

Sä ä

Zutaten:

1 kg festkochende Kartoffel

Sonnenblumenöl

ein großes Stück gute Butter (ca. 100 – 120 gramm

Salz

🧈 ungeschält, gelb, neue Ernte

Kümmel

Panch Phoron

Zubereitung:

  • im Schnellkochtopf am Tag vorher abgedämpft
  • eine Pfanne (ich nehme die große Gusspfanne) mit einem großen Stück guter Butter versehen
  • und einem kräftigen Schuss neutralem Sonnenblumenöl
  • jetzt muß die Pfanne richtig heiß werden
  • die Butter schäumt und ziert sich einwenig
  • durch die Verwendung von neutralem Öl verhindere ich, dass die Butter schwarz wird
  • der buttrige Geschmack bleibt erhalten
  • die Kartoffel schneiden wir in dünne Scheiben und lassen sie Pfanne gleiten
  • zunächst bekommt jede Kartoffelscheibe ihren Platz in der Pfanne
  • einfach einwenig Geduld haben, nicht schwenken , wenden oder hin und herschieben
  • wenn die Kartoffel Farbe angenommen haben, schwenken, wenden und weitere Scheiben nachlegen
  • salzen und wieder bräunen lassen
  • die Pfanne nimmt nach und nach alle gekochten Kartoffelscheiben auf, aufgrund der Fettzusammenstellung und der
  • konstant hohen Temperatur saugen sie Kartoffel sich nicht voll Fett, sondern werden braun und knusprig
  • final mit einer Prise Kümmel und einer Spur Panch Phoron (indische Gewürzmischung, mit gerösteter Saat)
  • jetzt sind auch die Metzgerfinger fertig!

Viel zu schnell waren die Metzgerfinger gegessen, die letzten Kartoffelscheiben aus der Pfanne gefischt.

„Was hast Du denn da für ein Gewürz verwendet?

Verraten habe ich es nicht, denn dann hätte es wieder endlose Diskussionen gegeben.

Wie heißt es so schön: „Männer dürfen alles essen, aber nicht alles wissen..“

Viel Spaß bei der Suche nach dem Metzgerfinger und beim Zubereiten der Bratkartoffel.

P.S gutes Foto war nicht möglich, denn die Pfanne war leer, noch bevor ich mich um entsprechenden Hintergrund bemühen konnte.

„Summer hot and spicy…“

(Werbung, da Namensnennung)

Der Asphalt ist weich, er droht zu fließen , die Hitze flimmert vor den Augen.

An der roten Ampel stehe ich in der Stadtmitte, der Schweiß rinnt mir den Rücken herunter, obwohl ich nur ein paar Kilometer langsam geradelt bin.

Die Trekkingsandalen haben das typische Muster auf die Füße gebrannt, der Körper saugt jeden Schluck Wasser gierig auf, um ihn sofort wieder preis zu geben.

Das kurze Gewitter – fast schon eine Erlösung -.

Im August sind die Tage merklich kürzer und die Sonnenauf – und Untergänge spektakulär. Der See hat die Spätsommerbrise am Nachmittag und läßt die Müdigkeit in die Glieder fahren.

Ganz tief im Inneren spüre ich, dass der Sommer gehen will….

Jeden lauen Abend pflege ich die Lichter zu entfachen und seit langer Zeit, habe ich das Bedürfnis einen schönen, schweren Rotwein zu trinken.

Dazu eine heiße, scharfe Suppe , geröstetes Knoblauchbrot und dann den Fledermäusen zu schauen, bis die Lider von selbst sich langsam schließen und Gö-Ga drängt : „Es ist schon spät, willst du Draußen schlafen?“

Hier meine hot and spicy soup

Sommersuppe für Genießer

Zutaten:

  • das Gemüsefach öffnen
  • 2 Karotten
  • 1/2 Blumenkohl
  • 1/2 Fenchel
  • 4 Tomaten
  • 1 große Kartoffel /festkochend
  • 1 Spitzpaprika – rot –
  • 1 grüne türkische Paprika
  • 2 scharfe lange Paprikaschoten
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • Stangensellerie
  • bzw. alles was im Gemüsefach sich anbietet.
  • die ersten Chilis vom Balkon
  • 1 Liter Gemüse oder Fleischbrühe aus dem Vorrat oder Gemüsefond, Rinderfond.
  • 4 scharfe Brühwürste vom Metzger Roiderer aus Straßlach (oder einem Metzger eures Vertrauens)
  • 2 Eßlöffel Olivenöl bester Güte

Gewürze: Safran, Kubenpfeffer, schwarzer Peffer, Meersalz, Chili, geräuchertes Salz, Auberginen-Paprikapaste, Tomatenmark, brauner Zucker mit Vanille, geräuchertes Paprikapulver scharf.

Ein Bouget aus Thymian, Salbei, Rosmarin, Zitronenthymian, Basilikum mit dem Küchengarn zusammenbinden.

Zubereitung:

  • das Gemüse putzen und in mundgerechte Stücke schneiden
  • Zwiebel klein hacken
  • 2 Eßlöffel Olivenöl in den Topf geben
  • die gehackte Zwiebel hinzufügen und leichtanschwitzen
  • mit einem Teelöffen (braunen Zucker, in dem eine Vanilleschote wohnt) karamellisieren
  • 1 kräftigen Teelöffel Tomatenmark, sowie die Auberginen-paprika-Pasten hinzugeben
  • Karotten und Knoblauch hinzufügen
  • nach und nach sämtliches Gemüse in den Topf geben und mit der Brühe ablöschen.
  • auf kleiner Flamme simmern lassen
  • dann die Gewürze zuführen
  • final eine kräfte Brise Rauchsalz, sowie das Kräuterbouget in den Topf geben
  • alles solange kochen, bis das Gemüse bißfest ist.
  • abschmecken
  • und heiß mit dem Knoblauchbaguette servieren

Schaut selbst, diese Suppe ist ein echtes Highlight für heiße Augusttage bzw. Abende.

Guatn!

„Liebe geht durch den Magen…“

(Fortsetzung)

Manfred war restlos fertig, die Welt stand auf dem Kopf. Gleichzeitig brannte er darauf, nochmal in den Keller zu gehen.

Gab es doch die von Berta beschriebenen Geheimgänge? Wo sollten sie hinführen?

Vielleicht waren es auch nur ein Luftschutzbunker aus dem 2. Weltkrieg.

Die Dramaturgie der Kisten offenbarte sich ihm und er wußte nichts mehr würde für ihn so sein, wie es einmal war.

Greta keuchte, sag, sag doch was. Manfred, was ist denn los?

Greta, ich habe diese Kisten geöffnet und zwei von ihnen enthielten ca. jeweils 150-200 Millionen Reichsmark.

Dann, Du wirst es nicht glauben, eine ganze Kiste mit unzähligen Lebensversicherungspolicen von jüdischen Emigranten.

Alle ausgestellt von der Blauen Versicherungsgesellschaft 1750, mit dem Sitz in München und New York.

Die dritte, schwere Kiste, war kaum aufzubekommen. Stundenlang habe ich mich gequält, bis diese Kiste ihren Inhalt freigab.

Hier waren Kaufverträge, Geburtsurkunden, Grundbuchauszüge, Schuldverschreibungen , Gold- u. Silbermünzen enthalten. Diese Urkunden stammen teilweise aus dem 18. Jahrhundert, außerdem enthielt diese Kiste Familienstammbäume, sowie Hinweise auf Orte, wo Kunstobjekte versteckt sein sollen.

Unzählige Briefe, handschriftliche Koch-u. Backanleitungen, div. Bilanzen….

Greta, bitte Du mußt mir jetzt vertrauen, ich weiss wirklich nicht , was wir jetzt tun sollen.

Der Inhalt der Kisten, soweit ich es derzeit überblicken kann, betreffen sowohl deine Vorfahren und ich glaube auch meine Familiengeschichte ist hier betroffen und zwar in einem Maße, wie ich es mir niemals vorstellen konnte.

Wo soll ich diese Kisten mit dem Inhalt aufbewahren, an wen soll ich mich wenden?

Greta schluckte, diese seltsame Panik stieg in ihr auf. Sie mußte jetzt einen kühlen Kopf bewahren.

Manfred, wir müssen den Inhalt sichten, zunächst werden wir uns mit den Familienstammbäumen und auch mit den Urkunden, Briefen auseinandersetzen. Das Geld ist nichts mehr wert.

Dann sehen wir weiter. Auf jeden Fall, werde ich noch heute meinen Vater anrufen und ihn informieren.

Greta ging auf Manfred zu, umarmte ihn , ihre dunklen Augen füllten sich mit Tränen.

„Manfred, aber Du hast doch gesagt, dass Du mich liebst!“ Gibt es einen Grund an deiner Liebe zu zweifeln, sag mir es bitte, wenn ja, dann gleich..!“

Manfred antwortete mit wässrigen Augen:“ Aber Greta, glaube mir, ich liebe Dich, mehr wie Du ahnen kannst

Etwas stand zwischen ihnen, dass fühlte Greta ganz deutlich.

Manfred, wir müssen, die Geschichte unserer Familien anhand dieser Unterlagen zurückverfolgen. Vielleicht wird uns dann einiges klarer.

Heute machen wir ein kleines Picknick an der Isar bei dem schönen Wetter, genießen den Sonnenuntergang am Kieselstrand. Zum Kochen, habe ich heute keine Muße.

Fortsetzung folgt…

P.S. bin am See , obwohl die Stadt irgendwie einwenig leerer erscheint. Heute sogar im Uni-Viertel gegen 9:30 beim Franzosen – ein Plätzchen bekommen. Das ist Lebensqualität pur.

„Wundersame Brotvermehrung….“

Die derzeit schwülen Tage , beflügeln auch mich nicht , den heimischen Herd zu quälen.

Nachdem meine Linsenknödel so viel Zustimmung fanden, dachte ich, der Linsenteig ist schnell gemacht und dazu kann dann der Grillmeister diese herrlichen Hähnchenschnitzel mit Haut – die so knusprig werden…. grillen

Diese Linsen neigen allerdings dazu sehr schnell anzubrennen, sogar im Schnellkochtopf.

Also einwenig einweichen, eine Runde laufen…

Nach einer Stunde hatten sie sich vollgezogen und ich nahm einen großen Topf , gab Wasser hinzu und dann es schäumte, schäumte überdimensional !Waschpulver hatte ich nicht zugeführt.

Ok, nach ca. 8-9 Minuten spülte ich die Linsen durch ein Sieb – gab sie zurück in den Topf – welche eine Menge!

und dann entstand ein wunderbares cremiges, sättigendes Püree.

Ein wahrer Traum, Koreanderperlen, Koreanderblättchen fein schneiden und so tun…. als wenn es die neueste Erfindung der Götter wäre.

Mmh, das ist aber sehr gut abgeschmeckt, so fluffig – wie haste es denn gewürzt….?????

Ich hätte am liebsten losgebrustet.

„Mama, ich nehm den Rest mit zum Picknick am See, das schmeckt auch kalt total gut, tönte es heute morgen…“

So entstehen Rezepte und jetzt lass ich Euch wissen wie es genau funktioniert

Zutaten:

500 gramm rote Linsen

100 gramm gute Butter

Meersalz

1 walnußgroßer Stück frischen Ingwer

10 cm Kurkumawurzel

1/2 Teelöffel Chiliflocken oder frischen Chilli

1 Teelöffel mildes gelbes Curry

1 Teelöffel has el hanut

1 Messerspitze gemahlenen Kreuzkümmel

Koreander frisch

Mehrsalz aus der Mühle

Zubereitung:

  • Linsen waschen u. in einem Sieb abtropfen lassen (Einweichen ist bei dieser Sorte nicht zwingend)
  • ohne Salz gut mit Wasser bedecken und ca. 8 -10 Minuten kochen
  • absieben und zurück in den Topf
  • mit dem Pürierstab fein pürieren, es sollte schon sehr cremig sein
  • nach und nach die Butter in die heiße Masse geben
  • Ingwer und Kurkuma über die Masse reiben und verrühren
  • dann würzen, salzen
  • und mit dem gehackten Koreander, bzw. den kleinen intensiven Perlen

Schmeckt gar nicht nach Linsen und ist soo easy gemacht!

P.S die Recherchen zu „Liebe geht durch den Magen“ dauern an

Ich erbitte einwenig Geduld, denn ich schreibe die Shortstories ohne Konzept – einfach spontan.

„Dschungelgefühl und Stadtverkehr…“

Alle reden über das Wetter – …….

Auf der ganzen Welt dient es als smaltalk , Eröffnung eines Gesprächs, dessen Verlauf ein ganz anderer nimmt.

Diese Woche konnte man schon deutlich die aufsteigende, feuchte Kälte wahrnehmen, wenngleich es tagsüber meist wieder tropisch wurde und am frühen Abend begann es pünktlich gewaltig zu schütten, begleitet von Donner und einem bedrohlichen Wolkenspiel.

Ich habe das Gefühl ich lebe im Dschungel, die grüne Lunge auf meinem Stadtbalkon ist explodiert. Fast wöchentlich kann ich meine Pflücksalate, Mangold, kleine scharfe Paprikas ernten und das lästige Gießen erledigt der sich täglich öffnende Himmel.

Irgendwie habe ich mich arrangiert, mein Fahrradregencape hat sich auch für meine Walkingrunden bewährt .

Soweit , so gut.

Gestern, bildete ich mir am Spätnachmittag ein, ein paar „dringende“ Besorgungen in der Stadt zu erledigen.

Genüßlich radelte ich etwas „außenherum“ in die Stadt.

So viele Menschen hatte ich seit einem Jahr nicht mehr gesehen. Touristen aus aller Welt, vor allem der arabischen, bevölkerten die Kaufingerstraße.

Im Stadtcafe ergatterte ich mir einen schönen Aussichtsplatz, genoß das Leben.

Es dauerte nicht lange, ein netter, gepflegter, schätzungsweise mitte 50ziger, fragt höflich, darf ich mich zu ihnen setzen

Ich wollte nicht so sein, der traut sich was , dachte ich. Er bestellte einen großen Capuccino (nachmittags um 17.15)

Blätterte halbherzig in den Prospekten des Stadtmuseums und dann ! – ohne zu fragen, zündet er sich eine Zigarette an.

Im Freien darf er rauchen, ehrlich es stört mich eigentlich überhaupt nicht , vielleicht hätte ich aus Sympathie eine mitgeraucht – a b e r

Es ist keine Art! Fragen kostet nichts und Anstand ist das Mindeste was ich erwarten kann.

Mit todesverachtender Mine schaute ich ihn an, er wollte ein Gespräch beginnen..

So nicht Freundchen, mit mir nicht.

Lächelnd genoß ich meinen Campari , biß mir dreimal auf die Zunge, denn Verachtung kann man auch anders ausdrücken

Campari – Orange

Gegen 17:30 Uhr beschloß meine Einkäufe zu erledigen, Parfümerie, Sportladen, Wäscheladen und natürlich

Wohnaccessoires. So lange hatte ich es nicht mehr getan, sich einfach treiben lassen….

Das Fahrrad war mir allerdings fast schon lästig. Ständig mußte ich einen Stellplatz suchen, von wegen fahrradfreundliche Stadt – „keine Fahrräder abstellen“ …. , obwohl der Jakobsplatz riesig ist.

Freudig überrascht stellte ich fest, dass meine „alte“ Fahrradroute aus der Stadt , Richtung Sendlinger Tor, neu gestaltet ist, die Baustellen verschwunden sind.

Dann bin ich, ja in 10 -15 Minuten daheim.

Der Horrortrip begann! Ein Donnergrollen, sofort öffnete der Himmel seine Schleusen

Hastig zerrte ich das Cape aus der Satteltasche

Zügig reihte ich mich in die nichtendende Schlange der Radfahrer ein. Ansich ist der Fahrradweg für die Masse an Radfahrern/innen etwas schmal. Mein Tacho zeigte einen Schnitt von 15-18 km/h an.

Eigentlich ist das für die Innenstadt meines Erachtens ein normales Tempo. Weit gefehlt! Von rechts wurde ich von einem Elektroroller mit irrem Tempo überholt, dann zwängte sich von links ein E-Bike- Raser an mir vorbei. Rechts, links überholte er, obwohl er an der nächsten Ampel, keine 300 m wieder stehen mußte.

Solche Mengen an Fahrradfahrer/innen habe ich noch nie auf dieser Strecke gesehen.

München ist keine Fahrradstadt mußte ich wiedermal feststellen. Die Fahrradwege enden abrupt ohne Hinweise, sie sind schmal, halbherzig angelegt.

Ich möchte die Autofahrer nicht verbannen, es gäbe sicher bessere Möglichkeiten ! Wären die Fahrradwege von gewisser Breite, könnte man z. B. eine Schnellspur für die Elektrobetriebenen Fahrzeuge einrichten, es gibt ja auch mehrspurige Autostraßen mit entsprechenden Geschwindigkeiten.

Vollmundige, politische Aktionen, Umfragen helfen da keineswegs die Situation zu verbessern!

Positiv – München lebt wieder a bisserl

„Liebe geht durch den Magen …“

(Fortsetzung)

Singend vor Glück stand Greta unter der Dusche, der Schaum der an ihrem makellosen Körper hinablief färbte sich grau.

Die Schmetterlinge in ihrem Bauch waren nicht zu bändigen.

Gleichzeitig war sie aufgewühlt – was wird sich in den schweren Kisten verbergen ?

Gelingt es ihr endlich ihre Wurzeln zu finden?

Heute wollte sie einfach einmal glücklich, zufrieden und fröhlich sein.

Greta begann zu putzen, bald strahlten die Fliesen im Bad und die Armaturen sie an, die Küche schrubbte sie kräftig, den Kühlschrank räumte sie aus und wichtige ihn mit einer leichten Essiglauge aus. . .

Die ungebügelte Wäsche verstaute sie im Schrank.

Liebevoll deckte sie schon mal den Esstisch mit ihrem besten Porzellan, den Messerbänkchen aus Frankreich, den Stoffservietten mit ihrem Monogramm.

Den schweren silbernen Kerzenständer – natürlich – angelaufen. Emsig putzte sie mit ihrer Spezialpaste und er erstrahlte in neuem Glanz.

Eigentlich fehlen nur noch die Rosen, dachte sie. Diese Frage war immer noch nicht geklärt, wer der Rosenkavalier gewesen war. Manfred ? irgendwie paßte das nicht zu ihm, er war doch er robust, praktisch, analytisch unterwegs.

Leise klassische Musik – ihre kleinen Kunstschätze – würdig in Szene gesetzt, Greta liebt die farbenfrohe Kunst der Impressionisten, ob Edouard Manet,Claude Monet , Paul Cézanne…

Die Ausstellungsfähigkeit von Franz Marc und Wassily Kandinsky – „Der blaue Reiter“ , waren in erreichbarer Nähe zu erleben. Ihre geliebte Kirchenkunst und die schönsten Barockkirchen wollte sie unbedingt besuchen.

Greta träumte davon, den Menschen auf unkonventionelle Art die Kunst näher zu bringen und die Handelsbeziehungen ihres Vaters zu nutzen, um der ganzen Welt zu offenbaren, wozu die Künstler fähig sind, wenn man ihnen den erforderlichen Rahmen schaffen kann.

Mit der fruchtigen, feurigen Linsensuppe im Glas gereicht würde sie den Abend eröffnen, dann eine knusprige gegrillte Hühnerbrust mit dem Koreanderchutney – Reis ? oder Aubergineröllchen, Zucciniröllchen gefüllt mit einem Kräuterricotta.

Das Dessert, Beeren, an Vanillesahne!

So sehr war sie beschäftigt, dass sie die Klingel nicht hörte. Es pochte jemand an die Tür. Ihren Körper durchzuckten wieder diese dumpfen Schmerzen, die Angst siegte wieder und beherrschte die nach Atemluft ringende Greta.

Zittrig schaute sie durch den Spion. Manfred stand vor der Tür, schweißgebadet, mit hochrotem Kopf. Er schien verzweifelt zu sein.

„Greta, bitte, mach auf…. keuchte er !“ Sie öffnete und Manfred stürzte in die Wohnung, ließ sich in den Ohrensessel am Fenster fallen, Greta ich habe die Kisten geöffnet.

(Fortsetzung folgt)

„Sauerteigtag 100 %“

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Mein Hermann (Sauerteig Roggen, ca. 8 Jahre alt) sehr eigenwillig, triebstark, ausschließlich mit Roggenvollkornmehl u. Wasser geführt, hatte ich gefühlt 2 Monate nicht gebraucht.

Ihr werdet es nicht glauben, nach 2 maligem füttern (50 gramm Roggenvollkornmehl, 50 gramm 40 grad warmes Wasser, dann 100/100) war er wieder ganz der Alte.

Eigentlich ist dieses Roggen-Sauerteig-Brot ein Winterbrot für mich.

Mit diesem Brot habe ich vor 10 Jahren meine Brotbackerei begonnen und schon viel hierrüber geschrieben.

Eigentlich ist dieses Brot ein Bauernbrot, wie ich es mit meiner Großmutter im Backhaus gebacken habe.

Die Rezeptur ist ansich einfach, wenn die Temperaturen, die Wassermengen, der Sauerteigtrieb, das Mehl… stimmt.

Es wird immer ein ganz kleinwenig anders, wie beim letzten Mal backen.

Wie ihr wißt befinde ich mich im Unruhestand. Ihr werdet nicht glauben, was es da an vermeintlichen „Backforen, Sauerteiggruppen, Backwissenschaften“, sich im Netz tummelt.

Natürlich schloß ich mich einer Gruppe im „Gesichtsbuch“ an.

Teilte eines meiner Brotrezepte stolz mit und wurde gleich von der „Zensur“

mit Fragen gelöchert, getadelt und als ich ein angenehmes WE wünschte und meinen Sommerdrink einstellte, gleich in die Schublade der Alkoholiker/innen (jetzt bin ich mal genau) eingestuft.

Natürlich habe ich mich gleich wieder von dieser fundamentalistischen Gruppe verabschiedet und mich gefragt, warum tun diese Menschen das. Paralellen habe ich gesucht und in Politik, Literatur… festgestellt. Denkt mal drüber nach.

Genug, zurück zum Sauerteigbrot. Es sollte haltbar sein, herzhaft und eine schöne dunkle Kruste haben. Die Krume sollte ausgeprägt sein und wenn möglich , sich nicht zu einem breiten Fladen entwickeln.

Mein Hermann hatte sich kräftig aufgeblasen und so nahm ich :

Zutaten:

Vorteig: (mindestens 2 Stunden, am besten über Nacht, da er Wärme braucht ( bei 28-30 grad ideal)

210 gramm Sauerteig aktiv

160 gramm Roggenmehl 1370

110 gramm Roggenmehl 997

Brühstück:

100 gramm Roggenschrot mit 120 gramm kochendem Wasser übergossen und über Nacht stehen lassen.

Hauptteig:

500 gramm Roggenmehl

25 gramm Salz

20 ml Sonnenblumenöl

1 Teelöffel Roggenmalz dunkel (inaktiv)

2 1/2 Eßlöffel Brotgewürz körnig (bestehend aus Fenchel, Koreander, Kümmel)

120 ml Wasser – warm-

Zubereitung:

Alle Zutaten der genannten Faktoren (Vorteig, Brühstück , Hauptteig) in den Kessel der Küchenmaschine geben -bzw. mit Handschuhen von Hand kneten.

Dauer mit der Maschine ca. 5 Minuten ( es sollte alles gut durchgemischt werden)

Dann decken wir den Teig mit einer Folie ab und lassen ihn ca. 30 Min. ruhen.

Dann geben wir den „Batz“ in ein mit Vollkornroggenmehl ausgestäubtes Gärkörbchen und warten, dass der Roggenteig backbereit ist.

Dies ist eigentlich das Schwierigste an diesem Brot. Für mich ist das Brot backbereit, wenn sich Risse gebildet haben und das Volumen sich wesentlich erhöht hat.

Schaut selbst ! Es sah alles vielversprechend aus. In unserer unmittelbaren Nachbarschaft gibt es zwei Großbaustellen

gewisse Einschränkungen nehmen wir gerne hin, soll ja alles so viel besser werden (Wasserzufuhr unterbrochen, Lärm..)

  • man baut eine Interimslösung für das Kulturzentrum Gasteig (Volumen ca. 40 Mill.)
  • ausserdem BESTANDSBOHRUNGEN FÜR GEOTHERMIE VON DER FORSCHUNG IN DIE PRAXIS

Gestern, nach langwierigen Hamstereinkäufen, Brot bei 260 grad eingeschoben, Wasser zum Schwaden hinzugefügt, dann

der Schock des Tages, Stromausfall über Stunden !

Folge Brot nicht abgebacken – nur die ersten 10 Minuten Hitze bekommen –

War nicht mehr zu retten.

So das war es mit meinem 100%igen Sauerteigtag.

„Liebe geht durch den Magen …“

(Fortsetzung)

Greta ist aufgeregt, aufgewühlt, ihre Hände können sich nicht ruhig halten.

Wird sie heute den Schlüssel zur ihrer Familiengeschichte finden?

Manfred, frisch rasiert – eigentlich sieht er gar nicht schlecht aus – denkt Greta.

Der muskulöse Körper, die breiten Schultern, die ausdrucksvollen Hände – hätten A. Dürer gefallen , huscht es Greta durch den Kopf und öffnet ihm lächelnd die Türe.

Manfred hatte den großen Schlüssel, eine riesige Stabtaschenlampe und einen festen Müllsack dabei.

Die Expedtion Keller konnte beginnen.

Die Beleuchtung der steilen Kellertreppe ist dürftig. Greta vermeidet es, wenn sie es irgendwie vermeiden kann, 146 Stufen herabzusteigen. Ihr Kellerabteil müsste sie auch mal aufräumen, denn was hier gelagert wird, braucht sie eigentlich nicht mehr.

Die Kellerverschläge reihen sich aneinander, die Luft ist trocken und durch die winzigen Kellerluken zur Straße fällt wenig Licht herein. Die Spinnen haben ihr Revier sicher im Griff.

„Manfred, ich glaube wir sind umsonst hier, schau dich um, wo sollen denn hier weitere Gänge sein?“

Die unabsichtliche, kurze Berührung von Manfred löst bei Greta elektrische Impulse aus, die sie vorher noch nie so empfunden hat.

Am Ende der Verschlagreihe befindet sich ein mit Backsteinen gemauerter Rundbogen und ein weiterer Gang ist nicht in Sicht. Ratlos schauen sie sich an. Vielleicht habe ich alles nur überbewertet und Berta’s Märchenstunde eine erfundene Geschichte, um kleine Jungen das Fürchten zu lernen.

Manfred – nahm sich allen Mut zusammen – ging einen Schritt auf Greta zu, stolperte praktisch über den Müllsack und tat was er schon seit langer Zeit tun wollte. Er zog Greta ansich und nahm ihre Gesicht in beide Hände.

„Greta, Greta ich, ich liebe Dich“ Er küsste sie und die Schmetterlinge in seinem Bauch jauchzten, die Welt drehte sich….

Greta, ließ es geschehen – noch bevor sie Herr ihrer Sinne war, stürzte die Mauer in dem Rundbogen ein, die beiden den nötigen Halt gegeben hatte. Was war das denn für eine Mauer? Beide saßen lachend und unverletzt am Boden.

Die Mauer bestand aus morscher Pappe, der Gang ging weiter. Es war stockdunkel, roch modrig und eine Staubschicht – grau schwarz – erstickte alles. Manfred nahm Greta an die Hand leuchtete jeden Schritt aus, so schlichen sie den nicht endenden Gang entlang.

Rechts und links nur dunkles Backsteingemäuer. Greta war mulmig zu Mute, kommen wir hier wieder heraus?

Andererseits fand sie es total spannend. Sie dachte an ihren alten Architekurprofessor und die Vorlesung über die Ziegelproduktion und die berühmte Lehmzunge, die es ermöglichte diese wunderbaren Ziegel herzustellen.

Die Lehmzunge
war nach der letzten Eiszeit im Verlauf
von Jahrtausenden durch Ablagerung
und Verwitterung von Gesteinsstaub
entstanden. Mehrere Jahrhunderte lang
wurde an einigen wenigen Stellen im
Münchner Osten der Lehm mit hand-
werklichen Mitteln zu Ziegeln verar –
beitet….

Darüber könnte sie doch ihre Hausarbeit schreiben…!

Greta, schau rief Manfred hier was ist das denn? Hier geht es nochmal ab nach rechts, wieder eine Papptüre? Greta war schon ziemlich erschöpft , gleichzeitig voller Energie und Tatendrang. Sie fühlte sich wohl in der Gesellschaft des starken, klugen Manfreds. Der Gang nach rechts schien nicht zu enden. Doch dann eine Türe, massives, schweres dunkles Holz.

Der Schlüssel passte zwar, aber das Schloß -Manfred wußte er mußte mit sehr viel Gefühl arbeiten, denn sonst brach der Schlüssel – er bewegte den Schlüssel vor und zurück und hatte den Eindruck, dass das Schloß sich lockerte.

Schließlich ließ sich der Schlüssel drehen und die Tür sprang knarzend, quitschend auf.

Gretas Herz pochte, ihr Atem stockte, die Worte kamen nur bis an die Zähne und verstummten.

Ein altes Eisenbett, im hölzernen Kerzenhalter steckt die fast runtergebrannte weiße Kerze , ein kleiner Tisch und was sind das für schwere Kisten, die ebenfalls mit Schlössern gesichert sind. Eine verstaubte Wehrmachtsuniform, wohl aus dem 2. Weltkrieg Greta, die Kisten bekommen wir so nicht auf, da brauche ich Werkzeug.

Greta konnte es nicht fassen, die alte Berta hatte doch nicht nur Geschichten erzählt. Ganz tief aus der Magengegend machte sich ein Gefühl breit, das keinen Aufschub duldet und heute Abend würde sie für IHN kochen.

Indisches pikantes Hühnchen – meets Balkanreis

Zutaten:

  • eine Hühnerbrust
  • 400 gramm Mangold – bunt- (hatte sie auf ihrem Balkon gezogen)
  • 2 kleine rote Schalotten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3-4 Tomaten gehäutet und klein geschnitten
  • kalte Butter
  • 1 Teelöffel Honig
  • 1 Teelöffel Auberginen/Paprika Creme
  • 1/2 Teelöffel der selbst hergestellten Habaneros-Paste (oder rote Currypaste)
  • Gewürze: Steinsalz, schwarzer Kubenpfeffer, gelbes Curry mild, Garam Masala
  • den besonderen Pfiff des Gerichts geben die grünen Koreanderkörner

Zubereitung:

  • Fleisch von Sehnen befreien -soweit vorhanden und in mundgerechte Würfel schneiden
  • Schalotten möglichst klein hacken, ebenso die zwei frischen Knoblauchzehen
  • die Tomaten in kochendes Wasser tauchen und die Haut abziehen
  • kleine Würfel schneiden
  • jetzt geben wir ein neutrales Öl in die Wokpfanne und erhitzen es auf mittlerer Stufe
  • zügig fügen wir die Schalotten, sowie den Knoblauch hinzu
  • nun geben wir die Habaneros-Paste hinzu
  • sobald das Öl gut heiß ist und die Schalotten beginnen sich zu färben geben wir die Hühnerbrust hinzu
  • den Honig über das Fleisch verteilen und leicht braun werden lassen
  • dauert nur wenige Minuten
  • dann bestreuen wir das Fleisch mit gelben Curry, und Garam Masala
  • darüber geben wir die geschnittenen Tomaten und lassen es auf kleiner Flamme köcheln
  • den Mangold brausen wir kurz ab und schneiden ihn grob
  • um ihn dann ebenfalls in die Pfanne zu geben
  • umrühren, salzen, pfeffern
  • schnell fällt der Mangold zusammen und verbindet sich mit dem Gericht
  • final ein Stück kalte Butter unterheben
  • und mit dem im Reiskocher fertig gekochten Balkanreis -s. Beitrag vom 24.7.2021 servieren

Greta bereitete noch einen kleinen „Sommeraperetiv“ vor.

  • Bio-Limonade-Gin- Zitrone-Minze

Der Abend kann beginnen…

Fortsetzung folgt

„Liebe geht durch den Magen…“

(Fortsetzung)

Manfred öffnete die Tür und eine tiefempfundende Freude, spiegelte sich in dem verschlafenen, unrasierten Männergesicht wieder.

„Greta, womit habe ich das verdient?“ Wie das duftet! Komm rein, ich mache uns mit der Bialetti einen guten Cappuccino!“

Die Vögel stimmten ein Konzert an, die Blumen reckten ihre Köpfe und die Wildbienen versammelten sich auf dem blühenden Lavendel. Es war ein traumhafter Sommermorgen in dem noch nicht richtig erwachten Schwabing.

Manfred strahlte, er konnte sein Morgenglück noch nicht so richtig fassen.

Seine Tage waren meist arbeitsintensiv und bestanden aus Uni und seinem Werkstudentenjob in der Zentrale eines großen Versicherungskonzerns.

Hier waren schon sein Vater und Großvater erfolgreich tätig gewesen und es gab für ihn keine andere Option – auch er würde nach der Promotion dort seine Karriere beginnen.

In der wenigen Freizeit beschäftigte er sich mit seiner geliebten Aquarellmalerei – die er leider seit Monaten vernachlässigen musste.

Er sorgte für leise, klassische Musik und goß den starken Kaffee in die Tassen, schäumte die Milch auf. Ein intensiver Duft nach italienischem Espresso erfühlte die Wohnug und die silberne, kleine Zuckerdose – stellte er zu seinem Entsetzen fest – war angelaufen, der kleine Löffel war an den Enden schon arg geschwärzt.

Aber Greta störte das offentsichtlich nicht. Was hatte ihr Vater gemeint? Die Blumen, die Karte?

Gretas Vater war ein sehr sensibler Mensch. Er löste ihre Probleme meist, bevor sie sich ausgesprochen hatte.

Diese fast kalte Reaktion gestern verstand sie nicht.

Geschickt lenkte Greta das Gespräch auf die verstorbene Berta . Manfred hatte Berta sehr geliebt , noch heute vermisste er es mit ihr zu reden, den besten Guglhupf auf Erden mit ihr zu essen. Andererseits lief es ihm eiskalt den Rücken runter, wenn Berta von den grausamen Geschichten ihrer, wie sie es ausdrückte -Herrschaft- erzählte.

Greta faßte sich ein Herz und bat Manfred mit ihr in den Keller zu gehen. Es ließ ihr keine ruhige Minute mehr, seitdem er erwähnt hatte, dass es da unterirdische Gänge und zugemauerte Türen gäbe.

Wieso hatte man bei der Renovierung des Hauses nach dem Krieg alles so belassen? Gab es Gründe dafür?

Manfred schien wenig begeistert für die Kelleraktion, willigte aber ein am nächsten Sonntag sich Zeit zu nehmen. Er allein besaß diesen alten, großen eisernen Schlüssel. Berta hatte ihn ihm anvertraut mit den Worten: „Irgendwann könnte er wichtig für dich sein!“

Lange hatte er sich schon in Greta verliebt ! Es schmerzte ihn regelrecht, dass er bislang keine Gelegenheit hatte ihr seine tiefe Zuneigung zu offenbaren.

Greta hatte keine Augen für ihn, hatte er sich immer wieder eingeredet. Eine schmähende Zurückweisung wollte er nicht erleben. Auch von den tollen Blumen – die er persönlich, stundenlang zusammengepflückt , in seinem Lieblingsblumenladen mit duftenden Sommerrosen binden lassen hatte, war gar keine Rede.

Geschweige denn von seiner Karte! Diese Blautöne hatten ihm fast den Verstandet gekostet.

Am Grillabend hatte sie von ihrem Traummann, dem braungelockten, sportlichen jungen Mann geschwärmt. Die Blumenaktion war sein letzter Versuch, so hatte er es sich geschworen.

Hastig verabschiedete sich Greta mit den Worten: „Also bis Sonntamorgen und für heute Abend mach ich für euch alle meine italienischen Lieblingsnudeln!“

Greta war sich mittlerweile sicher, dass Manfred ihr etwas verschwieg.

Der Tag war mit anstrengenden Terminen in der Uni vollgestopft und ein Gespräch mit ihrem Doktorvater stand gegen 17.OO Uhr auch noch an.

Sie überprüfte ihre Vorräte und hetzte mit dem Fahrrad zu ihrem Lieblingsitaliener, denn nur er hatte die echte Salsiccia, mit Fenchel und picant gewürzt. Er stellte sie selbst her nach einem uralten Rezept seiner Vorfahren aus Kalabrien.

Auf keinen Fall, konnte sie mit der WG heute essen, sie musste ihre Hausarbeit morgen abgeben…

  • schnell setzte sie Nudelwasser in dem großen Topf auf
  • und ließ die großen Conchiglioni giganti hineingleiten, 2 kräftige Prisen Meersalz, 1 getrocknete Peperoncini
  • setzte die Pfanne auf, gab 2 Eßlöffel Olivenöl, klein gehackte rote, kleine Tropea Zwiebeln, Knoblauch, ein kleines Stück von ihrer ersten Chilischote vom Balkon hinzu und schwitzte alles farblos an.
  • gekonnte drückte sie die Salsiccia aus dem Darm und gab die Wurstmasse ebenfalls in die Pfanne
  • leicht mit dem Kochlöffel verteilen und einwenig bräunen lassen
  • mit einem Weisswein löschte sie das Salsicciaragout ab und lies es ca. 6-8 Minuten auf kleiner Flamme köcheln
  • ein Stück Fenchel schnitt sich dünn auf
  • ergänzte die Pfanne mit frischen Kräutern (Oregano, Rosmarin, Zitronenthymian u. einem Blättchen Salbei)
  • ein Glück, dass dies alles auf ihrem klitzekleinen Altbaubalkon so schön wucherte.
  • gab alles in die Pfanne und ließ es auf kleiner Flamme vor sich hinköcheln
  • final fügte sie eine Dosen gestückelte Tomaten hinzu
  • würzte kräftig mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle , Salz einem Teelöffel Paprika-Auberginenmus ab
  • fertig!
  • sicherheitshalber legte sie Peccorino und Parmesan raus
  • das war genug für die Freunde
  • und morgen konnten sie die Nudeln nochmal überbacken, die großen Muscheln hatten sich automatisch gefüllt
  • so klingelte sie und übergab das Abendessen der verduzten Tessa, die die Pfanne dankbar entgegennahm
Salsiccia Nudeln

und laut und glücklich rief:

„Jungs der Abend ist gerettet, keine Tiefkühlpizza heute!“

Danke, Greta – Greta war schon weg.

„Liebe geht durch den Magen …“

(Fortsetzung)

Greta kaute an dem Ende des Bleistifts und grübelte…

Die Geschichten von Manfred hörten sich an, wie aus einem schlechten Roman.

Greta atmete tief durch und versuchte diese negativen, emotionalen Gedanken nicht zuzulassen.

Sie war eine US-Bürgerin, die für Deutschland ein Stipendium erhalten hatte, um hier zu studieren.

Ihrem Vater hatte sie versprochen, seinen weltweiten Kunst-u. Antiquitätenhandel zu übernehmen.

Das war ihr Ziel! Sie wollte die verschiedenen Firmen ihres Vaters koordinieren, sich für nachhaltiges Bauen u. eine weltweit verbindende Denkmalpflege und den Erhalt von Kirchen einsetzen.

Nein, diese Gefühlsduselei musste ein Ende haben.

Greta ließ sich nicht von Rosen und seltsamen Geschichten aus längst vergangenen Zeiten beeindrucken.

Ein Blick auf ihre Armbanduhr -ein Geschenk ihres Vaters – eine Cartier aus den 30zigern – die ihre Mutter zu Lebzeiten getragen hatte. Sie liebte die klassische eckige Form, die römischen Ziffern, das klassische Lederband.

Später würde sie ihren Vater anrufen, er würde sich sicher freuen.

Schrill ertönte die Türglocke , Greta hielt inne, sie war erschrocken, das konnte nichts Gutes bedeuten.

Sonntagmorgen, 7:30 , wer wollte was von ihr. Verzweifelt, schweißgebadet, zitternd lukte sie durch den Spion.

Greta, nicht aufmachen – pochte es in ihrer Schläfe.

Was war bloß los mit ihr? Dann sah sie den jungen Mann mit dem riesigen Sommerblumenstrauß, den er ablegte und langsam sich entfernte.

Das sich regende Mitleid mit den schönen Blumen, die versorgt werden mußten, war stärker. Sie öffnete vorsichtig die Türe, nahm die Blumen an sich.

Die kleine Karte war außergewöhnlich. Die Aquarellzeichnung war in blassen Blautönen gehalten – eine Seelandschaft , die aufgehende Sonne… Die Botschaft :

„Für meine Sonne des Lebens“

Greta brach in Tränen aus, sie wollte doch nur ungestört leben…

Der braune Lockenkopf der CIA ?? Was war los mit ihr?

Mit zitternden Fingern tippte sie die Nummer ihres Vaters ins Handy.

„Hallo, meine Sonne“, meldete sich ihr Vater – Greta verschlug es die Sprache, sie schluckte, Hallo, mein Papilein, geht es Dir gut? Dann brach es aus ihr heraus, die seltsamen Begegnungen, die nicht erfüllte Liebe, die Kellergeschichten….

Gretas Vater war verstummt, aufmerksam hörte er zu und sagte : „Greta, tu das was du tun mußt!“

Was sollte das bedeuten?

Aus Rom hatte sie sich vor drei Jahren den Livieto madre mitgebracht und ihn liebevoll gepflegt.

Erstmal würde sie jetzt Brot backen. Ein Olivenbrot mit dem aufgefrischten Livieto Madre und dann, wird sie an die Arbeit gehen, diese seltsamen , gemütsaufreibenden Ereignisse zu verarbeiten.

Ihr Mehlvorrat war dürftig und so mischte sie Ruchmehl 1050, Weizenmehl Type 550, Type OO aus Italien, etwas Hartweizenmehl bis die Mehlmenge ca 700 gramm ergab.

Am nächsten Tag konnte sie zwei kleine Brote abbacken. Sie freute sich und klingelte mit dem duftenden Brot bei Manfred – denn sie wußte, dass er zu dieser Zeit alleine zu hause war-.

Dieses Brot mit den verschiedenen „Mehlresten“ gebacken, insgesamt 700 gramm Mehl, 100 gramm aufgefrischter Livieto madre (Vollkornvariante Franczeska) ist soo köstlich, die Kruste resch und innen angenehm weich, die in Salzlake eingelegten Oliven bereichern die Brote

Laßt Euch auf diese Brote ein, jetzt im Sommer gelingen sie soo schnell, durch die natürliche, konstante Wärme gehen die Teige schneller… Ein Genuß frisches Olivenbrot, Tomate….

Ja, bei Greta wird es jetzt spannend, sie kann die Geschichte ihrer Familie nicht mehr verdrängen. Sie muß sich mit der Familiengeschichte zwangsläufig auseinandersetzen.

Fortsetzung folgt

„Servus Juli 2021“

ohne Worte

Juli 2021
  • warme Vollmondnacht läßt Blüten erwachen,
  • der Regenbogen grüßt schon zum Erwachen
  • Sommerdrinks bei Kerzenlicht
  • die Barbe vom Grill ein Gedicht
  • Dolce la Vita im italienischen Viertel wunderbar
  • die Isar diesen Monat selten klar
  • Linsenknödel fast vegan
  • hab ich mich da nicht vertan
  • Olivenbrote soo knusprig und gut
  • macht jedem Hobbybäcker Mut

M. Kuhl im Juli 2021

„Lemon-Tarte à la Issy“

Werbung da Namensnennung

Gastbeitrag meiner Tochter (s. Beitrag vom 19.7.2021 „Liebe geht durch den Magen“)

Die Sehnsucht nach Sonne, Meer und etwas Leichtigkeit ist bei mir sehr groß.

Der Sommer fordert enorme Flexibilität. Sobald es möglich ist – muß man an den See, Radeln – einfach Draußen sein. Den Sonnenaufgang über dem Fluß – den Sonnenuntergang am See genießen und sich des Lebens freuen.

Meine Koch-Back-sucht bricht immer aus, wenn ich mich über dieses und jenes einwenig ärgern muß.

Eine Sommertorte – das wäre es. Die Erdbeerfelder waren dieses Jahr witterungsbedingt gar nicht oder nur kurz offen und die Qualität der Früchte war bei dem „Monsumsummer“ nicht die beste.

Meine Tochter beherrscht die Backkunst mittlerweile hervorragend.

Unsere Sommertorte 2021

L e m o n- Tarte

300 gramm Mehl 405 , plus einwenig mehr zum Ausrollen

40 gramm brauner Zucker

3 gramm (eine Prise ) Salz

225 gramm weiche Butter

60 ml Eiswasser

1 Eigelb (zum bepinseln)

für die Füllung – Zutaten

5 Eier getrennt (Eigelb)

2 gramm Salz

50 gramm Mondamin

250 gramm Zucker

2 Eßlöffel Zitronenzeste

4 Zitronen sollte 180 ml Saft ergeben

290 mg Wasser

4 Eßlöffel (57 g Butter)

für die italiensche Meringue (Baiser) – Zutaten

130 gramm brauner Zucker

130 gramm weisser Zucker

50 gramm Wasser

4 Eiweiss

eine Prise Salz

Zubereitungsschritte:

Es ist ratsam bereits am Vortag bereits den Boden zu backen. Alle Zutaten organisieren und bereitstellen – Butter aus dem Kühlschrank nehmen. Für den Boden werden Mehl, Salz und Zucker in eine Rührschüssel gegeben. Mit einer Küchenmaschine lässt sich der Teig natürlich ganz leicht darin kneten, sollte dies aber nicht der Fall sein dann genügt auch ein herkömmliches Rührgerät mit Knethaken.

  1. Nachdem Sie Mehl, Salz und Zucker in der Schüssel leicht verrührt haben, damit sich die Zutaten bereits vor der Zugabe von Butter und Eiswasser verbinden, fügen Sie die kalte Butter hinzu.
    Stellen Sie das Rührgerärt/Küchenmachine auf Mittlerer Stufe für rund 5 Minuten. Zunächst wird der Teig recht bröslig sein, daher rät sich, es auch ruhig selbst „Hand“ anzulegen. Also stellen sie das Rührgerät/ Küchenmaschine ab und prüfen Sie die Konsistenz des Teiges, schnell werden Sie merken, dass dem Teig noch an Feuchtigkeit mangelt. Fügen Sie dann das Eiswasser hinzu. Antstatt Eiswasser können Sie natürlich auch ein Ei nehmen, was mit seinem Eiweis deutlich besser bindet.

2. Final breiten Sie den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche aus und kneten ihn durch, bis ein glatter runder Teig entsteht, den Sie für ungefähr 30 Minuten in Folie in den Kühlschrank legen.

Nehemen Sie sich jetzt schon die 5 Eier aus dem Kühlschkrank für später, damit diese nicht mehr so kalt sind.

Während der Teig ruht, bereiten Sie die Form vor. Je nach dem was für eine Backform Ihnen zur Verfügung steht, müssen Sie ihre Form entsprechend preparieren. Es bietet sich eine Springform 26 er Durchmesser oder eine Tartform mit gewelltem Rand an. In meinem Beispiel verwende ich eine Springform mit abnehmbaren Ring. In den Backformboden spanne ich mit dem Ring ein Blatt Backpapier. Es ist Geschmacksache, ob sie auf den Boden und den Rand etwas Butter und Mehl streuen, es kommt viel eher auf Material der Backform drauf an. Hinweis: bei gewellten Tartformen rate ich Ihnen jedoch den Rand gut mit Butter einzufetten.

Nachdem der Teig eine gute halbe Stunde im Kühlschrank war , kneten Sie Ihn auf der Arbeitsfläche nochmals gut durch. Rollen sie den Teig rund aus und legen sie ihn dann in die Backform. Stechen sie mit einer Gabel leicht in den Boden, damit dieser locker bleibt.

Backen sie den Teig 20-30 Minuten(je nach Ofen 180Grad) leicht goldbraun. Damit der Boden auch seine Form behält einfach Backpapier oder Alufolie mit Hülsenfrüchten blindbacken. Kurz vor Ende können Sie den Kuchen mit einem verquirlten Eigelb und etwas Sahne noch für die letzten 5Minuten der Backzeit einpinseln.

Trennen Sie nun die Eier und verquirlen sie die Eigelbe in einer seperaten mittel großen Schüssel.

Während der Boden im Ofen ist, waschen sie die Zitronen mit heißem Wasser ab und reiben sie die Schale mit einer Reibe ab, am besten sammeln Sie die Zesten direkt in einem Kochtopf (mittlere Größe).

Mein Tipp: die „Wunderreibe von Microplane“, die sich super schnell über den allseits bekannten Allesverkäufer Amazon bestellen lässt. 😉

Erst nach dem Sie die Zitronen abgezestet haben, pressen sie die Zitronen aus und geben den Saft zu den Zesten im Topf. Nehmen Sie einen Rührbesen und geben Sie den Zucker zuerst hinzu und anschließend die Stärke und Wasser.
Rühren sie – bis sich die Stärkeklumpen auflösen.

Im nächsten Schritt wird die weißliche Zitronen-Wasser-Stärke-Mischung aufgekocht auf mittlerer Hitze bis sich eine cremige feste Masse bildet.

Jetzt kommt der schwierige Part:

  1. nehmen sie die Zirtonen-Wasser-Stärke-Mischung von der Herdplatte
  2. verquirlen sie die Eigelbmasse neu
  3. nehmen sie sich ein Küchentuch und machen sie es mit kaltem Wasser nass und legen es unter die Schüssel mit dem Eigelb
  4. geben Sie nun löffelweise 1/3 der warme Zitronen-Wasser-Stärke Mischung zu den Eiern und verühren sie die Mischung mit einander, sobalb sich die Eier und mit der Zitronen Mischung temperiert haben, ist es geschafft.
  5. Geben Sie die temperierte Eiermischung zur restlichen Zitronen-Wasser-Stärke Mischung im Topf und rühren sie die Butter mit ein bis diese sich aufgelöst hat.

Lassen sie die fertige Zitronencreme fünf Minuten auskühlen und geben sie dann auf den Boden.

Und ab in den Kühlschkrank für mindetsen 6 Stunden.

Für den Baiser:

  1. Schlagen Sie das Eiweiß mit handrührgerät/ Küchenmachine auf und geben sie eine Prise Salz hinzu- Tipp damit Sahne oder Eiweiß immer gelingt nehmen sie sich etwas Küchenpapier mit etwas Essig und wischen sie leicht die Schüssel aus.
  2. Lösen Sie den Zucker in Wasser in einem Milchkännchen auf – kurz abkühlen
  3. Lassen Sie das Zuckerwasser langsam während des Rührens des Eiweißes einlaufen
  4. Nun können Sie das Eiweiß auf dem Kuchen verteilen und entweder mit einem Flammbiergerät bräunen oder im Backofen mit der Grillfunktion für 5-10 Minuten.

Ja, hierfür ist Geduld und Können nötig ! Es lohnt sich aber auf jeden Fall.

Die Frische der Zitronen, der süße Baiser – man träumt von einem erlesenen Kaffeehausbesuch in Rom, Wien, Budapest….

„Liebe geht durch den Magen…“

(Fortsetzung)

Greta saß am Kleinhesseloher See. Verträumt schaute sie auf das Wasser und beobachte die Entenfamilie, die unter strenger Anweisung von Mutterente ihren ersten Schwimmversuche unternahmen.

Greta liebt den Englischen Garten, die weitläufigen Wiesen, die gepflegten Wege und sie träumte davon einmal mit der Pferdekutsche mit ihrem Herzallerliebsten zu fahren und am Seehaus zu speisen…..

Es waren schon 9 Tage vergangen, der Rosenkavalier hatte sich nicht gemeldet, noch hatte sie eine vage Vermutung, wer der edle Gönner war.

Der braungelockte Schwarm und Retter war auch vom Erdboden verschluckt.

Sie vertiefte sich in ihre Lektüre und die Zeit verging im Flug.

Sie freute sich schon auf den Grillabend mit der NachbarsWG, die einen Stock unter ihr wohnten.

Ein Jurastudent, ein angehender Mathematiker und Tessa , Krankenschwester und Engel der WG teilten sich die geräumige Altbauwohnung mit dem verhältnismäßig großen Balkon.

Greta hatte sich bereit erklärt die Beilagen beizusteuern, aber völlig vergessen einzukaufen.

Hastig packte sie zusammen und eilte heimwärts.

Der Kühlschrankcheck war sehr negativ. Außer grünen und roten Paprikaschoten war nichts brauchbares im Gemüsefach.

Eigentlich wollte sie einen Pulposalat vorbereiten.

Tessa hatte aus Niederbayern ihre berühmten Gockerl mitgebracht und ihn nach ihrem Rezept geteilt, mariniert.

Jetzt war improvisieren angesagt.

Zunächst schnitt sie von ihrer kleinen Logia Rosmarin, Salbei, Zitronenthymian, hackte ein Knoblauchzehe, entkernte die Paprikaschoten.

Das Backblech, war natürlich nicht gespült, auch das noch.

Schnell belegte sie es mit Backpapier und verteilte die Paprikaschoten und die mediteranen Kräuter auf das Blech,.

würzte das Gemüse mit groben Meersalz und gab final einen Schuß ihres besten Olivenöls über die Schoten.

Ab in den Ofen . Normalerweise schält sie die Paprikaschoten mit einem bestimmten Schäler. Trotz intensiver Suche – Fehlanzeige – wird auchmal so gehen und morgen räume ich die Schubladen auf!

Nach ca. 20 Minuten würden diese herrlich duften mit altem Balsamico und einwenig Peccorino würde es eine wunderbare Vorspeise ergeben.

Ihr blieben noch eine halbe Stunde, denn der angehende Mathematiker bestand auf Pünktlichkeit.

Duschen, Umziehen…. und sie wollte doch noch eine Beilage…

Da viel ihr Blick auf den Reiskocher, den sie schon länger nicht mehr benutzt hatte.

In den Tiefen ihres Vorratsschranks fand sie aber nur den ganz normalen Vollkorn-langkornReis.

Auch egal. Greta gab einen Esslöffel Olivenöl in den Topf , dann 2 1/2 Tassen Reis.

Die Wassermenge verringerte sie – anstatt gab sie eine Dose gestückelte Tomaten hinzu,

Meersalz und eine kräftige Brise von ihren Chilischoten getrocknet.

Die restlichen Paprikaschoten legte sie auf den Reis bzw. auf den Einsatz. Stecker rein, Reiskocher anschalten, auf Kochen stellen und er würde sich von selbst ausschalten, wenn der Reis fertig war.

Sorgfältig macht Greta sich zu recht, wer weiß, vielleicht …….

Ihr langes , im Rücken tiefausgeschnittenes Shirtkleid, sah lässig aus. Die goldenen Zehensandalen, der schwarze Fußlack, den sie hektisch auflegte – vervollständigten das Qutfit.

Die Party konnte beginnen.

Fortsetzung folgt

P.S Vielleicht sind die Beilagenvorschläge ja was für Euch !

„Liebe geht durch den Magen…“

Die Familie der Urgroßmutter , liebevoll Ritschie genannt, hatte ihre Wurzeln im Egerland.

Ihr Ehemann , ein begnadeter Brauer, war weit über die Grenzen bekannt.

Zusammen mit Ritschie einer ausgezeichneten Köchin betrieb er eine Braugäststätte.

Hier kamen die Menschen hin, um das süffige, helle, schäumende Bier zu genießen und die wunderbaren, einfachen, aber wohlschmeckenden Gerichte von Ritschie zu genießen.

Viel wußte Greta allerdings nicht von ihren Vorverfahren.

Irgendwie wurde immer vermieden über die Familien und ihre Wurzel zu reden.

Sie wußte nur, dass ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben war. Die tatsächlichen Umstände lagen allerdings bis heute im Dunklen.

Greta , zwang sich nach Vorne zu blicken. In wenigen Monaten würde sie ihr Stipendum beenden.

Mit einwenig Glück konnte sie in den nächsten drei Jahren in Baugeschichte und Architekrurtheorie promovieren.

Ihr Vater hatte ihr jegliche Unterstützung zugesagt.

Greta hatte die ganze Nacht gerlernt um sich für die mündliche Prüfung vorzubereiten.

Die Türglocke ließ sie aufschrecken, wer will den zu mir am frühen Morgen.

Vorsichtig öffnete sie und ein betörender Duft empfing sie. Rosen, langstilig in weiß, rosa, dunkler rot und samtig verströmten den Duft. Der Überbringer konnte nicht sagen, wer der Auftraggeber war.

Eine kleine Karte, aus edlem handgeschöpften Papier hing an den Rosen.

Mit einer ausdrucksstarken, geschwungenen Handschrift hatte der Rosenkavalier geschrieben

„Für meine Sonne des Lebens“

Greta machte sich einen starken Espresso , ließ den jungen Junimorgen herein und freute sich über den Blumengruß des

Unbekannten. Die edle, große Lalique Vase in dunkelgrün – ja sie würde die herrlichen Rosen würdig aufnehmen.

Fortsetzung folgt

„Liebe geht durch den Magen …“

(Fortsetzung)

Die Handlung ist frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder mit lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

Werbung , da Namensnennung erkennbar

….. ,

Vogelgezwitscher weckte Greta an nächsten Morgen. Schräg viel die warme Sonne in die kleine Dachwohnung. Die Staubkörner versammeln sich zu ihrem verzweifelten Tanz. Eigentlich ein herrlicher Maimorgen, die Dolden der blühenden Kastanien nicken stolz in den Tag.

Greta versucht sich abzulenken. Sie verdrängt die kleinen Alltagssorgen.

Die schmerzende Verliebtheit für IHN packt sie für heute sachlich in die Schublade: Lass es einfach sein!

„Was könnte ich mir heute gutes Kochen? Nach der Uni laufe ich zum Viktualienmarkt und kaufe mir diese dunkelblauen, violetten Kartoffel, wie heißen sie noch gleich? Vitelotte, ja genau.

Diese herrlichen,festkochenden Kartoffeln, dämpfe ich mir mir mit Meersalz ab und dazu gibt es Butter und einen kleinen raffinierten Dip!“

Der Tag war vollgestopft mit Terminen – und Greta schwor sich:

„Heute denke ich nicht an diesen Typ mit den braunen Locken….“

Hektisch, ohne Frühstück verließ sie ihre Wohnung, zerrte das Fahrrad aus dem Kellerabteil und radelte mit wehenden Haaren in Richtung Uni.

Gerade wollte sie links in die Türkenstraße abbiegen, als ein Scooterfahrer sie schnitt und verkehrswidrig versuchte sie zu überholen. Sie schrie schmerzvoll auf, verlor das Gleichgewicht und verlor das Bewußtsein.

Greta blutete am rechten Oberschenkel stark. Das Schutzblech ihres Uraltfahrrads hatte tief ins Fleisch geschnitten.

Ein junger Mann eilte herbei, keinen Moment zögerte er. Er zerriss sein Shirt und versuchte die Blutung zu stillen.

Verzweifelt band er das Bein mit dem restlichen Streifen seines Shirts ab. Der Sanka ließ auf sich warten. Greta’s Puls war nur noch schwach zu spüren.

Endlich ! Die Sanitäter versorgten Greta und verfrachteten sie in den Krankenwagen.

Der junge Mann stand schweißgebadet danneben und lies es sich nicht nehmen, Greta ins Krankenhaus zu begleiten.

Jetzt öffnet Greta ihre Augen. Mit sanfter, ruhiger Stimme redet der junge Mann auf sie ein:

„Bleib hier, nicht schlafen- dabei streichelte er ihre schönen feingliedrigen Hände und hofft, das sie es bis ins Krankenhaus schafft.

Greta wacht kurz aus ihrer Bewußtlosigkeit auf. Wo bin ich, dann erkennt sie über sich, das so geliebte Gesicht, die braunen Locken kleben an der schweißbedeckten Stirn. Träume ich? Wo bin ich?

Kraftlos sinkt sie in das Kissen und möchte, dass dieser Traum nie endet.

——- und dann koche ich ihm meine Vitelotte

——–den Dip mache ich aus 3 Eßlöffeln Joghurt, da nehme ich den griechischen mit 10 Prozent, ein paar Spritzer Zitronensaft und einen gehäuften Teelöffel Paprikamark (Aivar), eine Prise von dem spanischen, geräucherten scharfen Paprikapulver- eine kleine Garnitur aus frischem Rosmarin und Basilikum rundet mein kleines Gericht ab.

Besorgt sah der junge Retter den Sanitätern nach, die Greta in die Notaufnahme brachten.

„Treffen mit Ratschkathl am Viktualienmarkt“

Lange war ich nicht mehr auf dem beliebten Markt. Noch vor ein paar Jahren war ich jeden Woche mindestens einmal da, um einzukaufen, Freunde zu treffen – zu ratschen – genüßlich eine Brotzeit genießen….

Besonders liebte ich es, mir die Köstlichkeiten (Fisch, mediterane Köstlichkeiten, französischen Käse , Wein …) zusammen zu stellen, um sie dann in dem Biergarten bei einem Bier oder auch erlesenen Glas Wein zu genießen.

Doch die Pandemie hat hier alles verändert! Die Gastronomie hat die bayrische Kultur der Offenheit für mich verloren.

Wie ich auch schon in meinem Glockenbachviertel leidvoll feststellen konnte, sind überall auf den Straßen – ich nenne es Bretterverschläge zusammengezimmert – oft lieblos dekoriert – vollgestopft mit sogenannten Außensitzplätzen, teilweise mit Plexiglasscheiben getrennt. Da will ich nicht sitzen!

Besonders am Viktualienmarkt konnte mann immer mit Leuten aus der ganzen Welt ungezwungen ratschen (plaudern, reden) Lachen und einfach das Leben genießen. Dies ist auch eigentlich die Philisophie der Biergärten für mich.

Auch konnte man dort die Aura der Ratschkathl spüren und erleben. Hier traf sich die Verkäuferin, der Bürgermeister der Stadt, die städtischen Bediensteten bei schönem Wetter in der Mittagspause – ungezwungen – mit einer Leberkässemmel bewaffnet in der Mittagspause.

Die Ratschkathl hatte meist, obwohl sie eh schon viel zu tragen hat – einen Blumenstrauß im Arm –

Gestern traf ich sie. Traurig sah’s Kathl aus. Sie versteht die Welt nicht mehr.

Eine ganz wichtige Person wars zur Lebzeit:

Ratschkathl ist eine weibliche Bühnenfigur des Volkstheaters und bedeutet sinngemäß „ratschende[1] Kathi“[2]. Heute dient der Begriff allgemein in der bayerischen[3] und österreichischen Sprache[4] als Synonym für eine geschwätzige weibliche Person.

Als Erfinderin der Rolle der „Ratschkathl“ gilt die Volksschauspielerin Elise Aulinger. Ebenfalls wird die Komödiantin Ida Schumacher[5] mit dieser Rolle assoziiert, die die Rolle im Stück Die Ratschkathl vom Viktualienmarkt perfektionierte. Auch Liesl Karlstadt[6] verkörperte die Rolle der „Ratschkathl“. Wegen ihres Vornamens wurde auch die lebhafte Darstellerin Kathi Prechtl oft als „Ratschkathl“ bezeichnet. Die Kabarettistin Maria Peschek tritt in ihrer Bühnenrolle der Paula Pirschl mit Küchenschürze als typische Ratschkathl in Erscheinung.

Aufgrund der regional unterschiedlichen Dialekte der bairischen Sprache haben sich auch die Schreibweisen Ratschkatl, Ratschkattl und Ratschkaddl etabliert.[7] Von 1889 bis 1921 erschien in München die beliebte Wochenzeitung Münchener Ratsch-Kathl, die sich selbst als „Unterhaltungsblatt für gemüthlichen Verkehr“ bezeichnete.[8

Sie verkörpert für mich auch einwenig das „Frauenbild“ in dieser Zeit. Mit ihrer geschundenen Stimme (ihre ausgebildete Stimme verlor sie krankheitsbedingt) konnte sie sich einwenig „Luft“ machen und den Menschen und vorallem den Männern einiges sagen.

Einer, der Ida Schumacher noch erlebt hat, heißt Wolfgang Löscher. Der 85-Jährige stand als junger Musiker mit Schumacher auf der Bühne und begleitete ihre Scherze und die der anderen Humoristen am Klavier, die bei „Bunten Abenden“ mit einem „volkstümlichen“ Programm auftraten. Die festen Nummern – „immer an der Gürtelgrenze“ -, wie Löscher sich erinnert, habe er irgendwann mal auswendig gekannt. Aus heutiger Sicht sind sie absolut harmlos, aber dann doch irgendwie hochaktuell: „Entschuldigen Sie bitte meinen Aufzug heut. Sie werden jetzt wahrscheinlich meinen, ich bin überfahrn worden, gell? Dabei war ich in der Stoßzeit drinnen. Ich bin mit der Trambahn gfahrn.“ Löscher sagt dazu nur: „Die Ida war halt die Ida.“ (Quelle Süddeutsche Zeitung)

Jeder der in dieser Stadt lebt, kennt auch noch heute eine „Ratschkathl“ , mit der man sich im Hinterhof beim Müllwegbringen, im Treppenhaus, beim Bäcker…. kurz trifft und ihr aufmerksam zuhört.

Viele Standl, die ich seit mehr als 30 Jahre kannte und liebte, sind verschwunden, bzw. werden von neuen Betreibern geführt. Das Angebot ist immer noch sehr, sehr gut. Ist es nicht wunderbar, wenn ich mir um 15.00 nachmittags überlege….. zu kochen, radele ich zum Markt und kaufe die Artischocken, den Rohmilchkäse, die Senfkörner, die Kräuter, den Ochsenschwanz… Das ist für mich trotz der festgestellten Widrigkeiten Lebensqualität!

Mit ein paar schnellen Fotos verabschiede ich mich für heute

P.S. ihr wollt doch sicher wissen, wie es Greta geht mit ihrem Liebesschmerz

“ Quer durch den Garten…“

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  • Werbung da Namensnennung

Ende August, Anfang September ging meine Großmutter mit ihrer langen, großen Schürze in den Garten.

An jedem Beet blieb sie stehen :“ hol die kleinen Kohlräbchen, die Erbsenschoten auf dem Boden und wirf sie in meine Schürze“

So hüpften wir Kinder hin und her, lernten ganz nebenbei wie Saubohnen, grüne Bohnen, Wirsing, Kohl, Möhren, Erbsen, Mangold, Frühkartoffel., Sellerie, … aussahen, wie man das Gemüse erntet. Bevorzugt das Gemüse, was nicht so schön gewachsen war. Die doppelte Möhre , den kleinen Wirsingkopf, das große Mangold…

Sobald die Schürze prall gefüllt war, gingen wir zu den Kräutern am Wegesrand der einzelnen Beete . Rosmarin , Thymian, Salbei, Petersilie…, ach nimm noch ne Zwiebel mit…

Jetzt ging es erstmal in die Waschküche, das Gemüse grob zu recht schneiden, den Abfall direkt dem Vieh bringen…

Es war schon eine Herausforderung das Gemüse kochfertig vorzubereiten für 9 Personen. Das Messer war scharf und es war eine gefährliche Arbeit – also gut aufpassen.

Stolz trug ich das geputzte , kochfertige Gemüse in die Küche.

Einmal in der Woche gab es „dicke Sopp“, wie wir es nannten.

Heute heißen diese Art Eintöpfe das one pot – bowl Gerichte .

Der Sinn war eigentlich ganz praktisch Ein Gericht, einen Topf der von selbst kocht, alle satt macht und abends nochmal für die berufstätigen Männer aufgewärmt werden konnte.

Je nach dem wurde Fleisch, Knochen mitgegart, aber nicht immer.

Gestern war ich auch mit meiner „Schürze “ auf dem Markt (Satteltasche)

und entstanden ist eine wundervolle Kreation dieses Gerichts aus Kindheitstagen.

R e z e p t :

Zutaten:

Gemüse: Lauch, Karotten, Bohnen, Zucchini, Broccolie , Tomaten, Kohlrabi, Paprika , eine Handvoll getrocknete Tomaten frische kleine scharfe Zwiebel, Knoblauch

Menge beliebig

500 gramm bestes Rinderhack , frisch durchgelassen

1 Ei , 2-3 Eßläufel Semmelbrösel

1 dünn geschnittenes Stück geräucherters Wammerl

Kräuter: Oregano, Rosmarin, Thymian, Salbei, Petersilie

(zu einem Sträußchen) zusammenbinden .

Gewürze: Senfkörner, Peitschenpfeffer, schwarzer Pfeffer , Piment, frische Chilischote, Meersalz

Abrieb Muskatnuss

Tomatenmark

Semmelbrösel

Schritt 1 :

Gemüse putzen und zurecht schneiden

  • kann ruhig etwas gröber sein
  • Hartgemüse immer zu erst !

-Einen großen Topf aufsetzen , die Wammerlscheibe etwas anschwitzen und einen Teeläufel Tomatenmark hinzufügen.

  • das Wurzelgemüse hinzufügen – etwas anschwitzen –
  • dann nach und nach das Gemüse in den Topf geben
  • mit Gemüsebrühe oder auch Wasser – wenn keine Brühe zu hand – ablöschen
  • und zwar so, dass das Gemüse nur leicht bedeckt ist
  • das Gemüse-Sträußchen auf das Gemüse legen
  • Pfeffer u. restliche Gewürze hinzugeben

Deckel auf den Topf und bei mittlerer Hitze ca. 20-25 Minuten köcheln lassen.

Schritt 2 :

Hackfleisch kräftig mit Pfeffer, Salz , Paprika würzen

  1. fein gehackte Zwiebel und Knoblauch hinzugeben
  2. eine frische Chilli- Schote
  3. siehe Foto (v meinem Balkon)
  4. Petersilie fein hacken und über die Hackfleischmasse geben
  5. Masse mit 2-3 Esslöffeln Semmelbrösel bestreuen
  6. gut durcharbeiten, am besten geht es immer noch mit den Händen!

Dann kleine Bällchen formen und diese bei Seite stellen.

Topf öffnen – ggfs. noch etwas Brühe nachschenken –

Die Hackfleischbällchen , nach und nah hineingleiten lassen und

ca. 10 Min simmern lassen.

Abschmecken mit Muskatnuß von der Reibe, ggs. Salz, Pfeffer aus der Mühle.

Ich höre sie schon meckern – meine Männer – Suppe ist doch kein Essen, was gibt es danach.

Heute waren sie ganz perplex – mmh – sehr guuuuut !

Ja, das geht ja schnell – kocht von alleine…

Fazit: „Der gewöhnliche Mensch lebt nur vom Brot allein“

Den herrlichen Duft, des frischen Gemüses, dazu einen nicht ganz leichten Cabernet Blanc – Weinhof Pfeiffer – PIWI-Sorte, würzig-beerig- Stachelbeere, Ribisel – St. Anna/Aigen

wissen sie eigentlich auch nicht zu schätzen.

So ist das Leben!

Viel Spaß beim Kochen und genießen.

"Die Sau ist tot"

Der Höhepunkt des Winters in meiner bäuerlichen Familie  war stets die Hausschlachtung. Manchmal wurde zweimal geschlachtet, da wir meist 9-12  Personen am Tisch hatten.

Schon Tage vorher herrschte hektische Betriebsamkeit. Der Tierarzt bzw. der  Fleischbeschauer mußten das Tier begutachten und auch am Schlachttag nochmal zum Verzehr freigeben, was mittels einem dicken blauen Stempel geschah. Der Rindskopf mußte bestellt werden, die zusätzlichen Därme eingekauft, die Gewürze (dickes Muskatnuß, Piment, Pfeffer, Nelken……) besorgt werden.
Die Moul (riesiger Holztrog) mit ausladenden Griffen im Gemeindehaus geholt werden. Je nachdem wer sie vorher benutzt hatte, waren umfangreiche Säuberungsaktionen an der Tagesordnung.

Die Kinder mußten normalerweise  „aus dem Haus“ , denn das war nichts  für zarte Kinderseelchen.  Mir gelang es jedoch im Alter von ca. 10 -11 Jahren meinen Großvater zu überzeugen, dass ich endlich mal dabei sein wollte.
Denn nichts aß ich zu diesem Zeitpunkt lieber, als Blut- u. Leberwurst, dicke Koteletts (man bekam höchstens 1/2 zugebilligt), Schwartenmagen, Schinken oder rosa Salzfleisch aus dem Zuber vom Dachboden.

Schon morgens um 6.OO Uhr begann der Schlachttag. Der Metzger, war mein Onkel , den alle den „Breuer“ nannten. Groß, stark und wortgewaltig kam er von dem Heimatort meines Vaters angereist. Als erstes kontrollierte er die „Sauberkeit“, wetzte seine Messer , krempelte die Arme hoch  zog seine riesige weißlichgelbe Metzgerschürze über.
Für uns Kinder hatte er immer Kopfrechenaufgaben parat, eine Leichtigkeit für mich.  So stimmte auch er zu,dass die „weiße Grotz“ (Ausdruck für ein blondes kleines Mädchen) dabeisein durfte,  sie mußte aber das Blut  kläppern.(schnelles schlagen, damit es nicht gerinnt)

Der große Kessel in der Waschküche wurde erhitzt. Der Schlachttrog vorbereitet.  Fast kamen mir doch die Tränen, als man das Schwein aus dem Stall trieb. Mein Opa befahl es pfleglich zu behandeln, denn sonst leide das Fleisch.

Starke Männer waren hier gefragt. Dann kam mein Onkel Breuer mit dem Schußapparat. Der Schuß mußte sitzen, den erst letztes Jahr hatte es das Drama gegeben, als die Sau trotz Schuß über den Hof lief… Auf keinen Fall durfte es nochmal passieren, das ist zuviel Aufregung für das Tier, dann ist das Fleisch für die Katz… So hörte ich meinen Großvater lamentieren.
Bitter kalt war es, ich wartete mit meinen großen Kochlöffel und der großen weißen Emailschüssel auf meinen Einsatz.
Ein dumpfer Ton erstickte das schreckliche Quicken des Schweines, getroffen. Ha, wer kann, der  kann tönte Onkel Breuer und schrie mir zu jetzt bist Du dran. Mein kleiner Arm rührte was das Zeug hielt, kläpperte das Blut, es durfte nicht gerinnen, denn sonst gab es keine Blutwurst – und ich war schuld-  Ich schaffte es, keiner hatte es mir zugetraut – außer mein Großvater  natürlich-  Mit scharfen Schellen wurde die Sau geschrabbt, d. h. von  den Haaren befreit, dann auf eine Leiter aufgehängt.
Fachmännisch, zügig wurde das Schwein aufgebrochen, die Därme in den Eimer – die mußten mit Essig ausgewaschen werden –  Mein Onkel erklärte mir, siehste da sind die Koteletts, zähl sie mal, das ist die Haxe, daraus machen wir Schinken in der Räucherkammer, das ist die Lende…. Mit dem Finger fuhr er durch den Knochenkanal und zeigte mir das Hirn des Schweines. Dies ist was ganz Gutes, das läßte dir mit einem Ei backen.

Jetzt kamen auch die Frauen und Kinder wieder heraus und meine Oma brachte ein großes Tablet mit klarem Schnaps. „Prost die Sau ist tot“ , sagte sie und ich durfte nippen. Der Schnaps hat mir aber gar nicht geschmeckt und riechen kann ich ihn bis heute nicht,  es schüttelt mich… Der Fleischbeschauer rauschte mit seinem Motorrad heran und machte dicke blaue Stempel auf das Fleisch, die auch beim Braten und Kochen nie weggingen – man aß die Farbe praktisch mit –

Schnell, sauber u. gekonnt zerlegte Onkel Breuer die Sau. Er wollte immer alles verwursteln, der große Kessel war voller Fleisch, es duftete herrlich nach Gewürzen. Die Därme wurden gefüllt, Blutwurst, Leberwurst, Bratwurst, Schwartenmagen, das Fleisch wurde verpackt und in das Gemeindegefrierhaus gebracht. Hier hatte jede  Familie ein Gefrierfach – wir natürlich zwei – Aber die Wurst, die wurde zwischen zwei Stühle auf langen Stangen  aufgereiht und stand in dem Schlafraum von uns Kindern. Wir schliefen seelig, mit dem Duft der frischen Wurst.

Die Wurstsuppe , dunkel, mit Grieben, würzig mit einer Fettschicht überzogen mußten wir in der Nachbarschaft verteilen. Jeder freute sich , dass es frische Worschtsupp gab. Dem Lehrer sollte ich auch welche mitnehmen – die Kanne habe ich verschüttet-
aus Versehen natürlich!  Mit dem Schweinefleisch geht es mir heute, ähnlich wie mit den Kartoffeln. Ganz selten esse ich es, besonders gut ist das Fleisch von den dicken, schwarzen Schweinen, die auf der schwäbischen Alp wieder gezüchtet werden. Hier kann man auch das Fett essen, ein klein wenig schmeckt es , wie damals 1964.

Sorry: auch das Schwein hat ein Rezept verdient:

Diese dicken Koteletts auf dem großen Herd – der mit Holz befeuert wurde – langsam in Schweineschmalz gebraten ….. Das Schweineschmalz lasse ich heute aus nachvollziehbaren Gründen weg, aber so hin und wieder brate ich sie mit viel, viel Liebe, die etwas „anderen Koteletts:“Schweinekoteletts extra würzig“
Zutaten

* 4-6 st Schweinekoteletts
* 3 Teelöffel Dijonsenf
* 3 Teelöfel Paprikapaste (Ajvar)
* 2 st Eier Größe M
* 120 gramm Semmelbrösel
* Gewürze Prisen Meersalz, schwarzer Pfeffer, Chili jeweils aus der Mühle
* 50 gramm Butterschmalz

Schritt 1
Die Koteletts kurz mit dem Fleischklopfer bearbeiten und dann kräftig abwürzen. Die Eier verquirlen und in eine flache Schale oder Teller geben. Die Semmelbrösel ebenfalls in eine entsprechende Schale oder Teller streuen. Nachdem wir das Fleisch gewürzt haben bestreichen wir beide Seiten des Koteletts zunächst mit Senf, dan mit der Paprikapaste (Ajvar).
Schritt 2
Nun wälzen wir die Koteletts erst in Ei, dann in Semmelbrösel. Nun geben wir das Butterschmalz in die Pfanne und lassen es heiß werden, aber nicht braun werden lassen. Die Fleischstücke nach und nach in das Fett gleiten lassen und ca. 3-4 Min. auf mittlerer Stufe anbraten, bis sich eine schöne braune Kruste gebildet hat. Nun wenden und ggfs. die Temperatur nochmals kurz erhöhen , dann aber wieder zurücknehmen und die Koteletts jenach Größe ca. 8-12 Min. gar ziehen lassen.
Schritt 3
Aus der Pfanne auf vorgewärmte Teller geben und mit Wirsing-Kartoffel-Stampf sofort servieren. Hierzu wird der Wirsing in einer großen beschichteten Pfanne gedünstet, mit einwenig Brühe abgelöscht und unter die mit Butter und heißer Milch gestampften Kartoffel gehoben. Hierzu paßt ein frisches Bier. Deftig, lecker, gut! DSC00489DSC00490

„Rehschlegel – sprengen die Töpfe ….“

Dieses Jahr bin ich eigentlich sehr entspannt, was die weihnachtlichen Vorbereitungen betrifft. Ein paar Besorgungen bzw. Aktionen müssen zwangsläufig geschehen.

Die Bestände an Fond und das Leeren der Kühlschubladen läßt sich nicht mehr verschieben. Spätzlevorrat muß auch produziert werden.

Die Pandemie vergönnt mir nichts. Gerade, Samstag 15.36 Uhr wurde per mail unser Theaterabend “ Der Brandner Kaspar“ von Franz Kobell abgesagt – auf diese Neuinzenierung im neuen Volkstheater hatte ich mich riesig gefreut. Der Aufwand – Testtermin, obwohl zweimal geimpft vereinbart – Tochter und Freundin hatten sich mühsam den Termin freigeschaufelt. Ein schöner Theaterabend, mit einem kleinen feinen Abendessen im dazugehörigen Lokal. Wieder nichts…

Irgendwie reicht es mir allmählich ! Weihnachtsstimmung kommt da nicht so richtig auf.

Die Rehunterschenkel enthielten doch viel mehr Fleisch, wie zunächst vermutet und so gab es zum Trost ein kleines feines Rehragout – sehr zur Freude von Gö-Ga. Gierig verschlang er die liebevoll geschabten Kürbisspätzle. Widererwarten waren sie wunderbar gelungen.

(s. Grundrezept :https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20731083

  • der Spätzleteig wird hier mit ca 150 gramm püriertem Hokaido ergänzt, den ich im Dampftopf mit Steinsalz, einer Spur Ingwer abgekocht hatte.

Diese Spätzle sind die ideale Ergänzung zum Wild.

Der Rest kann zur Vorspeise als Suppe verarbeitet werden.

Diese Kürbissuppenwintervariante wird dominiert von winterlichen Gewürzen

(Zimt, Sternanis, Nelke , Lorbeer, rosa Pfeffer) sowie einem säuerlichen Apfel.

Die Suppe wird mit Brühe (ob Huhn, Rind oder Gemüse) ist ansich nicht entscheidend, aufgegossen. Die sorgfältig gerösteten Croûtons werden mit Zimt und Abrieb vom frischen Ingwer versehen und geben der Suppe den besonderen Kick. Wichtig ist final der Abrieb von frischer Muskatnuss und sie sollte heiß serviert werden, die richtige Konsistenz haben (d.h. nicht zu dickflüssig sein)

Anstatt Hokaido kann auch Muskatkürbis verwendet werden, der allerdings ganz fein geraspelt auch roh verwendet in den Spätzleteig gegeben werden kann.

Zurück zum Wildfond, den ich schnell mal übernacht köcheln lassen wollte….

Wildfondzutaten

Hier hatte ich Wacholderbeeren, Piment, schwarzer Pfeffer, Nelke einwenig angeröstet. Frischen Thymian, Rosmarin, 1 Blättchen Salbei, Lorbeer zu einem Sträußchen gebunden. Sellerie, Karotte, rote Zwiebeln, ein paar Schalotten vorbereitet;. klassische Musik laut aufgedreht, die Küche duftete, die Wintersonne strahlte mich an.

Mein alter Freund, der Bräter freute sich auf seinen Einsatz. Schnell die Knochen hinzufügen – aber sie ließen sich nicht brechen, sämtliche Küchenwerkzeuge versagten. Wo Herr Gö-Ga in seinen diversen Werkzeugkisten eine Säge versteckte, konnte ich nicht klären- er war natürlich nicht da. So mußte ich erstmal einen Schluck von dem Rotwein nehmen, mit dem ich den Fond angießen wollte.

Wildknochen und jetzt ???

Dann ein Geistesblitz! Schnell verfrachtete ich die Knochen in eine Tüte, verließ die Wohnung und lief zum unserer Autowerkstatt. Wir bezeichnen ihn als „Autotandler“. Er schraubt, repariert immer schnell und zuverlässig und hat diesen unwiderstehlichen österreichischen Humor, der vielen hierzulande fehlt. Er unterbrach sein Tagwerk – obwohl der Andrang – wie immer groß war – jeder wollte noch sein meist betagtes Auto – fit gemacht haben…. , stellte seinen Gehilfen kurz ab, der sägte mir in Windeseile die Knochen auseinander und ich rannte glücklich zurück zu meinem alten Freund , dem Bräter.

  • röstete die Knochen scharf an, löschte sie mit ca. einem 3/4 Liter Rotwein ab, fügte die Kräuter hinzu
  • nach ca. eins bis zwei Stunden folgte das vorbereitete Wurzelgemüse, welches ich in gesonderter Pfanne sorgfältig angeschwitzt hatte.
  • Deckel drauf und ließ den Fond übernacht ganz leicht köcheln.
  • zwei Gläser Fond waren das Ergebnis (Gurkengläsergröße)
  • Diese Köstlichkeit bereichert meine Soßen zum Hirschfilet, zur Rehkeule
  • und wir nennen ihn jetzt nach dem genannten Autotandler den „Ronnerfond“

Genießt die letzten Tage vor dem Fest! Heute werde ich einen Spaziergang machen… ich träume von einem erlesenen Cafehausbesuch, mit Punsch, Elisenlebkuchen oder dicken Cremetorten – schokoladig, cremig, angereichert mit….

Bis bald , schöne Zeit

M. KUhl