„Augustimpressionen visuell – liquid „

ohne Worte

Servus August, du hast dein Bestes gegeben – einwenig mehr Seewetter hätte ich aber doch erwartet

Sommergetränke

Einen schönen Sonntag

Status: 11 grad Dauerregen

Plan: Regenkleidung (Regenhose, Regenjacke, Gamaschen) und eine Runde Fahrradfahren, Bäcker, Zeitungen und dann warten bis die Sonne aufgeht.

„Liebe geht durch den Magen…“

Fortsetzung

Greta saß mit zittrigen Fingern vor dem Festanschluss und wählte vergeblich die Nummer ihres Vaters

"the participant is currently unavailable.." 

Warum erreichte sie ihren Vater nicht?

In ihren Schläfen hämmerte ein wahnsinniger Schmerz, sie war unfähig sich zu konzentrieren.

Der Keller, die verstaubten Gänge, die Tapetentür, das Eisenbett, die Wehrmachtsuniform – Was hatte dies zu bedeuten?

Wo war sie hier gelandet?

Sie wollte doch nur ihr Studium ….

Bewaffnet mit einem Stapel Notizen verließ sie die Wohnung, raus, raus , durchatmen, Prioritäten setzen

Was war nur mit ihrem Vater los?

Niedergeschlagen, ließ sie sich auf die Wiese am Eisbach im Englischen Garten fallen und träumte von diesen, samtigen, fluffigen Zwetschgenknödel, die Notizen und handgeschriebenen Rezepte ihrer Urgroßmutter ließen sie nicht mehr los.

Sie schwor sich, noch heute mit dem Sichten der Papiere zu beginnen.

Aber warum in der Welt erreichte sie ihren Vater nicht?

Es war Ende August, die ersten Blätter rieselten, tanzend von den Bäumen.

Heute Abend wollte Manfred mit ihr einen Plan erstellen, wie sie weiter vorgehen wollten. Konnte sie Manfred wirklich bedingungslos lieben und vertrauen?

Was war mit dem braungelockten „Retter“. Seit Wochen hatte sie ihn nicht mehr in der Uni gesehen.

Es bereitete ihr ein nicht zu beschreibendes Unbehagen. Alle Aktionen ihn ausfindig zu machen waren gescheitert. Sollte sie Manfred um Unterstützung bitten?

Langsam, müde und verzweifelt stieg sie die Treppen der Zentral-Biblothek hoch, blieb stehen, schaute auf die riesige Glaskuppel, die sie so liebte. Hier oben hatte Anne Frank gestanden….

Die Deutsche Geschichte hatte sie mit einem nicht zu beschreibenden Unbehagen verfolgt. Welchen Zusammenhang bestand da zu ihrer eigenen Familie?

Sie wußte eigentlich gar nichts, weder von ihrer verstorbenen Mutter, noch von dem Firmengeflecht, welches ihr Vater immer noch ganz alleine führte. Wenige vertraute Mitarbeiter standen im zur Seite. Warum hatte er nie wieder geheiratet? Da es ihr bislang an Nichts gefehlt hatte, sah sie auch keinen Anlaß sich mit den geschäftlichen Angelegenheiten auseinanderzusetzen. Wo war er der Schlüssel zum Glücklichsein? Ihr Vater hatte ihn offenbar nicht gefunden.

Würde die Liebe zu Manfred stark genug sein?

In ihrem dünnen Sommerkleidchen fröstelte sie und beschloss, erstmal eine Knochensuppe aufzusetzen.

Diese Suppe erweckt alle „Geister“ hatte ihr Vater ihr schon als Kind immer erzählt. Bis heute hatte sie aber noch keinen Geist erweckt. Vielleicht gelingt es ihr ja mit diesem Rezept:

„Knochenbrühe“

Knochenfond

Zutaten:

2 kg Rindsknochen gemischt mit Markknochen

Suppengemüse: Sellerie, Karotten, Lauch, Zwiebel

Tomatenmark, Paprika, Habaneros , frischer Ingwer, 1-2 Knoblauchzehen

Meersalz.

Zubereitung

  • die Knochen abwaschen und in einen großen Topf geben
  • das Suppengemüse waschen und grob zu recht schneiden
  • die gewaschenen Knochen in den Topf geben und anschwitzen, bis sie einen leichten Ansatz bilden, bzw. leicht bräunen
  • alles gut mit Wasser bedecken
  • das geschnittene Gemüse hinzufügen
  • aufkochen
  • salzen (1 1/2 Eßlöffel) bei einem großen Topf müssen es schon sein
  • Tomatenmark großzügig hineingeben
  • Deckel drauf und bei kleiner Stufe sich selbst überlassen
  • mindestens 2 Stunden
  • ggfs. den Schaum abschöpfen

Diese Brühe durchsieben . In Twistgläser füllen oder einfrieren. Hieraus entstehen wunderbare Kartoffel, Kürbis, Gemüsesuppen, Eintöpfe und auch Schmorgerichte lieben diese Brühe.

Jetzt kann der Herbst kommen, dachte Greta und nahm einen Stapel der vergilbten Papiere aus der staubigen Kiste.

Ein seltsamer Geruch erfüllte den Raum, modrig, es roch nach Bier, vermischt mit einem schweren Parfüm.

Die laue Vollmondnacht versöhnte sie einwenig und sie wartete voller Sehnsucht auf Manfred.

„Sehnsuchtsmarillen, Aprikosentrost…“

Werbung, da Namennennung

Spätestens im August, bekomme ich diese unstillbare Sehnsucht , dann wenn die Sommerhitze einwenig gebrochen ist, möchte ich an der Donau entlang radeln, mich durch die hügligen Weinberge der Wachau quälen , Marrillenknödel testen… Mit ganz viel Glück noch ein paar, superreife, vom Baum gefallene Marillen sammeln….

Die Marillenernte ist eigentlich vorbei.

Dieses Jahr tröste ich mich mit einem Großeinkauf in der Großmarkthalle.

Die Aprikosen, waren schon so der Händler „durch“. Genau diese Sorte will ich. Er schüttelte einwenig das weiße Haupt.

Na, denn mache ich ihnen, einen guten Preis und zwinkerte mit dem rechten Auge.

So entstand die Marillenmarmelade, die einem wirklich an die Wachau erinnert, somindestens eine Zutat ist aus Österreich impotiert.

Die Marmelade darf nicht zu flüssig sein, sie sollte nicht „schnittfest“ sein, sonder eine moussartige Konsistenz erreichen.

Der Geschmack sollte überwiegend von reifen, saftigen Aprikosen/Marillen geprägt sein.

Die Verbindung mit einem Hauch Rosmarin, bzw. einem kräftigem Schluck besten Marillen-Destillat führt schlussendlich zur Tranzsendenz der Marillen/Aprikosenmarmelade schlecht hin.

Auch bei Marmelade ist es von elementarer Bedeutung, das gilt für alle Fruchtmarmeladen, welche Zutaten ich verwende.

  • Mancher wird sagen, was für ein „Gesch…“, Zucker, gute, reife Früchte = gute Marmelade“. Das stimmt leider bei weitem nicht! Es sollte schon ein sehr guter Gelierzucker verwendet werden, versetzt mit braunem Rohrzucker, in dem eine Vanilleschote wohnt. Auch beim Gelierzucker, lohnt es sich auf Markenprodukte zurückzugreifen.

Rezeptur – Zutaten:

3 kg süße, reife Aprikosen/Marillen

Gelierzucker ( 2:1 oder 3 :1)

zwei Eßlöffel brauner Rohrzucker vanillisiert

80 ml besten Marillenbrand

1 Zweig Rosmarin

1 ganze Vanilleschote Bourbon-Vanille aus Madagaskar (Bezugsquelle kann auf Nachfrage übermittelt werden)

1 Biozitrone (Saft und Zesten) bewirkt, dass Gelieren und sichert auch den intensive Farbe

mehr braucht es nicht!

Zubereitung:

  • in einem großen Topf geben wir zwei Eßlöffel des braunen Rohrzucker (vanillisiert)
  • den wir langsam flüssig werden lassen
  • dann geben wir die entkernten Früchte hinzu ( es zicht einwenig – so soll es sein)
  • gut umrühren und den Gelierzucker über die Früchte verteilen
  • dann 1-2 Stunden stehen lassen , damit der Zucker sich mit den Früchten verbindet
  • in der Zwischenzeit die Gläser mit kochendem Wasser ausspülen und schon mal in Position bringen
  • die Vanilleschote auskratzen, den Marillenschnaps bereitstellen, die Zitrone auspressen und zesten
  • den Rosmarinzweig (groß und kräftig sollte er sein) bereithalten
  • dann die Früchte zum köcheln bringen (nicht auf höchster Stufe!)
  • und mit dem Holzlöffel immer mal umrühren, damit sich nichts ansetzt
  • ständige Beobachtung ist hier von Vorteil!
  • dann beginnt der Saft schon leicht zu gelieren (Test auf kleinem Teller)
  • nun ist der richtige Zeitpunkt, die Vanilleschote und das ausgekratzte Mark hinzuzufügen
  • den Rosmarinzweig ebenfalls auf die Früchte geben und alles gut umrühren
  • weiter köcheln lassen
  • die Früchte beginnen zu zerfallen
  • jetzt die Zitrone und die Zesten hinzugeben
  • die Früchte haben noch ihre ursprüngliche Form, aber das Fruchtfleisch beginnt auszutreten
  • jetzt ist der richtige Zeitpunkt für den Marillenschnaps
  • gut umrühren
  • weiter köcheln lassen , ca 3-4 Min.
  • final den Pürierer nehmen und die Masse kurz durchpürieren, so entsteht die mousseartige Konzsistenz!
  • schnell mit entsprechendem Marmeladentrichter in die vorbereiteten Gläser füllen
  • Twistverschluß und beiseite stellen, bis die Marmelade abgekühlt ist
  • ich bin davon abgekommen, sie auf den „Kopf zu stellen“ geht auch ohne
  • den Rest aus dem Topf in eine kleine Schale geben für den nächsten Morgen
  • die Offenbarung – ein frisches Hörndl, eine resche Semmel
  • der Marillentraum wird wahr!
-Aprikosen/Marillenmarmelade kurz vor dem Pürieren

Eigentlich ganz einfach oder? – wird doch jeder hinbekommen – es ist eigentlich die Grundformel für gute Marmeladen, unabhängig, welche Frucht sie wählen. Nur bei der Quitte ist es eine andere Formel.

Einen schönen Sonntag und genießt die letzten Sonnenstrahlen – es soll wieder leicht herbstlich werden

„Liebe geht durch den Magen….“

(Fortsetzung) Werbung da Namennennung

Die Isar liebte Greta ganz besonders, die lauschigen Plätze unweit vom Flaucher hatten es ihr, seit sie in München lebte ,angetan. Die Steine waren noch warm von der Augusthitze, die großen Feiergruppen waren abgezogen.

Sie breitete Ihre große Picknickdecke aus, stilvoll, wie Greta es liebte, legte sie das gestärkte, mit dem Monogramm ihrer Urgroßmutter bestickte Leinenkopfkissen auf, um die Köstlichkeiten zu servieren.

Der gut gekühlte Veuve Clicquot – den sie so liebte, perlte in den Champagnerschalen.

Manfred konnte es nicht fassen, was Greta unter einem kleinen Picknick an der Isar verstand.

Ihr Picknickkorb mit Kühlakkus hatte kaum auf’s Fahrrad gepaßt.

Sie hatte an alles gedacht und er schnitt das frische Baguette auf. Manfred konnte sich nicht entscheiden, was er zu erst sich nehmen wollte, den luftgetrockneten Schinken, den Rohmilchkäse, die Fenchelsalami, die Pastete, die kleinen süßen Kirschtomätchen, die herrlichen Trauben….

Greta hatte eine leichte Röte im Gesicht, sie war außer sich vor Freude und die Schmetterlinge im Bauch wollten nicht mehr aufhören es ihr zu deuten.

Eine tiefe Zuneigung empfand sie für Manfred, der sie aufgeregt ansah. Auf seinen langen, braunen Wimpern hatten sich kleine Tröpchen angesammelt. Manfred, der niemals sentimental wurde, dem immer das Praktische näher war, dem es ganz schwer viel, Gefühle zu zeigen, noch sie auszudrücken, war soo glücklich!

Natürlich hatte sie auch eine Flasche seines Lieblingsbiers dabei, dieses naturtrübe helle, welches in einer Münchner Braugaststätte hergestellt wurde schäumte auf die Isarkiesel.

Die leckeren winzigen Törtchen von Feinkosthaus, das weit über die Grenzen Bayerns bekannt ist, krönten das stimmungsvolle Picknick. Schokoladig, leicht herb – perfekt!

Die Sonne ging unter, nur noch die Natur gab ihre Laute von sich, die Luft wurde frisch und klar.

Das im Glas mit Sand gefüllte Kerzenlicht zauberte ein wunderbares Licht.

Manfred hatte eine Überraschung für Greta vorbereitet. Er wollte eine Flaschenpost versenden.

Auf dem grünen, nach Rosen duftenden Papier stand:

„Greta, Du bist das Zahnrädchen was mir immer gefehlt hat, Du bist die Sonne meines Lebens!

Geh mit mir auf die Lebensreise, wie diese Flaschenpost –

wo immer sie hinschwimmt, geh mit mir! „.

Die Flasche hatte ihre Reise begonnen und Greta war sprachlos, wieder diese Worte: “ Du bist die Sonne meines Lebens, gab es da eine Verbindung? Sie wollte heute nicht grübeln und küsste Manfred innig und er füllte ihr Glas mit Champagner.

Manfred hatte einen Bärenhunger und diese kleinen Röllchen hatten es ihm angetan, hauchdünne gegrillte Auberginen gefüllt mit einem Käse oder mit Kartoffel und Schnittlauch .

„Greta , wo hast Du die denn her?“

Greta lächelte, weisst Manfred, die Aubergine war so schön, das Käserezept meiner Ururgroßmutter wollte ich schon lange mal ausprobieren und so sind sie entstanden, diese Röllchen.

„Auberginen Röllchen gefüllt mit bayrischem Kartoffelkäse“

Zutaten:

1 mittlere Aubergine

1-2 Knoblauchzehen,

Petersilie, Meersalz

300 gramm festkochende Kartoffel

180 gramm Sauerrahm

1 Eßlöffel Kefir oder Milch, dann 3Eßlöffel

3 Eßlöffel Sahne

2 Eßlöffel gute Butter

Schnittlauch

1 Schalotte

Zitronenabrieb

Gewürze: Salz, gemahlener Kümmel, weißer Pfeffer,

Zubereitung:

  • Aubergine mit der Brotmaschine in dünne Scheiben schneiden
  • eine Schale mit Wasser bereitstellen
  • Wasser kräftig mit Meersalz verrühren
  • die Auberginescheiben in das Wasser legen
  • die Kartoffel mit der Schale im Schnellkochtopf ca. 8-10 Minuten kochen
  • dann noch warm pellen
  • Tipp: unter fließendem kalten Wasser geht das ganz leicht
  • die Milch /Sahne leicht erhitzen und mit den angegebenen Gewürzen versehen
  • die Schalotte glasig andünsten – wichtig : ganz klein hacken
  • Schnittlauchröllchen vorbereiten
  • dann aus den restlichen Zutaten einen Teig zusammenrühren
  • abschmecken, etwas Zitronenabrieb hinzugeben
  • in einen Spritzbeutel geben und im Kühlschrank ruhen lassen
  • mindestens 1/2 Stunde

Auberginenröllchen:

  • nun wenden wir uns unseren Auberginenscheiben zu
  • die Scheiben abtropfen lassen und auf Küchencrepe legen, ruhig mehrere Schichten
  • den Grill anheizen, die einzelnen Scheiben mit Olivenöl u. etwas Salz bestreichen und
  • grillen (s. Foto)
  • die Scheiben etwas abkühlen lassen – auf Küchencrepe
  • dann mit gehackter Petersilie und gehacktem Knoblauch leicht bestreuen
  • den Kartoffelkäse aufspritzen und verteilen
  • Röllchen herstellen
  • leicht mit Parmesan und einem Hauch bestem Balsamico versehen und genießen.

Tipp: warme Variante in Tomatensoße kurz erwärmen – ein Traum!

  • auf Zahnstocher aufspießen 1/2 Cherrytomate, Mozzarellabällchen, leicht mit Olivenöl beträufeln und einen Hauch getrocknete Kräuter der provence gönnen.
  • so lohnt sich die eigentlich aufwendige Herstelung der restliche Kartoffelkäse ist vielseitig einsetzbar
  • Brotzeit, Biergarten, Füllung für Ravioli…

Wie die Geschichte weitergeht werdet Ihr erfahren

Soviel schon mal voraus, es bleibt spannend.

„Metzgerfinger und Bratkartoffel….“

(Werbung da Namennennung)

Nach langen Grillabenden mit erlesenen Beilagen (gegrilltes Gemüse, mariniert mit dem alten Balsamico und den Salzkapern,gefüllte Auberginenröllchen in Tomatensoße, diversen Couscous-Varianten, Süßkartoffel vom Blech mit den Gewürzen des Orients, resche Kartoffelscheiben, fein aufgeschnitten mit Rosmarin, diversen Kräuterdips, Zasiski, Nudelsalat, Kartoffelsalat, Reissalat, Knoblauchbrot, Sommerbrote, Fisch in allen Variationen, Lamm, dicke durchgehangene Steaks, saftigen Köfte aus Rind/Lammhack….., Meeresfrüchten, Salaten von meinem Balkongärtchen) reicht es mir!

Das Grillen ist – nachdem das Fleisch/Fisch eingelegt und vorbereitet im Kühlschrank liegt, kein großer Aufwand

Die Vorbereitung der Beilagen und Salate ist zeitintensiv und bleibt an mir hängen, der „kleine“ Picknickimbiss für den See ist für Gö-Ga selbstverständlich. Kühltäschchen pflegen – immer gekühlte Akkus parat haben – Flaschenöffner….

Es folgt die Teilgrillpause I !

Was das heißt? Nun ich lebe meine Würstelleidenschaft in vollen Zügen aus, bei meinen Streifzügen, bin ich immer auf der Suche nach guten Landmetzgereien und nach besonderen Würsten, ob zum Grillen, Sieden oder aus der Faust zu essen- egal.

Stolz, leicht mundwässrig , gönne ich mir den Geruch, frischer Würste und denke sehnsüchtig, an meinen Onkel, den Metzger Alois (s. Beitrag „Die Sau ist tod“)

Diese mannsfingerdicken Schweinewürstel hatten mir es angetan!

Klein, kurz und so dick, wie die Finger meines Onkels.

Am besten werden sie , wenn man sie gaaanz, langsam auf Holzkohle grillt, bis sie die gewünschte Farbe annehmen, aber innen saftig bleiben und der Naturdarm sich verbindet.

Einwenig Kren , Senf – ich liebe die französischen Sorten… und natürlich eine große Pfanne Bratkartoffel, bayrisches , frisches Bier und die Welt ist „weiß-blau“. Augen schließen und dann kommen sie von selbst diese weiß-blauen Rauten.

„Meine Bratkartoffel“

Sä ä

Zutaten:

1 kg festkochende Kartoffel

Sonnenblumenöl

ein großes Stück gute Butter (ca. 100 – 120 gramm

Salz

🧈 ungeschält, gelb, neue Ernte

Kümmel

Panch Phoron

Zubereitung:

  • im Schnellkochtopf am Tag vorher abgedämpft
  • eine Pfanne (ich nehme die große Gusspfanne) mit einem großen Stück guter Butter versehen
  • und einem kräftigen Schuss neutralem Sonnenblumenöl
  • jetzt muß die Pfanne richtig heiß werden
  • die Butter schäumt und ziert sich einwenig
  • durch die Verwendung von neutralem Öl verhindere ich, dass die Butter schwarz wird
  • der buttrige Geschmack bleibt erhalten
  • die Kartoffel schneiden wir in dünne Scheiben und lassen sie Pfanne gleiten
  • zunächst bekommt jede Kartoffelscheibe ihren Platz in der Pfanne
  • einfach einwenig Geduld haben, nicht schwenken , wenden oder hin und herschieben
  • wenn die Kartoffel Farbe angenommen haben, schwenken, wenden und weitere Scheiben nachlegen
  • salzen und wieder bräunen lassen
  • die Pfanne nimmt nach und nach alle gekochten Kartoffelscheiben auf, aufgrund der Fettzusammenstellung und der
  • konstant hohen Temperatur saugen sie Kartoffel sich nicht voll Fett, sondern werden braun und knusprig
  • final mit einer Prise Kümmel und einer Spur Panch Phoron (indische Gewürzmischung, mit gerösteter Saat)
  • jetzt sind auch die Metzgerfinger fertig!

Viel zu schnell waren die Metzgerfinger gegessen, die letzten Kartoffelscheiben aus der Pfanne gefischt.

„Was hast Du denn da für ein Gewürz verwendet?

Verraten habe ich es nicht, denn dann hätte es wieder endlose Diskussionen gegeben.

Wie heißt es so schön: „Männer dürfen alles essen, aber nicht alles wissen..“

Viel Spaß bei der Suche nach dem Metzgerfinger und beim Zubereiten der Bratkartoffel.

P.S gutes Foto war nicht möglich, denn die Pfanne war leer, noch bevor ich mich um entsprechenden Hintergrund bemühen konnte.

„Summer hot and spicy…“

(Werbung, da Namensnennung)

Der Asphalt ist weich, er droht zu fließen , die Hitze flimmert vor den Augen.

An der roten Ampel stehe ich in der Stadtmitte, der Schweiß rinnt mir den Rücken herunter, obwohl ich nur ein paar Kilometer langsam geradelt bin.

Die Trekkingsandalen haben das typische Muster auf die Füße gebrannt, der Körper saugt jeden Schluck Wasser gierig auf, um ihn sofort wieder preis zu geben.

Das kurze Gewitter – fast schon eine Erlösung -.

Im August sind die Tage merklich kürzer und die Sonnenauf – und Untergänge spektakulär. Der See hat die Spätsommerbrise am Nachmittag und läßt die Müdigkeit in die Glieder fahren.

Ganz tief im Inneren spüre ich, dass der Sommer gehen will….

Jeden lauen Abend pflege ich die Lichter zu entfachen und seit langer Zeit, habe ich das Bedürfnis einen schönen, schweren Rotwein zu trinken.

Dazu eine heiße, scharfe Suppe , geröstetes Knoblauchbrot und dann den Fledermäusen zu schauen, bis die Lider von selbst sich langsam schließen und Gö-Ga drängt : „Es ist schon spät, willst du Draußen schlafen?“

Hier meine hot and spicy soup

Sommersuppe für Genießer

Zutaten:

  • das Gemüsefach öffnen
  • 2 Karotten
  • 1/2 Blumenkohl
  • 1/2 Fenchel
  • 4 Tomaten
  • 1 große Kartoffel /festkochend
  • 1 Spitzpaprika – rot –
  • 1 grüne türkische Paprika
  • 2 scharfe lange Paprikaschoten
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • Stangensellerie
  • bzw. alles was im Gemüsefach sich anbietet.
  • die ersten Chilis vom Balkon
  • 1 Liter Gemüse oder Fleischbrühe aus dem Vorrat oder Gemüsefond, Rinderfond.
  • 4 scharfe Brühwürste vom Metzger Roiderer aus Straßlach (oder einem Metzger eures Vertrauens)
  • 2 Eßlöffel Olivenöl bester Güte

Gewürze: Safran, Kubenpfeffer, schwarzer Peffer, Meersalz, Chili, geräuchertes Salz, Auberginen-Paprikapaste, Tomatenmark, brauner Zucker mit Vanille, geräuchertes Paprikapulver scharf.

Ein Bouget aus Thymian, Salbei, Rosmarin, Zitronenthymian, Basilikum mit dem Küchengarn zusammenbinden.

Zubereitung:

  • das Gemüse putzen und in mundgerechte Stücke schneiden
  • Zwiebel klein hacken
  • 2 Eßlöffel Olivenöl in den Topf geben
  • die gehackte Zwiebel hinzufügen und leichtanschwitzen
  • mit einem Teelöffen (braunen Zucker, in dem eine Vanilleschote wohnt) karamellisieren
  • 1 kräftigen Teelöffel Tomatenmark, sowie die Auberginen-paprika-Pasten hinzugeben
  • Karotten und Knoblauch hinzufügen
  • nach und nach sämtliches Gemüse in den Topf geben und mit der Brühe ablöschen.
  • auf kleiner Flamme simmern lassen
  • dann die Gewürze zuführen
  • final eine kräfte Brise Rauchsalz, sowie das Kräuterbouget in den Topf geben
  • alles solange kochen, bis das Gemüse bißfest ist.
  • abschmecken
  • und heiß mit dem Knoblauchbaguette servieren

Schaut selbst, diese Suppe ist ein echtes Highlight für heiße Augusttage bzw. Abende.

Guatn!

„Liebe geht durch den Magen…“

(Fortsetzung)

Manfred war restlos fertig, die Welt stand auf dem Kopf. Gleichzeitig brannte er darauf, nochmal in den Keller zu gehen.

Gab es doch die von Berta beschriebenen Geheimgänge? Wo sollten sie hinführen?

Vielleicht waren es auch nur ein Luftschutzbunker aus dem 2. Weltkrieg.

Die Dramaturgie der Kisten offenbarte sich ihm und er wußte nichts mehr würde für ihn so sein, wie es einmal war.

Greta keuchte, sag, sag doch was. Manfred, was ist denn los?

Greta, ich habe diese Kisten geöffnet und zwei von ihnen enthielten ca. jeweils 150-200 Millionen Reichsmark.

Dann, Du wirst es nicht glauben, eine ganze Kiste mit unzähligen Lebensversicherungspolicen von jüdischen Emigranten.

Alle ausgestellt von der Blauen Versicherungsgesellschaft 1750, mit dem Sitz in München und New York.

Die dritte, schwere Kiste, war kaum aufzubekommen. Stundenlang habe ich mich gequält, bis diese Kiste ihren Inhalt freigab.

Hier waren Kaufverträge, Geburtsurkunden, Grundbuchauszüge, Schuldverschreibungen , Gold- u. Silbermünzen enthalten. Diese Urkunden stammen teilweise aus dem 18. Jahrhundert, außerdem enthielt diese Kiste Familienstammbäume, sowie Hinweise auf Orte, wo Kunstobjekte versteckt sein sollen.

Unzählige Briefe, handschriftliche Koch-u. Backanleitungen, div. Bilanzen….

Greta, bitte Du mußt mir jetzt vertrauen, ich weiss wirklich nicht , was wir jetzt tun sollen.

Der Inhalt der Kisten, soweit ich es derzeit überblicken kann, betreffen sowohl deine Vorfahren und ich glaube auch meine Familiengeschichte ist hier betroffen und zwar in einem Maße, wie ich es mir niemals vorstellen konnte.

Wo soll ich diese Kisten mit dem Inhalt aufbewahren, an wen soll ich mich wenden?

Greta schluckte, diese seltsame Panik stieg in ihr auf. Sie mußte jetzt einen kühlen Kopf bewahren.

Manfred, wir müssen den Inhalt sichten, zunächst werden wir uns mit den Familienstammbäumen und auch mit den Urkunden, Briefen auseinandersetzen. Das Geld ist nichts mehr wert.

Dann sehen wir weiter. Auf jeden Fall, werde ich noch heute meinen Vater anrufen und ihn informieren.

Greta ging auf Manfred zu, umarmte ihn , ihre dunklen Augen füllten sich mit Tränen.

„Manfred, aber Du hast doch gesagt, dass Du mich liebst!“ Gibt es einen Grund an deiner Liebe zu zweifeln, sag mir es bitte, wenn ja, dann gleich..!“

Manfred antwortete mit wässrigen Augen:“ Aber Greta, glaube mir, ich liebe Dich, mehr wie Du ahnen kannst

Etwas stand zwischen ihnen, dass fühlte Greta ganz deutlich.

Manfred, wir müssen, die Geschichte unserer Familien anhand dieser Unterlagen zurückverfolgen. Vielleicht wird uns dann einiges klarer.

Heute machen wir ein kleines Picknick an der Isar bei dem schönen Wetter, genießen den Sonnenuntergang am Kieselstrand. Zum Kochen, habe ich heute keine Muße.

Fortsetzung folgt…

P.S. bin am See , obwohl die Stadt irgendwie einwenig leerer erscheint. Heute sogar im Uni-Viertel gegen 9:30 beim Franzosen – ein Plätzchen bekommen. Das ist Lebensqualität pur.

„Wundersame Brotvermehrung….“

Die derzeit schwülen Tage , beflügeln auch mich nicht , den heimischen Herd zu quälen.

Nachdem meine Linsenknödel so viel Zustimmung fanden, dachte ich, der Linsenteig ist schnell gemacht und dazu kann dann der Grillmeister diese herrlichen Hähnchenschnitzel mit Haut – die so knusprig werden…. grillen

Diese Linsen neigen allerdings dazu sehr schnell anzubrennen, sogar im Schnellkochtopf.

Also einwenig einweichen, eine Runde laufen…

Nach einer Stunde hatten sie sich vollgezogen und ich nahm einen großen Topf , gab Wasser hinzu und dann es schäumte, schäumte überdimensional !Waschpulver hatte ich nicht zugeführt.

Ok, nach ca. 8-9 Minuten spülte ich die Linsen durch ein Sieb – gab sie zurück in den Topf – welche eine Menge!

und dann entstand ein wunderbares cremiges, sättigendes Püree.

Ein wahrer Traum, Koreanderperlen, Koreanderblättchen fein schneiden und so tun…. als wenn es die neueste Erfindung der Götter wäre.

Mmh, das ist aber sehr gut abgeschmeckt, so fluffig – wie haste es denn gewürzt….?????

Ich hätte am liebsten losgebrustet.

„Mama, ich nehm den Rest mit zum Picknick am See, das schmeckt auch kalt total gut, tönte es heute morgen…“

So entstehen Rezepte und jetzt lass ich Euch wissen wie es genau funktioniert

Zutaten:

500 gramm rote Linsen

100 gramm gute Butter

Meersalz

1 walnußgroßer Stück frischen Ingwer

10 cm Kurkumawurzel

1/2 Teelöffel Chiliflocken oder frischen Chilli

1 Teelöffel mildes gelbes Curry

1 Teelöffel has el hanut

1 Messerspitze gemahlenen Kreuzkümmel

Koreander frisch

Mehrsalz aus der Mühle

Zubereitung:

  • Linsen waschen u. in einem Sieb abtropfen lassen (Einweichen ist bei dieser Sorte nicht zwingend)
  • ohne Salz gut mit Wasser bedecken und ca. 8 -10 Minuten kochen
  • absieben und zurück in den Topf
  • mit dem Pürierstab fein pürieren, es sollte schon sehr cremig sein
  • nach und nach die Butter in die heiße Masse geben
  • Ingwer und Kurkuma über die Masse reiben und verrühren
  • dann würzen, salzen
  • und mit dem gehackten Koreander, bzw. den kleinen intensiven Perlen

Schmeckt gar nicht nach Linsen und ist soo easy gemacht!

P.S die Recherchen zu „Liebe geht durch den Magen“ dauern an

Ich erbitte einwenig Geduld, denn ich schreibe die Shortstories ohne Konzept – einfach spontan.

„Dschungelgefühl und Stadtverkehr…“

Alle reden über das Wetter – …….

Auf der ganzen Welt dient es als smaltalk , Eröffnung eines Gesprächs, dessen Verlauf ein ganz anderer nimmt.

Diese Woche konnte man schon deutlich die aufsteigende, feuchte Kälte wahrnehmen, wenngleich es tagsüber meist wieder tropisch wurde und am frühen Abend begann es pünktlich gewaltig zu schütten, begleitet von Donner und einem bedrohlichen Wolkenspiel.

Ich habe das Gefühl ich lebe im Dschungel, die grüne Lunge auf meinem Stadtbalkon ist explodiert. Fast wöchentlich kann ich meine Pflücksalate, Mangold, kleine scharfe Paprikas ernten und das lästige Gießen erledigt der sich täglich öffnende Himmel.

Irgendwie habe ich mich arrangiert, mein Fahrradregencape hat sich auch für meine Walkingrunden bewährt .

Soweit , so gut.

Gestern, bildete ich mir am Spätnachmittag ein, ein paar „dringende“ Besorgungen in der Stadt zu erledigen.

Genüßlich radelte ich etwas „außenherum“ in die Stadt.

So viele Menschen hatte ich seit einem Jahr nicht mehr gesehen. Touristen aus aller Welt, vor allem der arabischen, bevölkerten die Kaufingerstraße.

Im Stadtcafe ergatterte ich mir einen schönen Aussichtsplatz, genoß das Leben.

Es dauerte nicht lange, ein netter, gepflegter, schätzungsweise mitte 50ziger, fragt höflich, darf ich mich zu ihnen setzen

Ich wollte nicht so sein, der traut sich was , dachte ich. Er bestellte einen großen Capuccino (nachmittags um 17.15)

Blätterte halbherzig in den Prospekten des Stadtmuseums und dann ! – ohne zu fragen, zündet er sich eine Zigarette an.

Im Freien darf er rauchen, ehrlich es stört mich eigentlich überhaupt nicht , vielleicht hätte ich aus Sympathie eine mitgeraucht – a b e r

Es ist keine Art! Fragen kostet nichts und Anstand ist das Mindeste was ich erwarten kann.

Mit todesverachtender Mine schaute ich ihn an, er wollte ein Gespräch beginnen..

So nicht Freundchen, mit mir nicht.

Lächelnd genoß ich meinen Campari , biß mir dreimal auf die Zunge, denn Verachtung kann man auch anders ausdrücken

Campari – Orange

Gegen 17:30 Uhr beschloß meine Einkäufe zu erledigen, Parfümerie, Sportladen, Wäscheladen und natürlich

Wohnaccessoires. So lange hatte ich es nicht mehr getan, sich einfach treiben lassen….

Das Fahrrad war mir allerdings fast schon lästig. Ständig mußte ich einen Stellplatz suchen, von wegen fahrradfreundliche Stadt – „keine Fahrräder abstellen“ …. , obwohl der Jakobsplatz riesig ist.

Freudig überrascht stellte ich fest, dass meine „alte“ Fahrradroute aus der Stadt , Richtung Sendlinger Tor, neu gestaltet ist, die Baustellen verschwunden sind.

Dann bin ich, ja in 10 -15 Minuten daheim.

Der Horrortrip begann! Ein Donnergrollen, sofort öffnete der Himmel seine Schleusen

Hastig zerrte ich das Cape aus der Satteltasche

Zügig reihte ich mich in die nichtendende Schlange der Radfahrer ein. Ansich ist der Fahrradweg für die Masse an Radfahrern/innen etwas schmal. Mein Tacho zeigte einen Schnitt von 15-18 km/h an.

Eigentlich ist das für die Innenstadt meines Erachtens ein normales Tempo. Weit gefehlt! Von rechts wurde ich von einem Elektroroller mit irrem Tempo überholt, dann zwängte sich von links ein E-Bike- Raser an mir vorbei. Rechts, links überholte er, obwohl er an der nächsten Ampel, keine 300 m wieder stehen mußte.

Solche Mengen an Fahrradfahrer/innen habe ich noch nie auf dieser Strecke gesehen.

München ist keine Fahrradstadt mußte ich wiedermal feststellen. Die Fahrradwege enden abrupt ohne Hinweise, sie sind schmal, halbherzig angelegt.

Ich möchte die Autofahrer nicht verbannen, es gäbe sicher bessere Möglichkeiten ! Wären die Fahrradwege von gewisser Breite, könnte man z. B. eine Schnellspur für die Elektrobetriebenen Fahrzeuge einrichten, es gibt ja auch mehrspurige Autostraßen mit entsprechenden Geschwindigkeiten.

Vollmundige, politische Aktionen, Umfragen helfen da keineswegs die Situation zu verbessern!

Positiv – München lebt wieder a bisserl

„Liebe geht durch den Magen …“

(Fortsetzung)

Singend vor Glück stand Greta unter der Dusche, der Schaum der an ihrem makellosen Körper hinablief färbte sich grau.

Die Schmetterlinge in ihrem Bauch waren nicht zu bändigen.

Gleichzeitig war sie aufgewühlt – was wird sich in den schweren Kisten verbergen ?

Gelingt es ihr endlich ihre Wurzeln zu finden?

Heute wollte sie einfach einmal glücklich, zufrieden und fröhlich sein.

Greta begann zu putzen, bald strahlten die Fliesen im Bad und die Armaturen sie an, die Küche schrubbte sie kräftig, den Kühlschrank räumte sie aus und wichtige ihn mit einer leichten Essiglauge aus. . .

Die ungebügelte Wäsche verstaute sie im Schrank.

Liebevoll deckte sie schon mal den Esstisch mit ihrem besten Porzellan, den Messerbänkchen aus Frankreich, den Stoffservietten mit ihrem Monogramm.

Den schweren silbernen Kerzenständer – natürlich – angelaufen. Emsig putzte sie mit ihrer Spezialpaste und er erstrahlte in neuem Glanz.

Eigentlich fehlen nur noch die Rosen, dachte sie. Diese Frage war immer noch nicht geklärt, wer der Rosenkavalier gewesen war. Manfred ? irgendwie paßte das nicht zu ihm, er war doch er robust, praktisch, analytisch unterwegs.

Leise klassische Musik – ihre kleinen Kunstschätze – würdig in Szene gesetzt, Greta liebt die farbenfrohe Kunst der Impressionisten, ob Edouard Manet,Claude Monet , Paul Cézanne…

Die Ausstellungsfähigkeit von Franz Marc und Wassily Kandinsky – „Der blaue Reiter“ , waren in erreichbarer Nähe zu erleben. Ihre geliebte Kirchenkunst und die schönsten Barockkirchen wollte sie unbedingt besuchen.

Greta träumte davon, den Menschen auf unkonventionelle Art die Kunst näher zu bringen und die Handelsbeziehungen ihres Vaters zu nutzen, um der ganzen Welt zu offenbaren, wozu die Künstler fähig sind, wenn man ihnen den erforderlichen Rahmen schaffen kann.

Mit der fruchtigen, feurigen Linsensuppe im Glas gereicht würde sie den Abend eröffnen, dann eine knusprige gegrillte Hühnerbrust mit dem Koreanderchutney – Reis ? oder Aubergineröllchen, Zucciniröllchen gefüllt mit einem Kräuterricotta.

Das Dessert, Beeren, an Vanillesahne!

So sehr war sie beschäftigt, dass sie die Klingel nicht hörte. Es pochte jemand an die Tür. Ihren Körper durchzuckten wieder diese dumpfen Schmerzen, die Angst siegte wieder und beherrschte die nach Atemluft ringende Greta.

Zittrig schaute sie durch den Spion. Manfred stand vor der Tür, schweißgebadet, mit hochrotem Kopf. Er schien verzweifelt zu sein.

„Greta, bitte, mach auf…. keuchte er !“ Sie öffnete und Manfred stürzte in die Wohnung, ließ sich in den Ohrensessel am Fenster fallen, Greta ich habe die Kisten geöffnet.

(Fortsetzung folgt)

„Sauerteigtag 100 %“

(Werbung , da Namensnennung)

Mein Hermann (Sauerteig Roggen, ca. 8 Jahre alt) sehr eigenwillig, triebstark, ausschließlich mit Roggenvollkornmehl u. Wasser geführt, hatte ich gefühlt 2 Monate nicht gebraucht.

Ihr werdet es nicht glauben, nach 2 maligem füttern (50 gramm Roggenvollkornmehl, 50 gramm 40 grad warmes Wasser, dann 100/100) war er wieder ganz der Alte.

Eigentlich ist dieses Roggen-Sauerteig-Brot ein Winterbrot für mich.

Mit diesem Brot habe ich vor 10 Jahren meine Brotbackerei begonnen und schon viel hierrüber geschrieben.

Eigentlich ist dieses Brot ein Bauernbrot, wie ich es mit meiner Großmutter im Backhaus gebacken habe.

Die Rezeptur ist ansich einfach, wenn die Temperaturen, die Wassermengen, der Sauerteigtrieb, das Mehl… stimmt.

Es wird immer ein ganz kleinwenig anders, wie beim letzten Mal backen.

Wie ihr wißt befinde ich mich im Unruhestand. Ihr werdet nicht glauben, was es da an vermeintlichen „Backforen, Sauerteiggruppen, Backwissenschaften“, sich im Netz tummelt.

Natürlich schloß ich mich einer Gruppe im „Gesichtsbuch“ an.

Teilte eines meiner Brotrezepte stolz mit und wurde gleich von der „Zensur“

mit Fragen gelöchert, getadelt und als ich ein angenehmes WE wünschte und meinen Sommerdrink einstellte, gleich in die Schublade der Alkoholiker/innen (jetzt bin ich mal genau) eingestuft.

Natürlich habe ich mich gleich wieder von dieser fundamentalistischen Gruppe verabschiedet und mich gefragt, warum tun diese Menschen das. Paralellen habe ich gesucht und in Politik, Literatur… festgestellt. Denkt mal drüber nach.

Genug, zurück zum Sauerteigbrot. Es sollte haltbar sein, herzhaft und eine schöne dunkle Kruste haben. Die Krume sollte ausgeprägt sein und wenn möglich , sich nicht zu einem breiten Fladen entwickeln.

Mein Hermann hatte sich kräftig aufgeblasen und so nahm ich :

Zutaten:

Vorteig: (mindestens 2 Stunden, am besten über Nacht, da er Wärme braucht ( bei 28-30 grad ideal)

210 gramm Sauerteig aktiv

160 gramm Roggenmehl 1370

110 gramm Roggenmehl 997

Brühstück:

100 gramm Roggenschrot mit 120 gramm kochendem Wasser übergossen und über Nacht stehen lassen.

Hauptteig:

500 gramm Roggenmehl

25 gramm Salz

20 ml Sonnenblumenöl

1 Teelöffel Roggenmalz dunkel (inaktiv)

2 1/2 Eßlöffel Brotgewürz körnig (bestehend aus Fenchel, Koreander, Kümmel)

120 ml Wasser – warm-

Zubereitung:

Alle Zutaten der genannten Faktoren (Vorteig, Brühstück , Hauptteig) in den Kessel der Küchenmaschine geben -bzw. mit Handschuhen von Hand kneten.

Dauer mit der Maschine ca. 5 Minuten ( es sollte alles gut durchgemischt werden)

Dann decken wir den Teig mit einer Folie ab und lassen ihn ca. 30 Min. ruhen.

Dann geben wir den „Batz“ in ein mit Vollkornroggenmehl ausgestäubtes Gärkörbchen und warten, dass der Roggenteig backbereit ist.

Dies ist eigentlich das Schwierigste an diesem Brot. Für mich ist das Brot backbereit, wenn sich Risse gebildet haben und das Volumen sich wesentlich erhöht hat.

Schaut selbst ! Es sah alles vielversprechend aus. In unserer unmittelbaren Nachbarschaft gibt es zwei Großbaustellen

gewisse Einschränkungen nehmen wir gerne hin, soll ja alles so viel besser werden (Wasserzufuhr unterbrochen, Lärm..)

  • man baut eine Interimslösung für das Kulturzentrum Gasteig (Volumen ca. 40 Mill.)
  • ausserdem BESTANDSBOHRUNGEN FÜR GEOTHERMIE VON DER FORSCHUNG IN DIE PRAXIS

Gestern, nach langwierigen Hamstereinkäufen, Brot bei 260 grad eingeschoben, Wasser zum Schwaden hinzugefügt, dann

der Schock des Tages, Stromausfall über Stunden !

Folge Brot nicht abgebacken – nur die ersten 10 Minuten Hitze bekommen –

War nicht mehr zu retten.

So das war es mit meinem 100%igen Sauerteigtag.

„Liebe geht durch den Magen …“

(Fortsetzung)

Greta ist aufgeregt, aufgewühlt, ihre Hände können sich nicht ruhig halten.

Wird sie heute den Schlüssel zur ihrer Familiengeschichte finden?

Manfred, frisch rasiert – eigentlich sieht er gar nicht schlecht aus – denkt Greta.

Der muskulöse Körper, die breiten Schultern, die ausdrucksvollen Hände – hätten A. Dürer gefallen , huscht es Greta durch den Kopf und öffnet ihm lächelnd die Türe.

Manfred hatte den großen Schlüssel, eine riesige Stabtaschenlampe und einen festen Müllsack dabei.

Die Expedtion Keller konnte beginnen.

Die Beleuchtung der steilen Kellertreppe ist dürftig. Greta vermeidet es, wenn sie es irgendwie vermeiden kann, 146 Stufen herabzusteigen. Ihr Kellerabteil müsste sie auch mal aufräumen, denn was hier gelagert wird, braucht sie eigentlich nicht mehr.

Die Kellerverschläge reihen sich aneinander, die Luft ist trocken und durch die winzigen Kellerluken zur Straße fällt wenig Licht herein. Die Spinnen haben ihr Revier sicher im Griff.

„Manfred, ich glaube wir sind umsonst hier, schau dich um, wo sollen denn hier weitere Gänge sein?“

Die unabsichtliche, kurze Berührung von Manfred löst bei Greta elektrische Impulse aus, die sie vorher noch nie so empfunden hat.

Am Ende der Verschlagreihe befindet sich ein mit Backsteinen gemauerter Rundbogen und ein weiterer Gang ist nicht in Sicht. Ratlos schauen sie sich an. Vielleicht habe ich alles nur überbewertet und Berta’s Märchenstunde eine erfundene Geschichte, um kleine Jungen das Fürchten zu lernen.

Manfred – nahm sich allen Mut zusammen – ging einen Schritt auf Greta zu, stolperte praktisch über den Müllsack und tat was er schon seit langer Zeit tun wollte. Er zog Greta ansich und nahm ihre Gesicht in beide Hände.

„Greta, Greta ich, ich liebe Dich“ Er küsste sie und die Schmetterlinge in seinem Bauch jauchzten, die Welt drehte sich….

Greta, ließ es geschehen – noch bevor sie Herr ihrer Sinne war, stürzte die Mauer in dem Rundbogen ein, die beiden den nötigen Halt gegeben hatte. Was war das denn für eine Mauer? Beide saßen lachend und unverletzt am Boden.

Die Mauer bestand aus morscher Pappe, der Gang ging weiter. Es war stockdunkel, roch modrig und eine Staubschicht – grau schwarz – erstickte alles. Manfred nahm Greta an die Hand leuchtete jeden Schritt aus, so schlichen sie den nicht endenden Gang entlang.

Rechts und links nur dunkles Backsteingemäuer. Greta war mulmig zu Mute, kommen wir hier wieder heraus?

Andererseits fand sie es total spannend. Sie dachte an ihren alten Architekurprofessor und die Vorlesung über die Ziegelproduktion und die berühmte Lehmzunge, die es ermöglichte diese wunderbaren Ziegel herzustellen.

Die Lehmzunge
war nach der letzten Eiszeit im Verlauf
von Jahrtausenden durch Ablagerung
und Verwitterung von Gesteinsstaub
entstanden. Mehrere Jahrhunderte lang
wurde an einigen wenigen Stellen im
Münchner Osten der Lehm mit hand-
werklichen Mitteln zu Ziegeln verar –
beitet….

Darüber könnte sie doch ihre Hausarbeit schreiben…!

Greta, schau rief Manfred hier was ist das denn? Hier geht es nochmal ab nach rechts, wieder eine Papptüre? Greta war schon ziemlich erschöpft , gleichzeitig voller Energie und Tatendrang. Sie fühlte sich wohl in der Gesellschaft des starken, klugen Manfreds. Der Gang nach rechts schien nicht zu enden. Doch dann eine Türe, massives, schweres dunkles Holz.

Der Schlüssel passte zwar, aber das Schloß -Manfred wußte er mußte mit sehr viel Gefühl arbeiten, denn sonst brach der Schlüssel – er bewegte den Schlüssel vor und zurück und hatte den Eindruck, dass das Schloß sich lockerte.

Schließlich ließ sich der Schlüssel drehen und die Tür sprang knarzend, quitschend auf.

Gretas Herz pochte, ihr Atem stockte, die Worte kamen nur bis an die Zähne und verstummten.

Ein altes Eisenbett, im hölzernen Kerzenhalter steckt die fast runtergebrannte weiße Kerze , ein kleiner Tisch und was sind das für schwere Kisten, die ebenfalls mit Schlössern gesichert sind. Eine verstaubte Wehrmachtsuniform, wohl aus dem 2. Weltkrieg Greta, die Kisten bekommen wir so nicht auf, da brauche ich Werkzeug.

Greta konnte es nicht fassen, die alte Berta hatte doch nicht nur Geschichten erzählt. Ganz tief aus der Magengegend machte sich ein Gefühl breit, das keinen Aufschub duldet und heute Abend würde sie für IHN kochen.

Indisches pikantes Hühnchen – meets Balkanreis

Zutaten:

  • eine Hühnerbrust
  • 400 gramm Mangold – bunt- (hatte sie auf ihrem Balkon gezogen)
  • 2 kleine rote Schalotten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3-4 Tomaten gehäutet und klein geschnitten
  • kalte Butter
  • 1 Teelöffel Honig
  • 1 Teelöffel Auberginen/Paprika Creme
  • 1/2 Teelöffel der selbst hergestellten Habaneros-Paste (oder rote Currypaste)
  • Gewürze: Steinsalz, schwarzer Kubenpfeffer, gelbes Curry mild, Garam Masala
  • den besonderen Pfiff des Gerichts geben die grünen Koreanderkörner

Zubereitung:

  • Fleisch von Sehnen befreien -soweit vorhanden und in mundgerechte Würfel schneiden
  • Schalotten möglichst klein hacken, ebenso die zwei frischen Knoblauchzehen
  • die Tomaten in kochendes Wasser tauchen und die Haut abziehen
  • kleine Würfel schneiden
  • jetzt geben wir ein neutrales Öl in die Wokpfanne und erhitzen es auf mittlerer Stufe
  • zügig fügen wir die Schalotten, sowie den Knoblauch hinzu
  • nun geben wir die Habaneros-Paste hinzu
  • sobald das Öl gut heiß ist und die Schalotten beginnen sich zu färben geben wir die Hühnerbrust hinzu
  • den Honig über das Fleisch verteilen und leicht braun werden lassen
  • dauert nur wenige Minuten
  • dann bestreuen wir das Fleisch mit gelben Curry, und Garam Masala
  • darüber geben wir die geschnittenen Tomaten und lassen es auf kleiner Flamme köcheln
  • den Mangold brausen wir kurz ab und schneiden ihn grob
  • um ihn dann ebenfalls in die Pfanne zu geben
  • umrühren, salzen, pfeffern
  • schnell fällt der Mangold zusammen und verbindet sich mit dem Gericht
  • final ein Stück kalte Butter unterheben
  • und mit dem im Reiskocher fertig gekochten Balkanreis -s. Beitrag vom 24.7.2021 servieren

Greta bereitete noch einen kleinen „Sommeraperetiv“ vor.

  • Bio-Limonade-Gin- Zitrone-Minze

Der Abend kann beginnen…

Fortsetzung folgt

„Liebe geht durch den Magen…“

(Fortsetzung)

Manfred öffnete die Tür und eine tiefempfundende Freude, spiegelte sich in dem verschlafenen, unrasierten Männergesicht wieder.

„Greta, womit habe ich das verdient?“ Wie das duftet! Komm rein, ich mache uns mit der Bialetti einen guten Cappuccino!“

Die Vögel stimmten ein Konzert an, die Blumen reckten ihre Köpfe und die Wildbienen versammelten sich auf dem blühenden Lavendel. Es war ein traumhafter Sommermorgen in dem noch nicht richtig erwachten Schwabing.

Manfred strahlte, er konnte sein Morgenglück noch nicht so richtig fassen.

Seine Tage waren meist arbeitsintensiv und bestanden aus Uni und seinem Werkstudentenjob in der Zentrale eines großen Versicherungskonzerns.

Hier waren schon sein Vater und Großvater erfolgreich tätig gewesen und es gab für ihn keine andere Option – auch er würde nach der Promotion dort seine Karriere beginnen.

In der wenigen Freizeit beschäftigte er sich mit seiner geliebten Aquarellmalerei – die er leider seit Monaten vernachlässigen musste.

Er sorgte für leise, klassische Musik und goß den starken Kaffee in die Tassen, schäumte die Milch auf. Ein intensiver Duft nach italienischem Espresso erfühlte die Wohnug und die silberne, kleine Zuckerdose – stellte er zu seinem Entsetzen fest – war angelaufen, der kleine Löffel war an den Enden schon arg geschwärzt.

Aber Greta störte das offentsichtlich nicht. Was hatte ihr Vater gemeint? Die Blumen, die Karte?

Gretas Vater war ein sehr sensibler Mensch. Er löste ihre Probleme meist, bevor sie sich ausgesprochen hatte.

Diese fast kalte Reaktion gestern verstand sie nicht.

Geschickt lenkte Greta das Gespräch auf die verstorbene Berta . Manfred hatte Berta sehr geliebt , noch heute vermisste er es mit ihr zu reden, den besten Guglhupf auf Erden mit ihr zu essen. Andererseits lief es ihm eiskalt den Rücken runter, wenn Berta von den grausamen Geschichten ihrer, wie sie es ausdrückte -Herrschaft- erzählte.

Greta faßte sich ein Herz und bat Manfred mit ihr in den Keller zu gehen. Es ließ ihr keine ruhige Minute mehr, seitdem er erwähnt hatte, dass es da unterirdische Gänge und zugemauerte Türen gäbe.

Wieso hatte man bei der Renovierung des Hauses nach dem Krieg alles so belassen? Gab es Gründe dafür?

Manfred schien wenig begeistert für die Kelleraktion, willigte aber ein am nächsten Sonntag sich Zeit zu nehmen. Er allein besaß diesen alten, großen eisernen Schlüssel. Berta hatte ihn ihm anvertraut mit den Worten: „Irgendwann könnte er wichtig für dich sein!“

Lange hatte er sich schon in Greta verliebt ! Es schmerzte ihn regelrecht, dass er bislang keine Gelegenheit hatte ihr seine tiefe Zuneigung zu offenbaren.

Greta hatte keine Augen für ihn, hatte er sich immer wieder eingeredet. Eine schmähende Zurückweisung wollte er nicht erleben. Auch von den tollen Blumen – die er persönlich, stundenlang zusammengepflückt , in seinem Lieblingsblumenladen mit duftenden Sommerrosen binden lassen hatte, war gar keine Rede.

Geschweige denn von seiner Karte! Diese Blautöne hatten ihm fast den Verstandet gekostet.

Am Grillabend hatte sie von ihrem Traummann, dem braungelockten, sportlichen jungen Mann geschwärmt. Die Blumenaktion war sein letzter Versuch, so hatte er es sich geschworen.

Hastig verabschiedete sich Greta mit den Worten: „Also bis Sonntamorgen und für heute Abend mach ich für euch alle meine italienischen Lieblingsnudeln!“

Greta war sich mittlerweile sicher, dass Manfred ihr etwas verschwieg.

Der Tag war mit anstrengenden Terminen in der Uni vollgestopft und ein Gespräch mit ihrem Doktorvater stand gegen 17.OO Uhr auch noch an.

Sie überprüfte ihre Vorräte und hetzte mit dem Fahrrad zu ihrem Lieblingsitaliener, denn nur er hatte die echte Salsiccia, mit Fenchel und picant gewürzt. Er stellte sie selbst her nach einem uralten Rezept seiner Vorfahren aus Kalabrien.

Auf keinen Fall, konnte sie mit der WG heute essen, sie musste ihre Hausarbeit morgen abgeben…

  • schnell setzte sie Nudelwasser in dem großen Topf auf
  • und ließ die großen Conchiglioni giganti hineingleiten, 2 kräftige Prisen Meersalz, 1 getrocknete Peperoncini
  • setzte die Pfanne auf, gab 2 Eßlöffel Olivenöl, klein gehackte rote, kleine Tropea Zwiebeln, Knoblauch, ein kleines Stück von ihrer ersten Chilischote vom Balkon hinzu und schwitzte alles farblos an.
  • gekonnte drückte sie die Salsiccia aus dem Darm und gab die Wurstmasse ebenfalls in die Pfanne
  • leicht mit dem Kochlöffel verteilen und einwenig bräunen lassen
  • mit einem Weisswein löschte sie das Salsicciaragout ab und lies es ca. 6-8 Minuten auf kleiner Flamme köcheln
  • ein Stück Fenchel schnitt sich dünn auf
  • ergänzte die Pfanne mit frischen Kräutern (Oregano, Rosmarin, Zitronenthymian u. einem Blättchen Salbei)
  • ein Glück, dass dies alles auf ihrem klitzekleinen Altbaubalkon so schön wucherte.
  • gab alles in die Pfanne und ließ es auf kleiner Flamme vor sich hinköcheln
  • final fügte sie eine Dosen gestückelte Tomaten hinzu
  • würzte kräftig mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle , Salz einem Teelöffel Paprika-Auberginenmus ab
  • fertig!
  • sicherheitshalber legte sie Peccorino und Parmesan raus
  • das war genug für die Freunde
  • und morgen konnten sie die Nudeln nochmal überbacken, die großen Muscheln hatten sich automatisch gefüllt
  • so klingelte sie und übergab das Abendessen der verduzten Tessa, die die Pfanne dankbar entgegennahm
Salsiccia Nudeln

und laut und glücklich rief:

„Jungs der Abend ist gerettet, keine Tiefkühlpizza heute!“

Danke, Greta – Greta war schon weg.

„Liebe geht durch den Magen …“

(Fortsetzung)

Greta kaute an dem Ende des Bleistifts und grübelte…

Die Geschichten von Manfred hörten sich an, wie aus einem schlechten Roman.

Greta atmete tief durch und versuchte diese negativen, emotionalen Gedanken nicht zuzulassen.

Sie war eine US-Bürgerin, die für Deutschland ein Stipendium erhalten hatte, um hier zu studieren.

Ihrem Vater hatte sie versprochen, seinen weltweiten Kunst-u. Antiquitätenhandel zu übernehmen.

Das war ihr Ziel! Sie wollte die verschiedenen Firmen ihres Vaters koordinieren, sich für nachhaltiges Bauen u. eine weltweit verbindende Denkmalpflege und den Erhalt von Kirchen einsetzen.

Nein, diese Gefühlsduselei musste ein Ende haben.

Greta ließ sich nicht von Rosen und seltsamen Geschichten aus längst vergangenen Zeiten beeindrucken.

Ein Blick auf ihre Armbanduhr -ein Geschenk ihres Vaters – eine Cartier aus den 30zigern – die ihre Mutter zu Lebzeiten getragen hatte. Sie liebte die klassische eckige Form, die römischen Ziffern, das klassische Lederband.

Später würde sie ihren Vater anrufen, er würde sich sicher freuen.

Schrill ertönte die Türglocke , Greta hielt inne, sie war erschrocken, das konnte nichts Gutes bedeuten.

Sonntagmorgen, 7:30 , wer wollte was von ihr. Verzweifelt, schweißgebadet, zitternd lukte sie durch den Spion.

Greta, nicht aufmachen – pochte es in ihrer Schläfe.

Was war bloß los mit ihr? Dann sah sie den jungen Mann mit dem riesigen Sommerblumenstrauß, den er ablegte und langsam sich entfernte.

Das sich regende Mitleid mit den schönen Blumen, die versorgt werden mußten, war stärker. Sie öffnete vorsichtig die Türe, nahm die Blumen an sich.

Die kleine Karte war außergewöhnlich. Die Aquarellzeichnung war in blassen Blautönen gehalten – eine Seelandschaft , die aufgehende Sonne… Die Botschaft :

„Für meine Sonne des Lebens“

Greta brach in Tränen aus, sie wollte doch nur ungestört leben…

Der braune Lockenkopf der CIA ?? Was war los mit ihr?

Mit zitternden Fingern tippte sie die Nummer ihres Vaters ins Handy.

„Hallo, meine Sonne“, meldete sich ihr Vater – Greta verschlug es die Sprache, sie schluckte, Hallo, mein Papilein, geht es Dir gut? Dann brach es aus ihr heraus, die seltsamen Begegnungen, die nicht erfüllte Liebe, die Kellergeschichten….

Gretas Vater war verstummt, aufmerksam hörte er zu und sagte : „Greta, tu das was du tun mußt!“

Was sollte das bedeuten?

Aus Rom hatte sie sich vor drei Jahren den Livieto madre mitgebracht und ihn liebevoll gepflegt.

Erstmal würde sie jetzt Brot backen. Ein Olivenbrot mit dem aufgefrischten Livieto Madre und dann, wird sie an die Arbeit gehen, diese seltsamen , gemütsaufreibenden Ereignisse zu verarbeiten.

Ihr Mehlvorrat war dürftig und so mischte sie Ruchmehl 1050, Weizenmehl Type 550, Type OO aus Italien, etwas Hartweizenmehl bis die Mehlmenge ca 700 gramm ergab.

Am nächsten Tag konnte sie zwei kleine Brote abbacken. Sie freute sich und klingelte mit dem duftenden Brot bei Manfred – denn sie wußte, dass er zu dieser Zeit alleine zu hause war-.

Dieses Brot mit den verschiedenen „Mehlresten“ gebacken, insgesamt 700 gramm Mehl, 100 gramm aufgefrischter Livieto madre (Vollkornvariante Franczeska) ist soo köstlich, die Kruste resch und innen angenehm weich, die in Salzlake eingelegten Oliven bereichern die Brote

Laßt Euch auf diese Brote ein, jetzt im Sommer gelingen sie soo schnell, durch die natürliche, konstante Wärme gehen die Teige schneller… Ein Genuß frisches Olivenbrot, Tomate….

Ja, bei Greta wird es jetzt spannend, sie kann die Geschichte ihrer Familie nicht mehr verdrängen. Sie muß sich mit der Familiengeschichte zwangsläufig auseinandersetzen.

Fortsetzung folgt

„Servus Juli 2021“

ohne Worte

Juli 2021
  • warme Vollmondnacht läßt Blüten erwachen,
  • der Regenbogen grüßt schon zum Erwachen
  • Sommerdrinks bei Kerzenlicht
  • die Barbe vom Grill ein Gedicht
  • Dolce la Vita im italienischen Viertel wunderbar
  • die Isar diesen Monat selten klar
  • Linsenknödel fast vegan
  • hab ich mich da nicht vertan
  • Olivenbrote soo knusprig und gut
  • macht jedem Hobbybäcker Mut

M. Kuhl im Juli 2021

„Lemon-Tarte à la Issy“

Werbung da Namensnennung

Gastbeitrag meiner Tochter (s. Beitrag vom 19.7.2021 „Liebe geht durch den Magen“)

Die Sehnsucht nach Sonne, Meer und etwas Leichtigkeit ist bei mir sehr groß.

Der Sommer fordert enorme Flexibilität. Sobald es möglich ist – muß man an den See, Radeln – einfach Draußen sein. Den Sonnenaufgang über dem Fluß – den Sonnenuntergang am See genießen und sich des Lebens freuen.

Meine Koch-Back-sucht bricht immer aus, wenn ich mich über dieses und jenes einwenig ärgern muß.

Eine Sommertorte – das wäre es. Die Erdbeerfelder waren dieses Jahr witterungsbedingt gar nicht oder nur kurz offen und die Qualität der Früchte war bei dem „Monsumsummer“ nicht die beste.

Meine Tochter beherrscht die Backkunst mittlerweile hervorragend.

Unsere Sommertorte 2021

L e m o n- Tarte

300 gramm Mehl 405 , plus einwenig mehr zum Ausrollen

40 gramm brauner Zucker

3 gramm (eine Prise ) Salz

225 gramm weiche Butter

60 ml Eiswasser

1 Eigelb (zum bepinseln)

für die Füllung – Zutaten

5 Eier getrennt (Eigelb)

2 gramm Salz

50 gramm Mondamin

250 gramm Zucker

2 Eßlöffel Zitronenzeste

4 Zitronen sollte 180 ml Saft ergeben

290 mg Wasser

4 Eßlöffel (57 g Butter)

für die italiensche Meringue (Baiser) – Zutaten

130 gramm brauner Zucker

130 gramm weisser Zucker

50 gramm Wasser

4 Eiweiss

eine Prise Salz

Zubereitungsschritte:

Es ist ratsam bereits am Vortag bereits den Boden zu backen. Alle Zutaten organisieren und bereitstellen – Butter aus dem Kühlschrank nehmen. Für den Boden werden Mehl, Salz und Zucker in eine Rührschüssel gegeben. Mit einer Küchenmaschine lässt sich der Teig natürlich ganz leicht darin kneten, sollte dies aber nicht der Fall sein dann genügt auch ein herkömmliches Rührgerät mit Knethaken.

  1. Nachdem Sie Mehl, Salz und Zucker in der Schüssel leicht verrührt haben, damit sich die Zutaten bereits vor der Zugabe von Butter und Eiswasser verbinden, fügen Sie die kalte Butter hinzu.
    Stellen Sie das Rührgerärt/Küchenmachine auf Mittlerer Stufe für rund 5 Minuten. Zunächst wird der Teig recht bröslig sein, daher rät sich, es auch ruhig selbst „Hand“ anzulegen. Also stellen sie das Rührgerät/ Küchenmaschine ab und prüfen Sie die Konsistenz des Teiges, schnell werden Sie merken, dass dem Teig noch an Feuchtigkeit mangelt. Fügen Sie dann das Eiswasser hinzu. Antstatt Eiswasser können Sie natürlich auch ein Ei nehmen, was mit seinem Eiweis deutlich besser bindet.

2. Final breiten Sie den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche aus und kneten ihn durch, bis ein glatter runder Teig entsteht, den Sie für ungefähr 30 Minuten in Folie in den Kühlschrank legen.

Nehemen Sie sich jetzt schon die 5 Eier aus dem Kühlschkrank für später, damit diese nicht mehr so kalt sind.

Während der Teig ruht, bereiten Sie die Form vor. Je nach dem was für eine Backform Ihnen zur Verfügung steht, müssen Sie ihre Form entsprechend preparieren. Es bietet sich eine Springform 26 er Durchmesser oder eine Tartform mit gewelltem Rand an. In meinem Beispiel verwende ich eine Springform mit abnehmbaren Ring. In den Backformboden spanne ich mit dem Ring ein Blatt Backpapier. Es ist Geschmacksache, ob sie auf den Boden und den Rand etwas Butter und Mehl streuen, es kommt viel eher auf Material der Backform drauf an. Hinweis: bei gewellten Tartformen rate ich Ihnen jedoch den Rand gut mit Butter einzufetten.

Nachdem der Teig eine gute halbe Stunde im Kühlschrank war , kneten Sie Ihn auf der Arbeitsfläche nochmals gut durch. Rollen sie den Teig rund aus und legen sie ihn dann in die Backform. Stechen sie mit einer Gabel leicht in den Boden, damit dieser locker bleibt.

Backen sie den Teig 20-30 Minuten(je nach Ofen 180Grad) leicht goldbraun. Damit der Boden auch seine Form behält einfach Backpapier oder Alufolie mit Hülsenfrüchten blindbacken. Kurz vor Ende können Sie den Kuchen mit einem verquirlten Eigelb und etwas Sahne noch für die letzten 5Minuten der Backzeit einpinseln.

Trennen Sie nun die Eier und verquirlen sie die Eigelbe in einer seperaten mittel großen Schüssel.

Während der Boden im Ofen ist, waschen sie die Zitronen mit heißem Wasser ab und reiben sie die Schale mit einer Reibe ab, am besten sammeln Sie die Zesten direkt in einem Kochtopf (mittlere Größe).

Mein Tipp: die „Wunderreibe von Microplane“, die sich super schnell über den allseits bekannten Allesverkäufer Amazon bestellen lässt. 😉

Erst nach dem Sie die Zitronen abgezestet haben, pressen sie die Zitronen aus und geben den Saft zu den Zesten im Topf. Nehmen Sie einen Rührbesen und geben Sie den Zucker zuerst hinzu und anschließend die Stärke und Wasser.
Rühren sie – bis sich die Stärkeklumpen auflösen.

Im nächsten Schritt wird die weißliche Zitronen-Wasser-Stärke-Mischung aufgekocht auf mittlerer Hitze bis sich eine cremige feste Masse bildet.

Jetzt kommt der schwierige Part:

  1. nehmen sie die Zirtonen-Wasser-Stärke-Mischung von der Herdplatte
  2. verquirlen sie die Eigelbmasse neu
  3. nehmen sie sich ein Küchentuch und machen sie es mit kaltem Wasser nass und legen es unter die Schüssel mit dem Eigelb
  4. geben Sie nun löffelweise 1/3 der warme Zitronen-Wasser-Stärke Mischung zu den Eiern und verühren sie die Mischung mit einander, sobalb sich die Eier und mit der Zitronen Mischung temperiert haben, ist es geschafft.
  5. Geben Sie die temperierte Eiermischung zur restlichen Zitronen-Wasser-Stärke Mischung im Topf und rühren sie die Butter mit ein bis diese sich aufgelöst hat.

Lassen sie die fertige Zitronencreme fünf Minuten auskühlen und geben sie dann auf den Boden.

Und ab in den Kühlschkrank für mindetsen 6 Stunden.

Für den Baiser:

  1. Schlagen Sie das Eiweiß mit handrührgerät/ Küchenmachine auf und geben sie eine Prise Salz hinzu- Tipp damit Sahne oder Eiweiß immer gelingt nehmen sie sich etwas Küchenpapier mit etwas Essig und wischen sie leicht die Schüssel aus.
  2. Lösen Sie den Zucker in Wasser in einem Milchkännchen auf – kurz abkühlen
  3. Lassen Sie das Zuckerwasser langsam während des Rührens des Eiweißes einlaufen
  4. Nun können Sie das Eiweiß auf dem Kuchen verteilen und entweder mit einem Flammbiergerät bräunen oder im Backofen mit der Grillfunktion für 5-10 Minuten.

Ja, hierfür ist Geduld und Können nötig ! Es lohnt sich aber auf jeden Fall.

Die Frische der Zitronen, der süße Baiser – man träumt von einem erlesenen Kaffeehausbesuch in Rom, Wien, Budapest….

„Liebe geht durch den Magen…“

(Fortsetzung)

Greta saß am Kleinhesseloher See. Verträumt schaute sie auf das Wasser und beobachte die Entenfamilie, die unter strenger Anweisung von Mutterente ihren ersten Schwimmversuche unternahmen.

Greta liebt den Englischen Garten, die weitläufigen Wiesen, die gepflegten Wege und sie träumte davon einmal mit der Pferdekutsche mit ihrem Herzallerliebsten zu fahren und am Seehaus zu speisen…..

Es waren schon 9 Tage vergangen, der Rosenkavalier hatte sich nicht gemeldet, noch hatte sie eine vage Vermutung, wer der edle Gönner war.

Der braungelockte Schwarm und Retter war auch vom Erdboden verschluckt.

Sie vertiefte sich in ihre Lektüre und die Zeit verging im Flug.

Sie freute sich schon auf den Grillabend mit der NachbarsWG, die einen Stock unter ihr wohnten.

Ein Jurastudent, ein angehender Mathematiker und Tessa , Krankenschwester und Engel der WG teilten sich die geräumige Altbauwohnung mit dem verhältnismäßig großen Balkon.

Greta hatte sich bereit erklärt die Beilagen beizusteuern, aber völlig vergessen einzukaufen.

Hastig packte sie zusammen und eilte heimwärts.

Der Kühlschrankcheck war sehr negativ. Außer grünen und roten Paprikaschoten war nichts brauchbares im Gemüsefach.

Eigentlich wollte sie einen Pulposalat vorbereiten.

Tessa hatte aus Niederbayern ihre berühmten Gockerl mitgebracht und ihn nach ihrem Rezept geteilt, mariniert.

Jetzt war improvisieren angesagt.

Zunächst schnitt sie von ihrer kleinen Logia Rosmarin, Salbei, Zitronenthymian, hackte ein Knoblauchzehe, entkernte die Paprikaschoten.

Das Backblech, war natürlich nicht gespült, auch das noch.

Schnell belegte sie es mit Backpapier und verteilte die Paprikaschoten und die mediteranen Kräuter auf das Blech,.

würzte das Gemüse mit groben Meersalz und gab final einen Schuß ihres besten Olivenöls über die Schoten.

Ab in den Ofen . Normalerweise schält sie die Paprikaschoten mit einem bestimmten Schäler. Trotz intensiver Suche – Fehlanzeige – wird auchmal so gehen und morgen räume ich die Schubladen auf!

Nach ca. 20 Minuten würden diese herrlich duften mit altem Balsamico und einwenig Peccorino würde es eine wunderbare Vorspeise ergeben.

Ihr blieben noch eine halbe Stunde, denn der angehende Mathematiker bestand auf Pünktlichkeit.

Duschen, Umziehen…. und sie wollte doch noch eine Beilage…

Da viel ihr Blick auf den Reiskocher, den sie schon länger nicht mehr benutzt hatte.

In den Tiefen ihres Vorratsschranks fand sie aber nur den ganz normalen Vollkorn-langkornReis.

Auch egal. Greta gab einen Esslöffel Olivenöl in den Topf , dann 2 1/2 Tassen Reis.

Die Wassermenge verringerte sie – anstatt gab sie eine Dose gestückelte Tomaten hinzu,

Meersalz und eine kräftige Brise von ihren Chilischoten getrocknet.

Die restlichen Paprikaschoten legte sie auf den Reis bzw. auf den Einsatz. Stecker rein, Reiskocher anschalten, auf Kochen stellen und er würde sich von selbst ausschalten, wenn der Reis fertig war.

Sorgfältig macht Greta sich zu recht, wer weiß, vielleicht …….

Ihr langes , im Rücken tiefausgeschnittenes Shirtkleid, sah lässig aus. Die goldenen Zehensandalen, der schwarze Fußlack, den sie hektisch auflegte – vervollständigten das Qutfit.

Die Party konnte beginnen.

Fortsetzung folgt

P.S Vielleicht sind die Beilagenvorschläge ja was für Euch !

„Liebe geht durch den Magen…“

Die Familie der Urgroßmutter , liebevoll Ritschie genannt, hatte ihre Wurzeln im Egerland.

Ihr Ehemann , ein begnadeter Brauer, war weit über die Grenzen bekannt.

Zusammen mit Ritschie einer ausgezeichneten Köchin betrieb er eine Braugäststätte.

Hier kamen die Menschen hin, um das süffige, helle, schäumende Bier zu genießen und die wunderbaren, einfachen, aber wohlschmeckenden Gerichte von Ritschie zu genießen.

Viel wußte Greta allerdings nicht von ihren Vorverfahren.

Irgendwie wurde immer vermieden über die Familien und ihre Wurzel zu reden.

Sie wußte nur, dass ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben war. Die tatsächlichen Umstände lagen allerdings bis heute im Dunklen.

Greta , zwang sich nach Vorne zu blicken. In wenigen Monaten würde sie ihr Stipendum beenden.

Mit einwenig Glück konnte sie in den nächsten drei Jahren in Baugeschichte und Architekrurtheorie promovieren.

Ihr Vater hatte ihr jegliche Unterstützung zugesagt.

Greta hatte die ganze Nacht gerlernt um sich für die mündliche Prüfung vorzubereiten.

Die Türglocke ließ sie aufschrecken, wer will den zu mir am frühen Morgen.

Vorsichtig öffnete sie und ein betörender Duft empfing sie. Rosen, langstilig in weiß, rosa, dunkler rot und samtig verströmten den Duft. Der Überbringer konnte nicht sagen, wer der Auftraggeber war.

Eine kleine Karte, aus edlem handgeschöpften Papier hing an den Rosen.

Mit einer ausdrucksstarken, geschwungenen Handschrift hatte der Rosenkavalier geschrieben

„Für meine Sonne des Lebens“

Greta machte sich einen starken Espresso , ließ den jungen Junimorgen herein und freute sich über den Blumengruß des

Unbekannten. Die edle, große Lalique Vase in dunkelgrün – ja sie würde die herrlichen Rosen würdig aufnehmen.

Fortsetzung folgt

„Liebe geht durch den Magen…“

(Fortsetzung)

Uff, Greta blinzelte in das helle Kliniklicht. Nach eingehenden Untersuchungen konnte Entwarnung gegeben werden.

Keine schwerwiegenden Verletzungen hatten sich ergeben.

Leicht benommen und wahnsinnig durstig kam Greta zu sich.

„Das Schicksal hat es gut mit ihnen gemeint, wir konnten keine weiteren Verletzungen feststellen!“

Gerne können Sie sich von ihrem Freund abholen lassen,“ teilte die sympathische, junge Ärztin lächelnd mit.

Greta bestellte sich ein Taxi und war schnell in ihrer kleinen Burg in der Franz-Josef-Str. in Schwabing. Ihr ging es wirklich sehr gut.

Sofort setzte sie sich mit dem netten Polizisten in Verbindung, der ihr seine Karte gegeben hatte.

Leider erhielt sie hier keine brauchbaren Auskünfte. Der Unfallverursacher war noch nicht ermittelt worden.

In der Hektik hatte man es versäumt die Adresse des netten jungen Mannes zu notieren, der erste Hilfe geleistet hatte.

Enttäuschung – auf der ganzen Linie ! Die wichtige Prüfung in der Uni hatte sie verpaßt, ihr Retter in der Not nicht auffindbar.

Sie versuchte sich abzulenken und traf sich mit ihrer besten Freundin auf einen Kaffee im Univiertel.

Jetzt ein schönes Stück Baisertorte oder eine Tarte au citron meringuée , die sie über alles liebte, würden die unschönen Ereignisse einwenig verdrängen.

In ihrem neuen flaschengrünen , seidenen Overall sah sie gut aus. Ihr schwarzer, gepflegter Bob und der kräftige, dunkelrote Lippenstift unterstrichen ihre natüliche Eleganz.

Steffi, ihre Freundin aus Kindheitstagen erwartete sie schon und so verging der Nachmittag sehr schnell.

Ja, es war richtig sich auszutauschen. Die Idee in der örtlichen Presse einen Zeugenaufruf zu starten war eine gute Idee, dann konnte sie sich auch gleichzeitig bei ihrem Retter und Schwarm bedanken. Mit der Uni hatte sie auch schon Kontakt aufgenommen. Selbstverständlich konnte sie die Prüfung kurzfristig wiederholen unter den Umständen.

Es vergingen, Tage, Wochen, keine Spur vom Unfallverursacher , noch von dem Zeugen und Retter.

Schon waren sie wieder nicht mehr zu verdrängen, diese Gedanken, diese Sehnsuchtsanfälle .

Greta konnte sich nur mit Mühe konzentrieren, sie zog sich zurück und grübelte nächtelang, wieso, warum?

Er war doch mit ins Krankenhaus gefahren, hatte ihre Hände…..

Die einzige Ablenkung war ihr geliebtes Kochen. Tagelang setzte sie Fonds und Teige an, füllte ihre Kühlfächer für den Tag X. Irgendwann da war sie ganz sicher, würde sie ihn mit den Köstlichkeiten verwöhnen.

In einer alten Umzugskiste im Keller hatte sie das handgeschriebene Kochbuch ihrer Urgroßmutter gefunden.

Mühsam kämpfte sie mit der Sütterlinschrift und manches mußte sie interpretieren, da die Zutaten nur sehr schwer zu bekommen waren.

Fortsetzung folgt!

Das Rezept der Lemon-Tarte mit Baiser werde ich demnächst in einem gesonderten Beitrag veröffentlichen.

„Liebe geht durch den Magen …“

(Fortsetzung)

Die Handlung ist frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder mit lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

Werbung , da Namensnennung erkennbar

….. ,

Vogelgezwitscher weckte Greta an nächsten Morgen. Schräg viel die warme Sonne in die kleine Dachwohnung. Die Staubkörner versammeln sich zu ihrem verzweifelten Tanz. Eigentlich ein herrlicher Maimorgen, die Dolden der blühenden Kastanien nicken stolz in den Tag.

Greta versucht sich abzulenken. Sie verdrängt die kleinen Alltagssorgen.

Die schmerzende Verliebtheit für IHN packt sie für heute sachlich in die Schublade: Lass es einfach sein!

„Was könnte ich mir heute gutes Kochen? Nach der Uni laufe ich zum Viktualienmarkt und kaufe mir diese dunkelblauen, violetten Kartoffel, wie heißen sie noch gleich? Vitelotte, ja genau.

Diese herrlichen,festkochenden Kartoffeln, dämpfe ich mir mir mit Meersalz ab und dazu gibt es Butter und einen kleinen raffinierten Dip!“

Der Tag war vollgestopft mit Terminen – und Greta schwor sich:

„Heute denke ich nicht an diesen Typ mit den braunen Locken….“

Hektisch, ohne Frühstück verließ sie ihre Wohnung, zerrte das Fahrrad aus dem Kellerabteil und radelte mit wehenden Haaren in Richtung Uni.

Gerade wollte sie links in die Türkenstraße abbiegen, als ein Scooterfahrer sie schnitt und verkehrswidrig versuchte sie zu überholen. Sie schrie schmerzvoll auf, verlor das Gleichgewicht und verlor das Bewußtsein.

Greta blutete am rechten Oberschenkel stark. Das Schutzblech ihres Uraltfahrrads hatte tief ins Fleisch geschnitten.

Ein junger Mann eilte herbei, keinen Moment zögerte er. Er zerriss sein Shirt und versuchte die Blutung zu stillen.

Verzweifelt band er das Bein mit dem restlichen Streifen seines Shirts ab. Der Sanka ließ auf sich warten. Greta’s Puls war nur noch schwach zu spüren.

Endlich ! Die Sanitäter versorgten Greta und verfrachteten sie in den Krankenwagen.

Der junge Mann stand schweißgebadet danneben und lies es sich nicht nehmen, Greta ins Krankenhaus zu begleiten.

Jetzt öffnet Greta ihre Augen. Mit sanfter, ruhiger Stimme redet der junge Mann auf sie ein:

„Bleib hier, nicht schlafen- dabei streichelte er ihre schönen feingliedrigen Hände und hofft, das sie es bis ins Krankenhaus schafft.

Greta wacht kurz aus ihrer Bewußtlosigkeit auf. Wo bin ich, dann erkennt sie über sich, das so geliebte Gesicht, die braunen Locken kleben an der schweißbedeckten Stirn. Träume ich? Wo bin ich?

Kraftlos sinkt sie in das Kissen und möchte, dass dieser Traum nie endet.

——- und dann koche ich ihm meine Vitelotte

——–den Dip mache ich aus 3 Eßlöffeln Joghurt, da nehme ich den griechischen mit 10 Prozent, ein paar Spritzer Zitronensaft und einen gehäuften Teelöffel Paprikamark (Aivar), eine Prise von dem spanischen, geräucherten scharfen Paprikapulver- eine kleine Garnitur aus frischem Rosmarin und Basilikum rundet mein kleines Gericht ab.

Besorgt sah der junge Retter den Sanitätern nach, die Greta in die Notaufnahme brachten.

„Treffen mit Ratschkathl am Viktualienmarkt“

Lange war ich nicht mehr auf dem beliebten Markt. Noch vor ein paar Jahren war ich jeden Woche mindestens einmal da, um einzukaufen, Freunde zu treffen – zu ratschen – genüßlich eine Brotzeit genießen….

Besonders liebte ich es, mir die Köstlichkeiten (Fisch, mediterane Köstlichkeiten, französischen Käse , Wein …) zusammen zu stellen, um sie dann in dem Biergarten bei einem Bier oder auch erlesenen Glas Wein zu genießen.

Doch die Pandemie hat hier alles verändert! Die Gastronomie hat die bayrische Kultur der Offenheit für mich verloren.

Wie ich auch schon in meinem Glockenbachviertel leidvoll feststellen konnte, sind überall auf den Straßen – ich nenne es Bretterverschläge zusammengezimmert – oft lieblos dekoriert – vollgestopft mit sogenannten Außensitzplätzen, teilweise mit Plexiglasscheiben getrennt. Da will ich nicht sitzen!

Besonders am Viktualienmarkt konnte mann immer mit Leuten aus der ganzen Welt ungezwungen ratschen (plaudern, reden) Lachen und einfach das Leben genießen. Dies ist auch eigentlich die Philisophie der Biergärten für mich.

Auch konnte man dort die Aura der Ratschkathl spüren und erleben. Hier traf sich die Verkäuferin, der Bürgermeister der Stadt, die städtischen Bediensteten bei schönem Wetter in der Mittagspause – ungezwungen – mit einer Leberkässemmel bewaffnet in der Mittagspause.

Die Ratschkathl hatte meist, obwohl sie eh schon viel zu tragen hat – einen Blumenstrauß im Arm –

Gestern traf ich sie. Traurig sah’s Kathl aus. Sie versteht die Welt nicht mehr.

Eine ganz wichtige Person wars zur Lebzeit:

Ratschkathl ist eine weibliche Bühnenfigur des Volkstheaters und bedeutet sinngemäß „ratschende[1] Kathi“[2]. Heute dient der Begriff allgemein in der bayerischen[3] und österreichischen Sprache[4] als Synonym für eine geschwätzige weibliche Person.

Als Erfinderin der Rolle der „Ratschkathl“ gilt die Volksschauspielerin Elise Aulinger. Ebenfalls wird die Komödiantin Ida Schumacher[5] mit dieser Rolle assoziiert, die die Rolle im Stück Die Ratschkathl vom Viktualienmarkt perfektionierte. Auch Liesl Karlstadt[6] verkörperte die Rolle der „Ratschkathl“. Wegen ihres Vornamens wurde auch die lebhafte Darstellerin Kathi Prechtl oft als „Ratschkathl“ bezeichnet. Die Kabarettistin Maria Peschek tritt in ihrer Bühnenrolle der Paula Pirschl mit Küchenschürze als typische Ratschkathl in Erscheinung.

Aufgrund der regional unterschiedlichen Dialekte der bairischen Sprache haben sich auch die Schreibweisen Ratschkatl, Ratschkattl und Ratschkaddl etabliert.[7] Von 1889 bis 1921 erschien in München die beliebte Wochenzeitung Münchener Ratsch-Kathl, die sich selbst als „Unterhaltungsblatt für gemüthlichen Verkehr“ bezeichnete.[8

Sie verkörpert für mich auch einwenig das „Frauenbild“ in dieser Zeit. Mit ihrer geschundenen Stimme (ihre ausgebildete Stimme verlor sie krankheitsbedingt) konnte sie sich einwenig „Luft“ machen und den Menschen und vorallem den Männern einiges sagen.

Einer, der Ida Schumacher noch erlebt hat, heißt Wolfgang Löscher. Der 85-Jährige stand als junger Musiker mit Schumacher auf der Bühne und begleitete ihre Scherze und die der anderen Humoristen am Klavier, die bei „Bunten Abenden“ mit einem „volkstümlichen“ Programm auftraten. Die festen Nummern – „immer an der Gürtelgrenze“ -, wie Löscher sich erinnert, habe er irgendwann mal auswendig gekannt. Aus heutiger Sicht sind sie absolut harmlos, aber dann doch irgendwie hochaktuell: „Entschuldigen Sie bitte meinen Aufzug heut. Sie werden jetzt wahrscheinlich meinen, ich bin überfahrn worden, gell? Dabei war ich in der Stoßzeit drinnen. Ich bin mit der Trambahn gfahrn.“ Löscher sagt dazu nur: „Die Ida war halt die Ida.“ (Quelle Süddeutsche Zeitung)

Jeder der in dieser Stadt lebt, kennt auch noch heute eine „Ratschkathl“ , mit der man sich im Hinterhof beim Müllwegbringen, im Treppenhaus, beim Bäcker…. kurz trifft und ihr aufmerksam zuhört.

Viele Standl, die ich seit mehr als 30 Jahre kannte und liebte, sind verschwunden, bzw. werden von neuen Betreibern geführt. Das Angebot ist immer noch sehr, sehr gut. Ist es nicht wunderbar, wenn ich mir um 15.00 nachmittags überlege….. zu kochen, radele ich zum Markt und kaufe die Artischocken, den Rohmilchkäse, die Senfkörner, die Kräuter, den Ochsenschwanz… Das ist für mich trotz der festgestellten Widrigkeiten Lebensqualität!

Mit ein paar schnellen Fotos verabschiede ich mich für heute

P.S. ihr wollt doch sicher wissen, wie es Greta geht mit ihrem Liebesschmerz

„Liebe geht durch den Magen „

(Kochgeschichten short story)

Es kribbelte in ihrem Bauch, abwechselnd wurde ihr heiß und kalt, der Atem stockte.

Er betrat den Raum – lächelnd, strahlend, das gutsitzende Hemd unterstrich die sportliche Figur, die geschmeidig, eleganten Bewegungen – die gepflegten Hände, die hellbraunen Locken – Greta nahm zittrig ihr laptop vom Tisch und verließ den Raum.

Wieder hatte sie es nicht geschafft, auf sich aufmerksam zu machen.

Greta konnte sich nicht mehr konzentrieren, bedrückt und aufgewühlt verließ sie die Biblothek .

Fahrig und unkontrolliert lief sie durch die Straßen des belebten Univiertels.

Greta war gerade zu besessen in München endlich zu promovieren um dann weiter zu ziehen in die Welt der Kunst und Kultur , die sie seit frühester Kindheit so verehrte.

Nichts anderes hatte bislang in ihrem Leben einen Stellenwert bekommen.

Bis zu jenem verschneiten Tag im Dezember 2019 . Hier traf sie das erste Mal auf ihn und seitdem ging ist ihr himmelhochhauchzend – zu Tode betrübt – in beliebiger Reihenfolge.

So konnte es nicht weitergehen!

Eine hochgebildete Frau – bist Du – sprach sie laut vor sich hin – Du siehst gut aus – bist humorvoll, liebenswert und jetzt ist es genug mit dem infantilen Getue.

Greta klappte das Dachfenster ihrer winzigen Küche auf und begann zu kochen.

Beim Kochen konnte sie allen Weltschmerz vergessen.

Spaghetti puttanesca –

Alle Zutaten hatte sie noch aus Rom mitgenommen –

Olivenöl erhitzen, den gehackten Knoblauch und die in Streifen geschnittene Chilischote unter ständigem Rühren andünsten. Sardellenfilets und Oliven zufügen. Dann die Tomaten und das Tomatenmark zugeben. Bei mittlerer Hitze ohne Deckel rund 15 Minuten köcheln lassen, dabei immer wieder umrühren

Die Spaghetti al dente mit Meersalz kochen …

500 gramm Spaghetti dachte Greta, eigentlich …..

Nach einem kräftigen Schluck Primitivo versank sie in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

Fortsetzung folgt!

„Lammkoteletts mariniert…“

(Werbung, da Namen erkennbar)

Diese kleinen Koteletts am Stiel… einmal reinbeißen in das rosa Fleisch, welches 24 Stunden in der Spezialmarinade gebadet hat – ein Grilltraum !

Beim Türken unseres Vertrauens muss man sie vorbestellen. Die Lämmer werden dort im ganzen von der schwäbischen Alp angeliefert und hier bis zum letzten Knochen verarbeitet.

So kommt es auch, dass es diese besonderen Lammkoteletts nicht jede Woche zu kaufen gibt.

Lammkotletts-Mariande

Zutaten:

für 4 Personen = 25 Stück Lammstielkoteletts

  • Thymian, Rosmarin, Salbei, Minze, Koreander ( frisch aus dem Kräuterbeet o. Kasten)
  • 2 Zehen frischer, junger Knoblauch
  • bestes natives Olivenöl ca. 4 Eßlöffel
  • 1 Limone (abzesten) dann auspressen
  • Meersalz, weißer Pfeffer
  • Kreuzkümmel
  • ras el hanout
  • Fenchelsamen
  • Schwarzkümmel

mehr bedarf es nicht

Zubereitung:

  • entsprechend große Schüssel bereithalten und 4 Eßlöffel bestes , natives Olivenöl hineingeben
  • Limone abzesten und den Saft über das Olivenöl geben
  • dann mit den Gewürzen verrühren und die Limonenzesten unterheben
  • die Knoblauchzehen in die Marinade reiben
  • dann – am besten mit Vinylhandschuhen die Koteletts marinieren
  • locker ohne sie groß zu zerkleinern, bzw. zu bearbeiten die Kräuter unterheben
  • (beim Grillen ist nämlich hinderlich, wenn die Kräuter auf dem kleinen Fleischstück haften, sie werden schwarz und bitter.
  • hier geben sie nur ihre Aromen ab und man kann sie später einfach rausnehmen.
  • dann verfrachte ich die Koteletts in eine Zip-Tüte – verschließe sie – und lege das ganze in das Gemüsefach.
  • so kann ich die koteletts nach Bedarf entnehmen und so halten sie sich auch 1-2 Tage im Kühlschrank

Beilage: Couscous, Tsatsiki , gegrilltes Gemüse, grüne Bohnen

was sich gerade anbietet

Also schon mal Lammkotletts bestellen, besorgen und viel Erfolg beim Marinieren und Grillen

„Bolognese between Okzident und Orient“

Es gibt nichts Schöneres für mich – nach einem langen Seetag – die vorbereiteten Köstlichkeiten aus dem Kühlschrank zu nehmen

  • gegrilltes, mariniertes Paprika mit Kapern angereichert
  • Aubergine gegrillt, Knoblauch, Petersilie
  • Hummus
  • Zsasiki- frischer Knoblauch, Gurke, ein Hauch Olivenöl – Kräuter der Provence
  • den ein oder anderen Dip

Aber dann sehnt man sich wieder nach einem sämigen Ragout – Tellergericht – leicht scharf, dazu ein frisches kaltes Bier –

Einfach löffeln und auf der Terasse sitzen, den Vögeln, den Fledermäusen zu schauen – ob die auch Corona haben, frage ich mich – putzige Tierchen, dann nähert sich der Falke…

Es ist einfach unfassbar, was sich mitten in der Großstadt so aufhält, bzw. sich den Verhältnissen angepaßt hat.

Bei meinem heutigen Rezept ließ ich mich von meinem traumhaften Aufenthalt auf Sizilien leiten:

In den lateinischen Sprachen werden die Begriffe Orient, orientalisch bzw. Okzident, okzidentalisch wie selbstverständlich verwendet. Im Französischen haben die Begriffe „occidental“ und „oriental“ die Bedeutung „westlich“ bzw. „östlich“. Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff „Orient“ bzw. „orientalisch“ recht häufig verwendet, während man die Begriffe „Morgenland“, „morgenländisch“, „Abendland“, „abendländisch“ oder „Okzident“, „okzidentalisch“ sehr selten hört oder liest. Das mag daran liegen, dass diese Begriffe inhaltlich sehr unscharf sind und auch etwas altbacken oder gestelzt wirken. (Quelle Wikipedia)

Auf Sizilien habe ich die Bedeutung in der Küche eindeutig nachempfinden können.

„Bolognese between Orient and Okzident“

Zutaten:

1 kg Hackfleisch 1/2 Rind, 1/2 Lamm

2 rote Zwiebel

2 Karotten

2 Spitzpaprika

1 kleine Zuccini

1 Aubergine

2 Zehen frischen Knoblauch

100 gramm abgetropfte Kichererbsen

1 Chilischote – scharf –

1 Biozitrone, auch Abrieb

2 Dosen gestückelte Tomaten ( oder frische Tomaten, gehäutet und geviertelt)

bestes Olivenöl

1/2 Liter Hühner oder Gemüsebrühe

1/4 Liter Weisswein (Sizilien mit mind. 13 %)

Kräuter und Gewürze:

frischen Koreander, frische Minze, Petersilie

Meersalz aus der Mühle

weißer Pfeffer

Kreuzkümmel,

Schwarzkümmel, Senfkörner, Fenschelsamen, Bochkshornkleesaat

Ras el Hanout

Rosengewürz

geräucherter Ricotta (weich, wunderbar harmonisiert mit den Zutaten)

  • erschreckt nicht! der vielen Zutaten – es lohnt sich-

Zubereitung:

  • das Fleisch aus der Kühlung nehmen (ca. 1/2 Stunde vor Verarbeitung
  • während dessen das Hartgemüse in kleine Würfel schneiden (Sellerie, Karotten, Zwiebel, Knoblauch)
  • Paprika schälen, Aubergine infingerdicke Scheiben schneiden und mit Meersalz wässern
  • Zuccini in Stifte schneiden

Gemüsezubereitung:

  • Hartgemüse in gesonderter Pfanne farblos anschwitzen
  • Paprika, Zuccini in der Grillpfanne schmoren
  • Aubergine abtupfen und in Stücke schneiden und ebenfalls grillen

Fleischzubereitung:

  • das Hackfleisch in einer sehr heißen Pfanne (ich nehme meine alte Eisenpfanne)
  • anbraten bis es Farbe zeigt
  • mit dem Wein ablöschen und einkochen lassen (kleine Stufe)

Zwischenstation:

  • Gemüse, Hartgemüse miteinander verbinden, leicht salzen und pfeffern
  • Kräuter hacken
  • Zitrone abzesten und Saft auspressen
geräucherter Ricotta und Koreanderblüten

Finalzubereitung:

  • Fleisch, Gemüse miteinander in einem geeignet großen Topf verbinden
  • Brühe angießen
  • Tomaten hinzufügen, Kichererbsen beigeben
  • köcheln lassen
  • nun die Gewürze hinzufügen und ca. eine 1/2 bis 3/4 Stunde köcheln lassen
  • final abschmecken, ggfs. Salz …
  • Kräuter über hinzufügen , umrühren
  • Käse bereitstellen
  • und in tiefen Tellern servieren

Dies ist die Offenbarung zwischen Orient und Okzident – die Aromen verbinden sich und vielleicht habt ihr das Glück, dass etwas übrig bleibt. Aufgewärmt mit meinem Tomatenbrot war dieses Gericht einfach ein Sommertraum!

„Der Ton wird härter….“

(Werbung da Namensnennung)

Eigentlich hatte ich das Bloggen für den Monat Juni abgeschlossen.

Das Wetter ist sommerlich warm, ein kleiner „Schwimm“ ist immer drin und ganz nebenbei erledigen sich die diversen Einkäufe, die man coronabedingt immer aufgeschoben hat.

7:30 leichter Nieselregen – das paßt mir gar nicht, denn um 9:20 Uhr sollte ich meinen neuen Pass abholen

Noch eine 1/2 Stunde dösen, dann wollte ich aufstehen.

Verschlafen….

Der Fußballabend war lange und aufregend gewesen.

Meine „Bergziege“ wieherte schon, der Sattel war trotz Abdeckung nass.

Meine schöne graue Leinenhose somit auch nass und wie das aussah könnt ihr euch vorstellen.

Egal ich musste in die Pedale treten, um rechtzeitig anzukommen

In knapp 10 Minuten hatte ich es geschafft – Fahrrad ordnungsgem. geparkt und angebunden.

Eine sehr freundliche Mitarbeiterin des KVR übergab mir den Pass und seufzte ganz leise: “ Ach schön, dass es auch ganz normale Leute gibt…“

Nachdem sie einer jungen Frau bestimmt 10 Minuten erläutert hatte, welche Unterlagen für eine Abholung dringend benötigt werden.. Sie wollte es nicht verstehen, immer wieder argumentierte sie: „aber wieso muss ich , brauch ich, soll ich.. Wieso ist dann der Pass abholbereit?“

Die junge Deutsche Frau – wollte es nicht einsehen…“

Aber dann sollte der Tag eine andere Wendung nehmen

Mein Fahrrad, wo war es? Ich hatte es doch angebunden, weg vom Gehweg auf den extra hierfür vorgesehenen Randstreifen.

Meine Bergziege war völlig zugeparkt. Ein Fahrrad mit Kinderanghänger versperrte mir den Weg zum Rad.

Ich hob diesen Anhänger an und schob weg, um meine Bergziege aus den Zwängen zu befreien. Das Fahrrad vom Anhänger brauchte ich gottseidank nicht zu bewegen.

Plötzlich schrie auf der anderen Straßenseite vom Eingang des KVR ein Mann

(liebe Leser entschuldigt die jetzt wiedergegebene Sprache und Ausdruckweise)

„Was machst Du da, Du Missgeburt ? Ich hau Dir auf’s Maul“

Daraufhin sagte ich ganz sachlich und mit angemessener Schärfe

“ Was möchten Sie von mir, bitte äußern sie sich in einer angemessenen Sprache und kommen zu mir rüber..“

Der Mann (Alter 35-40)

„Halt Dein Maul, Du Missgeburt, ich schlage Dir die Fresse ein…“

Meine Antwort erneut:

„Schade, dass sie offentsichtlich wenig sinnvolle Wörter der Deutschen Sprache gelernt haben. Die Beleidigungen sind unverschämt und ihre Drohungen bestätigen, dass sie offentsichtlich erhebliche Probleme haben. Außerdem kann ich nicht halten, was ich nicht habe!“

Er lief davon in das Gebäude des KVR (Kreisverwaltungsreferat der Stadt München)

Hier holt er sicher seinen Pass, seine Aufenthaltsgenehmigung ab?.

Meine Bergziege mittlerweile ist sie in die Jahre gekommen, etwas schwerfällig ist sie geworden, obwohl ich sie immer gut gepflegt habe. Der Mister „Ritzel-Kitzel“ hat schon einwenig geschraubt, die abgenutzten Ritzel ausgetauscht. So richtig schnell – wie früher – dachte ich ist sie wirklich nicht mehr – und es liegt nicht an mir.

Seit ein paar Wochen leite ich immer die Blogeinträge von :https://tausendkilometer.wordpress.com/

an meinen Gö-Ga dem Ingenieur weiter – bislang ohne Erfolg .

Er ruht in sich und will mir ein neues Fahrrad einreden.

Mit meiner Bergziege habe ich unzählige Strecken zurückgelegt. Sicher mehr als 15000 km.

Der Mister „Ritzel-Kitzel“ (ortsansässiger Fahrradladen) ist zwar ein seltenes Original – vielleicht versteht er mich.

Heute radele ich in die Stadt, ein paar Besorgungen, am Viktualenmarkt vielleicht mal….

Bis die Tage in der Hoffnung, dass mir weitere „Zwischenfälle“ erspart bleiben.

Ach schaut mal, was ich für heute Abend vorbereitet habe

kleine, saftige Doraden warten auf ihren Einsatz

M. Kuhl

„Joghurt-Minzsuppe meets Hummus“

Der Fernwehschmerz – was heißt hier Fernweh – ich meine Mittelmeer-Anrainerstaaten …..

Die dort übliche Meeze – Antipasti – Kultur ist einfach wunderbar.

Gutes Brot, Oliven – ein Glas gut gekühlten Weisswein – mehr braucht es eigentlich nicht…

Daher habe ich nach dem Brotbackfrust mir gedacht, wass Frisches anderes für den Abend bei gegrilltem Fisch wäre doch mal ganz nett. Solange wollte Gö-GA aber nicht warten.

Hier meine Varianten:

„Joghurt-Minzsuppe“

Joghurt-Minz-Suppe

Zutaten:

3/4 Liter gefrorene Hühner/Gemüsebrühe

1/2 Stangengurke

1/2 Biozitrone

450 ml Naturjoghurt 3,5 %

1 Schuß kaltes spritziges Mineralwasser

eine handvolle frische Minz Blätter

Meersalz aus der Mühle ,leicht mit Chili versetzt

weißer Pfeffer aus der Mühle

etwas Minze für die Deko.

Zubereitung:

  • die gefrorene Brühe fast auftauen lassen
  • in der Zwischenzeit die Gurke schälen, entkernen
  • und mit der Minze und dem Saft der Zitrone im Mixer oder mit dem Pürierstab
  • cremig pürieren
  • beiseite stellen
  • die Brühe kurz mit dem Pürierstab restlich zerkleinern
  • Joghurt aus dem Kühlschrank hinzufügen
  • 1 kräftigen Schuß Mineralwasser
  • alles aufschäumen und mit der Brühe verbinden
  • mit den Gewürzen abschmecken
  • und in die Teller geben
  • etwas Minze zum Garnieren

Soweit kam es wiederum bei mir nicht, den Gö-Ga lechzte schon nach dieser Suppe.

„Schmeckt die so, wie wir sie mal in einem türkischen Restaurant gegessen haben?“

Oh — “ Viel, viel besser….“ , na denn.

Hummus Cyprus

Der Hummus gesund, da er einen hohen Anteil an Magnesium und Vitamin B6 enthält. Das Vitamin B6 unterstützt zentrale Abläufe in unserem Stoffwechsel, indem es dazu beiträgt Botenstoffe zu bilden, die sich positiv auf unser Immunsystem auswirken. Hummus enthält einen hohen pflanzlichen Proteinanteil.

Bei unseren vielen, vielen Zypernaufenthalten hatten wir ihn lieben gelernt.

Heute habe ich so lange rumprobiert, bis ich annähernd an das Original des Koches vom Hotel Mimoza kam. Schon seltsam, wie der Mensch Geschmackserinnerungen wieder aktivieren kann.

Zunächst hatte ich braune Kichererbsen getrocknet verwendet. Dies im Dampfkochtopf abgekocht, natürlich ohne Salz mit einer Messerspitze Natron. Es ist aber durchaus mögich Kichererbsen vorgekocht aus der Dose zu verwenden.

und hier mein einfaches, aber sehr schmackhaftes Rezept.

Zutaten:

  • ca. 450 gramm abgekochte, abgetropfte Kichererbsen
  • 1 Zitrone
  • 1 Knoblauchzehe – fein gerieben mit der Kurkumareibe
  • 1/2 Teelöffel Kreuzkümmel gemahlen
  • 2 1/2 Teelöffel Tahin-pulver
  • Meersalz
  • bestes Olivenöl ca. 125 ml (kann variieren)
  • eine Prise weißen Pfeffer

Alle Zutaten in ein hohes Gefäß geben und zu einer Paste pürieren, abschmecken und vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank nehmen, damit sich der Hummus richtig entfalten kann.

Dazu einwenig Brot, ein Glas Wein und schon ist das kleine Mittagessen für 3 Personen fertig.

Wie meist komme ich nicht dazu ein gescheites Foto zu machen, da kaum steht etwas auf dem Tisch, muss

man mal probieren – eine echte Unart – .

Anstatt den Wein einzuschenken und geduldig zu warten! Männer halt!

Übrigens das Kurkuma-Brot ist nach seinem Straflager im Kühlschrank wunderbar geworden.

Am liebsten würde Gö-GA es anschneiden, wenn es gleich aus dem Ofen kommt.

Pssst…. Soll ich Euch noch was verraten….

Heute fliehe ich in die Berge und werde in den dunklen Moorsee tauchen, wandern, eine Buttermilch in einem Zug leeren und mich dann hemmungslos der Alpenküche hingeben.

  • Schweinebraten, Backhendl, Wienerschnitzel, Kaspressknödel, Zwiebelrostbraten….
  • Moosbeerschmarrn, Käse, einen suffigen Weisswein…..
  • todmüde werde ich dann in „meiner“ Kammer – leise knarzen die Holzdielen –
  • schlafen, bis der Hahn kräht

Die kleine Flucht brauch ich heute! Außerdem – nächste Woche wird es wieder Schwimmwetter geben.

Da muß ich halt eine Runde mehr schwimmen, die kulinarischen Sünden der Alpen sind es mir wert.

Schönes Wochende!

„Summer bread III – Gö-GA-Stulle“

Vielleicht erinnert ihr Euch noch an mein „Schweizerbrot“

(s. Beitrag vom Frühjahr)

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20730598

Schon damals dachte ich, dass ist das ideale Rezept für schnelle Sommerbrote, da es praktisch an einem Tag gebacken werden kann und die Übernachtgare wegfällt, sowie lange Gärzeiten.

Seit ca. 1 Jahr finde ich überall im Gemüsefach, Zwiebelfach kleine gelbe Wurzeln – Kurkuma in der Urform.

Mein Gö-Ga ist besessen von diesem gelben Zeug. Es führte bereits zu ernsthaften Auseinandersetzungen und ich habe ihm ein für allemal untersagt, meine Reiben, Messer für dieses gelbe Zeug zu benutzen.

Er verwendet Kurkuma-Wurzel zum Spiegelei, auf kleine Brotstücke, auf Käse, auf Nudeln, auf Reis….

Die Reiben sind kaum zu säubern, mit heißem Wasser ist es nicht möglich.

Jetzt hat er eine eigene Reibe sich zugelegt, die ich heute auch benutzt habe.

  • die heilende Wirkung von Kurkuma ist allgemein bekannt
  • ob es in den Mengen sein muß ???
  • ich habe eine scharfe Kurkumapaste mit Habaneros, Tomatemark gekocht
  • ähnlich wie ein Pesto gemischt und kurz abgekocht und mit neutralem Sonnenblumenöl haltbargemacht.
  • die Kurkumapaste ist sehr scharf und ich muß sehr vorsichtig sein.

Heute ist es soweit – er bekommt sein Kurkumabrot.

Er weiß noch nichts davon, den morgens um 8.00 Uhr träumt er noch von den Elfen und Heinzelmännchen, die seine Arbeiten für ihn erledigen.

Schaut Euch den Teig an: – nach einer 1/2 Stunde – Wow –

Kurkuma-Gö-Ga-Kruste:

  • 90 gramm Wasser
  • 90 gramm Ruchmehl oder Weizenmehl 1050
  • 15 gramm Livieto madre (550er Weizenmehl)
  • 15 gramm Livieto madre (Vollkornweizen)

bilden den Vorteig I

Vorteig: II

  • 90 gramm Weizenmehl Type 550
  • 3 gramm Trockenhefe
  • 90 gramm lauwarmes Wasser

Beide ansetzen und 8-24 Stunden sich selbst überlassen.

Das schöne an diesem Brot, es hat keine langen Zwischenzeiten, unkompliziert und handwerklich nicht anspruchsvoll

  • 33o kaltes Wasser
  • und nun die Vorteige I u. II hinzufügen
  • 475 gramm Ruchmehl 1050
  • 12 gramm Salz
  • 1 Teelöffel Backmalz – alternativ Honig –
  • und mit der kleinen Reibe nach Gefühl die Kurkumawurzel direkt über das Mehl reiben

das war es schon!

Küchenmaschine mischen lassen auf kleiner Stufe und 12-13 Min. kneten lassen

Fenstertest und in die geölte Schüssel oder Teigwanne befördern.

  • nach einer halben Stunde dehnen von allen Seiten
  • 90 Min. stehen lassen
  • dann wie im ursprünglichen Rezept ausführlich beschrieben verarbeiten.
  • Ofen vorheizen

Wichtig dieses Brot kommt ohne Schwaden aus, reißt auf und bekommt eine kleine Beule

Dies ist gewollt.

In der Zwischenzeit habe ich das Olivenbrot wieder angesetzt, nachdem ich mir hier auch den Vorteig schon gestern

vorbereitet hatte. Das Brotwochenende sollte gerettet sein .

War es leider nicht! Der Kurkumateig war wie bestellt aufgegangen, ließ sich aber nicht verarbeiten. Es hätte zuviel Mehl gebraucht. Dann bilden sich die sogenannten Mehlnester und das Brot verliert ein der Leichtigkeit, die es ja so auszeichnet. Ich musste den Teig also doch in den Kühlschrank verfrachten.

Tut mir leid. So ist es mit dem Brotbacken, es ergeben sich immer wieder neue Herausforderungen.

Die Temperaturen sind immer noch sehr hoch und dies war sehrwahrscheinlich in Verbindung mit dem Vorheizen zuviel für das Brot.

Meine Schwimmstelle an der Isar kann ich auch vergessen, nachdem Regen – schaut es Euch an. Hier befand sich ein herrliches Naturbecken, wo ich morgens gut 1/2 Stunde schwimmen konnte. Auf den Steinen einwenig die Sonne genießen und dann den Tag beginnen- vorerst ist das Schwimmbad geschlossen. Die Isar hat sich eine Ruhepause genommen.

Also dann bis morgen !

„Schnee, Sommerbrote, Sommerabenteuer…“

Das Olivenbrot hatte ich mir mit schwarzen Oliven… herzhaft, mit kräftiger Kruste vorgestellt.

Gute entsteinte Oliven fand ich nicht wirklich. Zu groß, nur geschwärzt – mit was auch immer.

Beim türkischen Supermarkt wurde der Chefeinkäufer schließlich fündig, nachdem er eine türkische Hausfrau befragt hatte.

So bekam ich schon geschnittene, schöne feste Oliven in Wasser und i Grunde Salz eingelegt.

Die Vorgehensweise habe ich, wie beim Tomatenhartweizen-Krusti (s. letzter Beitrag) https://meggieskochstudio.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=20731468&action=edit&calypsoify=1&block-editor=1&frame-nonce=579288414e&origin=https%3A%2F%2Fwordpress.com&environment-id=production&support_user&_support_token

Nicht verändert.

Also das gleiche Rezept, allerdings nur 12 Gramm Salz, da ich ein Teil der Lake ca.100 ml mitverarbeitet habe.

Das bekannte Brühstück besteht aus 150 gramm Oliven, mit dem Vorteil, dass ich die Oliven direkt verarbeitet habe – ohne Quellvorgang –

Alle anderen Zutaten habe ich nicht verändert. Man könnte auch das Brot mit einem Teil Hartweizengriesmehl backen als Variante..

So sah der Teig aus, den ich gestern Abend um 19:00 in den Kühlschrank verfrachtete

Jetzt zu den Themen, die viele von Euch eigentlich interessieren.

In der letzten Woche war ich jeden Tag am See, bin mindestens 2 Stunden geschwommen.

Meine Glieder erwachen! Bin einfach beweglicher, keine Nackenschmerzen mehr, auf das Fahrrad schwinge ich mich, elegant , geschmeidig, flott – natürlich über den Sattel – wie es sich gehört.

Am Sonntagmorgen gegen 5.50 summte mein Handy!

Die Neugier war stärker – wow – Das Infzentrum München

6.OO Uhr PC hochgefahren, Termin am gleichen Tag um 15.30 bestätigt.

Bin dann gleich an den See gefahren – dachte, wer weiß – was für Nebenwirkungen sich ergeben.

Die Organisation war sehr gut!

Nun bin auch ich erstgeimpft, habe keinen Wein getrunken und auf die Nebenwirkungen gewartet – nichts kam – also wieder zum See, leichtes Schwimmen – tut gut.

So auch gestern, bevor das Gewitter kommt, nocheinmal 1 Stunde schwimmen.

Schon früh hatte ich diverse Teige für Walnußbrot, Olivenbrot, Semmel… angesetzt und ein neues Rezept für eine besondere Bolognese …. Dazu später mehr.

Die Gewitterwand – schien noch sehr weit weg – die Sonne schien, es war immer noch heiß.

Ich erreichte den See , schnell war ich im Wasser

Welch ein Himmel, die Farben so intensiv, türkisblau, grau, stahlblau ein senkrecht fallendes schwarzes Schwert fällt vom Horizont – jetzt kommt ein Wind auf – von Tutzing und Seeshaupt blinkt das Warnsignal und ich schwimme.

Die Wellen, selbst in dem nicht tiefen Bereich bäumen sich auf!

Es macht mir riesigen Spaß in die Wellen einzutauchen – aber wenn es blitzt muß ich raus!

Die Bäume am See biegen sich – der Wind wird stärker. Ein letztes Aufbäumen gegen Wellen und Wind – Turbogang

und zurück an den rettenden Steg.

Uff – geschafft, der Wind weht mich fast vom Steg, schnell ans Auto.

Hier bin ich sicher. Es regnet nicht – vielleicht – geht das Gewitter ja wieder…

Es ging nicht – Nein es war da. Nach wenigen Kilometern befand ich mich in einer Winterlandschaft, Nebel, Wassermengen, Eis, Schnee und kein Ende in Sicht.

Schaut selbst. Kilometerlang diese Winterlandschaft – nach sicherer Ankunft in München, 25 grad Sonnenschein.

Gerade aus dem Ofen genommen , zwei Brote gleichzeitig auf dem Backstein gebacken –

Ein super Duft zieht durch die Räume –

Das Sommerbrot Olive schaut soo gut aus….

Bis die Tage

M Kuhl

„Weniger ist ein vielfaches „Mehr“…..

(ohne Worte)

See, Sonne, ein kleines Abendessen mit drei Zutaten – Fisch, Brot, Kartoffel – sorry und ganz viel mediterane Kräuter…

Schönes Wochende!!!

würziges Tomatenbrot

Schönes Wochende – genießt den Sommer – wer weiß wie lange er bleibt!

„Summer bread -Sommerbrote“

(Werbung da Namensnennung)

Endlich ist er da der Sommer in Deutschland! Natürlich wird wieder gejammert, Klima, Hitze…..

Nach den Entbehrungen der Pandemie wollen wir einfach die Sonne genießen und die Tage mit Leichtigkeit und einem Lächeln auf den Lippe beginnen.

Die alltägliche Hausarbeit fällt mir schwer, aber mein Patentrezept – nach dem Motto:“Früher Vogel fängt den Wurm“

Durchsaugen, durchwischen, Bäder, Waschmaschine läuft – gegen 6.00 Uhr starten.

  • Bügeln, Spülmaschine aus u. einräumen deligieren an den Gö-Ga
  • Einkaufsliste erstellen – deligieren
  • Sauerteigführung – Livieto madre Betreuung verifizieren (dazu später mal mehr)
  • fester Plan für Fenster/Möbel-Pflege erstellen und umsetzen – ggfs. auch mal Putzhilfe leisten
  • Balkonpflege (Kräuter, Blumen, Salat-Gemüsekäste) laufend – mach ich mir am liebsten selbst)

So funktioniert es! Spätestens um 9.OO Uhr zu „Freizeitaktivitäten aufbrechen, wenn möglich auch mal sehr früh mit einem kleinen, entspannten Lauf beginnen.

So bleibt Zeit für Alles, was wir so lieben.

Heute um 6.OO Uhr habe ich die Autolyse für mein neues, leichtes Tomatenbrot angesetzt.

Meiner Meinung nach reichen 2-4 Stunden völlig aus, um dann das Brot weiterzuverarbeiten.

Meine Sommerbrote sollten leicht und luftig sein, teils würzig, knusprig sein.

Für alle Brot-Fans möchte ich nochmal kurz zusammenfassen, worauf es beim Brotbacken ankommt.

Meine Erfahrungswerte ergeben folgendes:

Mehlsorten

  • die verschiedenen Mehle beziehe ich – wie schon gesagt –
  • direkt von der Drax Mühle in 83562 Rechtmehring, Hochhaus 5
  • verfügt auch über einen Onlinehandel
  • dies ist keine Werbung – lediglich Erfahrungswerte gebe ich hier weiter –
  • auch bei anderen ortsansässigen Mühlen kann man sicher gute Mehle kaufen.
  • mit Supermarktmehl – preislich nicht zu vergleichen – habe ich immer sehr negative Erfahrungen gemacht
  • wenn keine Mühle erreichbar – bedient man sich besser bei den gängigen Drogeriemärkten – die heute über ein durchaus gutes Angebot verfügen.

Zeitpläne:

  • vergessen Sie Zeitpläne, das Brotbacken muss sich Ihrem persönlichen Tagesrhythmus anpassen
  • es hängt auch im wesentlichen von den Temperaturen ab – im Sommer – gehen die Teige schneller
  • und das Backen auch mit Hefe geht viel, viel leichter
  • eine sehr gute Möglichkeit ist die sogenannte Übernachtgare
  • hier kann der Teig bei ca. 4 grad 8-36 Stunden – oder auch länger reifen und am nächsten Tag/Morgen/Abend
  • gebacken werden, wenn man Lust und Zeit hat.
  • auch das Auffrischen/Füttern der Sauerteige /Livieto Madre Ansätze geht im Sommer ganz nebenbei
  • hier gibt es eh keine fixen Zeitpläne.
  • Man sieht schon, wenn der Sauerteig schön blubbert, die Livieto Madre sich vermehrt.
  • Ist der Ansatz erst mal richtig aktiv, hält er durchaus 1-2, sogar 4 Wochen im Kühlschrank aus, bis er das nächstemal aufgefrischt wird, bzw. gebraucht wird.
  • also keine Angst vor dem Zeitdruck

Pflege der Sauerteige und Livieto madre:

Faustregel: Roggensauerteig:

aktiver Roggensauerteig aus dem Kühlschrank: (Restmenge vom Backen)

1 Teil Mehl – 1 Teil Wasser gleiche Menge – ich beginne mit 25 gramm Roggenvollkornmehl, 25 gramm gutwarmes Wasser- je nach Bedarf füttere ich mehrere Tage (24 Stundentakt) und verdoppele die Mehl und Wassermenge.

Livieto madre:

  • aktiver Livieto madre (Rest aus dem Kühlschrank wiegen)
  • gleiche Menge Mehl (Vollkornweizen bio oder 550er Weizenmehl) hinzufügen
  • die Hälfte Flüssigkeit, d. h. halb lauwarmes Wasser, halb Hefewasser (z. B. 200 gramm Mehl=100 ml Flüssigkeit , bestehend aus 50 ml Wasser und 50 ml Hefewasser)
  • verrühren und stehen lassen bis er vor Freude schäumt (s. oben)

Starter:

Anstellgut + Wasser + Mehl

  • verrühren und ca 8-12 Stunden abgedeckt mit Folie sich selbst überlassen
  • am nächsten Tag weiterverarbeiten
  • es ist sehr schön zu sehen, wie die wilden Hefen arbeiten

Vorteige:

  • das Backen von Brot und auch Hefeteigen, wenn nicht mit Industriehefen gearbeitet wird, sollte immer mit sogenannten
  • Vorteigen erfolgen.
  • keine Angst!
  • es handelt sich um eine einfache Formel: Anstellgut + Wasser + Mehl

Brühstück:

  • hier wird kochendes Wasser (fingerbreit über den Zutaten) über die Saaten etc. gegossen
  • besteht aus Saaten, Altbrot, Schrot, getrockneten Zutaten (Tomaten, Oliven, Nüssen etc.) und meist über Nacht stehen gelassen – meist reichen allerdings 4-5 Stunden
  • Das Brühstück gehört zur Gruppe der Nullteige innerhalb der Vorstufen. Es dient der Verquellung gröberer Brotbestandteile (z.B. Körner, Saaten, Schrote), um den Kaueindruck und die Frischhaltung zu verbessern (siehe auch Quellstück und Kochstück).
Quellstück hier aus angerösteten Saaten u Semmelbrösel

Autolyse:

  • ist nichts anderes, wie Mehl und Wasser kurz kneten – mit der Hand oder Maschine – und ca. 2-4 oder länger, wenn man anderweitig beschäftigt ist , sich selbst überlassen
  • hierdurch bildet sich eine wunderbare lockere Krume
  • es werden enzymatischer Prozesse in Gang gesetzt – so einfach – ohne Salz – nur mit Wasser und Mehl

Als Autolyse (griechisch αυτόλυσις ‚Selbstauflösung‘) bezeichnet man die Selbstauflösung (Lyse ist die Auflösung an sich) abgestorbener Körperzellen durch Enzyme, die im Gewebe schon vorhanden sind, ohne die Beteiligung von Bakterien oder anderen Lebewesen.

  • dieses Verfahren hat sich gerade bei den lockeren Misch- und Weizenbroten bewährt.

Zusammenführung und Knetzeiten:

  • fast haben Sie es geschafft!
  • die einzelnen Teige (Vorteig, Brühstück, Hauptteig) werden zusammengeführt
  • Wasser ggfs zugeführt
  • Salz immer ganz zu letzt
  • ggfs. Honig oder Malz
  • hier führe ich die Vorteige mit dem Hauptteig zusamme mischen auf kleinerStufe ca. 3 Min.
  • dann nur so lange , bis sich der Teig in der Regel von der Schüssel löst
  • zum Schluß gebe ich das Brühstück hinzu – solange auf kleiner Stufe kneten, bis die Zutaten gleichmäßig vom Teig aufgenommen wurden
  • die Knetzeit beträgt in der Regel 12-13 Minuten insgesamt
  • ein sogenannter Fenstertest bringt die entsprechende Sicherheit
  • hier zieht man den Teig auseinander und er sollte elastisch sein und nicht reißen , sondern ein kleines Fenster durch den Teig öffnen.

Gare und Abbacken:

  • die von mir meist bevorzugte Übernachtgare gestaltet sich sehr einfach
  • eine Schüssel oder Teigwanne mit Öl/Olivenöl ganz leicht mit dem Pinsel einölen
  • Teig in die Schüssel/Wanne geben
  • nach einer halben Stunde einmal dehnen von allen Seiten
  • nach 1 Stunde wiederholen
  • und solange bei Zimmertemperatur stehen lassen, bis der Teig Volumen bekommen hat
  • dann in den Kühlschrank (12-72 Stunden)
  • bei Verzicht auf die Übernachtgare
  • den Teig 3-4 mal dehnen (1/2 Stunde)
  • dann je nach Brot 2-4 Stunden stehen lassen.
  • und zwar im geeigneten , ausgemehlten Gärkörbchen
  • wenn der Fingerdruck weich wieder zurückgeht ist das Brot backbereit
  • eine Stunde vorher den Backofen auf 250 grad vorheizen mit dem Backstein bzw. Blech

Mit den genannten Verfahren gelingen die Brote auch im haushaltsüblichen Herd wunderbar.

Wider Erwarten lassen sich die Brote nach dem Abkühlen auch gut einfrieren und aufgetaut sind sie wie gerade aus dem Ofen.

Die reinen Roggenbrote aus 100 % Roggenmehl sind nochmal eine andere Herausforderung – allerdings – mit einwenig Gefühl auch keine Kunst.

In der nächsten Zeit werde ich meine Leser verschiedene Sommerbrote vorstellen.

Ein mediteranes Brot mit getrockneten Tomaten und Hartweizenkruste ist schon in der Mache!

Viel Spaß beim Brotbacken!

M. Kuhl

„Thymianduft und Sommerträume…“

Über mir der lavendelfarbene Himmel, ich höre das Meer rauschen, schwerfällig platschen die großen Wellen an die Felsen. Die Möwen kreischen…..

Flink huscht die schwarze Eidechse weg, der Weg ist steil, steinig und kein Ziel ist in Sicht.

Der Duft von wildem Thymian und Salbei schwängert die Luft – atemlos bleibe ich stehen. Eine schwarze Fieper huscht von dannen. Meine Blicke schweifen über das türkisblaue Meer, die satten grünen Farben der Insel…..

„Erdbeerkuchen – Kaffee ist fertig….“ die Stimme meiner Tochter. Wo bin ich denn?

Auf dem Liegestuhl war ich doch tatsächlich eingeschlafen – Sonntagsruhe – selbst den Vögeln scheint es zu warm zu sein.

Lächelnd stand ich auf – ach sooo – Genau neben meinem großen Kräuterkasten hatte ich mein müdes Haupt gebettet. Thymian, Rosmarin, Salbei, Oregano strecken sich gerade, sie sehnen sich nach Sonne und Wärme.

Der Duft hatte mich in einen tiefen Traum versetzt. Früher hatte ich meist abends spät im Netz schnell Flüge gebucht und spätestens zwei Tage später flogen wir

Das ist alles anders geworden. Eine Impfung war mir bislang nicht vergönnt – der Impfstoff – derzeit werden nur Zweitimpfungen durchgeführt. Obwohl ich mich gleich am erstmöglichen Tag registriert hatte.

Irgendwelche Beziehungen ausnützen, Menschen nerven das liegt mir nicht. Mein junger Hausarzt kämpft am Limit.

So bleibt mir derzeit nur das Träumen vom Meer und ich muß mich mit dem Starnbergersee begnügen. Auch nicht schlecht!

Zur Einstimmung habe ich gestern Abend schon mal den genialen Picknicksalat für diesen Sommer gemacht.

Brauner Kichererbsensalat orientalisch

Zutaten:

200 gramm vorgekochte Kichererbsen (am besten im Dampftopf, dann geht es auch ohne Einweichen)

2 -3 Strauchtomaten , je nach Größe

1 kleine Spitzpaprika

1 Stück Gurke

2 Zehen frischer,junger Knoblauch

1 kleines Stück Ingwer

2 kleine rote Zwiebeln

2 Biozitronen

Kräuter: Koreander, Minze, Petersilie

Meersalz aus der Mühle

Schwarzer Pfeffer

Ras el Hanout

Panch Phoron (Mischung aus Schwarzkümmel, Senfkörner, Bockshornkleesaat, Fenchelsamen und Kreuzkümmel)

Rosengewürz

Kreuzkümmel gemahlen – eine Messerspitze

1Teelöffel Chiliflocken

bestes Olivenöl

Zubereitung:

  • die Kichererbsen am besten schon am Abend vorher abkochen und abtropfen lassen
  • Tomaten, Paprika in mundgerichte Stücke schneiden
  • rote Zwiebel ganz dünn aufschneiden (hauchdünn) in Ringe
  • Gurke entkernen und klein schneiden
  • Ingwer und Knoblauch möglichst klein hacken
  • Kräuter mit dem Wiegemesser vorbereiten oder der Kräuterschere
  • Zitronen auspressen und vorher abzesten

Vinaigrette

  • 3 Eßlöffel Olivenöl
  • Saft von 2-3 Zitronen
  • mit den angegebenen Gewürzen vermischen – Chiliflocken erst final drüberstreuen –
  • alles gut vermischen und über die restlichen Zutaten geben
  • jetzt die Kräuter und die Chiliflocken hinzufügen und nochmals gutdurchmischen.

Sogar mein Gö-Ga konnte sich für diesen Salat begeistern.

Dazu hatten wir fleischige Doraden gegrillt – so kann der Sommer kommen!

Fotos durfte ich keine machen – „Es nervt – so die einhellige Meinung…“

Das nächstemal schreib ich Euch auf, wie die Doraden saftig bleiben, die Haut knusprig wird und wie ich den Fisch gewürzt, bzw. vorbereitet hatte und dann gibt es auch Fotos! Versprochen!

Schöne Sommerwoche, meine Badetasche ist gepackt es ist 8.15 Uhr und der See ruft!

„Ein Hauch von Minze…..“

Meine Großmutter hatte in dem großen Bauerngarten verschiedene Minze angebaut.

Pfefferminztee, Pfefferminzschnaps, Pfefferminzheilpflanze , Pfefferminzgelee – alles mögliche stellte sie von den üppig wuchernden Blättern her.

Oft kaute ich auf einem Blatt Minze, denn dann konnte ich besser Pfeiffen – den kühlenden Hauch in meinem Mund habe ich nie vergessen.

Die Minze wurde am sonnigen Schlafzimmerfenster meiner Großeltern zum Trocknen aufgehängt und der Duft verströmte durch die oberen Schlafräume.

Vom besten Korn meines Großvaters zwickte Großmutter etwas unbemerkt ab und setzte den herrlichen Pfefferminzlikör an. Auch für uns Kinder war der Pfefferminzschnaps in homöothetischenDosen ein beliebtes Heilmittel.

Nur bei meiner Schwester, die stets irre aufgeregt war, wenn sie eine Schulaufgabe schreiben mußte, wollte der Fingerhut Pfefferminzschnaps keine Wirkung entfalten. Vielleicht lag es hier nicht am Schnaps.

Wie oft habe ich probiert die Bergminze auf meinem Balkon heimisch zu machen – ohne Erfolg –

Aus Kuba hatte ich mir die Mojito-Minze mitgebracht – sie wollte hier nicht wachsen –

Mittlerweile gibt es Züchtungen für unser Klima. Bei mir wächst sie auf dem etwas schattigeren Balkon und fühlt sich sehr wohl.

Minze hat allerdings die leidige Eigenschaft alles zu überwuchern. Ich mußte sie aus meinem Kräuterkasten entfernen, denn sie war zu übermütig geworden

So entstand mein

Minzpesto

Zutaten:

  • ca. 150 gramm verschiedene Minze (gewöhnliche Minze, Kubaminze, Zitronenmelisse) frisch geschnitten, abgespült und trockengeschüttelt
  • 1 Biozitrone (Saft und Zesten)
  • 50 gramm blanchierte und leicht geröstete Mandeln
  • 100 ml neutrales Öl ( z. B. Sonnenblumenöl)
  • flüssiger Honig
  • eine Spur selbstgemachten braunen Vanillzucker

und so schnell geht es:

  • Zitrone auspressen und zesten und in einen hohen schmalen Becher geben
  • Minze von den Stängel streifen – nur ein paar ganz kleine frische Stengel der Mojito-Minze belassen, Zitronenmelisse zupfen und mit den Pürierer zu einer Creme pürieren
  • langsam arbeiten, damit das Gerät keine Wärme abgibt, sonst wird das Pesto grau
  • die Mandeln grob hacken und hinzufügen
  • nach und nach das Öl hinzufügen und einen Teelöffel Honig
  • final abschmecken und eine Prise vom Vanillzucker hinzufügen.

Das Pesto in kleine Gläschchen füllen – es sollte mit Öl bedeckt sein –

Dieses Pesto ist die Offenbarung auf dem Erdbeeboden, zum Eis…….

Schnell gemacht und vielfältig einsetzbar.

Schönes Wochenende!

„Weiß und Grün , wie lieb ich Dich….“

(Werbung , da Namensnennung)

Das königliche Gemüse hatte es dieses Jahr richtig schwer in Gang zu kommen. Die Monate April und Mai waren naß, kalt und ungemütlich. Kein Wetter für das beliebte Gemüse.

Natürlich wird er heute “ angeheizt, zugedeckt… “ um das Wachstum zu beschleunigen.

Jetzt wo es ihn nur noch wenige Wochen geben soll – warum eigentlich dieses Jahr wäre es doch sicher möglich die Saison aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse zu verlängern.

Gemäß die Grundsatz :

„Kirschenrot – ist Spargeltod“

Wie dem auch sei. Der Spargel ist für mich der Beginn des „Leichten Kochens“ im Frühsommer des Jahres.

Daher möchte ich meine „Spargel-Highlight“ zum Ende der Saison nochmal kurz zusammenfassen

  • Spargelsalat mit Safran

das schnelle, feine Spargelsüppchen

oder…

Die Rezepte sind eigentlich einfach und dürften Jedem auf Anhieb gelingen.

Mit etwas Glück gibt es zum Dessert frische Erdbeeren – wenn möglich vom Erdbeerfeld –

Der aktuelle Marktpreis für eine gute Qualität im Handel wird derzeit mit 15,00 EURO/pro Kilo angeboten.

Ich war entsetzt !

Gutes Gelingen!

„Sommer bleib hier….“

(ohne Worte….)

Meine Lieblingsfrühjahrsblüten ….. , die Isar nach dem großen Regen – muß sie erstmal die lästigen Geister verscheuchen…, die Müll hinterlassen, die Ruhe der Natur stören und vom Feierwahn befallen sind….

Verschiedene Versuchsreihen habe ich derzeit am Laufen

  • fermentierte Nudeln (auf Sauerteigbasis)
  • Einkorn – backfähig ? –
  • optimierte Grillgerichte ….. Beilagen , Dips, Pesto

Ehrlich, manchmal muß ich einfach nur die Natur besuchen und die Hoffnung steigt, dass ich bald eintauchen kann in das kühle Nass der bayrischen Seen.

bis bald

eine schöne Woche!

M. Kuhl

„Kochen bis der Atem stockt..“

(Werbung, da Namensnennung)

Der enorme Druck der auf den Restaurants, bzw. den Köchen lastet ist auch als Gast spürbar.

Vor einiger Zeit hatte ich schon mal über das Restaurant zum Auwirt in Kitzbühel bzw Aurach geschrieben.

s.!! KITCHEN IMPOSSIBLE – Haubenkoch

s. mein Beitrag https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20728780

Die Gebrüder Winkler hatten vor ca. 1 Jahr dem Auwirt den Rücken gekehrt, nachdem , so hört man, die Unstimmigkeiten mit der Eigentümerin sich nicht beseitigen ließen.

Neue Besen kehren gut, neue Messer, Töpfe, Pfannen …. kochen, schmecken….

Nina und Christian Grobeis, sind die “neuen” Wirtsleute vom Gasthof Auwirt in Aurach bei Kitzbühel.

Christian Grobeis konnte in den unterschiedlichsten Stadionen sein Können in der gehobenen Kochwelt beweisen, so stellt er sich selbst vor.

Die herrlichen Räume- mit Blick in die Küche oder den nahen rauschenden Bach vermitteln eine alpenländliche Kulisse die einzigartig ist.

Gespannt und gut gelaunt liefen wir zum Auwirt.

Herzlich wurden wir begrüßt. Doch dann, eine Wein- bzw. Speiskarte sei nicht vorgesehen. Coronabedingt !

Erklärte man uns – bzw. versuchte man uns zu erklären.

Ein dezenter Hinweis, auf entsprechende Onlinerecherche ….

Unmissverständlich machten wir deutlich, dass wir hier nicht mit dem Handy nach der Speise/Weinkarte im Internet suchen.

  • am liebsten wäre ich aufgestanden und gegangen !

Dabei war der Tag so schön gewesen, wir hatten regelrecht in einem Blumenstrauß gesessen. Auf einer roten Bank und unsere Blicke über den nahen See, das Kitzsteinhorn, den Kaiser streifen lassen.

  • Aufgeben war keine Alternative !

Schließlich brachte man uns eine lose Blattsammlung, Weinkarte und eine loses Blatt Speisekarte und das Amuse-Gueule versöhnte uns ein wenig.

  • ein Shot kalter Tomatenessenz – mit Ziegenkäsestückchen und getrockneter Gurke
  • interessant und kräftig gewürzt, leicht pfeffrig mit pep

Um die leidige Bestellung hinter uns zu bringen, entschieden wir uns für einen Maibock, einen Zwiebelrostbraten sowie eine Blumenkohl-Crème-brûlée, denn wir wollten heute unbedingt eine Nachspeise genießen.

Die Blumenkohl-Crème-brûlée war mit einem leichten Spinatsalat angerichtet, mit leckerem Beiwerk.

Die Konsisztenz sahnig, cremig, gut abgeschmeckt, interessante Würze. Der klassische Crunch fehlte und somit war es für mich keine -Crème-brûlée-. Geschmacklich aber sehr gut.

Blumenkohl-Crème-brûlée

Der Maibock war ein echtes Highlight -die extra gereichte Soße ein Hochgenuss, die verschiedenen Komponenten handwerklich sehr gut herausgearbeitet. Die Pilze hatten Biss, die leicht bechamelisierte Schwarzwurzel war mit Schnittlauch versehen – auf den Punkt gegart –

Der Mai-Bock war so perfekt gegart, wie man es selten antrifft! chapeau!!!!

Der Zwiebelrostbraten war ebenfalls perfekt, die Zwiebel resch und die klassischen Bratkartoffel ergänzten das auf den Punkt gegarte Fleisch.

Inzwischen hatten sich die Gemüter beruhigt und wir bestellten das Dessert.

Hier hatten wir wieder – wie könnte es anders sein – ein paar Kritikpunkte.

Das Gewürz-Parfait war zu fest, die cremige Konsistenz fehlte.

Meine Brûlée war wieder eine cremige, süße Masse, mit mäßigem Crunch – Die Deko war lecker, aber eine

Creme-brûlée der Extraklasse war es leider nicht.

Die kleine Eisportion mit dem selbstgemachten Eierlikör war köstlich!

Zusammenfassend, kann man sagen, es ist ein Potential erkennbar ! Sicher werde ich wieder hier zum Essen gehen. Hoffe, dass sich die Coronakonzepte dann etwas normalisiert haben.

So gingen die wunderbaren, intensiven Alpentage schnell zu Ende.

Wieder Coronatest, Anmeldung für die Ausreise…….

Jetzt gilt es kleine Reisen zu planen, die das coronageschädigte Gemüt erhellen und der Sommer muß jetzt kommen.!

M. Kuhl

„Hauben und Sterne fallen nicht vom Himmel“

Werbung, da Namensnennung

Welche Bedeutung haben diese Bezeichnungen in Österreich?

Alles nur Show oder berechtigte Gütesiegel für eine ausgezeichnete Küche?

Neben den Punkten werden Kochmützen (in ÖsterreichHauben“ genannt) vergeben; bei 13 und 14 Punkten erhält das Restaurant eine Mütze, bei 15 und 16 Punkten zwei, bei 17 und 18 Punkten drei und ab 19 Punkten vier Mützen. In Österreich wird ein im Gault-Millau ausgezeichneter Koch „Haubenkoch“ genannt.

Nach der beschriebenen MittagsJause wollten wir Sonne, Menschen und den Ausblick in Rosi’s Sonnbergstuben genießen.

Der Ausblick von dieser Terasse ist atemberaubend. Hier trifft man sich – um gesehen zu werden – Rosi’s Sonnbergstuben muß man gesehen haben – oder auch nicht –

Wenig Zeit blieb uns, um uns auf das Highlight des Tages vorzubereiten.

Beim Neuwirt hatten wir einen Tisch reserviert.

Wir beabsichtigten unsere Gaumen dem ehemals jüngsten Sternekoch Jürgen Kleinhappl, dem „Jungen Wilden“ Joachim Jaud und seinem Team anzuvertrauen .

Die Abendstimmung im kleinen Stadtkern war aufgekratzt, fröhlich überall gutgelaunte Menschen. Endlich konnte man wieder ausgehen – das Leben in vollen Zügen genießen .

Unser Außentisch befand sich unter den Arkaden der Terasse – mit wärmenden Fußstrahlern und Deckenstrahlern – geschützt in einer Niesche. Innen brannte der Kamin und das gleißende Abendlicht sorgte für eine charmante Kulisse.

Der Service war professionell und aufmerksam, gepaart mit einer guten Portion Tirolerhumor.

Trüffeltartar

Wir bestellten, Trüffeltartar — Vorspeise – ein wunderbares Fleisch –

Hier werden einheimische Zutaten und Produkte kombiniert mit Köstlichkeiten aus der ganzen Welt.

So die Philosophie des Hauses. Daher entschied ich mich für eine Maischolle.

Die Weinkarte läßt keine Wünsche offen, wir entschieden uns zunächst für einen frischen, Veltliner aus Weissenkirchen/Wachau. Das Weingut hatte ich bei meinen vielen Radtouren schätzen und kennengelernt.

Maischolle Neuwirt/Kitzbühel
  • meine Maischolle präsentierte sich frisch, leicht mediteran angehaucht, die Gurken verleihen eine frische Leichtigkeit, das heimische wohlausgewählte „grüne Gemüse“ rundete das Ganze perfekt ab.
  • allerdings war die in Butter gegarte Scholle eins zwei Minuten zu spät aus der Pfanne geholt worden
  • Schade

Doch die dann folglende Nachspeise war einfach unbeschreiblich gut.

Ein sogenannter Moosbeer-Schmarrn (kleine Heidelbeeren) übertraf alle Erwartungen.

Moosbeer-Schmarrn

Fluffiger Schmarrn mit köstlichen Moosbeeren – frischen Himbeeren und einem Moosbeereis, Buttermilcheis angereichert – perfekt –

Die Komponenten – Beeren, frische Kühle – fluffiger Schmarrn verbanden sich im Gaumen zur Genussexplosion –

Um 22.OO müssen auch derzeit die Lokale in Österreich schließen. Schade, gerne hätten wir an der Bar noch ein Glas genommen.

So schnell verging der erste Sonnentag des Jahres.

Freut Euch schon auf meinen nächsten Restaurantgang am Samstagabend.

Genießt die Sonne und die Lockerungen!

M Kuhl

„Flucht aus der Pandemie…“

(Werbung , da Namensnennung)

Seit knapp einem Jahr hatte ich nun München nicht mehr verlassen.

Unerträglich hatte ich die Enge der Großstadt empfunden. Die Sehnsucht nach der klaren Luft im Gebirge kann ich nicht beschreiben.. Eine ausgiebige Wanderung, steil bergauf, bergab – Gipfel in greifbarer Nähe erleben – und die alpenländische Küche in vollen Zügen genießen waren zum unerfüllbaren Traum geworden

Einen guten Wein am Kaminfeuer genießen – Freundinnen treffen – die Seele baumeln lassen.

Letztes Wochenende hielt mich nichts mehr!

Alle Unanehmlichkeiten nahmen wir in Kauf (Ausreise anmelden, zum Coronatest eilen, Umwege , Stau…)

Wir hatten schon Reservierungen in unseren Lieblingsrestaurants gebucht…

Am Freitagmorgen strahlte die Sonne und die Bergschuhe waren schnell geschnürt. Einwenig steif war ich schon in den Gliedern und heilfroh, dass ich meine Stöcke dabei hatte.

Das Corona-Hygienekonzept wurde konsequent in jedem Restaurant angewendet.

  • Vorlage eines aktuellen Negativtest
  • Scannen der persönlichen Aufenthaltzeiten
  • Name, Adresse
  • Maskenpflicht beim Betreten des Hauses

Nervig fand ich es ehrlich gesagt schon.

Aber wir wurden entschädigt, mit freundlichem, aufmerksamen Service und genossen mittags einen leckeren, liebevoll zu bereiteten Salat mit Speck, geröstetem Brot, Blattsalaten und Rohkost im Landhotel Vordergrub in Kitzbühel.

Weitere „Restaurantbewertungen“ folgen. Einen sonnigen , erholsamen Juni -Tag

M Kuhl

„Walnuß-Dinkel-Ruch-Kruste“

Genau 45 Minuten hatte ich gestern das Brot sich selbst überlassen – eine kleine Isar-Runde

Windig, kalt und dennoch erfrischend, belebend

selbst die bekannten Steine wirken etwas freundlicher – die Blüten grüßen unter der Last der Regentropfen, der Wasserstand im Fluß hat zugenommen

einwenig kann ich mir die Isar als reißenden Gebirgsfluß vorstellen, wünschen…

Ein Windböe – schmerzlich kalt – und dann heftiger, kalter Graupelregen. Senkrecht fällt das kalte Nass vom Himmel, in nicht endenden Bächen platscht es auf mich nieder.

Stress pur – das Brot ! Immer schneller laufe ich und erreiche -trotz Regencape – völlig durchnäßt die Haustür.

Das Brot hatte sein Volumen sichtbar vergrößert, eine kräftige Farbe bekommen und es roch nach Walnuß –

Der Duft allein schon läßt mein Brotherz höher schlagen.

Hastig zerre ich es aus dem Ofen und leider muß ich jetzt warten, bis es abgekühlt ist, um es anzuschneiden.

  • schnell die Zutaten zusammenschreiben – falls es so gut wird, wie es aussieht.
  • mein Gö-Ga nennt es verifizieren – typisch Ingenieur – alles messen, wiegen, planen
  • meine Brote passen sich immer den Gegebenheiten an (Temperaturen, Mehlvorräten, Lust und Liebe an
Walnuss-Dinkel-Ruch-Kruste

Bewußt hatte ich den Zusammenschluß auf den Stein gestürzt, denn ich wollte nicht, dass das Brot aufreißt, da sonst die Nüsse zu dunkel werden können.

Jetzt schreibe ich doch das Rezept auf für alle Brotkünstler und solche die es noch werden wollen

Zutaten:

30 gramm Livieto madre hell (Sophie aus 550er Weizenmehl)

30 gramm Livieto madre dunkel (Franczeska aus Bio Weizenvollkornmehl)

alternativ 60 gramm Sauerteigansatz oder auch Hefe möglich

30 gramm lauwarmes Wasser

125 Gramm Walnüsse

24o Gramm Dinkelmehl 630

160 Gramm Weizenmehl 1050 (bayrisches Ruchmehl)

15 Gramm Salz

1 Teelöffel Malz inaktiv oder 1 Teelöffel Honig

10 gramm Walnussöl

eigentlich braucht es nicht viel, um ein gutes Brot zu backen.

Zubereitung:

Vorteig I:

60 gramm Livieto madre, 60 Gramm 1050 er Ruchmehl und 30 gramm lauwarmes Wasser gut vermischen und abdecken. Bei 26-28 grad einfach stehen lassen (2-3Stunden), ggfs. in den Backofen stellen und die Backofenlampe einschalten, mit einem Kochlöffel den Herd einen Spalt offen lassen.

Brühstück:

125 gramm Walnüsse in der Pfanne ohne Zugabe von Fett leicht anrösten und mit 220 ml kochendem Wasser anschließend übergießen. Dann abdecken und ca. 4-5 Stunden sich selbst überlassen.

Diese Vorbereitungen (Vorteig I u. Brühstück) können auch abends vorbereitet werden und am nächsten Tag kann dann das Brot zusammengestellt werden, je nach Zeit und vor allem Temperatur.

Hauptteig: – Autolyse

  • die Mehle abwiegen und gut vermischen
  • die Nüsse durch ein Sieb gut abtropfen lassen und das Schüttwasser auffangen
  • dann mit Wasser auffüllen, so daß es insgesamt eine Menge von 270 ml ergibt.
  • die aufgefüllte Wassermenge mit den Mehlen verkneten und 2-4 Stunden stehen lassen.
  • dann den Vorteig zufügen und auf kleiner Stufe , dann auf der nächsthöheren Stufe insgesamt 3 bzw. 5 Min. kneten
  • bis der Teig sich vom Boden löst
  • nun fügen wir Salz, Backmalz und das Öl hinzu und kneten bis sich alles homogen verbunden hat
  • dann fügen wir die Nüsse hinzu und sorgen dafür, dass sie gut untergemischt werden, bei kleiner Stufe nochmal kneten lassen ca. 2 Min.
  • den Teig füllen wir in eine geölte Teigwanne und dehnen ihn nach einer 1/2 Stunde, nach einer Stunde nochmal
  • sobald der Teig angesprungen ist – etwas an Volumen zugenommen hat – verfrachten wir ihn für 8-18 Stunden in den Kühlschrank (bei 4-5 grad) –
  • am nächsten Morgen , je nachdem wir das Brot backen möchten, bestäuben wir die Arbeitsplatte mit Roggenmehl und falten den Teig zu einem Kuvert, was wir dann locker zu einer Teigkugel werden lassen, in dem wir ganz locker durch das Mehl schleifen .
  • die Teigkugel geben wir in ein bemehlts Gärkörbchen (Schuß nach unten)
  • jetzt heizen wir den Ofen mit dem Backstein auf 250 grad (ca. eine 3/4 Stunde)
  • im Körbchen hat die Teigkugel nochmal an Volumen zugenommen
  • nun ist es soweit, wir schieben das Brot auf den Backstein oder Blech
  • gießen 250 ml in das unter dem Backstein befindliche Blech
  • und backen das Brot 10-15 Min. an
  • Backofen öffnen, abschwaden
  • dann weitere 30-35 Min. auf 200-190 grad fertigbacken.

Wer mag kann das Brot auch noch einschneiden, bevor es in den Ofen kommt, dann reißt es auf.

Das Ergebnis ist wunderbar, ein leichtes, lockeres Brot mit einer zarten Kruste und einem Geschmack!

Ein Brottraum ist wahrgeworden!

Lange hat er nicht angehalten der Traum vom wunderbaren Walnuss-Dinkel-Ruchmehl Brot.

Beflügelt vom Brotbacken gab es dann ein kleines Abendessen, sehr zur Freude meines Gö-Ga

  • Schweinefilet bestrichen mit Bärlauchpesto, eingewickelt in hauchdünnen italienischen Schinken und Salbei
  • bei 120 grad im Backofen – ganz leicht rosa – garziehen lassen
  • Soße aufmontieren, Bandnudeln und junges Karottengemüse mit Broccolie in der Wokpfanne gegart begleiten das Schweinefilet.
  • schnell gemacht und genau das richtige für die kalten Pfingsttage

Frohe Pfingsten!

„Früher Vogel, fängt den Wurm…“

6.05 Uhr, München, 8 grad, Nieselregen

Kein einladender Morgen, trotzdem singen die Vögel und das satte Maigrün des Isarwaldes stimmt mich einwenig sanft, fast schon melancholisch.

Meine Brotprojekte stehen auf der Kippe. Die Sauerteige hatte ich mühsam „aufgefrischt“.

Roggenalpenbrot – Übernachtgare –

  • Roggenansatz aufgefrischt am Sonntag
  • Ansatz für das Brot am Montag
  • am gestrigen Dienstag zusammengemischt, kommt aber nicht richtig in Gang, da es zu kalt ist!
  • nach dem es endlich angesprungen war, hatte ich keinen Nerv mehr und es mit Gärkorb in den Kühlschrank verfrachtet
  • heute um 6 Uhr entnommen
  • der Zustand ist bedenklich, es haben sich zwar die gewünschten Risse gebildet
  • aber der Teig im Gärkorb ist fest, eiskalt
  • keine guten Aussichten auf ein schönes, deftiges, gewürztes Roggensauerteigbrot

Im Hinterkopf höre ich schon meinen Gö-Ga: „Wieder für den Abfall produziert, mußt wieder Mehl holen fahren?“

Erstmal einen starken, guten Kaffee und die neuesten Corona-Zahlen…, Ofen auf 250 grad vorheizen, Küchenfenster schließen, damit eine Wohlfühlwärme für meine Brote entstehen kann.

7.OO Uhr sch..egal , das Brot kommt in den Ofen. Mit einem 250 ml Wasser für den Dampf.

8.05 Uhr – Wow – schaut selbst – Klopfprobe positiv –

Walnuß-Dinkel-Ruch-Kruste

  • Livieto madre Ansatz , geröstete Walnüsse, Autolyse (Mehl, Wasser verkneten – stehenlassen), Teige verknetet, Nüsse – nochmal geknetet – nicht zu lange Dinkelmehl mag das nicht
  • auch der Teig springt nicht wie gewünscht an – zu kalt ist die Raumtemperatur – oder schwächelt meine
  • Livieto madre?
  • mir reicht es , auch der Teig kommt in den Kühlschrank, gestern gegen Mittag
  • drei Stunden bin ich dann auf dem Isardamm bei Schäftlarn gelaufen, keine Menschenseele, Sonnenschein – Natur pur
  • soll ich mich weiter stressen mit den Brotteigen – mir eine Gärkiste anschaffen –
  • aber ….. meine Franczeska, meine Sophie (LM Ansätze)
  • abends nur eine leichtes Spargelsüppchen kreiert und einen sehr, sehr guten grünen Veltliner aus der Wachau…

In den letzten Wochen machen sich die schnellen Sauerteigbrote im Netz breit. Der Sauerteig-Ansatz besteht teilweise aus 100-200 Gramm Sauerteig, bzw. Livieto madre und wird dann an einem Tag gebacken. Die Fotos sehen gut aus. Einen Versuch habe ich hinter mir – negativ –

  • Gö-Ga “ nicht zu essen ….“ mach doch Deine Rezepte, die Du selbst…..“

Mein Fazit: mit Sauerteigen geführte Teige müssen reifen, um ein entsprechendes Aroma, Krume zu bekommen. Das heißt leider sie brauchen Zeit, die man aber variieren kann.

Die Rezeptführungen sind meist ungenau, da die Temperaturen in den seltensten Fällen stimmen.

Es ist 8.OO Uhr und mein Alpenroggen-Sauerteigbrot hat den Ofen verlassen.

Wow – das hätte ich nicht gedacht!

So jetzt heize ich erneut den Ofen hoch – mal sehen was das Nussbrot meint.

Jedenfalls hat es im Körbchen sein Voulumen etwas vergrößert.

  • wenn es funktioniert hat stelle ich das Rezept ein, meine Roggensauerteigbrote backt ihr eh nie!
  • bis die Tage!

Ungeduscht, ungeschminkt laufe ich jetzt an die Isar – vorsorglich mit Regenjacke …und mit den Stöcken schieb ich mich an, denn ich habe nur 45 Min. Zeit – dann muß das Walnuß-Dinkel- Ruch-Projekt aus dem Ofen.

Schönen Tag!

M. Kuhl

„weiße Tulpen aus München….“

Wer kennt ihn nicht den eigentlich schnulzigen Song von Nana Mouskouri , ein Abschiedslied.

Es spiegelt, leidenschaftlich die Sehnsucht nach Athen, Griechenland wider.

So geht es mir gerade auch, die Tulpen, Narzissen möchte ich verabschieden – gerne können sie wiederkommen – im nächsten Frühling. Meine Pflanzgefäße warten schließlich auf den duftenden Jasmin, Verbenen…

Meine mediteranen Kräuter kommen nicht in die Gänge, meinen Basilikumpflänzchen möchte ich ein Mäntelchen verpassen.

Es hilft nichts das Wetter können wir nicht ändern !

Diese naßkalten Frühjahrsmonate sind doch in den hiesigen Breiten normal.

Genau! Nach den Eisheiligen kommt die Schafskälte und dann, wenn wir Glück haben – der Sommer, der spätestens Ende August, wenn die Tage kürzer werden vorbei ist.

Jetzt erinnere ich mich, früher fuhren wir an Pfingsten ans Meer, Ende August nach Süditalien und im November nochmal nach Zypern. Unsere Kinder liebten es.

Dieses spontane Reisen fehlt mir so sehr! Geimpft bin ich auch nicht!

Die Registrierung hatte ich gleich am ersten möglichen Tag veranlaßt, inzwischen mehrfach telef. nachgefragt.

Backen, Kochen, einen kleinen Hamsterlandausflug ins Alpenvorland kann doch nicht der Radius meines Ruhestandslebens sein!

Daher habe ich vor einigen Tagen beschlossen weniger ist mehr:

  • Schnellkochtopf mit Kartoffeln aufsetzen
  • Spargel ob grün oder weiß in den Pastatopf stellen (eine Prise Zucker, einen Schuß Weisswein, Butter, Salz)
  • hinzufügen und ca. 15-20 Min. kochen lassen
  • Spargelbrühe aufheben – wird am nächsten Tag zur Suppe verarbeitet (m Zitronengras angereichert u. ggfs. etwas Kurkuma)
  • wer will, kann sich ein Stück Fleisch, Fisch dazu braten, grillen – wie auch immer.
  • zum Bäcker laufen, radeln … :“ ne, das Brot, die Semmel, sind nicht gut…!“

Gerade hat mir meine Freundin Moon, eine kleine Auswahl wunderbarer Schmöker geschickt.

Manchmal kann man auch für 1-2 Stunden draußen lesen, den Vögel lauschen und sich des Lebens freuen.

Schöne Woche, bis bald.

M. Kuhl

P.S Vielleicht kann ich ja doch nach Kitzbühel – Freundinnentage – Berge, Wandern, Kaminfeuer….

Die Hoffnung stirbt…

„Baguette wie bei Gott in Frankreich“

(Werbung, da Namensnennung)

Noch heute erinnere ich mich an die Baguettes, die ich als Austauschschülerin – so hieß das damals -in Frankreich genießen durfte.

Innen großporig, weich und die Kruste sanft, knusprig, leicht splitternd

Die langen Stangen wurden frisch geholt, bzw. geliefert. Nie mehr habe ich bis heute diese Baguettes gegessen, geschweige denn vergessen..

Auch beim Mittagessen in der Schule gab es diese herrlichen Baguettes. Das Problem war, dass ich mich meist an dem Baguette satt aß und oft für weitere Köstlichkeiten der Alltagsküche keinen Platz mehr hatte.

Essen, so lernte ich schnell, hat in Frankreich einen ganz anderen Stellenwert.

Dies ist sicher bis heute so geblieben und wird sich nicht ändern.

Jede Region hat seine Brot- Spezialitäten:

: Fougasse in der Provence, Marguerite Brot in der Ardèche, Subrot im Elsass, Cordon Brot im Burgund, Charleston in Nizza, Coupiette in Korsika, oder Krone in Bordeaux…. Eine unerschöpfliche Liste.

Die Deutschen haben z. B. ein viel kleineres Budget für gutes Essen, Zutaten….

Viele Jahre beschäftige ich mich mit dem Brotbacken und kann sagen, dass ich das Sauerteigbrot, die gängige Weizenkruste u. vieles mehr einigermaßen im Griff habe.

Meine Baguettes waren immer irgendwie nicht so, wie ich es mir vorstellte.

Vor der Pandemie fuhr ich schnell mal nach Schwabing zum Franzosen und gut war es.

Baguettes, Wein, Käse, Trauben ein paar Oliven – die richtige „Brotzeit“ des Sommers will ich dieses Jahr unbedingt mitnehmen, wenn ich Radele bis an den Horizont – mir einen ausgiebigen Badetag am See mir gönne – oder ganz einfach auf der grünen Wiese ein kleines Picknick….

In den letzten Wochen scheiterte ich ständig, einmal war die Kruste zu hart, die Krume zu fest, der Geschmack nicht so wie ich ihn mir vorgestellt hatte.

Es konnte nur am Mehl liegen. Oder mußte ich doch mit der Industriehefe arbeiten?

Einen Versuch wollte ich noch wagen.

Ich besorgte mir in meiner Mühle (Drax, Rechtmehring) Bio Ciabattamehl Typo O „violett“ * 2,5 kg. Frischte meinen Livieto madra Ansatz (Franczeska) mit Hefewasser auf und berechnete mein Rezept anhand der im Internet zu findenden Tabellen (Mehl/Wasser/Hefe/Anstellgut ect).

Ein Baguette sollte 12o gramm Teig haben, nur aus Weizenmehl, Salz, Wasser, Hefe, bzw. Sauerteig bestehen. Meine Baguettes mache ich etwas kleiner, weil ich sie dann besser in den heißen Ofen einschießen kann.

Hier meine Backempfehlung:

„Baguettes viva la france“

Zutaten:

500 gramm Ciabattamehl Typo O „violett“

300 gramm kaltes Wasser

30 gramm Anstellgut (livieto madre auf Basis Vollkornbioweizen) (alternativ 11 gramm Trockenhefe oder entsprechende Menge frische Hefe) , soweit das Anstellgut noch nicht so triebstark ist, kann etwas Hefe max. 3-4 gramm zugegeben werden.

90 gramm Weizenvollkornbioweizen

90 gramm Wasser – lauwarm

14 gramm Meersalz bzw. fleur de sel

Zubereitung:

  • Vorteig: 12 Stunden stehen lassen
  • 30 gramm Anstellgut (will man am gleichen Tag backen ist die Menge des Anstellgutes zu verdoppeln!
  • 90 gramm Wasser verrühren
  • und 90 gramm Weizenvollkornbioweizen zu einem Brei verrühren
  • abdecken und 12 Stunden sich selbst überlassen
  • am nächsten Tag:
  • Wasser in die Rührschüssel geben und das Mehl reinsieben
  • 2 Minuten mit dem Knethaken auf kleiner Stufe mischen und dann 4 Minuten kneten, mehr nicht!
  • so entsteht der sogenannte Autolyseteig
  • den decken wir mit Folie oder einem feuchten Küchetuch ab und lassen ihn 45-60 Min. bei Zimmertemperatur stehen.
  • dann geben wir den Vorteig hinzu, kurz auf kleiner Stufe verkneten
  • dann Salz hinzufügen und ca. 10 Min. auf kleiner Stufe kneten lassen
  • Fensterprobe ( Teigbällchen auseinanderziehen und „durchschauen“)

Teigbearbeitung:

Teig in eine geölte Wanne legen und 2-3mal halbstündig dehnen und auseinanderziehen und bei Raumtemperatur stehen lassen.

Nach ca. 60-90 Min. hat sich der Teig fast verdoppelt.

Jetzt geben wir den Teig in den Kühlschrank (4-6 grad) ca. 12 Stunden oder auch länger

So können wir morgens die Baguettes frisch backen, bzw. könnte der Teig auch am gleichen Tag verbacken werden. Ich liebe es , wenn der Teig über Nacht nochmal gereift ist. Außerdem läßt er sich kalt besser bearbeiten.

  • den Teig morgens aus dem Kühlschrank nehmen, die Arbeitsplatte leicht mit Mehl bestäuben – hier eignet sich besonders Roggenmehl –
  • den Teig in drei Teile teilen
  • locker einmal bis zu eine Drittel einrollen und eine Rolle entstehen lassen
  • die Enden spitz ziehen
  • auf ein bemehltes Küchentuch setzen, mit der Tuchfalte etwas stützen
  • mit einem weiteren Tuch abdecken und 90 Min. gehen lassen
  • Ofen auf 250 grad vorheizen mit dem Backstein (oder Blech) (mittlere Schiene)
  • Teiglinge
  • zweites Blech unterste Schiene einfügen.
  • Teiglinge in den Ofen schießen
  • 2oo ml Wasser in das 2 . Blech gießen
  • 10 Min. auf 250 grad backen
  • dann Backofentür öffnen und Dampf abziehen lassen
  • Bodenblech ggfs. rausnehmen ( muss aber nicht)
  • weitere 12-15 Min. auf 220 grad backen
  • fertig ist das wunderbare Baguette, für Frühstück, Picknick ….

Schönes Wochenende!

P.S. … ich weiß ja, dass Rezepte langweilen, aber ich schreib sie auch für mich auf, damit die Spickzettel an meinem Kühlschrank überschaubar bleiben und wer weiß, vielleicht sucht irgendwann jemand das Rezept von diesen knusprigen, wunderbaren Baguettes, die Mama gebacken hat………

„Knödel Katastrophen“

Selbst erfahrene Köche mußten es sicher leidvoll erfahren, die Knödelmasse hält nicht eine schreckliche Suppe entsteht – bzw. der Knödel ist so fest, dass mann ihn als Wurfgeschoss benutzen könnte.

  • der Geschmack ist fad und wässrig
  • die Farbe (Spinat/Rote Beete) ist gräulich
  • die Knödel-Masse ist zu nass , zu fest
  • die Versuche den Knödel zu retten (Semmelbrösel/Milch/Sahne) scheitern

und schließlich gibt man auf. Kauft die Knödel eingeschweißt …

und träumt wehmütig von den köstlichen Knödeln im Urlaub in Österreich, Südtirol….

Das muß nicht sein!

Man braucht einwenig Fingerspitzengefühl – die Rezepte gelingen oft nicht- da das Verhältnis

Brot – Fett – Massebestandteil nicht harmonisiert. Nicht jeder Knödel braucht warme Milch!

  • wichtig ist:
  • 1. Bindung herstellen
  • 2. Geschmack erzeugen (Salz, Pfeffer genügen da nicht)
  • 3. welche Zutaten stehen im Focus (z. B. Rote Beete, Spinat, Käse)
  • 4. Fettanteil (Butter, Speck, Käse)
  • 5. süße Knödel, Griesknödel die Premiumklasse

Tipp: Gemüseknödel (Spinat, Paprika, rote Beete….) hier verzichte ich auf die Milch, püriere das blanchierte Gemüse mit einem Eßlöffel Öl und ggfs. ganz wenig Wasser oder Brühe.

Die pürierte Gemüsemasse hat genug Feuchtigkeit und wird mit dem Knödelbrot vermischt, geht sofort eine Bindung ein. Wichtig: beiseite stellen, damit das Brot die Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Tipp: Eiermasse mit dem Handrührgerät aufschlagen und einen Eßlöffel Mehl mit aufschlagen.

Auch hier wichtig, dass das Eiergemisch leicht abgewürzt wird und ca. 15-20 Min. steht.

Tipp: Fettanteil ist bei Gemüseknödel immer etwas höher – 100 gramm Butter – ist die Richtschnur. Soweit jedoch ein hoher Käseanteil , bzw. Speckanteil mitverarbeitet wird, den Butteranteil auf 50 gramm senken.

Tipp: Die Eier sollten stets frisch und Größe M sein !

Grundsatz: 5 er Knödelbrot ( aus 5 Semmel) = 3 Eier

10 er Knödelbrot = 5 Eier

Das Knödelwasser einmal aufkochen lassen, die Knödel einmal hochkommen lassen und gar ziehen lassen. Das Wasser sollte nur leicht simmern. Dauer: 15-20 Min.

Wer noch nicht knödelsicher ist, sollte immer einen Probeknödel fertigen –

Hier kann dann die Knödelmasse falls erforderlich korrigiert werden. Sind alle Knödel im Wasser hat man keine Möglichkeit mehr.

Dieses Jahr hält sich der Bärlauch erstaunlich lange, bedingt durch die mir so verhasste Kälte.

Bei meinem Nachmittagslauf konnte ich nochmal eine kleine Menge ernten ( 150 gramm)

Meine Finger waren eiskalt, der Wind pfiff durch meine Jacke und ich träumte von Speckknödel, mit einer Bärlauchpesto-Soße – lockerer Knödel, fluffig, schmackig, wärmend…..

„Speck meets Bärlauch pur“

Zutaten:

3 große Semmel vom Vortag

150 gramm Bärlauch (heiß gewaschen und mit der Salatschleuder getrocknet)

2 Scheiben vom besten Wammerl (Bauchspeck geräuchert) in klitzekleine Würfelchen geschnitten.

50 gramm Butter

90 ml heiße Milch, gewürzt

2 Eier, ein schwach gehäufter Eßlöffel Mehl

1 1/2 Zwiebel oder eine Schalotte , kleingehackt

1 gehäufter Teelöffel Bärlauchpesto

Gewürze: Salz, schwarzer Pfeffer, Muskatnuss beides frisch aus der Mühle bzw. Reibe

und so geht es ganz einfach:

  • Semmel ganz dünn aufschneiden (Aufschnitt/Brotmaschine)
  • Milch erwärmen und über die Knödelmasse geben
  • leicht abwürzen (weniger Salz, da Speck) und über die
  • gut durchkneten und beiseite stellen

Tipp: zum Kneten benutze ich gerne Vinylhandschuhe (Grosspack gibt es im Drogeriemarkt)

und weiter geht es:

  • Speck, Zwiebel in klitzeklein hacken bzw. schneiden
  • den Bärlauch gut heiß abbrausen und mit der Salatschleuder trocknen, auf Küchenkrepp legen, damit er möglichst wenig Wasser behält.
  • dann klein schneiden- ich nutze hier gerne das Wiegemesser –
  • Butter, Speck, Zwiebel in der Pfanne farblos andünsten und den geschnittenen Bärlauch hinzufügen und so lange dünsten bis der Bärlauch zusammenfällt.
  • alles über Semmelmasse geben und durchkneten – Vorsicht heiß –
  • sobald etwas abgekühlt fügen wir einen Teelöffel Bärlauchpesto hinzu
  • (kann ggfs. auch durch ein anderes grünes Pesto ersetzt werden)
  • die Eier aufschlagen, Mehl zugeben und schaumig mit dem Handrührer aufmischen und beiseite stellen
  • fast geschafft ! Nach ca. 20-25 Min. gießen wir die Eiermasse über den Knödelteig, kneten ihn mit den Händen gut durch und stellen ihn für mindestens 30 Min.kühl.
  • nun füllen wir einen großen Topf mit Wasser , 1 1/2 Teelöffel Salz hinzugeben
  • wir prüfen die Konsistenz der Knödelmasse, sollte sie zu weich sein geben wir 1-2 Eßlöffel Semmelbrösel hinzu.
  • wir stellen uns eine Schale mit warmem Wasser bereit und formen nun mit nassen Händen
  • die Knödel (mittlere Größe hat sich bewährt) je größer sie sind, desto länger müssen sie nämlich ziehen.
  • für den Probeknödel reicht ein „Kleiner“
  • Knödel zügig in das kochende Wasser gleiten lassen, aufwallen , zurückstellen und ca. 15-20 Min.gar ziehenlassen.

Bärlauch-Pesto-Soße

Zutaten:

20 gramm Butter

1 Eßlöffel Mehl

1 Eßlöffel Bärlauch-Pesto

1 1/2 Eßlöffel Creme fraiche

250 ml Gemüsebrühe

Abrieb einer halben Biozitrone

  • und los:
  • Butter schmelzen, Mehl einstreuen, kurz mit dem Schneebesen vermischen
  • mit Brühe ablöschen – etwas köcheln lassen
  • Pesto hinzufügen
  • Zitronenabrieb
  • leise köcheln lassen ein paar Minuten
  • creme fraiche einrühren – nicht mehr kochen !-
Bärlauch-Speck-Knödel

Die Knödel wälzen sich und wollen aus dem Topf !

Direkt auf die Teller auf den Soßenspiegel-

Wahnsinn, es duftet, dampft – fluffig , die Geschmacksaromen haben sich verbunden, ein wärmendes Gefühl in der Magengegend macht sich breit. Der Bärlauch – so frisch verarbeitet gibt den Knödeln ein unwiderstehliches Aroma – der Knoblauchgeschmack wird gemildert ….

Die „siebenköpfigen Raupen“ schweigen, der Gö-Ga schmatzt : “ Diese Knödel sind der Hammer.., hättest ruhig ein paar mehr machen ….

Irgenwie bin froh, dass es mit dem Bärlauch zu Ende geht.

Jetzt freu ich mich auf Rhabarber, Spargel, Erdbeeren vom Feld – und träume von einer lauen Maiennacht draußen, bei Waldmeisterbowle und Kerzenlicht.

Mein kleiner Stadtgarten liegt noch brach. Gerade komme die Tulpen und Narzissen raus und verbreiten einwenig Hoffnung.

„Servus, pfiat di April 2021“

ohne Worte….

Der Mai ist da! Gestern habe ich den Kuckuck tatsächlich das erstemal in meinem Leben nicht nur gehört, sondern auch den posierlichen, eigentlich für seinen lauten Ruf – kleinen Vogel gesehen.

Wie heißt es so schön: „Alles neu macht der Mai…“

Hermann Adam von Kamp (* 15. September1796 in Ruhrort; † 26. November1867 in Mülheim an der Ruhr) war ein deutscher Lehrer, Heimatkundler und Schriftsteller. Das von ihm 1818 verfasste und 1829 veröffentlichte Lied Alles neu macht der Mai[1] zählt zum lyrischen Kulturgut der deutschen Sprache. (s. Wikipedia)

Der kalte April ist vorbei – jetzt kommt der Frühsommer –

Die „Klimafachleute“ nennen es Hitzewelle.

Schöne Zeit!

M. Kuhl

„Komm auf die Schaukel Luise….“

(Werbung , da Namensnennung – aus dem Songtext von Hans Albers/Heinz Rühmann

Auf der Schaukel schweben das ist wie im Leben,
Macht Spaß und macht bange und dauert nicht lange.
Mal rauf und mal runter,
Bisschen Schwindel mitunter,
Da ist es das Beste, ’s hält einer dich feste!
Komm auf die Schaukel, Luise?

Dieses Lied kam mir in den Kopf. Mitten im Wald 9.15 Uhr keine Menschenseele in Sicht und plötzlich stand ich von einer Schaukel.

Die Sonne wärmt mein geschundenes Gemüt, die Vögel geben ihr bestes Konzert, der Bärlauch riecht …..

Das Leben ist schön ! Komm mit auf die Schaukel!

Sie bleibt nicht lange unten – aber auch nicht lange oben.

Beschwingt warf ich meine Stöcke und freute mich auf das Frühstück.

Die Semmel waren selbstverständlich schon gebacken!

P.S zu gern hätte ich geschaukelt in die Wimpfel der Bäume. Aber ich habe der Schaukel nicht getraut – hält sie mich aus ? – sehr wahrscheinlich , aber wissen tu ich es nicht.

Schönen Sonntag !

M Kuhl

“ Quer durch den Garten…“

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  • Werbung da Namensnennung

Ende August, Anfang September ging meine Großmutter mit ihrer langen, großen Schürze in den Garten.

An jedem Beet blieb sie stehen :“ hol die kleinen Kohlräbchen, die Erbsenschoten auf dem Boden und wirf sie in meine Schürze“

So hüpften wir Kinder hin und her, lernten ganz nebenbei wie Saubohnen, grüne Bohnen, Wirsing, Kohl, Möhren, Erbsen, Mangold, Frühkartoffel., Sellerie, … aussahen, wie man das Gemüse erntet. Bevorzugt das Gemüse, was nicht so schön gewachsen war. Die doppelte Möhre , den kleinen Wirsingkopf, das große Mangold…

Sobald die Schürze prall gefüllt war, gingen wir zu den Kräutern am Wegesrand der einzelnen Beete . Rosmarin , Thymian, Salbei, Petersilie…, ach nimm noch ne Zwiebel mit…

Jetzt ging es erstmal in die Waschküche, das Gemüse grob zu recht schneiden, den Abfall direkt dem Vieh bringen…

Es war schon eine Herausforderung das Gemüse kochfertig vorzubereiten für 9 Personen. Das Messer war scharf und es war eine gefährliche Arbeit – also gut aufpassen.

Stolz trug ich das geputzte , kochfertige Gemüse in die Küche.

Einmal in der Woche gab es „dicke Sopp“, wie wir es nannten.

Heute heißen diese Art Eintöpfe das one pot – bowl Gerichte .

Der Sinn war eigentlich ganz praktisch Ein Gericht, einen Topf der von selbst kocht, alle satt macht und abends nochmal für die berufstätigen Männer aufgewärmt werden konnte.

Je nach dem wurde Fleisch, Knochen mitgegart, aber nicht immer.

Gestern war ich auch mit meiner „Schürze “ auf dem Markt (Satteltasche)

und entstanden ist eine wundervolle Kreation dieses Gerichts aus Kindheitstagen.

R e z e p t :

Zutaten:

Gemüse: Lauch, Karotten, Bohnen, Zucchini, Broccolie , Tomaten, Kohlrabi, Paprika , eine Handvoll getrocknete Tomaten frische kleine scharfe Zwiebel, Knoblauch

Menge beliebig

500 gramm bestes Rinderhack , frisch durchgelassen

1 Ei , 2-3 Eßläufel Semmelbrösel

1 dünn geschnittenes Stück geräucherters Wammerl

Kräuter: Oregano, Rosmarin, Thymian, Salbei, Petersilie

(zu einem Sträußchen) zusammenbinden .

Gewürze: Senfkörner, Peitschenpfeffer, schwarzer Pfeffer , Piment, frische Chilischote, Meersalz

Abrieb Muskatnuss

Tomatenmark

Semmelbrösel

Schritt 1 :

Gemüse putzen und zurecht schneiden

  • kann ruhig etwas gröber sein
  • Hartgemüse immer zu erst !

-Einen großen Topf aufsetzen , die Wammerlscheibe etwas anschwitzen und einen Teeläufel Tomatenmark hinzufügen.

  • das Wurzelgemüse hinzufügen – etwas anschwitzen –
  • dann nach und nach das Gemüse in den Topf geben
  • mit Gemüsebrühe oder auch Wasser – wenn keine Brühe zu hand – ablöschen
  • und zwar so, dass das Gemüse nur leicht bedeckt ist
  • das Gemüse-Sträußchen auf das Gemüse legen
  • Pfeffer u. restliche Gewürze hinzugeben

Deckel auf den Topf und bei mittlerer Hitze ca. 20-25 Minuten köcheln lassen.

Schritt 2 :

Hackfleisch kräftig mit Pfeffer, Salz , Paprika würzen

  1. fein gehackte Zwiebel und Knoblauch hinzugeben
  2. eine frische Chilli- Schote
  3. siehe Foto (v meinem Balkon)
  4. Petersilie fein hacken und über die Hackfleischmasse geben
  5. Masse mit 2-3 Esslöffeln Semmelbrösel bestreuen
  6. gut durcharbeiten, am besten geht es immer noch mit den Händen!

Dann kleine Bällchen formen und diese bei Seite stellen.

Topf öffnen – ggfs. noch etwas Brühe nachschenken –

Die Hackfleischbällchen , nach und nah hineingleiten lassen und

ca. 10 Min simmern lassen.

Abschmecken mit Muskatnuß von der Reibe, ggs. Salz, Pfeffer aus der Mühle.

Ich höre sie schon meckern – meine Männer – Suppe ist doch kein Essen, was gibt es danach.

Heute waren sie ganz perplex – mmh – sehr guuuuut !

Ja, das geht ja schnell – kocht von alleine…

Fazit: „Der gewöhnliche Mensch lebt nur vom Brot allein“

Den herrlichen Duft, des frischen Gemüses, dazu einen nicht ganz leichten Cabernet Blanc – Weinhof Pfeiffer – PIWI-Sorte, würzig-beerig- Stachelbeere, Ribisel – St. Anna/Aigen

wissen sie eigentlich auch nicht zu schätzen.

So ist das Leben!

Viel Spaß beim Kochen und genießen.

"Die Sau ist tot"

Der Höhepunkt des Winters in meiner bäuerlichen Familie  war stets die Hausschlachtung. Manchmal wurde zweimal geschlachtet, da wir meist 9-12  Personen am Tisch hatten.

Schon Tage vorher herrschte hektische Betriebsamkeit. Der Tierarzt bzw. der  Fleischbeschauer mußten das Tier begutachten und auch am Schlachttag nochmal zum Verzehr freigeben, was mittels einem dicken blauen Stempel geschah. Der Rindskopf mußte bestellt werden, die zusätzlichen Därme eingekauft, die Gewürze (dickes Muskatnuß, Piment, Pfeffer, Nelken……) besorgt werden.
Die Moul (riesiger Holztrog) mit ausladenden Griffen im Gemeindehaus geholt werden. Je nachdem wer sie vorher benutzt hatte, waren umfangreiche Säuberungsaktionen an der Tagesordnung.

Die Kinder mußten normalerweise  „aus dem Haus“ , denn das war nichts  für zarte Kinderseelchen.  Mir gelang es jedoch im Alter von ca. 10 -11 Jahren meinen Großvater zu überzeugen, dass ich endlich mal dabei sein wollte.
Denn nichts aß ich zu diesem Zeitpunkt lieber, als Blut- u. Leberwurst, dicke Koteletts (man bekam höchstens 1/2 zugebilligt), Schwartenmagen, Schinken oder rosa Salzfleisch aus dem Zuber vom Dachboden.

Schon morgens um 6.OO Uhr begann der Schlachttag. Der Metzger, war mein Onkel , den alle den „Breuer“ nannten. Groß, stark und wortgewaltig kam er von dem Heimatort meines Vaters angereist. Als erstes kontrollierte er die „Sauberkeit“, wetzte seine Messer , krempelte die Arme hoch  zog seine riesige weißlichgelbe Metzgerschürze über.
Für uns Kinder hatte er immer Kopfrechenaufgaben parat, eine Leichtigkeit für mich.  So stimmte auch er zu,dass die „weiße Grotz“ (Ausdruck für ein blondes kleines Mädchen) dabeisein durfte,  sie mußte aber das Blut  kläppern.(schnelles schlagen, damit es nicht gerinnt)

Der große Kessel in der Waschküche wurde erhitzt. Der Schlachttrog vorbereitet.  Fast kamen mir doch die Tränen, als man das Schwein aus dem Stall trieb. Mein Opa befahl es pfleglich zu behandeln, denn sonst leide das Fleisch.

Starke Männer waren hier gefragt. Dann kam mein Onkel Breuer mit dem Schußapparat. Der Schuß mußte sitzen, den erst letztes Jahr hatte es das Drama gegeben, als die Sau trotz Schuß über den Hof lief… Auf keinen Fall durfte es nochmal passieren, das ist zuviel Aufregung für das Tier, dann ist das Fleisch für die Katz… So hörte ich meinen Großvater lamentieren.
Bitter kalt war es, ich wartete mit meinen großen Kochlöffel und der großen weißen Emailschüssel auf meinen Einsatz.
Ein dumpfer Ton erstickte das schreckliche Quicken des Schweines, getroffen. Ha, wer kann, der  kann tönte Onkel Breuer und schrie mir zu jetzt bist Du dran. Mein kleiner Arm rührte was das Zeug hielt, kläpperte das Blut, es durfte nicht gerinnen, denn sonst gab es keine Blutwurst – und ich war schuld-  Ich schaffte es, keiner hatte es mir zugetraut – außer mein Großvater  natürlich-  Mit scharfen Schellen wurde die Sau geschrabbt, d. h. von  den Haaren befreit, dann auf eine Leiter aufgehängt.
Fachmännisch, zügig wurde das Schwein aufgebrochen, die Därme in den Eimer – die mußten mit Essig ausgewaschen werden –  Mein Onkel erklärte mir, siehste da sind die Koteletts, zähl sie mal, das ist die Haxe, daraus machen wir Schinken in der Räucherkammer, das ist die Lende…. Mit dem Finger fuhr er durch den Knochenkanal und zeigte mir das Hirn des Schweines. Dies ist was ganz Gutes, das läßte dir mit einem Ei backen.

Jetzt kamen auch die Frauen und Kinder wieder heraus und meine Oma brachte ein großes Tablet mit klarem Schnaps. „Prost die Sau ist tot“ , sagte sie und ich durfte nippen. Der Schnaps hat mir aber gar nicht geschmeckt und riechen kann ich ihn bis heute nicht,  es schüttelt mich… Der Fleischbeschauer rauschte mit seinem Motorrad heran und machte dicke blaue Stempel auf das Fleisch, die auch beim Braten und Kochen nie weggingen – man aß die Farbe praktisch mit –

Schnell, sauber u. gekonnt zerlegte Onkel Breuer die Sau. Er wollte immer alles verwursteln, der große Kessel war voller Fleisch, es duftete herrlich nach Gewürzen. Die Därme wurden gefüllt, Blutwurst, Leberwurst, Bratwurst, Schwartenmagen, das Fleisch wurde verpackt und in das Gemeindegefrierhaus gebracht. Hier hatte jede  Familie ein Gefrierfach – wir natürlich zwei – Aber die Wurst, die wurde zwischen zwei Stühle auf langen Stangen  aufgereiht und stand in dem Schlafraum von uns Kindern. Wir schliefen seelig, mit dem Duft der frischen Wurst.

Die Wurstsuppe , dunkel, mit Grieben, würzig mit einer Fettschicht überzogen mußten wir in der Nachbarschaft verteilen. Jeder freute sich , dass es frische Worschtsupp gab. Dem Lehrer sollte ich auch welche mitnehmen – die Kanne habe ich verschüttet-
aus Versehen natürlich!  Mit dem Schweinefleisch geht es mir heute, ähnlich wie mit den Kartoffeln. Ganz selten esse ich es, besonders gut ist das Fleisch von den dicken, schwarzen Schweinen, die auf der schwäbischen Alp wieder gezüchtet werden. Hier kann man auch das Fett essen, ein klein wenig schmeckt es , wie damals 1964.

Sorry: auch das Schwein hat ein Rezept verdient:

Diese dicken Koteletts auf dem großen Herd – der mit Holz befeuert wurde – langsam in Schweineschmalz gebraten ….. Das Schweineschmalz lasse ich heute aus nachvollziehbaren Gründen weg, aber so hin und wieder brate ich sie mit viel, viel Liebe, die etwas „anderen Koteletts:“Schweinekoteletts extra würzig“
Zutaten

* 4-6 st Schweinekoteletts
* 3 Teelöffel Dijonsenf
* 3 Teelöfel Paprikapaste (Ajvar)
* 2 st Eier Größe M
* 120 gramm Semmelbrösel
* Gewürze Prisen Meersalz, schwarzer Pfeffer, Chili jeweils aus der Mühle
* 50 gramm Butterschmalz

Schritt 1
Die Koteletts kurz mit dem Fleischklopfer bearbeiten und dann kräftig abwürzen. Die Eier verquirlen und in eine flache Schale oder Teller geben. Die Semmelbrösel ebenfalls in eine entsprechende Schale oder Teller streuen. Nachdem wir das Fleisch gewürzt haben bestreichen wir beide Seiten des Koteletts zunächst mit Senf, dan mit der Paprikapaste (Ajvar).
Schritt 2
Nun wälzen wir die Koteletts erst in Ei, dann in Semmelbrösel. Nun geben wir das Butterschmalz in die Pfanne und lassen es heiß werden, aber nicht braun werden lassen. Die Fleischstücke nach und nach in das Fett gleiten lassen und ca. 3-4 Min. auf mittlerer Stufe anbraten, bis sich eine schöne braune Kruste gebildet hat. Nun wenden und ggfs. die Temperatur nochmals kurz erhöhen , dann aber wieder zurücknehmen und die Koteletts jenach Größe ca. 8-12 Min. gar ziehen lassen.
Schritt 3
Aus der Pfanne auf vorgewärmte Teller geben und mit Wirsing-Kartoffel-Stampf sofort servieren. Hierzu wird der Wirsing in einer großen beschichteten Pfanne gedünstet, mit einwenig Brühe abgelöscht und unter die mit Butter und heißer Milch gestampften Kartoffel gehoben. Hierzu paßt ein frisches Bier. Deftig, lecker, gut! DSC00489DSC00490

„Sieg der Nackerten und „Zitteraale“

Die Isarinsel war von „Künstlern“ besetzt worden. Der Kampf begann. Es wurde geräumt, wieder zurückerobert von den mutigen Freidenkern, die ihre Kunst missverstanden fühlten

Über Wochen ging es hin und her. Die Nackerten haben gesiegt!

Wo kämen wir dahin, wenn die uns mit so einem Schmarrn unsere Insel nehmen..

Heute genossen viele der älteren, Lederhäute – ich nenne sie liebevoll Zitteraale, denn ihr müßtet es einmal sehen!…

Todesmutig begeben sie sich in die kalte Isar , einmal eintauchen – auf der Brücke bleiben die Touristen stehen – und bewundern die harten Burschen, die sich dann zitternd wieder aus dem Fluten befreien.

Ein Spätsommertag , wie München ihn liebt.

„Summer hot and spicy…“

(Werbung, da Namensnennung)

Der Asphalt ist weich, er droht zu fließen , die Hitze flimmert vor den Augen.

An der roten Ampel stehe ich in der Stadtmitte, der Schweiß rinnt mir den Rücken herunter, obwohl ich nur ein paar Kilometer langsam geradelt bin.

Die Trekkingsandalen haben das typische Muster auf die Füße gebrannt, der Körper saugt jeden Schluck Wasser gierig auf, um ihn sofort wieder preis zu geben.

Das kurze Gewitter – fast schon eine Erlösung -.

Im August sind die Tage merklich kürzer und die Sonnenauf – und Untergänge spektakulär. Der See hat die Spätsommerbrise am Nachmittag und läßt die Müdigkeit in die Glieder fahren.

Ganz tief im Inneren spüre ich, dass der Sommer gehen will….

Jeden lauen Abend pflege ich die Lichter zu entfachen und seit langer Zeit, habe ich das Bedürfnis einen schönen, schweren Rotwein zu trinken.

Dazu eine heiße, scharfe Suppe , geröstetes Knoblauchbrot und dann den Fledermäusen zu schauen, bis die Lider von selbst sich langsam schließen und Gö-Ga drängt : „Es ist schon spät, willst du Draußen schlafen?“

Hier meine hot and spicy soup

Sommersuppe für Genießer

Zutaten:

  • das Gemüsefach öffnen
  • 2 Karotten
  • 1/2 Blumenkohl
  • 1/2 Fenchel
  • 4 Tomaten
  • 1 große Kartoffel /festkochend
  • 1 Spitzpaprika – rot –
  • 1 grüne türkische Paprika
  • 2 scharfe lange Paprikaschoten
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • Stangensellerie
  • bzw. alles was im Gemüsefach sich anbietet.
  • die ersten Chilis vom Balkon
  • 1 Liter Gemüse oder Fleischbrühe aus dem Vorrat oder Gemüsefond, Rinderfond.
  • 4 scharfe Brühwürste vom Metzger Roiderer aus Straßlach (oder einem Metzger eures Vertrauens)
  • 2 Eßlöffel Olivenöl bester Güte

Gewürze: Safran, Kubenpfeffer, schwarzer Peffer, Meersalz, Chili, geräuchertes Salz, Auberginen-Paprikapaste, Tomatenmark, brauner Zucker mit Vanille, geräuchertes Paprikapulver scharf.

Ein Bouget aus Thymian, Salbei, Rosmarin, Zitronenthymian, Basilikum mit dem Küchengarn zusammenbinden.

Zubereitung:

  • das Gemüse putzen und in mundgerechte Stücke schneiden
  • Zwiebel klein hacken
  • 2 Eßlöffel Olivenöl in den Topf geben
  • die gehackte Zwiebel hinzufügen und leichtanschwitzen
  • mit einem Teelöffen (braunen Zucker, in dem eine Vanilleschote wohnt) karamellisieren
  • 1 kräftigen Teelöffel Tomatenmark, sowie die Auberginen-paprika-Pasten hinzugeben
  • Karotten und Knoblauch hinzufügen
  • nach und nach sämtliches Gemüse in den Topf geben und mit der Brühe ablöschen.
  • auf kleiner Flamme simmern lassen
  • dann die Gewürze zuführen
  • final eine kräfte Brise Rauchsalz, sowie das Kräuterbouget in den Topf geben
  • alles solange kochen, bis das Gemüse bißfest ist.
  • abschmecken
  • und heiß mit dem Knoblauchbaguette servieren

Schaut selbst, diese Suppe ist ein echtes Highlight für heiße Augusttage bzw. Abende.

Guatn!