„mach mer es uns kuschelig…“

Sanft ist alles mit Schnee bedeckt, die Geräusche der Stadt sind einwenig gedämpft, die Luft ist feucht und kalt. Stolz trägt der Wald die weiße Pracht zur Schau. Die Menschen atmen auf – die Hunde freuen sich, die Kinder werden nicht müde, sich dem Schnee hinzugeben. So manches Kind, sieht den weißen, lockeren Belag das erste Mal in seinem Leben.

Jetzt schmecken die Bratäpfel, der Glühwein , die Ripperl mit Kraut, die Blut- u. Leberwurst, die samtigen Knödel, die Eintöpfe besonders gut. Allerdings bedeutet es auch, dass man/ frau die „natürliche Umgebung der Kochenden “ kaum verläßt.

So ging es mir am Samstag , Apfelmus gekocht, Saatensemmelteig angesetzt, Marmor-Eierlikör-Kuchen gebacken, Hefeteig angesetzt für Puddingbrezen, Sauerteigpflege intensiv, ein Belugalinsengemüse vorbereitet, Fische gebraten…..

Komisch, immer noch blieb genug Zeit zum Lesen, Ratschen , Träumen, Teetrinken…

Der Radius der Menschen ist arg beschränkt – kein Freizeitstress plagt ihn mehr. Wir müssen nicht um 5 aufstehen, um rechtzeitig an der Bergbahn zu sein. Dabei wäre es jetzt schön in einer Skihütte, wo nicht viel los ist, am Kachelofen…. und dann laufen lassen, bis die Augen tränen – kein Anstehen nur die Freiheit des Winters und des Skifahrens zu genießen. Mit einer schweißtreibenden Langlaufloipe und anschließender Sauna, Schwimmen wäre ich ja auch schon zufrieden.

Es geht nicht!

Treffen im Lieblingscafe nicht möglich, Theater geschlossen.

Frisör verschoben, Kosmetik – stellen wir hinten an. Der Samstags-Shopping fällt aus….

Manch einer wird denken , jammern auf höchstem Niveau

Heute werde ich es mir kuschelig machen, die Küche hat der Gö-Ga geputzt und aufgeräumt.

Einen ausgiebigen Spaziergang werde ich mir gönnen, wenn spät am Nachmittag das Winterlicht alles verzaubert – gleissend in eine andere Welt – .

Genießen wir einwenig die erzwungene Pandemieruhe, bevor neue Hiobsbotschaften uns erreichen.

Schöne Woche!

P.S mein Küchenplan:

  • Blaukrautstrudel und Kürbispüree,
  • Schwarzwurzelrisotto, Mohnschupfnudeln,
  • StrohschweinKoteletts für den Gö-Ga auf mildem Kraut und cremigem Kartoffel-Pastinaken-Püree oder Ingwer-Wirsinggemüse
  • Salat mit Avocado, Radicchio, Blauschimmelkäse, Nüssen
  • Pulpo Kartoffel
  • was Süßes fehlt – schauen wir mal – was die Woche so bringt.
  • vielleicht Palatschinken – Quark- überbacken, Zimt, Rosinen , Rum

„Der Murmeltiertrieb“

(Werbung, da Namensnennung sichtbar)

Die posierlichen Tierchen sind bekannt dafür, dass sie mit Wenig den Winter überleben können und sich einen Vorrat im Herbst anlegen, der sie über den Winter ernährt.

Photo by Russell Combs on Pexels.com

Habe ich diesen Trieb – ist er gar krankhaft ausgebildet ? –

Immer wenn es kalt, trüb und die Tage kurz sind, bricht er aus.

Erstmal habe ich meinem Gö-Gatte eine Liste geschrieben, die wie folgt lautete:

Metzger:

2,5 kg Schweinebraten

1 kg Hackfleisch (halb Rind, halb Schwein)

1,5 kg Rindfleisch zum Kochen (konkret: Tafelspitz v. Rind Das entsprechende Fleisch gehört zum auslaufenden Schwanzstück des Wiederkäuers und grenzt an den Hüftdeckel oder Tafelspitz an)

1 kg Markknochen

1/2 Seite vom geräucherten Wammerl (feiner, durchwachsener Bauspeck)

Gemüsehändler – türkischer Händler

5 rote Beete

1 Babyspitzkohl

1 kg rote, 1 kg weiße Zwiebel

1 kg Karotten

1 mittelgroßer Sellerie

1 kg Pastinaken

Lauch, Rosenkohl, Petersilie, Koreander, Feldsalat, Spitzpaprika

3 kg Äpfel

Leicht schräg hat er geschaut, nahm die Liste und war 2 Stunden verschwunden.

Ehrlich ist schon einwenig viel – für 2 Personen , selbst wenn die siebenköpfigen Raupen – sich anmelden:

„Ich habe Hunger, ich sterbe, brauch etwas Warmes“….

Minus 9 grad zeigt das Thermometer an! Locktown pur wurde vom bayrischen Ministerpräsidenten verordnet. Mein kurzer Supermarktbesuch endet dramatisch. Mit rumlungernden Verschwörungspöbel habe ich mir fast eine Schlägerei geleistet. Keine Masken, keine Einkaufskörbe oder Wagen werden genutzt. ….

„Corona , interessiert uns nicht, ist doch nur eine Grippe….“

Das Supermarktpersonal schreitet nicht ein.

Zurück zu meinem Leiden. Nachdem die Vorräte aufgefüllt sind, setzt die tiefverwurzelte Kochsucht ein! Bolognese, Tafesspitz, Schweinebraten, Spitzkohlrouladen, Marktklößchen stehen auf dem Plan. Hartgemüse schnippeln, Fleisch parieren, Zutaten , Gewürze bereitstellen…

Meine Sauerteige – oh je die haben sich ja verdreifacht – raus aus dem Backofen – Sonntagssemmelteig, Roggenbrotteig – ansetzen. Meine Küchenmaschine protestiert schon – hilft nichts – soll sich nicht so anstellen – sie war schließlich erst im August zur Kur bzw. Reparatur.

Mit einem nicht zu bremsenden Elan stürze ich mich an die Töpfe. Hier kann ich mich jetzt voll uns ganz meiner Sucht widmen. Ein wunderbares Gefühl, wohlige, Wärme, die Geschmacksnerven sen­si­bi­li­sie­ren sich. Die Bolognese simmert leise vor sich hin, der Tafelspitz will den Eiweißschaum abgenommen haben, der Schweinebraten schreit nach seinem dunklen Bier – draußen wird es langsam dunkel – es beginnt zu schneien – . Der Prosecco hat geduldig im Schnee gewartet.

Perlend grüßt er mich . Jetzt noch eine schöne Musik, den Roman weiterlesen –

„Mensch mach mal alles auf – die ganze Wohnung riecht nach Essen…“ Meinem GöGa werden sich diese wohltuenden Düfte nie erschließen!

Die Gefrierschubladen sind nun gut gefüllt – ich kann wieder etwas streunen gehen in der herrlichen, schneebedeckten Natur und mir überlegen – bis der nächste Suchtanfall kommt- was ich kochen, backen, ausprobieren könnte.

„Suppe ist kein Essen ….. Grüne Suppe, mag ich nicht….“

…so tönte mein Sohn schon mit 10 Jahren. Im Kindergarten, bei der Tagesmutter, in der Schule immer hatte es Suppe gegeben.

Die schreckliche Geschichte vom Suppenkasper, die eine Erzieherin im Kindergarten, so gerne vorlaß und auch mein Sohn wollte sie immer wieder hören.

lt. Wikipedia ..“Struwwelpeter (auch Der Struwwelpeter) ist der Titel eines Werkes des Frankfurter Arztes und Psychiaters Heinrich Hoffmann aus dem Jahr 1844 und zugleich die Titelfigur des Buches. Das seit 1845 gedruckte Bilderbuch enthält mehrere Geschichten, in denen oft Kinder nach unvorsichtigem Verhalten drastische Folgen erleiden, die von einem Sturz ins Wasser bis zum Tod reichen.

hatte ihn wahnsinnig beeindruckt – nochmal für Nichtkenner:

  • Der Kaspar, der war kerngesund,
  • Ein dicker Bub und kugelrund,
  • Er hatte Backen rot und frisch;
  • Die Suppe aß er hübsch bei Tisch.
  • Doch einmal fing er an zu schrei’n:
  • „Ich esse keine Suppe! Nein!
  • Ich esse meine Suppe nicht!
  • Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!“
  • Am nächsten Tag, — ja sieh nur her!
  • Da war er schon viel magerer.
  • Da fing er wieder an zu schrei’n:
  • „Ich esse keine Suppe! Nein!
  • Ich esse meine Suppe nicht!
  • Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!“
  • Am dritten Tag, o weh und ach!
  • Wie ist der Kaspar dünn und schwach!
  • Doch als die Suppe kam herein,
  • Gleich fing er wieder an zu schrei’n:
  • „Ich esse keine Suppe! Nein!
  • Ich esse meine Suppe nicht!
  • Nein, meine Suppe ess’ ich nicht!“
  • Am vierten Tage endlich gar
  • Der Kaspar wie ein Fädchen war.
  • Er wog vielleicht ein halbes Lot —
  • Und war am fünften Tage tot.

Diese „schwarze Pädagogik“ hält sich bis heute tapfer und die übermotivierten Eltern setzen bis heute solche „Geschichten“ ein, um das Eßverhalten ihrer Lieblinge zu beeinflussen.

Das Gegenteil tritt meist ein, wie ich selbst erleben durfte.

Suppen sind daher bei meinen Kindern verpönt, bis auf Eintöpfe mit besonderen Fleischeinlagen bzw. div. Klößchen.

Grüne Bohnesuppe

Zutaten: (für 3 Personen)

500 gramm grüne, lange Bohnen

1 Rippe vom kleinen Muskatkürbis

1 kleine Pastinake

1 Kartoffel in Würfel geschnitten

1 weiße Zwiebel

1 Knoblauchzehe

1 kleines Stück frischen Ingwer

200 gramm weiße dicke Bohnen (auch aus dem Glas oder Dose möglich)

1-2 Eßlöffel Olivenöl

1 Liter Brühe (Gemüse, Hühner oder Rindsbrühe aus dem Vorrat oder zur Not Instant Produkt)

Gewürze: Chiliflocken, schwarzer Pfeffer aus der Mühle, ggfs. etwas Meersalz, Bohnenkraut getrocknet

Einlage: Mettenden oder Debreziner

Kochen: im Schnellkochtopf – Stufe 1 – Dauer 5 Min. , normaler Kochtopf ca. 20 Min. auf Stufe 4-5

Zubereitung:

Schritt 1 :

Olivenöl erwärmen und die kleingeschnittene Zwiebel, Knoblauchzehe, Ingwer, den Kürbis, die Pastinake farblos anschwitzen..

Schritt 2:

Die Bohnen putzen und in Rauten schneiden, dann kurz mitschwitzen lassen. Kartoffelwürfel (mgl. klein) hinzufügen

Brühe angießen und im Schnellkochtopf auf Stufe 1 5 Min, im normalen Topf ca. 20 Min. kochen.

Schritt 3:

Final die gekochten Bohnen hinzufügen, dieWürste klein schneiden und kurz durchziehen lassen.

Abschmecken mit schwarzem Pfeffer, Chiliflocken ggfs. Salz, Bohnenkraut und heiß servieren

Die frischen Bohnen , der gelbe Muskatkürbis , die dicken Bohnen gehen eine herrliche Verbindung miteinander ein und die Farben bringen Leben in den tristen Wintertag.

Die Debreziner vom Landmetzger kräftig, schmackhaft

Diese Wintersuppe überzeugt den gestraften Supenkasper.

Viel Spaß beim Kochen und Genießen!

Schwarzwurzel, Pastinaken, Sellerie, Rosenkohl, Blaukraut….“

(Werbung, da Namennennung)

Beliebig läßt sich die Liste fortsetzen: Karotten, Spitzkohl, rote Beete , Kartoffel, – festkochend – mehlig, -Rosenkohl , Sauerkraut , Sellerie, Lauch, Bittersalate

Alle warten geduldig auf ihren Einsatz. Das Blaukraut schiebt sich an Weihnachten immer in den Vordergrund und giert nach Äpfeln, Quitten, Orangen und erlesenen Gewürzen , Schmalz, Rotwein, Balsamico und bestem Zwetschgenmus, um sich in seiner Vollendung zu präsentieren.

Zugegeben ist die Zubereitung der Wintergemüse manchmal etwas zeitraubend, aber es lohnt sich immer.

Diese Wintergemüse sind gut lagerungsfähig – d. h. der Einkaufsgang hält sich in Grenzen – . Meine frostsichere Kiste habe ich auf dem Balkon platziert – hier fühlen sich die Gemüsesorten, Kartoffel sehr wohl. Die Lagerung ist auch der üblichen Kühlschranklagerung im Gemüsefach vorzuziehen. Dies gilt auch für lagerungsfähige Äpfel und Birnen.

Es schwebt mir vor, in regelmäßigen Beiträgen die verschiedenen Wintergemüse vorzustellen.

Heute fange ich mit der Schwarzwurzel an.

Außer dem Gehalt an Mineralstoffen und Vitaminen enthält das leichtverdauliche Gemüse auch Inulin, ein für Diabetiker besonders geeignetes Polysaccharid. Das Inulin ist gleichzeitig auch dafür verantwortlich, dass es bei empfindlichen Menschen beim Verzehr von Schwarzwurzeln zu Verdauungsproblemen (Blähungen, Durchfall) kommen kann.[15] Der weißlich-gelbe, kautschukhaltige Milchsaft färbt die Haut beim Verarbeiten braun. (lt. Wikipedia)

Schwarzwurzeln sind kalorienarm, aber reich an Vitaminen und Mineralstoffen wie z.B. Vitamin E, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Bemerkenswert ist der hohe Ballaststoffanteil:

Die größten Anbaugebiete der Schwarzwurzel liegen in Frankreich. Auch in Deutschland wird die wohlschmeckende Wurzel immer häufiger angebaut und hat so einige Bezeichnungen erhalten, zum Beispiel Gartenschwarzwurzel, Winterspargel, Spanische oder Echte Schwarzwurzel oder Skorzenerwurzel.

Keine Angst, die Bearbeitung und Verarbeitung ist gar nicht so schwer.

Wichtig: Beim Putzen, der mit Erde behafteten , schwarzen Stangen immer Handschuhe (Einmal-Küchenhandschuh) tragen.

  • unter fließendem Wasser werden die Stangen zunächst mit der Gemüsebürste vom gröbsten Schmutz befreit
  • dann eine Schüssel mit Wasser füllen und den Saft von einer Zitrone hinzufügen
  • die ausgepressten Zitronenhälften ebenfalls in das Wasser geben.
  • mit einem Kartoffelschäler (Sparschäler) schälen wir die Stangen , schneiden sie in mittelfinger große Stücke und legen sie in das Zitronenwasser.
  • so werden sie nicht braun
  • am besten eine Schürze tragen, den der klebrige Saft ist sehr hartnäckig und verursacht böse Flecken auf der Kleidung.

Mein Rezept für einen würdevollen Genuß des tollen Winterstars ist sowohl als Vorspeise, als auch als Hauptgang zu servieren.

Zutaten:

1 kg Schwarzwurzeln

Schweinebauch – ganz dünn aufgeschnitten – (sollte gut durchwachsen ein, fest und mild geräuchert) kann aber auch durch Schinken ersetzt werden.

Safranfäden

2 Zitronen

1 Schuß weißer Balsamico bester Güte

5 Lorbeerblätter

ca. 60 gramm Peccorino

ca. 60 gramm Parmesan

500 ml Sahne

Gewürze: schwarzer Pfeffer, Meersalz, Muskatnuß , Safranfäden

Beilage: 1 kg Kartoffel, 1 Pastinake , 200 ml Milch, Butter, Muskatnuss, Pfeffer, Chilisalz aus der Mühle

Zubereitung:

  • nach dem Säubern und Schälen der Stangen, fetten wir eine Auflaufform leicht mit Butter ein
  • reiben den Käse (geht auch mit der Küchenmaschine)
  • schneiden uns die Speckscheiben (oder bereiten die dünnen rohen Schinkenscheiben vor)
  • währenddessen kochen wir die Schwarzwurelstücke mit ein paar Fäden Safran, Salz, eine Schuss Balsamico-Essig und dem Saft einer Zitrone bissfest (ca 15-18 Min)
  • nun lassen wir die Schwarzwurzelstücke gut abtropfen, bevor wir sie mit Speck umwickeln und in die Auflaufform geben
  • die Lorbeerblätter auf die ganze Form verteilen
  • in der Zwischenzeit kochen wir die gewürzte Sahne (Pfeffer, Meersalz, Muskatnuss) kurz auf und übergießen die Schwarzwurzel
  • bei ca. 200 grad gratinieren wir den Auflauf unter Verwendung der Grillfunktion
Schwarzwurzel in Safran gekocht wartet auf Vollendung
Schwarzwurzel in Safran gekocht wartet auf Vollendung
Schwarzwurzel lechzt nach dem Ofen

Die Beilage (Kartoffel, Pastinaken) läuft nebenbei mit.

Kartoffel u. Pastinaken in Salzwasser mit dem Schnellkochtopf abdämpfen , Butter , heiße Milch hinzufügen, durchstampfen mit dem Schneebesen final bearbeiten und abschmecken.

Ein total, leckeres Essen. Die Schwarzwurzel haben eine ganze leichte Safrannote , schmecken sehr intensiv: würzig und leicht nussig, aber ohne sogenannte Störnoten.

In Verbindung mit dem Kartoffel-Pastinaken-Stampf ein richtiges Heimkommen-Gericht – für kalte, dunkle Tage.

Wintergemüse für Feinschmecker in Perfektion

Die Arbeit lohnt sich. Dazu guten Weisswein als Aperetivo einen Gelber Muskateller Frizzante vom Weingut Pfeiffer, St. Anna a Aigen Südoststeiermark.

Viel Spaß beim Nachkochen.

„… mir schmeckt es nicht…. „

Sinne, Geschmacksinne eines jeden Menschen sind mehr oder weniger sensibl, meist sehr geprägt von der Kindheit.

Die feinen Geschmacksnerven, die ein Gericht ausgewogen, süß, sauer , bitter schmecken lassen haben nur die Wenigsten – wage ich mal zu behaupten.

Mein Gö-Ga wurde offentsichtlich nicht sehr verwöhnt, was den Geschmack der Speisen betraf, eigentlich ging es schlicht um die Sättigung.

Die Auswahl seiner liebsten Ehefrau von allen…. , wurde glaube ich heute – stark von seinem Appetit geleitet. Die Damen unserer Familie – an der Anzahl mind. 3 (Mutter, Großmutter, Tante, Hilfskräfte) waren stets damit beschäftigt, dicke Braten, Brote, Kuchen , Gemüse in allen Variationen, Eintöpfe, Süßspeisen, Torten, Eingemachtes herzustellen.

Immer stand irgend ein Topf auf dem Herd, der den beschriebenen – Urhunger – von jetzt auf gleich befriedigen konnte.

Das gefiel Mister Gö-Ga, er war ein dankbarer Abnehmer, der Kartoffelgerichte, Braten, Hefekuchen.

Jeden Sonntag traf er pünktlich zur Kafferunde ein (mindestens eine Torte, nebst Obst und „feste Kuchen“) auf fein gedeckter Kaffeetafel lächelten ihm entgegen.

Eine kleine Übersicht – könnte es jeden Tag geben ….

Kritik konnte er in keiner Weise akzeptieren

  • er merkte nicht, wenn der Hefeteig zu fest war, zu dick, zu wenig durchgebacken
  • der Marmorkuchen nach Backpulver schmeckte
  • die Käsesahne nicht den erforderlichen Stand hatte
  • der Braten mal wieder angebrannt
  • die Schnitzel zu fest, zu dick
  • die Suppe fad
  • der Pudding Klümpchen bzw. Haut hatte, der Himbeersaft nicht selbstgemacht…

beliebig könnte ich die Reihe fortsetzen.

Meine Küche schätzt er nur bedingt, wenn es gerade sein „Lieblingsessen“ gibt kommt

  • kann man essen
  • ja gut
  • kannste nochmal machen

Der Geschmacksinn hat sich kaum weiterentwickelt.

  • Nudel al dente (kann man nicht essen, sind nicht gar!)
  • Eier weich – geht gar nicht – früher mußte ich die Eier aus dem Stall stehlen und direkt trinken…
  • er liebt Brot – Butter – Leberwurst und dann selbstgemachte Marmelade als Topping
  • er liebt – Leinöl, Quark, Marmelade, Dinkelpops mit Flohsamen, Joghurt – täglich
  • er liebt Salzkartoffel, Salzkartoffel, Kartoffel ..Kartoffel – ohne alles
  • Gewürze, Kräuter kann er kaum unterscheiden

Aber meckern, wenn was eigentlich selten vorkommt, etwas schief geht

Er ist der größte Kritiker auf Erden – ohne je zu schmecken, zu riechen , zu genießen!

Daher gibt es morgen eine neue Wok-Variation !

Nur so viel sei angemerkt, Lamm, Rind, Wintergemüse , Kürbis , scharf , geschmacksintensiv, durch Taibasilikum, Zitronengras , Ingwer …. Bin gespannt, ob wieder kommt

  • kann man nicht essen (probieren wird er es – „der Hunger treibst rein ..“
  • ob er das Quiz der Zutaten besteht –

In diesem Sinne bis die Tage, dann werde ich Euch das Rezept liefern – ob ihm geschmeckt hat oder nicht.

„Servus – 2020 „

Ich beende das Jahr mit einem herrlichen Spaziergang – in der Nähe von Bernried am Starnbergersee.

Hier war ich 2020 sehr oft – die Seele baumeln lassen, schwimmen, schwimmen – die Welt vergessen.

Die Natur hat jeden Tag eine Überraschung für uns ! Die schwarzen Eichhörnchen springen keck in den Wipfeln der Bäume und grüßen frech: „Ja, das möchtest du auch, aber ihr Menschen seit viel zu schwerfällig, unbeweglich und habt keinen Mut!“

Fotografieren – ließ es sich nicht. Obwohl es so schön war, einen weißen Bauch, gecke, fröhliche Äuglein, spitze Öhrchen.

Sollten wir uns nicht an diesem kleinen Wesen ein Beispiel nehmen, etwas mehr Leichtigkeit, etwas mehr Mut in Alltagsdingen, etwas mehr Zuverzicht –

Das wünsche ich allen meinen Lesern!

2021 ist zwar noch blaß, aber der Backofen sagt: „werd scho“

Frühstücksemmel 2021

Das Schwein schaut noch grimmig drein, muss sich halt dran gewöhnen, dass wir „Schwein“ haben.

„Back to the Roots“

(Werbung, da teilweise Namenserkennung )

Manchmal, aber nur manchmal, sehne ich mich nach dem Essen meiner Kindheit zurück.

Immer dann, wenn dieser Hunger von ganz unten aus der Magengegend hochkommt – ich nenne ihn das Urgefühl des Bedürfnisses, schnell, warm und die Sinne schmeichelnd – sich in das Stadium der Sättigung zu versetzen. Es macht sooo glücklich, zufrieden und die Krönung ist dann nur noch der gute Schluck – Wasser, Wein , Saft….

Der Winterspaziergang in frischer, kalter, womöglich windiger Luft erzeugt dieses Urhungergefühl , das gleißende Licht eines Wintertages unterstützt diese Sehnsucht, nach warmen, wohlschmeckenden Speisen.

Es sind die Speisen, die oft lange simmernd gegart werden (Suppen, Fleischragout, cremige Eintöpfe, Bratäpfel, frisches Brot mit guter Butter)

Allerdings wenn der Urhunger einsetzt, ist mir die Suppe zu heiß, der Bratapfel zu kompliziert zu essen, er muss nämlich mit Vanillesoße angereichert werden!

Einen lauwarmen Kartoffelsalat mag ich dann, der bereits im Backofen steht- auf niediger Temperatur – eben mundgerecht. Dazu eine wirklich sehr gute Metzgerwurst – oder auch nicht – denn die wirklich guten Metzger, welche Würste herstellen scheinen auszusterben.

Meinen lauwarmen Kartoffelsalat mit einfachen, guten Zutaten werdet ihr lieben!

Zutaten zum warmen Kartoffelsalat

Das wichtigste sind gute, festkochende Kartoffeln – die nicht „Fisch nicht Fleisch“ Karotffeln – nicht fest – mittelmehlig – oder gar nichts – taugen absolut nicht für den lauwarmen, leicht schlotzigen , ausgewogen gewürzten Kartoffelsalat.

Voraussetzung für den besten Kartoffelsalat ist außerdem, dass die Kartoffeln warm verarbeitet werden, gut gedämpft sind, direkt geschält und dann mit der warmen

Vinaigrette überzogen werden. Wie immer bestimmen die Zutaten das Ergebnis.

Zutaten:

2,5 kg Kartoffel

2oo gramm besten , trocknen gut durchwachsenen Speck

2 mittlere weiße Zwiebeln

1/2 Liter beste Brühe (Fleich, Gemüse oder Geflügel)

1/2 Bund Petersilie

für die Vinaigrette:

neutrales Öl

Djion- Senf

Apfelessig

einen kräftigen Schuss Gurkenwasser

Gewürze: Salz aus der Mühle, Muskatnuss frisch gerieben, schwarzer Pfeffer, Abrieb vom Kren (Meerettisch)

Zubereitung:

Schritt 1 :

Die Kartoffel am besten im Dampftopf mit Schale kochen. Gut ausdämpfen lassen und noch warm pellen und in Scheiben schneiden.

Schritt 2 :

bzw. während des Dämpfens der Kartoffeln

Speck in möglichst kleine Würfel schneiden, Zwiebel klein würfeln

Schritt 3 : Brühe erhitzen, Speck in fettlose Pfanne geben und zusammen mit den Zwieblen farblos anschwitzen.

Petersilie mit dem Wiegemesser hacken und zur Speck-Zwiebelmasse geben, die heiße Brühe angießen und auf ganz kleiner Flamme leicht simmern lassen.

Schritt 4 :

Vinaigrette:

Öl,Senf, Meerettisch zu einer homogenen Masse verrühren, mit gutem Apfelessig anreichern, leicht salzen und abschmecken. (Mengen variieren, je nach Kartoffel , Grundsatz: 2 Teelöffel Senf, 80 ml Öl, 40 ml Apfelessig) ggfs. erweitern.

Die Vinaigrette mit dem Schneebesen gut vermischen und zur Speckbrühe geben , umrühren – nicht mehr aufkochen!

Die Masse über die warmen Kartoffel geben und mit den Händen vorsichtig vermischen. Am besten geht das mit Handschuhen (Einmalhandschuh).

Final: mit Muskatnuss, schwarzem Pfeffer, einer Spur frischgeriebenem Kren und ggfs. aber weniger ist mehr , Salz abschmecken

Dazu die gutdurchgezogene Wurst, das Kassler , die groben geräucherten Würste aus Westfalen ….

Dann kommt das Gefühl „back to the roots“ in Euch auf, wenn ihr wisst was ich damit meine.

schlunzig, mundgerecht gewärmt...

Ein besseres Foto war mir nicht vergönnt – zuviele Menschen mit dem Urgefühl des Hungers waren …..

„es ist vollbracht, vorbei die Weihnachtspracht….“

Dieses Jahr war irgendwie kulinarisch das Weihnachtsfest bei mir völlig anders.

Wie ihr in den vergangenen Jahren im Dezember lesen konntet , gab es immer aufwenidge Menüs, Gäste, Riesenvögel (Puten) und der Einkauf fand final am 24.12. ab 5.OO Uhr morgens statt.

Die Einkaufmöglichkeiten waren sehr beschränkt , es sei denn man war bereit mind. 1 Stunde Schlange zu stehen. Am Viktualienmarkt standen die Leute bis zum Marienplatz habe ich mir berichten lassen.

Die Folge – eine Woche vor Weihnachten, ebenfalls unter erschwerten Bedingungen war es meinem Gö-Gatte (Göttergatte) gelungen einen großen Rinderbraten zu ergattern.

Knapp 4 Kilo – wow – das ist für 4 Personen viel zu viel und wo sollte ich ihn lagern.

So entstand der spezielle Sauerbraten . Leider keine Fotos vorhanden, außer dem hier.

weihnachtlicher Sauerbraten wartet auf seinen Einsatz

Mit dem Herstellen der Beize will ich Euch nicht länger langweilen. Nur so viel:

guten Wein, guten Balsamico und „1000 Gewürze“ einschl. Zimt, Sternanis, Kardamon – weil doch Weihnachten, nach Weihnachten schmecken sollte.

Das Fleisch ruhte 7 Tage in der Beize – wurde täglich von mir getäschelt und gewendet.

Am 1. Weihnachtstag – angebraten – 5 Stunden im Ofen im alten „Freund“ Bräter aus dem 17. Jahrhundert gegart, zwischenzeitlich Knödelmassen, Blaukraut vorbereitet.

Die Soße aufwendig aufbereitet, mit Lebkuchen, Trockenobst bester Güte und dann war es still.

Mir erteilte man Fotoverbot und sie gaben sich hin, dem hemmungslosen Schlemmen, ein Knödel nach dem anderen – das Blaukraut ist dieses Jahr ganz besonders gut.

(wurde ja auch von mir massiert, mit Rotwein, Salz eine Nacht durfte es ruhen, bis es mit Quitten, div. Gewürzen und meinem Griebenschmalz…. )

Die Soße ein Gedicht, lobte Gö-Ga und das tut er selten – wenn er wüsste, dass da der Lebkuchenmann…

Für mich war es kein Weihnachtsessen!

Jetzt wisst ihr was es gegeben hat – s. Beitrag Kinder morgen wird’s was geben .….

Hoffe inständig, dass ich irgendwann wieder ein würdiges, schönes Weihnachtsmenü kochen kann und der Tisch ausgezogen wird für mind. 15 Leute, das ist Weihnachtsessen!

Wir haben uns dann davongeschlichen, heimlich und ganz leise sind wir in das Voralpenland gefahren und sind einfach gelaufen, gelaufen gelaufen. Ein kleines Foto will ich Euch gönnen, mehr nicht sonst kommt die Lockdown-Polizei.

„Frohe Weihnachten, Merry Christmas, Joyeux Noel, Buon Natale,Feliz Navidad „

Das Wesentliche einer Kerze ist nicht das Wachs da seine Spuren hinterlässt, sondern das Licht!

Antoine de Saint-Exupéry

Die Wärme, die Freude, die Spannung dieses Tages dieser Nacht,

bringt uns mit bedacht,

ein stilles Hoffen, ein freudiges Warten auf die strahlenden Tage die da kommen werden

denn die Geisel der Pandemie muss enden,

damit die Ausgelassenheit, die Freude zurückkehrt auf Erden

Ich wünsche Euch frohe, besinnliche, geruhsame Weihnachten und einen sanften, entspannten Rutsch in das Jahr 2021

Mechthild Kuhl

„Frühstück ist fertig….“

Eigentlich wollte ich eine Bloggerpause einlegen, um mich ganz meinen kullinarischen Vorbereitungen zu widmen (z. B. einen richtig dicken, fetten Rotwein-Nuss-schoko-kuchen backen, Schupfnudelteig – rote Beete abkochen, Blaukraut massieren, Schwarzwurzel putzen…..)

Dezembersonnenaufgang
7:30 Uhr

Die Tage sind kurz, der Schlafrhythmus hat sich angpaßt – spätes oder gar kein Frühstück. Im übrigen ein großes, spätes Frühstück vorzubereiten ist richtig Arbeit.

Das ist übrigens das Einzigste – was mein Gö-Ga (Göttergatte) „kochen kann“.

Meine Winter-Weihnachtsvariante will ich Euch nicht länger vorenthalten, sie ist einfach simpel und sooo guuut! Knackiger, rescher Speck , wachsweiche Dotter, geröstetes Weihnachtsbrot – wie das duftet – Koreander, Anis, Fenchel

Da kommen die Geister aus ihren Löchern

Wow, wie g (Unwort des Jungvolks)

Rezept:

  • Roggenbrotscheiben in eine leichtgeölte Grillpfanne legen
  • Wammerl (geräucheter Bauchspeck) dünn aufschneiden (m. d. Brotmaschine)
  • und in der beschichteten Pfann von beiden Seiten gross rösten
  • Eier ohne weitere Fettzugabe in die Pfanne aufschlagen
  • Temperatur zurück und ganz langsam den Dotter wachsweich werden lassen
  • eine Spur schwarzen Pfeffer….

Der Morgen ist schon mal gerettet.