„Liebe geht durch den Magen…“

(Fortsetzung)

Manfred öffnete die Tür und eine tiefempfundende Freude, spiegelte sich in dem verschlafenen, unrasierten Männergesicht wieder.

„Greta, womit habe ich das verdient?“ Wie das duftet! Komm rein, ich mache uns mit der Bialetti einen guten Cappuccino!“

Die Vögel stimmten ein Konzert an, die Blumen reckten ihre Köpfe und die Wildbienen versammelten sich auf dem blühenden Lavendel. Es war ein traumhafter Sommermorgen in dem noch nicht richtig erwachten Schwabing.

Manfred strahlte, er konnte sein Morgenglück noch nicht so richtig fassen.

Seine Tage waren meist arbeitsintensiv und bestanden aus Uni und seinem Werkstudentenjob in der Zentrale eines großen Versicherungskonzerns.

Hier waren schon sein Vater und Großvater erfolgreich tätig gewesen und es gab für ihn keine andere Option – auch er würde nach der Promotion dort seine Karriere beginnen.

In der wenigen Freizeit beschäftigte er sich mit seiner geliebten Aquarellmalerei – die er leider seit Monaten vernachlässigen musste.

Er sorgte für leise, klassische Musik und goß den starken Kaffee in die Tassen, schäumte die Milch auf. Ein intensiver Duft nach italienischem Espresso erfühlte die Wohnug und die silberne, kleine Zuckerdose – stellte er zu seinem Entsetzen fest – war angelaufen, der kleine Löffel war an den Enden schon arg geschwärzt.

Aber Greta störte das offentsichtlich nicht. Was hatte ihr Vater gemeint? Die Blumen, die Karte?

Gretas Vater war ein sehr sensibler Mensch. Er löste ihre Probleme meist, bevor sie sich ausgesprochen hatte.

Diese fast kalte Reaktion gestern verstand sie nicht.

Geschickt lenkte Greta das Gespräch auf die verstorbene Berta . Manfred hatte Berta sehr geliebt , noch heute vermisste er es mit ihr zu reden, den besten Guglhupf auf Erden mit ihr zu essen. Andererseits lief es ihm eiskalt den Rücken runter, wenn Berta von den grausamen Geschichten ihrer, wie sie es ausdrückte -Herrschaft- erzählte.

Greta faßte sich ein Herz und bat Manfred mit ihr in den Keller zu gehen. Es ließ ihr keine ruhige Minute mehr, seitdem er erwähnt hatte, dass es da unterirdische Gänge und zugemauerte Türen gäbe.

Wieso hatte man bei der Renovierung des Hauses nach dem Krieg alles so belassen? Gab es Gründe dafür?

Manfred schien wenig begeistert für die Kelleraktion, willigte aber ein am nächsten Sonntag sich Zeit zu nehmen. Er allein besaß diesen alten, großen eisernen Schlüssel. Berta hatte ihn ihm anvertraut mit den Worten: „Irgendwann könnte er wichtig für dich sein!“

Lange hatte er sich schon in Greta verliebt ! Es schmerzte ihn regelrecht, dass er bislang keine Gelegenheit hatte ihr seine tiefe Zuneigung zu offenbaren.

Greta hatte keine Augen für ihn, hatte er sich immer wieder eingeredet. Eine schmähende Zurückweisung wollte er nicht erleben. Auch von den tollen Blumen – die er persönlich, stundenlang zusammengepflückt , in seinem Lieblingsblumenladen mit duftenden Sommerrosen binden lassen hatte, war gar keine Rede.

Geschweige denn von seiner Karte! Diese Blautöne hatten ihm fast den Verstandet gekostet.

Am Grillabend hatte sie von ihrem Traummann, dem braungelockten, sportlichen jungen Mann geschwärmt. Die Blumenaktion war sein letzter Versuch, so hatte er es sich geschworen.

Hastig verabschiedete sich Greta mit den Worten: „Also bis Sonntamorgen und für heute Abend mach ich für euch alle meine italienischen Lieblingsnudeln!“

Greta war sich mittlerweile sicher, dass Manfred ihr etwas verschwieg.

Der Tag war mit anstrengenden Terminen in der Uni vollgestopft und ein Gespräch mit ihrem Doktorvater stand gegen 17.OO Uhr auch noch an.

Sie überprüfte ihre Vorräte und hetzte mit dem Fahrrad zu ihrem Lieblingsitaliener, denn nur er hatte die echte Salsiccia, mit Fenchel und picant gewürzt. Er stellte sie selbst her nach einem uralten Rezept seiner Vorfahren aus Kalabrien.

Auf keinen Fall, konnte sie mit der WG heute essen, sie musste ihre Hausarbeit morgen abgeben…

  • schnell setzte sie Nudelwasser in dem großen Topf auf
  • und ließ die großen Conchiglioni giganti hineingleiten, 2 kräftige Prisen Meersalz, 1 getrocknete Peperoncini
  • setzte die Pfanne auf, gab 2 Eßlöffel Olivenöl, klein gehackte rote, kleine Tropea Zwiebeln, Knoblauch, ein kleines Stück von ihrer ersten Chilischote vom Balkon hinzu und schwitzte alles farblos an.
  • gekonnte drückte sie die Salsiccia aus dem Darm und gab die Wurstmasse ebenfalls in die Pfanne
  • leicht mit dem Kochlöffel verteilen und einwenig bräunen lassen
  • mit einem Weisswein löschte sie das Salsicciaragout ab und lies es ca. 6-8 Minuten auf kleiner Flamme köcheln
  • ein Stück Fenchel schnitt sich dünn auf
  • ergänzte die Pfanne mit frischen Kräutern (Oregano, Rosmarin, Zitronenthymian u. einem Blättchen Salbei)
  • ein Glück, dass dies alles auf ihrem klitzekleinen Altbaubalkon so schön wucherte.
  • gab alles in die Pfanne und ließ es auf kleiner Flamme vor sich hinköcheln
  • final fügte sie eine Dosen gestückelte Tomaten hinzu
  • würzte kräftig mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle , Salz einem Teelöffel Paprika-Auberginenmus ab
  • fertig!
  • sicherheitshalber legte sie Peccorino und Parmesan raus
  • das war genug für die Freunde
  • und morgen konnten sie die Nudeln nochmal überbacken, die großen Muscheln hatten sich automatisch gefüllt
  • so klingelte sie und übergab das Abendessen der verduzten Tessa, die die Pfanne dankbar entgegennahm
Salsiccia Nudeln

und laut und glücklich rief:

„Jungs der Abend ist gerettet, keine Tiefkühlpizza heute!“

Danke, Greta – Greta war schon weg.

„Liebe geht durch den Magen …“

(Fortsetzung)

Greta kaute an dem Ende des Bleistifts und grübelte…

Die Geschichten von Manfred hörten sich an, wie aus einem schlechten Roman.

Greta atmete tief durch und versuchte diese negativen, emotionalen Gedanken nicht zuzulassen.

Sie war eine US-Bürgerin, die für Deutschland ein Stipendium erhalten hatte, um hier zu studieren.

Ihrem Vater hatte sie versprochen, seinen weltweiten Kunst-u. Antiquitätenhandel zu übernehmen.

Das war ihr Ziel! Sie wollte die verschiedenen Firmen ihres Vaters koordinieren, sich für nachhaltiges Bauen u. eine weltweit verbindende Denkmalpflege und den Erhalt von Kirchen einsetzen.

Nein, diese Gefühlsduselei musste ein Ende haben.

Greta ließ sich nicht von Rosen und seltsamen Geschichten aus längst vergangenen Zeiten beeindrucken.

Ein Blick auf ihre Armbanduhr -ein Geschenk ihres Vaters – eine Cartier aus den 30zigern – die ihre Mutter zu Lebzeiten getragen hatte. Sie liebte die klassische eckige Form, die römischen Ziffern, das klassische Lederband.

Später würde sie ihren Vater anrufen, er würde sich sicher freuen.

Schrill ertönte die Türglocke , Greta hielt inne, sie war erschrocken, das konnte nichts Gutes bedeuten.

Sonntagmorgen, 7:30 , wer wollte was von ihr. Verzweifelt, schweißgebadet, zitternd lukte sie durch den Spion.

Greta, nicht aufmachen – pochte es in ihrer Schläfe.

Was war bloß los mit ihr? Dann sah sie den jungen Mann mit dem riesigen Sommerblumenstrauß, den er ablegte und langsam sich entfernte.

Das sich regende Mitleid mit den schönen Blumen, die versorgt werden mußten, war stärker. Sie öffnete vorsichtig die Türe, nahm die Blumen an sich.

Die kleine Karte war außergewöhnlich. Die Aquarellzeichnung war in blassen Blautönen gehalten – eine Seelandschaft , die aufgehende Sonne… Die Botschaft :

„Für meine Sonne des Lebens“

Greta brach in Tränen aus, sie wollte doch nur ungestört leben…

Der braune Lockenkopf der CIA ?? Was war los mit ihr?

Mit zitternden Fingern tippte sie die Nummer ihres Vaters ins Handy.

„Hallo, meine Sonne“, meldete sich ihr Vater – Greta verschlug es die Sprache, sie schluckte, Hallo, mein Papilein, geht es Dir gut? Dann brach es aus ihr heraus, die seltsamen Begegnungen, die nicht erfüllte Liebe, die Kellergeschichten….

Gretas Vater war verstummt, aufmerksam hörte er zu und sagte : „Greta, tu das was du tun mußt!“

Was sollte das bedeuten?

Aus Rom hatte sie sich vor drei Jahren den Livieto madre mitgebracht und ihn liebevoll gepflegt.

Erstmal würde sie jetzt Brot backen. Ein Olivenbrot mit dem aufgefrischten Livieto Madre und dann, wird sie an die Arbeit gehen, diese seltsamen , gemütsaufreibenden Ereignisse zu verarbeiten.

Ihr Mehlvorrat war dürftig und so mischte sie Ruchmehl 1050, Weizenmehl Type 550, Type OO aus Italien, etwas Hartweizenmehl bis die Mehlmenge ca 700 gramm ergab.

Am nächsten Tag konnte sie zwei kleine Brote abbacken. Sie freute sich und klingelte mit dem duftenden Brot bei Manfred – denn sie wußte, dass er zu dieser Zeit alleine zu hause war-.

Dieses Brot mit den verschiedenen „Mehlresten“ gebacken, insgesamt 700 gramm Mehl, 100 gramm aufgefrischter Livieto madre (Vollkornvariante Franczeska) ist soo köstlich, die Kruste resch und innen angenehm weich, die in Salzlake eingelegten Oliven bereichern die Brote

Laßt Euch auf diese Brote ein, jetzt im Sommer gelingen sie soo schnell, durch die natürliche, konstante Wärme gehen die Teige schneller… Ein Genuß frisches Olivenbrot, Tomate….

Ja, bei Greta wird es jetzt spannend, sie kann die Geschichte ihrer Familie nicht mehr verdrängen. Sie muß sich mit der Familiengeschichte zwangsläufig auseinandersetzen.

Fortsetzung folgt

„Servus Juli 2021“

ohne Worte

Juli 2021
  • warme Vollmondnacht läßt Blüten erwachen,
  • der Regenbogen grüßt schon zum Erwachen
  • Sommerdrinks bei Kerzenlicht
  • die Barbe vom Grill ein Gedicht
  • Dolce la Vita im italienischen Viertel wunderbar
  • die Isar diesen Monat selten klar
  • Linsenknödel fast vegan
  • hab ich mich da nicht vertan
  • Olivenbrote soo knusprig und gut
  • macht jedem Hobbybäcker Mut

M. Kuhl im Juli 2021

„Lemon-Tarte à la Issy“

Werbung da Namensnennung

Gastbeitrag meiner Tochter (s. Beitrag vom 19.7.2021 „Liebe geht durch den Magen“)

Die Sehnsucht nach Sonne, Meer und etwas Leichtigkeit ist bei mir sehr groß.

Der Sommer fordert enorme Flexibilität. Sobald es möglich ist – muß man an den See, Radeln – einfach Draußen sein. Den Sonnenaufgang über dem Fluß – den Sonnenuntergang am See genießen und sich des Lebens freuen.

Meine Koch-Back-sucht bricht immer aus, wenn ich mich über dieses und jenes einwenig ärgern muß.

Eine Sommertorte – das wäre es. Die Erdbeerfelder waren dieses Jahr witterungsbedingt gar nicht oder nur kurz offen und die Qualität der Früchte war bei dem „Monsumsummer“ nicht die beste.

Meine Tochter beherrscht die Backkunst mittlerweile hervorragend.

Unsere Sommertorte 2021

L e m o n- Tarte

300 gramm Mehl 405 , plus einwenig mehr zum Ausrollen

40 gramm brauner Zucker

3 gramm (eine Prise ) Salz

225 gramm weiche Butter

60 ml Eiswasser

1 Eigelb (zum bepinseln)

für die Füllung – Zutaten

5 Eier getrennt (Eigelb)

2 gramm Salz

50 gramm Mondamin

250 gramm Zucker

2 Eßlöffel Zitronenzeste

4 Zitronen sollte 180 ml Saft ergeben

290 mg Wasser

4 Eßlöffel (57 g Butter)

für die italiensche Meringue (Baiser) – Zutaten

130 gramm brauner Zucker

130 gramm weisser Zucker

50 gramm Wasser

4 Eiweiss

eine Prise Salz

Zubereitungsschritte:

Es ist ratsam bereits am Vortag bereits den Boden zu backen. Alle Zutaten organisieren und bereitstellen – Butter aus dem Kühlschrank nehmen. Für den Boden werden Mehl, Salz und Zucker in eine Rührschüssel gegeben. Mit einer Küchenmaschine lässt sich der Teig natürlich ganz leicht darin kneten, sollte dies aber nicht der Fall sein dann genügt auch ein herkömmliches Rührgerät mit Knethaken.

  1. Nachdem Sie Mehl, Salz und Zucker in der Schüssel leicht verrührt haben, damit sich die Zutaten bereits vor der Zugabe von Butter und Eiswasser verbinden, fügen Sie die kalte Butter hinzu.
    Stellen Sie das Rührgerärt/Küchenmachine auf Mittlerer Stufe für rund 5 Minuten. Zunächst wird der Teig recht bröslig sein, daher rät sich, es auch ruhig selbst „Hand“ anzulegen. Also stellen sie das Rührgerät/ Küchenmaschine ab und prüfen Sie die Konsistenz des Teiges, schnell werden Sie merken, dass dem Teig noch an Feuchtigkeit mangelt. Fügen Sie dann das Eiswasser hinzu. Antstatt Eiswasser können Sie natürlich auch ein Ei nehmen, was mit seinem Eiweis deutlich besser bindet.

2. Final breiten Sie den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche aus und kneten ihn durch, bis ein glatter runder Teig entsteht, den Sie für ungefähr 30 Minuten in Folie in den Kühlschrank legen.

Nehemen Sie sich jetzt schon die 5 Eier aus dem Kühlschkrank für später, damit diese nicht mehr so kalt sind.

Während der Teig ruht, bereiten Sie die Form vor. Je nach dem was für eine Backform Ihnen zur Verfügung steht, müssen Sie ihre Form entsprechend preparieren. Es bietet sich eine Springform 26 er Durchmesser oder eine Tartform mit gewelltem Rand an. In meinem Beispiel verwende ich eine Springform mit abnehmbaren Ring. In den Backformboden spanne ich mit dem Ring ein Blatt Backpapier. Es ist Geschmacksache, ob sie auf den Boden und den Rand etwas Butter und Mehl streuen, es kommt viel eher auf Material der Backform drauf an. Hinweis: bei gewellten Tartformen rate ich Ihnen jedoch den Rand gut mit Butter einzufetten.

Nachdem der Teig eine gute halbe Stunde im Kühlschrank war , kneten Sie Ihn auf der Arbeitsfläche nochmals gut durch. Rollen sie den Teig rund aus und legen sie ihn dann in die Backform. Stechen sie mit einer Gabel leicht in den Boden, damit dieser locker bleibt.

Backen sie den Teig 20-30 Minuten(je nach Ofen 180Grad) leicht goldbraun. Damit der Boden auch seine Form behält einfach Backpapier oder Alufolie mit Hülsenfrüchten blindbacken. Kurz vor Ende können Sie den Kuchen mit einem verquirlten Eigelb und etwas Sahne noch für die letzten 5Minuten der Backzeit einpinseln.

Trennen Sie nun die Eier und verquirlen sie die Eigelbe in einer seperaten mittel großen Schüssel.

Während der Boden im Ofen ist, waschen sie die Zitronen mit heißem Wasser ab und reiben sie die Schale mit einer Reibe ab, am besten sammeln Sie die Zesten direkt in einem Kochtopf (mittlere Größe).

Mein Tipp: die „Wunderreibe von Microplane“, die sich super schnell über den allseits bekannten Allesverkäufer Amazon bestellen lässt. 😉

Erst nach dem Sie die Zitronen abgezestet haben, pressen sie die Zitronen aus und geben den Saft zu den Zesten im Topf. Nehmen Sie einen Rührbesen und geben Sie den Zucker zuerst hinzu und anschließend die Stärke und Wasser.
Rühren sie – bis sich die Stärkeklumpen auflösen.

Im nächsten Schritt wird die weißliche Zitronen-Wasser-Stärke-Mischung aufgekocht auf mittlerer Hitze bis sich eine cremige feste Masse bildet.

Jetzt kommt der schwierige Part:

  1. nehmen sie die Zirtonen-Wasser-Stärke-Mischung von der Herdplatte
  2. verquirlen sie die Eigelbmasse neu
  3. nehmen sie sich ein Küchentuch und machen sie es mit kaltem Wasser nass und legen es unter die Schüssel mit dem Eigelb
  4. geben Sie nun löffelweise 1/3 der warme Zitronen-Wasser-Stärke Mischung zu den Eiern und verühren sie die Mischung mit einander, sobalb sich die Eier und mit der Zitronen Mischung temperiert haben, ist es geschafft.
  5. Geben Sie die temperierte Eiermischung zur restlichen Zitronen-Wasser-Stärke Mischung im Topf und rühren sie die Butter mit ein bis diese sich aufgelöst hat.

Lassen sie die fertige Zitronencreme fünf Minuten auskühlen und geben sie dann auf den Boden.

Und ab in den Kühlschkrank für mindetsen 6 Stunden.

Für den Baiser:

  1. Schlagen Sie das Eiweiß mit handrührgerät/ Küchenmachine auf und geben sie eine Prise Salz hinzu- Tipp damit Sahne oder Eiweiß immer gelingt nehmen sie sich etwas Küchenpapier mit etwas Essig und wischen sie leicht die Schüssel aus.
  2. Lösen Sie den Zucker in Wasser in einem Milchkännchen auf – kurz abkühlen
  3. Lassen Sie das Zuckerwasser langsam während des Rührens des Eiweißes einlaufen
  4. Nun können Sie das Eiweiß auf dem Kuchen verteilen und entweder mit einem Flammbiergerät bräunen oder im Backofen mit der Grillfunktion für 5-10 Minuten.

Ja, hierfür ist Geduld und Können nötig ! Es lohnt sich aber auf jeden Fall.

Die Frische der Zitronen, der süße Baiser – man träumt von einem erlesenen Kaffeehausbesuch in Rom, Wien, Budapest….

„Liebe geht durch den Magen ..“

Fortsetzung

Was für ein Abend, was für eine herrliche, laue Nacht!

Greta genoß den Abend in der NachbarWG . Bei leiser Musik und Kerzenschein vergaß sie die Welt um sich.

Manfred (angehender Mathematiker) wohnte schon eine geraume Zeit in dem alten Jugendstilhaus und wußte allerhand zu erzählen. Es soll einen geheimen, unterirdischen Keller mit verschiedenen Gängen geben, die alte Berta, sie war mit 99 letztes Jahr ganz still und leise für immer eingeschlafen, hatte ihm von der guten alten Zeit berichtet.

Berta war Kindermädchen, Hausangestellte und Retterin in allen Nöten der ehemaligen Eigentümer gewesen und hatte lebenslanges Wohnrecht erhalten.

Der riesige Immobilienbesitz der ehemaligen Brauereidynastie war noch vor dem 2. Weltkrieg verkauft worden und die Familie war nach USA ausgewandert, so wußte Manfred zu berichten.

Greta wurde hellhörig, Brauerei – wieder mußte sie an Ihre Urgroßmutter denken.

Sie fühlte sich wohl in der Gesellschaft der jungen Leute, denn obwohl sie schon 2 Jahre in München lebte, hatte sie noch keinen festen Freundeskreis. Sie war sich selbst eigentlich genug. Mit einem brennenden Ehrgeiz verfolgte sie ihre Studium.

Erst im Morgengrauen stieg sie hoch in ihre Wohnung und fiel todmüde, aber entspannt und zufrieden in einen tiefen Schlaf. Schon früh wachte sie allerdings wieder auf – und an was dachte sie – natürlich an Essen – Kochen…

In der letzten Zeit hatte sie immer öfter von Kommilitonen gehört, dass sie immer öfter auf Fleisch verzichten und sich weitgehend vegetarisch ernährten.

In den tiefen ihres Vorratsschrankes fand sie eine große Packung rote Linsen,

gestückelte Dosentomaten…. Verschlafen zog sie die Gewürzschublade auf. Kreuzkümmel, gelbes Curry….

Heute Mittag würde sie ihre Nachbarn überraschen. Diese Knödelfans würden staunen.

Die Geschichten der alten Berta, die Kellergeheimnisse gingen ihr aber nicht aus dem Kopf und sie begann zur Ablenkung zu kochen.

Aber morgen, am Sonntag würde sie in den Keller gehen !

Erstmal das Rezept aufschreiben, sonst wußte sie später nicht mehr, wie sie diese Knödel zubereitet hatte, den Greta kochte oft spontan – aus dem Kühlschrank – aus dem Vorrat.

„Linsenknödel an extravaganter Tomatensoße“

Zutaten:

500 gramm rote Linsen

1 Dose gestückelte Tomaten

1/4 Liter Gemüsebrühe

60 gramm Livieto madre (Vollkornvariante) (wenn nicht vorhanden, weglassen bzw. durch weiteres Ei ersetzen)

1 kräftiger Schluck Gin

2 kleine, rote Frühlingszwiebel

1 Bio Zitrone

1 Knoblauchzehe

1 walnußgroßes Stück Ingwer

1 Ei

2-3 gehäufte Eßlöffel Mehl

Olivenöl und neutrales Öl zum Ausbacken

Semmelbrösel (natürlich selbst gemacht)

Gewürze: Steinsalz aus der Mühle, schwarzer Pfeffer und:

  • Panch Phoron
  • Rosengewürz
  • indisches Curry
  • Garam Masala
  • getrocknete Chilischoten

Kräuter: gehackte Petersilie, gehackter Koreander, gehackte Minze

und so geht es easy:

Die roten Linsen mit reichlich Wasser abkochen -ohne Salz –

Diese rot/orangen Linsen sind ganz schnell gar.

Abtropfen lassen und in der Zwischenzeit:

Soßenzubereitung:

den Knoblauch, Ingwer und die Frühlingszwiebeln möglichst klein schneiden und in wenig Olivenöl farblos anschwitzen , mit Gin ablöschen und die Tomaten hinzufügen. Bei kleiner Flamme lassen wir unsere Soße nun köcheln.

Knödelmasse:

  • die abgetropften, weichen Linsen geben wir in eine große Schüssel
  • Brühe hinzufügen, sowie das Ei und den Livieto madre
  • Mehl hinzufügen und alles mit dem Pürierstab zu einem Teig verarbeiten
  • der Teig sollte nicht zu naß sein, ggf. mit Mehl oder Brühe korrigieren
  • sämtliche Gewürze dem Teig zuführen (jeweils 1/2 Teelöffel) eine Prise Chili
  • nochmal gut durchmischen, bzw. mit den Händen durchkneten, dann spürt man auch ob die Konsistenz paßt
  • den Teig beiseite stellen – mindestens 1 Stunde , aber durchaus auch länger, je nach Lust und Laune

Kräutermischung:

Minze, Petersilie, Koreander kleinhacken, Zitronenabrieb hinzufügen.

Finalbearbeitung:

  • die Kräuter zur Knödelmasse geben und gut untermischen
  • mit feuchten Händen oder ich arbeite mit Vinylhandschuhen Knödel formen
  • und in Semmelbrösel wälzen
  • große Pfanne mit neutralem Öl erhitzen
  • die Knödel in das heiße Öl geben und ca. 8-10 Min. ausbacken, immer wieder drehen
  • die Soße mit Curry und Zitronensaft abschmecken, salzen, pfeffern

Soße auf den Teller geben und die goldbraunen Knödel hinzufügen.

Der einfache Linsenteig hat sich zur köstlichen, innen weichen, außen knusprigen Knödelinterpretation gemausert!

Die raffinierte Tomatensoße verbindet sich mit dem Knödel in einer Art und Weise – die man niemals erwartet hätte.

So schmeckt vegeartisch auch jedem Fleischliebhaber.

Ihr wollt wissen, wie es Greta weiter ergeht?

Fortsetzung folgt!

„die wilde, schöne Isar bäumt sich auf“

Unweit eines kleinen Baches erblickte ich das Licht der Welt. Aufgewachsen mit den Gefahren, die ein Wasser in unmittelbarer Nähe hat, zog es mich mein ganzes Leben in die Nähe eines Wassers.

Wie ihr schon aus vielen meiner Beiträge entnehmen konntet, liegt mir die Isar ganz besonders am Herzen.

Im Sommer liebe ich sie ganz besonders, wenn der Tag erwacht – oder auch wenn die Sonne untergeht – finde ich immer ein Plätzchen, wo man sich mit der Natur regelrecht versöhnen kann – nach langen Regentagen – kalten Nächten ….

Während des Lockdowns hat man die Isar und ihre grünen Auen geradezu misshandelt.

Es gab keinen Trampelpfad mehr, wo man nicht auf Hunde und ihre hechelnden Eigner traf. Rücksichtslos wurde alles niedergetrampelt, die Menschenmassen waren schier unerträglich. An Wochenenden mied ich den Fluß.

Auf den vegetationsfreien oder -armen und ungestörten Kiesinseln an der Isar brüten vom Aussterben bedrohte und gefährdete Vogelarten.

Die Obere Isar und ihre Auen gehören zu den am besten erhaltenen und damit bedeutendsten Wildflusslandschaften Deutschlands. Besonders naturnah sind die Streckenabschnitte von der Quelle auf österreichischer Seite bis kurz vor Mittenwald sowie nördlich von Krün bis oberhalb des Sylvensteinspeichers. Hier finden sich seltene Arten, die andernorts längst verschwunden sind. Soviel in Kurzfassung dazu.

Manchmal verschafft sich der Fluß Respekt, wie letzte Woche nach den gewaltigen Regengüssen.

Fast beängstigend, die Flaucherbrücke (nur für Fußgänger u. Radfahrer , sie sollten schieben)

In der örtlichen Boulevardpresse streiten sich derzeit die Geister.

Eine Kiesbank wurde gekapert, man hat eine Fahne gehisst. Die Feuerstelle ist aktiv und von weitem sichtbar.

Die Nackerten von München, meist Männer zwischen 50-80 fühlen sich gestört, Ihrer Kiesbank beraubt.

Die Stadt räumte mehrfach die Kiesbank – jedoch ohne Erfolg.

Der mir nicht namentlich bekannte Kiesbankeroberer versteht sich als Künstler. Tiefgebräunt, meist nackert hat er es sich gemütlich gemacht. Seine Gehilfen – mit sichtbarem Migrationshintergrund – schleppten riesiege Baumstämme auf die Insel, wie ich amüsiert beobachten konnte.

Letzten Sonntag mußte der „Künstler“ in einer dramatischen Aktion gerettet werden, da er die Insel ohne fremde Hilfe nicht mehr verlassen konnte.

Nachdem sich die Wogen geglättet haben ist er offenbar frohen Mutes zurückgekehrt, das Feuer brannte, seine Gehilfen waren im Einsatz . Die Nackerten rücken ihm immer näher, so einfach lassen sie sich nicht vertreiben!

  • werde berichten !

Die Isar war innerhalb weniger Stunden zum reißenden Fluß mitten in der Stadt geworden, wobei es für Mensch und Leben keine Bedrohung gab, dank der umsichtigen Maßnahmen.

In Lenggries am Donnerstag war meine Isar schon wieder ganz die Alte. Schaut selbst

„Liebe geht durch den Magen…“

(Fortsetzung)

Greta saß am Kleinhesseloher See. Verträumt schaute sie auf das Wasser und beobachte die Entenfamilie, die unter strenger Anweisung von Mutterente ihren ersten Schwimmversuche unternahmen.

Greta liebt den Englischen Garten, die weitläufigen Wiesen, die gepflegten Wege und sie träumte davon einmal mit der Pferdekutsche mit ihrem Herzallerliebsten zu fahren und am Seehaus zu speisen…..

Es waren schon 9 Tage vergangen, der Rosenkavalier hatte sich nicht gemeldet, noch hatte sie eine vage Vermutung, wer der edle Gönner war.

Der braungelockte Schwarm und Retter war auch vom Erdboden verschluckt.

Sie vertiefte sich in ihre Lektüre und die Zeit verging im Flug.

Sie freute sich schon auf den Grillabend mit der NachbarsWG, die einen Stock unter ihr wohnten.

Ein Jurastudent, ein angehender Mathematiker und Tessa , Krankenschwester und Engel der WG teilten sich die geräumige Altbauwohnung mit dem verhältnismäßig großen Balkon.

Greta hatte sich bereit erklärt die Beilagen beizusteuern, aber völlig vergessen einzukaufen.

Hastig packte sie zusammen und eilte heimwärts.

Der Kühlschrankcheck war sehr negativ. Außer grünen und roten Paprikaschoten war nichts brauchbares im Gemüsefach.

Eigentlich wollte sie einen Pulposalat vorbereiten.

Tessa hatte aus Niederbayern ihre berühmten Gockerl mitgebracht und ihn nach ihrem Rezept geteilt, mariniert.

Jetzt war improvisieren angesagt.

Zunächst schnitt sie von ihrer kleinen Logia Rosmarin, Salbei, Zitronenthymian, hackte ein Knoblauchzehe, entkernte die Paprikaschoten.

Das Backblech, war natürlich nicht gespült, auch das noch.

Schnell belegte sie es mit Backpapier und verteilte die Paprikaschoten und die mediteranen Kräuter auf das Blech,.

würzte das Gemüse mit groben Meersalz und gab final einen Schuß ihres besten Olivenöls über die Schoten.

Ab in den Ofen . Normalerweise schält sie die Paprikaschoten mit einem bestimmten Schäler. Trotz intensiver Suche – Fehlanzeige – wird auchmal so gehen und morgen räume ich die Schubladen auf!

Nach ca. 20 Minuten würden diese herrlich duften mit altem Balsamico und einwenig Peccorino würde es eine wunderbare Vorspeise ergeben.

Ihr blieben noch eine halbe Stunde, denn der angehende Mathematiker bestand auf Pünktlichkeit.

Duschen, Umziehen…. und sie wollte doch noch eine Beilage…

Da viel ihr Blick auf den Reiskocher, den sie schon länger nicht mehr benutzt hatte.

In den Tiefen ihres Vorratsschranks fand sie aber nur den ganz normalen Vollkorn-langkornReis.

Auch egal. Greta gab einen Esslöffel Olivenöl in den Topf , dann 2 1/2 Tassen Reis.

Die Wassermenge verringerte sie – anstatt gab sie eine Dose gestückelte Tomaten hinzu,

Meersalz und eine kräftige Brise von ihren Chilischoten getrocknet.

Die restlichen Paprikaschoten legte sie auf den Reis bzw. auf den Einsatz. Stecker rein, Reiskocher anschalten, auf Kochen stellen und er würde sich von selbst ausschalten, wenn der Reis fertig war.

Sorgfältig macht Greta sich zu recht, wer weiß, vielleicht …….

Ihr langes , im Rücken tiefausgeschnittenes Shirtkleid, sah lässig aus. Die goldenen Zehensandalen, der schwarze Fußlack, den sie hektisch auflegte – vervollständigten das Qutfit.

Die Party konnte beginnen.

Fortsetzung folgt

P.S Vielleicht sind die Beilagenvorschläge ja was für Euch !

„Liebe geht durch den Magen…“

Die Familie der Urgroßmutter , liebevoll Ritschie genannt, hatte ihre Wurzeln im Egerland.

Ihr Ehemann , ein begnadeter Brauer, war weit über die Grenzen bekannt.

Zusammen mit Ritschie einer ausgezeichneten Köchin betrieb er eine Braugäststätte.

Hier kamen die Menschen hin, um das süffige, helle, schäumende Bier zu genießen und die wunderbaren, einfachen, aber wohlschmeckenden Gerichte von Ritschie zu genießen.

Viel wußte Greta allerdings nicht von ihren Vorverfahren.

Irgendwie wurde immer vermieden über die Familien und ihre Wurzel zu reden.

Sie wußte nur, dass ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben war. Die tatsächlichen Umstände lagen allerdings bis heute im Dunklen.

Greta , zwang sich nach Vorne zu blicken. In wenigen Monaten würde sie ihr Stipendum beenden.

Mit einwenig Glück konnte sie in den nächsten drei Jahren in Baugeschichte und Architekrurtheorie promovieren.

Ihr Vater hatte ihr jegliche Unterstützung zugesagt.

Greta hatte die ganze Nacht gerlernt um sich für die mündliche Prüfung vorzubereiten.

Die Türglocke ließ sie aufschrecken, wer will den zu mir am frühen Morgen.

Vorsichtig öffnete sie und ein betörender Duft empfing sie. Rosen, langstilig in weiß, rosa, dunkler rot und samtig verströmten den Duft. Der Überbringer konnte nicht sagen, wer der Auftraggeber war.

Eine kleine Karte, aus edlem handgeschöpften Papier hing an den Rosen.

Mit einer ausdrucksstarken, geschwungenen Handschrift hatte der Rosenkavalier geschrieben

„Für meine Sonne des Lebens“

Greta machte sich einen starken Espresso , ließ den jungen Junimorgen herein und freute sich über den Blumengruß des

Unbekannten. Die edle, große Lalique Vase in dunkelgrün – ja sie würde die herrlichen Rosen würdig aufnehmen.

Fortsetzung folgt