"Blütenpracht und Maiennacht…"

Wonnemonat Mai, versöhnt die Natur – warmer Regen läßt alles was das Herz begehrt sprießen.IMG_0524
Der Spargel schmeckt jetzt richtig intensiv.
Verschiedene Anbaugebiete liefern unterschiedliche Geschmacksrichtungen. Der Gäuboden-Spargel – kräftig intensiv –
der Schrobenhausener mild gefällig.
Spargelsüppchen – siche Archiv in verschiednen Variationen z. b. mit einem Hauch Curcuma und Zitronengras eine echte Geschmacksexplosion.

Spargelgerichte sind sehr gut für die „Vorratsküche“ geeignet. Am Wochenende koche ich 2-3 kg Spargel,
Reste verwende ich für Salate, Schinkelröllchen – mit gekochtem Schinken mit Trüffel – Vinaigrette leicht , zitronig und einem Hauch Safran, Datteltomaten, Rucula – ein gutes Sommerbrot….
Einen schönen frischen Weisswein – Riesling aus Rheinhessen, Welschriesling , Grauburgunder oder die mineralischen Weine aus d. Pfalz –
Auch wunderbare Begleitungen ins Grüne – mit einem guten Buch – Hörbuch – den blauen Bayernhimmel anstarren … das ist für mich Entspannung pur.

Meine Rhabarbertarte habe ich mit frischen Rosmarinblüten bedacht, meine Nachspeisen mit Waldmeister.
Die Blüten welken auf dem Eßtisch dekorativ und verbreiten den Duft nach Mai, Frühling, Lebensfreude.

Heute ist Muttertag!
Alle die mich kennen und lieben wissen , dass ich eine Gegnerin von dem Tag bin. Er wurde – eigentlich in Deutschland- in der Zeit des Nationalsozialismus eingeführt –
Eine aktive, leidenschaftliche Mutter kann sicher auf besondere Ehrungen,Tage verzichten… Ihre Lieben werden sie lieben , achten und mit Stolz sagen: „Aber meine Mama, macht… , nein meine Mama hat immer – und Mama kommst Du heute mit..“
Pralinen, langweilige Floristenblumen oder Herzkuchen – das ist doch eher peinlich.
Das ausgefallene Lieblingsparfüm, die flippige Geldbörse von Liebeskind – unter dem Jahr
Mensch, die wäre doch cooool für meine Mama..ersetzt jeden Muttertag.

Wer meint er braucht die Ehrungen zum Muttertag, der soll sich sie gönnen, aber ich verzichte gerne drauf.
Aber weil ich heute schon früh aufgestanden bin.

Hier meine Biskuitrollte zum Muttertag:

Zutaten:
5 Eier kalt aus dem Kühlschrank
120 Gramm Puderzucker
100 Gramm Dinkelmehl 630
50 Mondamin
1 kräftige Messerspitze Backpulver
1 Brise Salz
3 Eßlöffel kaltes Wasser
Zesten von einer Limone
250 gramm Sahne
250 gramm Mascarpone
40 ml Limoncello
2 Eßlöffel braunen Vanillezucker

so gehts ganz schnell:

Schritt: 1
Erdbeeren klein schnippeln, mit dem Limoncello marinieren, brauner Vanillezucker hinzufügen und kühl stellen
alle Zutaten abwiegen und hinstellen. Das Mehl mit dem Mondamin, 1 Brise Salz, Backpulver vermischen und in ein Mehlsieb geben.

Schritt: 2

Eier trennen und das Eiweiß in ein gesondertes Gefäß mit einer Brise Salz und drei Eßlöffeln kaltem Wasser geben.
Das Eigelb in der Küchenmaschine gelblich aufschlagen, langsam den Zucker einrieseln lassen und auf mittlerer Stufe
laufen lassen.
Tipp: Eiertrennen für viele schwierig. Da es bei mir immer schnell gehen muss – soll habe ich mir angewöhnt, das Ei
aufzuschlagen, das Eiweiß durch die Finger laufen zu lassen und den Dotter in eingespannte Rührschüssel der Küchen-maschine gleiten lassen. Das geht schnell einfach und dann lasse ich die Küchenmaschine laufen, während ich mit dem Handrührer das Eiweiß steif und glänzend aufschlage.
Backofen – Unter- Oberhitze 210 grad vorheizen

Schritt 3:
Das gemischte Mehl auf die Ei-Zuckermasse sieben und gut unterheben.

Schritt 4:
Nun die Massen zügig miteinerander verbinden, kräftig unterheben nicht rühren – die Massen sollte locker bleiben.
Ein Backblech mit kleinem Tupfen Butter fixieren und hierauf Backpapier legen. Am Ende etwas einknicken, damit wir später das Papier gut abziehen können.

Schritt 5:
Teigmasse gleichmässig auf dem Blech verteilen – ich nehme einen Teigschaber zur Hilfe, damit auch die Ecken gleichmäßig befüllt werden. Zesten von einer Limone über dem Teig verteilen

Schritt 6:
10 Min bei 210 backen

Schritt 7:
Ein Küchentuch leicht mit Zucker bestreuen und einen Silikonpinsel und etwas Wasser bereit stellen.
Den gebackenen Biskuit mit der Teigseite auf das Küchentuch stürzen. Das Backpapier sofort mit Wasser bepinseln.
Jetzt läßt sich das Backpapier einfach abziehen.

Schritt 8:
Mit dem Küchentuch die Biskuitplatte einrollen und kühl stellen

Füllung:

Schritt 1
250 gramm Mascarpone, Saft einer Limone u. 3 Eßlöffel Limoncello verrühren.
200 ml Sahne und  Mascarpone verrühren, dann mit dem Handmixer steif schlagen.
Mit einer Palette die Creme auf die ausgerollte Biskuitplatte verteilen.

Schritt 2

Die Erdbeeren aus der Kühlung holen und in die Creme leicht eindrücken und verteilen.

 

Schritt 3
Die Platte einrollen und wer mag auch außen mit Sahne versehen und etwas dekorieren.

Schritt 4
nochmal für 1-2 Stunden kühlen

Lecker, unwiderstehlich , auch einwenig Kindheitserinnerungen werden wach, diese Rollen gab es immer mit verschiedenen Füllungen, auch mal mit dunklem Biskuit
Keine Angst, es ist eigentlich ganz einfach und gelingt immer.

P.S mit den Fotos war der Blogg wiedermal überfordert, später geht es vielleicht…

"Kochen……. "

Wer bewundert nicht die tollen Köche, denen alles zu gelingen scheint, das Fleisch auf den Punkt, die Creme die sanfte, fluffige Konsitenz, das Gebäck, der Kuchen traumhaft anzuschauen….
Die handwerklichen Fertigkeiten dieser Profis bewundere ich immer wieder. Alles schaut so locker, leicht aus.

Es gibt Tage, da scheint alles danneben zu gehen. Das Fleisch ist trotz hingebungsvoller Pflege zäh, der Hefeteig für den Mülleimer , die Soße fad, das Gemüse grau und nur noch für „Zahnlose“ geeignet.

Dann dieses Kochen, weil eine bestimmte Erwartungshaltung vorhanden ist.
„Wann essen wir, ich hab heute Abend …, ja ich möchte aber nicht zu spät essen, ja jetzt hab ich noch keinen Hunger…“
Kochen sollte niemals ein „MUSS“ sein, denn dann wird aus dem sonst flockig, lockeren Kartoffelbrei eine Pampe, der Spätzleteig hat nicht die gewünschte Konsistenz, läßt sich schaben…

Das wunderbare Krapfenrezept scheitert daran, dass der Teig zu dünn ausgerollt war.
Der abwertende Kommentar der „Esser“ , brauchst Du nicht mehr zu machen.
Wo gibt es bittschön Krapfen gefüllt mit Aprikosen-Taibasilikum-Blüten-Füllung ?

Nichts darf schief gehen! Alles muß perfekt sein.
Das herrliche Kassler am „Bein“ mit dem Filet sollte in 30 Min. fertig sein, samt Beilagen.
Denn die undankbaren „Esser“ hatten Termine – noch keinen Hunger – Sauerkraut nee….

Dann wird es immer Zeit, dass ich die Küche bestreike. Schaffenspause !!
Dann gelingen Sie die herrlichen Rohrnudeln, mit einem krossem Boden, lockeren Hefeteig, gefüllt mit meiner besten Zwetschgen-Port-Marmelade – lauwarm – zum Tee.

Och, sind die guuuut !!!
Fotos keine Vorhanden.

Aber kein Problem:

Hier mein Rohrnudel-Rezept:

625 gramm bestes Mehl Type !
550 (normales Bäckermehl)
1 Prise Salz
60 gramm Zucker – brauner Rohrzucker – den wo sich die „gebrauchte Vanilleschote“ drin ausruht
80 gramm gute Butter
42 gramm frische Hefe
2 Eier
2-3 Eßlöffel frische Sahne
1/8 Liter Milch
beste Marmelade: Zwetschge , Aprikose…. was der Vorrat bietet
evtl. in Rum eingelegte Rosinen –

Butterflöckchen – ca 30-40 gramm für die Reine
Zucker für den Boden der Reine

Zubereitung:

1. Butter, Zucker abwiegen, 1/8 Liter Milch leich erwärmen – Butter, Zucker hinzufügen und wenn die Butter sich gerade aufgelöst hat vom Herd ziehen und die Hefe reinbröckeln und mit einem kleinen Schneebesen unter Rühren auflösen. Jetzt einfach bei Seite stellen – nicht beachten-

2. Mehl sieben , 1 Prise Salz zufügen und in die Rührschüssel eine Mulde drücken.

3. Die „gegangene“ sich in Zucker und Butter gelabte Hefe in die Mulde gießen
4. Die Küchenmaschine auf der mittleren Stufe laufen lassen, nach und nach die Eier hinzufügen
und den Schuß Sahne hinzufügen.
5. Solange kneten lassen bis sich der Teig vom Boden löst und ein Klumpen ergibt.

6. Rührschüssel mit einem leicht feuchten Küchentuch bedecken und ca. 45 Min. in den Backofen
– Gärstufe – oder an einen warmen, zugfreien Ort stellen.
7. Die Reine mit Zucker bestreuen – der Boden sollte bedeckt sein – Butterflöcken hinzufügen
In den Backofen bei 140 grad karamelisieren lassen.
8. Den Teig nochmals walken und in eine daumendicke Platte auswalken. Rechtecke schneiden ca. 12
In die Mitte Marmelade geben zusammenklappen, die Seiten andrücken. Wichtig die Marmelade sollte
gut „verschlossen “ werden.

9. Die Rohrnudeln auf den Zucker platzieren und ca. 50 Min. gehen lassen – Gärstufe etwas kürzer –

10.Butter zerlassen und die Rohrnudeln hiermit bepinseln.

Nach belieben mit einem Zitronenguß oder Puderzucker versehen und lauwarm servieren.
Es lohnt sich!

"Backreife- analog Platzreife"

Die Bioleistungskurven der Menschen sollen verschieden sein. So viel ist mir bekannt.
Heute einer der sicher schönsten Wintertage des Jahres. Knackig kalt, um 10 noch – 6 grad.
Langsam steigt die Wintersonne über die schneebedeckten Dächer und hat am Fenster schon so viel Kraft meine Hefe-Rohlinge „gehen“ zu lassen.

Es ist 10.46 Uhr wie gesagt – meine Familie ruht in sich –
Zeitung gelesen, Maske aufgelegt, das Buch der hochgelobten Schriftstellerin Jodi Picoult -entwickelt sich mehr und mehr zur Trivialliteratur. Wenngleich der Roman „Zerbrechlich“, den ich im Sommer gelesen hatte schon lesenswert war, irgendwie..

Langsam bekomme ich ein Gefühl für diesen Hefeteig und meine Vermutung bestätigt sich, man muß eine bestimmte Backreife erwerben. Gestern hatte ich im Nu, wunderbare Hefe-Nuss-Schnecken gezaubert.

Heute wollte ich mich nun an kleine knusprige Mohnzöpfchen und Mohn- bzw. Sonnenblumkernsemmel wagen. Bei meiner Recherche in den einschlägigen Back-Blogs stieß ich allerdings meist auf den Vorteig, der schon 20 Stunden gehen muß und auch an komplizierte Flechtvorschläge. Diese Art Rezepte brauchen soo viel Zeit und Geduld – die ich nicht – oder noch nicht habe. Schließlich will ich nicht noch einen Time-Manager für meine Backaktionen anlegen : Samstagsvormittag : 7.OO Uhr Vorteig, 14.OO Uhr Teig herstellen, 23 Stunden gehen lassen im Kühlschrank, 15.OO Kneten …. das geht zu weit. Schließlich will ich noch raus und meine wintergraue Haut etwas durchbluten lassen.

Meggies Sonntagsgebäck:

260 gramm Mehl Type 405
250 gramm Mehl Type 550
250 ml Wasser
100 gramm beste Butter
2 Teelöffel – schwach gehäuft – Salz
2 Teelöffel Rohrzucker
3 Päckchen Trockenhefe

Zubereitung:
Schritt 1
Butter und Zucker in 150 ml Wasser auflösen und einen Moment beiseite stellen.
Wenn der Zeigefinger das Gefühl von einer lauwarmen Flüssigkeit meldet, dann ist die Mischung geeignet sich mit der Hefe zu vereinen. Vorsicht, wenn der Zeigefinger meldet heiß, dann noch etwas warten.

Schritt 2
Zwischenzeitlich haben wir das Mehl durchgesiebt und das Salz hinzugefügt und ie Rührschüssel in die Küchenmaschine spannen und das Mehl einfüllen. Eine kleine Mulde für ddurchgerührt. Das Salz darf auf keinen Fall mit der Hefe in direkten Kontakt kommen.
Die Trockenhefe bereiten und 3 Päckchen zugeben.

Schritt 3
Flüssigkeit nochmal testen, Butter sollte aufgelöst sein, umrühren – nochmal Wärmetest –
Nun geben wir die Flüssigkeit auf die Hefe und lassen die Maschine auf mittlerer Geschwindigkeit kneten. Wenn der Teig krümelig geworden ist, das restlich – lauwarme Wasser – ca. 100 ml zu fügen.
Nun so lange kneten, bis der Teig sich vom Boden gelöst hat und ein Klumpen entstanden ist.

Schritt 4

Schüssel mit einem feuchten Tuch bedecken – in Fachkreisen arbeitet man mit einem Backleinen – Mein Geschirrtuch – tut es aber auch.
In die Gärstufe des Ofen geben oder auf die warme Fensterbank.
Nach ca. 40-50 Min. sollte sich der Teig verdoppelt haben.

Schritt 5

Den Teig nochmal kräftig durchwalken. Es macht Spaß den elastischen Teig zu bearbeiten und ist auch einwenig Gymnastik für die ungeübten Bürohände.

Schritt 6

Teig zu Rollen formen und zu Teiglingen von je 60 Gramm portionieren.
Geht mit der Briefwaage oder mit den modernen Waagen ganz problemlos.
Hat beim Backen einen entscheidenden Vorteil: alle sind gleichzeitig fertig!

Schritt 7

Zöpfchen herstellen (s. Fotoanleitung) 27.1.13 010 (1) Backreife
27.1.13 008 (1) Sonntagsfrühstück Backreife
27.1.13 013 (1) Backreife

mit nassen Händen kleine ovale Brötchen formen. Das ist für mich persönlich eigentlich der Unterschied zwischen Semmel und Brötchen. Semmel sind immer rund und Brötchen – oval –
Ist aber Ansichtssache.
27.1.13 011 (1) Backreife
Schritt 8
alles an einen warmen , zugfreien Ort und nochmal ca. 25 Min. gehen lassen.

Schritt 9

Wasser, Mohn, Sesam, Sonnenblumkerne bereitsstellen.
Gebäck mit Wasser bestreichen nach Belieben bestreuen, bzw. entsprechende Teller, Behältnisse mit den genannten Zutaten befüllen und das Gebäck nach dem Bestreichen in die Körner drücken.

Ofen: auf 250 grad vorheizen , eine Tass mit Wasser unten reinstellen
.
Noch 8 Minuten auf 220 grad backen und das Sonntagsfrühstück kann starten.
Sicher schreckt dieses Rezept jeden Backlaien ab, nein das tu ich mir nicht an, zu aufwendig – geh ich lieber zum Bäcker !-
Ansichtssache, aber es ist einfach etwas anderes.
Probieren Sie es aus, auch wenn der erste Hefeteig im Müll landet. Irgendwann erreicht jeder die Backreife und dann gibt es kein Halten mehr.

27.1.13 014 (1)Backreife

"Safran-Hefe- die Xte Versuchs-Staffel"

Oft habe ich schon von meinem Kampf mit dem Hefeteig beschrieben. Das Idale Rezept, die Perfektion der Hefeverarbeitung zu einem wohlschmeckenden, fluffigen, lockeren, geschmacksintensiven Gebäck ist ein sehr schwieriges Unterfangen.

Für mich geht der Hefeteig am besten, wenn schönes Wetter ist. Die Sonne aufs Fensterbrett schaut. Zwischen Zähneputzen und Duschen, schnell der Hefeteig angesetzt ohne große Zuneigung. Einfach Hefe, Zucker, Butter und Milch in den Topf. Soll er doch….

Fast auf der Fensterbank vergessen, nach ausgiebigen Marktbesuch, hastig in die Muffinform gedrückt, na ja …. Ganz soo wie ich mir ein ideales Hefegebäck vorstelle, war es nicht.

Warum, geht es einmal super ohne , dass man sich besoners müht und ein andermal….
ist das Ergebnis nicht befriedigend.
…Nochmal französiche Rezepte gestöbert, kommen alle nicht in Frage -stundenlanges Gehen-
zuwenig Geschmackträger, zu aufwendig, jüdischn Vorteig herstellen – nichts für mich – ich will nicht zwei Tage im voraus planen, was für ein Gebäck ich wann , wo , wie….

Spontan, gab ich Milch, Butter, Hefe in einen Topf. Gaaanz langsam etwas anwärmen. Denn das habe ich schon gelernt, zu heiß tötet die Hefe. Wenn Zucker, Butter , Hefe sich zu einer homogenen Einheit verbinden, die Masse einfach missachten. Das Mehl sieben und eine kräftige Prise Salz hinzufügen. Erst dann die Hefe-Milch-Butter-Zucker-Masse zufügen.

Dann 6-7 Safranfäden in warmes Wasser geben und nicht beachten. Wenn das Wasser abgekühlt ist, ergibt sich eine gelbe Flüssigkeit.

Nachdem der Hefeteig sich verdoppelt hat – heute auf der warmen Fensterbank mit Sonne –
Den Teig kurz mit den Händen zu einem Klumpen walken und nochmal in die Küchenmaschine und drei Minuten kneten, einen kräftigen Schuß Safranflüssigkeit hinzufügen, ggfs. mit etwas Mehl nachhelfen, wenn der Teig zu nass erscheint.

Dann in jede Briochmulde mit den Fingern, ein paar Tropfen Safranwasser träufeln…
Nochmal auf die Sonnenfensterbank für ca. 1/2 Stunde.

Zwischenzeitlich 1 Ei, Safran und eine Prise Salz verquierlen und das Gebäck vor dem Backen hiermit bepinseln. Das Ergebnis – ein Traum von Brioches und in eine kleine Kastenform
gesetzt – schon für Morgen- unbeschreiblich locker , fluffig , Safran, gute Butter….
linsen 004
Obwohl ich 1 kg Mehl verwendet hatte, die Diebe kommen aus ihren Höhlen und schwubs ist ein großer Teil verschwunden. linsen 006
Vielleicht kann ich die Kasten-Brioches noch mit Puderzucker karamelisieren und warm mit einem guten Espresso genießen. Schauen wir mal, ob morgen noch etwas da ist.

"Backe, backe, Kuchen…."

Gestern habe ich mich einwenig mit den Neuerscheinungen auf dem Kochbuchsektor beschäftigt. Es gibt immer wieder schöne Kochbücher, schön gestaltet, ausführlich beschrieben. Die Backbücher sind sehr ansprechend aufgemacht, erweckt in jedem „Nichtbäcker“ süße Hoffnungen, die oft bitter enttäuscht werden.

Backen, ist eine Wissenenschaft für sich. Viele Jahre habe ich mich mit dem Thema nicht beschäftigt, denn bei mir muß alles schnell, unkompliziert gehen und wer sollte den Kuchen, das Brot essen, für zwei Personen ist es oft nicht lohnend.

Aber ich habe Backformen gesammelt, aus Silikon, rund, eckig, Tarteformen in allen Variationen, Guglhupfformen, Förmchen
Backen erfordert eine handwerkliche Fertigkeit, die man eigentlich nur erhält durch ständiges Üben. Der Teig ist sensibl. Er verändert sein Verhalten, je nach Witterung. Im Winter muß der Hefeteig länger gehen z. b. Die Zutaten sind nie gleich, das Ei selbst die genormte Größe M garantiert nicht den gewünschten Backerfolg. Im Winter sind die Eier blasser, denn die Hühner fressen meist kein Grün.

Die Form wurde gespült, jetzt klebt es irgendwie. Das Mehl, die Butter… Alles Naturprodukte die zwar weitgehend genormt sind, aber trotzdem bestehen gewaltige Unterschiede in der Verarbeitung. Hier hilft nur ausprobieren.

Genaues Abwiegen, Physikkenntnisse einbinden und immer wieder passiert es, dass ein Kuchen nicht mehr zu retten ist.

Aber Backen ist spannend, verzaubert und schafft Freude – Freunde –

Backen beruhigt, der Teig muß teilweise stundenlang gehen, die Eier sooo lange geschlagen werden…
Eigentlich widerstrebt mir dieses Warten auf den Teig, auf den Kuchen im Ofen…
und trotzdem faziniert es mich.
Es ist auch gar nicht so einfach, bestimmte Zutaten zu bekommen.
Meine Hefeschokobrötchen – s. Briocheteig – sind erst dann perfekt, wenn die Schokolade Frühling der 1. 004innen nicht verschmolzen ist. Da gibt es doch diese Drops, ja das war die Lösung.
Im Supermarkt – Fehlanzeige – In gutsortierten Feinkostläden – Fehlanzeige –
Rosa Puderzucker für die Miniguglhupfsammlung, Lebensmittelfarben für die cupcakes , Natron,
die Liste ist lang. Natürlich kann man alles im Internet bestellen. Doch ich will es mir
anschauen können und bin nicht zu hause, wenn die Lieferung kommt.
So streife ich durch Supermärkte, Backabteilungen… und freue mich, wenn ich mal wieder
was erbeuten kann. Gebacken ist dann noch lange nicht. Aber manchmal gelingt es mir doch.Frühling der 1. 026

"Sonntags-Frühstück mit Safranbrioches"

Schööön, es ist früher hell und ich überlegte, Lesen, Joggen, Bloggen, Semmelholen????
Gestern hatte ich mal seit langem einen Basiseinkaufstag und meine Bestände aufgefüllt
Mehl, Zucker, Gries….. einen kurzen Bummel über den Markt,brioches die Sonne versuchte sich kraftlos
am stahlblauen Himmel..
Es ist immer eine elende Schlepperei, aber jetzt habe ich wieder eins zwei Monate Ruhe.
In Frankreich hatte ich einmal warme Brioches zum Frühstück genossen, vor vielen, vielen Jahren.
Eine Mehltüte paßte nicht mehr in die große Box, die sich luftdicht verschließen läßt, wegen den Lebensmittelmotten oder wie die Biester heißen, die sich vor 5-6 Jahren mal bei mir eingenistet, seitdem verpacke ich alles in luftdichte Behälter..

Heute morgen um 7.15 Uhr hatte ich eine Vision … frischer O-Saft, warme Brioches, Tee, Kaffee
Musik….
Das „Jungvolk“ kommmt eh nicht vor 11 aus seinen Höhlen.

Wenn man den Teig vom „weltbesten Hefezopf “ ein kleinwenig abwandelt, buttriger müßte die Brioches sein! Ein Rezept in meinem dicken , französischen Kochbuch habe ich gleich wieder seingelassen. Das dauert ja stundenlang… und dann ich zitiere mit Leos übersetzt:

„Zum Formen der Brioche den Teig auf eine lecht bemehlte Arbeitsfläche legen und kurz kräftig abschlagen. Ein Drittel des Teiges für den „Kopf“ abteilten und beiseite legen.
Den restlichen Teigkloß zu einer Kugel Formen und in die Brioche-Form legen. In der Mitte des „Körpers“ mit zwei Fingern ein Loch hineindrücken.
Das andere Teigstück in eine längliche Eiform bringen. Den Zeige- u. Mittelfinger mit etwas Mehl bestäuben, das Spitzere Ende des „Kopfes“ in das Loch des „Körpers“ einsetzen und bis zum Boden der Form absenken, indem Sie mit den bemehlten Fingern rundherum zwischen „Kopf“ und „Körper“ entlangfahren…30 Min. backen.. Die Spitze einer Schere in kaltes Wasser tauchen und den „Körper“ der Brioche rundherum 8-mal längs einschneiden. Nach jedem Schnitt die Klingen erneut ins kalte Wasser…

Verstanden??? Genau , das ist es , was ich immer so an den Rezeptbeschreibungen hasse !
Meine Safransbrioches sind ganz einfach, schnell und sind soooo guut!!

Teigherstellung:
s. Zutaten u. Arbeitsweise – Hefezopf-
allerdings nehmen wir für die Brioches 160 gramm Butter und 150 gramm Zucker, 1 1/2 Teelöffel Safranfäden mit etwas Zucker mit Mörser zerstoßen und in die Milch geben, die Orangenschale, weglassen.brioches 021brioches 020
Ansonsten den Hefeteig , wie beschrieben herstellen.

Nachdem der schöne, gelbe Teig sich verdoppelt hat, knete ich auf einer leicht bemehlten Backmatte , die gut durchgezogenen Rumrosinen hinein und teile den Teig in genau zwei Hälften, eine für meine Brioches, eine für den Safranzopf.
Die Hälfte für den Safranzopf lege ich beiseite. brioches 023

und, verdammt wo ist denn das Muffinblech, a ganz oben… – die Kinder sind aus dem Muffinalter heraus – früher habe ich jede Woche irgendwelche Muffins gebacken.
Die 12 Mulden fette ich , ruhig großzügig mit guter Butter ein.

Den Backofen heize ich schon mal auf 200 grad vor.
Mit den Händen forme ich mir Rosinenrollen und schneide zwölf Stücke ab – für den Bauch – u. 12 etwas kleinere für den Kopf –
Jetzt forme ich Hefeknödel, die ich in die Muffinform drücke und in der Mitte eine Vertiefung hineindrücke – damit der Kopf – noch reinpaßt!
Dabei schaue ich aus dem Küchenfenster über die Dächer, alles ist grau und neblig, die Frauentürme, die Rathausspitze…. alles in fahles, graues Licht gehüllt
Ach, damit der Teig schön feucht ist, bepinsele ich die Mulde mit etwas Eiermilch, die ich ja final sowieso brauche – brioches 022
Eiermilch: 3 Eßlöffel Vollmilich mit einem Ei verquirlen- fertig –

Noch eine Hefeschlange, 12 Stückchen und geschwind zu Kugeln , zwischen den Handinnenflächen gerollt. Blob, lasse ich die Kugeln in die Mulde fallen. Schnell mit der restlichen Eiermilch bepinselt und in den Ofen.
Sofort zurückschalten auf 180 grad Unter/Oberhitze und ca. – je nach Herd 20 Min. , goldbraun backen. brioches 024

Mit Puderzucker einwenig bestäuben und….. Frühstück ist fertig !!
brioches 025brioches 026
Den Orangensaft habe ich frisch ausgepreßt
„Das sieht ja mal gut aus !“, kommentieren sie, die Langschläfer

Während die Brioches sich bräunen, knete ich in den restlichen Teig, die Mandelstifte ein und nachdem die Brioches ihrer natürlichen Bestimmung übergeben wurden, aalt sich der fette Safranzopf ca. 30 Min. bei gleicher Temperatur im Ofen.
Mein Gö-Gatte hegt die leise Hoffnung, ein Stück Hefezopf morgen mitzunehmen. Schauen wir mal, wer noch aufschlägt.

brioches 029

Meine neueste Kreation ist unwiderstehlich. Brioches gefüllt mit „falscher Panna cotta“ Diese Füllung besteht aus Dr. Sahnepudding , aufgekocht mit Sahne und echter Vanilleschote,dann in die Mulde gefüllt und ganz normal gebacken… zum ReinbeißenFrühling der 1. 001

"Hefeteig" will nicht immer gehen…..

Hefeteig hat seine eigene Dynamik. Erst vor wenigen Jahren habe ich mich zusammen mit meinem Sohn an ihn herangetraut. Dieser Teig hat in jedem Land seine besondere Geschichte, die französischen Brioches, die Germknödel aus Österreich, die Pizzen aus Italien… alle haben etwas gemeinsam, sie werden aus Hefeteig gebacken.

Wie oft hatte ich schon Schiffbruch erlitten, der Teig war nicht gegangen oder so dick geworden, dass man Mundsperre bekam, wenn man in den Zwetschgenkuchen beißen wollte.
Dieser Teig verfolgt mich von Kindheitsbeinen an.

In unserer Famlie wurden riesige Bleche, 12o x ca. 90 cm in alten Backhaus gebacken.
Diese Bleche wurden dann eingeschoben, wenn das Brot gebacken war und die Hitze im Backofen schon abgekühlt war. Hefekuchen mit Zimt und Zucker, Hefekuchen mit Apfelmus, mit herrlichen Teigriemchen dekoriert, ganz zu schweigen vom saftigen Zwetschgenkuchen im Herbst.
Meine Großmutter sehe ich heute noch in der riesigen Holzschüssel mit ihren kräftigen, muskulösen Armen wirken.
Mit einem vielsagendem Lächeln, sah ich zu, wie sie den Teig geradezu lustvoll maleträtierte.
An wen sie nur dachte, wenn sie sagte; “ Der Teig braucht kräftige Schläge“
Vielleicht an den Großvater, der den Frühschoppen wiedermal überzogen hatte, an die Nachbarin, die obwohl das Los auf meine Familie gefallen war, den frühen Backtermin ihr weggeschnappt hatte, an die „bucklige Verwandtschaft“, die morgen kommen sollte… Genaues konnte ich nie erfahren, aber nach dem Hefeteigmachen, war meine Oma gutgelaunt und scheuchte alles was sich nicht wehrte, denn an Kirmes sollte ihre Verwandtschaft, Schwester, Bruder mit Kind u. Kegel anreisen, auch die Familie meines Vaters, Schwestern, Bruder…

Es war allerhand zu tun um die Sippe satt zu bekommen.
Dann reisten sie an, schmipften über die kurvenreiche Strecke des Tales und nahmen gleich an der riesigen Kaffetafel platz. Meine Tante hatte mit dem besten Porzellan eingedeckt, die Kaffeefilter aus Porzellan standen auf drei – bis vier Kannen- zum Einsatz bereit.
Schon waren sie da,die Schwester meiner Oma mit ihren Töchtern. Riesige Frauen, die einem abschmatzten und drückten, dass einem die Luft wegblieb. Schnell weg und diese feuchten Begrüßungsküsse abwischen. „Kinder schauts her, was wir Euch mitgebracht ham, „Prallinees“, die gibts bei Euch sicher nicht!!“ Noch heute sehe ich diese Pralinenschachteln vor mir um die wir 4 Kinder uns zankten, denn eigentlich schmeckten uns Pralinen gar nicht sooo guut!
Bis heute nennen wir diesen Teil der Verwandtschaft die Sippe der Prallinees. Da war der Schwager meiner Großmutter ein echter Lokführer, der fortwährend betonte, dass er mal Pension bekommen würde, wovon mein Großvater nur träumen könnte.
Wir Kinder wußten mit diesem Begriff nichts anzufangen, nur eines blieb haften „Pension“ mußte ganz tolles, wertvolles sein, wann immer man sie bekam. Dieser gedrungene, kleine Lokführer aß nur die Randstücke des Kuchens und packte sich gleich noch welche ein, für morgen, für unterwegs u. überhaupt..
Ein Geräuschpegel herrschte in der Stube, man verstand sein eigenes Wort nicht.
Dann wurden riesige Platten unseres selbstgeräucherten Schinkens aufgetischt und was uns strengstens verboten war, der Lokomotivführer aß die Schinkenscheiben ohne Brot, dazu Gurken u. rülpste was das Zeug hielt.
Vor Lachen schüttelte es uns Kinder, wurden die Diskussionen einwenig hitzig, schlichtete Oma mit viel Charme ..
Es war nichts übrig von diesem tollen Hefekuchen, Kranzkuchen (Hefezöpfe mit Nüssen u. Rosinen), Obstkuchen, Käsekuchen…. Wurst- u. Schinkenbrote…

So lange ich denken kann, gab es Samstags in meiner Familie Zimtkuchen u. Krümmelkuchen (Streusel) und Sonntags gab es Obsttorten, Käsesahne…
Kuchen waren in den großen Familie eine Art Sättigungmittel, das Mittagessen viel nicht so üppig aus, das Frühstück war meist schon früh , vor dem Kirchgang um acht Uhr morgens eingenommen worden.

Aber ich konnte u. wollte diesen Kuchenzauber nicht mehr, abgesehen von der vielen Arbeit, der Hefeteig gelang mir einfach nicht.
Mein Sohn liebte diesen einfachen Zimt-Butterkuchen schon als ganz kleiner Junge. Seine Patin versorgte ihn rührend damit: “ den kann Deine Mama ja doch nicht“…

Verzweifelt stellte ich das Herstellen des Hefeteigs irgendwann ein. Der Teig ging nicht, wurde nichts, ob mit frischer Hefe oder Trockenhefe.
Viele Jahre später fand ich das Geheimnis dieses Teiges heraus.
Für einen Hefeteig braucht mann ein bestimmtes Gemüt und viel, viel Zeit.
Es ist nicht damit getan den Teig zusammenzurühren und zu backen..
Der Teig muß gehen und will dann in Ruhe gelassen werden. Ständig hatte ich das feuchte Küchentuch hochgehoben, ob er schon geht ??
Meine Mutter machte oft ein kleines Mittagschläfchen, während der Teig „ging“, ein genaues Rezept war von der Sippe nicht zu bekommen, dann nimmst halt die Hefe mit etwas warmer Milch…. , wie warm denn, wieviel denn ?? Dann käme es auf das Mehl an.

Die stoische Ruhe meiner Mutter, die brauchte man für den Hefeteig. Diese Veranlagung wird offenbar vererbt, denn mein Sohn konnte mit 10 Jahren schon Hefeteig ansetzen, der einfach super aufging, locker ….

Mittlerweile habe ich es gelernt, der Hefeteig will eigensinnig gehen, muß geschlagen werden und braucht Wärme und auch einwenig Liebe.
Mein kleines, einfaches Rezept:

http://www.kuechengoetter.de/rezepte/Kleingebaeck/-Zwetschgentorteletts–2240087.html

Mit diesem Hefeteiggrundrezept können sie auch eine Tarteform befüllen, mit Butterstückchen belegen u. einfach Gemisch aus Zucker und Zimt drüberstreuen. Ca. 25 Min. backen, wenn derRand leicht braun wird ist er gut. Einwenig warm kann er ruhig sein, dann schmeckt er am besten.
Aber heute gibt es intelligente Küchenmaschinen, die einem die Sorge, ob der Teig geht oder nicht geht, gänzlich abnehmen können. Man braucht also sich nicht dieses „Hefekuchengemüt“ anzueignen.