Lebkuchen, Glühwein und Weihnachtsstimmung

Noch gar nicht so lange ist es her, da ging man am Spätnachmittag mit den Kindern zum Rathaus einfach den großen Baum schauen, die Christkindlpost abgeben.
Hier hatte der kleine Bub sorgsam aufgeschrieben und gemalt, einen echten Rennskihelm, eine Globus – mit Licht – sollte das Christkind bringen.
Die eine oder andere Kleinigkeit, ein netter Scherenschnitt von den Kindern für die Omas, beispielsweise, ein kleines Lagerfeuer für die Krippe…

Gemütlich genoßen wir einen Elisenlebkuchen und lauschten dem Kinderchor, Weinbauern aus Südtirol verkauften ihren Glühwein mit Schuß und man genoß den oft naßkalten frühen Abend, traf sich mit Freunden und mit roten Wangen, eine wohlige Müdigkeit in den Gliedern kehrten wir heim und genossen den Abend und freuten uns auf Weihnachten.

Die Zeiten haben sich gewandelt, es ist nicht mehr möglich sich auch nur irgendwie zu bewegen, geschweige denn mit Freunden zu treffen.

Die Stadt wirkt vollgepumt von Menschen, kein Durchkommen mehr. Obwohl es eigentlich richtiges Weihnachtsmarkt Wetter ist – bitterkalt und trocken –
Bayern München spielt diesen Samstag erst um 18.30 Uhr, damit alle noch die Gelegenheit haben die verschiedenen Weihnachtsmärkte zu besuchen.

So richtige, vorweihnachtliche Stimmung will nicht aufkommen. Die Buden bieten minderwertigen
Tand – made in China – an, bzw. Massenware, die eigentlich kein Mensch braucht.
Die schönen Kunsthandwerk-Raritäten sind verschwunden – jedenfalls am Markt im Zentrum der Stadt – Man stellt eine Konzentration auf“Essen und Trinken“ fest.
Wir testen die Feuerzangenbowle auf dem Wittelsbacherplatz.
Noch nicht mal richtig heiß – na, ja war auch schon mal besser.

Liebe Freunde sind angereist, um ein Wochenende mit uns zu verbringen und den Geburtstag ihrer Tochter zu feiern…

Die Menschenmengen empfinde ich mittlerweile unerträglich und wir verlassen die Innenstadt und fahren zum Weihnachtsmarkt am Chinesischen Turm.

Nett schaut es aus, wenigstens gibt es hier einen weißen Glühwein…
Aber auch der schmeckt nicht so richtig gut.

Wir geben nicht auf!! Um 16:30 fahren wir ab Sendlinger Tor mit der Christkindl-Tram.
Hier ist es wohlig warm, in dem alten Straßenwagenwagon. Hier probieren wir es nochmal,
der uns servierte Glühwein ist heiß und wir genießen die Fahrt, durch die Stadt.

Die Innenstadt werde ich die nächsten Wochen meiden, den Glühwein werde ich mir selbst machen – siehe Archiv im Dezember 2011 – ihn in eine Thermoskanne füllen, mich warm anziehen und mit Freunden – Draußen vor der Stadt – einen ausgiebigen Winterspaziergang machen – über Gott und die Welt ratschen …

Der Mensch ist auf der Suche nach der vorweihnachtlichen „Kulisse“ seiner Kindheit,Geborgenheit, Wärme , Kerzenlicht, Düfte …..
Diese Suche scheint nie zu enden ….

P.S seit Tagen lassen sich – offenbar aufgrund technischer Probleme -kein Bilder laden daher ohne Fotos
Schade !!