"Was ich noch sagen wollte…. "

Zunächst möchte ich den Monat Mai gebührend verabschieden, schee woars….
Nach dem langen Winter war plötzlich einwenig Sommer

rote Kastanien 012

Das Gefühl, es läßt sich schwer beschreiben, ich habe Urlaub und bin ganz verwirrt, wie gestalte ich diese Tage am sinnvollsten, mit dem besten Nutzen für mich, meine Seele.Ja und ich möchte zum Friseur, zur Kosmetikerin, zum Zahnarzt, Rezepte ausprobieren -bzw. endlich diese Barbecuesauce machen, mit Rauchsalz, scharf und doch einwenig Süße…
Meine Kollegian Alex hat mir einen Vorgeschmack geliefert, Tomaten, Rauchsalz… war schon lecker, aber……

Mich brennt in meinen Reiseschuhen, fort mit der Zeit zu schreiten…. dieses Lied ist in meinem Hinterkopf.

Jeder hat,- bis auf ganz wenige Ausnahmen – das brennende Begehren zu Reisen, andere Länder, Menschen, Kulturen kennen zu lernen. Es muß immer etwas Außergewöhnliches sein, dieses Jahr machen wir China, nächstes Jahr Australien, ja und einen Kurztrip in Europa – da wissen wir noch nicht genau – ob wir , ach nein Italien, da waren wir schon, Griechenland, das brauchen wir in der heutigen wirtschaftlichen Situation…. ich weiß nicht, vielleicht irgendeine Insel, ja ich schau mal in der gängigen Reiseliteratur…..
Höher, schneller, weiter, das Ziel der Reise muß zwingend ein anderes werden.
Ne, da waren wir schon so oft, ja das hab ich 2005 gemacht.

Reisen, Menschen, Augenblicke, die Schönheit der Natur, die kleinen Dinge am Wegesrand, die bleiben komischerweise haften.
Genug geschwafelt, mein Pensum schaffe ich in zwei Wochen nicht.
In meinem Urlaub ist auch ein Gammeltag fest eingeplant,die Bücher auf meinem Nachkastl stapeln sich, auf das Isarwasser schaun- Treiben lassen, ausgiebig Süddeutsche schmökern und siehe da kommt die Erleuchtung für die Barbecuesoße.

Ganz besondere Glücksgefühle entstehen auch nach harter, lang vor sich hingeschobener Arbeit, z. B. Kleiderschränke, Küchenschränke, Gewürzschubladen, Schuhschränke – oh je, da muß aber viel weg…. großzügig ausmisten, platz für Neues schaffen.

Das ist doch Urlaub.

Wie oft sagen wir, ja da will ich nochmal hin, aber wir tun es dann doch nicht, denn die Freunde könnten ja äußern, da ward ihr doch letztes Jahr auch.
Eine Reise fängt für mich mit den Vorbereitungen an, warten auf den Anruf, ob das gewünschte Kleinod an der malerischen Donau das Zimmer bestätigt, den Reiseplan für die nächsten 10 Tage erstellen, genau aufgeführt mit allen Daten, in eine Klarsichthülle packen. Dem Wettergott ein Opfer bringen -mit Regenjacke bei Gewitter bis zum Flaucher und zurück bis zum Deutschen Mueseum – und schon kann es losgehen!

Mich brennt´s in meinen Reiseschuh´n
fort mit der Zeit zu schreiten
was sollen wir agieren nun
vor soviel klugen Leuten

Da hebt das Dach sich von dem Haus
und die Kulissen rühren
und strecken sich zum Himmel aus
Strom, Wälder musizieren

Da gehn die einen müde fort
Die andern nahn behende
Das alte Stück man spielt so fort
Und kriegt es nie zu Ende

Und keiner kennt den letzten Akt
Von allen die da spielen
Nur der da droben kennt den Takt
Weiß wo das hin soll zielen

von Joseph von Eichendorff (1788-1857) Cesar Bresgen (1913-1988)
P.S Das Rezept meiner „scharfen Grillköfte“ stell ich noch ein und vielleicht auch meine Barbecuesoße, je nach Gelingen.

Meine Schätze: Melanzane

Der Kofferraum ist schwer mit den Schätzen Kalabriens beladen. Auf der Sonnenliege am Strand fielen mir so manche Rezeptideen einfach vom „Himmel“
Hier meine Melananzekreation, schnell, einfach, los geht es:DSC01741
Zutaten: 2 Melanzane – mittelgroß,
2 Eier
150 gramm feines Paniermehl
4 st Filetti di Acciughe
1 St Zitrone
2 TL Kapern
4 Eßlöffel Olivenöl z. Ausbacken
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Die Melanzane schneiden wir auf der Brotmaschine in gleichmäßige nicht zu dicke Scheiben auf. Mit einem scharfen Messer ritzen wir die Oberfläche rautenförmig ein und beträufeln die Schnittstellen mit Zitronensaft. Die Scheiben werden dann kräftig mit Meersalz aus der Mühle gewürzt.

Zügig verquirlen wir zwei Eier und geben die Panade in eine Schale. Die verquirlten Eier geben wir ebenfalls in eine Schale oder Teller.In einer Pfanne erhitzen wir das Olivenöl auf mittlere Temperatur und bereiten eine Platte vor, die wir mit Küchenkrepp auslegen.DSC01744DSC01745

Nun geben wir die panierten Melanzanescheiben in das heiße Öl und backen die Scheiben DSC01747goldgelb aus. Den Garzeitpunkt erkennen wir daran, dass die Gemüsescheibe weich ist. Auf vorbereitete Teller die Melanzanescheiben verteilen u. mit Kapern, Zitrone u. Anchovis dekorieren u. sofort servieren. Dieses Gericht kann sowohl als Vorspeise, als auch als Hauptgang gereicht werden. DSC01748

"Mein" Hügel in Coccorino

Hier oben sitze ich, ein wohltuender Luftzug streichelt meine Schulter, die Echsen sonnen sich, die SchmetterlingeDSC01568DSC01569 präsentieren sich in ihrem schönsten Sommerkleid.
Es duftet stark und angenehm,  Rosmarin, wilder Fenchel, Pefferschoten…….
DSC01562Der Duft erscheint mir so stark, wie die stolzen Menschen die einem hier freundlich begegnen.
Die Farben sind intensiv, das Meer , der Himmel, die Strände, die Blumen, die roten Pfefferschoten, die Früchte  Kalabriens sind so überwältigend im Geruch und Geschmack. Die Feigen jetzt im August sind prall herangereift und lassen sich gerne vom Baum abdrehen und sind mein tgl. Frühstück auf dem Weg zum Strand.

Es sind nur 350 m, aber die kleine, enge Straße hat 30 % Gefälle. Mein Kreislauf kommt in Schwung und das Wasser ist herrlich erfrischend, klar und die Fische begrüßen  mich jeden Morgen.
Der Streß des Alltags fällt langsam ab, ganz vorsichtig paßt man sich dem Tagesablauf der Kalabrier an.
Die Menschen stehen hier sehr früh auf. Um 4 Uhr werde ich die ersten Tage wach , die Hühner werden gefüttert.
Nach 2 Tagen höre ich auch dies nicht mehr. Kalabrien hat eine Nacht, die schon die Morgendämmerung enthält.

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Die Wege sind hier beschwerlich, die Straßen eng und kurvig. Es gilt längere Fahrtzeiten einzuplanen.
Kalabrien ist ein bergiger Koloß, der sich in den beiden Meeren widerspiegelt  und das Leben fordert hier dem Menschen sehr viel ab. Meine ausgedehnten Routen, die ich mir zusammengestellt hatte, muß ich abschreiben, verschieben….
Unser Vermieter bringt uns an Ferragosto (15.8.) einen kleinen Gruß DSC01565.
In meinem Kopf schwirren die Rezeptideen……

Der Einkauf erfolgt direkt auf dem Feld, duftende Kräuter, kniehohes Basilikum, Melonen, Bohnen, Trauben, Paprika, Tomaten ,Kartoffeln …… Eingemachte Zwiebeln in Öl u. Essig schenkt mir die Gemüsefrau.
Die scharfen Paprikaschoten DSC01662lassen sich äußerlich nicht von den „nichtscharfen“ unterscheiden und das erstemal in meinem Leben koche ich für mich „echte“ Arrabiata Sauce.
Ehrlich gesagt habe ich dem Chef in unserem kleinen Dorf- Restaurant- Pizzeria über die Schulter geschielt.
Rezept:

500 gramm Nudeln
700 gramm reife, frische Tomaten
3      mittlere rote Zwiebeln aus Trophea
1 handvoll eingelegte , grüne Oliven
2 Knoblauchzehen
Rosmarinzweig
1 Teelöffel Nduja di Spilinga (scharfe streichfähige Wurst, deren wesentlicher Bestandteil aus bestimmten Schweinefleisch, Peperoncini, Oliven..Kräutern besteht)
1 Peperoncini (entkernt, mgl. klein gehackt)

An sich ein einfaches Rezept, dass doch jeder schon mal gekocht hat oder was macht der Chef des Familienbetriebes anders?
Es fängt schon mit dem Nudelwasser an. Hier gibt er meist einen kleinen Schuß Meerwasser hinzu und eine Peperoncini wirft er ins Wasser . Salz gibt er eine Männerhandprise hinzu und koche die Nudeln wirklich al dente.

Es ist herrlich hier auf dem Gasherd geht alles viel schneller.
Für meine Arrabiate schneide ich die duftenden, intensiv roten, dennoch festen Tomaten in Würfel. Die Knoblauchzehe, Paprika – scharf- , Peperocini entkerne ich und schneide alles möglichst klein und stelle es zur Seite.
Nun zünde ich meine Gasflamme, nehme eine Pfanne und gebe einen kräftigen Schuß Olivenöl hinein. In die Pfanne gebe ich einen Zweig Rosmarin , sowie eine Peperocini (ganz, später wieder herausnehmen), dann füge ich die gewürfelten Tomaten u. Oliven hinzu u. lasse die Tomaten auf kleiner Gasflamme köcheln. Mein Nudelwasser kocht auch schon und ich gebe für 6 Personen 500 gramm Nudeln hinzu. (Vorspeise) Nun setze ich eine zweite Pfanne auf, gebe Olivenöl hinein und dünste das gehackte scharfe Paprika, Knoblauch, die scharfe Nduja , Peperocini ohne Kerne , fein gehackt, an.
Es dauert nur wenige Minuten u. das Paprika ist bißfest. Mit einer Kelle Nudelwasser lösche ich ab. Die Nudeln sind al dente, abgießen und in die Pfanne mit den zwischenzeitlich zerfallenen Tomaten geben. Gut unterheben, eine Brise Meersalz.
Dann übergieße ich meine „scharfen Zutaten“ aus der 2. Pfanne und serviere meine Pasta.
Schnell gekocht und soooo schnell gegessen, mir blieb keine Zeit für ein Foto.
Mir wurde spätestens nach dem am Herd gerührten Risotto klar, warum in Süditalien meist auf den Backofen verzichetet wird. Es ist eine Qual vor dem heißen Herd zu stehen, bei 35 grad.
So backt man in einer dünnen , runden Form sogar Kuchen auf dem Herd, denn der Backofen würde nochmals Wärme abgeben.

Mein neues Lieblingsgemüse sollte die runde Aubergine werden
Aubergine Violetta di Firenze, aus Florenz/ Italien, solanum melongena

Die Aubergine Violetta di Florenza stammt ursprünglich aus Florenz/Italien. Die festen runden leuchtend ? violetten Früchte haben ein weißes Fruchtfleisch. Die Pflanze wird ca. 80 cm hoch. In Süditalien nennt man dieses Gemüse Melanzane. Auf heimischen Märkten habe ich dieses Gemüse nur selten vorgefunden, gelegentlich bekommt man sie in einem gezüchteten „Miniformat“. In Coccorino wächst dieses Gemüse in jedem Garten und ist eine Augenweide. italien_11 081
So entstand auf dem Hügel in Coccorino mein schnelles Grillgemüse. Eine ideale, schnelle Beilage zu gegrilltem Fleisch, Fisch oder auch als Basis für eine Gemüsepasta.
Rezept:

Zutaten:
Paprika, Zucchini, Zwiebeln, Knoblauch, Thymian, Rosmarin, Tomaten, Melanzane….
Menge nach Gefühl, je nach Personen

Das Gemüse in mundgerechte Stücke schneiden, kräftig mit Meersalz bestreuen, über die Melanze sofort etwas Zitrone geben, alles in eine feuerfeste Form (wie man sie in Italien auf vielen Märkten erstehen kann) entweder aus Keramik oder aus feuerfestem Stahl.italien_11 120
geben und etwas Olivenöl über das Gemüse verteilen. Dann stellen wir die Form auf den Außengrill und lassen das Gemüse bißfest garen, gelegentliches Umrühren ist erforderlich.
Einen kleinen Schuß alten Balsamico hinzufügen, etwas Peccorino drüberreiben und mit dem Grillgut sofort servieren. Etwas Brot, ein paar würzige Oliven dazu. Einfach, schnell und der Geschmack des Gemüse, welches erst vor wenigen Minuten geerntet worden war – unwiderstehlich –

Mir wurde in Süditalien auch bewußt, wie die kleine Vorspeise Bruschetta, bzw. der „Brotsalat“ entsteht. Das Brot in Kalabrien ist frisch ein Genuß und auch sehr sättigend. Der Teig hat einen Griesanteil und das Weißbrot ist fest und schwer, ohne jedoch zäh zu wirken. Allerdings sollte es sofort gegessen werden, ist es mal angeschnitten wird es innerhalb kürzester Zeit zäh u. ungenießbar. Um es zu verwerten entstehen die herrlichen Bruschette in den manigfaltigen Variationen.

Für mich ist der Bezug zum Urprodukt immer wieder Anregung und Basis für meine Rezepte. Von der „einfachen Bauernküche“ zur Genießerküche ist es nicht weit. Die Menschen in Süditalien verstehen mit oft einfachsten Methoden und Zutaten von Kräutern außergewöhnliche Geschmacksexplosionen hervorzurufen. Die Herstellung von Käse, Schinken, Salami erfolgt nach alten Rezepturen in Handarbeit und wird auf regionalen Märkten angeboten.
Auf den Bergrücken – fruchtbares Plateau – wird Getreide angebaut, hier weiden Schafe, Kühe und es geht ein lauer Wind. Schattige angepflanzte „Wälder“ nahe des Dorfzentrums laden zum Verweilen ein.

Hier finden Wochenmärkte statt, wo man alle notwendigen Dinge des Lebens erwerben kann.
Herrliche Käsesorten, ein lang gewünschtes Nudelholz, eine Form für meine Tiramisu….
jeden Tag wanderte irgendetwas in meinen Einkaufskorb. DSC01666

Besonders haben mir es die wilden KakteenDSC01727 angetan, die wie Unkraut die Wege und Straßen säumen. Unser Vermieter brachte uns eine Schale mit vollreifen, frischen Kaktusfeigen zum Frühstück. Diese Feigen waren erfrischend, von einer zurückhaltenden Süße, weich in der Konsistenz. Schon schwebte mir ein Feigenchutney im Hinterkopf.
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Fico d’India – extra scharf – Kaktusfeigenchutney –

reife, frisch geerntete Kakteenfeigen umgeben mit den Düften u. Gewürzen Kalabriens, leise in braunem Zucker, etwas Olivenöl, roten Zwiebeln aus Tropea…..

Zutaten:reife, frisch geerntete Kakteenfeigen umgeben mit den Düften u. Gewürzen Kalabriens, leise in braunem Zucker, etwas Olivenöl, roten Zwiebeln aus Tropea…..
500 gramm frische Kaktusfeigen, 120 gramm rote Zwiebeln a. Tropea, 2 St Perperoni, 1 st Zweig frischer Fenchel, 1 st Zweig Rosmarin, 180 gramm Zucker, 100 ml weißer Balsamico o. Weissweinessig, 20 ml feinstes, kaltgepresstes Olivenöl
Schritt 1
Die schwierig zu erntenten Kaktusfeigen schälen bzw. bürsten um die kleinen Haarstacheln zu entfernen. Sehr schwierig, am besten mit Handschuhen arbeiten. Es gibt allerdings auf Kaktusfeigen im Handel, die schon vorbereitet sind. Die Feigen in grobe Stücke schneiden, die Zwiebeln hacken.
Schritt 2
Nun geben wir den Zucker in einen Topf u. lassen ihn ganz leich karamelisieren. Dann fügen wir die Zwiebeln, Peperoni, Fenchel, Rosmarin hinzu und lassen es auf kleiner Flamme köcheln. Nach ca. 3 Min (Gasherd) geben wir die vorbereiteten Kaktusfeigen hinzu. Verrühren die Masse und lassen auf kleiner Flamme leicht köchelnd sich alles miteinander verbinden. Das Olivenöl hinzufügen.
Schritt 3
Die Feigen sollten noch in kleinen Stücken erhalten bleiben. Final löschen wir die Masse mit dem Balsamico /Weissweinessig ab und lassen das Chutney nochmals aufkochen. Dann füllen wir die Masse in heiß ausgepülte Twistgläser.Die Offenbarung zum Grillfleisch. Aber auch zu Käse, Fisch, als Basis für raffinierte Soßen….

Schwierig ist das Ernten dieser Früchte. Leidvolle Erfahrungen mußte ich hinnehmen, meine Fingerkuppen war voll winziger Stacheln, denn ich hatte geglaubt, man könne diese Feigen einfach pflücken. Weit gefehlt, auch beim Schälen (wie eine Kiwi) sollte man Handschuhe benutzen und wirklich nur vollreife Früchte ernten.

Kalabrien hat aber nicht nur kulinarisch etwas zu bieten, hier kann man abseits vom üblichen Tourismus seinen Abstand vom Alltag gewinnen und man kommt auf ganz andere Ideen, auch beim Kochen.
Kleine „Einblicke“:DSC01612 (1)DSC01623DSC01629DSC01617DSC01627
Blau soweit das Auge reicht.DSC01620

 

 

 

"Wien, Wien, nur Du allein ……

Wien ist eine reizende Stadt, den Flair der K u. K Monarchie, überall gegenwärtig. Wer will schon – besonders als Frau – in dieser Zeit gelebt haben??

Das Angebot dieser Stadt an Kultur, guten Geschäften, flippige kleine Läden, abseits der großen Einkaufsstraßen, mal progressiv, mal kitschig, mal bodenständig.
Viele Damen habe ich gesehen mit schicken Schneiderkostümen, passende Schuhe , Tasche.
Wie sagte meine Oma schon immer: „Es gibt keine schlechte Figur, nur schlechte Schneider“

Die Damen trugen leichte Stoffe, teils in kräftigen Farben unabhängig vom Alter.

Wir waren total im Wienstress, Naschmarkt, Theater, Kunst, Shopping
Wir wollten vor dem großen Touristenstrom das Schloß Schönbrunn besichtigen. Buchten eine Führung nebst Gartenanlagen und waren die nächsten 5 Stunden vollbeschäftigt.
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Die Orangerie hatte es mir besonders angetan. Man verstand es sehr gut, schon zur damaligen Zeit, sich das beste von der Welt zu beschaffen, ob es Hölzer, Kunstwerke, Pflanzen..
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Den Rest des Freitags liefen wir stundenlang einfach durch die Stadt, ließen uns Treiben und genossen, das schöne Wetter. Eine kleine Pause, ein kleiner Brauner…
Überall gab es kleine Straßentheater, Musikgruppen. Man traf sich zum „Verlängerten“ in der der Stadt, einwenig Tratsch, Zeitunglesen. …
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass diese Cafehaus-Kultur dadurch entstand, dass im 18. Jahrhundert die Wohnungen in Wien so winzig gewesen sein sollen, dass den Familien nichts anderes übrig blieb, ins Cafehaus auszuweichen, wenn man der Enge der eigenen Behausung entfliehen mochte. Leider konnten wir nicht alle berühmten Cafehäuser besuchen, ehrlich gesagt das Wetter war viel zu schön.DSC01347DSC01346
Nach einem ausführlichen Einkauf, ließen wir uns in der Nähe der Oper nieder. Die „Wiener“ trafen sich zu einem kleinen Imbiß, Wein, Champagner.. Die Damen in Abendrobe, die Herren schneidig herausgeputzt, unabhängig vom Alter. Die schwarzen Schuhe glänzten, es schaute kein „Bein“ hervor. Die Zeit verging im Pflug, dabei wollten wir noch….

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Am Samstag wollten wir auf den Naschmarkt, ganz früh.
Ba, ba, Fortsetzung folgt !!

Donau-Radweg – Fortsetzung –

Irgendwie war es sehr erholsam, ja beruhigend an dem großen Fluß zu radeln. Die riesigen Donaukähne begleiteten uns, stetig, immer im gleichen Tempo radelnd, mal sangen wir, mal schwiegen wir und das vertraute Geräusch der rollenden Räder trieb uns voran.
Uns begegneten Vögel, die wir noch nie gesehen hatten.

Damals, ja da waren die Kinder 8 und 10 schmunzelnd erinnerte ich mich an unsere „Spielchen“ , wie wir die Kinder motivierten, das Städte-ABC, das Tier-ABC, wir sangen lauthals, „Mich brennts in meinen Reiseschuhen… fort mit der Zeit zu schreiten…. „, oder stimmten einen Kanon an den wir in verschiedenen Sprachen mit den Kindern einübten. Jeder kennt ihn, den Bruder Jakob, schläfst Du noch. ….

Ja, wie war es oft schwierig, wenn der „Große“ plötzlich vom Rad sprang und einen Baumstamm entdeckt hatte, den der Biber angenagt hatte, eine große Schlange…,
Damals hatten wir für die Strecke 8 Tage gebraucht.
Diesmal wollten wir es in 4 Tagen schaffen und ausgiebig Wien anschauen.
Wieder überquerten wir in Grein die Donau mit einer Radfähre. An diesem Morgen herrschte großer Andrang, wir mußten warten, bis wir übersetzen konnten. Dann waren wir sehr schnell in Ybs, genossen die tolle Aussicht und kamen sehr gut voran.DSC01177DSC01180DSC01184DSC01185
Ein kurzer „Boxenstop“ , auffüllen der Trinkreserven und weiter gings in Richtigung Melk.
Verdammt heiß wurde es nun, zumal wir die schützende Uferbewaldung verlassen hatten.
Mein „Spurensucher“ trieb mich an, wir können es schaffen, heute bis in die Wachau zu kommen.
Ehrlich gesagt ich dachte an den guten Wein, die netten Heurigenlokale und ließ mich anstecken.

Inzwischen hatten wir herausgefunden, dass wir eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 15-17 km auf dem Tacho fahren mußten um am Tag ca. 100 km zu bewältigen.
Das bedeutet, der Tacho zeigt den Durchschnitt an, berücksichtigt Pausen, Stops und man muß tatsächlich eine Geschwindigkeit zwischen 18 und 22 fahren.
Bei dem wenigen Gefälle gelingt das aber selbst nicht so geübten Radlern, wenn man seine Kraftreserven gut verteilt.
Wir wollten Melk umfahren, denn damals hatten wir hier zwei Tage verbracht und uns ganz ausgiebig das Kloster Melk, die „Geheimtür“ aus „Im Namen der Rose“ angeschaut. Die duftenden Klostergärten waren meiner Tochter in Erinnerung, Dürnstein, die Stadt Krems besucht….“ Meine Tochter wollte ihre eigene Passau-Wien-Tour fahren und so verließen wir die Fahrtstrecke unseres Radführers Bikeline. Wir überquerten beim Kraftwerk Melk , über die Freizeitanlage Luberegg die Donau.

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Die Wachau begrüßte uns mit ihrer leicht hügligen Landschaft, den Marillenobstplantagen. Überall sahen wir die Menschen in den Weingärten arbeiten. Eine schwüle Hitze empfanden wir, die kleinen Anstiege wurden schon mühsamer. Willendorf , mit seiner berühmten Venus. DSC01201
Meine Tochter sprang vom Rad und begann zu fotografieren. Ganz verstand ich es nicht, zumal es wieder mal ganz schön bergauf ging, das Gepäck wog schwer und alles klebte am Körper.
„Weißt Du Mama, das Bild schicken wir Marion, denn den grünen Veltliner trinkt ihr doch gerne.. “ In der Tat mag ich nicht so gerne Bier und in allen Biergärten in München findet man den gleichen Veltliner. DSC01204

Die Zeit verging rasend schnell, gegen 17.OO Uhr fuhren wir durch Spitz, St. Michael. Die Terassenweinberge schmiegten sich sanft in die Landschaft. Die kleinen Anstiege meisterten wir locker, denn es folgte immer auch eine kleine, kraftspendende Abfahrt durch die kleinen Weiler u. Örtchen.
Bei dem Leser und Betrachter möchte ich mich für meine „Röllchen“ entschuldigen, wenngleich sie zu mir gehören und ich ehrlich gesagt, es sicher in diesem Leben nicht mehr schaffe sie zu beseitigen. Es sei denn, ich bekomme Antrieb für einen Diät-Sport-Fit-Blog ….. DSC01214
Gegen 18.OO Uhr erreichten wir Weißenkirchen, berühmt ist der besonders schöne Arkadenhof im Stil der Renaissance. Vor dem Wachaumuseum ließen wir uns nieder und mein erschöpfter Spurensucher begang mit der Zimmersuche. Es war recht schwierig um diese Zeit noch ein Zimmer zu bekommen. Ursprünglich hatten wir gedacht, wir könnten über unsere Internet buchen, aber oft hatten wir keine Internetverbindung und so waren wir auf die örtlichen Tourismuszentralen angewiesen. Nach 5 Anrufen hatten wir Glück und bekamen das letzte Zimmer, direkt am Radweg. Ein schön restauriertes Haus aus dem Mittelalter mit einem herrlichen Innenhof, von wo man direkt auf die Pfarrkirche schauen konnte.
Die Kirche stammt aus dem 14oo. Jahrhundert und gleicht einer mächtigen Festung und prägt besonders nachts das Stadtbild beeindruckend.
In einem kleinen Restaurant fanden wir Platz bestellten uns zum Aperetif einen trockenen Winzersekt mit Hollerblüte, zur Vorspeise einen Rheinriesling, der ja ursprünglich aus der Wachau stammt, wie wir lernen konnten.
Variationen vom „letzten Spargel“, Spinattopfenknödel , Rehragout und zum Abschluß die geliebten Marillenknödel. Ein üppiges Mahl!
Vorspeise:
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Hauptgang:
Spinatknödel….DSC01221

Variante: Reh mit Nockerl, ähnlich wie „meine Mehlsklies“ lt. Tochter
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Nachspeise:
große Marillenknödel, allerdings waren diese Knödel mit franz. Marillen gefüllt, den die heimischen – hier immer genannt aus dem Inland- hatten noch nicht die erforderl Reife.
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Den Abend wollten wir in einem Heurigenlokal beenden, welches uns empfohlen worden war.
Wir schlenderten durch die verwinkelten Gassen und ließen uns in dem verträumten Innenhof nieder. Ein leichtes Raunen, klingen von schönen Gläsern empfing uns. Die Menschen scherzten und prosteten sich weinselig zu.
1/8 von dem Veltliner, 1/8 vom Riesling, 1/8 oder doch 1/16 von.. T (= Terassenlage). Mein Spurensucher protestierte, ich will morgen in Wien sein. Gerne hätte ich noch den kühlen Rose´ probiert.
Auch mit einem Marillenlikör ließ sie sich nicht dazu überreden, den Abend zu verlängern.
Hier wäre ich gerne einen Tag länger geblieben, mit dem VW-Bus…..
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In unserer süßen Pension war es still, alles schlief und mit dem letzten Foto des Tages verabschiede ich mich für heute. Fortsetzung folgt!DSC01231DSC01235
Wien wir kommen!!!

Donau-Radweg m. Wein, Mehlspeisen und Wiener-Schmäh

„Wien, Wien nur du allein….., wer kennt dieses Lied nicht. Am Pfingsmontag waren wir gestartet -ohne Hotelbuchung – mit „leichtem“ Gepäck und dem Gefühl von Freiheit auf dem Rücken unserer Fahrräder.

Damals war der Radweg…. nicht geteert, die Streckenführung eng an den Lauf der Donau orientiert, ja damals grüßten sich die Radfahrer, wenn sie sich begegneten.
Heute fast 10 Jahre später – alle Wege in sehr gutem Zustand, überwiegend geteerte Radwege oder landwirtschaftl. Wirtschaftswege, bzw. Nebenstraßen mit ganz wenig Verkehr.
Der Radtourismus boomt, geführte Radwanderungen, Gepäcktransport, Weinroute, Leihsatteltaschen,
Rücktransport…
Aber das ist nichts für mich. Wir fahren unsere eigene „Kindheitsverabschiedungstour“.
Am frühen Morgen bestiegen wir mit unseren Drahteseln den Zug nach Passau und waren gegen 10.OO Uhr auf dem Radweg „Passau-Wien“.

Schnell ließen wir Passau hinter uns.DSC01116DSC01117
Meine Tochter war einwenig schweigsam und trat gelangweilt in die Pedale, ein entsprechendes Cafe zum Frühstücken fanden wir auch nicht. Der Himmel war grau in grau, aber es war warm und regnete nicht. Gegen 10.30 Uhr kam die Sonne heraus. Sofort wurde es schwülwarm. Der Abstand zu meiner Tochter vergrößerte sich immer mehr.
„Wenn ich sie heute „sauer“ radele hab ich auf der Tour keinen Spaß mehr“, schoß es mir durch den Kopf. Beim nächsten Gasthof hielten wir und beschlossen uns erst einmal zu stärken.
Aber die Küche sei noch geschlossen ( 10.30 Uhr) wir könnten eine Brotzeit erst in einer halben Stunde bestellen….. Na, dann nicht!! Schnell tranken wir aus, stopften Jacken und lange Hosen in die Satteltaschen und schon gings dahin, wir passierten die Grenze nahmen die erste Radfähre. DSC01120
Super klappte das!!! Ab da hatte ich keine Tochter mehr dabei, sondern einen Spurenleser der Superklasse. Das neue Radtourenbuch, überarbeitet 2010 wurde auf Herz und Nieren geprüft.
Die Streckenführung nicht immer ideal. Aber wenn man einen „Spurensucher“ dabei hat, wird alles ganz einfach. Auf welcher Donauseite fahren wir?? , wo überqueren wir, was umfahren wir, wo ist es am einfachsten, wie kommen wir am schnellsten …
Es empfiehlt sich eine Karte zu erwerben mit einem Maßstab von mind. 1:50.000. Das hatten wir versäumt und sollten wir noch bereuen.DSC01122
Wir kamen schnell und gut voran und beschlossen nach ca. 6O km gegen 16:OO die Donau zu genießen. Mein Spurensucher organisierte perfekt die Übernachtungsmöglichkeit. Ein herrliches Zimmer, mit riesiger Loggia lud uns zum Verweilen ein.
Die Donaufischer hatten auch schon ihre Zelte überall aufgeschlagen und ihre Angelruten ins Wasser befördert. Die meist jungen Burschen ruhten im Zelt oder am Donaustrand.
Ein akustisches Signal ertönte, wenn ein Fisch angebissen hatte.

Eine gute Jause und ein ehrlicher Veltliner …..
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Wir genossen die frische Luft, schliefen tief und setzen unsere Radtour am nächsten Tag um 8.30 fort. Die berühmte Schlögener Schlinge meisterten wir mit der Längsfähre. Denn hier endet der Radweg und kann nur über das Wasser fortgesetzt werden.
Wir fuhren weiter am Südufer und erkannten die Strecke von damals wieder.
Schnell waren wir in Aschach, unsere Drahtesel gaben ihr bestes.
Wir versorgten uns mit Proviant, d.h. kleine geräucherte Würstchen, Käse, Apfelschorle.
Wenn wir gut voran kamen wollten wir es bis Grein schaffen. DSC01148
Wir änderten aber unsere Route gegenüber vor 9 Jahren und blieben auf der Südseite, setzten mit der Radfähre nach Ottensheim überDSC01151
Linz konnten wir nach einem kurzen Gewitter schnell hinter uns lassen.DSC01154 Für genau 30 Min. hatten wir unsere Regenjacken ausgepackt.
Schon brannte die Sonne wieder erbarmungslos.
Plötzlich war der Donauradweg wegen Bauarbeiten beendet und wir sollten einer Umleitung über zahllose Dörfer folgen. Da streikte mein Spurensucher: “ Nein Mama das tun wir nicht!“ Wir fuhren durch kleine Weiler, überall riesige landwirtschaftliche Flächen, mit Frühgerste, Kartoffeln, sogar richtige Holunderplantagen.
Über achtzig Kilometer waren wir schon geradelt, ob wir die kleine Stadt Grein, mit ihrem entzückenden Theatermuseum erreichen würden, stand in den Sternen. Seltsame Orte wie Albern passierten wir .DSC01152DSC01157DSC01158.

Gegen 17.30 kamen wir in Grein an.Mein Tacho zeigte 119,5 km an. Starke Leistung!!
Wir hatten uns schon gewundert, dass wir verhältnismäßig allein auf weiter Flur unterwegs waren. Wo sind sie alle die Radtouristen, kurzzeitig tauchen sie auf, in kleinen Gruppen, wir haben Spanier getroffen, ein französiches Paar.
Viele legen offensichtl. Teilstrecken mit der Bahn oder dem Schiff zurück.
„Ja, hier war ich schon einmal, damals haben wir in der netten Pension Martha gewohnt, mit dem schönen Zimmer und dem guten Frühstück!“.
Während ich im kleinen Theater versuchte Karten zu bekommen – leider vergeblich- ging mein Spurensucher auf Zimmersuche. Die Pension Martha war belegt, hatte aber eine Empfehlung ausgesprochen und meine Tochter hatte das Zimmer – ohne mich zu fragen – gebucht.
Das Privatzimmer befand sich ca. 1,5 km steil bergauf am Ende des Ortes.
Nie hätte ich hier gebucht, meckerte ich, wir können doch in das nette Hotel gehen, gleich am Marktplatz, da wollten wir doch aus Essen.
Der Hausherr empfing uns freundlich, das Zimmer war riesengroß, eingerichtet im Stil der 70ziger, aber sehr sauber und ein neues Bad… , na, ja.
Wir schönten uns einwenig und gingen wieder 1,5 km – es können auch 2 km gewesen sein, in den Ort zurück. Auf einer herrlichen TerasseDSC01164 genossen wir besten Wein, hervorragendes Essen
Spinatpalatschinken gefüllt mit Lachs und Frischkäse.DSC01168
Dazu einen frischen WelschrieslingDSC01167
Als Hauptgang wählten wir beide Lammrücken mit frischen, selbstgemachten Kartoffeltalern an einem Ratatouille, welches aus ganz klein geschnittenen Gemüsewürfel bestand und dezent mit frischen, mediteranen Kräutern gewürzt war. Spitzenklasse! Dazu bestellte ich mir 1/8 Rotwein (blaufränkischen)DSC01169
Die Nachspeise war sooo guuut, dass es mir nicht mehr gelang sie zu fotografieren.
Herrliche, auf der Zunge zergehende Marillenknödel, hauchdünne gefüllte Palatschinken, zarter Eisschmelz
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Satt, zufrieden, bester Laune verließen wir den dunklen Stadtkern.
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Eine laue Nacht, wir freuen uns schon auf Morgen!!! Die Wachau ruft!!
Fortsetzung folgt.

"Kindheits-Abschieds-Tour"

Irgendwie ist es traurig, aber auch schön und eine Bestätigung.
Im Alter von acht Jahren fuhr meine Tochter mit mir von Passau nach Wien. Mit ihrem kleinen Kinderrad, strampelte sie unermüdlich. Voller Stolz fuhr sie am Frohnleichnamtag auf den Stefansdom zu, wo gerade die Prozession uns entgegenkam.
Die Menschen sangen „Großer Gott wir loben Dich“.
Laut rief meine Tochter: “ Das Lied kenne ich, das ist das Lieblingslied meiner Großtante,Cäcilia (Küsterin einer kleinen Kapelle und sehr bigott). Aus vollem Hals sangen meine Kinder, so wie die Großtante es ihnen beigebracht hatte.
Bei 28 grad, Sonne satt verbrachten wir einen ganzen Tag im naturhistorischen Museum.
Die Geschichte der Erde, die Tiere…..

„Mama, weißt Du, nächstes Jahr werde ich 18 Jahre, dann kommt es nicht sehr gut, wenn ich mit Dir (Euch) in den Ferien unterwegs bin“, ach ja, dachte ich was kommt denn jetzt.
„Mama wir machen eine „Kindheitsverabschiedungsreise“ , wir radeln nochmal von Passau nach Wien.

Das tun wir, mit dem Bayerticket geht es von München Hbf nach Passau Hbf und radeln, radeln
Ich werde berichten, die Satteltaschen sind prall bepackt. Es ist gar nicht so einfach
für mehrere Tage so minimalistisch zu packen.

Was Österreich wohl kulinarisch zu bieten hat? Wir werden sehen. Hoffentlich muß ich nicht die Regenhose so oft auspacken. Dieses edele Kleidungsstück habe ich heute 4 Stunden vergeblich gesucht und muß mich jetzt arrangieren.

Servus, pfüa Gott !! !!

Aus Deutschen Landen ….

Der Frühling reizte mich am Wochenende zu einer ausgiebigen Fahrradtour an Gelbach, Lahn, Mosel…… Gut ausgerüstet starteten wir bei herrlichem Wetter mit unserem feuerroten Mobil in Richtigung Westerwald /Rheinland-Pfalz.
Bei meinem Fahrradhändler, mit dem ich praktisch aufgewachsen bin, waren wir gegen Mittag.
Nagelneue Leihräder konnten wir in Empfang nehmen, d.h. mein Fahrrad hatte ich mitgebracht und so starteten wir über Montabaur, talabwärts durch das zauberhafte Gelbachtal. Die Vögel präsentierten uns ein herrliches Konzert, die stolzen Reiher flohen vor uns und die Greifvögel schwangen durch die Lüfte, der Duft von blühendem Holunder…
Genüßlich, immer leicht abwärts rollten wir glücklich dahin. Ein paar kleine Steigungen nahmen wir mit Elan und erreichten am Nachmittag unseren kleinen Winzer an der Lahn in Obernhof.
Schon mit meinem Großvater hatte ich hier gesessen….
Hier wurde schon immer philosophiert, politisiert und… Wein getrunken. Der Wein war schon etwas „trockener“, mit anderen Worten eigentlich sauer und mein Großvater bevorzugte den guten Schnaps. Die Zeiten haben sich geändert. Der Sohn versteht was von seinem Handwerk und hat prämierte Weine zu bieten, die sich sehen lassen können. Seine Weinberge umfassen ca. 2
Ha. 1200 Arbeitsstunden muß er nur für die Arbeit in den Steillagen investieren. Seine Frau unterstüzt ihn tatkräftig und manchmal gelingt es ihm den richtigen Zeitpunkt für die Lese so zu steuern, dass sein Wein prämiert wird. Er ist ein stolzer, wenn auch manchmal in sich gekehrter, wortkarger Winzer. Unsere Freunde staunen nicht schlecht, die „Winzerbrotzeit“
bestehend aus Hausmacherwurst und gutem Brot ist göttlich. Die Portionen riesig. Die Damen teilen sich eine Portion. Solide, tradionelle Metzgerware, wie man sie kaum noch findet.DSC00975
Herrlicher, frischer, leichter Lahnwein zum EinstiegDSC00976DSC00974
Die Zeit vergeht in Fluge, wir trinken uns durch die kleine aber ausgesuchte Weinkarte und sind seelig. Ein Gewitter zieht auf und wir beschließen die Rückfahrt durch die Serpentinen des Gelbachtals zu verschmähen. Ein kurzer Anruf beim Nachbar meiner Mutter. Erwin fährt uns und unsere Räder sicher an unsere Basisstation im Gelbachtal – Bladernheim – zurück.
Wir schlafen gut, keine Großstadtgeräusche, nur die Vögel wecken uns in der Früh.
Nach einem ausgiebigen Frühstück möchten wir den Oberwesterwald erkunden. Auf einer stillgelegten Bahnstrecke möchten wir nach Westerburg radeln.
Nach ca. 20 km Fahrt erreichen wir unsere Einstiegsstelle. Die Luft ist frisch, es geht ein kalter Wind. So kenne ich es, hier pfeifft der Wind so kalt….
Die Landschaft ist hügelig, bewaldet und wir haben den Eindruck, fast menschenleer.
Die Dörfer haben ihren eigentlichen Dorfkern verloren. Riesige Neubauten , teils im mediteranen Stil, groß wuchtig, mit riesigen Gärten.
Schnell sind wir in Westerburg am Bahnhof. Toll renoviert „Alt“ u. „Neu“ miteinanderverbunden, aber keine Menschen. Es ist ca. 11.OO Uhr und wir beschließen zurückzufahren.
Mitten in einem Dorf finden wir einen „Italiener“.
Wir parken unsere Räder. Gerade wollen wir Platz nehmen – keine weiteren Gäste sind zu sehen-, ein künstlich erbräunter Kellner weist uns darauf hin, dass wir die Räder da nicht stehen lassen können. „Hinter dem Haus, haben wir einen Radständer, bitte benutzen Sie den!“
Nein da nehme ich nicht Platz. Mein harmonieorienter Ehemann macht ihm unmissverständlich klar, dass wir die Räder dort stehen lassen. Plötzlich ist er sehr freundlich und lächelt so gar einwenig.DSC00981

Die Chefin will uns in die italienische Küche einweisen, wir gehen auf keine Diskussion ein, denn schließlich leben wir doch in der nördlichsten Stadt Italiens – aber davon versteht sie nichts- Wir bestellen Salat, Pizza, Pasta u. werden überrascht, das hätten wir hier nicht erwartet, wenngleich die Pizza mein Sohn besser macht , aber der Steinofen fehlt offentsichtlich hier. DSC00986
Die Sonne kommt heraus und erwärmt einwenig unser Herz für den Oberwesterwald.DSC00989DSC00990
Die Pasta ist richtig gut und gut gestärkt radeln wir weiter.
Überall „Bauplatz zu verkaufen“ in jedem Dorf. Die Gemeindekassen brauchen Geld, die Stadtflucht belastet die Dörfer…, da kann der Bauplatz noch sooo preiswert sein.

Wir beschließen die Radtour am Nachmittag an der Mosel fortzusetzen.
Fortsetzung folgt!
Ein kleiner Einblick vorabDSC00991DSC00993 Neugierig??

In Winningen an der Mosel parken wir und versorgen uns mit Wasser, Wasser. Sehr warm ist es, die Ausflugschiffe sind gut gefüllt. Reges Treiben herrscht in dem vom Wein geprägten Ort.
Der Radweg geht direkt durch die Weinberge und hat auch ein paar nette Steigungen auf Lager.
Uns kann das nicht beeindrucken, die neuen Leihräder haben 27 Gänge u. meine kleine „Bergziege“ verfügt über eine tolle Übersetzung und die Gangschaltung ist perfekt eingestellt. Die Sonne brennt uns auf die Stirn. Der Ausblick entschädigt, steile Weinberge , der Schiefer reflektiert die Sonne, Reben, Reben, so weit das Auge schaut. Kein Meter wird verschenkt, bis in die letzte Ecke des Berges reihen sich die Reben.
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Wir radeln die Mosel „aufwärts“ begleitet von der Bahnlinie, den Weinbergen und der Mosel.
An diesem warmen Nachmittag gehört der Radweg uns. Wir können gemächlich nebeneinander her fahren, ratschen, die Landschaft genießen.
Man hat das Gefühl in Frankreich oder im Süden zu sein, den die Luft ist warm, es riecht nach Schiefer…
Die kleinen Orte wirken verschlafen, überall Weinprobe…
Einwenig bleibt die Zeit stehen.DSC01005DSC01004DSC01006
In dem beschaulichen Ort Leimen kehren wir am Ende des Ortes ein. Wir werden freundlich begrüßt, im Garten wachsen Feigenbäume, es ist heiß. Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen unter der Markise. Die Bedienung ist aufmerksam und unglaublich schnell. Sie weiß was Radler brauchen – zunächst einmal Wasser, Wasser.. und dann??DSC01001 Ein schöner Moselriesling, wer kann da widerstehen.

Der Tag war schon weit fortgeschritten, lachend radelten wir nach Winningen zurück, allerdings konnten wir nicht widerstehen , soviele kleine Winzerhöfe laden zum weilen ein…DSC01009

Viel zu schnell verging die Zeit und schon war es Sonntag. Heute wollten wir den Lahn-Radweg ein Stück ergunden. Ein Traumtag. In Nassau gingen wir auf den Radweg, der teils unmittelbar am Fluß bzw. durch Laubwälder, Wiesen führt. Riesige Raubvögel sahen wir im Sturzflug, beschauliche Weiden mit gefleckten Kühen, Fachwerkhäuser…
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Dann waren wir in Bad Ems. Geschichtsträchtig, gewaltig. Traditionell gilt Bad Ems als „Das Heilbad für Katarrhe und Asthma“ und deren Folgezustände. Es verdankt seinen Ruf vor allem seinen Quellen, die nach dem Mediziner Hufeland zu den alkalisch-muriatischen Säuerlingen zählen und als Thermen die einzigen dieser Art in Deutschland sind. Im Quellwasser finden Hydrogenkarbonat sowie Chlorionen, Na-Ionen und 1 bis 2 g CO2, insgesamt also 4 g gelöste Substanzen. Die Thermalsäuerlinge zeigen hier eine Bandbreite zwischen 27 und 57° C. Darüber hinaus existieren auch etliche kalte Säuerlinge, also in Temperaturen unter 20° C.
Dieses Wasser mußte ich als Kind oft trinken, es schmeckt fürchterlich.
Ich verzichtete auf den „Genuß“. Mein Mann und unsere Freunde stärkten sich mit dem schon eigenartig schmeckenden warmen Wasser. Der Kurort wirkt verlassen, das Kurkonzert findet trotzdem statt, aber nur mit drei Musikern…DSC01017DSC01018DSC01019
Plötzlich zieht es zu, die Wolken verdichten sich, leicht fängt es an zu regnen. Es ist aber immer noch sehr warm. Mit sportlichem Ergeiz radeln wir zurück nach Nassau, es hat aufgehört zu regnen und wir sind durch den Fahrtwind schon wieder „trocken“.

Natürlich besuchten wir zum Abschied noch mal unseren Lahnwinzer, genossen den herrlichen Winzersekt. „Die Trauben sind aus 2007, gestern habe ich ihn von der Hefe gerüttelt“,
In unser feuerrotes Spielmobil passen natürlich ein paar Fläschchen für laue Sommerabende…
Meine Freundin will ihr Fahrrad gar nicht mehr abgeben.
Viel zu schnell verging das Wochenende, irgendwie war es doch schön …..
Wir nehmen uns fest vor, das nächstemal den Rhein-Radweg auszuprobieren – Aus Deutschen Landen …..

"Marktgeflüster"

Endlich – Wärme – Sonne – man sah schon die ersten Sommerkleidchen und schon ist die bayrische Gemütlichkeit dahin, denn der Markt wird von Menschenmassen überschwemmt. Riesige Touristengruppen werden professionell über den Markt geführt, kosten hier , kosten da….
Einkaufen möchte der Münchner gerne. Doch bis zu seiner Gemieasfraa dringt er nicht durch… Schaulustige versperren den Zugang, den sie bewundern gerade die Zwiebeln, Artischocken, schnell ein Foto…
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Heute Abend sind wir bei guten Freunden eingeladen und ich möchte die Vorspeisen mitbringen,
es soll ein Feigen-Kumquats-Chutney mit leicht zerlaufener Ziegenrolle an Zitronenthymian geben, kleine -Speck-Bärlauch-Schinken-Muffins- . Es ist schwierig, wirklich frische Feigen zu bekommen, denn sie sollten noch den typischen Feigentau haben u. Kumquats-Saison scheint auch gerade wohl nicht zu sein.
So kämpfe ich mich durch die Menschen und kann doch alles bekommen, was ich mir vorgestellt habe. Ist es nicht ein außergewöhnlicher Luxus, wenn man ein Rezept im Kopf hat und man auch die Zutaten immer frisch u. sofort besorgen kann ?
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Dieses göttliche Rezept werde ich noch einstellen, wenn ich das nötige Bildmaterial zur Verfügung habe und daher bis später… Gibt es einen schöneren blauen Himmel auf der Welt ?DSC00757
Ehrlich gesagt, wäre schon schön gewesen, wenn ich eine frische Rhabarber-Prosecco-Schorle oder ein kühles Weißbier auf dem Markt …. Alle Einkehrmöglichkeiten sind hoffnungslos überfüllt… Schade !

Rezepte, Rezepte, Rezepte

Das Wochenende ist vorbei. Früh bin ich schon auf den Beinen, obwohl ich erst viel später arbeiten muß. Erst möchte ich aber mal mir den Frust von der Seele schreiben!
Die Katastrophe in Japan macht mir Angst. Der Mensch kann offentsichtlich sich nicht gegen die Natur durchsetzen, bei allen technischen Möglichkeiten, Frühwarnsystemen…
Lange war nichts geschehen, der Mensch wiegt sich in Sicherheit und dann schlägt die Natur erbarmungslos zurück.

Müssen wir alles immer im Überfluß haben, nutzen, produzieren… ?
Hilflos, angstvoll stehen wir da, wenn die Katastrophe irgendwo in der Welt sich ereignet.
Nein, in Deutschland kann das nicht passieren, wir haben für die Stromversorgung andere Vorkehrungen geschaffen… Wer daran glauben mag ?

Aber wir, jeder Einzelne kann, glaube ich etwas bewegen, indem wir der Politik nicht immer vertrauen, die Profitgier nicht immer unterstützen.
Eine Autofahrt weniger, etwas bewußter einkaufen, ein Wochendtrip mal etwas anders gestalten, das überlege ich mir gerade — vielleicht , aber nur vielleicht hilft es —-Auf jeden Fall, hat man das Gefühl einwenig getan zu haben, denn die Leidtragenden sind immer die Menschen, Frauen, Kinder, Männer…. Leider!!

Das Wochenende ist vorbei, Berge von Wäsche sind schon wieder da, Sportwäsche, Hemden, Blusen, die Skisachen, die Tischwäsche, die „Hotelhandtücher“ – so nenne ich sie, denn meine Herrschaften benutzen meist ihr Handtuch nur einmal. Damit ist jetzt Schluß!!!
In der Küche gibt es auch noch viel zu tun, der Markglößchenteig will noch verarbeitet und eingefroren werden. Die stundenlang geköchelte Rindsbrühe muß abgeschöpft… werden,
Die Bolognese hatte ebenfalls vor sich hin geköchelt und ist mit dem guten Rotwein diesmal richtig gut. Ab in den Tiefkühler, denn am Donnerstag kommen liebe Gäste und ich möchte Lasagne mit selbstgemachten Nudelplatten machen, da kann ich nicht auch noch die Bolognese kochen.

Jeder fragt mich in der letzten Zeit: „Kannst Du mir das Rezept aufschreiben?“
Dabei hatte ich nur Reste verwertet und einwenig Gemüse frisch hinzugefügt, den Blätterteig vor dem Ablaufdatum zu einer Lauchtarte verarbeitet, denn eigentlich mußte auch der nicht so beliebte Gouda, die anderen Käsereste verbraucht werden und die Eier müssen auch weg. Pasta

Die Croutons sind aber guut!! Kannst Du mir das Rezept…, Nein….!! Das schöne Bauerbrot war einfach etwas hart geworden und nach meiner ererbten Devise: „Ein Brot ist niemals hart, kein Brot ist hart“, fällt es mir schwer Brot wegzuwerfen.
So hatte ich die Brotreste einwenig mit Kräutern der Provence,Fleur de sel und Olivenöl in der Pfanne hin und hergeschoben und über die Suppe gegeben, die ich aus dem restlichen Broccolie-Mandelgemüse schnell mit dem Zauperstab und einwenig Brühe in wenigen Minuten zubereitet hatte, denn Sportler können nicht warten …. , sie kommen um vor Hunger!

So jetzt habe ich meine Rezepte aufgeschrieben. Zufrieden ?

Einen kleinen Spaziergang außerhalb der Stadt gönnten wir uns gestern. Die Natur liegt geplättet vom Schnee und Eis der letzten Monate brach. Alles ist farblos und man kann sich nicht vorstellen, dass es jemals wieder saftig grün weden wird, geschweige denn, dass irgendetwas zu blühen beginnt. Doch !!! Ich habe es gefunden !!!
Eine schöne, „Vorfrühlingswoche“ wünsche ich DSC00657DSC00662DSC00664