„quickly – spicy Chilli-Öl“

Meine Ernte war dieses Jahr sehr ertragreich, die knallroten Schoten eine Augenweide.

Doch jetzt war es Zeit für die Ernte, denn die Pflanze ist sehr kälteempfindlich.

Für alle die es lieben, auf der Pizza final, beim Dünsten von Gemüse, beim feurigen Paprikagericht , ein paar Tröpfchen auf die sahnige Kohlrabisuppe….

Dieses Öl ist so vielseitig einsetzbar.

Es erinnert an die Glut des Sommers, dabei war die Pflanze so bescheiden. Mit wenig Wasser kam sie aus, die herrlichen kleinen weißen Blüten waren ein regelrechtes Magnet für die Bienen. Jetzt steht es an dem sonnigen Küchenfenster und wartet geduldig auf seinen Einsatz.

Hier das einfache Rezept:

Chilli-Habaneros-Öl

Zutaten:

  • bestes natives Olivenöl
  • eine handvoll Habaneros bzw. Chillis

Weniger ist oft mehr.

Zubereitung:

  • die kleinen, fleischigen Schoten waschen, trocken tupfen
  • klein schneiden
  • jedem ist überlassen, ob er die Kerne rausnimmt
  • ich lasse sie drin
  • dann füllen wir die kleingeschnittenen Schoten in die
  • ausgekochten, trockenen Fläschchen
  • und stellen diese auf die Fensterbank
  • nach 3-4 Wochen ist ein herrliches Würzöl entstanden

Viel Spaß !

P.S die Quitten sind gekocht und der Saft tropft langsam vor sich hin.

Der Gö-Ga lautert schon, den Quittengelee liebt er so sehr

„Blumenkohl Variante für Männer“

Nein ich habe keine Umfrage gemacht, dennoch glaube ich zu wissen, dass das Schnitzel eines der beliebtesten Gerichte vieler Menschen ist. Vorallem dürfte es bei den männlichen Zeitgenossen sehr hoch im Kurs stehen.

Auch mein Gö-Ga würde jede Woche am liebsten einmal Kalb-, einmal Schweine-, einmal Hähnchenschnitzel und an besonderen Festtagen Rehschnitzel , selbstverständlich mit allen Raffinessen essen.

Nachdem die Kinder aus dem Haus sind, fällt es mir oft schwer in kleinen Mengen zu kochen.

Die ewigen Reste im Kühlschrank stören mich gewaltig, aber ich schaffe es nie die Mengen anzupassen.

Kochen heißt für mich jeden Tag etwas Neues aus dem Althergebrachten zu entwickeln

So gab es gestern Blumenkohlschnitzel !

Schnell , einfach!!

Blumenkohlschnitzel an Blumenkohlstampf dekoriert mit fritierten Salzkapern

Zutaten:

  • Kartoffel
  • Blumenkohl
  • Sahne
  • Butter
  • Salzkapern
  • Gewürze:
  • scharfes Paprika, 1 Messerspitze Wasabipaste, weißer Pfeffer aus der Mühle, Muskatnuss frisch gerieben, Steinsalz
  • 1 Ei
  • 1 Zitrone
  • Semmelbrösel (natürlich selbstgemacht

Auf die Plätze fertig los:

  • Kartoffel schälen (deligieren an Mitesser)
  • Blumenkohl von den harten, grünen Blätter befreien
  • Zitronenscheibe (etwas dicker) vorbereiten
  • die Hälfte des Blumenkohls in mannfingerdicke Scheiben schneiden
  • in einen Schnellkochtopf geben wir Salz, den restlichen Blumenkohl und die erforderliche Menge an Wasser
  • auf Stufe eins garen, bis der Stift hochgekommen ist, beiseite stellen
  • im zweiten Topf garen die Kartoffel
  • ein Ei mit etwas Sahne, Paprika, Salz, weißem Pfeffer, einer Messerspitze Wasabipaste , falls nicht zu hand Meerettischpaste
  • verquierlen
  • Schale mit Semmelbrösel füllen
  • die Blumenkohlscheiben in der Eimasse wälzen und in den Semmelbrösel panieren
  • Pfanne mit Butterschmalz (2 Eßlöffel, je nach Menge) füllen und heiß werden lassen
  • Blumenkohlschnitzel goldgelb backen und dann auf kleiner Hitze gar ziehen lassen
  • Kartoffel abgießen , mit einem kräftigen Stück Butter versehen, Sahne hinzufügen
  • und den restlichen, zwischenzeitlich gegarten Blumenkohl hinzufügen und stampfen
  • anschließend mit dem Schneebesen nochmals etwas durchrühren und mit Muskatnuss, ggfs. Salz, Peffer abschmecken
  • die Kapern in ein kleines Butterpfännchen in heißem neutralen Öl fritieren
  • auf die Teller fertig los

Was soll ich Euch sagen …

  • schweigend, mit glänzenden Augen genoß er sein Schnitzel
  • stand auf, holte sich Nachschlag vom Stampf
  • keine Reste!!
  • Bayern hatte Leverkusen vom Platz gefegt
  • Gö-Ga war im „Siebten Schnitzelhimmel“

Diese Woche plane ich diverse Hamsterfahrten – es soll nochmal 20 grad werden !

Außerdem habe ich gestern herrliche Quitten bekommen.

Quittenrezepte gibt es ja sooo viele. Erstmal mache ich Quittengelee, dann sehen wir weiter

Schöne Woche!

„Butternut – Bohnen Dal – indisch – vegane Herbstküche“

(Werbung, da Namensnennung , bzw. erkennbar)

Ehrlich gesagt, eigentlich konnte ich mit der indischen Küche nicht zu recht „warm“ werden.

Wenn es hieß, gehen wir zum Inder, kam bei mir nie eine echte Begeisterung auf.

Diese meist für mich verkochten Gerichte waren oft super abgeschmeckt und gewürzt, aber mir oft zu breiig, nicht definierbar.

Andererseits die klassischen, Bohnen- Erbsen und Linseneintöpfe nach Deutscher Rezeptur fand ich auch nicht mehr so toll. Bis auf meinen Gö-Ga machten eh alle einen Bogen um diese klassischen Eintöpfe.

Bohnen, Erbsen, Linsen sind allerdings sehr gesund, wie wir alle wissen.

Manchmal muß man dem Gericht einfach einen exotischen Namen geben und es wird cool, super genannt. So gelang es mir letztendlich auf den Blumenkohl in der Familie zu „verkaufen“

(s. Blumenkohl-Kichererbsen Dal) https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20731022

Diese Dal-Gerichte, mit Liebe gekocht, sind echte „Heimkomm-Gerichte“ , verbreiten diese angenehme Wärme im Körper, der Duft holt einem schon ab, wenn man das Treppenhaus betritt. Diese Gerichte spenden Trost, erzeugen unbandige Freude, kleine Tränchen….

Fazit:

Die entwickelten Eigeninterpretationen ergeben eine äußerst schmackhafte, würzig Variante.

Durch das Kombinieren mit frischen Zutaten (Mangold, auch Früchte , wie z. B. Mango, Zwetschgen…) eignen sich hervorragend und gehen eine echte Symbiose mit den Hülsenfrüchten ein.

Mit Liebe habe ich Nüsse kleingehackt, geröstet und final die Dals mit frischen Koreander, kleinen Frühlingszwiebeln (vom Asianten) bestreut. Dieser Crunch verleiht einen besondere Note.

Dazu reicht eigentlich das Pfannenbrot (s. Blumenkohl-Kichererbsen Dal)

Am schnellsten geht es mit rotorangen Linsen – anstatt die oft verwendete Kokosmilch eignen sich auch pürierte Mandeln ect.

Das Einweichen der Hülsenfrüchte kann man meist umgehen, bzw. die Hülsenfrüchte aus Dosen sind zur Not auch ein würdiger Ersatz.

So wird aus dem Dal ein Gericht, welches auch für Besuch, bzw. Freundeessen sehr gut geeignet ist.

Die nötige Auswahl von Gewürzen sollte man sich besorgen, dann sind den unzähligen Varianten keine Grenzen gesetzt.

Ich bevorzuge es die Gewürzmischung selbst zu mösern, der Duft ist unwiderstehlich !

Wer sich Zeit sparen will kommt auch mit der Gewürzauswahl (s Foto gut klar)

Während ich hier noch mühsam schreibe, hat mein Gö-Ga und die schnell eingeladene Tochter den Butternut-Bohnen Dal genossen.

„Aber das Brot, mit den dunklen Stellen aus der Pfanne gibt es doch auch…“ , meinte der Herr.

Selbstverständlich!

Fotos vom- wunderschönen Teller – mit Cocosmilch und dem zerfallenen Mangold aus meinem Blumenkasten – dem nussigen Crunch aus den Cashewkernen – kann ich Euch nicht liefern.

Allerdings habe ich mir erlaubt den kläglichen Rest zu fotografieren. Schöne Tellerfotos machen alle.

Restefoto am nächsten Morgen

Insgesamt mehr als zwei Stunden hatte ich geköchelt, geschnippelt, Pfannenbrot ….. , das Einweichen der Bohnen und kochen hatte ich schon am Tage vorher erledigt.

Wenn Ihr dennoch dieses Gericht nachkochen wollt, dann lest jetzt weiter.

Zutaten:

  • 500 gramm weiße Bohnen
  • 1/2 Butternutkürbis
  • 250-300 gramm frisches Mangold oder Spinat
  • 1 rote Zwiebel
  • 10 cm frischen Ingwer
  • Abrieb von einer Kurkumawurzel
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • eine kleine Habaneros
  • 1 Karotte
  • 1 Eßlöffel Butterschmalz – oder neutrales Pflanzenöl –
  • 1 Dose gestückelte oder auch ganze Tomaten bester Güte
  • 1 Dose Cocosmilch (dickflüssig)
  • 1/2 Liter Gemüsebrühe
  • frischen Koreander, am besten mit den feinen Wurzeln

Gewürze:

  • schnelle Variante
  • siehe Foto
  • Mörservariante:
  • Senfkörner, Schwarzkümmel, Peitschenpfeffer, Zimtrinde, Nelke, Kardamon, Fenchelsamen….
  • Steinsalz
Gewürzmischungen

Zubereitung:

  • Butterschmalz in den Topf
  • das Hartgemüse mit dem kleingeschnittenen Ingwer, Zwiebel und einwenig Gewürzmischung
  • einem Hauch Zucker leicht anrösten
  • dann den in Stücke geschnittenen Kürbis, hinzufügen und köcheln lassen
  • bis er zerfällt, mit Brühe ablöschen
  • nach und nach die restlichen Zutaten hinzugeben
  • und leicht köcheln lassen
  • wichtig immer wieder umrühren
  • wenn alles sich etwas verbunden hat
  • die vorgegarten Bohnen hinzufügen
  • die Gewürzmischung hinzufügen und mit Steinsalz abschmecken
  • dann den vorgeschnittenen Mangold hinzufügen und zerfallen lassen
  • die Nüsse ohne Fett anrösten und klein hacken
  • die Kokosmilchen hinzufügen und einmal verrühren
  • Dal in vorgewärmte Teller geben und mit den gerösteten Nüssen bestreuen
  • dazu Pfannenbrot bzw. Reis reichen.

hört sich super an – und so einfach – aber es dauert…. bis das Dal zu bereitet ist.

Wagt es und ihr werdet begeistert sein.

Pfannenbrot

„Fischers Fritz fängt kleine Fische….“

Fischers Fritz fischt frische Fische. Frische Fische fischt Fischers Fritz – so lautet der Zungenbrecher

Gerade hatte ich es mir gemütlich gemacht, einen schönen Wein, kleinere Naschereien… die Füße hoch.

Mein Handy klingelt, die Freundin meiner Tochter meldet sich. Da muß ich hin, bestimmt hat sie ein

Problem….

Weit gefehlt – ihr Freund Kevin war äußerst erfolgreich beim Angeln an der Ostsee.

Heringe, ganz frisch ausgenommen und schon pfannenfertig, möchte sie mir heute noch vorbeibringen.

Da konnte ich nicht nein sagen…

Die kleinen, saftigen Heringe mag ich sooo gerne! Selten kann man sie in München bekommen.

Mein Rezept: (für zwei Personen)

Zutaten:

15-20 kleine frische Heringe

2 Eßlöffel Jogurt (3,8 %)

150 ml Sahne oder mehr

1 kräftigen Teelöffel Dijon-Senf

Schnittlauch, Petersilie

groben Biogries , vermischt mit einwenig Semmelbrösel

mehr braucht es nicht.

Zubereitung:

  • Sahne, Joghurt und Senf verrühren
  • Schnittlauch und Petersilie kleingeschnitten hinzufügen
  • einmal mit dem Schneebesen verrühren
  • die Fische in die Marinade geben und 3-4 Stunden, bzw über Nacht ruhen lassen.
  • grober Biogries mit 1-2 Eßlöffel Semmelbrösel (selbstgemacht und fein) vermischen
  • die Fische hiermit panieren
  • die Pfanne mit einem neutralen Pflanzenöl und einem kräftigen Stich butter versehen und auf Betriebstempertur bringen (nicht zu heiß sollte die Pfanne sein, allerdings so, dass die Fische gleich Farbe annehmen)
  • einmal wenden und die Temperatur zurücknehmen
  • fertig sind die leckeren Fische
  • die Pellkartoffel gleichzeitig im Dampftopf abdämpfen
  • restliche Marinade als Soße reichen …

Meine persönliche Anleitung zum Essen:

  • die Fische esse ich mit den Händen
  • gezielter Biß in den Rücken
  • im Mund verbinden sich das zarte Fischfleisch mit der leichten Kruste
  • der Grätenstrang mit den kleinen, feinen Gräten löst sich von selbst
  • gar nicht genug kann ich von diesen Fischen bekommen
  • die heiße, feste Kartoffel quetsche ich in der Marinade
  • zweiter Gang, Pfanne sauberwischen, Pflanzenöl, Butter und die nächsten Fische…
  • ein Traum ! einfach -gut –

Also schon mal den Zungenbrecher üben, damit die Fische Euch ins Netz oder den Einkaufskorb hüpfen.

Viel Spaß beim Fischen….

Danke Kevin, Danke Claudia !

„Goldener Oktober ….“

So golden, wie er aussieht ist er leider nicht.

Die Nächte sind empfindlich kalt. Mein kleiner „Großstadtgarten“ gibt nochmal Alles.

Mangold, kleine , scharfe Paprika, verschiedene Habaneros und die mediteranen Kräuter sind besonders intensiv derzeit. Es duftet herrlich nach Thymian, Minze und es ist ein besonderer Luxus, wenn man kocht und nur schnell ein paar frische Kräuter abschneiden kann.

Die Umstellung auf Herbst- und Winteressen fällt mir dieses Jahr ganz besonders schwer.

Einwenig tröste ich mich mit meinen geliebten Hamstertouren, die ich mittlerweile bis nach Tirol ausdehnen mußte. Kartoffel, Mehl, Eier, Käse, einwenig gutes Fleisch, Fisch und Gemüse sind die Bestandteile meiner Alltagsküche. Die Ausflüge verbinde ich mit ausgiebigen Wanderungen, Kultur und der ein oder andere Landgasthof lädt zum Verweilen ein.

So läßt es sich leben……

Selbstverständlich dürft Ihr wieder in meinen Kochtopf schauen und Euch die eine oder andere Anregung mitnehmen

Gestern habe ich von unserem Sonntagsausflug an den Ammersee herrliche Kürbisse mitgebracht

  • Kürbissuppe
  • Kürbiscurry
  • Kürbisnudeln wird es die nächsten Wochen bestimmt öfters geben..

Viel Spaß beim Kürbiskochen !

Irgendwie lebt man wieder auf – die Isarphilharmonie hat neu eröffnet, das Volkstheater ist neu gestaltet – alles in meiner unmittelbaren Nähe.

Ein kleiner Mittagstreff mit ehemaligen Kollegen ist kurzfristig möglich. Schwimmen, Saunieren, diverse Ausstellungen – Konzerte.

Ja und die Restaurierungstermine sind in meinem Alter auch von elementarer Bedeutung.

Die Kinder müssen sich halt anmelden, wenn sie mal wieder bekocht werden wollen.

Da werde ich das Kochen, Backen… schon etwas besser organisieren müssen.

Servus, die Sonne scheint, leider nur 11 grad – ich muß schnell mal in die Stadt meinen neuen Lesestoff abholen.

Bis bald

Eure

Meggie

„Septembersommertraum“

(ohne Worte )

Nocheinmal, nocheinmal…..

Wer geglaubt hatte die letzten Badetage seien vorbei, wurde eines Besseren belehrt

Der 3. Oktober , 26 grad Lufttemperatur, der See leicht wellig und für mich angenehme Schwimmtemperatur.

Keine Menschenseele im See, eintauchen kopfüber und gegen die Wellen schwimmen, die Kulisse der Berge begleitet mich, immer schneller, in langen Zügen schwimme ich ….

Der Gö-Ga sitzt angstvoll auf den See blickend am Steg und grollt…

  • keiner schwimmt soweit
  • muss das sein
  • es ist viel zu wellig
  • ein Glück, dass es bald vorbei ist…

Sommerfeeling pur bis zum letzten Sonnenstrahl

Im September hatte ich meine Küche weitgehend geschlossen .

Die Landgasthäuser hatten wieder geöffnet und der Himmel strahlte bayrisch-blau.

Es war einfach unbeschreiblich schön, wandern, schwimmen, Freunde treffen und Sonne tanken….

„Liebe geht durch den Magen …“

Fortsetzung

Manfred kam völlig durchnäßt, erschöpft und schweißgebadet bei Greta gegen Mitternacht an.

Eine heiße Dusche, einen Teller von der Überlebenssuppe weckten seine Lebensgeister auf.

Das Spätsommergewitter hatte die Luft gereinigt, die unerträgliche Schwüle der letzten Tage, war einer frischen, fast herbstlichen Luft gewischen. Diese „Müncher-Bergluft“ verlieh ihm eine bärenhafte Energie.

Greta saß still und fröstelnd im Schneidersitz am Boden. Aufgeregt biß sie auf dem Bleistift herum, der Duft verunsicherte sie völlig. Wie kann nach so langer Zeit sich der Geruch so verfestigen?

Manfred öffnete die erste Kiste und entnahm ein Bündel Briefe , mit einem rotem Seidenband waren sie sorgfältig zusammengebunden. Die Pergamentrolle entpuppte sich als einen Familienstammbaum der sehr kunstvoll gestaltet war.

Er begann im 17. Jahrhundert und endete 1942.

Hiermit wollte er sich zunächst intensiv auseinandersetzen. Doch Greta war schon völlig vertieft und hin und hergerissen, diese alte Schrift bereitete ihr immer noch große Probleme.

Aber eins war klar, es war der Briefwechsel zwischen ihrer Urgroßmutter und ihrem geliebten späteren Ehemann, dem Brauer aus dem Egerland.

Die äußerst aktive und scheinbar quirlige junge Frau lebte in Wien – und so konnte sie lesen, hatte sich gegen den Willen ihrer Eltern entschlossen Köchin zu werden. Die geschwungende Handschrift , die riesigen Anfangsbuchstaben , die förmlichen Anreden und eine nicht zu beschreibende Sehnsucht spiegelte sich in den Briefen wider.

Doch wie hatte ihre Urgroßmutter, den jungen Braumeister kennengelernt? Wie kam es zu dieser Verbindung?

Manfred, tat diese Briefe als sentimentales Beiwerk ab.

Greta solle sich gefälligst auf die Fakten und Daten des Familienstammbaums konzentrieren.

Schließlich hatten sie unzählige Kunstwerke, Versicherungspolicen gefunden, von unschätzbarem Wert die von elementarer Bedeutung für ihn waren. Es mußte irgeneinen Zusammenhang auch mit seinen Vorfahren geben.

Er konnte nachts nicht mehr ruhig schlafen und diese Gefühlsduselei brachte ihn zur Weißglut.

Bis der Morgen graute, stritten sie sich und Greta fand einen Briefwechsel zwischen dem Brauer aus dem Egerland und der Wiener Fabrikantentochter , der sehr heftig geführt worden war. Hier ging es um die Zwetschgenknödel, wie Greta unschwer erkennen konnte

Der junge Brauer schwor auf das Rezept seiner Großmutter und behauptete, nur mit den Kartoffeln aus seiner Heimat und den festen, süßen Zwetschgen aus dem Egerland, gäbe es sie weltbesten Zwetschgenknödel.

Während Ritschie auf ihre österreichischen Zwetschgenknödel mit Topfen und erlesenen Zutaten schwörte.

Manfred war völlig aufgewühlt, er mußte die nächsten Tage nochmal in die Kellergänge, es mußte Klarheit geschaffen werden über diese Besitzverhältnisse und dann wollte er sich an die Behörden wenden.

Greta , schrie, weinte vor Verzweifelung und beschwor ihn, es nicht zu tun, bevor sie nicht ihren Vater erreicht hatte.

Greta zweifelte an der Liebe Manfreds, an sich und bereute zutiefst, dass sie mit in den Keller gegangen war.

Diese Zwetschgenknödel würde sie noch heute kochen und darauf freute sie sich wahnsinnig.

Sie wußte auch schon, wo sie geeignete Zwetschgen bekam!

Hastig notierte sie sich die Zutaten , soweit sie sie entziffern konnte:

13 Stk. Zwetschgen
13 Stk. Würfelzucker
250 g fetter Quark
100 g Mehl
50 g Speisestärke
100 g Butter (zimmerwarm)
20 g Puderzucker
2 Eigelb
1 Schote Vanille
1-2 Bio-Zitronen
1 Prise Salz
Semmelbrösel
etwas Butter
Zimt und Zucker

Greta ergänzte das Knödelrezept. In das Knödelwasser gab sie eine kräftige Prise Salz und braunen Rohrzucker, sowie die ausgekratzte Vanilleschote, um den Knödeln noch mehr Aroma zu verleihen. Der Probeknödel stieg langsam hoch, sie wälzte ihn in den warmen Butterbröseln, die in der Pfann auf dem Herd sehnsüchtig auf ihre Bestimmung warteten. Der Probeknödel war locker und so aromatisch , himmlisch!

Mit sehr großer Hingabe und Liebe hatte Greta das Rezept Ihrer Ururgroßmutter angewendet, doch die restlichen Zwetschgenknödel waren nicht gelungen!

Die Knödel schwammen im leicht siedenden Wasser und fielen trotz Probeknödel auseinander.

War das ein Zeichen, dass die Liebe zu Manfred, die Aufarbeitung der Vergangenheit sinnlos sein sollte.

Sie vermisste ihren Vater mehr den je. Warum konnte sie ihn nicht erreichen.

Greta, erstarrte – die Türglocke schrillte mehrfach agressiv.

Ihre Beine versagten , sie stürzte und die Bilder verschwammen, es wurde dunkel.

In dem Altbautreppenhaus hallte eine laute, scharfe Männerstimme

„Öffnen Sie sofort.., sonst dringen wir gewaltsam ein…“

Greta war nicht im stande zu öffnen….

(Fortsetzung) folgt

„Augustimpressionen visuell – liquid „

ohne Worte

Servus August, du hast dein Bestes gegeben – einwenig mehr Seewetter hätte ich aber doch erwartet

Sommergetränke

Einen schönen Sonntag

Status: 11 grad Dauerregen

Plan: Regenkleidung (Regenhose, Regenjacke, Gamaschen) und eine Runde Fahrradfahren, Bäcker, Zeitungen und dann warten bis die Sonne aufgeht.

„Liebe geht durch den Magen…“

Fortsetzung

Greta saß mit zittrigen Fingern vor dem Festanschluss und wählte vergeblich die Nummer ihres Vaters

"the participant is currently unavailable.." 

Warum erreichte sie ihren Vater nicht?

In ihren Schläfen hämmerte ein wahnsinniger Schmerz, sie war unfähig sich zu konzentrieren.

Der Keller, die verstaubten Gänge, die Tapetentür, das Eisenbett, die Wehrmachtsuniform – Was hatte dies zu bedeuten?

Wo war sie hier gelandet?

Sie wollte doch nur ihr Studium ….

Bewaffnet mit einem Stapel Notizen verließ sie die Wohnung, raus, raus , durchatmen, Prioritäten setzen

Was war nur mit ihrem Vater los?

Niedergeschlagen, ließ sie sich auf die Wiese am Eisbach im Englischen Garten fallen und träumte von diesen, samtigen, fluffigen Zwetschgenknödel, die Notizen und handgeschriebenen Rezepte ihrer Urgroßmutter ließen sie nicht mehr los.

Sie schwor sich, noch heute mit dem Sichten der Papiere zu beginnen.

Aber warum in der Welt erreichte sie ihren Vater nicht?

Es war Ende August, die ersten Blätter rieselten, tanzend von den Bäumen.

Heute Abend wollte Manfred mit ihr einen Plan erstellen, wie sie weiter vorgehen wollten. Konnte sie Manfred wirklich bedingungslos lieben und vertrauen?

Was war mit dem braungelockten „Retter“. Seit Wochen hatte sie ihn nicht mehr in der Uni gesehen.

Es bereitete ihr ein nicht zu beschreibendes Unbehagen. Alle Aktionen ihn ausfindig zu machen waren gescheitert. Sollte sie Manfred um Unterstützung bitten?

Langsam, müde und verzweifelt stieg sie die Treppen der Zentral-Biblothek hoch, blieb stehen, schaute auf die riesige Glaskuppel, die sie so liebte. Hier oben hatte Anne Frank gestanden….

Die Deutsche Geschichte hatte sie mit einem nicht zu beschreibenden Unbehagen verfolgt. Welchen Zusammenhang bestand da zu ihrer eigenen Familie?

Sie wußte eigentlich gar nichts, weder von ihrer verstorbenen Mutter, noch von dem Firmengeflecht, welches ihr Vater immer noch ganz alleine führte. Wenige vertraute Mitarbeiter standen im zur Seite. Warum hatte er nie wieder geheiratet? Da es ihr bislang an Nichts gefehlt hatte, sah sie auch keinen Anlaß sich mit den geschäftlichen Angelegenheiten auseinanderzusetzen. Wo war er der Schlüssel zum Glücklichsein? Ihr Vater hatte ihn offenbar nicht gefunden.

Würde die Liebe zu Manfred stark genug sein?

In ihrem dünnen Sommerkleidchen fröstelte sie und beschloss, erstmal eine Knochensuppe aufzusetzen.

Diese Suppe erweckt alle „Geister“ hatte ihr Vater ihr schon als Kind immer erzählt. Bis heute hatte sie aber noch keinen Geist erweckt. Vielleicht gelingt es ihr ja mit diesem Rezept:

„Knochenbrühe“

Knochenfond

Zutaten:

2 kg Rindsknochen gemischt mit Markknochen

Suppengemüse: Sellerie, Karotten, Lauch, Zwiebel

Tomatenmark, Paprika, Habaneros , frischer Ingwer, 1-2 Knoblauchzehen

Meersalz.

Zubereitung

  • die Knochen abwaschen und in einen großen Topf geben
  • das Suppengemüse waschen und grob zu recht schneiden
  • die gewaschenen Knochen in den Topf geben und anschwitzen, bis sie einen leichten Ansatz bilden, bzw. leicht bräunen
  • alles gut mit Wasser bedecken
  • das geschnittene Gemüse hinzufügen
  • aufkochen
  • salzen (1 1/2 Eßlöffel) bei einem großen Topf müssen es schon sein
  • Tomatenmark großzügig hineingeben
  • Deckel drauf und bei kleiner Stufe sich selbst überlassen
  • mindestens 2 Stunden
  • ggfs. den Schaum abschöpfen

Diese Brühe durchsieben . In Twistgläser füllen oder einfrieren. Hieraus entstehen wunderbare Kartoffel, Kürbis, Gemüsesuppen, Eintöpfe und auch Schmorgerichte lieben diese Brühe.

Jetzt kann der Herbst kommen, dachte Greta und nahm einen Stapel der vergilbten Papiere aus der staubigen Kiste.

Ein seltsamer Geruch erfüllte den Raum, modrig, es roch nach Bier, vermischt mit einem schweren Parfüm.

Die laue Vollmondnacht versöhnte sie einwenig und sie wartete voller Sehnsucht auf Manfred.

„Sieg der Nackerten und „Zitteraale“

Die Isarinsel war von „Künstlern“ besetzt worden. Der Kampf begann. Es wurde geräumt, wieder zurückerobert von den mutigen Freidenkern, die ihre Kunst missverstanden fühlten

Über Wochen ging es hin und her. Die Nackerten haben gesiegt!

Wo kämen wir dahin, wenn die uns mit so einem Schmarrn unsere Insel nehmen..

Heute genossen viele der älteren, Lederhäute – ich nenne sie liebevoll Zitteraale, denn ihr müßtet es einmal sehen!…

Todesmutig begeben sie sich in die kalte Isar , einmal eintauchen – auf der Brücke bleiben die Touristen stehen – und bewundern die harten Burschen, die sich dann zitternd wieder aus dem Fluten befreien.

Ein Spätsommertag , wie München ihn liebt.