„Liebe geht durch den Magen…“

(Fortsetzung)

Greta saß am Kleinhesseloher See. Verträumt schaute sie auf das Wasser und beobachte die Entenfamilie, die unter strenger Anweisung von Mutterente ihren ersten Schwimmversuche unternahmen.

Greta liebt den Englischen Garten, die weitläufigen Wiesen, die gepflegten Wege und sie träumte davon einmal mit der Pferdekutsche mit ihrem Herzallerliebsten zu fahren und am Seehaus zu speisen…..

Es waren schon 9 Tage vergangen, der Rosenkavalier hatte sich nicht gemeldet, noch hatte sie eine vage Vermutung, wer der edle Gönner war.

Der braungelockten Schwarm und Retter war auch vom Erdboden verschluckt.

Sie vertiefte sich in ihre Lektüre und die Zeit verging im Flug.

Sie freute sich schon auf den Grillabend mit der NachbarsWG, die einen Stock unter ihr wohnten.

Ein Jurastudent, ein angehender Mathematiker und Tessa , Krankenschwester und Engel der WG teilten sich die geräumige Altbauwohnung mit dem verhältnismäßig großen Balkon.

Greta hatte sich bereit erklärt die Beilagen beizusteuern, aber völlig vergessen einzukaufen.

Hastig packte sie zusammen und eilte heimwärts.

Der Kühlschrankcheck war sehr negativ. Außer grünen und roten Paprikaschoten war nichts brauchbares im Gemüsefach.

Eigentlich wollte sie einen Pulposalat vorbereiten.

Tessa hatte aus Niederbayern ihre berühmten Gockerl mitgebracht und ihn nach ihrem Rezept geteilt, mariniert.

Jetzt war improvisieren angesagt.

Zunächst schnitt sie von ihrer kleinen Logia Rosmarin, Salbei, Zitronenthymian, hackte ein Knoblauchzehe, entkernte die Paprikaschoten.

Das Backblech, war natürlich nicht gespült, auch das noch.

Schnell belegte sie es mit Backpapier und verteilte die Paprikaschoten und die mediteranen Kräuter auf das Blech,.

würzte das Gemüse mit groben Meersalz und gab final einen Schuß ihres besten Olivenöls über die Schoten.

Ab in den Ofen . Normalerweise schält sie die Paprikaschoten mit einem bestimmten Schäler. Trotz intensiver Suche – Fehlanzeige – wird auchmal so gehen und morgen räume ich die Schubladen auf!

Nach ca. 20 Minuten würden diese herrlich duften mit altem Balsamico und einwenig Peccorino würde es eine wunderbare Vorspeise ergeben.

Ihr blieben noch eine halbe Stunde, denn der angehende Mathematiker bestand auf Pünktlichkeit.

Duschen, Umziehen…. und sie wollte doch noch eine Beilage…

Da viel ihr Blick auf den Reiskocher, den sie schon länger nicht mehr benutzt hatte.

In den Tiefen ihres Vorratsschranks fand sie aber nur den ganz normalen Vollkorn-langkornReis.

Auch egal. Greta gab einen Esslöffel Olivenöl in den Topf , dann 2 1/2 Tassen Reis.

Die Wassermenge verringerte sie – anstatt gab sie eine Dose gestückelte Tomaten hinzu,

Meersalz und eine kräftige Brise von ihren Chilischoten getrocknet.

Die restlichen Paprikaschoten legte sie auf den Reis bzw. auf den Einsatz. Stecker rein, Reiskocher anschalten, auf Kochen stellen und er würde sich von selbst ausschalten, wenn der Reis fertig war.

Sorgfältig macht Greta sich zu recht, wer weiß, vielleicht …….

Ihr langes , im Rücken tiefausgeschnittenes Shirtkleid, sah lässig aus. Die goldenen Zehensandalen, der schwarze Fußlack, den sie hektisch auflegte – vervollständigten das Qutfit.

Die Party konnte beginnen.

Fortsetzung folgt

P.S Vielleicht sind die Beilagenvorschläge ja was für Euch !

„Liebe geht durch den Magen…“

Die Familie der Urgroßmutter , liebevoll Ritschie genannt, hatte ihre Wurzeln im Egerland.

Ihr Ehemann , ein begnadeter Brauer, war weit über die Grenzen bekannt.

Zusammen mit Ritschie einer ausgezeichneten Köchin betrieb er eine Braugäststätte.

Hier kamen die Menschen hin, um das süffige, helle, schäumende Bier zu genießen und die wunderbaren, einfachen, aber wohlschmeckenden Gerichte von Ritschie zu genießen.

Viel wußte Greta allerdings nicht von ihren Vorverfahren.

Irgendwie wurde immer vermieden über die Familien und ihre Wurzel zu reden.

Sie wußte nur, dass ihre Mutter bei ihrer Geburt gestorben war. Die tatsächlichen Umstände lagen allerdings bis heute im Dunklen.

Greta , zwang sich nach Vorne zu blicken. In wenigen Monaten würde sie ihr Stipendum beenden.

Mit einwenig Glück konnte sie in den nächsten drei Jahren in Baugeschichte und Architekrurtheorie promovieren.

Ihr Vater hatte ihr jegliche Unterstützung zugesagt.

Greta hatte die ganze Nacht gerlernt um sich für die mündliche Prüfung vorzubereiten.

Die Türglocke ließ sie aufschrecken, wer will den zu mir am frühen Morgen.

Vorsichtig öffnete sie und ein betörender Duft empfing sie. Rosen, langstilig in weiß, rosa, dunkler rot und samtig verströmten den Duft. Der Überbringer konnte nicht sagen, wer der Auftraggeber war.

Eine kleine Karte, aus edlem handgeschöpften Papier hing an den Rosen.

Mit einer ausdrucksstarken, geschwungenen Handschrift hatte der Rosenkavalier geschrieben

„Für meine Sonne des Lebens“

Greta machte sich einen starken Espresso , ließ den jungen Junimorgen herein und freute sich über den Blumengruß des

Unbekannten. Die edle, große Lalique Vase in dunkelgrün – ja sie würde die herrlichen Rosen würdig aufnehmen.

Fortsetzung folgt

„Liebe geht durch den Magen…“

(Fortsetzung)

Uff, Greta blinzelte in das helle Kliniklicht. Nach eingehenden Untersuchungen konnte Entwarnung gegeben werden.

Keine schwerwiegenden Verletzungen hatten sich ergeben.

Leicht benommen und wahnsinnig durstig kam Greta zu sich.

„Das Schicksal hat es gut mit ihnen gemeint, wir konnten keine weiteren Verletzungen feststellen!“

Gerne können Sie sich von ihrem Freund abholen lassen,“ teilte die sympathische, junge Ärztin lächelnd mit.

Greta bestellte sich ein Taxi und war schnell in ihrer kleinen Burg in der Franz-Josef-Str. in Schwabing. Ihr ging es wirklich sehr gut.

Sofort setzte sie sich mit dem netten Polizisten in Verbindung, der ihr seine Karte gegeben hatte.

Leider erhielt sie hier keine brauchbaren Auskünfte. Der Unfallverursacher war noch nicht ermittelt worden.

In der Hektik hatte man es versäumt die Adresse des netten jungen Mannes zu notieren, der erste Hilfe geleistet hatte.

Enttäuschung – auf der ganzen Linie ! Die wichtige Prüfung in der Uni hatte sie verpaßt, ihr Retter in der Not nicht auffindbar.

Sie versuchte sich abzulenken und traf sich mit ihrer besten Freundin auf einen Kaffee im Univiertel.

Jetzt ein schönes Stück Baisertorte oder eine Tarte au citron meringuée , die sie über alles liebte, würden die unschönen Ereignisse einwenig verdrängen.

In ihrem neuen flaschengrünen , seidenen Overall sah sie gut aus. Ihr schwarzer, gepflegter Bob und der kräftige, dunkelrote Lippenstift unterstrichen ihre natüliche Eleganz.

Steffi, ihre Freundin aus Kindheitstagen erwartete sie schon und so verging der Nachmittag sehr schnell.

Ja, es war richtig sich auszutauschen. Die Idee in der örtlichen Presse einen Zeugenaufruf zu starten war eine gute Idee, dann konnte sie sich auch gleichzeitig bei ihrem Retter und Schwarm bedanken. Mit der Uni hatte sie auch schon Kontakt aufgenommen. Selbstverständlich konnte sie die Prüfung kurzfristig wiederholen unter den Umständen.

Es vergingen, Tage, Wochen, keine Spur vom Unfallverursacher , noch von dem Zeugen und Retter.

Schon waren sie wieder nicht mehr zu verdrängen, diese Gedanken, diese Sehnsuchtsanfälle .

Greta konnte sich nur mit Mühe konzentrieren, sie zog sich zurück und grübelte nächtelang, wieso, warum?

Er war doch mit ins Krankenhaus gefahren, hatte ihre Hände…..

Die einzige Ablenkung war ihr geliebtes Kochen. Tagelang setzte sie Fonds und Teige an, füllte ihre Kühlfächer für den Tag X. Irgendwann da war sie ganz sicher, würde sie ihn mit den Köstlichkeiten verwöhnen.

In einer alten Umzugskiste im Keller hatte sie das handgeschriebene Kochbuch ihrer Urgroßmutter gefunden.

Mühsam kämpfte sie mit der Sütterlinschrift und manches mußte sie interpretieren, da die Zutaten nur sehr schwer zu bekommen waren.

Fortsetzung folgt!

Das Rezept der Lemon-Tarte mit Baiser werde ich demnächst in einem gesonderten Beitrag veröffentlichen.

„Liebe geht durch den Magen …“

(Fortsetzung)

Die Handlung ist frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder mit lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

Werbung , da Namensnennung erkennbar

….. ,

Vogelgezwitscher weckte Greta an nächsten Morgen. Schräg viel die warme Sonne in die kleine Dachwohnung. Die Staubkörner versammeln sich zu ihrem verzweifelten Tanz. Eigentlich ein herrlicher Maimorgen, die Dolden der blühenden Kastanien nicken stolz in den Tag.

Greta versucht sich abzulenken. Sie verdrängt die kleinen Alltagssorgen.

Die schmerzende Verliebtheit für IHN packt sie für heute sachlich in die Schublade: Lass es einfach sein!

„Was könnte ich mir heute gutes Kochen? Nach der Uni laufe ich zum Viktualienmarkt und kaufe mir diese dunkelblauen, violetten Kartoffel, wie heißen sie noch gleich? Vitelotte, ja genau.

Diese herrlichen,festkochenden Kartoffeln, dämpfe ich mir mir mit Meersalz ab und dazu gibt es Butter und einen kleinen raffinierten Dip!“

Der Tag war vollgestopft mit Terminen – und Greta schwor sich:

„Heute denke ich nicht an diesen Typ mit den braunen Locken….“

Hektisch, ohne Frühstück verließ sie ihre Wohnung, zerrte das Fahrrad aus dem Kellerabteil und radelte mit wehenden Haaren in Richtung Uni.

Gerade wollte sie links in die Türkenstraße abbiegen, als ein Scooterfahrer sie schnitt und verkehrswidrig versuchte sie zu überholen. Sie schrie schmerzvoll auf, verlor das Gleichgewicht und verlor das Bewußtsein.

Greta blutete am rechten Oberschenkel stark. Das Schutzblech ihres Uraltfahrrads hatte tief ins Fleisch geschnitten.

Ein junger Mann eilte herbei, keinen Moment zögerte er. Er zerriss sein Shirt und versuchte die Blutung zu stillen.

Verzweifelt band er das Bein mit dem restlichen Streifen seines Shirts ab. Der Sanka ließ auf sich warten. Greta’s Puls war nur noch schwach zu spüren.

Endlich ! Die Sanitäter versorgten Greta und verfrachteten sie in den Krankenwagen.

Der junge Mann stand schweißgebadet danneben und lies es sich nicht nehmen, Greta ins Krankenhaus zu begleiten.

Jetzt öffnet Greta ihre Augen. Mit sanfter, ruhiger Stimme redet der junge Mann auf sie ein:

„Bleib hier, nicht schlafen- dabei streichelte er ihre schönen feingliedrigen Hände und hofft, das sie es bis ins Krankenhaus schafft.

Greta wacht kurz aus ihrer Bewußtlosigkeit auf. Wo bin ich, dann erkennt sie über sich, das so geliebte Gesicht, die braunen Locken kleben an der schweißbedeckten Stirn. Träume ich? Wo bin ich?

Kraftlos sinkt sie in das Kissen und möchte, dass dieser Traum nie endet.

——- und dann koche ich ihm meine Vitelotte

——–den Dip mache ich aus 3 Eßlöffeln Joghurt, da nehme ich den griechischen mit 10 Prozent, ein paar Spritzer Zitronensaft und einen gehäuften Teelöffel Paprikamark (Aivar), eine Prise von dem spanischen, geräucherten scharfen Paprikapulver- eine kleine Garnitur aus frischem Rosmarin und Basilikum rundet mein kleines Gericht ab.

Besorgt sah der junge Retter den Sanitätern nach, die Greta in die Notaufnahme brachten.

„Treffen mit Ratschkathl am Viktualienmarkt“

Lange war ich nicht mehr auf dem beliebten Markt. Noch vor ein paar Jahren war ich jeden Woche mindestens einmal da, um einzukaufen, Freunde zu treffen – zu ratschen – genüßlich eine Brotzeit genießen….

Besonders liebte ich es, mir die Köstlichkeiten (Fisch, mediterane Köstlichkeiten, französischen Käse , Wein …) zusammen zu stellen, um sie dann in dem Biergarten bei einem Bier oder auch erlesenen Glas Wein zu genießen.

Doch die Pandemie hat hier alles verändert! Die Gastronomie hat die bayrische Kultur der Offenheit für mich verloren.

Wie ich auch schon in meinem Glockenbachviertel leidvoll feststellen konnte, sind überall auf den Straßen – ich nenne es Bretterverschläge zusammengezimmert – oft lieblos dekoriert – vollgestopft mit sogenannten Außensitzplätzen, teilweise mit Plexiglasscheiben getrennt. Da will ich nicht sitzen!

Besonders am Viktualienmarkt konnte mann immer mit Leuten aus der ganzen Welt ungezwungen ratschen (plaudern, reden) Lachen und einfach das Leben genießen. Dies ist auch eigentlich die Philisophie der Biergärten für mich.

Auch konnte man dort die Aura der Ratschkathl spüren und erleben. Hier traf sich die Verkäuferin, der Bürgermeister der Stadt, die städtischen Bediensteten bei schönem Wetter in der Mittagspause – ungezwungen – mit einer Leberkässemmel bewaffnet in der Mittagspause.

Die Ratschkathl hatte meist, obwohl sie eh schon viel zu tragen hat – einen Blumenstrauß im Arm –

Gestern traf ich sie. Traurig sah’s Kathl aus. Sie versteht die Welt nicht mehr.

Eine ganz wichtige Person wars zur Lebzeit:

Ratschkathl ist eine weibliche Bühnenfigur des Volkstheaters und bedeutet sinngemäß „ratschende[1] Kathi“[2]. Heute dient der Begriff allgemein in der bayerischen[3] und österreichischen Sprache[4] als Synonym für eine geschwätzige weibliche Person.

Als Erfinderin der Rolle der „Ratschkathl“ gilt die Volksschauspielerin Elise Aulinger. Ebenfalls wird die Komödiantin Ida Schumacher[5] mit dieser Rolle assoziiert, die die Rolle im Stück Die Ratschkathl vom Viktualienmarkt perfektionierte. Auch Liesl Karlstadt[6] verkörperte die Rolle der „Ratschkathl“. Wegen ihres Vornamens wurde auch die lebhafte Darstellerin Kathi Prechtl oft als „Ratschkathl“ bezeichnet. Die Kabarettistin Maria Peschek tritt in ihrer Bühnenrolle der Paula Pirschl mit Küchenschürze als typische Ratschkathl in Erscheinung.

Aufgrund der regional unterschiedlichen Dialekte der bairischen Sprache haben sich auch die Schreibweisen Ratschkatl, Ratschkattl und Ratschkaddl etabliert.[7] Von 1889 bis 1921 erschien in München die beliebte Wochenzeitung Münchener Ratsch-Kathl, die sich selbst als „Unterhaltungsblatt für gemüthlichen Verkehr“ bezeichnete.[8

Sie verkörpert für mich auch einwenig das „Frauenbild“ in dieser Zeit. Mit ihrer geschundenen Stimme (ihre ausgebildete Stimme verlor sie krankheitsbedingt) konnte sie sich einwenig „Luft“ machen und den Menschen und vorallem den Männern einiges sagen.

Einer, der Ida Schumacher noch erlebt hat, heißt Wolfgang Löscher. Der 85-Jährige stand als junger Musiker mit Schumacher auf der Bühne und begleitete ihre Scherze und die der anderen Humoristen am Klavier, die bei „Bunten Abenden“ mit einem „volkstümlichen“ Programm auftraten. Die festen Nummern – „immer an der Gürtelgrenze“ -, wie Löscher sich erinnert, habe er irgendwann mal auswendig gekannt. Aus heutiger Sicht sind sie absolut harmlos, aber dann doch irgendwie hochaktuell: „Entschuldigen Sie bitte meinen Aufzug heut. Sie werden jetzt wahrscheinlich meinen, ich bin überfahrn worden, gell? Dabei war ich in der Stoßzeit drinnen. Ich bin mit der Trambahn gfahrn.“ Löscher sagt dazu nur: „Die Ida war halt die Ida.“ (Quelle Süddeutsche Zeitung)

Jeder der in dieser Stadt lebt, kennt auch noch heute eine „Ratschkathl“ , mit der man sich im Hinterhof beim Müllwegbringen, im Treppenhaus, beim Bäcker…. kurz trifft und ihr aufmerksam zuhört.

Viele Standl, die ich seit mehr als 30 Jahre kannte und liebte, sind verschwunden, bzw. werden von neuen Betreibern geführt. Das Angebot ist immer noch sehr, sehr gut. Ist es nicht wunderbar, wenn ich mir um 15.00 nachmittags überlege….. zu kochen, radele ich zum Markt und kaufe die Artischocken, den Rohmilchkäse, die Senfkörner, die Kräuter, den Ochsenschwanz… Das ist für mich trotz der festgestellten Widrigkeiten Lebensqualität!

Mit ein paar schnellen Fotos verabschiede ich mich für heute

P.S. ihr wollt doch sicher wissen, wie es Greta geht mit ihrem Liebesschmerz

„Liebe geht durch den Magen „

(Kochgeschichten short story)

Es kribbelte in ihrem Bauch, abwechselnd wurde ihr heiß und kalt, der Atem stockte.

Er betrat den Raum – lächelnd, strahlend, das gutsitzende Hemd unterstrich die sportliche Figur, die geschmeidig, eleganten Bewegungen – die gepflegten Hände, die hellbraunen Locken – Greta nahm zittrig ihr laptop vom Tisch und verließ den Raum.

Wieder hatte sie es nicht geschafft, auf sich aufmerksam zu machen.

Greta konnte sich nicht mehr konzentrieren, bedrückt und aufgewühlt verließ sie die Biblothek .

Fahrig und unkontrolliert lief sie durch die Straßen des belebten Univiertels.

Greta war gerade zu besessen in München endlich zu promovieren um dann weiter zu ziehen in die Welt der Kunst und Kultur , die sie seit frühester Kindheit so verehrte.

Nichts anderes hatte bislang in ihrem Leben einen Stellenwert bekommen.

Bis zu jenem verschneiten Tag im Dezember 2019 . Hier traf sie das erste Mal auf ihn und seitdem ging ist ihr himmelhochhauchzend – zu Tode betrübt – in beliebiger Reihenfolge.

So konnte es nicht weitergehen!

Eine hochgebildete Frau – bist Du – sprach sie laut vor sich hin – Du siehst gut aus – bist humorvoll, liebenswert und jetzt ist es genug mit dem infantilen Getue.

Greta klappte das Dachfenster ihrer winzigen Küche auf und begann zu kochen.

Beim Kochen konnte sie allen Weltschmerz vergessen.

Spaghetti puttanesca –

Alle Zutaten hatte sie noch aus Rom mitgenommen –

Olivenöl erhitzen, den gehackten Knoblauch und die in Streifen geschnittene Chilischote unter ständigem Rühren andünsten. Sardellenfilets und Oliven zufügen. Dann die Tomaten und das Tomatenmark zugeben. Bei mittlerer Hitze ohne Deckel rund 15 Minuten köcheln lassen, dabei immer wieder umrühren

Die Spaghetti al dente mit Meersalz kochen …

500 gramm Spaghetti dachte Greta, eigentlich …..

Nach einem kräftigen Schluck Primitivo versank sie in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

Fortsetzung folgt!

„Lammkoteletts mariniert…“

(Werbung, da Namen erkennbar)

Diese kleinen Koteletts am Stiel… einmal reinbeißen in das rosa Fleisch, welches 24 Stunden in der Spezialmarinade gebadet hat – ein Grilltraum !

Beim Türken unseres Vertrauens muss man sie vorbestellen. Die Lämmer werden dort im ganzen von der schwäbischen Alp angeliefert und hier bis zum letzten Knochen verarbeitet.

So kommt es auch, dass es diese besonderen Lammkoteletts nicht jede Woche zu kaufen gibt.

Lammkotletts-Mariande

Zutaten:

für 4 Personen = 25 Stück Lammstielkoteletts

  • Thymian, Rosmarin, Salbei, Minze, Koreander ( frisch aus dem Kräuterbeet o. Kasten)
  • 2 Zehen frischer, junger Knoblauch
  • bestes natives Olivenöl ca. 4 Eßlöffel
  • 1 Limone (abzesten) dann auspressen
  • Meersalz, weißer Pfeffer
  • Kreuzkümmel
  • ras el hanout
  • Fenchelsamen
  • Schwarzkümmel

mehr bedarf es nicht

Zubereitung:

  • entsprechend große Schüssel bereithalten und 4 Eßlöffel bestes , natives Olivenöl hineingeben
  • Limone abzesten und den Saft über das Olivenöl geben
  • dann mit den Gewürzen verrühren und die Limonenzesten unterheben
  • die Knoblauchzehen in die Marinade reiben
  • dann – am besten mit Vinylhandschuhen die Koteletts marinieren
  • locker ohne sie groß zu zerkleinern, bzw. zu bearbeiten die Kräuter unterheben
  • (beim Grillen ist nämlich hinderlich, wenn die Kräuter auf dem kleinen Fleischstück haften, sie werden schwarz und bitter.
  • hier geben sie nur ihre Aromen ab und man kann sie später einfach rausnehmen.
  • dann verfrachte ich die Koteletts in eine Zip-Tüte – verschließe sie – und lege das ganze in das Gemüsefach.
  • so kann ich die koteletts nach Bedarf entnehmen und so halten sie sich auch 1-2 Tage im Kühlschrank

Beilage: Couscous, Tsatsiki , gegrilltes Gemüse, grüne Bohnen

was sich gerade anbietet

Also schon mal Lammkotletts bestellen, besorgen und viel Erfolg beim Marinieren und Grillen

„Bolognese between Okzident und Orient“

Es gibt nichts Schöneres für mich – nach einem langen Seetag – die vorbereiteten Köstlichkeiten aus dem Kühlschrank zu nehmen

  • gegrilltes, mariniertes Paprika mit Kapern angereichert
  • Aubergine gegrillt, Knoblauch, Petersilie
  • Hummus
  • Zsasiki- frischer Knoblauch, Gurke, ein Hauch Olivenöl – Kräuter der Provence
  • den ein oder anderen Dip

Aber dann sehnt man sich wieder nach einem sämigen Ragout – Tellergericht – leicht scharf, dazu ein frisches kaltes Bier –

Einfach löffeln und auf der Terasse sitzen, den Vögeln, den Fledermäusen zu schauen – ob die auch Corona haben, frage ich mich – putzige Tierchen, dann nähert sich der Falke…

Es ist einfach unfassbar, was sich mitten in der Großstadt so aufhält, bzw. sich den Verhältnissen angepaßt hat.

Bei meinem heutigen Rezept ließ ich mich von meinem traumhaften Aufenthalt auf Sizilien leiten:

In den lateinischen Sprachen werden die Begriffe Orient, orientalisch bzw. Okzident, okzidentalisch wie selbstverständlich verwendet. Im Französischen haben die Begriffe „occidental“ und „oriental“ die Bedeutung „westlich“ bzw. „östlich“. Im deutschsprachigen Raum wird der Begriff „Orient“ bzw. „orientalisch“ recht häufig verwendet, während man die Begriffe „Morgenland“, „morgenländisch“, „Abendland“, „abendländisch“ oder „Okzident“, „okzidentalisch“ sehr selten hört oder liest. Das mag daran liegen, dass diese Begriffe inhaltlich sehr unscharf sind und auch etwas altbacken oder gestelzt wirken. (Quelle Wikipedia)

Auf Sizilien habe ich die Bedeutung in der Küche eindeutig nachempfinden können.

„Bolognese between Orient and Okzident“

Zutaten:

1 kg Hackfleisch 1/2 Rind, 1/2 Lamm

2 rote Zwiebel

2 Karotten

2 Spitzpaprika

1 kleine Zuccini

1 Aubergine

2 Zehen frischen Knoblauch

100 gramm abgetropfte Kichererbsen

1 Chilischote – scharf –

1 Biozitrone, auch Abrieb

2 Dosen gestückelte Tomaten ( oder frische Tomaten, gehäutet und geviertelt)

bestes Olivenöl

1/2 Liter Hühner oder Gemüsebrühe

1/4 Liter Weisswein (Sizilien mit mind. 13 %)

Kräuter und Gewürze:

frischen Koreander, frische Minze, Petersilie

Meersalz aus der Mühle

weißer Pfeffer

Kreuzkümmel,

Schwarzkümmel, Senfkörner, Fenschelsamen, Bochkshornkleesaat

Ras el Hanout

Rosengewürz

geräucherter Ricotta (weich, wunderbar harmonisiert mit den Zutaten)

  • erschreckt nicht! der vielen Zutaten – es lohnt sich-

Zubereitung:

  • das Fleisch aus der Kühlung nehmen (ca. 1/2 Stunde vor Verarbeitung
  • während dessen das Hartgemüse in kleine Würfel schneiden (Sellerie, Karotten, Zwiebel, Knoblauch)
  • Paprika schälen, Aubergine infingerdicke Scheiben schneiden und mit Meersalz wässern
  • Zuccini in Stifte schneiden

Gemüsezubereitung:

  • Hartgemüse in gesonderter Pfanne farblos anschwitzen
  • Paprika, Zuccini in der Grillpfanne schmoren
  • Aubergine abtupfen und in Stücke schneiden und ebenfalls grillen

Fleischzubereitung:

  • das Hackfleisch in einer sehr heißen Pfanne (ich nehme meine alte Eisenpfanne)
  • anbraten bis es Farbe zeigt
  • mit dem Wein ablöschen und einkochen lassen (kleine Stufe)

Zwischenstation:

  • Gemüse, Hartgemüse miteinander verbinden, leicht salzen und pfeffern
  • Kräuter hacken
  • Zitrone abzesten und Saft auspressen
geräucherter Ricotta und Koreanderblüten

Finalzubereitung:

  • Fleisch, Gemüse miteinander in einem geeignet großen Topf verbinden
  • Brühe angießen
  • Tomaten hinzufügen, Kichererbsen beigeben
  • köcheln lassen
  • nun die Gewürze hinzufügen und ca. eine 1/2 bis 3/4 Stunde köcheln lassen
  • final abschmecken, ggfs. Salz …
  • Kräuter über hinzufügen , umrühren
  • Käse bereitstellen
  • und in tiefen Tellern servieren

Dies ist die Offenbarung zwischen Orient und Okzident – die Aromen verbinden sich und vielleicht habt ihr das Glück, dass etwas übrig bleibt. Aufgewärmt mit meinem Tomatenbrot war dieses Gericht einfach ein Sommertraum!