Rouladen – Satt

Der Winter kämpft ums Überleben, der Frühling drängt ihn immer mehr zurück.
Aber so richtig Frühling ist es noch nicht, die Nächte sind immer noch kalt und frostig.

Für mein Winterabschiedsessen brauche ich nur die besten Zutaten.

Gut abgehangenes Fleisch aus der Rinderkeule, den besten Speck der Welt von meinem Freund Wolfgang in einem speziellen Räucherverfahren in den Bergen Tirols geräuchert, abgehangen …
Allein der Duft des Specks erinnert mich an den Speck meiner Kindheit. Fester Kern, nicht dieses lapprige biegsame salzige Wammerl – nein – echter Speck riecht anders, auch die Fettschicht hat Geschmack. Ob ganz dünn aufgeschnitten,
ausgelassene Grieben… Eier mit Speck – manchmal muß es einfach sein.IMG_0399

Dann meine Senfvarationen – körniger Scharfer, Apfel-Kren-Senf, oder Johannesbeersenf…
und meine Chiligürkchen – klein, fest, scharf – mehr brauchen meine Rouladen eigentlich nicht
bis auf den guten Rotwein, den alten Balsamico , das liebevoll geschnippelte Gemüsebett und einwenig Zuneigung, Zeit.IMG_0401
Feste Kartoffeln, Möhren-Mangoldgemüse – Das ist er der Winterabschiedsessenstraum.

So können wir ihn uns ganz leicht erfüllen:

Zutaten f. 8 Personen:

8 gut abgehangende Rouladen aus der Rinderkeule
beste Monschauer Senfvariationen
1 Glas Chiligurken
200 gramm besten Speck
Bindfaden oder Rouladenklammern

1-2 Karotten
1 Stangensellerie
2 -3 Schalotten
1 Knoblauchzehe
Tomatenmark

1/4 Liter Rotwein
1/4 Liter Rinderfond zum Angießen.

Zubereitung:

Schritt 1

Speck dünn aufschneiden, Rouladen mit der gewünschten Senfvaration bestreichen , Senfgürkchen halbieren.
Zuerst die Roulade mit Speck belegen, dann die Gürkchen verteilen und einrollen.
Mit Zahnstocher fixieren und mit Küchengarn verschnüren.

Schritt 2

Gemüse in kleine Würfel schneiden. Mit einem Eßlöffel Chiliöl und Tomatenmark das Gemüse anschwitzen, mit etwas Puderzucker bestäuben und mit einem kleinen Schluck Rotwein ablöschen. Einreduzieren lassen auf kleiner Flamme.
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Schritt 3
Ein walnußgroßes Stück Butterschmalz erhitzen und die Rouladen rundherum anbraten. IMG_0402

Schritt 4

Nun das Röstgemüse in einen Bräter geben und die Rouladen auf das Gemüse setzen.
Mit dem restlichen Wein ablöschen und einwenig einreduzieren lassen.
Den Fond angießen.
Mit einem Eßlöffel Mehl bestäuben. Den Bräter mit dem Deckel verschließen
und für 2 Stunden bei 180 grad in den Backofen geben.

Dazu Karotten-Mangoldgemüse (im Wok mit einem Sück Ingwer gegart) und frische Salzkartoffeln zu bereiten.

Winter ade, das Gemüse hat aber schon einen Hauch vom Frühling.

"Bärlauch – Kartoffel- Auflauf"

Jedes Jahr sind wir alle verrückt, nach den ersten Bärlauchspitzen. In jeder Kochsendung, Zeitschrift…. wird dieses „Unkraut“ gelobt und gepriesen.
Eine stattliche Auswahl an Rezepten hatte ich im Lauf der Jahre schon ausprobiert, bei den Küchengöttern veröffentlicht.
Meine „Esser“ waren nach meinen asiatischen „Wochen“ an Reis nicht mehr so interessiert, schon wieder Pasta.., mach doch mal Kartoffel.

So entstand: „Bärlauchgratin“

halbfeste Kartoffeln, werden vereint mit dem frischen, jungen, grünen Bärlauch.
Dazu kleine Zitronenschnitzelschen vom Kalb oder Schwein.
Tipp: „mehr ist weniger“ pro Person können wir 3-4 Schnitzelchen planen

Zutaten:

4-5 mittlere Kartoffel
3/4 L Sahne
100 gramm Bärlauch
Salz a. d. Mühle
Pfeffer
Muskatnuß
Butter für die Form
Zubereitung:
1.Eine Auflaufform mit guter Butter einfetten
Die Kartoffel in nicht zu dünne Scheiben schneiden. Mit der Küchenmaschine geht es am besten, man kann aber auch die Brotmaschine missbrauchen, bzw. einen geeigneten „Beikoch“ damit beschäftigen.

2. Dann die Kartoffelscheiben sorgfältig einschichten und kräftig mit den genannten Gewürzen
versorgen.
Die Kartoffelschicht mit dem Bärlauch belegen
3. Eine Schicht Kartoffelscheiben, mit Bärlauch belegen bis die Form 2/3 befüllt ist. P1040780

4. Die Sahne angießen. Die Sahne sollte die Kartoffeln fast bedecken
und dem Gratin ein paar Butterflöckchen gönnen
5. Den Ofen auf 200 grad vorheizen und ca. 30-35 Min. backen
Ggfs. kurz mit Alufolie bedecken, damit die Kartoffeln nicht zu dunkel werden.
Nun haben wir jede Menge Zeit unsere vorbereiteten Zitronen-Schnitzelchen oder den Backfisch auszubacken.

Schnell gemacht und schnell gegessen!!!

Meine Schätze: Melanzane

Der Kofferraum ist schwer mit den Schätzen Kalabriens beladen. Auf der Sonnenliege am Strand fielen mir so manche Rezeptideen einfach vom „Himmel“
Hier meine Melananzekreation, schnell, einfach, los geht es:DSC01741
Zutaten: 2 Melanzane – mittelgroß,
2 Eier
150 gramm feines Paniermehl
4 st Filetti di Acciughe
1 St Zitrone
2 TL Kapern
4 Eßlöffel Olivenöl z. Ausbacken
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Die Melanzane schneiden wir auf der Brotmaschine in gleichmäßige nicht zu dicke Scheiben auf. Mit einem scharfen Messer ritzen wir die Oberfläche rautenförmig ein und beträufeln die Schnittstellen mit Zitronensaft. Die Scheiben werden dann kräftig mit Meersalz aus der Mühle gewürzt.

Zügig verquirlen wir zwei Eier und geben die Panade in eine Schale. Die verquirlten Eier geben wir ebenfalls in eine Schale oder Teller.In einer Pfanne erhitzen wir das Olivenöl auf mittlere Temperatur und bereiten eine Platte vor, die wir mit Küchenkrepp auslegen.DSC01744DSC01745

Nun geben wir die panierten Melanzanescheiben in das heiße Öl und backen die Scheiben DSC01747goldgelb aus. Den Garzeitpunkt erkennen wir daran, dass die Gemüsescheibe weich ist. Auf vorbereitete Teller die Melanzanescheiben verteilen u. mit Kapern, Zitrone u. Anchovis dekorieren u. sofort servieren. Dieses Gericht kann sowohl als Vorspeise, als auch als Hauptgang gereicht werden. DSC01748

"Frühling spannt sein blaues Band……

Der Viktualienmarkt an diesem Wochenende ist in Frühlingslaune, Spargel, Spargel, Erdbeeren, Artischocken , Wildsalat, Spinat was das Herz begehrt…..
DSC00893DSC00894 Gegen Mittag schieben sich die Menschen über den Markt und bestaunen das vielfältige Angebot. Das laue Lüftchen tut sein übriges und jeder kann sich glücklich schätzen einen Platz gefunden zu haben unter den blühenden Kastanien mit einem kühlen Bier …… Das schon fast musikalisch anmutende Raunen und Klingen der Bierkrüge verbindet sich mit dem Duft der vielen Köstlichkeiten, die man rund herum erstehen kann. Gerne lasse ich mich einwenig treiben….DSC00897DSC00898
Spargel bestimmt den Markt. Irgendwie kann man sich gar nicht entscheiden, welcher Spargel ist denn nun der beste. Viele schwören auf den „Schrobenhausener“, andere auf den aus Franken…. Ich habe den Eindruck, dass man überall etwas Sand aufschüttet und ein Spargelanbaugebiet schafft, um sich am schnellen Geschäft mit den weißen Stangen eine Scheibe abschneiden zu können. Jedes Jahr gibt es mehr Spargel hat man den Eindruck. DSC00891DSC00887
Am liebsten kaufe ich den Spargel direkt beim Bauern, in einem Spargelanbaugebiet mit Historie. Hier kann ich den Spargel mit dem Fingernagel mal anritzen und auch die Stangen gegeneinander reiben bis sie „quitschen“, denn so teste ich die tatsächliche Frische des Spargels. Den grünen Spargel liebe ich besonders, er braucht fast nicht geschält zu werden und sollte meiner Meinung nach stehend, feucht gelagert werden. Dieser grüne „bayrische Spargel“ ist ein echter Genuß und die Spitzen zu einem Risotto verrührt – unwiderstehlich –

Mein Radl parke ich mitten auf dem Markt und habe noch ein paar Besorgungen zu erledigen, schnell einen Blick in mein geliebtes Haushaltswarengeschäft, wo sich der berühmte Lafer die Ehre gibt und für die „Schalker-Fans“, so scheint es mir, eine Kochvorführung macht.
Dicht gedrängt mit offenen Mündern stehen die Menschen dicht gedrängt und staunen, was Lafer alles zaubern kann. Sicher werden sie die empfohlende Pfanne gleich mitnehmen und bitter enttäuscht sein, wenn die Röstis , dann doch nicht „wie beim Lafer“ schmecken. DSC00909

Meine Einkäufe und Erledigungen ziehen sich hin, immer noch stehen auf meiner Liste:
Eier, Erdbeeren, Kräuter , Artischocken, Zitronen, Trüffelpecorino.
Ach, dann kann ich ja an der 16.OO Uhr Aktion am Gemüsestand teilnehmen.
Hier an einem der besten Obst- u. Gemüsestände kann am ab 16:00 zum halben Preis einkaufen.
Kurz vor vier bilden sich schon lange Menschenschlangen, vor dem Obst, vor dem Gemüse ….
Geduldig reihe ich mich ein, hier kann man echtes Marktgefühl spüren. Vor mir steht eine nette, junggebliebene Endsechzigerin, gepflegtes Äußeres, dezentes make up, sportlich gekleidet. Fachmännisch prüft sie den Spargel, die frischen Salate… und fachsimpelt über die „alten und neuen Kartoffel“ …. Doch plötzlich wird sie sehr ungehalten. “ Sie, sie sann auf dem Vikutalienmarkt, hier werden sie bestens bedient, bitte lassn doch die Finger vom Gemias…“ Die Frau schaut auf und patzt zurück: „Was geht das Sie an ?“, und wühlt weiter mit ihren Händen im Obst und Gemüse. Das läßt sich eine Münchnerin nicht gefallen, forsch schreitet sie zur Tat und haut der Gemüsetasterin kräftig auf die Finger. „Dreimal habe ich es gesagt, jetzt langts fei „, der Mann hinter mir beleidigt die Dame und nun muß ich mich doch einmischen. Der Herr gehört zur der raffenden Frau, natürlich. Sie möchten doch sicher alles was die da angefaßt haben kaufen… “ Schimpfend verlassen sie daraufhin das Terrain und der Markfrieden ist wieder herstellt. DSC00886DSC00899
Schmunzelnd und zufrieden radele ich mit meiner Marktbeute heim, wunderschöne Artischocken, duftende Zitronen, Käse, Deutsche Erdbeeren aus Baden und freu mich auf einen kühlen Weißwein und einen gemütlichen Kochabend. Meine Familie hat mich sicher schon vermißt, denn so lange kann sich doch kein Mensch auf dem Viktualienmarkt aufhalten!
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"Frühjahrsmenü Bosporus"

Ein Frühjahrsmenü für ca. 15 Personen mit mediteranen Vorspeisen, Lammbraten, frischer neuer Knoblauch, frisches Frühjahrsgemüse, Wein und einer süßen alles versöhnenden Nachspeise. Das wärs doch…..

Wir haben Frühling, allerdings war es am Donnerstag der vergangenen Woche so warm, dass ich es in der Sonne nicht aushalten konnte. Im April einen Sonnenschirm ? Es sind diese Übergänge der Jahreszeiten, die einem seltsam vorkommen, gestern Winter heute Sommer.

Daher wollte ich etwas mediteranes Kochen…..
Die Goethestraße in München war mein Ziel an diesem frühen Samstagmorgen. Man hat das Gefühl man befindet sich in irgendeiner Marktstraße in Istanbul. Die türkischen Hausfrauen feilschen um ihr Gemüse, beladen mit zehn Plastiktüten, Kinder Männer im Gefolge.. Von hektischer Betriebssamkeit keine Spur.
Die Tomaten, das Gemüse müssen einer genauen Prüfung standhalten, bevor man sich auf den Preis einigt.

Hier mischen wir uns, meine Tochter ist mit von der Partie, mitten unters Volk.
Eine Kiste Rauke, eine Kiste Tomaten, Auberginen, Paprika, Knoblauch, Nüsse, türkischer Joghurt, Trauben, frische Minze, Petersilie, Zitronen…. unsere Einkaufsliste ist endlos.
Wo gibt es wohl das beste Baclava, gefüllt mit Walnußmasse ?
Das können wir heute nicht selbst machen. Wir probieren da, haben Sprachprobleme.
Eine türkische Hausfrau, schlägt uns vor eine Kiste Rauke zu teilen, genau zählt sie und wir haben nun einen guten Deal gemacht. Der Hase freut sich sicher auch.
Die Läden sind verteilt, was der auf der einen Straßenseite anbietet, bietet der andere günstiger, frischer… Wir hetzen hin und her. Völlig erschöpft nehmen wir im türkischen Cafe Platz, beladen mit Plastiktüten. Eigentlich mag ich diese Tüten gar nicht, aber so einen fahrbahren Einkaufswagen für Omas, nein das brauch ich auch nicht.

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„Frühjahrsmenü Bosporus“
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Vorspeisen:
gegrillte Aubergingen, gegrillte Spitzpaprika m. neuem Knoblauch an Zitronen-Olivenölvinaigrette, gegrillter Fenchel mit altem Balsamico und geriebenem Schafskäse,
gegrillte Champignos an Olivenöl-Balsamico u. frischen Petersilie, Tomaten-Raukesalat…DSC00801DSC00800DSC00809

Hauptspeise: verschiedene Braten vom Lamm , gefüllt mit Thymian, frischem Knoblauch, Rosmarin…

Nachspeise:

karamelisierte Walnüsse, Trauben, bedeckt von einer Sahne-Vanille-Zitrone-Joghurt-Creme
dazu Walnuß-Baglava

Es ist viel Gemüse zu schneiden, das Lamm muß „bratfertig“ gemacht werden.
Das Lamm stammt von der schwäbischen Alp, hat ein besonderes Fleisch, mit einem ganz aromatischen Geschmack.
Das Lammfleisch ist nur grob vom Schlachter vorbehandelt, so daß wir Knochen zerteilen müssen für den Lammfond, die Braten füllen. Verschiedene Bratenstücke haben verschiedene Garzeiten, hierauf müssen wir besonders achten.

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Damit der Lammbraten richtig saftig wird gare ich es im eigenen Fond.
Nach meinen Erfahrungen sind alle im Handel erhältlichen Fonds nicht von besonderer Güte, daher bin ich dazu über gegegangen meine Fonds selbt herzustellen.

Rezept:

Zutaten: ca. 1 Kg Knochen vom Lamm

1/2 Teelöffel Anissamen
1/2 Fenchelsamen
12o ml Pernod
2 Teelöffel grobes Meersalz
Zweige f. Thymian u.Rosmarin
2 Karotten
1 Stück Sellerie
3 frische Knoblauchzehen
4-5 kleine franz. Schalotten
250 ml Wasser

Den Backofen heizen wir auf 220-250 grad Ober/Unterhitze vor
Geben das grob kleingeschnittene Röstgemüse auf ein Blech.
Den Fenchelsamen und Anissamen streuen wir über das Blech.
Nun geben wir die Lammknochen auf das Röstgemüse.
5-7 Min bei hoher Temperatur in den Ofen schieben, dann die Temperatur zurücknehmen und mit
Pernod ablöschen. Zwischendurch immer wieder mit einwenig Wasser übergießen, daraufachten, das nichts einbrennt, ggfs. mit dem Holzlöffel lösen. DSC00798
Nach ca. 1/2- 3/4 Stunden erhalten wir einen herrlichen Bratensatz.
Das Gemüse und die Knochen entfernen wir und geben ggfs. nochmal etwas Wasser hinzu. Leicht läßt sich der Satz vom Blech lösen , es duftet herrlich.

Nun können wir die großen Bratenstücke anbraten, kleinere Stücke legen wir nochmals zu Seite, denn sie haben unterschiedliche Garzeiten. Die Lammkeulen geben dann auf den Fond und lassen sie ca. 3 1/2 Stunden bei 170 grad Ober/Unterhitze schmoren.
Die Garzeit hängt im wesentlichen von dem Fleischgewicht ab. Wer unsicher ist, sollte mit einem Garthermometer arbeiten. Kleinere Bratenstücke später hinzugeben.

Die kleinen Kohlrabi, die kleinen Möhrchen, den Fenchel, Zucchini… was sich anbietet schneiden wir mundgerecht zu. Ca. 15 Min. vor Ende der Garzeit geben wir das Gemüse hinzu. So haben wir eine herrliche Beilage, welches wir zusammen mit dem Bulgurgericht:
– s. www. küchengötter.de – user: kurbis – bulgursalat 001
auf vorgewärmte Teller servieren.
Diese Bulgurgerichte können wir warm, lauwarm und kalt servieren.

Unser Menü ist zwar etwas arbeitsintensiv, aber läßt sich sehr gut vorbereiten und beim Gemüseschnippeln bedienen wir uns unserer Beiköche(Kinder, Ehemann, Freundin), genießen schonmal einen Schluck Wein, reden über Gott und die Welt.
Die Nachspeise ist ganz schnell zubereitet.
Nachspeise:
Zutaten:
500 gramm türk. Joghurt 10 %
1 Biozitrone
1 Vanillestange
500 gramm Sahne
Honig nach Belieben
500 gramm kernlose Trauben weiß
In eine beschichtete Pfanne geben wir ca. 5o gramm braunen Rohrzucker u. wenn er sich zu verflüssigen beginnt, geben wir die Walnüsse hinzu und lassen sie auf niedriger Temperatur karamelisieren. Die Nüsse sollten gut ausgekühlt sein, bevor wir sie mit den Trauben belegen.
Dann reiben wir die Schale der Zitrone ab u. kratzen die Vanilleschote aus.
Die Sahne schlagen wir steif und heben den Joghurt vorsichtig unter und geben die ausgekratzte Vanille u. die Zitronenzesten hinzu. Die Creme geben wir auf die Nüsse und Trauben und stellen das ganze ca. 2 Stunden kühl.
Wir dekorieren mit etwas Honig und reichen dazu unser Baglava. Süß, lecker , der ideale Abschluß unseres Bosporusmenüs. DSC00802DSC00804DSC00808
Ein gelunges Menü, ein gelungener Abend und ich freue mich jetzt schon auf das Grillen … draußen Essen, draußen Leben…..

Rezepte, Rezepte, Rezepte

Das Wochenende ist vorbei. Früh bin ich schon auf den Beinen, obwohl ich erst viel später arbeiten muß. Erst möchte ich aber mal mir den Frust von der Seele schreiben!
Die Katastrophe in Japan macht mir Angst. Der Mensch kann offentsichtlich sich nicht gegen die Natur durchsetzen, bei allen technischen Möglichkeiten, Frühwarnsystemen…
Lange war nichts geschehen, der Mensch wiegt sich in Sicherheit und dann schlägt die Natur erbarmungslos zurück.

Müssen wir alles immer im Überfluß haben, nutzen, produzieren… ?
Hilflos, angstvoll stehen wir da, wenn die Katastrophe irgendwo in der Welt sich ereignet.
Nein, in Deutschland kann das nicht passieren, wir haben für die Stromversorgung andere Vorkehrungen geschaffen… Wer daran glauben mag ?

Aber wir, jeder Einzelne kann, glaube ich etwas bewegen, indem wir der Politik nicht immer vertrauen, die Profitgier nicht immer unterstützen.
Eine Autofahrt weniger, etwas bewußter einkaufen, ein Wochendtrip mal etwas anders gestalten, das überlege ich mir gerade — vielleicht , aber nur vielleicht hilft es —-Auf jeden Fall, hat man das Gefühl einwenig getan zu haben, denn die Leidtragenden sind immer die Menschen, Frauen, Kinder, Männer…. Leider!!

Das Wochenende ist vorbei, Berge von Wäsche sind schon wieder da, Sportwäsche, Hemden, Blusen, die Skisachen, die Tischwäsche, die „Hotelhandtücher“ – so nenne ich sie, denn meine Herrschaften benutzen meist ihr Handtuch nur einmal. Damit ist jetzt Schluß!!!
In der Küche gibt es auch noch viel zu tun, der Markglößchenteig will noch verarbeitet und eingefroren werden. Die stundenlang geköchelte Rindsbrühe muß abgeschöpft… werden,
Die Bolognese hatte ebenfalls vor sich hin geköchelt und ist mit dem guten Rotwein diesmal richtig gut. Ab in den Tiefkühler, denn am Donnerstag kommen liebe Gäste und ich möchte Lasagne mit selbstgemachten Nudelplatten machen, da kann ich nicht auch noch die Bolognese kochen.

Jeder fragt mich in der letzten Zeit: „Kannst Du mir das Rezept aufschreiben?“
Dabei hatte ich nur Reste verwertet und einwenig Gemüse frisch hinzugefügt, den Blätterteig vor dem Ablaufdatum zu einer Lauchtarte verarbeitet, denn eigentlich mußte auch der nicht so beliebte Gouda, die anderen Käsereste verbraucht werden und die Eier müssen auch weg. Pasta

Die Croutons sind aber guut!! Kannst Du mir das Rezept…, Nein….!! Das schöne Bauerbrot war einfach etwas hart geworden und nach meiner ererbten Devise: „Ein Brot ist niemals hart, kein Brot ist hart“, fällt es mir schwer Brot wegzuwerfen.
So hatte ich die Brotreste einwenig mit Kräutern der Provence,Fleur de sel und Olivenöl in der Pfanne hin und hergeschoben und über die Suppe gegeben, die ich aus dem restlichen Broccolie-Mandelgemüse schnell mit dem Zauperstab und einwenig Brühe in wenigen Minuten zubereitet hatte, denn Sportler können nicht warten …. , sie kommen um vor Hunger!

So jetzt habe ich meine Rezepte aufgeschrieben. Zufrieden ?

Einen kleinen Spaziergang außerhalb der Stadt gönnten wir uns gestern. Die Natur liegt geplättet vom Schnee und Eis der letzten Monate brach. Alles ist farblos und man kann sich nicht vorstellen, dass es jemals wieder saftig grün weden wird, geschweige denn, dass irgendetwas zu blühen beginnt. Doch !!! Ich habe es gefunden !!!
Eine schöne, „Vorfrühlingswoche“ wünsche ich DSC00657DSC00662DSC00664

"Winterabschiedsessen für Männer"

Die Woche hatte ich schon davon geredet, von dieser bayrischen geräucherten Surhaxe.
Dieses Gericht gibt es zwei – dreimal im Winter, nur wenn es ganz kalt ist und als Verabschiedung des Winteressens, wenns noch kalt ist und man muß sich beeilen…
Männer lieben es alle – auch wenn sie es oft nicht zu geben wollen –
Die Surhaxe gibt es einmal nur gepökelt u. leicht geräuchert, wie wir es heute kochen möchten. Das Rezept der gepökelten Surhaxe:
http://www.kuechengoetter.de/rezepte/verschiedenes/-bayrische-Surhaxe–2533737.html
Bayrische Surhaxe – geräuchert –
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Hier mein Rezept: (3-4 Personen) einschl. Beilagen, Sauerkraut , Kartoffelpüree
Zutaten:

1 bayrische Surhaxe geräuchert ca 1,5 -2 kg)
500 gramm Sauerkraut ( am besten das aus Ismaning b. München lose aus dem Fass)
1 Stück Sellerie
2 Karotten
1 kleine weiße Zwiebel
1 Lorbeerblatt
100 gramm gewürfeltes Wammerl (Bauchspeck geräuchtert)
8 Wacholderbeeren
1/2Teelöffel Kümmel
1/2 L Weisswein oder Sekt (trocken)
1/4 L Fleisch- oder Gemüsebrühe
1 rohe Kartoffel
1 kleiner Schuß Gin (final)
1 Eßlöffel Butterschmalz

Das Hartgemüse, in mgl klein schneiden (Sellerie, Karotte, Zwiebel), die Wacholderbeeren kurz mit dem Messerrücken etwas anschlagen, damit sie ihr volles Aroma entfalten.
Kümmel, Wammerl, Wein, Gin bereitstellen, die Brühe kurz erwärmen.
Die fette Haxe wartet schon gierig auf ihren Einsatz, aber noch ist sie nicht dran.
In einen großen, bauchigen Topf geben wir das Butterschmalz und schwitzen hierin das Hartgemüse an – ohne das es Farbe bekommt – und lassen die Speckwürfel „mitlaufen“

Nun geben wir das abgetropfte Sauerkraut hinzu und lassen es kräftig anschwitzen, immer kurz rühren, es sollte nicht braun werden. Wenn sich das Kraut mit dem Hartgemüse verbunden hat und einwenig glänzt geben wir die Hälfte des Weines hinzu. Es köchelt, es riecht das ganze Haus/Wohnung nach deftigem Sauerkraut. Nun können wir die den Kümmel, die Wacholderbeeren hinzugeben und die dicke Haxe mit der Schwarte nach unten gleitet in den Topf.
Kurz ankochen lassen und mit den restlichen Wein angießen. Bei geschlossenem Topf ca. 1/2 Stunde auf kleiner Flamme köcheln lassen.
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Dann drehen wir die Haxe, gießen die Brühe an und lassen alles nochmals ca. 1/2 – 3/4 Stunde köcheln. Es ist darauf zu achten, dass im Topf genügend Flüssigkeit verbleibt, ggfs. Brühe nachgießen. Die Haxe geht auf und sollte aber nicht zu weich gekocht werden. Final geben wir einen kleinen Schluck Gin über die Schwarte. Die Haxe nehmen wir aus dem Ofen und stellen sie kurz warm. Dann reiben wir die rohe Kartoffel in das Sauerkraut und die Flüssigkeit bindet sich … Nun können wir mit dampfendem Kartoffelbrei servieren. Wie ich immer wieder feststellen muß, schmeckt dies nicht nur Männern.

Dazu Kartoffelbrei und am besten ein frisches Bier.
Das Rezept für das Püree:
http://www.kuechengoetter.de/rezepte/verschiedenes/-Kartoffelpueree-Variationen–1846326.html

Erdbeeren, Kirschen im Februar

Jetzt sind sie schon wieder da, diese Erdbeeren, Kirschen im Februar. Wunderschön dargeboten, jeder ist geneigt, sich ein Körbchen mitzunehmen.

Für mich ist es sehr, sehr wichtig, dass  mein Essen grundsätzlich an der jeweiligen Jahreszeit sich orientiert.
Im Februar gibt es nunmal in Deutschland keine Erdbeeren  und Kirschen zu ernten.

Schon jetzt freue ich mich auf die Erdbeer-Spargelzeit.  Das Aroma von selbstgepflückten Erdbeeren, das Auto riecht noch  einen Tag später nach Erdbeeren, Erdbeeren. Die bayrischen Erdbeerplantagen werde ich bereisen und Marmelade, Chutney, Kuchen , einfach essen mit Schlagsahne oder grünem Pfeffer

Zeitgleich ist dann der Spargel da….. weißer Spargel, dick und prall,  grüner aromatisch , glatt elegant –  Risotto – Spargel pur mit selbstgemacher Basilikum-Hollandaise zu Fisch, Bratwurst, Filet…
Alles kann man hier frisch vom Feld erwerben, mit einer Fahrradtour verbinden.
Erdbeeren im Februar – haben Sie schon mal  das Aroma getestet ? – , die brauche  ich auf keinen Fall.
Mal ehrlich,  die Vorfreude ist doch die schönste Freude !!

Weihnachten wieder in die Schachtel

Weihnachten vorbei, was war das schöööön, so heimelig, warm, gemütlich. Die schönen Lichter, Kugeln,der geschmückte Tannenbaum, den Duft,den wir seit unserer Kindheit lieben.
Alles abgeräumt, das Kripperl in die Schachtel, jede einzelne Figur sorgfältig verpackt, alles in Schachteln – muß wieder für ein Jahr – in den Keller. Weihnachten ist vorbei!!!
Wie werden wach aus unserem Winterschlaf und das ganz reale, harte Leben hat uns wieder.

Der Kühlschrank hat immer noch Reste, das Rinderfilet ist auch noch da, irgendwie ist man doch beim Fondeu papp sattund das Fleisch ist doch zuviel. Ein paar Kartoffel von der guten Sorte sind auch noch in der Speisekammer, der Blätterteig liegt im Kühlschrank und wartet seit 1 1/2 Wochen auf seinen Einsatz. Den Ziegenfrischkäse, was wollte ich damit nur machen ?
Auf jedenfall möchten wir Weihnachten mit einem gebührenden Mahl verabschieden. Ja und eine ganze Kalbsleberwurst mit aus dem Großhandel von besonderer Güte wartet noch auf ihre Bestimmtung.
Meine Kochhelfer sind auch schon genervt, nee, wir wollen nicht in der Küche stehen.
Mein Wochendmenü steht schnell fest:

Ziegenkäse-Blätterteig-Muffins mit Apfelchutney und getrockneten Cranberries
Rinderfilet im Blätterteigmantel mit raffinierter Kalbsleberwurst-Cranberry-Farce
Vanilleeis auf Blutorangen-Mango-Kumquats-Marmelade – warm u. flüssig gemacht als „Spiegel“

Es hat super geschmeckt, die Nachspeise konnte ich nicht mehr fotografieren.
Sicher kann sie sich jeder vorstellen, denn die Marmelade habe ich ja schon vorgestellt.

Alles in der Schachtel, irgendwie kann man die Weihnachtsdeko nicht mehr sehen und der Schnee hat sich auch davongeschlichen – gemein- , dabei hatte ich mich so an die Kälte und den Winter gewöhnt.
So sah das kleine Weihnachtsabschiedsmenü aus:
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