„Kirschkernweitspucken und der Traum vom besten Kirschkuchen….“

Dunkelrote, dicke Kirschen, saftig, süüüß, jetzt gibt es sie wieder – wer kann ihnen widerstehen?

Im Alter von 4-10 Jahren habe ich meinen Kindern immer pfundweise Kirschen nach dem Kindergarten/Schule  gekauft und wir haben dann Kirschkernweitspucken gespielt.

Rechnen geübt  und die Kerne gesammelt.

Ein kleines Sandeimerchen stand mitten auf der Terasse und wir spuckten um die Wette…“Mein Kern hat genau getroffen, Nein, Du hast geschummelt.. Sieger !“

Ehrlich gesagt ich habe immer verloren,  zu weit oder daneben , der Kirschsaft bildete nicht wieder zu entfernende Flecken. Es war ein Riesenspaß und ich glaube ganz fest, wenn ich heute zum Kirschkernweitspucken aufrufen würde, zumindest mein Sohn würde sofort mitmachen und ich auch!

Kirschkuchen gab es zu jener Zeit nie, denn die Kirschen brauchten wir ja zum Kirschkernweitspucken . Die alte Weisheit , wenn man Kirschen gegessen hat, darf man nichts trinken haben wir damals auch widerlegt.

Heute Nacht träumte ich von einem wundervollen Kirschkuchen , mit saftigen Kirschen, einem lockeren leicht schokoladigen Boden und einer echten Vanillecreme – wie ich sie in Frankreich mal gegessen hatte. Die Creme sollte Stand haben ,  nicht  fließen und dennoch nicht fest sein!

Meine Recherchen im Netz und in meinen diversen Backbüchern  waren negativ.

Selbst ist die Frau!

Wie war das noch mit der Vanillecreme – die es früher – ganz früher – als es noch keine Fertigmischungen zum Anrühren gab….

Quatsch –  so ähnlich wie meine Vanillesoße – so müßt es gehen.

Liebe Leser, mir ist vollkommen klar, dass keiner diesen Kuchen nachbackt, denn der Aufwand ist sicher jedem zu wider. Dennoch hier kommt Teil I

Vanillecreme

Zutaten:

  •  400 ml Milch
  • 75 gramm Zucker
  • 40 gramm Speisestärke (Kartoffel- oder Maismehl)
  • 3 Eigelb
  • 1 Vanilleschote
  • 1 Becher beste Schlagsahne
  • 30 ml Kirschwasser bester Qualität

so gehts:

  • Zucker, Eigelb , Speisestärke und 100 ml Milch  zu einer glatten Masse verrühren
  • Vanilleschote auskratzen und mit der Milch aufkochen
  • beiseite Stellen und kurz abkühlen lassen – aber nicht kalt werden lassen !
  • jetzt heißt es mit dem Schneebesen kräftig ca. 10 Min. rühren , es entsteht eine wunderbare dickliche Creme.
  • Kirschwasser unterrühren und erkalten lassen.

Diese Grundcreme kann man je nach Bedarf für viele Füllungen oder auch als Dessertbasis verwenden, angereichert mit verschiedenen Geschmacksvariationen (Limone, Orange, Zimt, Kardamon ect. mit Quark, Joghurt… )

Teil II

Kirschkuchen

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Zutaten:

180 gramm Dinkelvollkornmehl

2     Eßlöffel Kakao

5     Eier  (Größe M)

100 gramm Rohrzucker

2 Teelöffel natural Muscovado

80 gramm  Butter

1 Prise Salz

1 Prise Zimt

1-2 Rippen Schokolade 70 %

500 gramm entkernte dunkelrote Kirschen

und los:

  •  eine 26er  Hebebodenform mit Backpapier ausgleiten
  • Backofen auf 180 grad vorheizen (Ober/Unterhitze)
  • Zutaten abwiegen und bereitstellen
  • Mehl und Kakao sieben
  • 1 Prise Salz hinzufügen
  • Butter bei kleiner Hitze flüssig werden lassen – nicht braun werden lassen –
  • Schlagkessel einspannen und die Eier aufschlagen
  • langsam den Zucker und Muscovado einrieseln lassen
  • auf höchster Stufe zu einer gelblichen Masse aufschlagen
  • ein herrlicher Karamellduft steigt Ihnen jetzt in die Nase
  • nun lassen wir in einem dünnen Strahl die geklärte Butter einlaufen
  • anschließend sieben wir die Mehl-Kakao-Mischung hinzu
  • zunächst 1/3, dann den Rest
  • mit dem Schneebesen zugügig unterheben, nicht rühren !
  • Masse in die Hebeform füllen
  • ca. 10-12 Kirschen beiseite legen
  • die restlichen Kirschen auf den Teig verteilen , bzw. einsinken lassen.
  • sofort in den Backofen und ca. 20-25 Min. backen
  • Stäbchenprobe und abkühlen lassen.

Teil III

Topping und Vollendung:

  • Vanillecreme mit der Sahne steifschlagen, ggfs. noch etwas Kirschwasser ergänzen- Vorsicht wird schnell zu dünnflüssig  !
  • restliche Kirschen auf dem Kuchen legen
  • Schokoladespäne hobeln und verteilen
  • eine kleine Blüte Lavendel hinzufügen
  • und dann für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank
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Mein Gö-Gatte (Göttergatte) lauert schon seit Stunden auf den Kuchen und war – das will was heißen – sonst immer nur : „Geht, kann man essen … “ Hin und weg!

Tipp: echter Herrenkuchen – da nicht zu süß und die Kirschwasseraromen in Verbindung mit der geschmeidigen Creme … lassen auch Männerherzen höher schlagen.

„Schnelles Dinkelvollkornbrot“

Hurra, die Wärme ist da für Brote anzusetzen – einfach sich selbst zu überlassen und andere wichtige Dinge erledigen – Lesen, Träumen…. „wie war das noch – im Sommer ??,wenn es wochenlang nicht regnete und das Leben Draußen stattfand??“

Es ist ein Sommermärchen  , welches wir uns immer wieder ins Gedächtnis rufen….

Heute sitze ich  auf meinem Balkon über der Stadt und blogge – es ist Sommer ! Man kann ihn fühlen , riechen, man möchte in festhalten…

Lieber Leser drückt mir die Daumen um 9.55 Uhr habe ich einen Termin beim Orhopäden, denn mein Knie hindert mich  an meiner Lieblingsbeschäftigung  „Radeln bis an den Horizont“

Aber vorher noch mein Rezept:

Zutaten:

  • 500 gramm Dinkelvollkornmehl
  • 200 gramm Weizenmehl 405 ( hatte kein 550 iger mehr)
  • 1 Päckchen frische Hefe
  • 2 große Eßlöffel Vollkorn Sauerteig aus Roggenvollkornmehl  (getrocknet)
  • 1 1/2 Eßlöffel Salz
  • 2 Eßlöffel Gerstenmalz
  • 1 Teelöffel Honig
  • einen kräftigen Schuß bestes Olivenöl
  • 250 gramm Sonnenblumenkerne
  • 400 ml lauwarmes Wasser(insgesamt einschl. der 150 ml für die Vorgärung)

 

und so gehts:

Mehl abwiegen , Salz, hinzufügen und gut vermischen  (geschieht in der Schlagschüssel der Küchenmaschine)

  • Sauerteig, Gerstenmalz , hinzufügen
  • eine Mulde in in das Mehl drücken, Hefe einbröckeln, Honig auf die Hefe geben und ca. 150 ml Wasser drübergießen
  • nun von Außen mit Mehl zuschütten, so dass die Hefe bedeckt ist
  • und mehrere Stunden  – je nach Tagesplan sich selbst überlassen
  • Tipp: morgens ansetzen und am Nachmittag gegen 4-5 Uhr weiter bearbeiten  – kein Problem
  • die Teigschüssel nicht abdecken – einfach im Schatten  an einen warmen Ort stellen
  • Weiterverarbeitung
  • nun lauwarmes Wasser  –  Olivenöl und die Sonnenblumenkerne hinzugeben und so lange auf mittlerer Stufe kneten , bis der Teig sich vom Boden löst.
  • mit der Wassermenge muß man variieren, denn nicht jedes Mehl nimmt gleich viel Wasser auf.  Zunächst nur wenig , dann ggfs. nachgießen.
  • den Teig nochmal ca. 2 Stunden  , abgedeckt  zu Seite Stellen , er verdoppelt sein Volumen  bei warmen Temperaturen sehr schnell
  • einwenig Mehl auf die Arbeitsplatte geben und kräftig mit den Händen durchwalken
  • ein Peddigrohrkörbchen mit einem Küchentuch auslegen , einwenig Mehl oder auch Schrot einstäuben die Teigkugel hineinlegen und nochmal so lange gehen lassen bis sie aus dem Tuch springen will
  • Ofen auf 275 grad vorheizen
  • Wasser in eine Schüssel geben, Backstein  – oder Blech – auf die zweite Stufe von unten einfügen.
  • bewußt verzichte ich auf das Einritzen, denn wir mögen es wenn es einwenig reißt
  • bei 275 grad  15 Minuten  backen
  • Backofentür öffnen, Dampf abziehen lassen, ein 1/2 Tasse Wasser in den Ofen  schütten und fallend 220 – 200 grad  ca. 45 in. backen.
  • Klopfprobe – klingt es hohl ist das Brot fertig.
  • schaut selbstIMG_1779 (2)IMG_1781 (2)