"weiße Pfirsiche – Limetten und Champagner"

Schönes , warmes Wetter … Schon um sieben in der Früh ging ich auf Beutezeug, wie mein Herr Gemahl zu sagen pflegt.
Meine Ausbeute: große Zitronen von der Amalfiküste, Zwiebeln aus Tropea , wunderschöne Bachsaiblinge….
ein gutes Glas Wein im Hinterhof…. und schnell nach Hause.
Hier warten weiße, aromatische Pfirsiche, Zwetschgen der Extra Klasse – ohne Würmer, saftig und nicht zu fest nicht zu reif, herrliche Sommeräpfel mit roten Bäckchen….

Eine kleine Fee, mit dem schönen Namen Larissa, hatte schon die Pfirsiche entsteint und kg-weise abgewogen und so konnten wir direkt draußen auf meiner Induktionsplatte die erste Marmelade köcheln.

Hier das Rezept:
Zutaten:
1 kg weiße, reif Pfirsiche
Gelierzucker 2:1
2 Limonen
Saft einer 1/2 Amalfiküstenzitrone
125 ml rosa Champagner oder rosa Prosecco – aber nur zur Not –

Schritt 1 :

Pfirsiche entkernen und grob klein schneiden, mit dem Zucker vermischen und ca. 1-2 Stunden – oder auch über Nacht ziehen lassen.
Limonen heiß abwaschen und in Scheiben schneiden
Ausreichend Zwistgläser vorbereiten.
Mit kochendem Wasser – am besten aus dem Teekocher übergießen und auf ein trockenes Küchentuch setzen –

Schritt 2:

Auf mittlerer Stufe leicht köcheln lassen. Zitronensaft hinzufügen.
Wenn die Früchte langsam zerfallen, den Champagner hinzufügen und weiter köcheln lassen.
Dann mit dem Pürierstab kurz pürieren, so dass eine homogene Masse entsteht.
Eine Gelierprobe nehmen.

Schritt 3:
Jetzt fix mit dem Marmeladentricher – ist zwingend – sollte in keinem Haushalt fehlen ! – die Marmelade einfüllen.

Heute Morgen die Offenbarung , die Farbe kräftiges Rosa und der Geschmack !!!

Diese wunderbaren Früchte hatte ich aus einem Garten im Schwabenland bekommen. Nochmal vielen, vielen Dank.
Diese Früchte u. diese Marmelade kann man nicht kaufen …

Die Zwetschgen wurden ebenfalls angereichert mit Portwein zu einer feinen, winterlichen Marmelade verarbeitet.
S. Blog vom Okt/2012 hier finden Sie das ausführliche Rezept.

Die großen , frischen Bachsaiblinge habe ich gefüllt mit Zitronen, Thymian, Salbei, Meersalz gegrillt.
Dazu Sellerie- Kartoffelstampf – mit neuen mehligen Kartoffeln und frisch geerntetem Sellerie .
Schnell, einfach und gut.
Doch bevor wir den letzten Schluck des herrlichen Weißweins genießen konnten, donnerte u. blitzte es
Sommerabend wieder mal vorbei.

Aus den herrlich aromatischen , rotwangigen Sommeräpfeln entstand eine Apfel-Pie der besonderen Güte.
Angereichert mit kandiertem Ingwer, Calvados werden wir sie heute Nachmittag mit einer leichten Zimtsahne genießen.
Jetzt muß ich aber Radeln, denn es ist gerade ein paar Stunden Sommer.

Schönen Sonntag.

Hier meine Variante mit Feigen
Zutaten:
700 gramm weiße Pfirsiche und 300 gramm frische, reife Feigen

kochen wie zuvor beschrieben und hier endlich wieder ein „Bildchen“
P1050397-doku

"Safran-Hefe- die Xte Versuchs-Staffel"

Oft habe ich schon von meinem Kampf mit dem Hefeteig beschrieben. Das Idale Rezept, die Perfektion der Hefeverarbeitung zu einem wohlschmeckenden, fluffigen, lockeren, geschmacksintensiven Gebäck ist ein sehr schwieriges Unterfangen.

Für mich geht der Hefeteig am besten, wenn schönes Wetter ist. Die Sonne aufs Fensterbrett schaut. Zwischen Zähneputzen und Duschen, schnell der Hefeteig angesetzt ohne große Zuneigung. Einfach Hefe, Zucker, Butter und Milch in den Topf. Soll er doch….

Fast auf der Fensterbank vergessen, nach ausgiebigen Marktbesuch, hastig in die Muffinform gedrückt, na ja …. Ganz soo wie ich mir ein ideales Hefegebäck vorstelle, war es nicht.

Warum, geht es einmal super ohne , dass man sich besoners müht und ein andermal….
ist das Ergebnis nicht befriedigend.
…Nochmal französiche Rezepte gestöbert, kommen alle nicht in Frage -stundenlanges Gehen-
zuwenig Geschmackträger, zu aufwendig, jüdischn Vorteig herstellen – nichts für mich – ich will nicht zwei Tage im voraus planen, was für ein Gebäck ich wann , wo , wie….

Spontan, gab ich Milch, Butter, Hefe in einen Topf. Gaaanz langsam etwas anwärmen. Denn das habe ich schon gelernt, zu heiß tötet die Hefe. Wenn Zucker, Butter , Hefe sich zu einer homogenen Einheit verbinden, die Masse einfach missachten. Das Mehl sieben und eine kräftige Prise Salz hinzufügen. Erst dann die Hefe-Milch-Butter-Zucker-Masse zufügen.

Dann 6-7 Safranfäden in warmes Wasser geben und nicht beachten. Wenn das Wasser abgekühlt ist, ergibt sich eine gelbe Flüssigkeit.

Nachdem der Hefeteig sich verdoppelt hat – heute auf der warmen Fensterbank mit Sonne –
Den Teig kurz mit den Händen zu einem Klumpen walken und nochmal in die Küchenmaschine und drei Minuten kneten, einen kräftigen Schuß Safranflüssigkeit hinzufügen, ggfs. mit etwas Mehl nachhelfen, wenn der Teig zu nass erscheint.

Dann in jede Briochmulde mit den Fingern, ein paar Tropfen Safranwasser träufeln…
Nochmal auf die Sonnenfensterbank für ca. 1/2 Stunde.

Zwischenzeitlich 1 Ei, Safran und eine Prise Salz verquierlen und das Gebäck vor dem Backen hiermit bepinseln. Das Ergebnis – ein Traum von Brioches und in eine kleine Kastenform
gesetzt – schon für Morgen- unbeschreiblich locker , fluffig , Safran, gute Butter….
linsen 004
Obwohl ich 1 kg Mehl verwendet hatte, die Diebe kommen aus ihren Höhlen und schwubs ist ein großer Teil verschwunden. linsen 006
Vielleicht kann ich die Kasten-Brioches noch mit Puderzucker karamelisieren und warm mit einem guten Espresso genießen. Schauen wir mal, ob morgen noch etwas da ist.

"Zwetschgen-Marmeladen 2012 "

Diese festen, kleineren Hauszwetschgen liebe ich ganz besonders.
Fest, saftig, aromatisch, umgeben von einem zarten Belag, wie Tau, so muß die ideale Zwetschge sein. Zwetschgenkuchen auf einem Mohnvanille-Boden, Zwetschgen-Knödel, Zwetschgenröster, Zwetschgenmus – stundenlang gekocht – im Kupfertopf gerührt….

Dieses Jahr bekam ich noch eine 10 Kg-Lieferung und wollte sie einfach schnell verarbeiten.
Denn sooo viele Dinge waren noch zu erledigen, das Oktoberfest , Super Wetter. Schon wieder der so oft beschriebene Stress.2012-10-05 15.26.23

Letztes Jahr an einem der letzten Wiesnabende, eine laue Sommernacht, getanzt bis zum Schluß – noch einmal durch die schon leeren Budengassen gelaufen, dem Riesenrad servus gesagt… und es ist irgendwie passiert, meine Schürze von meinem Lieblingsdirndl war weg. ….
Bei meinem Trachtenladen – gleich um die Ecke – herrschte Hochbetrieb. Jeder Mann- Frau versuchte sich noch in eine Tracht zu zwängen und die „Männer“ brauchten noch so ein Halstüchlein – fesch –
Die Auswahl an schönen, klassischen Schürzen war nicht mehr berauschend.

Die nette junge Verkäuferin, hatte ein Herz für mich und entschied, dass nur diese Schürze zu meinem Dirndl „geht“. Entfernte die Schürze von einem sehr teuren Modell und ich war glücklich. 2012-10-07 15.09.39

Jetzt noch schnell die leidigen Zwetschgen verarbeiten und dann dem Duft nach gebrannten Mandeln, und Pferdemist folgen…..
So entstanden nachfolgende Zwetschgenmarmeladen-Variationen:
23.8.2012 002

1. Zwetschge meets Mango
– eine süchtigmachende Kombination, die reife Mango schmiegt sich an die herbe Hauszwetschge an und geht mir ihr eine Verbindung ein, die man probieren muß!!Beschreiben kann ich sie nicht.

Rezept:

1 kg entkernte Zwetschgen
500 g Gelierzucker 2:1
2 Stück sehr reife, faserfreie Mangos
1 Vanillestange
1 Zitrone
3-4 Stückchen kandierten Ingwer
Zubereitung:
Die entkernten Zwetschgen am besten über Nacht mit dem Gelierzucker abgedeckt stehen lassen.
Die Mangos schälen und hinzufügen.
Die Vanillestange, den kandierten Ingwer hinzufügen und alles unter Rühren zum Kochen bringen.

Dann die Temperatur zurücknehmen und den Saft einer Zitrone hinzufügen. Die Zwetschgen sollten zerfallen.
Dann die Vanillestange entfernen und mit dem Stabpürierer die Marmelade homogenisieren.
Eine kurze Gelierprobe
und nun schnell und zügig die Marmelade in vorbereitete Twist-Gläser füllen.
Detaillbeschreibung und Tipps – s. mein Archiv –

2. Zwetschgen-Variation:

„Gemeine Hauszwetschge meets Portwein“
und labt sich an den Gewürzen des Orient – wie Zimt, Kardamon,Sternanis…“
Zutaten:
1 kg entkernte Hauszwetschgen
500g Gelierzucker 2:1
1 Vanilleschote
1 Teelöffel frisch gehackten Ingwer
1 Stck Zimtrinde
3 Sternanis
4 grüne Kardamonkapseln ( mit dem Messerrücken kurz aufgeschlagen)
30-40 ml besten Port
1 Zitrone

Zubereitung:

Die Zwetschgen über Nacht im Gelierzucker abgedeckt ruhen lassen.
Die Gewürze , Vanillestange mit einem Bindfaden zusammenbinden, so daß eine Art Gewürz-Bouquet entsteht. Dies ist unbedingt zu empfehlen, denn die Gewürze müssen vor dem homogenisieren wieder entfernt werden und so kann man sie leicht rausfischen.
Alles zum Kochen bringen, die Zitrone auspressen und den Saft hinzufügen.
Wenn die Zwetschgen – bei mittlerer Temperatur – langsam beginnen zu zerfallen, das Gewürz-Bouquet entfernen und mit dem Pürierstab kurz durchpürieren und dann in die leicht köchelnde Marmelade den Port hinzufügen.
Es entsteht eine tiefrote Farbe, die Aromen verbinden sich. Nur noch mal ganz kurz aufwallen lassen und sofort in die vorbereiteten Gläser füllen.

Es entsteht eine außergewöhnliche Marmelade – ein tolles Küchengeschenk – und ist eigentlich schnell gemacht.

3. Variation
„Zwetschge meets Italien“
vollreife, feste Hauszwetschge trifft auf italenischen Mandellikör und gönnt sich eine Spur allerbesten, betagten dunklen Balsamico……

Zutaten:

1 kg Zwetschgen
500 g Gelierzucker
1 Vanillestange
1 Fingerhut allerbesten Balsamico
25-30 ml Amaretto
10 cm Zimtrinde
1 handvoll feingehackte , geschälte Mandeln
oder Mandelblättchen
Saft und Zesten einer Zitrone (Bioqualität)
Zubereitung:
Die über Nacht im Gelierzucker durchgezogenen Zwetschtgen mit der Zimtrinde, der Vanillestange zum Kochen bringen. Zwischenzeitlich Zitrone abzesten und Saft auspressen.
Langsam auf mittlerer Temperatur köcheln lassen, bis sich die Zwetschgen ihrer Bestimmung ergeben und leicht auseinanderfallen. Jetzt nehmen wir die Zimtrinde und die Vanillieschote heraus, dann kurz mit dem Pürierstab homogenisieren.
Den Balsamico einträufeln, Zitronensaft u. Zesten hinzufügen.
Final den Amaretto hinzufügen und die Mandelblättchen einstreuen. Nochmal ganz kurz aufwallen lassen und in die vorbereiteten Twistgläser geben.

Welches nun meine Lieblings-Zwetschgen-Marmelade ist, kann ich nicht mit Gewissheit sagen.
Jede schmeckt anders – außergewöhnlich – und dürfte auch den letzten Marmeladen-Verschmäher überzeugen.

"Frühsommerhauch"

Die Natur sonnt sich, die Nächte sind angenehm kühl, Radeln, Wandern, Biergarten. Jetzt beginnt für den Münchner der Freizeitstress pur.

Treffen mit Kollegen beim Augustiner Biergarten, Spargelessen mit guten Freunden, Pflanzarbeiten, frei Tage, Einkaufen, Kurzurlaub.

Schön sind die Biergärten draußen vor der Stadt mit roten Kastanien, hier bekommt man auch eine Halbe Weissbier oder eine köstliche Holonderblütenschorle mit Ingwer und Limone.

rote Kastanien 005
Jeder sucht die Sonne, man will einfach Draußen sein, für mich möglichst die Stadtgrenzen verlassen und die Seele baumeln lassen.
Das Kochen habe ich organisiert.
Der Gang zum Metzger wird begleitet von herrlichem Vogelgezwitscher, die Luft ist morgens um 6.30 auch in der Stadt frisch und meine Bali-Würste, herrliches Entrecote, saftige Nackensteaks vom Schwein – mein Favorit sind sie zwar nicht. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

3 kg Spargel, 2 Kilo badische Erdbeeren sind auch gleich besorgt und im Cafe wartet Gö-Gatte
mit dem Frühstück, herrliche Rühreier, frisches Obst und so kann das lange Wochenende beginnen…
Ein kleines Rätsel möchte ich meinen Lesern dennoch gönnen:
rote Kastanien 006
Um was handelt es sich hier:
1. Kunstobjekt
2. Küchenhelfer
3. Folterinstrument

Dem Gewinner schreibe ich ein ganz persönliches Rezept nach seinen Vorlieben , ob süß, sauer, deftig, fein ….
Meine Leseempfehlung für die sonnigen Tage:

Jonathan Franzen „Freiheit“

Ein toller Einblick in die amerikanische Gesellschaft – allerdings fast 1:1 kopierbar mit der europäischen , denke ich. Die einzelnen Charaktäre sind sehr schön herausgearbeitet, sprachlich oft brillant. Nicht allzu schwere Kost für schöne Frühsommertage.

Weinempfehlung: Rheingau , Riesling 2009 Lorcher Burgweg Spätlese trocken
Bachmann-greulich.com
sowohl zum Spargel, als auch danach auf der Terasse.
Schöne Frühsommertage, bis bald!

"Rind-Kalb-involtini mit Kräuterfüllung"

wie versprochen…..

Rezept: 12 Personen

Zutaten:
1,5 kg Rinderfilet
1,2 kg Kalbfilet
Kräuter: je ein Händchen voll
junger frischer Thymian
junger frischer Rosmarin
2-3 Blätter Bärlauch
Petersilie
50 gramm Pinienkerne
bestes Trüffelöl
Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Küchengarn
Zubereitung:P1040804
Das Rinderfilet längs ca. 2,5 cm einschneiden, aber nicht durchschneiden!
Dann von der anderen Seite genau so verfahren.
Das Filet mit dem Fleischklopfer zu einer rechteckigen Platte klopfen. Dünn mit dem Trüffelöl bepinseln.
Genauso verfahren wir auch mit dem Kalbsfilet.

Die Kräuter fein hacken und mit 1-2 Tropfen Trüffelöl verrühren. Die Pinienkerne unter ständiger Beoachtung fettlos anrösten.
Nun streichen wir die Kräuter auf das Rinderfilet.
Die Pinienkerne etwas zerkleinern und über die Kräutermasse streuen.
Dann legen wir das Kalbsfilet auf das Rinderfilet und verteilen die restlichen Kräuter/Pinienkerne auf das Fleisch.

Das Filet dann einrollen und mit Küchengarn fixieren. Am besten gelingt es, wenn wir zunächst einen Knoten machen und dann entsprechen einschnüren.P1040806 (1)

Filet mit Salz u. Pfeffer von außen würzen.
Die Pfanne mit einem neutralen Öl oder auch Butterschmalz erhitzen und das Filet von allen Seiten sorgfältig anbraten, bis es Farbe bekommt.

Den Backofen auf 180 grad Umluft vorheizen.
Das Filet ca. 30 Min. in den Ofen geben. Wichtig ist nun, dass wir es ca. 7 Min. ruhen lassen, damit sich der Saft gut verteilt. Aufschneiden und auf vorgewärmte Teller geben.
Das Fleisch zergeht auf der Zunge, die Kräuteraromen verbinden sich miteinander, das Fleisch hat längst verziehen, dass es misshandelt wurde. Wunderbar rufen meine Gäste mir zu.
P1040816 (1)

"Nachspeisen, Nachtisch, Dessert, Weincreme.."

Es ist keine Zeit für meine Lieblingsnachspeisen, die meist aus Früchten in allen Variationen bestehen. Die heimische Obstkiste hat noch nichts zu bieten.
Hatte ich mich doch letzte Woche dazu hinreißen lassen Erdbeeren in meinem Feinkostsupermarkt zu kaufen. Toll sahen sie aus, aber das Aroma – na ja – nicht wirklich gut.

Rhabarber ist da wirklich eine Alternative. Da habe ich schon ein paar Ideen.
Oft erfordern gute Nachspeisen viel Arbeit und sie müssen kühlen, stocken….
Dennoch Nachspeise muß sein, denn sie ist der würdige Abschluß eines jeden Menüs, war die Hauptspeise noch zu gut. Etwas „Nachtisch“ geht immer. Wer läßt sich nicht von herrlichen herbsüßem Schmelz betören, wer kann der mit Champagner gedopten fluffigen Creme widerstehen,
den warmen, schokoladigen Überraschungen in Form von kleinen Guglhupfpralinen…

In meiner Familie, gab es eigentlich keine typischen Desserts. Ein schnell gekochter Pudding, wurde höchstens etwas verfeinert,Obst eingemacht, denn spätestens um 15.30 Uhr wurden sonntags die Kuchen, Torten serviert.
Eine Ausahme bildete allerdings die Weincreme, die eine Cousine meiner Mutter ausschließlich an der Erstkommuion der Kinder servierte.
Wir Kinder bekamen eine Mini-Portion, wegen dem Alkohol.
Diese „Bechenter-Maria“ war riesengroß und strotzte vor Selbstbewußtsein – Gott hab sie seelig-! Diese Köchin führte ein eisernes Regiment, alle mußten ihren Befehlen folgen.

Immer wieder kochte sie in unserer Familie, schließlich hatte sie schon zur Hochzeit meiner Eltern 1953 für die große Hochzeitgesellschaft sich ins Zeug gelegt.
Das Rezept von dieser Weincreme werde ich noch auftreiben, denn es besteht noch Kontakt zu den Töchtern – deren Kleider – ich immer auftragen mußte.
Jetzt bin ich aber vom Thema abgekommen, denn eigentlich wollte ich ja meine
„Mini-Mississippi-Pie“ präsentieren.
Das fürchterliche Osterwetter führte zu Back-Koch-Arien und meine Tochter probierte ein aufwendiges Tarte-Rezept aus. Diese Tarte sollte mit einer Masse gefüllt werden…..Die Menge war aber zuviel, wir füllten Förmchen, Espressotassen und staunten nicht schlecht wie diese Füllung sich entwickelte, ja sie ging auf, wie ein perfektes Souffle.

Hier das Rezept:
„Mini-Mississippi-Pie “
Zutaten:
175 gramm Butter
250 gramm brauner Zucker
4 Eier – leicht verquirlt –
4 Eßlöffel gesiebter Kakao
150 gramm Zartbitterschokolade 60-70 %
300 gramm Sahne
1 Teelöffel Honig
100 gramm Sahne für den Belag
Eierlikör
frische Minze zum dekorieren
Schokoraspel oder Schokoplättchen

Die Butter (weich) geben wir in die Rührschüssel der Küchenmaschine und lassen auf
mittlerer Stufe den Zucker einrieseln.
Nach und nach geben wir die Eier hinzu und den Kakao und lassen ihn sich langsam mit der Masse verbinden.
Die Schokolade über dem Wasserbad schmelzen.
Die Sahne und den Honig unter die Eiermasse heben.
Die Schokolade unterziehen und in Förmchen füllen.

Den Backofen auf 160 grad vorheizen und die Förmchen ca. 15 Min. backen, wenn sie sich erheben noch einige Minuten, bei ausgeschaltetem Backofen stehen lassen.
Herausnehmen und abkühlen lassen.
Die restliche Sahne steifschlagen und in die Förmchen füllen, Eierlikör auf auf die Sahne geben und mit Schokoplättchen und Minze dekorieren.

Vorsicht: durch den hohen Schokoanteil, ungemein guuut !! Frühling der 1. 012
Der perfekte Nachtisch für ein perfektes Menü….. Betörend,feinherb, frisch…..

"Holzhacken und Kochen macht frei"

Körperliche Arbeit ist uns allen fremd geworden. Wer gerät schon bei der Arbeit ins Schwitzen, weil er sich bewegt.
Der moderne Erwerbstätige benötigt zur Erhaltung und Straffung seiner Muskeln den Sport. Hier qäult und kasteit er sich bis zur Selbstaufgabe.
Gartenarbeit im Hocken, Stehen, Bücken ist uns fremd. Sofort bekommen wir den sogenannten Muskelkater. Wir, mein Göttergatte und unsere Freunde haben es ein Wochenende versucht.
Mit einem großen Erfolgserlebnis, der Scheiterhaufen wurde immer kleiner, das Unkraut immer weniger…..
Kindheitserinnerungen, Holzhacken, Kohlen hochholen, Kartoffelnschälen…..
Die Bilder werden wieder klar. DSC01486
Die Wäsche für die Großfamilie, erfordert Arbeit ohne Ende. Schwere Arbeitskleidung für Stall, Feld und Wiese. Die Töpfe und Pfannen wollen mit der Hand gespült und besonders gepflegt werden. Arbeit, Arbeit die nie enden mag, erfordert unzählige helfende Hände.
Bis tief in die Nacht heißt es harte körperliche Arbeit zu verrichten.
DSC01495DSC01482
Aber einen Zickleineintopf auf dem „alten Herd“, ganz langsam geköchelt mit viel Gemüse.
Super!! Fortsetzung folgt!
Hier schon mal das Foto, wem läuft da nicht das Wasser im Munde zusammen, vorallem bei den kalten Temperaturen.DSC01506

Donau-Radweg m. Wein, Mehlspeisen und Wiener-Schmäh

„Wien, Wien nur du allein….., wer kennt dieses Lied nicht. Am Pfingsmontag waren wir gestartet -ohne Hotelbuchung – mit „leichtem“ Gepäck und dem Gefühl von Freiheit auf dem Rücken unserer Fahrräder.

Damals war der Radweg…. nicht geteert, die Streckenführung eng an den Lauf der Donau orientiert, ja damals grüßten sich die Radfahrer, wenn sie sich begegneten.
Heute fast 10 Jahre später – alle Wege in sehr gutem Zustand, überwiegend geteerte Radwege oder landwirtschaftl. Wirtschaftswege, bzw. Nebenstraßen mit ganz wenig Verkehr.
Der Radtourismus boomt, geführte Radwanderungen, Gepäcktransport, Weinroute, Leihsatteltaschen,
Rücktransport…
Aber das ist nichts für mich. Wir fahren unsere eigene „Kindheitsverabschiedungstour“.
Am frühen Morgen bestiegen wir mit unseren Drahteseln den Zug nach Passau und waren gegen 10.OO Uhr auf dem Radweg „Passau-Wien“.

Schnell ließen wir Passau hinter uns.DSC01116DSC01117
Meine Tochter war einwenig schweigsam und trat gelangweilt in die Pedale, ein entsprechendes Cafe zum Frühstücken fanden wir auch nicht. Der Himmel war grau in grau, aber es war warm und regnete nicht. Gegen 10.30 Uhr kam die Sonne heraus. Sofort wurde es schwülwarm. Der Abstand zu meiner Tochter vergrößerte sich immer mehr.
„Wenn ich sie heute „sauer“ radele hab ich auf der Tour keinen Spaß mehr“, schoß es mir durch den Kopf. Beim nächsten Gasthof hielten wir und beschlossen uns erst einmal zu stärken.
Aber die Küche sei noch geschlossen ( 10.30 Uhr) wir könnten eine Brotzeit erst in einer halben Stunde bestellen….. Na, dann nicht!! Schnell tranken wir aus, stopften Jacken und lange Hosen in die Satteltaschen und schon gings dahin, wir passierten die Grenze nahmen die erste Radfähre. DSC01120
Super klappte das!!! Ab da hatte ich keine Tochter mehr dabei, sondern einen Spurenleser der Superklasse. Das neue Radtourenbuch, überarbeitet 2010 wurde auf Herz und Nieren geprüft.
Die Streckenführung nicht immer ideal. Aber wenn man einen „Spurensucher“ dabei hat, wird alles ganz einfach. Auf welcher Donauseite fahren wir?? , wo überqueren wir, was umfahren wir, wo ist es am einfachsten, wie kommen wir am schnellsten …
Es empfiehlt sich eine Karte zu erwerben mit einem Maßstab von mind. 1:50.000. Das hatten wir versäumt und sollten wir noch bereuen.DSC01122
Wir kamen schnell und gut voran und beschlossen nach ca. 6O km gegen 16:OO die Donau zu genießen. Mein Spurensucher organisierte perfekt die Übernachtungsmöglichkeit. Ein herrliches Zimmer, mit riesiger Loggia lud uns zum Verweilen ein.
Die Donaufischer hatten auch schon ihre Zelte überall aufgeschlagen und ihre Angelruten ins Wasser befördert. Die meist jungen Burschen ruhten im Zelt oder am Donaustrand.
Ein akustisches Signal ertönte, wenn ein Fisch angebissen hatte.

Eine gute Jause und ein ehrlicher Veltliner …..
DSC01129
Wir genossen die frische Luft, schliefen tief und setzen unsere Radtour am nächsten Tag um 8.30 fort. Die berühmte Schlögener Schlinge meisterten wir mit der Längsfähre. Denn hier endet der Radweg und kann nur über das Wasser fortgesetzt werden.
Wir fuhren weiter am Südufer und erkannten die Strecke von damals wieder.
Schnell waren wir in Aschach, unsere Drahtesel gaben ihr bestes.
Wir versorgten uns mit Proviant, d.h. kleine geräucherte Würstchen, Käse, Apfelschorle.
Wenn wir gut voran kamen wollten wir es bis Grein schaffen. DSC01148
Wir änderten aber unsere Route gegenüber vor 9 Jahren und blieben auf der Südseite, setzten mit der Radfähre nach Ottensheim überDSC01151
Linz konnten wir nach einem kurzen Gewitter schnell hinter uns lassen.DSC01154 Für genau 30 Min. hatten wir unsere Regenjacken ausgepackt.
Schon brannte die Sonne wieder erbarmungslos.
Plötzlich war der Donauradweg wegen Bauarbeiten beendet und wir sollten einer Umleitung über zahllose Dörfer folgen. Da streikte mein Spurensucher: “ Nein Mama das tun wir nicht!“ Wir fuhren durch kleine Weiler, überall riesige landwirtschaftliche Flächen, mit Frühgerste, Kartoffeln, sogar richtige Holunderplantagen.
Über achtzig Kilometer waren wir schon geradelt, ob wir die kleine Stadt Grein, mit ihrem entzückenden Theatermuseum erreichen würden, stand in den Sternen. Seltsame Orte wie Albern passierten wir .DSC01152DSC01157DSC01158.

Gegen 17.30 kamen wir in Grein an.Mein Tacho zeigte 119,5 km an. Starke Leistung!!
Wir hatten uns schon gewundert, dass wir verhältnismäßig allein auf weiter Flur unterwegs waren. Wo sind sie alle die Radtouristen, kurzzeitig tauchen sie auf, in kleinen Gruppen, wir haben Spanier getroffen, ein französiches Paar.
Viele legen offensichtl. Teilstrecken mit der Bahn oder dem Schiff zurück.
„Ja, hier war ich schon einmal, damals haben wir in der netten Pension Martha gewohnt, mit dem schönen Zimmer und dem guten Frühstück!“.
Während ich im kleinen Theater versuchte Karten zu bekommen – leider vergeblich- ging mein Spurensucher auf Zimmersuche. Die Pension Martha war belegt, hatte aber eine Empfehlung ausgesprochen und meine Tochter hatte das Zimmer – ohne mich zu fragen – gebucht.
Das Privatzimmer befand sich ca. 1,5 km steil bergauf am Ende des Ortes.
Nie hätte ich hier gebucht, meckerte ich, wir können doch in das nette Hotel gehen, gleich am Marktplatz, da wollten wir doch aus Essen.
Der Hausherr empfing uns freundlich, das Zimmer war riesengroß, eingerichtet im Stil der 70ziger, aber sehr sauber und ein neues Bad… , na, ja.
Wir schönten uns einwenig und gingen wieder 1,5 km – es können auch 2 km gewesen sein, in den Ort zurück. Auf einer herrlichen TerasseDSC01164 genossen wir besten Wein, hervorragendes Essen
Spinatpalatschinken gefüllt mit Lachs und Frischkäse.DSC01168
Dazu einen frischen WelschrieslingDSC01167
Als Hauptgang wählten wir beide Lammrücken mit frischen, selbstgemachten Kartoffeltalern an einem Ratatouille, welches aus ganz klein geschnittenen Gemüsewürfel bestand und dezent mit frischen, mediteranen Kräutern gewürzt war. Spitzenklasse! Dazu bestellte ich mir 1/8 Rotwein (blaufränkischen)DSC01169
Die Nachspeise war sooo guuut, dass es mir nicht mehr gelang sie zu fotografieren.
Herrliche, auf der Zunge zergehende Marillenknödel, hauchdünne gefüllte Palatschinken, zarter Eisschmelz
DSC01170
Satt, zufrieden, bester Laune verließen wir den dunklen Stadtkern.
DSC01172
Eine laue Nacht, wir freuen uns schon auf Morgen!!! Die Wachau ruft!!
Fortsetzung folgt.

"Grillpause, die erste !!!"

Die lauen Abende draußen, ich liebe sie. Ganz oben über der Stadt sitzen, Grillen, Wein, gute Gespräche, ein gutes Buch….. Sonntagsnachmittags Füße hoch, – mein Spezialsprizz – Rezept folgt !DSC01092
DSC01088
Hier oben kann man Fledermäuse beobachten, die Schwalben fliegen tief, wenn es Regen gibt. Ja sogar die süßen Marder kann man flitzen sehen. Mitten in der Stadt haben sich die Tiere angepaßt. Die Turmfalken grüßem meinen Sohn schon von weitem, sie lieben diese hohen alten Häuser mit ihren „Felsvorsprüngen“.
DSC01090
Insekten, so groß, wie man sie eigentlich nur vom Mittelmeer kennt, Schmetterlinge. Ist die Stadt das neue Naturreservat, wo nicht gedüngt, gespritzt wird und wo so Lebensraum entsteht für Tiere, die man eigentlich wo anders sucht.

Gegrillt haben wir Lamm, Huhn, Rind, Salice, Gemüse. Große Schüssel Couscous-Salat, Schafskäse Oliven….

Doch irgendwie, plötzlich, kann man kein Grillfleisch mehr sehen und sehnt sich nach….??
Beim schnellen Einkauf erstand ich eine Lachsforelle 1,6 kg

Eigentlich auch zum Grillen geeignet. Da die Herren den Grill nicht gereinigt hatten entstand diese wunderbare – Grillpause Variante I –

Rezept: f. 4 Personen
1 Lachsforelle ( ca. 1, 6 kg)
DSC01095
6-7 hauchdünn geschnitte durchwachsene Speckscheiben
2 handvoll frischer Zitronenthymian
2 Zitronen
3 Zehen Knoblauch
3 Lorbeerblätter (frisch)
gutes Olivenöl
Meersalz, schwarzer Pfeffer , aus der Mühle

1,5 kg neue Kartoffel
1 kg Spargel
2oo kg gute Butter

Die Forelle innen salzen und pfeffern.

DSC01096
Die Forelle einfach mit den Zitronenthymian, den Zitronen, Knoblauch vollstopfen.
Den Backofen vorheizen auf ca. 180 -200 grad
Die neuen Kartoffel, waschen und in den Schnellkochtopf geben, Wasser drauf (2 Tassen, salzen) und auf auf die Plätze fertig los.
DSC01098
Den Spargel schälen, in den Spargeltopf oder Pastatopf stellen. , 125 ml Weisswein, ein Stich Butter, eine Prise Zucker , Wasser , Salz und ca. 18-20 Min. kochen lassen. Kartoffel ebenfalls mit dem Schnellkochtopf ca. 10 Min., je nach Größe kochen.
Den Fisch geben wir auf ein mit Backpapier belegtes Backblech und zwar so, dass wir ihn auf den Bauch legen.DSC01097
Butter zerlassen, servieren….
Der Fisch ist in 20 Min. fertig, dann wenn die Augen „weiss“ werden.
Haut ablösen und einen trockenen kühlen Weisswein….
Einfach, schnell und gutDSC01099

Jetzt kann die nächste Schönwetterfront anrücken, wie wärs mit Gemüse vom Grill, dazu dicke Steaks – sicher sind bis dahin, Tomaten wieder „freigegeben“ .
Der Sommer fängt erst an.

"Münchens Kleine Italiener…"

Seit Monaten schreibe ich von meinen „Kleinen Lokalitäten“, die in unserer Stadt immer wieder für positive Überraschungen gut sind. Heute habe ich mich mit einer Freundin am Odeonsplatz getroffen. Bei dem herrlichen Wetter, wollten wir uns ein laues Stadtlüftchen gönnen, ratschen, Leute schauen…. und vielleicht einen Kaffee in der Sonne genießen.

Dies ist allerdings Sonntags fast schier unmöglich, alles ist hoffnungslos überfüllt und irgendwie gelingt es uns ganz selten in den Cafehäusern einen Sonnenplatz zu ergattern.

Ehrlich gesagt, auch gute Kuchen, Torten muß man suchen. Dabei gibt es unzählige Bars, Cafes…..
Der Großstadtmensch braucht doch ein zweites Wohnzimmer, wo man sich treffen kann, lesen, ratschen, ein Glas guten Wein, Prosecco, Champagner… genießen kann. Wir schlenderten durch den Hofgarten…. in den englischen Garten, die Wiesen sind wieder bevölkert, die ersten sonnten sich schon halbnackert. Junge Leute balancieren über Bänder, die sie zwischen Bäume spannen und wie Artisten ohne „doppelten Boden“ von einem Ende zum anderen laufen. Andere jonglieren, spielen seltsame Ballspiele… DSC00705DSC00706DSC00707

Kleine Bärlauchspitzen schauen auch schon aus der Erde, leider nur da, wo die Hunde …..
Auf unserem Rückweg zum Odeonsplatz fanden wir ein kleines, unscheinbares Cafe.
Die Einrichtigung – klassisches, italienisches Design, erhöhte Tische mit Marmorplatte, Hocker mit beigen Kunstleder bezogen….

Freundlich wurden wir empfangen mit den Worten: „Eigentlich haben wir noch nicht offen, aber kommen Sie nehmen sie Platz… “

Eine italienische Familie feierte die Eröffnung des kleinen Cafes mit dem gewissen „Extra“.
Ausgesuchtes Geschirr, liebevolle Blumenarrangements, betriebsame Hektik, fröhliche Menschen und wir mitten unter ihnen.
Wir genießen den wunderbaren Cappuccino und die kleinen Köstlichkeiten und werden bestimmt wiederkommen, wenn wir dann einen Platz finden in unserem kleinen italienschen Cafe zwischen Uni und engl. Garten.
DSC00711DSC00710DSC00713