„Back to the Roots“

(Werbung, da teilweise Namenserkennung )

Manchmal, aber nur manchmal, sehne ich mich nach dem Essen meiner Kindheit zurück.

Immer dann, wenn dieser Hunger von ganz unten aus der Magengegend hochkommt – ich nenne ihn das Urgefühl des Bedürfnisses, schnell, warm und die Sinne schmeichelnd – sich in das Stadium der Sättigung zu versetzen. Es macht sooo glücklich, zufrieden und die Krönung ist dann nur noch der gute Schluck – Wasser, Wein , Saft….

Der Winterspaziergang in frischer, kalter, womöglich windiger Luft erzeugt dieses Urhungergefühl , das gleißende Licht eines Wintertages unterstützt diese Sehnsucht, nach warmen, wohlschmeckenden Speisen.

Es sind die Speisen, die oft lange simmernd gegart werden (Suppen, Fleischragout, cremige Eintöpfe, Bratäpfel, frisches Brot mit guter Butter)

Allerdings wenn der Urhunger einsetzt, ist mir die Suppe zu heiß, der Bratapfel zu kompliziert zu essen, er muss nämlich mit Vanillesoße angereichert werden!

Einen lauwarmen Kartoffelsalat mag ich dann, der bereits im Backofen steht- auf niediger Temperatur – eben mundgerecht. Dazu eine wirklich sehr gute Metzgerwurst – oder auch nicht – denn die wirklich guten Metzger, welche Würste herstellen scheinen auszusterben.

Meinen lauwarmen Kartoffelsalat mit einfachen, guten Zutaten werdet ihr lieben!

Zutaten zum warmen Kartoffelsalat

Das wichtigste sind gute, festkochende Kartoffeln – die nicht „Fisch nicht Fleisch“ Karotffeln – nicht fest – mittelmehlig – oder gar nichts – taugen absolut nicht für den lauwarmen, leicht schlotzigen , ausgewogen gewürzten Kartoffelsalat.

Voraussetzung für den besten Kartoffelsalat ist außerdem, dass die Kartoffeln warm verarbeitet werden, gut gedämpft sind, direkt geschält und dann mit der warmen

Vinaigrette überzogen werden. Wie immer bestimmen die Zutaten das Ergebnis.

Zutaten:

2,5 kg Kartoffel

2oo gramm besten , trocknen gut durchwachsenen Speck

2 mittlere weiße Zwiebeln

1/2 Liter beste Brühe (Fleich, Gemüse oder Geflügel)

1/2 Bund Petersilie

für die Vinaigrette:

neutrales Öl

Djion- Senf

Apfelessig

einen kräftigen Schuss Gurkenwasser

Gewürze: Salz aus der Mühle, Muskatnuss frisch gerieben, schwarzer Pfeffer, Abrieb vom Kren (Meerettisch)

Zubereitung:

Schritt 1 :

Die Kartoffel am besten im Dampftopf mit Schale kochen. Gut ausdämpfen lassen und noch warm pellen und in Scheiben schneiden.

Schritt 2 :

bzw. während des Dämpfens der Kartoffeln

Speck in möglichst kleine Würfel schneiden, Zwiebel klein würfeln

Schritt 3 : Brühe erhitzen, Speck in fettlose Pfanne geben und zusammen mit den Zwieblen farblos anschwitzen.

Petersilie mit dem Wiegemesser hacken und zur Speck-Zwiebelmasse geben, die heiße Brühe angießen und auf ganz kleiner Flamme leicht simmern lassen.

Schritt 4 :

Vinaigrette:

Öl,Senf, Meerettisch zu einer homogenen Masse verrühren, mit gutem Apfelessig anreichern, leicht salzen und abschmecken. (Mengen variieren, je nach Kartoffel , Grundsatz: 2 Teelöffel Senf, 80 ml Öl, 40 ml Apfelessig) ggfs. erweitern.

Die Vinaigrette mit dem Schneebesen gut vermischen und zur Speckbrühe geben , umrühren – nicht mehr aufkochen!

Die Masse über die warmen Kartoffel geben und mit den Händen vorsichtig vermischen. Am besten geht das mit Handschuhen (Einmalhandschuh).

Final: mit Muskatnuss, schwarzem Pfeffer, einer Spur frischgeriebenem Kren und ggfs. aber weniger ist mehr , Salz abschmecken

Dazu die gutdurchgezogene Wurst, das Kassler , die groben geräucherten Würste aus Westfalen ….

Dann kommt das Gefühl „back to the roots“ in Euch auf, wenn ihr wisst was ich damit meine.

schlunzig, mundgerecht gewärmt...

Ein besseres Foto war mir nicht vergönnt – zuviele Menschen mit dem Urgefühl des Hungers waren …..

„Heringsalat – Tante Mulli“

Heringe waren zu meiner Kindheit eigentlich ein Arme-Leute-Essen.

Neben dem riesigen Zuber mit Salzfleisch stand auf dem großen Dachboden auch immer ein Eimer oder kleines Fäßchen mit Salzheringen.

Erfürchtig schlich im immer an den Heringen vorbei. Einen Hering – eingelegt – mit Schmand, Sahne, Äpfeln, bestem Essig durfte man erst dann essen, wenn man schon etwas älter war. Voraussetzung:

  • der Segen des hl. Blasius am 3.Februar

Blasius von Sebaste war der Überlieferung zufolge Bischof von Sebaste in Kleinasien und erlitt 316 das Martyrium. Der Heilige zählt zu den vierzehn Nothelfern. Die bekannteste Erzählung über Blasius berichtet, wie er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben rettete. Deshalb erteilt die Kirche den Blasiussegen zum Schutz gegen Halskrankheiten. Darin kommt das gläubige Vertrauen auf die Heilszusage Gottes gerade auch für das leibliche Wohlergehen des erlösungsbedürftigen Menschen zum Ausdruck. (lt. Wikipedia)

  • weitere Voraussetzung war, dass man wußte, wie man dem Fisch zu Leibe rückte
  • man biß in die obere Rückenflosse, brach ihn praktisch auf, ertastete den Grätenstrang
  • nun konnte man ihn sauber herausziehen und den Hering genießen

Ganz wichtig war, dass die Heringe genug Milcher hatten. Beim Putzen der Heringe zeigte mein Vater mir die weichen, kleinen Stücke, welche ebenfalls in die Soße passiert wurden, bzw. den Kindern mit Pellkartoffeln zerdrückt gerne gereicht wurden. Sie seien ja so gesund! Aufgeregt verfolgte ich, was alles in so einem Hering drin war, mit einer gewissen Ehrfurcht, so richtig erklären konnte es mein Vater nicht, was da alles drin war, der Opa schon.Wie sooft erhielt er allerdings von den keifenden Damen Redeverbot . So musste ich wieder etwas warten, bis wir aufs Feld gingen und Großvater führte mich in die Begriffswelt des Laichen von Fischen, Vermehrung von Fischen ect. ausführlich ein.

Als Fischmilch oder -milcher, auch kurz Milch oder Melcher genannt, wird der Samen männlicher Fische, Weichtiere oder anderer im Wasser lebenden Arten bezeichnet. Diese Flüssigkeit wird während der Laichzeit auf den Rogen ausgeschieden, wodurch die Befruchtung erfolgt.[1][2]

Fischmilch wird frisch oder mit Salz konserviert als Lebensmittel verwendet. Sie wird zur Geschmacksgebung von Saucen genutzt oder bei Gerichten aus ganzen Fischen mitverwendet. (s. Wikipedia)

Die eingelegten Heringe mussten dann eine gewisse Zeit abgedeckt ruhen, bis man sie mit frischen, kleinen Pellkartoffeln essen konnte. Den Geschmack habe ich heute noch auf der Zunge, wenn es auch riesengroßer Anstrenung bedarf, diese Heringe zu bekommen.

Mehrmals im Jahr reiste Tante Wilhelmine (Mulli) aus Frankfurt-Sossenheim an, schaffte Ordnung, kochte göttlich und alle folgten ihrem Kommando.

Sie brachte das nachfolgende Rezept in die Familie und das Heringsgericht mit den Bismarkheringen gemacht, war schnell gemacht – ohne tagelanges wässern, einlegen, putzen… – nicht erforderlich. Wir Kinder mochten es und nannten das Gericht „Pink-Heringsalat“

Der Bismarckhering war im 19. Jahrhundert eine neue Möglichkeit, Fisch lange haltbar und trotzdem wohlschmeckend zu konservieren. Wesentlich ist auch das zu dieser Zeit entstehende Eisenbahnnetz, das es ermöglichte, von Nord- und Ostseeküste in Holzfässern der Haltbarkeit wegen sauer eingelegte Fische ins Binnenland zu transportieren. Ein weiterer Vorteil der Essigkonservierung ist, dass sich kleine Gräten auflösen, was den Verzehr vereinfacht. (lt. Wikipedia)

Rezept für Pink-Heringsalat

Zutaten:

500 gramm Bismarkheringe (oder auch Matjesfilets)

350 gramm gekochte rote Beete (gekocht im Schnellkochtopf mit Lorbeer, weissen Senfkörnern u. Meersalz)

2-3 säuerliche Äpfel (Elster oder auch Boskop)

1-2 ganz fein geschnittene rote Zwiebel

1 Bund Dill

40 ml süße Sahne

Gewürze: Meersalz aus der Mühle, schwarzen Pfeffer, frisch geriebenen Kren (Meerrettich), ein Spritzer scharfen Senf.

für die Marinade:

100 ml Schmand

100 ml Kefir

scharfer Senf

einen kräftigen Schuß Gurkenwasser

Apfelessig, einen halben Teelöffel Honig, Abrieb von der Zitrone, einen Eßlöffel Zitronensaft.

Zubereitung:

Schritt 1:

Rote Beete in mundgerechte Würfel schneiden, Zwiebel ganz fein schneiden, den Fisch in mundgerechte feine Stücke schneiden .

Äpfel entkernen und in feine, kleine Stücke schneiden. (schälen nicht nötig)

Schritt 2

Vinaigrette:

Mit einem Schneebesen die genannten Zutaten verrühren und gut abschmecken.

Dann über die geschnittenen Zutaten verteilen und gut durchmischen, fein geschnittenen, frischen Dill unterheben und gut durchziehen lassen.

Schritt 3:

Die süße Sahne zusammen mit dem frischgeriebenem Kren aufschlagen und die Tupfen auf dünn geschnittene Rote Beete Scheiben setzen. Dilldeko je nach Gusto

Die ideale Hauptspeise für schnelles Essen mit Pellkartoffel – oder Vorspeise – Nachtspeise nach dem süßen Weihnachtsgebäck – haltbar im Kühlschrank 3-4 Tage.

Herzhaft und soo guuut

„Panettone meets bayrische Stollen…“

(Werbung , da Namensnennung)

In der gedrosselten Zeit hatte ich wieder mal Lust mich mit Stollen bzw. Panettone zu beschäftigen. Es war dieses Jahr noch mühsamer alle Zutaten zu bekommen, denn die normale Supermarktware ist meist nicht geeignet, um diese arbeitsintensiven Köstlichkeiten herzustellen. Zitronat von der Amalfiküste aus den großen Zitronen, Haselnüsse aus dem Piemont…. , spezielle Rosinen, Mandeln aus Sizilien, Honig aus Niederbayern… . Die Liste läst sich beliebig fortsetzen.

Was ist nun der Unterschied zwischen Panettone und unseren hochgelobten Stollen?

Der Panettone enthält ebenfalls viele gerocknete Früchte, Nüsse, viel Butter und wird aufwendig auf Stäbe zum Durchziehen aufgehängt und ist längere Zeit haltbar.

Der Panettone wird mit Wasser (Flüssigkeit im Teig) angesetzt, die Deutschen Stollen lieben fette Milch. Im Netz gibt es unzählige Rezepte , Anleitungen. Ansich sind jedoch die Mengenverhältnisse stets gleich und die Variationen bestehen in den Füllungen.

Nachdem ich seit dem 1. Lockdown mich mit Hefewasser , Lievito Madre (LM) ausführlich auseinandergesetzt habe, beschloss ich meine Stollen und die Panettoni mit Lievito Madre zu backen. Ein gewagtes Projekt, wenn der Stollen nicht aufgeht und nicht genießbar ist, sind teure, mühselig beschaffte Zutaten vertan.

Voraussetzung ist allerdings der Lievito Madre ist tatsächlich aktiv und triebfähig.

So entwickelte ich mein spezielles Auffrischverfahren – natürlich im Verhältnis 2:1, d. h. 2 Teile Mehl bzw. LM + Mehl und 1 Teil Flüssigkeit.

Ein LM auf reiner Vollkornweizenbasis geführt, war mir zu säuerlich, zu fest. Außerdem bekam er mit Wasser nicht den gewünschten Trieb, den ich mir vorstellte.

Mit reinem 55oer Mehl, war er mir zu wenig auromatisch – war aber enorm triebstark. So beschloss die Mehlmenge aufzuteilen: 1 Teil Biovollkornweizenmehl, 1 Teil 550 er Weizenmehl + Anstellgut.

Außerdem ersetzte ich das lauwarme Wasser mit Hefewasser (Zimmertemperatur).

Das Ergebnis war überwältigend:

Für den Vorteig der Panettoni, nahm ich 60 gramm vom aufgefrischten LM.

200 gramm Weizenmehl Type 405, 100 gramm Wasser (handwarm), 70 gramm Butter, 50 gramm Rohrzucker, 2 Eidotter. Alles gab ich mehr oder weniger gleichzeitig in meine Küchenmaschine, mischte es durch und ließ auf Stufe 1-2 (Kennwood) den Teig 12 Minuten kneten. Anschließend kam der Teig in eine geölte Teigwanne und ich stellte ihn ca. 12-20 Stunden an einen warmen Ort.

Für den Vorteig der Stollen:

100 Gramm aufgefrischter LM

100 Gramm 550er Mehl

100 Gramm lauwarme Milch

Das Verfahren für die Herstellung des Vorteigs ist das gleiche wie oben beschrieben. Anschließend den Vorteig in eine Teigwanne legen, abdecken und 12-20 Stunden in warmer Umgebung sich selbst überlassen.

In der Zwischenzeit war ich beschäftigt mit Nüsse hacken, Trockenobst schnippeln, Mandeln abziehen, Rosinen in meinen Schnaps einlegen (s. Beitrag der Teufel hat den Schnaps…) Gewürze aufbereiten

(Zimt, Sternanis, Pigment, Nelke, Kardamon) gemahlen für die Stollen…..

Das Gelingen der Aktion war fraglich, denn viel tat sich beim Teig in den nächsten Stunden nicht.

Aber dann hatte sich der Teig nahezuverdoppelt, war großporig und duftete herrlich.

Mit den Rezepturen für die Hauptteige will ich niemanden langweilen

Stollen lechzen nach Butter

Der Unterschied ist hier entscheident die Mehlmenge

  • Panettone kommt mit 75 gramm Mehl , zzgl Butter und übrigen Zutaten aus
  • der fette Stollen will 4oo gramm Mehl, zzgl. Butter und ….
  • und wieder braucht der schwere Teig viel Zeit, bis er backfähig ist
  • ca. 12-18 Stunden, je nachdem. Der Teig nimmt es aber auch nicht übel , wenn er nicht auf die Minute ins Rohr kommt.

Hier kann jeder selbstgestalten, wie er den Stollen/den Panettone gestaltet. Wichtig ist viel Butter, Nüsse , Aromen aus Zitronat, Orangat – bester Güte- Der Stollen sollte noch warm kräftig mit flüssiger Butter bepinselt werden und anschließend vollständig mit Puderzucker ummantelt werden (die Unterseite nicht vergessen!)

Der Panettone sollte 24 Stunden hängend abkühlen. Die Anleitungen mit den Schaschlikspießen vergesst ganz schnell. Das hält nicht! Meine Stahlstangen vom Radischneider waren stabil genug und so wurden es viele kleine und große Panettoni. Bayern meets Italy !

Meine Stollen/Panettoni ruhen draußen gut eingepackt in der Blechkiste.

Eigentlich sollte man ihnen ja bis Weihnachten Ruhe gönnen. Widerstehen konnte ich nicht, einen Stollen schnitt ich mittig auf – Der Duft, der Geschmack – unbeschreiblich aromatisch –

Der Panettone mußte natürlich auch den Geschmacktest bestehen.

Der stolze Panettone

Tipp: Panettone ich Scheiben schneiden , mit Butterzucker bestreuen in der Pfanne leicht karamelisieren lassen, wenden leichte Bräunung, dann leicht zerbröckeln, in große Gläser füllen, Vanilleeis – Amaretto – Zimtsahne – fertig ist das Weihnachtsdessert.

Der Beitrag dient zur Sicherung der Familienrezepte .

„Ein halbes Schwein könnt ich jetzt vertragen ….“

Höre ich noch heute in meinen Ohren klingen. Gottfried ein Studienfreund pflegte diesen Spruch jahrelang…

Einen Schweinebraten, resch – knusprig – mit Crunch, den man hört beim Essen.

Dazu Knödel am besten Kartoffelknödel und Semmelknödel und als Nachspeise

„Bayrisch Creme“ kein Problem.

Es erfordert Zeit, Muße und handwerkliches Geschick, gutes Fleisch, am besten ein großes Stück Schulter vom Schwein.

Mein Schweinebratenrezept:

Zutaten: ( für 6-8 Personen)

3 kg Schweineschulter

150 gramm geräuchertes Wammerl (geräucherten Bauspeck)

2 Knoblauchzehen

3 Zwiebel

2 Karotten

100 Gramm Sellerie

1 Petersilienwurzel

10 cm Ingwer

1 Eßlöffel Tomatenmark

2 Eßlöffel Puderzucker

1 Flasche dunkles Bier

Saft einer kleinen Orange

1 Messerspitze Honig

1/4 Liter Brühe (Gemüse- Fleischbrühe , was gerade da ist)

Sojasoße (ca 3 Eßlöffel)

Gewürze: Salz, schwarzen Pfeffer, Koreander, Kümmel, Fenchelsamen

Zubereitung:

  • den Braten rautenförmig einschneiden
Schweinebraten rautiert

Da mein 3 kg Stück nicht in meine Pfanne zum Anbraten passte, habe ich ihn durchgeschnitten. (wie damals Stempel vom Fleischbeschauer vorhanden)

Nun lassen wir das Fleisch sich erstmal ausruhen.

  • wir schnippeln erstmal das Hartgemüse, Zwiebeln und heizen den „alten Freund“ (mein Bräter anno 1790 auf)
  • gönnen ihm 2 Eßlöffel Puderzucker und karamelisieren das Gemüse leicht, geben die ungeschälte Knoblauchzehe und das Stück Ingwer hinzu
  • geben einen kräftigen Löffel Tomatenmark hinzu um uns
  • nun wieder dem Braten zuzuwenden
  • die Bratenstücke braten wir in der seperaten Pfanne rundherum in Butterschmalz/Schweineschmalz an
  • es ist sehr wichtig, dass wir es sorgfältig rundherum anbraten
  • bis das Fleisch „Farbe“ hat !
  • nun schneiden wir uns zwei kräftige Scheiben vom Wammerl (Bauchspeck)
  • ab .
  • das Fleisch legen wir nun mit der Rautenseite nach unten auf das karamelisierte Gemüse
  • gießen es an mit der Brühe
  • die Speckscheiben legen wir auf den Braten, damit er nicht austrocknet und schon etwas Geschmack bekommt.
  • den Ofen auf 250 grad anheizen und das Fleisch 10 Minuten sich selbst überlassen.
  • dann mit der Flasche Dunkelbier ablöschen und auf 150 grad redzieren.
  • die genannten Gewürze fettlos anrösten – wie das duftet, das Fleisch – die Gewürze –
  • wow das haut einem schier um
  • nun können wir uns den Beilagen, der Nachspeisevorbereitung widmen
  • der Braten kann jetzt 1 Stunde sich selbst überlassen werden.

Das ständige , oft beschriebene Übergießen stört nur den Garvorgang und ist nicht zwingend. Das Wammerl gibt Saft und Aroma ab, so kann der Braten in Ruhe werden.

Nach ca. einer 3/4-1 Stunde wenden wir den Braten und das Wammerl sinkt in den Bräter, mit der Kruste nach oben überlassen wir den Braten nochmals eine 3/4 Stunde bei 150-160 grad . Nun geben wir die Gewürze hinzu. Der gusseiserne Bräter hält sehr gut die Hitze und so sollte nach der angegebenen Zeit die erforderliche Kerntemperatur von 76-78 grad erreicht werden. Es empfiehlt sich mit dem Brattermometer zu arbeiten.

  • in der Zwischenzeit pressen wir die Orange aus und vermischen den Saft mit Sojasoße und einer Messerspitze Honig.
  • den Braten bepinseln wir sorgfälig mit dieser Flüssigkeit
  • dann die Grillfunktion aktivieren und ca. 10 -15 Min. kontrolliert bei 180-200 grad grillen
  • Vorsicht – den Braten nicht aus den Augen lassen, denn sehr schnell ist die Krust schwarz, wenn man nicht aufpasst.
  • wenn die Kruste perfekt gebräunt ist, nehmen wir den Braten raus und geben ihm Gelegenheit sich etwas auszuruhen.
  • wir passieren die Bratensatz mit dem Gemüse durch ein Sieb und pürieren die Soße, schmecken ab, ggfs. Salz und eine wenig frischer schwarzer Pfeffer nachwürzen
  • aufschneiden, anrichten …..
Schweinebraten in der Vollendung

Die Kruste ist knackig, resch, das Fleisch wunderbar saftig und zart, die Soße hat die richtige Konsistenz für die gierigen Knödel. Das ist ein Festtagsbraten, der nur einwenig Liebe, Zeit und Muße verlangt.

Einen schönen Advent wünsche ich bei gepflegten Getränken und kulinarischen Highlights, was bleibt uns – in diesen Zeiten.

„Ossobucco between Orient and Okzident“

Familiengerichte, Freundegerichte müssen von alleine kochen.

Sie sollten geeignet sein, nebenbei, sich selbstüberlassen gar zu werden – ohne , dass man ständig sie „bespielen“ muss.

Sie sollten aber dennoch außergewöhnlich sein, in die Jahreszeit passen.

Erinnerungen an gute Zeiten mit der kulinarischen Vielfältigkeit der schönen Urlaube – Nordzypern – Sizilien – Süditalien – wecken.

Einwenig wenigstens den Geschmack nach hause holen und uns freuen auf die Reisen nach der Pandemie.

Zunächst gab es kontroverse Diskussionen zwischen mir und meiner Tochter – sie hat mehrere Jahre in Rom gelebt –

„Ossobucco wird geschmort, unser sizilanischer Koch…. , im Topf nicht im Ofen….“ Ja dann brauche ich eine Pfanne, einen Topf, eine Pfanne für die Zwiebeln…. Ich will ein Ossobucco vom Lamm, dass man sich selbst überlassen kann!.“…

Gut, dann kochst Du allein…, gesagt getan – wie halt meistens…

Die Beilage sollte ebenfalls zum Gericht passen, einen Nachschlag möglich machen und die Gewürze des Orients enthalten.

Kommentar: „Du spinnst“

Mein „Rote Beete- Risotto“ (übrigens Risotto ist maskulin. Die richtige Form im Nominativ ist also: der Risotto.)

Zutaten: 8 für 4 Personen

4oo Gramm Carnaroli aus Italien, Piemont

1 kleines Stück Sellerie, Karotte

1 kleine rote Zwiebel

1 Knoblauchzehe

1oo ml Noilly prat (alternativ Weisswein)

2 Eßlöffel bestes Olivenöl

1 vorgekochte Rote Beete

1 Liter Kalbsbrühe ( geht auch mit allen anderen Brühen (Gemüse, Fleisch)

80 gramm Butter

80 gramm Peccorino (gerieben)

Gewürze: Koreander, Kreuzkümmel, Fenchelsamen, Zimt (eine Spur), Ras el Hanout, Bockshornklee (ohne Fett anrösten, u. mösern)

Meersalz aus der Mühle, schwarzen Pfeffer aus der Mühle.

und so geht es :

  • Olivenöl in einen breiten Topf geben
  • Hartgemüse und Knoblauchzehe farblos anrösten
  • Reis hinzufügen, wenn es knistert
  • mit dem Wein bzw. Noilly Prat ablöschen
  • anschließend immer , wenn die Flüssigkeit verbraucht ist mit der Brühe (heiß) nachgießen
  • im letzten Drittel (wenn der Reis beginnt sich zu vergrößern ,die klein geschnittene rote Beete, samt Gewürzmischung hinzufügen , Zitronenabrieb über die rote Beete geben
  • wieder mit Brühe übergießen, bis eine schlunzige Masse entsteht
  • der Reis sollte noch Biß haben!
  • final Butter und Käse hinzugeben

Welche Geschmackexplosionen sich hier auftun, kann ich nicht beschreiben – hier treffen die orientalischen Gewürze auf den italienischen Reis – einfach wunderbar! Die erdige rote Beete gibt dem Gericht die Bodenhaftung und ist bereit die geschmorten Lammscheiben aufzunehmen und es ist ein richtiges Familien-Selbstkoch-Essen.

Die Lammscheiben hatte ich schon ca. 1 3/4 Stunden vorher in den Backofen gegeben, damit sie schön durchgaren konnten und ganz leicht sich vom Knochen lösten. Das Mark hatte sich verbunden mit den weiteren Zutaten, dass Lammfleisch roch köstlich und wurde die richtige Begleitung zum Risotto – Das Treffen Orient-Okzident war zu stande gekommen – .

Zubereitung Osso-Bucco:

  • die Beinscheiben mehlieren und mit Olivenöl und einem Stich Butter (weniger ist mehr) rundherum anbraten , bis sie eine schöne Farbe haben.
  • dann mit Weisswein ablöschen, mit schwarzem Pfeffer, Meersalz, Ras el Hanout würzen
  • Sellerie, Karotten, rote Zwiebeln, Knoblauch seperat karamelisieren und dann in eine feuerfeste Form geben
  • die angebratenen Beinscheiben, sowie Kräuter der Provence, 1 Zweig frischen Rosmarin und Lorbeerblatt, hinzufügen
  • eine Dose Cherrytomaten angießen und bei ca. 150-170 grad für 1 1/2 – bis 2 Stunden sanft schmoren lassen.

Dieses Gericht ist ideal für die leidgeprüfte Coronazeit – es bleibt viel Zeit zum Ratschen, Essen , Trinken – und erweckt die Fernwehsehnsucht für die Zeit nach der Pandemie. Wer kein Fleisch mag, kann sich an dem herrlichen Risotto ergötzen ….

„Der Teufel hat den Schnaps…..“

so trällerte 1973 Udo-Jürgens. Dabei kommt es auf den Schnaps an! Schlechter Schnaps, wie er manchmal in den Ländern hergestellt wird, wo er zu hoch besteuert wird – oder verboten ist, ist ohne Zweifel oft tödlich.

Immer wieder werde ich von meinem Gö-Ga (Göttergatten) gerügt, wenn ich seinen heiligen Tropfen zum Kochen benutze.

Eine unscheinbare, etiketlose Flasche, mit einem Schraubverschluß dessen Herkunft ich dem Land Österreich zuordnen konnte, stand im Schrank.

Ein kleiner Aufkleber – ich entzifferte Obstler- ok, genau den brauch ich jetzt für ein winterliches Apfelmus.

Sicherheitshalber mal dran riechen – kann nichts schaden – dachte ich.

Wow – es roch nach Birnen, Zwetschgen, Äpfeln – was ist denn das? Nicht der so beißende Geruch von Schnaps. Das Obst konnte man riechen, einen klitzekleinen Schluck goß ich in ein Stamperl, eine fast ölige Konsistenz, es bildeten sich kleine Kirchenfenster , wie bei einem guten Rotwein.

Dann die Offenbarung, wohliger Wärme machte sich in meinem Mund breit, ein weicher, angenehmer Geschmack. Die Obstaromen sind voll präsent.

Uff- wo kommt der denn her? Das ist doch der Schnaps von Ben’s Opa, teilte man mir mit.

Jetzt viel es mir wie Schuppen von den Augen. Der weise betagte Mann kenne ich nur aus Erzählungen. Ben ist der beste Freund meines Sohnes.

Im Sommer hatten sie sich in Österreich beim Opa getroffen…… Der Opa, versteht etwas von Landwirtschaft, Schnapsbrennen und auch etwas von Menschen. Sein bewegtes Leben gibt ihm die Gnade den göttlichsten Schnaps oder sagt man Brand? zu destillieren, den ich je genießen durfte.

So etwas können nur Engel – von wegen der Teufel …..

Danke!

Ach und das einfachste Rezept der Welt:

Winterliches Apfelmus

Zutaten:

3-4 kg Äpfel (Sorten können gemischt sein)

1 Zitrone (bio)

Gewürze: Zimtstange, Kardamon, Piment, Sternanis, Nelke

2 Eßlöffel Glühweingewürz (getrocknet) (ersatzweise Abrieb von Orangen, Mandarinen…)

1 Stamperl besten Obstbrand oder auch etwas mehr.

Zubereitung:

Die Äpfel grob vierteln und mit den Gewürzen und der in Scheibe geschnittenen Zitronen in einen großen Topf geben.

Kurz aufkochen lassen , kein Wasser hinzufügen, keinen Zucker beigeben!!!

Mit dem Obstbrand ablöschen und auf mittlerer – kleiner Stufe die Äpfel weich kochen. Abkühlen lassen

Die gekochten Äpfel durch die “ flotte Lotte“ (Passiermühle) passieren und nochmal durchpürieren. Das Apfelmus zum Einfrieren vorbereiten oder als Nachspeise, Kuchen… genießen.

Die Konsistenz ist cremig, zerschmilzt auf der Zunge und der Geschmack von reifen, süßen, leichtsäuerlichen Äpfel wirkt gerade zu betörend. Die Gewürze lassen eine ganz leichte Note durchkommen, sehr dezent und harmonisierend.

Die Krönung wurde erreicht, indem ich gestern aus 2,5 kg festkochenden Kartoffeln – Hamsterware vom Bauern- Reiberdatschieteig zubereitete.

Leider war es mir nicht möglich dies im Foto festzuhalten. So schnell war der Reiberdatschi in den hungrigen Mündern verschwunden und vom Apfelmus blieb auch nichts mehr….

Eine Ladung habe eingefroren, aber es ist ja schnell wieder hergestellt, das besoffene Apfelmus.


„Sonntagsbraten anno dazumal“

(dieser Beitrag erfolgt, damit man nie vergisst, wie man einen Braten macht)

Der Sonntag war in meiner Kindheit geprägt vom Sonntagsessen und dem zwingenen Kirchgang – morgens 9.15 Uhr – Hochamt

Befreit war niemand davon, es sei denn er war sterbenskrank.

Auch die Damen (meist Hausfrauen) ließen es sich nicht entgehen. Schließlich war es die einzige Möglichkeit Leute zu treffen und vor allen Dingen, die neueste Mode zu bestaunen. Das Kostüm der Wirtin, den neuen eleganten Lodenmantel der Frau Förster, das leichte, fast gewagte Sommerkleid, die erneute Schwangerschaft von Frau Müller….

Der Geruch von angebratenem Fleisch, schwerem Parfüm, vermischt mit Weihrauch war für mich kaum zu ertragen. Kreidebleich, mit weißer Strumpfhose, Lackschuhen, gebürsteten Haaren und meinem besten Sonntagskleid – Mantel saß ich eingezwängt und es würgte mich.

Oft war meine Mutter schon in der Frühmesse gewesen (an besonderen Tagen – Festtagen oder wenn sich die bucklige Verwandtschaft angekündigt hatte) , der Sonntagsbraten war eine aufwendige Angelegenheit.

Samstags gab es meist Rinderbrühe mit Suppenfleisch – was ich nicht mochte – Am Abend wurde der Braten meist schon angebraten, damit er sonntags mittags auch gar wurde, sonst hing der Haussegen gewaltig schief.

Die Braten bestanden meist aus riesigen Rind- oder Schweinebraten in den verschiedensten Variationen.

Das nachfolgende Rezept habe ich einwenig verifiziert, kommt aber dem Original sehr nahe, was die Zubereitung und Zutaten betrifft.

Wir benötigen:

2 -2,5 kg (weniger ist sinnlos) Rinderschulter z. b. flache Schulter oder Schaufelstück

500 Gramm Rinderknochen (wichtig keine Suppenknochen, sonder Knochen für den Braten beim Metzger ggfs. bestellen)

Rotwein (kann ruhig gut und schwer sein)

2 Karotten, ein Stück Sellerie, Petersilienwurzel, ein Stück Lauch, 2-3 rote Zwiebel, ein walnussgroßes Stück Ingwer, 2 Knoblauchzehen, 1 Chili Tomatenmark, Puderzucker, 1 Dose Cherrytomaten,

Butterschmalz oder Schweineschmalz, Butter kalt

1/4 Liter Rinderfond , etwas Rinderbrühe

Gewürze: schwarzer Pfeffer, Piment, 1-2 Nelken, Senfkörner, scharfes(Paprikapulver (Messerspitze), Salz aus der Mühle

Kräuter: 1 Zweig Rosmarin, Lorbeerblatt, Salbeiblatt

Kochgeschirr: am besten einen gusseisernen Bräter oder Bratenraine

und so wird es ein Sonntagsbraten für 6 Personen.

Zunächst wird der Bratensatz (Basis für eine gute Soße) gemacht. Dies kann schon ein paar Tage vorher erfolgen.

und geht so:

Die Knochen geben wir auf ein Blech , bestäuben sie ganz leicht mit Mehl und rösten sie bei 250 grad ca eine 45 Minuten. Kontrollieren, damit das Mehl nicht verbrennt. Mit einem kleinen Schuß Wein und Wasser ablöschen, dann Knochen rausnehmen, absieben und in Twistgläser füllen.

Bratenzubereitung:

Schritt 1 :

Das Hartgemüse möglichst klein schneiden.

Den Bräter ohne Fett erwärmen und etwas Zucker/Puderzucker einstreuen.

Das Gemüse mit den Zwiebeln und 2 Teelöffel Tomatenmark anschwitzen. Auf kleiner Temperatur stehen lassen.

Schritt 2:

In einer seperaten Pfanne den Braten in Butter- oder Schweineschmalz sorgfältig runderherum kräftig anbraten. Wichtig ist, das alle Flächen angebraten werden und der Braten nicht gesalzen wird.

Die Pfanne mit Rotwein ablöschen und reduzieren lassen.

Schritt 3:

In einer fettlosen Pfanne die Gewürze rösten und grob mösern.

Schritt 4:

Den Backofen auf 160 grad vorheizen. Den Braten auf das Gemüse geben, Knoblauchzehe, Chili, Ingwer , Rosmarin, Salbei, Lorbeer,Cherrytomaten hinzufügen.

Bratensatz aus der Pfanne angießen, sowie einen Schuß Brühe und Rotwein. Nun den Braten ca. eine 3/4 Stunde sich selbst überlassen

Schritt 5:

Den Braten wenden und mit dem Fond übergießen die gemöserten Gewürze hinzufügen.

Nochmal ca. eine Stunde sich selbst überlassen. Bei dem Braten arbeite ich mit einem Bratentermometer. Es sollte tunlichst vermieden werden, dass der Braten zu weich, zäh oder nicht gar ist. Eine Kerntemperatur zwischen 78-81 °C ist die ideale Garstufe meines Erachtens.(well). Die grobe Garzeit beträgt pro kg Fleisch= 1 Stunde, je nach Herd.

Schritt 6:

Braten herausnehmen und ruhen lassen. (ggfs. etwas mit Folie abdecken)

Das Gemüse durch ein Sieb passieren, Salz hinzufügen (Chilisalz aus der Mühle ist wunderbar geeignet) weniger ist mehr. Soße durchpürieren und mit eiskalter Butter aufmontieren, abschmecken – warm halten.

Den Braten aufschneiden, auf vorgewärmte Teller anrichten oder so liebe ich es auf vorgewärmte Platten legen, Schüssel mit dampfenden Knödel und Gemüse… Dann den Geräuschen lauschen, das ist die schönste Musik – die man sich wünschen kann. Glückliche, zufriedene Esser im Gleichglang mit Messer, Gabel, klingenen Gläser.

Beilagen: beliebig oder mehrere – Knödel, Spätzle, getrüffeltes Kartoffelpüree , Blaukraut, Wirsing, Feldsalat – was immer bevorzugt wird.

Wenn man Glück hat bleibt vom Braten noch etwas übrig – gewärmt in der Soße … mag ich ihn eigentlich am liebsten.

Ich verstehe, wenn man es nicht nachkochen will, aber ehrlich beim Lesen wird einem doch der Mund wässrig oder?

Leider konnte ich den tollen Braten nicht fotografieren . Viel zu schnell waren die Bratenscheiben in die hungrigen Mägen gewandert.

Außerdem kam wieder der sicherlich bekannte Spruch meiner siebenköpfigen Raupen: „Mama Du nervst“

„Scharf, süß, sauer der Kürbis liegt auf der Lauer“

(Werbung da Namensnennung)

Jedes Jahr, spätestens im September kann man überall Rezepte für Kürbissuppen, gefüllte Nudeln mit Kürbis, Kürbiskuchen, Kürbisgemüse…

Irgendwie nervt es und trotzdem versuche ich jedes Jahr ein neues Kürbisrezept zu kreieren.

Am Kürbis kommt man nicht mehr vorbei. Der Siegeszug schreitet unaufhaltsam fort.

so gesund ist der Kürbis er liefert:

  • Betacarotin – dieVorstufe von Vitamin A wirkt antioxidativ und hilft, freie Radikale zu bekämpfen.
  • Kalium – wichtig fürs Herz.
  • Kalzium – ein unverzichtbarer Bestandteil von Knochen und Zähnen.
  • Magnesium – wichtig für Nerven, Muskeln, Herz und den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel, außerdem am Aufbau von Knochen und Zähnen beteiligt.
  • Eisen – verantwortlich für den Sauerstofftransport, die Speicherung von Sauerstoff in den Muskeln und den Energiestoffwechsel.
  • Unlösliche Ballaststoffe regeln die Verdauung, lösliche Ballaststoffe können die Blutfettwerte senken und Cholesterinwerte regulieren.
  • Gerade die gute Versorgung mit Vitamin A erklärt dann auch die Beobachtungen von Forschern der Colorado State University, denen zufolge der Kürbis selbst eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD) aufhalten könne.

die Auflistung der gesundheitsfördernden Aspekte läßt sich beliebig fortsetzen.

Zusammen mit meiner Tochter hatten wir ein Kürbis-Curry geköchelt. Es war sehr, sehr gut gelungen und ich hatte zweimal nachgefasst. Die Folge war, dass ich nachts mehrfach entwässern mußte. Sicher ein weiterer positiver Aspekt.

Es lohnt sich auch verschiedene Kürbissorten auszuprobieren. Die Unterschiede sind enorm. Dieses Jahr experimentierte ich mit verschiedenen Sorten des Muskatkürbis.

Suppen, Kuchen… in den verschiedenen Variationen habe ich ausprobiert. Erstaunliche Ergebnisse ließen sich erzielen. Die Kürbiskuchenvarianten überzeugten wirklich. Hätte ich nicht gedacht! Meine Kürbiswoche enthielt jeden Tag ein kleines Gericht mit verschiedenen Kürbissorten.

Auf dem Markt erhält man mittlerweile die Kürbissorten – stückweise – und man muss nicht einen riesigen Kürbis wochenlang verarbeiten.

samtiges Kürbissüppchen mit Lachsspieß

Kürbisernte bei Pöchtlarn/Österreich

Die Tage werden kälter, ein wärmendes Curry, sättigend, leicht, zum Beginn des Wochenendes wäre doch genau das Richtige

R e z e p t : (für 3-4 Personen)

Zutaten:

700 Gramm Muskatkürbis

2 mittlere rote Zwiebeln

3 Tomaten ( geschält)

1/2 Liter Brühe (Gemüsebrühe, Fleischbrühe oder Geflügelbrühe)

1 -2 Eßlöffel Honig

2 Knoblauchzehen

1 10cm großes Stück Ingwer

1 Stück Habanero oder Chili

1 kleines Stück Kurkumawurzel

Cocosmilch (sämig u. fest)

1 Stück Butterschmalz

1/2 Teelöffel rote Currypaste

Gewürze: Zimtrinde, Piment, Pfefferkörner schwarz , Langpfeffer, Nelke, Senfkörner weiss, Kardamon, Szechuanpfeffer

(alternativ fertige Currymischungen zur Not)

Schritt 1:

Den Kürbis schälen und in größere Würfel schneiden, mit dem Honig marinieren und beiseite stellen.

Schritt 2:

Gewürze fettlos anrösten und mösern.

Tomaten in kochendes Wasser halten und abziehen – grob würfeln

Zwiebeln in kleine Würfel schneiden

Schritt 3

Den Wok ohne Fett kurz aufheizen und das Butterschmalz zusammen mit der Currypaste vermischen und heiß werden lassen.

Nun geben wir die Zwiebeln hinzu und schwitzen sie farblos an, anschließend die Tomaten hinzufügen und etwas köcheln lassen.

Schritt 4

Wir löschen mit etwas Brühe ab und geben nun die gerösteten, gemörsterten Gewürze hinzu, die Zimtstange werfen wir ebenfalls in den Wok und lassen die Masse ca. 5 Min vor sich hin köcheln

Schritt 5

Wir prüfen die Schärfe, ggfs. noch etwas korrigieren

  • zu scharf – einwenig Honig zufügen
  • bzw. einwenig Currypaste oder Chilli hinzugeben

Schritt 6

Jetzt geben wir die marinierten Kürbiswürfel in den Wok und lassen ihn in der Soße gar ziehen. Dauert ca. 8-10 Min. auf mittlerer Flamme. Zwischendurch immer wieder testen . Der Kürbis sollte nicht zu weich werden, sondern bissfest bleiben.

Mit frischem Koreander versehen und als Beilage empfiehlt sich Basmatireis, den ich mit Safran angereichert hatte.

Selbst meine Fleischesser waren begeistert – und wurden satt !

Tipp: zur Resteverwertung

  • am nächsten Tag durchpürieren, etwas Brühe hinzufügen
  • ergibt eine leckere Kürbissuppe s. oben.

Viel Spaß beim Nachkochen und ein schönes Wochenende.

„Verschmähte Morgengabe“

Allgemein bekannt ist, dass es Menschen gibt , die unterschiedliche Biorhythmen haben.

Rhythmisch vom Tag der Geburt soll es abhängen. Verstehe es wer will.

Der normale Mensch – steht früh auf – nach dem Motto “ früher Vogel fängt den Wurm“… So hat man viel mehr vom Tag.

Man kann sich das Aufstehen auch antrainieren.

Mein geliebter Gö-Gatte hat es sich wieder abtrainiert. Bekanntlich ruht er in sich. Diese Tatsache birgt schon ein gewisses Konfliktpotential mit sich.

Er will nicht einsehen, dass er so viel verpasst. Den Sonnenaufgang, die Jungfräulichkeit des erwachenden Tages, die Morgenstille, das Zwitschern der Vögel, die leeren Straßen, Wege, die frische unverbrauchte Luft….

Niemehr wird es mir gelingen ihn davon zu überzeugen, dass der Morgen die schönste Zeit des Tages ist. Im übrigen , braucht man nicht soo viel Schlaf! 6-7 Stunden genügen vollkommen. Soweit so gut!

Die Pflege meiner „Haustiere“ (verschiedene Teigführungen, Sauerteige, Hefewasser, Kefiransatz…) nehmen schon eine gewisse Zeit in Anspruch.

Den Hefeteig hatte ich mit meinem Hefewasser-Vorteig vorbereitet und über Nacht im Kühlschrank geparkt.

Hier ist das Hefewasser gerade wieder aufgefrischt worden und im Werden.

Ein herrlicher Teig, lange geführt , mit Butter, Zimt , Abrieb einer Zitrone und einem dicken Bauernei geknetet. Die Konsistenz war wunderbar.

Zwetschgen hatte ich noch und so entstand der wohl letzte Datschi 2020 und den Rest des Teiges setzte ich in eine kleine Muffinform mit Papierförmchen.

Das Ergebnis war ein Traum

  • fluffig, locker, intensiv im Geschmack – ohne nach Hefe zu schmecken-
  • leicht zimtig, gut gebräunt
  • dazu Butter , meine selbstgemachte Marillenmarmelade

Auch diese Köstlichkeit konnte den Herrn Gemahl nicht überzeugen, dass Bett zu verlassen.

Was würde ich nur tun, wenn meine siebenköpfigen Raupen sich nicht aus ihren Ecken schleichen würden?

Der Hefeteig mit dem angesetzten Hefewasser ist meines Erachtens viel besser verträglich. Er läßt sich halt etwas mehr Zeit und ist manchmal nicht kalkulierbar. Die Erfahrung hat gezeigt, dass er für eine Übernachtgare sehr gut geeignet ist. Er verzeiht auch, dass man ihn nicht auf die Stunde genau aus der Kälte befreit. (10-12 Stunden, sind iedal)

Wer es wagen will nochmal mein Rezept für einen Datschi , Apfelkuchen, Zimtkuchen – mit 4 Hefebrioche.

und so einfach geht es

Vorteig:

138 gramm Hefewasser aktiv

275 gramm Mehl (Type 405)

  • mit den Händen das Wasser und Mehl vermischen
  • abdecken und 24 Stunden sich selbst überlassen (Zimmertemperatur ca. 20 grad)

Hauptteig:

200 gramm Weizenmehl 405 (oder Dinkelmehl 630)

90 gramm weiche Butter

100 gramm brauner Rohrzucker

1 schwach gehäufter Teelöffel Zimt

Abrieb einer Biozitrone

8o ml lauwarme Milch

Den Vorteig zusammen mit den o. g. Zutaten, bis auf die Milch, in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben.

Auf kleiner Stufe zunächst vermischen, dann auf der nächsten Stufe 5 Min. unter Zugabe der Milch und nochmals auf der nächsten Stufe 7 Minuten kneten, bis der Teig sich von der Schüssel löst.

Dann in eine Schüssel geben und 2-3 Stunden ruhen lassen, bis er angesprungen ist (d. h. sich einwenig aufgeplustert hat, ideal Volumenverdoppelung – muss aber nicht).

Den Teig dann in den Kühlschrank geben und den Kühlschrank, wenn möglich nicht mehr öffnen.

Am nächsten Morgen herausnehmen, ca. 2 Stunden sich aklimatisieren lassen. Dann einmal eine Springform mit dem geschmeidigen Teig auskleiden , nach Belieben belegen (Butter, Zimtzucker, Zwetschgen, Äpfel, Birnen…)

Vier gleiche Stücke (ca. 50-70 gramm) abstechen und in die mit Papierförmchen ausgelegte Muffinform geben, nachdem wir sie leicht rund gewirkt haben. Mit der Schere kurz kreuzweise einschneiden

  • Backen: 25 Min. die Muffins
    • – nochmal 20 Min. , je nach Ofen den Hefekuchen.

Es entsteht ein unwiderstehlicher Hefekuchen, mit einem leicht grossen Boden und locker, weiche, luftige Brioche – unwiderstehlich. Es lohnt sich!! Die dunkle Kruste erinnert mich an den Geschmack meiner Kinderheit, wenn die großen Bleche aus dem Backhaus kamen und ich mir den Rand stibitzte.

Schaut mal , was ich gerade aus dem Ofen geholt habe, ein Brot mit bayrischem Ruchmehl – mit Livieto madre u. Roggensauerteigansatz gebacken. Der Geruch, die Kruste….

bayrisches Ruckmehl in Vollendung...
Ruchmehl-Roggen-Sauerteige

„Zwetschgenröster – Zwetschgentröster „

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Die Sonne kämpfte sich durch den Nebel, am Bach standen die milchigen Schwaden und das gleistende Licht des Morgens, die durchdringende Kälte, die feuchte Kühle kannte ich nur zu gut. Es war Oktober!

Der Erntemonat bedeutete in meiner Familie immer viel Arbeit. Kartoffelernte, Äpfelernte, der Kohl mußte vom Feld. Das Wichtigste für meine Großeltern war die Zwetschgenreife.

Nur ein bestimmter Reifegrad war geeignet um das Zwetschenkraut (Zwetschgenmus) zu kochen.

Die Zwetschgenbäume standen oft oberhalb des Kartoffelackers, so konnte man die Kartoffelsäcke und die riesigen Weidekörbe (Mannen) gefüllt mit Zwetschgen, gleich mit ins Tal transportieren.

Man spacht von Zentner (50 kg)- Körben. Der kupferne Kessel wurde tagelag gereinigt und blitzte in die warme Mittagssonne.

In dem runden , schamottgemauerten Kessel konnte man verschiedene Kessel einsetzen ( für die Kochwäsche, für das Wursten und den Kupferkessel für die Zwetschgen.

Die Hände meiner Großmutter waren rissig, schwarzbraun gefärbt vom Entkernen der Zwetschgen. Es wurde eingekocht, gesaftet und das Zwetschgenkraut war das Beste im Dorf. Frisches Brot, Butter und dann das süßherbe Zwetschgenkraut. Fünf Brote konnte ich an kalten Herbst- u. Winternachmitagen verschlingen – wenn das Brot frisch aus dem Backhaus kam.

Der riesige Kessel faßte ca 4o kg Zwetschgen , die nur mit Zucker langsam köchelten – mind. 24 -36 Stunden, bis das geschmeidige, dunkelbraune Zwetschgenkraut die richtige Konsistenz hatte. Es mußte ständig mit einem großen , hölzernen Löffel gerührt werden.

Der runde Ofen wurde mit Buchenholz gefeuert und die richtige Hitze war eine Wissenschaft für sich.

Mit 10 Jahren wurde ich auf ein Schapellchen (kleiner Holzhocker) gestellt und mußte- durfte – rühren. Wehe es brennt an, dass roch man sofort, dann war die ganze Mühe umsonst.

Mein Großvater schaute mit seinem Zwetschgenwasser vorbei, wenn die Damen des Hauses außer Reichweite waren und fügte einen kräftigen Schuß hinzu.

So pflückte ich ihm ganz vorsichtig die besten Früchte für seinen Zwetschgenschnaps, den er brennen ließ und die riesige Korbflasche stand auf dem Speicher neben dem Salzfleischzuber.

Das Feuerwasser wurde für vieles eingesetzt. Hatte man Zahnschmerzen, Halsschmerzen, Zahnfleischprobleme , bekamen selbst die Kinder eine homöopathische Dosis verabreicht. Mit dem Befehl “ nicht runterschlucken, Ausspucken!“

Bis heute mag ich eigentlich keinen Schnaps. Dies liegt wohl daran, dass ich manchmal das Feuerwasser runtergeschluckt hatte, den gurgeln ist nicht einfach – und der Schnaps schmeckte grausam. Der Rachen brannte regelrecht und ein heißer Schwall durchschoß meinen Körper.

Die Zwetschge verfolgt mich bis heute.

Aus Österreich kommt der sogenannte Zwetschgenröster . Auf keinen Fall ist der Röster zu verwechseln mit einem Kompott oder gar einer Marmelade, obwohl das verwandtschaftliche Naheverhältnis augenscheinlich ist. Konfitüre ist der Röster auch keine, nicht einmal ein Fruchtaufstrich. In Österreich wird er grundsätzlich mit dem Löffel gegessen und nicht aufs Brot geschmiert!

Ich liebe ihn zum Kaiserschmarrn zum Käse, warm oder kalt zum Vanilleeis, Wild…. Er ist vielseitig einsetzbar.

Meine Zwetschgenröstervariane:in memoriam an Großmutters Zwetschgenkraut

Zutaten:

750 gramm vollreife Zwetschgen

2-3 Eßlöffel brauner Rohrzucker

Vanillestange (wiederverwerten )

1 Sternanis

3 Nelken

Zimtrinde

Cilischote ( entkernen , je nach Schärfegrad dosieren)

Zitrone bio

Grapefruitschale

Kardamon

1 Stamperl alte Zwetschge

125 ml guter Zweigelt (Rotwein )

Der Zwetschgenröster sollte, frisch, fuchtig und eine leichte Schärft im Abgang haben, die Zutaten dürfen auf einen Fall dominieren.

So geht es:

Schritt 1

In einen weiten Topf den den Zucker geben und ganz leicht karamelisieren lassen. Die Zwetschgen – ohne Zugabe von Wasser !!! – in den Topf gleiten lassen. Die Zwetschgen sind entkernt und auf keinen Fall klein geschnitten !

Schritt 2

Zitronen- u. Grapefruitschale hinzugeben, sowie den Saft der Zitrone . Mit dem Stamperl Zwetschgenbrand ablöschen.

Die übrigen Gewürze ebenfalls auf die Zwetschgen geben und solange kochen lassen, bis die Zwetschgen bissfest sind, nicht zerfallen!

Schritt 3

Den Zweigelt mit einem Teelöffel Stärke aufkochen und über die Zwetschgenmasse geben. Einmal umrühren –

Fertig!

Direkt warm genießen oder in Gläser füllen.

Die Zitrusfrüchte geben einen frischen Kick, die Schärfe der Chili paßt sich brav an. Die reifen Zwetschgen verbinden sich mit den Gewürzen, gelöffelt zerschmelzen sie auf der Zunge. Aus den banalen Zwetschgen wird ein

  • Zwetschgenröster – Tröster
Zwetschgenröster

Siehe auch die Marmeladenvarianten aus dem September 2012