"Bärlauchröllchen, Bärlauchrisotto……"

Bärlauchgerichte gibt es in allen Variationen. Die Bärlauchsaison möchte ich mit einem Bärlauchrisotto und mit Putenröllchen, gefüllt mit Bärlauch einläuten.

„Bärlauch-Putenröllchen“

Zutaten:

800 gramm Putenfleisch
10-12 Bärlauchblätter
ca. 80 gramm Sesam -hell-
2 Eßlöffel Sesamöl, 2 Eßlöffel neutrales gut erhitzbares Öl
Gewürze: Meersalz, Chili, Anis, Kubenpfeffer ( am besten alles aus der Mühle)
Das Putenfleisch schneiden wir in dünne Scheiben, am besten geht das mit der Brotmaschine oder einem scharfen Messer.
Das Putenfleisch mit den genannten Gewürzen kräftig würzen.
Die Putenscheiben belegen wir vollständig mit Bärlauch, und stellen entsprechende Röllchen her, die wir mit einem Zahnstocher fixieren. DSC00738DSC00739
In eine flache Schale oder Teller geben wir den Sesam.
Die Röllchen wälzen wir in dem Sesam, bis sie gut ummantelt sind. DSC00741
Nun erhitzen wir das Sesamöl und das neutrale Öl und braten die Röllchen rundherum an.
Immer wieder etwas mit der Temperatur variieren, denn der Sesam brennt schnell an. DSC00743 Ca. 12-15 Min. schonend braten und warm stellen.
Unsere Beilage ist etwas arbeitsintensiv heute.
Ein Bärlauch-Risotto, schlunzig, lecker ein Traum.

Zutaten:
3OO gramm Risottoreis (Arborio (auch Avorio), Vialone oder Carnaroli)
800 ml Brühe (Gemüse/Hühner/Rind)
1 Bund Frühlingszwiebeln
125 ml Noilly prat
Gewürze: Meersalz, Pfeffer, Anis aus der Mühle
80 gramm Bärlauch (mit dem Wiegemesser in feine Streifen gehackt)
3o gramm gute Butter
30 gramm geriebener Parmesan
2 Eßlöffel Olivenöl
Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden, während sich das Öl warm „macht“
Die Brühe aufsetzen und ebenfalls aufheizen – sie sollte heiß sein, aber nicht kochen –
Nun geben wir die Frühlingszwiebeln in das heiße Olivenöl und schwitzen sie farblos an.
Dann geben wir den Reis hinzu und würzen etwas mit Meersalz, schwarzem Pfeffer und Anis aus der Mühle. Ein herrlicher Duft verbreitet sich und der Noilly prat wartet auf seinen Einsatz.
Wenn der Reis leicht knackt, sie hören es !! Dann geben wir den Wermuth hinzu und die Aromen verbinden sich, der Reis saugt süchtig die Flüssigkeit auf.
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Ab jetzt lassen wir das Risotto nicht mehr aus den Augen.
Wir stellen die Temperatur des Herdes auf eine hohe Stufe und geben einen Schöpflöffel Brühe über den Reis, so daß der Reis ganz mit Flüssigkeit bedeckt ist.
Unter ständigem Rühren verbinden sich Aromen und Stärke – sobald die Flüssigkeit aufgesogen ist, geben wir den nächsten Löffel Brühe hinzu.
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Die Reiskörner gehen auf, geben ihre Stärke ab und wenn sie sich ca. verdoppelt haben, geben wir den Bärlauch hinzu und wieder löffelweise die Brühe.
Eine kleine Probe ist jetzt angepaßt. Der Reis sollte Biß haben, nussig sein, aber nicht zu weich. Dann ist der Zeitpunkt gekommen den Parmesan und die Butter unterzuheben.Meist ist das der Fall, wenn die Brühe aufgebraucht ist.DSC00748DSC00749DSC00750DSC00751
Einer Gemüsebeilage bedarf es nicht. Der Bärlauch ist da !!!!DSC00752

"Maulwurfschwänzchen – Waldmeistereis – Emanzipation"

Mein Waldmeister ist wieder da und das beste er riecht, wenn er einwenig welk ist, genau so….Dieses Aroma ist in meinen Genen gespeichert und ich verwende ihn für Drinks, Eis, panna cotta… Dieses „Kraut“ hat aber seine eigene Geschichte…..

Um die Zeit meiner Erstkommunion (10 Jahre) beschloß ich mein Taschengeld aufzubessern.
Alle Jungs aus unserem kleinen Dorf waren damit beschäftigt.
Großzügig stattete man die Jungen mit vielen Maulwurffallen aus. Mit einwenig Geschick konnte man genau erkennen, wann der kleine Hügel gestoßen wurde und der Maulwurf ging in die Falle.
Mit einem alten „Kneipchen“ (kleines scharfes Messer) schnitt man den kurzen Schwanz ab und legte ihn in eine leere Zigarrenkiste. Pro Schwänzchen gab es an Kirmes vom Gemeinderechner 5o Pfennig. Mein Freund Gerd hatte schon 27 Stück und lange war noch nicht Kirmes.

Die Jungen taten ganz geheimnisvoll – das war ein Sport nur für Jungen – betonten sie immer wieder. Dies entwickelte einen unglaublichen Ehrgeiz in mir und nach wochenlangem Betteln, billigte man mir ein paar Maulwurffallen zu.

Nur einmal über die Straße und schon war ich in den Wiesenauen, wo stets eine riesige Anzahl von Maulwurfhügeln den Bauern das Leben zu Hölle machte.
Schnell hatte ich heraus, wie , wann man am besten die Fallen stellen mußte und meine Zigarrenkiste füllte sich schnell.
Unter uns – natürlich war mir Großvater einwenig behilflich – bei meinen Fallenstellaktionen.
49 Stück hatte ich Mitte Juni zusammen und mir lief schon das Wasser im Mund zusammen, denn nur einmal im Jahr kam der Ernst mit dem Kirmeswagen und dem Waldmeistereis.

Endlich am Kirmessamstag sollte Zahltag sein. Stolz marschierte ich zum Gemeinderechner. Hier ging man nicht gerne hin, denn hier wohnte auch der Willibald – der mit der scharfen Kohlhobel – dieser seltsame Mensch.
Der Gemeindrechner lächelte nie, hatte ein eigenes Zimmer wo er dicke Bücher führte und jeden 1/2 Pfennig nachrechnete, wehe es fehlte 1 Pfennig.
Er ließ mich warten in der Küche bei Leni.
Leni unheimlich alt, neugierig und fragte mit Vorliebe Kinder aus.
„Wo schafft dei Papa denn ?“, “ hot dei Tant emmer noch kaane Ma ?“….
„Wor de Opa wirrer in Hirschberg Schnaps holle „…..
Mein blondes Federhaar war frisch gewaschen, schick hatte ich mich gemacht und forsch marschierte ich in die Gemeinderechnerstube.
„Hier meine Maulwurfkiste, 49 Stück !“.
Der Gemeindrechner musterte mich von oben nach unten und sprach:“ Nee, das Geld steht Dir nicht zu, Maulwurffallenstellen ist nur Jungen erlaubt!“
Das Blut in meinen Adern gefror, waas, wiee bitte, wer sagt das denn?.
Dicke Tränen rannen mir über die Wangen und in mir stieg eine Woge der Wut auf, die ich bis heute empfinden kann.
Ich rannte um mein Leben und heulte, schimpfte konnte kein klares Wort herausbringen.
Opa kam gerade aus dem Stall und fragte was ist los ?
Nach meinem Bericht, sah ich ihn mit wutentzerrter Miene den Hof verlassen.
Bis zum Gemeinderechner waren es ca. 300 m. Lang dauerte es nicht, im ganzen Dorf war es zu hören…. mein Opa schrie den Gemeinderechner zusammen, ich verstand nur einen Wortfetzen „Emanzipition“ oder so ähnlich. Wieder so ein Fremdwort, konnte er nicht einmal so reden, dass ich es verstand. Dann war Stille, nur die Vögel hörte man noch und den festen Schritt meines Großvaters.

Wortlos legte er meinen Verdienst auf den Küchentisch und verzog sich.
Am Kirmessonntag ging ich nachmittags stolz mit meinen Freundinnen ein Waldmeistereis essen.
Meine Freundin Erika hatte kein Kirmesgeld bekommen und hatte nur Geld für ein Bällchen Waldmeistereis, beim Übergeben viel das Eis runter und die Frau vom Ernst, die Maria, gab ihr kein zweites, denn sie sei halt schusselig gewesen.
Traurig stand sie da in ihrem neuen roten Kirmeskleid, mit den kleinen Samtschleifen.
Doch ich konnte für Ersatz sorgen und kaufte uns gleich zwei Bällchen für jeden.
Die Maria mußte die Eistüten tief runterreichen, schaffte ich ihr an , denn so geht es nicht! Herrlich schmeckte dieses Eis und wir hockten uns ins kleine Bierzelt und sahen dem verliebten Paar Herbert und Irmtrud zu, wie schön sie tanzten und überhaupt die Musik spielte so schön…

Am Kirmesmontag zog die Kirmesjugend von Haus zu Haus begleitet von der Musikkapelle und sammelten Eier, Geld… Der Bürgermeister hielt eine Rede, der Großgrundbesitzer aus dem Ruhrgebiet der sich hier vor vielen Jahren niedergelassen hatte und natürlich mein Opa.
Er erzählte die Geschichte von meinen Maulwurfschwänzen und tobte, dass im 20. Jahrhundert im Zeitalter der Emanzipation, es nicht zulässig sei, Frauen zu benachteiligen. Schließlich hätten sie nach dem Krieg mit bloßen Händen die Trümmer beseitigt und er prophezeite, dass sich noch alle wundern , was Frauen in den nächsten Jahren bewerkstelligen werden. Die Zeit sei vorbei wo man Mädchen benachteiligen könnte, wo sie doch oft geschickter, schlauer, fleißiger … wären.
Alle klatschten Beifall und von da an durften auch Mädchen Maulwurffallen stellen. Das
Waldmeistereis ist bis heute mein Lieblingseis geblieben ist, versteht sich von selbst.

"Marktgeflüster , Sonne, pur…….

Natürlich war ich am Wochenende auf dem Markt. Das erstmal für dieses Jahr konnte man die Sonne spüren, in der Sonne sitzen -bis ca. 14.OO Uhr – dann kam der warme Regen, ließ alles sprießen, sogar mein Waldmeister kommt wieder !!!!

Aber zunächst zum Markt. Ein sicheres Zeichen, dass der Winter zu Ende ist, können wir am Blaublaukraut, am Weisskohl, am Wirsing erkennen, der dargeboten wird. Die Köpfe werden immer kleiner, sind schon süß anzuschauen. So hats meine Oma auch immer gemacht, die äußeren Blätter im Frühjahr abgemacht, so blieb nur noch der brauchbare feste Kern des Kohls.DSC00719DSC00720
Ostern rückt immer näher, wie man unschwer auf dem Markt übersehen kann.
Der erste frische Knoblauch – vereint mit dem „getrockneten“ – Jeder hat seine Vorteile der „Alte und der Junge“. DSC00724DSC00725DSC00727
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Spinat wird angeboten, das Kilo bis zu 10 EURO.
Dann stattete ich der „Käsgabi“ – so nennen meine Kinder – den kleinen Käseladen, den sie schon kennengelernt haben als sie noch nicht geboren waren. Die „Käsgabi“ hatte immer ein Stück Käse für sie parat und für den Conzi seinen geliebten Butterkäse, extra viel, noch eine kalte Milche mit Strohhalm, ein Osterei… Samstag für Samstag das gleich Spiel, mit Rucksack,Kinderwagen, später Fahrrad cool mit dem skateboard.
Wo gibt es dann 1 Pfund Käseaufschnitt so frisch geschnitten, jede Käsesorte extra DSC00728DSC00730aufgeschnitten und mit ganz viel Butterkäse…
Einwenig bleibt auf dem Viktualienmarkt die Zeit auch stehen, denn bei der „Käsgabi“ hat sich in 20 Jahren – bis auf die Preise – nicht viel verändert.
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Ganz vereinzelt verirrten sie auch die Atomkraftgegner auf dem Markt und wurden wie die ersten Spargelspitzen bestaunt.DSC00723
Bärlauch gab es diesen Samstag schon an mehreren Ständen und ich habe den ersten mitgenommen. Was mache ich Suppe, Nudeln, gefüllte Röllchen ?? Leider kam ich krankheitsbedingt nicht zum Kochen.
Anstrengend so ein Marktgang, umso schöner war mein kleiner Abstecher im Schokoladencafe, fast schon einwenig franz. Flair oder ?DSC00733DSC00735DSC00737 Schön wars wieder am Markt.

"Münchens Kleine Italiener…"

Seit Monaten schreibe ich von meinen „Kleinen Lokalitäten“, die in unserer Stadt immer wieder für positive Überraschungen gut sind. Heute habe ich mich mit einer Freundin am Odeonsplatz getroffen. Bei dem herrlichen Wetter, wollten wir uns ein laues Stadtlüftchen gönnen, ratschen, Leute schauen…. und vielleicht einen Kaffee in der Sonne genießen.

Dies ist allerdings Sonntags fast schier unmöglich, alles ist hoffnungslos überfüllt und irgendwie gelingt es uns ganz selten in den Cafehäusern einen Sonnenplatz zu ergattern.

Ehrlich gesagt, auch gute Kuchen, Torten muß man suchen. Dabei gibt es unzählige Bars, Cafes…..
Der Großstadtmensch braucht doch ein zweites Wohnzimmer, wo man sich treffen kann, lesen, ratschen, ein Glas guten Wein, Prosecco, Champagner… genießen kann. Wir schlenderten durch den Hofgarten…. in den englischen Garten, die Wiesen sind wieder bevölkert, die ersten sonnten sich schon halbnackert. Junge Leute balancieren über Bänder, die sie zwischen Bäume spannen und wie Artisten ohne „doppelten Boden“ von einem Ende zum anderen laufen. Andere jonglieren, spielen seltsame Ballspiele… DSC00705DSC00706DSC00707

Kleine Bärlauchspitzen schauen auch schon aus der Erde, leider nur da, wo die Hunde …..
Auf unserem Rückweg zum Odeonsplatz fanden wir ein kleines, unscheinbares Cafe.
Die Einrichtigung – klassisches, italienisches Design, erhöhte Tische mit Marmorplatte, Hocker mit beigen Kunstleder bezogen….

Freundlich wurden wir empfangen mit den Worten: „Eigentlich haben wir noch nicht offen, aber kommen Sie nehmen sie Platz… “

Eine italienische Familie feierte die Eröffnung des kleinen Cafes mit dem gewissen „Extra“.
Ausgesuchtes Geschirr, liebevolle Blumenarrangements, betriebsame Hektik, fröhliche Menschen und wir mitten unter ihnen.
Wir genießen den wunderbaren Cappuccino und die kleinen Köstlichkeiten und werden bestimmt wiederkommen, wenn wir dann einen Platz finden in unserem kleinen italienschen Cafe zwischen Uni und engl. Garten.
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"Schnelle Lauchtarte Trudel"

Diese Lauchtarte habe ich einer lieben Kochfreundin gewidmet, die mich auf die Idee gebracht hat, ihr Rezept etwas abzuwandeln.
Irgendetwas herzhaftes wollte ich schnell am gestrigen Abend noch zum Wein reichen, nachdem liebe Freunde auf einen Wein spontan vorbeigekommen waren und so entstand:

„Schnelle Lauchtarte Trudel“

Zutaten:

1 Packung Blätterteig aus dem Kühlregal
2-3 Stangen Lauch
3 Eier
1/4 L Sahne
5-6 Scheiben hauchdünngeschnitter, luftgetrockneter Speck oder Schinken
2 Eßlöffel Olivenöl
1 kleine rote Schalotte
1 Knoblauchzehe
Ziegenfrischkäse ca 100-150 gramm

Gewürze: Muskat – frisch gerieben, Salz, Pfeffer, Chiliflocken, getrocknete Kräuter der
Provence
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Zubereittungsschritt 1:
Den Lauch putzen u. gut waschen, dann in dünne Scheiben schneiden.
In eine Pfanne geben wir das Olivenöl und die kleingehackte Knoblauchzehe.
Den Lauch dünsten wir leicht an auf mittlerer Stufe.

Zubereitungsschritt 2:
Die Eier mit der Sahne verquierlen und mit Pfeffer, Salz u. Muskatnuss würzen.
Einwenig stehen lassen, damit die Gewürze sich entfalten können.
Den Blätterteig in eine Tarteform auslegen und so auslegen, dass die Form ganz mit Teig bedeckt ist. Mit einer Gabel den Teig „einstechen“.

Zubereitungsschritt 3:
Den Lauch aus der Pfanne in die Tartform schütten und anschließend die Eier-Sahne-Masse übergießen. Dann den Ziegenfrischkäse verteilen u. ggfs. mit der Gabel etwas auseinanderdrücken. Nun mit einer Spur getrocknetem Chili aus der Mühle nochmals würzen und die Speckscheiben über die Tarte verteilen.
Mit Kräuter der Provence bestreuen und bei 180 grad backen, bis der Tarterand braun wird. Ca. 25 Min. Bitte kontrollieren, damit der Speck nicht verbrennt.
Meine Gäste waren begeistert. Mein Sohn meinte allerdings, mit unserem klassischen Tarteteig hätte es noch viieel besser geschmeckt.

Betrachten wir es mal als konstruktive Kritik.DSC00684

"Marktgeflüster…."

Mein Viktualienmarktbesuch mußte ich heute auf den späten Vormittag verschieben.
Es herrschte betriebsame Hektik, München wird bereist, die Handwerksmesse schwemmt die Besucher über den Markt.

Naßkalt ist es, draußen kann man sich eigentlich nicht lange aufhalten.
Meine Einkaufsliste, Gewürze müssen aufgestockt werden z.b. Ras el Hanout für meine Lamm- u. Couscousgerichte, dann bin ich auf der Suche nach etwas Frühling, einen Salat… ??
Was wird angeboten Wildkräutersalat aus Holland, nein wohl doch nichts für mich, Spargel aus Bayern – unter welcher Wärmeschlange ist der denn gewachsen? – nein …
Aber die Hartgemüse, mag man auch nicht mehr …
Den Bärlauch aus der Pfalz, na wirklich nicht. Bald werde ich mit meinem Fahrrad den Bärlauch selbst pflücken, jeder in München hat da seine eigene Stelle, wo die Hunde nicht…, wo die Abgase nicht hinkommen… Dann werde ich wieder Bärlauch-Pesto, Bärlauch- Risotto, Bärlauchsuppe, Bärlauch-Nudeln…… Aber diesen aus der Pfalz, soll ich ihn doch kaufen für ein kleines Süppchen , so als Vorgeschmack?
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Ich entscheide mich, für Kohlrabi, Blumenkohl – wohl alles aus dem Süden – aber München ist ja bekanntlich die nördlichste Stadt Italiens.

In der Zeit vor Ostern – Fastenzeit – gab es früher sehr viel Gemüse- Kartoffel- Fischgerichte, einfache, schmackhafte Küche.
In meine Wohnung möchte ich auch einwenig Frühling reinlassen und will mich mal etwas orientieren. Die Auswahl ist riesengroß, Eier, Hasen, Sträucher….
In die große Bodenvase aus Glas kommen die „Korkenzieher“…. Dann sind diese Hasen dieses Jahr der Hit, die aussehen , wie Schokohasen, aber keine sind…
Da fällt die Auswahl schwer:DSC00685DSC00691DSC00692DSC00700DSC00693

Aber bald, da bin ich ganz, ganz sicher werde ich meinen Rhabarber-Prosecco in der Sonne auf dem Markt genießen!!!

"Überlebenssuppe"

Diese Woche konnte man schon mal den einen oder anderen Tag die Winterjacken durch den leichten Trenchcoat  ersetzen, doch  es war nur ein ganz kurzes Aufatmen und so mancher kämpft jetzt mit Grippe, Erkältung…

Für all diese „Frühlingsgeschädigten“ widme ich meine Suppe.

Rezept:

Diese Suppe hatte ich am Wochenende gekocht, die Markklößchen eingefroren – funktioniert übrigens hervorragend –
und nun  zur „Männerüberlebenssuppe“:

Rezept:
Zutaten:
750 gramm (gekochte hohe Rippe v. Rind)
2-3 2-3 cm ungeschälte Ingwerscheiben
1 Chilischote – rot –
1 rote Paprikaschote
1 junge ,kleine Kohlrabi
1-2 junge Möhrchen
1 Stange Lauch
3 rote, kleine Schalotten
1 Knoblauchzehe
5-6 cm frischer Kren
1 1/2 Liter Rinderbrühe
1 handvoll klein, gehackter Petersilie

Gewürze: Prisen Meersalz, Chiliflocken, schwarzer Pfeffer
Markklößchen nach belieben
Zubereitungsschritt 1:
Wir schneiden das gekochte Rindfleisch in mundgerechte Stücke.
Die Schalotten schneiden wir in grobe Stück, die Ingwerscheiben bereiten wir vor.
Die Pfanne erwärmen wir – fettlos- und geben die Schalotten, die Ingwerscheiben sowie die Chilischote hinein. Dann geben wir die Rindfleischstücke hinzu und lassen sie kräftig schmoren.Über das Rindfleisch reiben wir frischen Kren und geben Chili aus der Mühle über das Fleisch. Nach ca. 4 Min. löschen wir das Rindfleisch mit der Brühe ab. DSC00680
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Die Brühe darf ruhig etwas Fett enthalten, das brauchen wir zum Überleben. Sollte man aus gesundheitlichen Gründen auf das Fett verzichten, dann läßt es sich einfach abschöpfen.

Zubereitungsschritt 2:
Nun schneiden wir den Lauch in dünne Scheiben oder Streifen, die Paprikaschote, den Kohlrabi u. die Möhrchen möglichst fein schneiden oder durch die Küchenmaschine „jagen“
Die Suppe sollte jetzt ca. 10 Min. langsam köcheln, nicht aufkochen, die Markklößchen lassen wir langsam gar ziehen.

Die Temperatur nehmen wir zurück u. lassen das Rindfleisch nur einwenig simmern.
Abschmecken, ggfs. mit Salz u. frischgemahlenem schwarzen Pfeffer nachwürzen, mit Petersilie bestreuen und heiß servieren.
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Langsam kommen die Sinne wieder zurück, die Nase wird frei, sie läuft, die Wärme geht durch den ganzen Körper, die Sinne kommen wieder, es duftet herrlich.
Das Leben kommt in den erkältungsgeschwächten Manneskörper zurück.

" Das kleine sardische Cafe E"

Wir hatten etwas Außergewöhnliches zu feiern, wollten einwenig unter „uns“ sein, eine Kleinigkeit Essen, begleiten sollte uns ein guter Wein…

Drei Frauen ein außergewöhnlicher Mann, man kennt sich mehrere Jahrzehnte, einjeder hat den Lebensweg des anderen mehr oder weniger aktiv begleitet.

Die früher fast täglich geführten ausführlichen Gespräche waren oft Nahrung für die Seele,
Coaching in allen Lebenslagen, ob Literatur, Politik, Kindererziehung, Philisophie, Krankheit, Sport, Reisen…. Diese kleine Gruppe von unterschiedlichsten Menschen hat u. hatte sich immer etwas zu sagen, der Gesprächsstoff geht niemals aus.

So was gibt es doch nicht mehr, heute ist man doch zielorientiert, netzwerkorientiert, flexibl, offen und bleibt rein vorsorglich immer an der „Oberfläche“.
Eine wohltuende Nähe, Ehrlichkeit das ist doch etwas für in die Jahre gekommene Romantiker.

In einem kleinen sardischen Cafe traf sich die kleine Runde und erlebte einen „schönen, unterhaltsamen, vergnüglichen Abend, mit ausnehmend
gutem Essen und Trinken und interessantem Ambiente, einschließlich sardischer Köchin und ihrer Künste“ , um unseren außergewöhnlichen Mann der Runde zu zitieren.
Wolfsbarschcarpaccio an roten Zwiebeln …., Ravioli gefüllt mit Feigen, Schinken u. altem Parmesan…. Es war soo guuut!DSC00666DSC00670DSC00675

Rezepte, Rezepte, Rezepte

Das Wochenende ist vorbei. Früh bin ich schon auf den Beinen, obwohl ich erst viel später arbeiten muß. Erst möchte ich aber mal mir den Frust von der Seele schreiben!
Die Katastrophe in Japan macht mir Angst. Der Mensch kann offentsichtlich sich nicht gegen die Natur durchsetzen, bei allen technischen Möglichkeiten, Frühwarnsystemen…
Lange war nichts geschehen, der Mensch wiegt sich in Sicherheit und dann schlägt die Natur erbarmungslos zurück.

Müssen wir alles immer im Überfluß haben, nutzen, produzieren… ?
Hilflos, angstvoll stehen wir da, wenn die Katastrophe irgendwo in der Welt sich ereignet.
Nein, in Deutschland kann das nicht passieren, wir haben für die Stromversorgung andere Vorkehrungen geschaffen… Wer daran glauben mag ?

Aber wir, jeder Einzelne kann, glaube ich etwas bewegen, indem wir der Politik nicht immer vertrauen, die Profitgier nicht immer unterstützen.
Eine Autofahrt weniger, etwas bewußter einkaufen, ein Wochendtrip mal etwas anders gestalten, das überlege ich mir gerade — vielleicht , aber nur vielleicht hilft es —-Auf jeden Fall, hat man das Gefühl einwenig getan zu haben, denn die Leidtragenden sind immer die Menschen, Frauen, Kinder, Männer…. Leider!!

Das Wochenende ist vorbei, Berge von Wäsche sind schon wieder da, Sportwäsche, Hemden, Blusen, die Skisachen, die Tischwäsche, die „Hotelhandtücher“ – so nenne ich sie, denn meine Herrschaften benutzen meist ihr Handtuch nur einmal. Damit ist jetzt Schluß!!!
In der Küche gibt es auch noch viel zu tun, der Markglößchenteig will noch verarbeitet und eingefroren werden. Die stundenlang geköchelte Rindsbrühe muß abgeschöpft… werden,
Die Bolognese hatte ebenfalls vor sich hin geköchelt und ist mit dem guten Rotwein diesmal richtig gut. Ab in den Tiefkühler, denn am Donnerstag kommen liebe Gäste und ich möchte Lasagne mit selbstgemachten Nudelplatten machen, da kann ich nicht auch noch die Bolognese kochen.

Jeder fragt mich in der letzten Zeit: „Kannst Du mir das Rezept aufschreiben?“
Dabei hatte ich nur Reste verwertet und einwenig Gemüse frisch hinzugefügt, den Blätterteig vor dem Ablaufdatum zu einer Lauchtarte verarbeitet, denn eigentlich mußte auch der nicht so beliebte Gouda, die anderen Käsereste verbraucht werden und die Eier müssen auch weg. Pasta

Die Croutons sind aber guut!! Kannst Du mir das Rezept…, Nein….!! Das schöne Bauerbrot war einfach etwas hart geworden und nach meiner ererbten Devise: „Ein Brot ist niemals hart, kein Brot ist hart“, fällt es mir schwer Brot wegzuwerfen.
So hatte ich die Brotreste einwenig mit Kräutern der Provence,Fleur de sel und Olivenöl in der Pfanne hin und hergeschoben und über die Suppe gegeben, die ich aus dem restlichen Broccolie-Mandelgemüse schnell mit dem Zauperstab und einwenig Brühe in wenigen Minuten zubereitet hatte, denn Sportler können nicht warten …. , sie kommen um vor Hunger!

So jetzt habe ich meine Rezepte aufgeschrieben. Zufrieden ?

Einen kleinen Spaziergang außerhalb der Stadt gönnten wir uns gestern. Die Natur liegt geplättet vom Schnee und Eis der letzten Monate brach. Alles ist farblos und man kann sich nicht vorstellen, dass es jemals wieder saftig grün weden wird, geschweige denn, dass irgendetwas zu blühen beginnt. Doch !!! Ich habe es gefunden !!!
Eine schöne, „Vorfrühlingswoche“ wünsche ich DSC00657DSC00662DSC00664

"Hefeteig" will nicht immer gehen…..

Hefeteig hat seine eigene Dynamik. Erst vor wenigen Jahren habe ich mich zusammen mit meinem Sohn an ihn herangetraut. Dieser Teig hat in jedem Land seine besondere Geschichte, die französischen Brioches, die Germknödel aus Österreich, die Pizzen aus Italien… alle haben etwas gemeinsam, sie werden aus Hefeteig gebacken.

Wie oft hatte ich schon Schiffbruch erlitten, der Teig war nicht gegangen oder so dick geworden, dass man Mundsperre bekam, wenn man in den Zwetschgenkuchen beißen wollte.
Dieser Teig verfolgt mich von Kindheitsbeinen an.

In unserer Famlie wurden riesige Bleche, 12o x ca. 90 cm in alten Backhaus gebacken.
Diese Bleche wurden dann eingeschoben, wenn das Brot gebacken war und die Hitze im Backofen schon abgekühlt war. Hefekuchen mit Zimt und Zucker, Hefekuchen mit Apfelmus, mit herrlichen Teigriemchen dekoriert, ganz zu schweigen vom saftigen Zwetschgenkuchen im Herbst.
Meine Großmutter sehe ich heute noch in der riesigen Holzschüssel mit ihren kräftigen, muskulösen Armen wirken.
Mit einem vielsagendem Lächeln, sah ich zu, wie sie den Teig geradezu lustvoll maleträtierte.
An wen sie nur dachte, wenn sie sagte; “ Der Teig braucht kräftige Schläge“
Vielleicht an den Großvater, der den Frühschoppen wiedermal überzogen hatte, an die Nachbarin, die obwohl das Los auf meine Familie gefallen war, den frühen Backtermin ihr weggeschnappt hatte, an die „bucklige Verwandtschaft“, die morgen kommen sollte… Genaues konnte ich nie erfahren, aber nach dem Hefeteigmachen, war meine Oma gutgelaunt und scheuchte alles was sich nicht wehrte, denn an Kirmes sollte ihre Verwandtschaft, Schwester, Bruder mit Kind u. Kegel anreisen, auch die Familie meines Vaters, Schwestern, Bruder…

Es war allerhand zu tun um die Sippe satt zu bekommen.
Dann reisten sie an, schmipften über die kurvenreiche Strecke des Tales und nahmen gleich an der riesigen Kaffetafel platz. Meine Tante hatte mit dem besten Porzellan eingedeckt, die Kaffeefilter aus Porzellan standen auf drei – bis vier Kannen- zum Einsatz bereit.
Schon waren sie da,die Schwester meiner Oma mit ihren Töchtern. Riesige Frauen, die einem abschmatzten und drückten, dass einem die Luft wegblieb. Schnell weg und diese feuchten Begrüßungsküsse abwischen. „Kinder schauts her, was wir Euch mitgebracht ham, „Prallinees“, die gibts bei Euch sicher nicht!!“ Noch heute sehe ich diese Pralinenschachteln vor mir um die wir 4 Kinder uns zankten, denn eigentlich schmeckten uns Pralinen gar nicht sooo guut!
Bis heute nennen wir diesen Teil der Verwandtschaft die Sippe der Prallinees. Da war der Schwager meiner Großmutter ein echter Lokführer, der fortwährend betonte, dass er mal Pension bekommen würde, wovon mein Großvater nur träumen könnte.
Wir Kinder wußten mit diesem Begriff nichts anzufangen, nur eines blieb haften „Pension“ mußte ganz tolles, wertvolles sein, wann immer man sie bekam. Dieser gedrungene, kleine Lokführer aß nur die Randstücke des Kuchens und packte sich gleich noch welche ein, für morgen, für unterwegs u. überhaupt..
Ein Geräuschpegel herrschte in der Stube, man verstand sein eigenes Wort nicht.
Dann wurden riesige Platten unseres selbstgeräucherten Schinkens aufgetischt und was uns strengstens verboten war, der Lokomotivführer aß die Schinkenscheiben ohne Brot, dazu Gurken u. rülpste was das Zeug hielt.
Vor Lachen schüttelte es uns Kinder, wurden die Diskussionen einwenig hitzig, schlichtete Oma mit viel Charme ..
Es war nichts übrig von diesem tollen Hefekuchen, Kranzkuchen (Hefezöpfe mit Nüssen u. Rosinen), Obstkuchen, Käsekuchen…. Wurst- u. Schinkenbrote…

So lange ich denken kann, gab es Samstags in meiner Familie Zimtkuchen u. Krümmelkuchen (Streusel) und Sonntags gab es Obsttorten, Käsesahne…
Kuchen waren in den großen Familie eine Art Sättigungmittel, das Mittagessen viel nicht so üppig aus, das Frühstück war meist schon früh , vor dem Kirchgang um acht Uhr morgens eingenommen worden.

Aber ich konnte u. wollte diesen Kuchenzauber nicht mehr, abgesehen von der vielen Arbeit, der Hefeteig gelang mir einfach nicht.
Mein Sohn liebte diesen einfachen Zimt-Butterkuchen schon als ganz kleiner Junge. Seine Patin versorgte ihn rührend damit: “ den kann Deine Mama ja doch nicht“…

Verzweifelt stellte ich das Herstellen des Hefeteigs irgendwann ein. Der Teig ging nicht, wurde nichts, ob mit frischer Hefe oder Trockenhefe.
Viele Jahre später fand ich das Geheimnis dieses Teiges heraus.
Für einen Hefeteig braucht mann ein bestimmtes Gemüt und viel, viel Zeit.
Es ist nicht damit getan den Teig zusammenzurühren und zu backen..
Der Teig muß gehen und will dann in Ruhe gelassen werden. Ständig hatte ich das feuchte Küchentuch hochgehoben, ob er schon geht ??
Meine Mutter machte oft ein kleines Mittagschläfchen, während der Teig „ging“, ein genaues Rezept war von der Sippe nicht zu bekommen, dann nimmst halt die Hefe mit etwas warmer Milch…. , wie warm denn, wieviel denn ?? Dann käme es auf das Mehl an.

Die stoische Ruhe meiner Mutter, die brauchte man für den Hefeteig. Diese Veranlagung wird offenbar vererbt, denn mein Sohn konnte mit 10 Jahren schon Hefeteig ansetzen, der einfach super aufging, locker ….

Mittlerweile habe ich es gelernt, der Hefeteig will eigensinnig gehen, muß geschlagen werden und braucht Wärme und auch einwenig Liebe.
Mein kleines, einfaches Rezept:

http://www.kuechengoetter.de/rezepte/Kleingebaeck/-Zwetschgentorteletts–2240087.html

Mit diesem Hefeteiggrundrezept können sie auch eine Tarteform befüllen, mit Butterstückchen belegen u. einfach Gemisch aus Zucker und Zimt drüberstreuen. Ca. 25 Min. backen, wenn derRand leicht braun wird ist er gut. Einwenig warm kann er ruhig sein, dann schmeckt er am besten.
Aber heute gibt es intelligente Küchenmaschinen, die einem die Sorge, ob der Teig geht oder nicht geht, gänzlich abnehmen können. Man braucht also sich nicht dieses „Hefekuchengemüt“ anzueignen.