„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein…“(Matthäus 4,4)

(Werbung, da Namensnennung)

Diese Ausführungen stellen eine reine persönliche Meinung dar. Ähnlichkeiten mit Aussagen lebender oder toten Personen sind rein zufällig

„Es dient hier als biblisches Motto, das aufrütteln soll, zum Einhalten bringen und zum Nachdenken darüber, dass die Sicherung der täglichen Bedürfnisse dem Lebensweg noch nicht Sinn, Orientierung und Halt im Leben gibt, dass man sich geradezu verlieren kann in der Hast nach dem vermeint-lich Wichtigen, das sich doch als Nebensache erweist, sobald man zur Besinnung kommt und zum Nachdenken darüber, was das Leben wirk-lich trägt. Der Verzicht auf das Brot, das wir zwar zum Leben brauchen – von dem wir aber alleine nicht leben können – eröffnet ganz neue Erfahrungswerte , die das Leben bereichern – neue Perspektiven eröffnen… “

Die Lockdownverordnungen könnte man als Fastenverordnung interpretieren und auf Neuerung, Offenbarung von neuen Werten, neuen Lebensformen, neuen Möglichkeiten werten.

Wie man diese zwingenden Erfordernisse umsetzt, darüber kann man wahrlich streiten. Teilweise kann man eine klassische Bevormundung feststellen. Schon in der Pädagogik hat man lange eingesehen, dass das Prinzip „Lohn und Strafe“ nicht tatsächlich zielführend ist.

Keine kreativen, innovativen Ansätze werden gesucht. Keine Linie wird sichtbar. Die Zahlen die politisch geprägt sind, sind nicht wissenschaftlich einwandfrei belegbar, wie viele verschiedene Stimmen kundtun.

In der Innenstadt in München hat sie dieses Jahr tatsächlich begonnen

„Die staade Zeit“ Keine hektische Betriebsamkeit macht sich breit, keine Touristen bevölkern die Straßen und Plätze. Gestern konnte ich meine Besorgungen schnell erledigen. Aber ehrlich, die kleine Einkehr hat mir schon sehr gefehlt. Einen guten Rotwein, bei der Kälte , das Treffen mit Kollegen an der Residenz, der Duft von Glühwein….

Der Christbaum kommt mir dieses Jahr auch einwenig kleiner vor.

Weihnachtsbaum 2020 Rathaus München

Das was eine Großstadt ausmacht, Theater, Konzerte, ein gepflegter Restaurant-Besuch vermisse ich ganz arg. Da hilft es auch nicht die Wohnung zu dekorieren, zu kochen oder sich ein Heimkino einzurichten.

Die Stadt lebt nicht mehr. Ich versuche , die staade Zeit zu nutzen…

Wenn wir alle brav sind, kann ich ja mit meinem Stollen, meinem selbstgemachten Glühwein in der Thermosflasche eine kleine Stadtwanderung arrangieren,-selbstverständlich nur im ganz kleinen genehmigten Kreis- bevor der bayrische Krampus uns wieder zum Daheimbleiben verdammt.

Schaut mal wie schick sich die Stadt gemacht hat.

Allen wünsche ich eine schöne, geruhsame Staade Zeit!

„Der Teufel hat den Schnaps…..“

so trällerte 1973 Udo-Jürgens. Dabei kommt es auf den Schnaps an! Schlechter Schnaps, wie er manchmal in den Ländern hergestellt wird, wo er zu hoch besteuert wird – oder verboten ist, ist ohne Zweifel oft tödlich.

Immer wieder werde ich von meinem Gö-Ga (Göttergatten) gerügt, wenn ich seinen heiligen Tropfen zum Kochen benutze.

Eine unscheinbare, etiketlose Flasche, mit einem Schraubverschluß dessen Herkunft ich dem Land Österreich zuordnen konnte, stand im Schrank.

Ein kleiner Aufkleber – ich entzifferte Obstler- ok, genau den brauch ich jetzt für ein winterliches Apfelmus.

Sicherheitshalber mal dran riechen – kann nichts schaden – dachte ich.

Wow – es roch nach Birnen, Zwetschgen, Äpfeln – was ist denn das? Nicht der so beißende Geruch von Schnaps. Das Obst konnte man riechen, einen klitzekleinen Schluck goß ich in ein Stamperl, eine fast ölige Konsistenz, es bildeten sich kleine Kirchenfenster , wie bei einem guten Rotwein.

Dann die Offenbarung, wohliger Wärme machte sich in meinem Mund breit, ein weicher, angenehmer Geschmack. Die Obstaromen sind voll präsent.

Uff- wo kommt der denn her? Das ist doch der Schnaps von Ben’s Opa, teilte man mir mit.

Jetzt viel es mir wie Schuppen von den Augen. Der weise betagte Mann kenne ich nur aus Erzählungen. Ben ist der beste Freund meines Sohnes.

Im Sommer hatten sie sich in Österreich beim Opa getroffen…… Der Opa, versteht etwas von Landwirtschaft, Schnapsbrennen und auch etwas von Menschen. Sein bewegtes Leben gibt ihm die Gnade den göttlichsten Schnaps oder sagt man Brand? zu destillieren, den ich je genießen durfte.

So etwas können nur Engel – von wegen der Teufel …..

Danke!

Ach und das einfachste Rezept der Welt:

Winterliches Apfelmus

Zutaten:

3-4 kg Äpfel (Sorten können gemischt sein)

1 Zitrone (bio)

Gewürze: Zimtstange, Kardamon, Piment, Sternanis, Nelke

2 Eßlöffel Glühweingewürz (getrocknet) (ersatzweise Abrieb von Orangen, Mandarinen…)

1 Stamperl besten Obstbrand oder auch etwas mehr.

Zubereitung:

Die Äpfel grob vierteln und mit den Gewürzen und der in Scheibe geschnittenen Zitronen in einen großen Topf geben.

Kurz aufkochen lassen , kein Wasser hinzufügen, keinen Zucker beigeben!!!

Mit dem Obstbrand ablöschen und auf mittlerer – kleiner Stufe die Äpfel weich kochen. Abkühlen lassen

Die gekochten Äpfel durch die “ flotte Lotte“ (Passiermühle) passieren und nochmal durchpürieren. Das Apfelmus zum Einfrieren vorbereiten oder als Nachspeise, Kuchen… genießen.

Die Konsistenz ist cremig, zerschmilzt auf der Zunge und der Geschmack von reifen, süßen, leichtsäuerlichen Äpfel wirkt gerade zu betörend. Die Gewürze lassen eine ganz leichte Note durchkommen, sehr dezent und harmonisierend.

Die Krönung wurde erreicht, indem ich gestern aus 2,5 kg festkochenden Kartoffeln – Hamsterware vom Bauern- Reiberdatschieteig zubereitete.

Leider war es mir nicht möglich dies im Foto festzuhalten. So schnell war der Reiberdatschi in den hungrigen Mündern verschwunden und vom Apfelmus blieb auch nichts mehr….

Eine Ladung habe eingefroren, aber es ist ja schnell wieder hergestellt, das besoffene Apfelmus.


„Sonntagsbraten anno dazumal“

(dieser Beitrag erfolgt, damit man nie vergisst, wie man einen Braten macht)

Der Sonntag war in meiner Kindheit geprägt vom Sonntagsessen und dem zwingenen Kirchgang – morgens 9.15 Uhr – Hochamt

Befreit war niemand davon, es sei denn er war sterbenskrank.

Auch die Damen (meist Hausfrauen) ließen es sich nicht entgehen. Schließlich war es die einzige Möglichkeit Leute zu treffen und vor allen Dingen, die neueste Mode zu bestaunen. Das Kostüm der Wirtin, den neuen eleganten Lodenmantel der Frau Förster, das leichte, fast gewagte Sommerkleid, die erneute Schwangerschaft von Frau Müller….

Der Geruch von angebratenem Fleisch, schwerem Parfüm, vermischt mit Weihrauch war für mich kaum zu ertragen. Kreidebleich, mit weißer Strumpfhose, Lackschuhen, gebürsteten Haaren und meinem besten Sonntagskleid – Mantel saß ich eingezwängt und es würgte mich.

Oft war meine Mutter schon in der Frühmesse gewesen (an besonderen Tagen – Festtagen oder wenn sich die bucklige Verwandtschaft angekündigt hatte) , der Sonntagsbraten war eine aufwendige Angelegenheit.

Samstags gab es meist Rinderbrühe mit Suppenfleisch – was ich nicht mochte – Am Abend wurde der Braten meist schon angebraten, damit er sonntags mittags auch gar wurde, sonst hing der Haussegen gewaltig schief.

Die Braten bestanden meist aus riesigen Rind- oder Schweinebraten in den verschiedensten Variationen.

Das nachfolgende Rezept habe ich einwenig verifiziert, kommt aber dem Original sehr nahe, was die Zubereitung und Zutaten betrifft.

Wir benötigen:

2 -2,5 kg (weniger ist sinnlos) Rinderschulter z. b. flache Schulter oder Schaufelstück

500 Gramm Rinderknochen (wichtig keine Suppenknochen, sonder Knochen für den Braten beim Metzger ggfs. bestellen)

Rotwein (kann ruhig gut und schwer sein)

2 Karotten, ein Stück Sellerie, Petersilienwurzel, ein Stück Lauch, 2-3 rote Zwiebel, ein walnussgroßes Stück Ingwer, 2 Knoblauchzehen, 1 Chili Tomatenmark, Puderzucker, 1 Dose Cherrytomaten,

Butterschmalz oder Schweineschmalz, Butter kalt

1/4 Liter Rinderfond , etwas Rinderbrühe

Gewürze: schwarzer Pfeffer, Piment, 1-2 Nelken, Senfkörner, scharfes(Paprikapulver (Messerspitze), Salz aus der Mühle

Kräuter: 1 Zweig Rosmarin, Lorbeerblatt, Salbeiblatt

Kochgeschirr: am besten einen gusseisernen Bräter oder Bratenraine

und so wird es ein Sonntagsbraten für 6 Personen.

Zunächst wird der Bratensatz (Basis für eine gute Soße) gemacht. Dies kann schon ein paar Tage vorher erfolgen.

und geht so:

Die Knochen geben wir auf ein Blech , bestäuben sie ganz leicht mit Mehl und rösten sie bei 250 grad ca eine 45 Minuten. Kontrollieren, damit das Mehl nicht verbrennt. Mit einem kleinen Schuß Wein und Wasser ablöschen, dann Knochen rausnehmen, absieben und in Twistgläser füllen.

Bratenzubereitung:

Schritt 1 :

Das Hartgemüse möglichst klein schneiden.

Den Bräter ohne Fett erwärmen und etwas Zucker/Puderzucker einstreuen.

Das Gemüse mit den Zwiebeln und 2 Teelöffel Tomatenmark anschwitzen. Auf kleiner Temperatur stehen lassen.

Schritt 2:

In einer seperaten Pfanne den Braten in Butter- oder Schweineschmalz sorgfältig runderherum kräftig anbraten. Wichtig ist, das alle Flächen angebraten werden und der Braten nicht gesalzen wird.

Die Pfanne mit Rotwein ablöschen und reduzieren lassen.

Schritt 3:

In einer fettlosen Pfanne die Gewürze rösten und grob mösern.

Schritt 4:

Den Backofen auf 160 grad vorheizen. Den Braten auf das Gemüse geben, Knoblauchzehe, Chili, Ingwer , Rosmarin, Salbei, Lorbeer,Cherrytomaten hinzufügen.

Bratensatz aus der Pfanne angießen, sowie einen Schuß Brühe und Rotwein. Nun den Braten ca. eine 3/4 Stunde sich selbst überlassen

Schritt 5:

Den Braten wenden und mit dem Fond übergießen die gemöserten Gewürze hinzufügen.

Nochmal ca. eine Stunde sich selbst überlassen. Bei dem Braten arbeite ich mit einem Bratentermometer. Es sollte tunlichst vermieden werden, dass der Braten zu weich, zäh oder nicht gar ist. Eine Kerntemperatur zwischen 78-81 °C ist die ideale Garstufe meines Erachtens.(well). Die grobe Garzeit beträgt pro kg Fleisch= 1 Stunde, je nach Herd.

Schritt 6:

Braten herausnehmen und ruhen lassen. (ggfs. etwas mit Folie abdecken)

Das Gemüse durch ein Sieb passieren, Salz hinzufügen (Chilisalz aus der Mühle ist wunderbar geeignet) weniger ist mehr. Soße durchpürieren und mit eiskalter Butter aufmontieren, abschmecken – warm halten.

Den Braten aufschneiden, auf vorgewärmte Teller anrichten oder so liebe ich es auf vorgewärmte Platten legen, Schüssel mit dampfenden Knödel und Gemüse… Dann den Geräuschen lauschen, das ist die schönste Musik – die man sich wünschen kann. Glückliche, zufriedene Esser im Gleichglang mit Messer, Gabel, klingenen Gläser.

Beilagen: beliebig oder mehrere – Knödel, Spätzle, getrüffeltes Kartoffelpüree , Blaukraut, Wirsing, Feldsalat – was immer bevorzugt wird.

Wenn man Glück hat bleibt vom Braten noch etwas übrig – gewärmt in der Soße … mag ich ihn eigentlich am liebsten.

Ich verstehe, wenn man es nicht nachkochen will, aber ehrlich beim Lesen wird einem doch der Mund wässrig oder?

Leider konnte ich den tollen Braten nicht fotografieren . Viel zu schnell waren die Bratenscheiben in die hungrigen Mägen gewandert.

Außerdem kam wieder der sicherlich bekannte Spruch meiner siebenköpfigen Raupen: „Mama Du nervst“

„Scharf, süß, sauer der Kürbis liegt auf der Lauer“

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Jedes Jahr, spätestens im September kann man überall Rezepte für Kürbissuppen, gefüllte Nudeln mit Kürbis, Kürbiskuchen, Kürbisgemüse…

Irgendwie nervt es und trotzdem versuche ich jedes Jahr ein neues Kürbisrezept zu kreieren.

Am Kürbis kommt man nicht mehr vorbei. Der Siegeszug schreitet unaufhaltsam fort.

so gesund ist der Kürbis er liefert:

  • Betacarotin – dieVorstufe von Vitamin A wirkt antioxidativ und hilft, freie Radikale zu bekämpfen.
  • Kalium – wichtig fürs Herz.
  • Kalzium – ein unverzichtbarer Bestandteil von Knochen und Zähnen.
  • Magnesium – wichtig für Nerven, Muskeln, Herz und den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel, außerdem am Aufbau von Knochen und Zähnen beteiligt.
  • Eisen – verantwortlich für den Sauerstofftransport, die Speicherung von Sauerstoff in den Muskeln und den Energiestoffwechsel.
  • Unlösliche Ballaststoffe regeln die Verdauung, lösliche Ballaststoffe können die Blutfettwerte senken und Cholesterinwerte regulieren.
  • Gerade die gute Versorgung mit Vitamin A erklärt dann auch die Beobachtungen von Forschern der Colorado State University, denen zufolge der Kürbis selbst eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD) aufhalten könne.

die Auflistung der gesundheitsfördernden Aspekte läßt sich beliebig fortsetzen.

Zusammen mit meiner Tochter hatten wir ein Kürbis-Curry geköchelt. Es war sehr, sehr gut gelungen und ich hatte zweimal nachgefasst. Die Folge war, dass ich nachts mehrfach entwässern mußte. Sicher ein weiterer positiver Aspekt.

Es lohnt sich auch verschiedene Kürbissorten auszuprobieren. Die Unterschiede sind enorm. Dieses Jahr experimentierte ich mit verschiedenen Sorten des Muskatkürbis.

Suppen, Kuchen… in den verschiedenen Variationen habe ich ausprobiert. Erstaunliche Ergebnisse ließen sich erzielen. Die Kürbiskuchenvarianten überzeugten wirklich. Hätte ich nicht gedacht! Meine Kürbiswoche enthielt jeden Tag ein kleines Gericht mit verschiedenen Kürbissorten.

Auf dem Markt erhält man mittlerweile die Kürbissorten – stückweise – und man muss nicht einen riesigen Kürbis wochenlang verarbeiten.

samtiges Kürbissüppchen mit Lachsspieß

Kürbisernte bei Pöchtlarn/Österreich

Die Tage werden kälter, ein wärmendes Curry, sättigend, leicht, zum Beginn des Wochenendes wäre doch genau das Richtige

R e z e p t : (für 3-4 Personen)

Zutaten:

700 Gramm Muskatkürbis

2 mittlere rote Zwiebeln

3 Tomaten ( geschält)

1/2 Liter Brühe (Gemüsebrühe, Fleischbrühe oder Geflügelbrühe)

1 -2 Eßlöffel Honig

2 Knoblauchzehen

1 10cm großes Stück Ingwer

1 Stück Habanero oder Chili

1 kleines Stück Kurkumawurzel

Cocosmilch (sämig u. fest)

1 Stück Butterschmalz

1/2 Teelöffel rote Currypaste

Gewürze: Zimtrinde, Piment, Pfefferkörner schwarz , Langpfeffer, Nelke, Senfkörner weiss, Kardamon, Szechuanpfeffer

(alternativ fertige Currymischungen zur Not)

Schritt 1:

Den Kürbis schälen und in größere Würfel schneiden, mit dem Honig marinieren und beiseite stellen.

Schritt 2:

Gewürze fettlos anrösten und mösern.

Tomaten in kochendes Wasser halten und abziehen – grob würfeln

Zwiebeln in kleine Würfel schneiden

Schritt 3

Den Wok ohne Fett kurz aufheizen und das Butterschmalz zusammen mit der Currypaste vermischen und heiß werden lassen.

Nun geben wir die Zwiebeln hinzu und schwitzen sie farblos an, anschließend die Tomaten hinzufügen und etwas köcheln lassen.

Schritt 4

Wir löschen mit etwas Brühe ab und geben nun die gerösteten, gemörsterten Gewürze hinzu, die Zimtstange werfen wir ebenfalls in den Wok und lassen die Masse ca. 5 Min vor sich hin köcheln

Schritt 5

Wir prüfen die Schärfe, ggfs. noch etwas korrigieren

  • zu scharf – einwenig Honig zufügen
  • bzw. einwenig Currypaste oder Chilli hinzugeben

Schritt 6

Jetzt geben wir die marinierten Kürbiswürfel in den Wok und lassen ihn in der Soße gar ziehen. Dauert ca. 8-10 Min. auf mittlerer Flamme. Zwischendurch immer wieder testen . Der Kürbis sollte nicht zu weich werden, sondern bissfest bleiben.

Mit frischem Koreander versehen und als Beilage empfiehlt sich Basmatireis, den ich mit Safran angereichert hatte.

Selbst meine Fleischesser waren begeistert – und wurden satt !

Tipp: zur Resteverwertung

  • am nächsten Tag durchpürieren, etwas Brühe hinzufügen
  • ergibt eine leckere Kürbissuppe s. oben.

Viel Spaß beim Nachkochen und ein schönes Wochenende.

„Rote Knödel in eleganter Begleitung“

Historische Kochbücher, Notizen meiner Mutter und Großmutter , teilweise in Sütterlinschrift notiert, erstaunen mich immer wieder.

Das Kochen war sehr aufwendig, teilweise aber auch zerstörend. Die Familien hatten viele Esser, keine Küchenmaschine….

Aus einfachen Zutaten entstanden tolle Gerichte, arbeitsintensiv, zeitraubend, aber unendlich gut.

Mit dem was man zur Verfügung hatte – das war meist nicht viel, sondern nur das, was das karge Land hergab.

So entstanden zahlreiche Knödelrezepturen. Eigentlich Brotreste, Fett, Eier, kombiniert mit den Erzeugnissen aus Garten und Feld.

Die Menschen waren sehr kreativ und die Herstellung war mühsam.

Rote Beete, Kürbis hasste ich Abgrund tief. Alles mußte ständig eingemacht, haltbar gemacht weren, damit man „über den Winter“ kam.

So hörte ich die Frauen immer lamentieren. Sauer war das Zeug, man biß auf Senfkörner, Lorbeerblätter, salzig und für Kinder eigentlich nicht geeignet. Gegessen wurde was auf den Tisch kam – Amen .

Erkältungen, witterungsbedingte Krankheiten hatten wir allerdings so gut wie nie. Oft kam ich völlig durchnässt, durchgefroren nach hause. Die ausgewogene Ernährung tat uns gut. Sauerkraut, fermentierte Bohnen, Kohl in allen Variationen, Kartoffeln, waren die Hauptbestandteile der Ernährung.

Erst in den letzten Jahren, begann ich wieder mit Kürbis, rote Beete und Kohlgerichte zu kochen und bin sehr erstaunt, was mir da so gelingt, denn den Geschmack meiner Kindheit habe ich nicht vergessen. Fermentierung ist jetzt in aller Munde. So ändern sich die Zeiten, wie bei der Mode irgendwann wiederholt sich alles – nur etwas anders interpretiert.

Hier mein Rezept für Rahnerknödel (für 4 Personen)

Rahnerknödel
perfekte Konsistenz, perfekter Geschmack

Zutaten:

400 gramm Knödelbrot oder ca. 5 Semmel vom Vortag dünn aufgeschnitten

45o gramm Rote Beete (meine waren vorgekocht, geht aber auch mit frischen rohen, soweit man eine leistungsstarke Püriermöglichkeit hat)

100 gramm Butter

12o gramm rote Zwiebeln (fein gewürfelt)

1/4 Bund Petersilie

Krenabrieb (vom frischen Kren)

60 gramm Parmesan gerieben

winzige Menge Habaneros – meine wachsen immer noch am Strauch – oder Chilischote – auch getrocknet geeignet

3 Eier

1 schwach gehäufter Esslöffel Mehl

und so gehts:

Schritt 1 : die rote Beete mit einem Schluck Wasser pürieren und über das Knödelbrot geben.

Schritt 2: den geriebenen Parmesan hinzufügen und alles mit den Händen gut durchwirken ca. 2o-30 Minuten durchziehen lassen.

Schritt 3: die Zwiebel möglichst klein schneiden und langsam in der Butter farblos dünsten.

Petersilie hacken und ebenfalls hinzufügen . Dann über die Knödelmasse geben und mit den Händen durchkneten

Schritt 4: –

Die Eier verquirlen und einen Eßlöffel Mehl hinzufügen.

Salz, Pfeffer, Muskatnuss über die Eier geben .

Die verquirlte Eiermasse ebenfalls zur Knödelmassehinzufügen . Alles nochmals gut durchmischen und final der Masse einen kräftigen Abrieb vom frischen Kren gönnen, sowie die Habaneros oder Chilischote. Die Masse nochmals 20-30 Minuten kühl stellen.

Schritt 5: mit feuchten Händen Probeknödel formen und in das vorbereitete Salzwasser geben.

Nach und nach die Knödel in das siedende Salzwasser geben, ganz kurz aufkochen lassen und dann nur noch simmern lassen, die Knödel steigen hoch und ziehen so langsam gar. (Dauer ca. 15 Min. je nach Größe) Es ist ratsam die Knödel gleichmäßig zu formen, dann haben sie alle den gleichen Garpunkt. Wem das schwer fällt kann auch jeden Knödel abwiegen (70-80 gramm wäre ideal).

Bei mir kommt es nicht so genau, wenn der Probeknödel hält, variiere ich beliebig.

Während der Knödelteig ruht, schälen wir drei – vier Pastinaken ab, geben sie in den Dampftopf mit einwenig Meersalz, einer Zitronenscheibe und dämpfen sie weich (Dauer ca. 10 min).

Das Kochwasser abschütten, etwas Milch angießen und ein gutes Stück Butter, mit frisch geriebener Muskatnuss würzen, durchpürieren, etwas Salz aus der Mühle .

Die grüne Begleitung besteht aus Olivenöl, einwenig Parmesan und frischer Petersilie. Alles durchpürieren und beiseitestellen.

Ein großes Stück Butter zur Nussbutter werden lassen.

so gehts:

Die Butter in einem kleinen Topf auf mittlerer Stufe erhitzen. Sobald die Butter heiß ist, und das restliche Wasser verdampft (das macht sich an den aufsteigenden Bläschen bemerkbar) sollte man fleißig mit einem Schneebesen umrühren. Dadurch wird verhindert, dass das Eiweiß, welches sich nach und nach von dem Fett trennt, am Topfboden verbrennt. Zudem werden die später sichtbaren braunen Eiweißbrösel schön klein.

Peccorino reiben und servieren…. Uff

Gö-Gatte meint , schmeckt sehr, Pause, sehr guuuuut!

Die Problematik, dass die Knödel ihre Farbe außen verloren haben , konnte ich an diesem Abend nicht lösen. Innen, ja da waren sie schön rot.

„Was ich noch sagen wollte….“

(Diese Ausführungen stellen eine reine persönliche Meinung dar. Ähnlichkeiten mit Aussagen lebender oder toten Personen sind rein zufällig.)

Teil-lockdown – bald Totallockdown . Die Politik bemüht sich redlich sich zu präsentieren, den Bürger zu beschützen das Gesundheitssystem zu fördern, dafür muss der Bürger doch dankbar sein und sich angemessen verhalten.

Bei allem Respekt vor der Pandemie fällt mir auf , dass es eigentlich nur um die Macht geht, die Selbstdarstellung der einzelnen Politiker, Parteien….

Wenn etwas entgleist, dann muss man zu anderen Mitteln greifen, so die versteckten Hinweise.

50 Jahre hat man suggeriert, das braucht man, das hat man, das hilft, das gönnt ihr Euch doch auch! Die Geldbörsen wurden immer riesiger. Alle Karten, Kundenkarten…. sollten doch Platz finden. Shoppen war die beliebteste Freizeitgestaltung der ach so gestressten, erfolgsverwöhnten Bürger unseres Landes. Erlebnisshoppen, Erlebnisgastronomie verband man miteinander und dem Shoppingvergnügen waren keine Grenzen gesetzt. Die Innenstadtlagen wurden zu Höchstpreisen vermietet.

Jetzt ist es vorbei, Corona nimmt dem Bürger ihr liebstes Hobby …

Eine Alternative ist noch nicht gefunden, abgesehen von den wirtschaftlichen Schäden die nun von staatswegen unterstützt werden.

Alle stürzen sich nun in die Natur. So recht wohl fühlen sie sich nicht. Die Kinder wollen nicht wandern, auf den bevölkerten Wegen der Parks und Auen der Großstädte. Sie wollen springen, spielen, klettern, ballspielen….

Die Schulsituation ist unerträglich geworden. Ist zum Politikum geworden. Die Digitialisierung wird als Lösung präsentiert.

Eigentlich geht es – bleiben wir mal bei der Grundschule – um Rechnen, Schreiben , Lesen. Die Befürchtungen, dass bei mangelnder Ausstattung der Kinder(Computer, smartphon..) es zu Benachteiligungen kommt ist für mich nicht nachvollziehbar. Wir haben ein ganzes Heer von verschiedenen Pädagogen – (Wald-Heil-Kunst-Medien-……..) Sie sind teilweise mit staatlicher Förderung ausgebildet und warten auf ihren verdienten Einsatz. Vielleicht liegt hier des Rätselslösung . Wie wäre es mit Street-Teacher – oder Experience-Teacher…

Die Eltern könnten miteinbezogen werden, was gerade für die Migration von wertvoller Bedeutung sein könnte. Das Geld ist doch da, „dass können wir uns leisten…“

Auch pensionierte Pädagogen fänden dort sicher Möglichkeiten sich gut zu fühlen.

Der Einsatz wäre auch direkt in den Familien, vor Ort, im Freien, selbstverständlich unter Kontrolle des zuständigen Gesundheitsamts möglich. Die Entwicklung der Digitalisierung ergibt sich dann von selbst, je nach Bedarf.

Die Pandemie bietet soviele Möglichkeiten den Alltag entspannter, bewußter, spannender zu gestalten. Nur ein Gedanke !

„Die Transzendenz des Hefezopfes…“

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Fast 10 Jahre dauerte mein Kampf mit dem Hefegebäck. Sicher wird es vielen ähnlich gehen bzw. gegangen sein.

Seit März 2020 experimentierte ich mit dem selbsthergestellten Hefewasser , welches einer ständigen Pflege bedarf.

Diese fetten Hefezöpfe, gefüllt…. passen mir gerade nicht so. Im Winter, wenn es eisig, grau und kalt ist – dann ein gutes Buch Tee mit Schuß oder noch schlimmer Amareto-Schokolade – heilt alle Seelenwunden

Derzeit stelle ich mir ein Hefegebäck vor, dass nicht so süß, trotzdem saftig, fluffig – mal mit Käse, bester Marmelade aus eigener Herstellung oder gar mit meinem Zwetzschgenröster ….

Es sollte auch für meine langen Spaziergänge geeignet sein, wenn plötzlich der „leichte Hunger“ kommt. Es gibt ja derzeit keine Einkehrmöglichkeiten mehr coronabedingt.

Überall wird der süße Starter (Sauerteig) beschrieben. Was soll ich denn noch alles füttern. Obwohl reizen würde es mich schon. Vielleicht kreire ich hiermit mal eine Panettone anstatt die stressige Stollenbäckerei.

Meine Backprojekte werden vielfach von meinen Lieben und Freunden belächelt – denn sie müssen ja als Tester immer herhalten- Die Frage ist dann immer in welchem Stadium sich das Projekt befindet – wenns sich in der Verifizierung sich befindet, nehme ich ein Stück …

Ein paar Impressionen, bevor ich manche von Euch mit dem Rezept langweilen muss.

Das Rezept:

Vorteig:

275 Gramm Mehl Type 405

138 Gramm Hefewasser mit den aufgestiegenen 3-4 Datteln pürieren

24 Stunden sich selbst überlassen.

Hauptteig:

Zutaten:

300 gramm Mehl Type 405 – oder 550

50 gramm feinen Rohrzucker

50 gramm zimmerweiche Butter

Abrieb einer Zitrone

eine Prise Salz

1 Ei f. d. Teig

1 Ei für den finalen Glanz

80 Gramm Kefir (selbstgemacht) oder Milch (Zimmertemperatur)

15 Gramm Lievito Madre (nicht zwingend, hatte ich gerade übrig)

Zubereitung:

Vorteig mit den o.g. Zutaten in eine Rührschüssel geben und auf kleiner Stufe vermischen, dann ca. 12 Minuten insgesamt Kneten lassen. Bis ein glatter , zäher Teig entstanden ist.

dann ca. 1-2 Stunden mit einem feuchten Tuch bedeckt ruhen lassen.

Dann in eine Teigwanne oder Schüssel geben und für ca. 10-24 Stunden in den Kühlschrank verfrachten.

Am nächsten Tag – Zeitraum kann dem Alltag angepaßt werden -Zopf formen, kleine Brötchen in Papiermuffinformen platzieren .

Die Teiglinge mit einem verquirlten Ei, dem ich eine Prise Salz und einen 1/2 Teelöffel Puderzucker beigefügt habe bestreichen und wieder ca eine 3/4 Stunde bei ca. 20 grad gedeihen lassen.

Dann kurz vor dem Einschieben in den Ofen nochmals bestreichen, den Ofen vorheizen auf 200 grad Unter/Oberhitze mittlere Schiene.

Eine Schale mit Wasser in den Ofen stellen und fallend bis auf 180 , 150 grad abbacken. Je nach Ofen dauert dies ca. 4o Min.

Die Stäbchenprobe garantiert den Backerfolg. Wenn der Teig nicht mehr am Holz klebt kann das Gebäck aus dem Ofen.

Hefezopf - Hefebrötchen

Der Zopf ist sooo aromatisch, fluffig und ausgewogen im Geschmack.

Laut meinem Gö-Ga sehr gut verträglich – auch halb warm –

Sicher hat der Hefeteig von den mitpürierten Datteln profitiert, die ich nicht entsorgen wollte.

„Multi-media und viel , viel mehr“

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Es ist 6.30 Uhr , Freitag, den 13.11.2020

Ich sitze im dunklen Wohnzimmer und kann genau beobachten, wie sich die kühle Nacht verabschiedet und der neue Tag – was immer er bringen mag – erwacht.

früh um 7.30
die Nacht muss dem Tag weichen…

Der neueste Blogbeitrag von Carax&Van-Nuys hat mir bewusst gemacht, dass ich Opfer der Multi-media-Welt geworden bin.

Zugeben würde ich es nie! Auf dem i-pad meines Sohnes darf ich auf Netflix schauen- was mir sehr gefällt-.

Kochszenarien, Serien….

Ja, ich werde mir einen Netflixzugang zulegen.

Spotify ist zu meinem ständigen Begleiter geworden.

Podcast, Die Zeit, FAZ …, klassische Musik, Entspannungsmusik…. gehört längst zu meinem Alltag!

Meine Tochter hatte mir vor einiger Zeit die App installiert.

Das Fernsehprogramm ist meist dürftig und benutze ich überwiegend zur Information (Nachrichtn, politische Sendungen – die ich meist abbreche – da ich mich sooo aufregen muss! –

Selbstverständlich besitze ich schon seit ein paar Jahren einen Tolino, wenngleich ich nach wie vor gebundene Bücher verschlinge und liebe.

Seit ein paar Monaten habe ich die abhängige Arbeit eingestellt. Die Freiheit ist grenzenlos !

Meine Brotrezepturen galt es zu verifizieren. Manchmal braucht es einwenig Zeit, Muße und viel Geduld, um die gewünschten Ergebnisse zu erhalten.

Meine Übernachtgare ist seit 7.OO Uhr im Ofen und ich glaube es wird ein Superbrot.

Ruchmehl-Sauerteigbrote

Monatelang habe ich Recherche betrieben im Netz, mit Bäckern geredet….

Der Blog von Brotbackliebe … und mehr 
Valesa Schell hat mich stark beeindruckt und angeregt.

Das bayrische Ruchmehl bio habe ich von der DRAX-Mühle bezogen, wie alle meine Mehle und hieraus entstehen die – wie meine Kinder zu sagen pflegen – endlich verifizierten Brote.

Das Rezept hat sich bewährt.

Zutaten:

700 gramm bayrisches Ruchmehl bio

100 gramm Roggenmehl 1370

40 gramm Anstellgut Roggen (aus dem Kühlschrank)

370 gramm zimmerwarmes am Vortag abgekochtes Wasser

100 gramm selbstgemachter Kefir (mit gekauftem funktioniert es nicht, dann lieber auf Buttermilch zurückgreifen)

60 gramm Lievito Madre ( aufgefrischt, aus dem Kühlschrank)

19 gramm Salz

2 TL Imkerhonig

26 gramm bestes Olivenöl

Teigling bereit für das Feuer
Teigling zum Einschießen

Zubereitung:

Die obengenannten Zutaten, bis auf das Wasser in die Schlagschüssel der Küchenmaschine (ich benutze eine 12 Jahre alte Kennwood) geben.

Auf kleiner Stufe 5 Minuten durchmischen, dann das Wasser hinzufügen und nochmals auf Stufe 1-2 6 -7 Minuten kneten lassen.

Der Teig löst sich von der Schüssel. Wir formen eine kleine Kugel, ziehen diese zu einem kleinen Fenster auseinander und wenn man praktisch „durchschauen“ ohne, dass der Teig reißt – ist der Teig perfekt geknetet.

Für 1 Stunde darf er dann sich in einer Teigwanne ausruhen. Zwischendurch ziehe und dehne ich ihn noch 2-3 mal.

Dann kommt er für mindestens 16, längstens 24 Stunden in den Kühlschrank. Achtung! er geht noch erheblich auf – eine geeignete Schüssel wählen. Die Kühlschranktüre sollte, wenn möglich nicht mehr geöffnet werden.

Am nächsten Morgen den Teig in zwei Rechtecke teilen und wie Briefumschläge falten, etwas rundwirken, damit der Teig Spannung erhält und nochmals für 1 Stunde im gemehlten Gärkörbchen bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Den Ofen auf 250-270 grad vorheizen.

Die Teiglinge einschießen, und 250 ml Wasser in den Ofen schütten – keine Angst verdampft sofort – 10 Minuten backen, dann die Ofentür öffnen und den Dampf ablassen.

Weitere 20 Min. – auf 220 grad backen, dann weitere 25 Minuten auf 2oo grad. Wenn die Brote hohl klingen, sind sie bereit für den Rost.

bayrische Ruchmehl-Wecken

Ich arbeite mit einem Backstein, der sich bewährt hat. Aber auch auf dem normalen Blech, wenn der Ofen gut vorgeheizt ist, dürfte es kein Problem sein. Es ist nun 8.03 Uhr – Wunderbare Brote! Der Duft ist unbeschreiblich.

Jetzt laufe ich eine Runde – mit den Stöcken – denn ich will auch heute den wunderschönen Tag genießen. Natürlich habe ich die Knöpfe im Ohr – beschwingt mit einer Arie aus der Oper Carmen verlasse ich das Haus.

„Verschmähte Morgengabe“

Allgemein bekannt ist, dass es Menschen gibt , die unterschiedliche Biorhythmen haben.

Rhythmisch vom Tag der Geburt soll es abhängen. Verstehe es wer will.

Der normale Mensch – steht früh auf – nach dem Motto “ früher Vogel fängt den Wurm“… So hat man viel mehr vom Tag.

Man kann sich das Aufstehen auch antrainieren.

Mein geliebter Gö-Gatte hat es sich wieder abtrainiert. Bekanntlich ruht er in sich. Diese Tatsache birgt schon ein gewisses Konfliktpotential mit sich.

Er will nicht einsehen, dass er so viel verpasst. Den Sonnenaufgang, die Jungfräulichkeit des erwachenden Tages, die Morgenstille, das Zwitschern der Vögel, die leeren Straßen, Wege, die frische unverbrauchte Luft….

Niemehr wird es mir gelingen ihn davon zu überzeugen, dass der Morgen die schönste Zeit des Tages ist. Im übrigen , braucht man nicht soo viel Schlaf! 6-7 Stunden genügen vollkommen. Soweit so gut!

Die Pflege meiner „Haustiere“ (verschiedene Teigführungen, Sauerteige, Hefewasser, Kefiransatz…) nehmen schon eine gewisse Zeit in Anspruch.

Den Hefeteig hatte ich mit meinem Hefewasser-Vorteig vorbereitet und über Nacht im Kühlschrank geparkt.

Hier ist das Hefewasser gerade wieder aufgefrischt worden und im Werden.

Ein herrlicher Teig, lange geführt , mit Butter, Zimt , Abrieb einer Zitrone und einem dicken Bauernei geknetet. Die Konsistenz war wunderbar.

Zwetschgen hatte ich noch und so entstand der wohl letzte Datschi 2020 und den Rest des Teiges setzte ich in eine kleine Muffinform mit Papierförmchen.

Das Ergebnis war ein Traum

  • fluffig, locker, intensiv im Geschmack – ohne nach Hefe zu schmecken-
  • leicht zimtig, gut gebräunt
  • dazu Butter , meine selbstgemachte Marillenmarmelade

Auch diese Köstlichkeit konnte den Herrn Gemahl nicht überzeugen, dass Bett zu verlassen.

Was würde ich nur tun, wenn meine siebenköpfigen Raupen sich nicht aus ihren Ecken schleichen würden?

Der Hefeteig mit dem angesetzten Hefewasser ist meines Erachtens viel besser verträglich. Er läßt sich halt etwas mehr Zeit und ist manchmal nicht kalkulierbar. Die Erfahrung hat gezeigt, dass er für eine Übernachtgare sehr gut geeignet ist. Er verzeiht auch, dass man ihn nicht auf die Stunde genau aus der Kälte befreit. (10-12 Stunden, sind iedal)

Wer es wagen will nochmal mein Rezept für einen Datschi , Apfelkuchen, Zimtkuchen – mit 4 Hefebrioche.

und so einfach geht es

Vorteig:

138 gramm Hefewasser aktiv

275 gramm Mehl (Type 405)

  • mit den Händen das Wasser und Mehl vermischen
  • abdecken und 24 Stunden sich selbst überlassen (Zimmertemperatur ca. 20 grad)

Hauptteig:

200 gramm Weizenmehl 405 (oder Dinkelmehl 630)

90 gramm weiche Butter

100 gramm brauner Rohrzucker

1 schwach gehäufter Teelöffel Zimt

Abrieb einer Biozitrone

8o ml lauwarme Milch

Den Vorteig zusammen mit den o. g. Zutaten, bis auf die Milch, in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben.

Auf kleiner Stufe zunächst vermischen, dann auf der nächsten Stufe 5 Min. unter Zugabe der Milch und nochmals auf der nächsten Stufe 7 Minuten kneten, bis der Teig sich von der Schüssel löst.

Dann in eine Schüssel geben und 2-3 Stunden ruhen lassen, bis er angesprungen ist (d. h. sich einwenig aufgeplustert hat, ideal Volumenverdoppelung – muss aber nicht).

Den Teig dann in den Kühlschrank geben und den Kühlschrank, wenn möglich nicht mehr öffnen.

Am nächsten Morgen herausnehmen, ca. 2 Stunden sich aklimatisieren lassen. Dann einmal eine Springform mit dem geschmeidigen Teig auskleiden , nach Belieben belegen (Butter, Zimtzucker, Zwetschgen, Äpfel, Birnen…)

Vier gleiche Stücke (ca. 50-70 gramm) abstechen und in die mit Papierförmchen ausgelegte Muffinform geben, nachdem wir sie leicht rund gewirkt haben. Mit der Schere kurz kreuzweise einschneiden

  • Backen: 25 Min. die Muffins
    • – nochmal 20 Min. , je nach Ofen den Hefekuchen.

Es entsteht ein unwiderstehlicher Hefekuchen, mit einem leicht grossen Boden und locker, weiche, luftige Brioche – unwiderstehlich. Es lohnt sich!! Die dunkle Kruste erinnert mich an den Geschmack meiner Kinderheit, wenn die großen Bleche aus dem Backhaus kamen und ich mir den Rand stibitzte.

Schaut mal , was ich gerade aus dem Ofen geholt habe, ein Brot mit bayrischem Ruchmehl – mit Livieto madre u. Roggensauerteigansatz gebacken. Der Geruch, die Kruste….

bayrisches Ruckmehl in Vollendung...
Ruchmehl-Roggen-Sauerteige