„Bangladesch -Gewürze -Blumenkohl“

(Werbung da Namensnennung)

Freitag! Dieser Tag läutet das Wochenende ein und versetzt auch mich schon früh in eine hektische Betriebssamkeit.

Brotbacken, Kipferl – nicht so süß – für das kleine Frühstück mit meiner Tochter….

Schaut mal

Ruchmehl-Alpenroggen-Kruste
Kipferl mit dunkler Schokocreme und Marillenmarmelade

Auf besonderen Wunsch gibt es heute wieder etwas einfaches, exotisches, außergewöhnlich abgeschmecktes und gewürztes Dal.

Zunächst darf ich Euch in die Würzvielfalt der bangladeschischen Gewürze einladen

Bangladeschische Gewürze umfassen eine Vielzahl von Gewürzen , die in Süd- und Südostasien angebaut werden . Viele der Gewürze stammen aus der Region Bangladesch, während die anderen aus ähnlichen Klimazonen importiert wurden und seitdem seit Jahrhunderten vor Ort angebaut werden. Gewürze werden normalerweise in einer Pfanne mit Ghee oder Speiseöl erhitzt, bevor sie in eine Schüssel gegeben werden. Zuletzt werden leichtere Gewürze hinzugefügt, und zuerst sollten Gewürze mit starkem Geschmack hinzugefügt werden. Curry ist kein Gewürz, sondern ein Begriff, der sich auf jede Beilage in der bangladeschischen Küche bezieht . Es könnte mit einer Saucenbasis oder einem trockenen Gegenstand sein. Ein Curry enthält normalerweise mehrere Gewürze, die miteinander vermischt sind. Liste der Gewürze aus Bangladesch – https://de.qaz.wiki/wiki/List_of_Bangladeshi_spices

Gestern bin ich durch die fast menschenleere Innenstadt geschlendert zu meinem Lieblingsgewürzladen und konnte nicht mehr widerstehen. Seit Wochen schleiche ich um den besonderen Mörser herum. Selbstverständlich besitze ich einen großen Steinmörser mit einem Stößel, der sich lange Jahre bewährt hat.

Aber für die ganz speziellen Gewürzmischungen ist er manchmal etwas grob. Er zerschlägt die Körner praktisch.

Mein neuer Mörser geht sanft mit den edlen Gewürzen um, ist so handlich. Man muss ihn lieben.

Schaut ihn Euch an:

Mörser aus Gusseisen

Mein Gö-Ga hat einen großen Blumenkohl erstanden, ehrlich ich bin nicht so ein Fan von dem krausen Kopf.

Hier meine Interpretation von Blumenkohl:

Blumenkohl-gelbe Linsen- Kichererbsen Dal -Bangladesch

Zutaten: (für 4 Personen)

1 großer Blumenkohlkopf

25o gramm gelbe Linsen

150 gramm Kichererbsen (können auch aus der Dose sein)

1 Spitzpaprika

1 Pfefferschote

1 rote Zwiebel (derzeit Frühlingszwiebel rot, eine wahre Bereicherung)

1 kleine Frühlingszwiebel weiß

2 kleine, frische Karotten (nur geschabt)

10 cm Ingwer

2-3 Knoblauchzehen

1 Dose geschälte Tomaten

1/2 Liter Gemüsebrühe

1 Limone oder Zitrone

Gewürze: Schwarzkümmel, Senfkörner, Bockshornkleesaat, Fenchelsamen,Kreuzkümmel,Meersalz

Rasel Hanout, Curry indisch

1/2 Bund Koreander

2 Eßlöffel Butterschmalz

Zubereitung:

  • die Linsen in einem seperatem Topf (bzw. Dampkoch bissfest kochen) dies geht bei gelben, roten Linsen sehr schnell! Es empfiehlt sich nicht die Hülsenfrüchte mit dem Blumenkohldal zusammen zu kochen – hier besteht sehr hohe Gefahr, dass die Hülsenfrüchte anbrennen, bzw. die Kichererbsen nicht weich werden.
  • den Blumenkohl in Röschen pflücken.
  • Tipp: Strunk u. ggfs. Rest beiseite stellen (für eine cremige Blumenkohlsuppe )
  • in der Zwischenzeit mörsern wir die oben genannten Körner und rösten sie ohne Fett kurz an
  • das Butterschmalz wird erhitzt, bis es flüssig geworden ist
  • nun geben wir die gemörserten Gewürze,sowie die pulverisierten Gewürzmischungen hinzu
  • Tipp: wer sich das Mörsern sparen will kann auch die Gewürzmischung Panch Phoron
  • verwenden, die die genannten Gewürzbestandteile grundsätzlich enthält.
  • Zwiebel klein hacken, Paprika entkernen u. klein würfeln, Karotten kleinschneiden
  • und alles kurz mit dem Gewürz-Butterschmalz anschwitzen
  • den Blumenkohl zu 3/4 hinzufügen und mit der Gemüsebrühe ablöschen
  • die gestückelten Tomaten ebenfalls angießen und das ganze köcheln lassen, bis der Blumenkohl gar ist.
  • so verfahren wir auch mit den Kichererbsen und Linsen.
  • in der Zwischenzeit braten wir die restlichen Röschen in Butterschmalz in einer Pfanne mit einem Hauch Curry bis sie gar sind.
  • Koreander hacken, Limonenabrieb hinzufügen
  • nochmals final mit Salz ggfs. abschmecken
  • das Dal in tiefe Teller geben und mit dem gebratenen Blumenkohl und Koreander abschließend befüllen.
  • Beilage: Reis oder Pfannenbrot, ggfs. kleiner Joghort Dip mit Minze und Limone

Für die „Nichtvegetarier“ hatte ich noch ein kleines raffiniertes Lammragout aus der Lammhüfte gezaubert, mit der Besonderheit, dass ich hier 2 dünne Stangen Rhabarber mit gegart hatte.

Grundrezept: s. https://meggieskochstudio.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=10&action=edit&calypsoify=1&block-editor=1&frame-nonce=149d07f6cd&origin=https%3A%2F%2Fwordpress.com&environment-id=production&support_user&_support_token

Das Pfannenbrot mit Butter und frischem Koreander rundete das kleine gewürzträchtige Essen ab.

Es duftet, eine wahre Geschmackexplosion entwickelt sich im Gaumen

Ein vegetarisches Gericht, welches selbst „Blumenkohlgegner“ restlos überzeugt.

Eigentlich kocht das Dal von alleine und ist eine echte Bereicherung der Alltagsküche.

P.S die Fotos sind nicht wirklich ansprechend. Den schön dekorierten Teller – fotogen – platziert, hatte mein Gö-Ga natürlich schon in der Mache, als ich den Wein noch holen wollte, um auf den Abend anzustoßen.

Das sind dann die Momente, wo sich die Geister scheiden……

Schönes Wochenende

M Kuhl

„es ist vollbracht, vorbei die Weihnachtspracht….“

Dieses Jahr war irgendwie kulinarisch das Weihnachtsfest bei mir völlig anders.

Wie ihr in den vergangenen Jahren im Dezember lesen konntet , gab es immer aufwenidge Menüs, Gäste, Riesenvögel (Puten) und der Einkauf fand final am 24.12. ab 5.OO Uhr morgens statt.

Die Einkaufmöglichkeiten waren sehr beschränkt , es sei denn man war bereit mind. 1 Stunde Schlange zu stehen. Am Viktualienmarkt standen die Leute bis zum Marienplatz habe ich mir berichten lassen.

Die Folge – eine Woche vor Weihnachten, ebenfalls unter erschwerten Bedingungen war es meinem Gö-Gatte (Göttergatte) gelungen einen großen Rinderbraten zu ergattern.

Knapp 4 Kilo – wow – das ist für 4 Personen viel zu viel und wo sollte ich ihn lagern.

So entstand der spezielle Sauerbraten . Leider keine Fotos vorhanden, außer dem hier.

weihnachtlicher Sauerbraten wartet auf seinen Einsatz

Mit dem Herstellen der Beize will ich Euch nicht länger langweilen. Nur so viel:

guten Wein, guten Balsamico und „1000 Gewürze“ einschl. Zimt, Sternanis, Kardamon – weil doch Weihnachten, nach Weihnachten schmecken sollte.

Das Fleisch ruhte 7 Tage in der Beize – wurde täglich von mir getäschelt und gewendet.

Am 1. Weihnachtstag – angebraten – 5 Stunden im Ofen im alten „Freund“ Bräter aus dem 17. Jahrhundert gegart, zwischenzeitlich Knödelmassen, Blaukraut vorbereitet.

Die Soße aufwendig aufbereitet, mit Lebkuchen, Trockenobst bester Güte und dann war es still.

Mir erteilte man Fotoverbot und sie gaben sich hin, dem hemmungslosen Schlemmen, ein Knödel nach dem anderen – das Blaukraut ist dieses Jahr ganz besonders gut.

(wurde ja auch von mir massiert, mit Rotwein, Salz eine Nacht durfte es ruhen, bis es mit Quitten, div. Gewürzen und meinem Griebenschmalz…. )

Die Soße ein Gedicht, lobte Gö-Ga und das tut er selten – wenn er wüsste, dass da der Lebkuchenmann…

Für mich war es kein Weihnachtsessen!

Jetzt wisst ihr was es gegeben hat – s. Beitrag Kinder morgen wird’s was geben .….

Hoffe inständig, dass ich irgendwann wieder ein würdiges, schönes Weihnachtsmenü kochen kann und der Tisch ausgezogen wird für mind. 15 Leute, das ist Weihnachtsessen!

Wir haben uns dann davongeschlichen, heimlich und ganz leise sind wir in das Voralpenland gefahren und sind einfach gelaufen, gelaufen gelaufen. Ein kleines Foto will ich Euch gönnen, mehr nicht sonst kommt die Lockdown-Polizei.

„Ein halbes Schwein könnt ich jetzt vertragen ….“

Höre ich noch heute in meinen Ohren klingen. Gottfried ein Studienfreund pflegte diesen Spruch jahrelang…

Einen Schweinebraten, resch – knusprig – mit Crunch, den man hört beim Essen.

Dazu Knödel am besten Kartoffelknödel und Semmelknödel und als Nachspeise

„Bayrisch Creme“ kein Problem.

Es erfordert Zeit, Muße und handwerkliches Geschick, gutes Fleisch, am besten ein großes Stück Schulter vom Schwein.

Mein Schweinebratenrezept:

Zutaten: ( für 6-8 Personen)

3 kg Schweineschulter

150 gramm geräuchertes Wammerl (geräucherten Bauspeck)

2 Knoblauchzehen

3 Zwiebel

2 Karotten

100 Gramm Sellerie

1 Petersilienwurzel

10 cm Ingwer

1 Eßlöffel Tomatenmark

2 Eßlöffel Puderzucker

1 Flasche dunkles Bier

Saft einer kleinen Orange

1 Messerspitze Honig

1/4 Liter Brühe (Gemüse- Fleischbrühe , was gerade da ist)

Sojasoße (ca 3 Eßlöffel)

Gewürze: Salz, schwarzen Pfeffer, Koreander, Kümmel, Fenchelsamen

Zubereitung:

  • den Braten rautenförmig einschneiden
Schweinebraten rautiert

Da mein 3 kg Stück nicht in meine Pfanne zum Anbraten passte, habe ich ihn durchgeschnitten. (wie damals Stempel vom Fleischbeschauer vorhanden)

Nun lassen wir das Fleisch sich erstmal ausruhen.

  • wir schnippeln erstmal das Hartgemüse, Zwiebeln und heizen den „alten Freund“ (mein Bräter anno 1790 auf)
  • gönnen ihm 2 Eßlöffel Puderzucker und karamelisieren das Gemüse leicht, geben die ungeschälte Knoblauchzehe und das Stück Ingwer hinzu
  • geben einen kräftigen Löffel Tomatenmark hinzu um uns
  • nun wieder dem Braten zuzuwenden
  • die Bratenstücke braten wir in der seperaten Pfanne rundherum in Butterschmalz/Schweineschmalz an
  • es ist sehr wichtig, dass wir es sorgfältig rundherum anbraten
  • bis das Fleisch „Farbe“ hat !
  • nun schneiden wir uns zwei kräftige Scheiben vom Wammerl (Bauchspeck)
  • ab .
  • das Fleisch legen wir nun mit der Rautenseite nach unten auf das karamelisierte Gemüse
  • gießen es an mit der Brühe
  • die Speckscheiben legen wir auf den Braten, damit er nicht austrocknet und schon etwas Geschmack bekommt.
  • den Ofen auf 250 grad anheizen und das Fleisch 10 Minuten sich selbst überlassen.
  • dann mit der Flasche Dunkelbier ablöschen und auf 150 grad redzieren.
  • die genannten Gewürze fettlos anrösten – wie das duftet, das Fleisch – die Gewürze –
  • wow das haut einem schier um
  • nun können wir uns den Beilagen, der Nachspeisevorbereitung widmen
  • der Braten kann jetzt 1 Stunde sich selbst überlassen werden.

Das ständige , oft beschriebene Übergießen stört nur den Garvorgang und ist nicht zwingend. Das Wammerl gibt Saft und Aroma ab, so kann der Braten in Ruhe werden.

Nach ca. einer 3/4-1 Stunde wenden wir den Braten und das Wammerl sinkt in den Bräter, mit der Kruste nach oben überlassen wir den Braten nochmals eine 3/4 Stunde bei 150-160 grad . Nun geben wir die Gewürze hinzu. Der gusseiserne Bräter hält sehr gut die Hitze und so sollte nach der angegebenen Zeit die erforderliche Kerntemperatur von 76-78 grad erreicht werden. Es empfiehlt sich mit dem Brattermometer zu arbeiten.

  • in der Zwischenzeit pressen wir die Orange aus und vermischen den Saft mit Sojasoße und einer Messerspitze Honig.
  • den Braten bepinseln wir sorgfälig mit dieser Flüssigkeit
  • dann die Grillfunktion aktivieren und ca. 10 -15 Min. kontrolliert bei 180-200 grad grillen
  • Vorsicht – den Braten nicht aus den Augen lassen, denn sehr schnell ist die Krust schwarz, wenn man nicht aufpasst.
  • wenn die Kruste perfekt gebräunt ist, nehmen wir den Braten raus und geben ihm Gelegenheit sich etwas auszuruhen.
  • wir passieren die Bratensatz mit dem Gemüse durch ein Sieb und pürieren die Soße, schmecken ab, ggfs. Salz und eine wenig frischer schwarzer Pfeffer nachwürzen
  • aufschneiden, anrichten …..
Schweinebraten in der Vollendung

Die Kruste ist knackig, resch, das Fleisch wunderbar saftig und zart, die Soße hat die richtige Konsistenz für die gierigen Knödel. Das ist ein Festtagsbraten, der nur einwenig Liebe, Zeit und Muße verlangt.

Einen schönen Advent wünsche ich bei gepflegten Getränken und kulinarischen Highlights, was bleibt uns – in diesen Zeiten.

„Sonntagsbraten anno dazumal“

(dieser Beitrag erfolgt, damit man nie vergisst, wie man einen Braten macht)

Der Sonntag war in meiner Kindheit geprägt vom Sonntagsessen und dem zwingenen Kirchgang – morgens 9.15 Uhr – Hochamt

Befreit war niemand davon, es sei denn er war sterbenskrank.

Auch die Damen (meist Hausfrauen) ließen es sich nicht entgehen. Schließlich war es die einzige Möglichkeit Leute zu treffen und vor allen Dingen, die neueste Mode zu bestaunen. Das Kostüm der Wirtin, den neuen eleganten Lodenmantel der Frau Förster, das leichte, fast gewagte Sommerkleid, die erneute Schwangerschaft von Frau Müller….

Der Geruch von angebratenem Fleisch, schwerem Parfüm, vermischt mit Weihrauch war für mich kaum zu ertragen. Kreidebleich, mit weißer Strumpfhose, Lackschuhen, gebürsteten Haaren und meinem besten Sonntagskleid – Mantel saß ich eingezwängt und es würgte mich.

Oft war meine Mutter schon in der Frühmesse gewesen (an besonderen Tagen – Festtagen oder wenn sich die bucklige Verwandtschaft angekündigt hatte) , der Sonntagsbraten war eine aufwendige Angelegenheit.

Samstags gab es meist Rinderbrühe mit Suppenfleisch – was ich nicht mochte – Am Abend wurde der Braten meist schon angebraten, damit er sonntags mittags auch gar wurde, sonst hing der Haussegen gewaltig schief.

Die Braten bestanden meist aus riesigen Rind- oder Schweinebraten in den verschiedensten Variationen.

Das nachfolgende Rezept habe ich einwenig verifiziert, kommt aber dem Original sehr nahe, was die Zubereitung und Zutaten betrifft.

Wir benötigen:

2 -2,5 kg (weniger ist sinnlos) Rinderschulter z. b. flache Schulter oder Schaufelstück

500 Gramm Rinderknochen (wichtig keine Suppenknochen, sonder Knochen für den Braten beim Metzger ggfs. bestellen)

Rotwein (kann ruhig gut und schwer sein)

2 Karotten, ein Stück Sellerie, Petersilienwurzel, ein Stück Lauch, 2-3 rote Zwiebel, ein walnussgroßes Stück Ingwer, 2 Knoblauchzehen, 1 Chili Tomatenmark, Puderzucker, 1 Dose Cherrytomaten,

Butterschmalz oder Schweineschmalz, Butter kalt

1/4 Liter Rinderfond , etwas Rinderbrühe

Gewürze: schwarzer Pfeffer, Piment, 1-2 Nelken, Senfkörner, scharfes(Paprikapulver (Messerspitze), Salz aus der Mühle

Kräuter: 1 Zweig Rosmarin, Lorbeerblatt, Salbeiblatt

Kochgeschirr: am besten einen gusseisernen Bräter oder Bratenraine

und so wird es ein Sonntagsbraten für 6 Personen.

Zunächst wird der Bratensatz (Basis für eine gute Soße) gemacht. Dies kann schon ein paar Tage vorher erfolgen.

und geht so:

Die Knochen geben wir auf ein Blech , bestäuben sie ganz leicht mit Mehl und rösten sie bei 250 grad ca eine 45 Minuten. Kontrollieren, damit das Mehl nicht verbrennt. Mit einem kleinen Schuß Wein und Wasser ablöschen, dann Knochen rausnehmen, absieben und in Twistgläser füllen.

Bratenzubereitung:

Schritt 1 :

Das Hartgemüse möglichst klein schneiden.

Den Bräter ohne Fett erwärmen und etwas Zucker/Puderzucker einstreuen.

Das Gemüse mit den Zwiebeln und 2 Teelöffel Tomatenmark anschwitzen. Auf kleiner Temperatur stehen lassen.

Schritt 2:

In einer seperaten Pfanne den Braten in Butter- oder Schweineschmalz sorgfältig runderherum kräftig anbraten. Wichtig ist, das alle Flächen angebraten werden und der Braten nicht gesalzen wird.

Die Pfanne mit Rotwein ablöschen und reduzieren lassen.

Schritt 3:

In einer fettlosen Pfanne die Gewürze rösten und grob mösern.

Schritt 4:

Den Backofen auf 160 grad vorheizen. Den Braten auf das Gemüse geben, Knoblauchzehe, Chili, Ingwer , Rosmarin, Salbei, Lorbeer,Cherrytomaten hinzufügen.

Bratensatz aus der Pfanne angießen, sowie einen Schuß Brühe und Rotwein. Nun den Braten ca. eine 3/4 Stunde sich selbst überlassen

Schritt 5:

Den Braten wenden und mit dem Fond übergießen die gemöserten Gewürze hinzufügen.

Nochmal ca. eine Stunde sich selbst überlassen. Bei dem Braten arbeite ich mit einem Bratentermometer. Es sollte tunlichst vermieden werden, dass der Braten zu weich, zäh oder nicht gar ist. Eine Kerntemperatur zwischen 78-81 °C ist die ideale Garstufe meines Erachtens.(well). Die grobe Garzeit beträgt pro kg Fleisch= 1 Stunde, je nach Herd.

Schritt 6:

Braten herausnehmen und ruhen lassen. (ggfs. etwas mit Folie abdecken)

Das Gemüse durch ein Sieb passieren, Salz hinzufügen (Chilisalz aus der Mühle ist wunderbar geeignet) weniger ist mehr. Soße durchpürieren und mit eiskalter Butter aufmontieren, abschmecken – warm halten.

Den Braten aufschneiden, auf vorgewärmte Teller anrichten oder so liebe ich es auf vorgewärmte Platten legen, Schüssel mit dampfenden Knödel und Gemüse… Dann den Geräuschen lauschen, das ist die schönste Musik – die man sich wünschen kann. Glückliche, zufriedene Esser im Gleichglang mit Messer, Gabel, klingenen Gläser.

Beilagen: beliebig oder mehrere – Knödel, Spätzle, getrüffeltes Kartoffelpüree , Blaukraut, Wirsing, Feldsalat – was immer bevorzugt wird.

Wenn man Glück hat bleibt vom Braten noch etwas übrig – gewärmt in der Soße … mag ich ihn eigentlich am liebsten.

Ich verstehe, wenn man es nicht nachkochen will, aber ehrlich beim Lesen wird einem doch der Mund wässrig oder?

Leider konnte ich den tollen Braten nicht fotografieren . Viel zu schnell waren die Bratenscheiben in die hungrigen Mägen gewandert.

Außerdem kam wieder der sicherlich bekannte Spruch meiner siebenköpfigen Raupen: „Mama Du nervst“

„Scharf, süß, sauer der Kürbis liegt auf der Lauer“

(Werbung da Namensnennung)

Jedes Jahr, spätestens im September kann man überall Rezepte für Kürbissuppen, gefüllte Nudeln mit Kürbis, Kürbiskuchen, Kürbisgemüse…

Irgendwie nervt es und trotzdem versuche ich jedes Jahr ein neues Kürbisrezept zu kreieren.

Am Kürbis kommt man nicht mehr vorbei. Der Siegeszug schreitet unaufhaltsam fort.

so gesund ist der Kürbis er liefert:

  • Betacarotin – dieVorstufe von Vitamin A wirkt antioxidativ und hilft, freie Radikale zu bekämpfen.
  • Kalium – wichtig fürs Herz.
  • Kalzium – ein unverzichtbarer Bestandteil von Knochen und Zähnen.
  • Magnesium – wichtig für Nerven, Muskeln, Herz und den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel, außerdem am Aufbau von Knochen und Zähnen beteiligt.
  • Eisen – verantwortlich für den Sauerstofftransport, die Speicherung von Sauerstoff in den Muskeln und den Energiestoffwechsel.
  • Unlösliche Ballaststoffe regeln die Verdauung, lösliche Ballaststoffe können die Blutfettwerte senken und Cholesterinwerte regulieren.
  • Gerade die gute Versorgung mit Vitamin A erklärt dann auch die Beobachtungen von Forschern der Colorado State University, denen zufolge der Kürbis selbst eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD) aufhalten könne.

die Auflistung der gesundheitsfördernden Aspekte läßt sich beliebig fortsetzen.

Zusammen mit meiner Tochter hatten wir ein Kürbis-Curry geköchelt. Es war sehr, sehr gut gelungen und ich hatte zweimal nachgefasst. Die Folge war, dass ich nachts mehrfach entwässern mußte. Sicher ein weiterer positiver Aspekt.

Es lohnt sich auch verschiedene Kürbissorten auszuprobieren. Die Unterschiede sind enorm. Dieses Jahr experimentierte ich mit verschiedenen Sorten des Muskatkürbis.

Suppen, Kuchen… in den verschiedenen Variationen habe ich ausprobiert. Erstaunliche Ergebnisse ließen sich erzielen. Die Kürbiskuchenvarianten überzeugten wirklich. Hätte ich nicht gedacht! Meine Kürbiswoche enthielt jeden Tag ein kleines Gericht mit verschiedenen Kürbissorten.

Auf dem Markt erhält man mittlerweile die Kürbissorten – stückweise – und man muss nicht einen riesigen Kürbis wochenlang verarbeiten.

samtiges Kürbissüppchen mit Lachsspieß

Kürbisernte bei Pöchtlarn/Österreich

Die Tage werden kälter, ein wärmendes Curry, sättigend, leicht, zum Beginn des Wochenendes wäre doch genau das Richtige

R e z e p t : (für 3-4 Personen)

Zutaten:

700 Gramm Muskatkürbis

2 mittlere rote Zwiebeln

3 Tomaten ( geschält)

1/2 Liter Brühe (Gemüsebrühe, Fleischbrühe oder Geflügelbrühe)

1 -2 Eßlöffel Honig

2 Knoblauchzehen

1 10cm großes Stück Ingwer

1 Stück Habanero oder Chili

1 kleines Stück Kurkumawurzel

Cocosmilch (sämig u. fest)

1 Stück Butterschmalz

1/2 Teelöffel rote Currypaste

Gewürze: Zimtrinde, Piment, Pfefferkörner schwarz , Langpfeffer, Nelke, Senfkörner weiss, Kardamon, Szechuanpfeffer

(alternativ fertige Currymischungen zur Not)

Schritt 1:

Den Kürbis schälen und in größere Würfel schneiden, mit dem Honig marinieren und beiseite stellen.

Schritt 2:

Gewürze fettlos anrösten und mösern.

Tomaten in kochendes Wasser halten und abziehen – grob würfeln

Zwiebeln in kleine Würfel schneiden

Schritt 3

Den Wok ohne Fett kurz aufheizen und das Butterschmalz zusammen mit der Currypaste vermischen und heiß werden lassen.

Nun geben wir die Zwiebeln hinzu und schwitzen sie farblos an, anschließend die Tomaten hinzufügen und etwas köcheln lassen.

Schritt 4

Wir löschen mit etwas Brühe ab und geben nun die gerösteten, gemörsterten Gewürze hinzu, die Zimtstange werfen wir ebenfalls in den Wok und lassen die Masse ca. 5 Min vor sich hin köcheln

Schritt 5

Wir prüfen die Schärfe, ggfs. noch etwas korrigieren

  • zu scharf – einwenig Honig zufügen
  • bzw. einwenig Currypaste oder Chilli hinzugeben

Schritt 6

Jetzt geben wir die marinierten Kürbiswürfel in den Wok und lassen ihn in der Soße gar ziehen. Dauert ca. 8-10 Min. auf mittlerer Flamme. Zwischendurch immer wieder testen . Der Kürbis sollte nicht zu weich werden, sondern bissfest bleiben.

Mit frischem Koreander versehen und als Beilage empfiehlt sich Basmatireis, den ich mit Safran angereichert hatte.

Selbst meine Fleischesser waren begeistert – und wurden satt !

Tipp: zur Resteverwertung

  • am nächsten Tag durchpürieren, etwas Brühe hinzufügen
  • ergibt eine leckere Kürbissuppe s. oben.

Viel Spaß beim Nachkochen und ein schönes Wochenende.

Isar – Licht und Schatten….,,

Situationsgetreuer Beitrag

Isar Grosshesseloher Brücke

Nur wenige Meter bin ich gefahren, erst mal zum Flaschenkontainer, milde Temperaturen, die Sonne schaut einwenig skeptisch zwischen den Wolken und Bäumen hervor

Gerade denke ich, dass jeder zweite i München einen Hund ausführt

Ich mag Hunde eigentlich sehr gerne

Und meine Entscheidung Hund ja oder Nein – ist immer noch nicht gefallen.

Vollbremsung die Erste – aus dem Gebüsch schießt der Hund mit gerade Wegs vors Rad.

Wenige Meter, schon wieder….

Nach dem Motto „kommst oder bleibst“ geht Frauchen/Herrchen mit dem Hund um. Hoffe nur, dass sie über eine Hundehaftpflicht verfügen.

Die Rücksichtlosigkeit ist kaum zu überbieten. Frauchen steht auf dem Fahrradweg (als solcher ausdrücklich gekennzeichnet) und läßt ihren Oskar von der Leine. Mir reicht es – ich kehre um – und beschließe einen Großeinkauf zu machen.

Gesagt getan, kaum zu bewegen war mein Fahrrad.

Wie nennt man das heute „koch-flash“

Hühner- u. Rinderbrühe angesetzt, Brotteig, Datschie-Teig angesetzt.

Spätzleteig musste ich auch noch machen, denn die Eier die ich erstanden hatte, boten sich dafür an.

Einen speziellen Gulasch – Rind/Schwein gemischt – Rotwein, erlesene Gewürze in meinem „alten Freund“ (Bräter aus dem 17. Jahrhundert) geht auch noch.

Eigentlich müßte dies – bei entsprechender Vorratshaltung- für mindestens zwei Wochen reichen.

Weit gefehlt ! Nachts schleichen Sie um die Töpfe, verbeißen sich….

Der Datschie – nachts – ich weiß nicht? Den buttrigen Zimtzopf… in lauer Fönnacht … , wers mag.

Und schon sind sie wieder weg diese siebenköpfigen Raupen.

Die Fettaugen der Hühnerbrühe strahlen mich an, die herrlich gelbe Farbe leuchtet mir entgeben. (hatte eine kleine Kurkumawurzel mitgekocht).

Diese asiatische Variante verwende ich für meine scharfen Glasnudelsuppen – wenn es draußen noch kälter wird. Jetzt wandert die Brühe erstmal in den Tiefkühlschrank.

Die Rinderbrühe – klassisch- kommt in Eiswürfelbeutel und der Rest ergibt eine köstliche Suppe mit Griesnockerl, genauso wie es die „gefräßigen Raupen“ lieben. Frage mich nur , wann es endlich Schmetterlinge werden und sie davon fliegen?

Meine „Elisa“ (Küchenmaschine) ist aus dem Sanatorium zurück. 6 Wochen war sie auf Kur, nun surrt sie wieder Gott sei Dank!

Daher will ich auch meine neueste Brotvariation Euch nicht länger vorenthalten:

„Weizenvollkorn m mediteranem Kick“

Zutaten:

Vorteig:

275 gramm Weizendunst (oder doppelgriffiges Mehl – Spätzlemehl)

138 gramm Hefewasser

12 Stunden sich selbst überlassen!

(mein Hefewasser habe ich im März 2020 angesetzt, immer wieder aufgefrischt, wochenlang nicht benutzt) Die Mühe lohnt sich. Wie bereits beschrieben, setze ich immer zwei Teige an, die sich auch bis zu 3 Wochen im Kühlschrank ohne Probleme halten, um dann weiterverarbeitet zu werden – einmal Pizzateig z. B. einmal Hefeteig für meine Sonntagsbrioch.

Hauptteig:

200 gramm aktiven Lievito madre aus dem Kühlschrank

(schnelle Variante mit dem Hefewasser hat vor 3 Monaten super funktioniert) Tipps u. Herstellung ist im Netz vielfältig vorhanden! Einmal angesetzt super für Pizza oder auch Pinsa (römische Pizza, sagt jedenfalls meine Tochter)

300 gramm Weizenvollkornmehl – bio –

2 Eßlöffel bestes Olivenöl

1 1/2 Esslöffel Meersalz

300 ml Wasser wirklich lauwarm, da bei Maschinenknetung nochmal Wärme erzeugt wird

1 Teelöffel Kräuter der provence

Zubereitung:

(m. Küchenmaschine)

Vorteig, Mehl, Öl, Salz in die Rührschüssel geben, etwas von dem Wasser hinzufügen und auf kleinster Stufe gut durchmischen.

Dann 5 Minuten auf Stufe 1 kneten, Geschwindigkeit erhöhen , Wasser nach und nach hinzufügen und 10 Minuten auf Stufe 2 kneten.

Der Teig löst sich vom Schüsselboden und ist bereits für eine ausgiebige Ruhephase. Nach ca. 2 Stunden den Teig in der Schüssel falten, damit er Spannung bekommt, diesen Vorgang beliebig wiederholen.

Der Teig sollte sich verdoppelt haben, bevor er in das bemehlte Garkörbchen kommt. Hier ist kein zeitlicher Rahmen vorgegeben, lasst dem Teig die Zeit die er braucht, ggfs. nochmals falten und sich selbst überlassen.

Jetzt kann man praktisch zu sehen, wie er aufgeht in der warmen Küche, der Gulasch wird gerade angebraten, der Zwetschgendatschie genießt die Ofenwärme – der Spätzleteig wird durchgedrückt – …. so liebe ich es !

Gemüse - Rind- Schwein

Einwenig klassische Musik und ich genieße meinen „Kochflash“

Das Brot mit einem Teelöffel Kräuter der Provence bestreuen.

"kleine Datschie - Springform

Datschie raus, Ofen auf 250 grad mit dem Backstein aufheizen und das Brot einschießen, bzw. auf den Backstein stürzen.

  • 10 Minuten auf 250 grad backen (eine große Tasse Wasser in den heissen Backofen schütten (etwa 250 ml)
  • Temperatur auf 200 / 180 reduzieren
  • insgesamt 50 Minuten backen (je nach Herd)
  • Klopfprobe
Weizenvollkorn - mediteran

Abkühlen lassen ….

Morgen ist von dem Brot sicher nichts mehr zu sehen, die siebenköpfigen Raupen werden sich dran laben.

Vollkornweizen - mediteran

Tipp: Wenn Ihr die Blogbeiträge in den vergangenen Jahren verfolgen möchtet, viele Rezepte findet ihr z. b. (Monat 9/11/12/13 des jeweiligen Jahres. Diese Menü- u. Rezeptvorschläge passen stets in die entsprechende Jahreszeit.

Schönen Sonntag!

„Radnomadentraum“

Seit vielen Jahren träume ich davon mit dem Fahrrad eine längere Zeit zu reisen. Coronabedingt ist es mir dieses Jahr nicht vergönnt gewesen.Diese wunderbare Freiheit ohne Ballast – zwei Satteltaschen und einwenig Technik genügen. Diese intensiven Begegnungen mit Mensch und Natur in der Intensität, erlebt man vielleicht noch beim Wandern

Die Schlange, die huschende Echse, den Marder…. die Felder und herrlichen Flussauen. Diesen Duft, diese Stimmen, sind es schon alleine wert, sich von den Autoreisen zu verabschieden.

Der Weg bestimmt das Ziel, wenn es auch mal Unwegsamkeiten gibt.

Hotels u. sonstige Unterkünfte sind aber meist nur halbherzig auf Radwanderer eingestellt

Sichere Radgaragen sind so gut wie nicht vorhanden. Auch eine Waschmöglichkeit f das verschwitzte Trikot wäre doch sinnvoll.

Das Internet ist voll von diversen Radwegempfehlungen.

Organisiert m Gepäcktransport..,,

Ja, diese „Damen“ mit Schrankkoffern sind uns begegnet .

Klimabewusst ist dieses Radfahren keineswegs. Gerade fällt es mir einwenig schwer mich wieder i den Alltag einzuleben.

Mein Rezept:

Erstmal was kochen, einen guten Wein hochholen und den Altweibersommer genießen ! Sicher kann ich morgen nochmal in meinem geliebten Starnbergersee eine Runde schwimmen.

Hier mein Rezept:

Belugalinseneintopf

Zutaten:

  • 500 gramm Belugalinsen
  • 150 gramm (ganz fein geschnittenen, trockenen Speck)
  • 1 Stange Lauch
  • 2 große Kartoffel
  • 2 Karotten
  • ca. 150 gramm klein geschnittener Sellerie
  • 1 walnußgroßes Stück Ingwer
  • 1 Chilischote
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Meersalz
  • frisch gerieben : Muskatnuss
  • 1 Zwiebel (mittelgroß darfs schon sein)
  • 1 Knoblauchzehe (feingehackt)
  • gut 1 1/2 Liter (Hühner , Gemüse- oder Fleischbrühe)
  • einen Schuß guten Balsamico
  • frisch gehackter Koreander – oder Petersilie

Zubereitung:

Wer jetzt an langwieriges Einweichen der Linsen, stundenlanges Köcheln denkt weit gefehlt.

Mein Eintopf ist in einer halben Stunde servier bereit

Schritt 1:

Wir geben die Linsen in einen Schnellkochtopf und bedecken die Linsen mit Wasser ( daumenbreit sollte das Wasser drüberstehen) – kein Salz nichts hinzufügen.

Nun dämpfen wir die Linsen ca. 10 Min ab und lassen den Topf stehen.

Schritt 2: Die Speckwürfel geben wir mit einem Teelöffel Olivenöl in einen Topf, fügen die kleingehackten Zwiebel dazu und schwitzen es an, bis es Röstaromen bildet ( d. h. leicht gebräunt ist)

Restliche kleingeschnittenen Zutaten nach und nach hinzufügen und mit ca. 250 ml Brühe ablöschen.

Nun geben wir die abgekochten Linsen hinzu, gießen die Brühe auf und lassen den Eintopf ca. 15 Min. auf kleiner Flamme simmern, bis das Gemüse bißfest gegart ist.

Schritt3:

Jetzt geben wir einen kräftigen Schuss guten Balsamico hinzu, schmecken den Eintopf mit Muskatnuss u. schwarzem Pfeffer aus der Mühle ab

Mit dem kleingehacktem Koreander oder Petersilie bestreuen und servieren.

Der laue Altweibersommerabend verträgt nochmal den süffigen Welschriesling.

„Fernweh das man Schmecken kann…“

Liebe Freundinnen hatten mir zum Geburtstag einen kreolischen Kochkurs geschenkt.Ja Kreolisch,  das war gem. der Beschreibung  mal etwas ganz anderes.Riesig freute ich mich auf dieses Kochevent, welches am Freitag , den 13.Januar 2017 im  renomierten Haus für Essen -Trinken – Backen-  Kochen -seit 1798 in München- , direkt am Viktualienmarkt – stattfinden sollte.

 

Pünktlich traf ich ein und fand gleich „Gleichgesinnte“ . Traumküchen, Traumhandwerkszeug – Traummesser –  Töpfe, Pfannen – eine wunderbare Athmosphäre empfing mich an diesem kalten,  dunklen Januarabend.

Perfekte Organisation , mit einem gutgekühlten Prosecco wurden wir begrüßt, obwohl gem. Kochkursbeschreibung eigentlich ein Bourbon – Vanille – Punsch  kredenzt werden sollte. Nach der Beschreibung :“Fernweh, das man schmecken kann: Wenn der exotische Duft von Massalé in die Nase steigt, sich das betörende Aroma der echten Bourbon-Vanilleschote entfaltet und wir mit dem knusprigen Fleur de Sel kochen. Zum selbst gemixten Vanillepunsch gibt es Geschichten  über die einzigartige Küche dieser tropischen Insel – ein wildes Stück Frankreich mitten im Indischen Ozean….“

Diese  großen , dicken Vanillschoten dufteten wunderbar… Den Sonnenuntergang  am indischen Ozean, mit einem herrlichen Drink aus dem köstlichen Rum von der die weitgereiste Köchin schwärmte… ja, so kann das Wochenende  beginnen.

Schnell überflog ich die ausliegenden Rezepte,  keine Problem. Entspannt probierte ich den herrlichen Riesling  – Hausmarke K – .

Der überengagierte Bayer übernahm in seiner  Kochgruppe ( 16 Personen , 4er Gruppen) das  Zepter. “ Thunfisch-Samoussas“ – Teigtaschen , gefüllt mit angenehm scharfer Thunfischpaste , verfeinert mit Koreander und Minze  (Teigtaschen mit Fertigblätterteig, gefüllt mit Dosen-Thunfisch, Limette , Minze, Koreander, Kurkuma)

Mein Lernfaktor: Falttechnik für diese Teigtaschen – Super läuft nichts aus!

Er leitete an deligierte und verbrannte ein Blech. Soweit so gut…

Ganz gelassen  lehnte ich mich zurück – meine Gleichgesinnten – stimmten mir zu. Wir waren für die Suppe zu ständig.

„Limetten-Kokos-Suppe mit Garnelen “  (Kartoffeln, Kurkuma, Limetten, Kokosmilch -Supermarkt, Fischfond aus dem Glas, wenig Koriander, Garnelen?, Krabben)

Mir wurde gleich klar, die bereitgestellten  Zutaten, reichten niemals  für eine Suppe für 16 Personen, wenn man sie nicht in Esspressotäschen servieren wollte.  Wir improvisierten.  Wasser drauf – kein Geschmack – Der bayrische Kochprofi: “ die Suppe schmeckt langweilig… “  Wir konnten uns das  Lachen nicht verkneifen. Wir würzten,  unsere Kochkursleiterin riet zu Salz. Kartoffeln – Süßkartoffeln nicht  mehr vorhanden. Auf meinen Vorschlag nahmen wir dann zwei Bananen um  eine etwas sämiger Konsistenz zu erreichen.img_2730

Hauptgang:

Massale´-Hähnchen.. „feinste Hähnchenbrustwürfel in einer betörend aromatischen …., daszu Basmatireis und rotes Linsencurry..

auch  hier fehlte die fachliche Leitung,  letztlich rettete ein Teilnehmer das Hauptgericht.

Das rote Linsencurry  – ließ – die aromatischen Höhepunkte schier vermissen.

Nachspeise:

Süßkartoffelkuchen mit Bourbon-Vanille – betörender, duftender, himmlisch schmeckender Kuchen, verfeinert mit fruchtigem Rum

Auch hier mußte die Gruppe improvsieren,  der Rum – wunderbar – aber die vorhandene  Flasche bot nicht die notwendige  Menge –

sättigend war die Nachspeise auf jeden Fall.

Beim gemütlichen Beisammensein,   erkannte ich,  dass es eigentlich  gar nicht wirklich um das Kochenlernen  hier ging. Andere Interessen standen erkennbar im Vordergrund.

Wie sagt man in München „oiwei“ geht woas..“

Betörend war der wirklich sehr gute rote Hauswein,  des Hauses K.

img_2731-2

Völlig entspannt, mit einem tiefsinnigen Lächeln  auf den Lippen stieg ich gegen 22.OO Uhr in meinen Stadtbus ein. Kochen gelernt hatte ich zwar nicht allzuviel. Der Abend war wunderbar – unterhaltend – lies Tiefe Einblicke in den Querschnitt der heutigen Gesellschaft zu  –  und nachts träumte ich von herrlichen Cocktails… und schönen  tanzenden Menschen am Palmenstrand. Für wenige Stunden war ich dem Winter entflohen.

Danke, Claudia, Ina u. Marion.

 

 

 

 

 

 

 

 

„Mein alter Freund, der Bräter“

Mein alter Freund,  er wurde geliebt, gehaßt, vergöttert, verdammt….

Kein Mensch kann sich vorstellen, was er alles  ertragen mußte.  Schwere fette Braten,  Speck der sich in ihm ergoß,  schwere Brote, die scharfen Messer ,  die man heute noch erahnen kann. Dem offenen Feuer ausgesetzt, stundenlang im Backofen ausgeharrt…

Sanft lächelnd genoss er , wenn man sich um ihn versammelte,  den reschen Erbelskuche

(Kartoffel-Speckkuchen) mit dem Apfelmus verschlang…. Er war der Mittelpunkt der sich um den großen Tisch versammelten Familie.

Er hörte das Weinen, Lachen, Hetzen, Seufzen… der Menschen , der verschiedenen Generationen. Der treue Geselle gab immer sein Bestes.

Dann wurde er in die alte Waschküche verbannt. Die moderne Hausfrau der Fünfziger hatte neues Kochgeschirr, einen Elektroherd mit Backofen.

Nur bei bestimmten Gerichten – griff man dann notgedrungen – auf ihn zurück , um ihn dann wieder in die Verbannung zu schicken.

Er war nicht beleidigt,  er hat es der Hausfrau nachgesehen, dass sie in ihm das Gulasch hatte anbrennen lassen. Er hat mit Haltung es überstanden, als man versuchte mit Honigbroten die angebrannte Soße zu retten.

Tipp: Brote mit Honig bestreichen und in die Soße legen, so wird die Soße neutralisiert und

der angebrannte Geschmack verschwindet!

Dann letztes Jahr im September habe ich ihn aus der kalten Waschküche in der hintersten Ecke gerettet und er hat  sich sehr gut eingelebt.

Letzten Freitag hat er das Heimkommen-Winter-Essen geliefert,  ganz selbstverständlich wie er er es schon 100 Jahre vorher getan hat.

E r b e l s k u c h e

(Familienrezept seit  4 Generationen) Stand  Dez. 2016

Interpretaion : M. Kuhl

für 4-6 Personen

Zutaten:

2,5 kg gute , festkochende Kartoffel

ca. 150 gramm geräucherter Bauchspeck (Wammerl)

2 Zwiebeln

1/2 Teelöffel frisch geriebener Ingwer

3 Eier

eine kräftige Handvoll Kölnflocken

Salz, Muskatnuss frisch gerieben, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

und so gehts:

  • Backofen auf 200 grad Ober/Unterhitze vorheizen
  • Kartoffel schälen
  • Bräter auf der großen Platte aufheizen
  • Wammerl auf der Brotmaschine  in Scheiben schneiden
  • img_2531
    „wie er nach Speck lechzt..“

  • und in den Bräter geben
  • auf kleiner Flamme langsam auslassen
  • so entsteht eine Fettfilm
  • nun:

Küchenmaschine mit der groben Reibe versehen

  •  geschälte Kartoffel mit der groben Reibe in eine große Schüssel reiben
  • Zwiebeln mit reiben
  • Masse kräftig mit Muskatnuss, Salz u. schwarzem Pfeffer aus der Mühle abwürzen.
  • frischen , geriebenen Ingwer unterrühren
  • eine kräftige handvoll Kölnflocken hinzugeben
  • drei Eier in die Masse aufschlagen.
  • alles gut durchrühren
  • Masse in den Bräter geben

    img_2532
    „saftiger Kartoffelteig..“

  • kurz etwas aufheizen
  • nochmal mit den restlichen Wammerlscheiben belegen
  • und für ca. 90 Min. bei 200 grad im Ofen lassen, bis die Oberfläche goldbraun ist

img_2534
„resch, deftig , bereit sich dem Apfelmus hinzugeben“

A p f e l m u s

(winterliche Variante)

Zutaten:

1,5 kg gemischte Äpfel (Boskop, Elster z. b.)

Kardamon , Zimtstange, 2 Nelken, Sternanis,   Stück einer Vanillestange, Zitrone

kräftiger Schuß Calvados

  • Kerngehäuse mit Apfelausstecher entfernen
  • Äpfel mit Schale und den Zutaten in einen Schnellkochtopf geben
  • aufheizen , mit Calvados ablöschen
  • Topf verschließen und ca. 10 Minuten kochen
  • gekochte Äpfel durch die „flotte Lotte “ passieren und  rausstellen
  • kurz mit dem Pürierstab nochmal verfeinern
  • Variante: eine reife Mango mit pürieren  –  „ein Genußtraum wird wahr“

Kühl stellen , bis  der alte Bräter sein Meisterstück freigibt.

Resche Krust, weicher Kern , würzig  und soo guuuut img_2536

Milde lächelt der alte Freund  –  und freut sich  , dass er es immer noch kann.

Erbslskuche  in Perfektion !