„Juli – es wor so schee – 2022“

So wie es „früher“ einmal war….

Die Tage genießen, sich von den Schönheiten der Natur, der Kultur, dem Leben treiben lassen

Ein kleines Schläfchen am Nachmittag – damit man den Abend in vollen Zügen genießen kann –

Der flimmernden Hitze in schattigen Pinienwäldchen entgleiten, dem unermüdlichen Konzert der Grillen lauschen – die Sonne fällt langsam ins tiefblaue Meer.

Schwimmen bis zum Horizont – die kühle Frische des Sees, des glatten Meeres genießen und einfach hoffen, dass es nie enden möge – die Tage des leichten Seins, voller Glück und Zuversicht.

Lange, anstrengende Wanderungen – die angenehme Kühle, frische Bergluft – den ersten Anflug der Herbstluft erhaschen – Naturgewalten erkennen..

Die verschiedenen Landesküchen austesten, mitnehmen und nicht an die Katastrophen der Welt denken.

Meine kleinen „Gärten“ gedeihen prächtig bei diesem Klima.

Das war mein Juli 2022

Schaut selbst:

Ciento
Umbrien
Bella Italia

Alpenküche der Spitzenklasse
Balkongarten und Zitronenschaufenster

Heute Dienstag, 12:21 Uhr – 24 grad – der See ruft

Bis bald

M Kuhl

„Rhabarber ade“

(Werbung , da Namensnennung)

12 grad, Regen, am 9.6.2022 – dabei war ich schon ganz auf Sommer eingestimmt

Der geeignete Tag, um Semmelbrösel herzustellen, Gnocchi auf Vorrat zu produzieren, Marmelade zu kreieren, Currywurst mit Kartoffelchips für den Gö-Ga vorzubereiten.

Currywurstsoße feurig, fruchtig
Currywurst für Mr. Gö-Ga – natürlich schon angeschnitten

Ja – und – sich über die Weltnachrichten, das Wetter, die Politik aufzuregen…

So bleibt man agil, aktuell und die Zeit rast dahin und schon wieder ist die Woche um.

Ehrlich, einer täglichen Arbeit nachzugehen, würde mir derzeit sehr schwer fallen, denn ich habe kein Zeitfenster mehr für Meetings, Dienstreisen, schwierige Verhandlungen ….. und die lieben Kolleg*innen mit ihren tausend Fragen und Anliegen.

Mein geliebtes Gemüse, ja ihr lest ganz richtig, es ist ein Gemüse, wird sich auch in Kürze verabschieden. Die Erdbeeren verdrängen ihn aus dem Küchenplan, dennoch will ich den frischen, fruchtigen, süßen Geschmack von Erdbeeren mit der rauhen Säure des Rhabarbers verbinden und nicht mit Zucker übertönen.

Leicht, einwenig stückig, cremig soll die Marmeleide sein. Meine Probecharge war dermaßen bombastisch, dass ich das Rezept sofort aufschreiben mußte für Euch:

Rhabarber-Erdbeer-Holunder Marmelade

Zutaten:

  • 800 gramm geschälter, gestückelter Rhabarber
  • 200 gramm Erdbeeren (vom Feld, reif und aromatisch)
  • 1 Vanilleschote
  • 30 ml Holundersirup
  • ein Röhrchen Orangen-Rohrzucker
  • Wiener Gelierzucker bio 2:1
  • Saft einer halben Biozitrone

Die Zubereitung ist, wie könnte es anders sein, schon etwas aufwendig, aber…..

und so geht es ganz easy:

  • ca 200 gramm Erdbeeren putzen und in nicht zu kleine Stücke schneiden
  • das Röhrchen Organgenzucker hinzufügen, sowie den Holundersirup
  • über Nacht im Kühlschrank abgedeckt durchziehe lassen
  • (bei mir waren es die Reste vom Dessert des Vorabends- welch ein Zufall)
  • den Rhabarber abwiegen, die marinierten Erdbeeren hinzufügen
  • und stehen lassen, bis der Zucker sich verflüssigt hat.
  • dann die Vanilleschote auskratzen und mit der Schote in den Topf geben
  • kurz aufkochen – dann auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis der Rhabarber seine harte Struktur verliert
  • Zitronensaft hinzufügen
  • kurz durchpürieren – aber so , dass weder der Rhabarber, noch die Erdbeeren gänzlich püriert sind. Die „Stückchen“ sollten auf der Zunge schmelzen und doch ihre Festigkeit behalten.
  • Wichtig: Den Geliertest niemals vergessen
    • auf eine Espressountertasse einwenig Marmelade geben und kurz hin und her bewegen, wenn es nicht mehr fließt – ist die Marmelade perfekt
  • dann sofort in die vorbereiteten Twistgläser abfüllen, auf den Kopf stellen (ca. 5 Minuten reicht)
  • eine kleines Schälchen zum Schlecken solltet Ihr aber für Eure Lieben reservieren…

Tipp:

  • Pfannkuchenteig – soll es ja auch im Kühlregal geben – in einer Crêpes-Pfanne hauchdünn backen – mit dieser Marmelade bestreichen und gerollt servieren.
  • (leider konnte ich kein Foto machen- so schnell waren meine kleinen Rollen, liebevoll mit Minze und Puderzucker dekoriert im wahrsten Sinn des Wortes – Verschlungen)

Bis bald

Liebe Grüße aus der „Schafskälte“

„Grüße vom blauen Bäumchen“

M. Kuhl

„Holunderblüte anno dazumal…“

(Werbung, da Namensnennung)

Im Juni war es immer schwül, heiß, gewittrig – das Heu mußte eingebracht werden.

Der Juni Anno 1962, ich erinnere mich ganz vage, war sehr wechselhaft und das Gras war langsam gewachsen. Die kargen Hänge und Wiesen mußten manchmal von jetzt auf gleich gemäht werden. Schwungvolles, gekonntest Sensen war hier gefragt, eine mühsame, sehr anstrengende und schweißtreibende Arbeit, die aber mein Großvater sehr gut beherrschte.

Ich liebte den Geruch von frisch gemähtem Gras, lief mit meinem kleinen Rechen hinter meinem Großvater her und verteilte das Gras, damit es gut trocknen konnte.

Fluchend, hielt Großvater inne, wieder hatte er in einen Stein geschlagen und mußte nachschärfen. An einem schweren Ledergürtel hing die Ledertasche mit dem Stein- irgendwie war auch etwas Wasser im Spiel – wie er das Wasser auf das Sensenblatt brachte – habe ich vergessen. Gespuckt hat er manchmal drauf – ob das reichte ?

Trotz der Hitze wurde ich gezwungen, festes „Schuhwerk“ anzuziehen. Die kurzen Hosen wurden gerade noch genehmigt. (kein Mensch sprach damals von Shorts..)

„Wenn wir fertig sind, holen wir die Holunderdolden runter, dann kann Oma wieder das Holunderwasser machen“ tönte Großvater um mich zu motivieren. Das Gras war schwer , die Knöchel schmerzten, vom schrägen bergauf gehen – schon wieder hatte mich was gestochen. „Mach direkt Spucke drauf, vergeht schon wieder, biste heiratest..“ Jetzt war ich oben, saß auf dem schweren Stein und wartete auf meinen Großvater. Der kräftige Holunderbusch grüßte majestätisch ins Tal. Seine Dolden wogen leicht im Sommerwind und verströmten einen Duft. Fast 60 Jahre später, habe ich ihn immer noch in der Nase – so intensiv, betörend – kein Wunder, dass sich hier alle Insekten des Planeten versammelten.

Großvater keuchte, nahm einen großen Schluck Wasser und blickte stolz, glücklich und zufrieden in das weite Tal, welches nun dicht bewaldet war. Die Sonne stand fast senkrecht über uns. Wie aus dem Nichts wurde Großvater hektisch, stieß mich unsanft zur Seite. Die Sense zischte durch die Luft, um gleich wieder krachend aufzuschlagen.

Mein Herz klopfte. War er jetzt doch verrückt? Die Leute sagten doch immer: Der eigensinnige, leicht verrückte mit seiner wilden Enkelin…

Nein ! Er hatte eine ausgewachsene Kreuzotter mit einem Hieb getötet, die gerade dabeigewesen war, mich ins Visier zu nehmen. Genaue Analyse, wie man eine Kreuzotter von einer Ringelnatter unterscheiden kann, wo sie vorkommen in unserem lieblichen Tal und wie man sich verhält, wenn man ihnen begegnet, folgte in einem langatmigen Monolog.

Ein ausführlicher Vortrag, über das Verhalten, Leben und die Nützlichkeit von Schlangen, Ringelnattern und…. mußte ich auch noch über mich ergehen lassen.. Auch diese wichtigen Fakten habe ich bis heute nicht vergessen. Erst vor kurzem mußte sich meine erwachsene Tochter anhören, dass man mit Flip Flops und Sandalen nicht in die Natur maschiert.

Zu Hause wartete im tiefen, dunklen Bruchsteinkeller, der Holundersirup und alle lauschten gespannt, was uns widerfahren war.

Gibt es etwas köstlicheres im schwülen Juni 2022 ?

Den großen Tonbottich, das Eichenholzbrett, den beschwerenden Basaltstein habe ich nicht, genauso fehlt mir der kühle, dunkle Bruchsteinkeller tief in der Erde.

Das Rezept habe ich verifiziert und in Österreich den geeigneten Zucker gefunden, der schon sehr viel Mühe und Arbeit wegnimmt.

Holundersirup

Sirupzucker

Zutaten:

  • ca 3o Dolden Holunder
  • hier ist es besonders wichtig, dass diese trocken geerntet werden und kräftig ausgeschüttelt werden (denn hier sammeln sich die Insekten u. sonstige Getierchen gerne)
  • 1 kg Wiener Sirup Zucker –
  • 3/4 Liter Wasser
  • 1 Biozitrone (groß)

mehr nicht !

Zubereitung:

  • zunächst müssen die Dolden von den Stilen befreit werden!
  • es dürfen keine geschlossenen Blüten (Knospen) dabei sein
  • und keine grünen Stile (da giftig, genau wie die ungekochten Beeren später)
  • dies erfordert Geduld und Mühe
  • dann den Zucker mit dem Wasser übergießen und erhitzen, bis er klar ist
  • dann über die gezupften Blüten geben, mit Zitronenscheiben belegen und 48 Stunden kühl stellen
  • den Sirup durch ein Sieb, besser Passiertuch passieren
  • nochmal drei Minuten aufkochen (so länger haltbar)
  • in saubere Flaschen oder Fläschchen abfühlen und je nach Gusto genießen

Tipp: Erdbeeren mit dem Sirup marinieren – geschlagene Sahne –

Gö-Ga hat das schon angerichtete Glas geleert, bevor ich ein Foto machen konnte.

Schönen Restfeiertag

bis bald

M Kuhl

„Graukäsknödelvariation à la Meggie“

Die Tirolerküche, deftig, ehrlich, manchmal einwenig handwerklich anspruchsvoll.

Wer weiß wie es geht, zaubert meist schnell und ohne großen Aufwand die bodenständigen Gerichte, die eigentlich die Alpenküche verkörpern sollte.

Das Geheimnis des Geschmacks sind die Zutaten, die es nur hier für mich gibt.

Ob Milch, Topfen, Fleisch, Beeren, Käse es ist eine andere Dimension und der Geschmack, die Eigenschaften der Produkte sind in Deutschland nicht zu erwerben.

Ein halbes Jahrhundert reise ich nach Tirol und kenne viele Gasthäuser, Restaurants, Hütten und deren Küchen, Vorlieben und auch Schwächen.

So findet an überall die sogenannten Kaspressknödel. Diese Knödel werden in der Pfanne mit Bergkäse, bzw. auch Graukäse gebraten und dann in meist kräftigen Rindssuppen mit Schnittlauch serviert.

Graukäse : lt. Wikipedia

Tiroler Graukäse ist ein Sauermilchkäse aus Tirol. Er schmeckt würzig-säuerlich und wird mit zunehmender Reife schärfer. Der Graukäse ist mit einem Fettgehalt von höchstens 2 % F. i. T. sehr fettarm. Er besitzt eine dünne, rissige Rinde, die meist einen grünlich-grauen Edelschimmelrasen aufweist. Der Käseteig ist weißlich-gelb bis speckig und trocken. In den Handel kommt er in Laib-, Brot-, Scheiben- oder Stangenform mit einem Gewicht von 200 Gramm bis 4 Kilogramm. Verwendung findet er beispielsweise in den Tiroler Kaspressknödeln, den Zillertaler Krapfen oder mit Essig, Öl, Zwiebeln und Gewürzen mariniert (Saurer Graukäse). Er passt gut zu dunklem Brot oder wird im Verhältnis 1:1 mit Butter gegessen

Je nach Zubereitung hatte ich das Gefühl – sorry – aufgeweichtes Weißbrot in einer mehr oder weniger guten Brühe zu essen. Der oft verwendete Graukäse ist ansich ein für mich halbfertiger Käse und mit dem Harzer Roller zu vergleichen. Nur ganz selten erwischte ich diese herzhaften, kräftigen Kaspressknödel.

Auf meiner kleinen Tiroltour hatte ich mich großzügig mit verschiedenen Käsesorten eingedeckt unter anderem auch einem großen Stück Graukäse (jung).

So entstand das Knödelrezept. Es regnete, der Abend schien kalt und dunkel zu werden. Nach einer aufwendigen Zahnarztsitzung war ein guter Knödel genau das Richtige.

Graukäsknödel -Hauptgang

Meine Zutaten:

350 gramm altbackene Semmel (auf der Brotmaschine dünn aufgeschnitten)

300 gramm Graukäse (jung)

300 ml heiße Milch

3 große Eier

3 kleine, frische rote Frühlingszwiebel

einen Bund kleinblättriges Basilikum

35 gramm Butter

1/2 Eßlöffel glattes Mehl

8 Scheiben durchwachsenen Speck bzw. einwenig Lardo in dünnen kleinen Scheibchen

10 Salbeiblätter

Abrieb von einer Knoblauchzehe

Gewürze: Salz aus der Mühle, weißen Pfeffer, Muskatnuss, Chiliflocken oder eine kleine rote frische Chilischote

Zubereitung:

  • 300 ml Milch mit weißem Pfeffer und Salz aus der Mühle vermischen und heiß werden lassen
  • die Semmel schneiden und in eine große Schüssel geben
  • den Graukäse zerbröseln, bzw. kleine Stücke schneiden und über die Semmelmasse geben
  • die inzwischen heiße Würzmilch über die Semmel/Käsemasse gießen und gut mit beiden Händen durchkneten
  • beiseite stellen
  • die Zwiebeln mgl. klein schneiden
  • 35 gramm Butter in eine Pfanne geben
  • die Zwiebel glasig dünsten
  • dann die gezupften Basilikumblättche mitschwenken
  • und die Butter-Zwiebel-Basilikum-Mischung über den Semmelteig geben
  • gut durchkneten – Vorsicht – könnte am Anfang heiß sein-
  • 3 Eier, 1/2 Löffel glattes Mehl, Pfeffer, Salz und Muskatnuss mit dem Rührgerät schaumig aufschlagen und kurz stehen lassen
  • anschließend die Masse zum Semmelteig geben und kräftig kneten
  • die Masse muss jetzt ca. eine 1/2 Stunde ruhe
  • in der Zwischenzeit bereiten wir
  • die Speckscheiben, den Lardo vor, zupfen die Salbeiblätter
  • stellen zwei Pfannen auf
  • sowie einen großen Topf mit Salzwasser
  • mit feuchten Händen formen wir nun kleine Knödel
  • lassen das Wasser einmal aufwallen
  • und geben mit der Schöpfkelle die Knödel ins wallende Wasser
  • sobald alle im Wasser sind
  • darf das Wasser nicht mehr kochen
  • nun lassen wir die Knödel 10-12 Minuten gar ziehen.

In der Zwischenzeit:

  • Speck auslassen
  • Butter aufstellen und Salbei gross werden lassen
  • Achtung: unbedingt auf die Temperatur achten, wird schnell zu dunkel und schmeckt dann nur noch bitter
  • Knödel auf vorgewärmte Teller anrichten – mit Speck und der Salbeibutter versehen, einen winzigen Hauch frischen Knoblauch wirkt Wunder
  • leicht mit altem Bergkäse oder Parmesan abreiben
  • servieren und sich glücklich und satt essen.

Dieses Gericht ist ein gehaltvoller Hauptgang und bedarf eigentlich nur einer österreichischen Weinbegleitung.

Die restlichen Knödel habe ich einzel in Frischhaltefolie verpackt und in die Tiefkühlschublade verstaut. (für den nächsten kalten, regnerischen Sommertag).

Viel Spaß beim Nachkochen.

Tipp: wer keinen Graukäse bekommt, kann diese Knödel auch mit Harzer Roller oder Handkäse herstellen.

„Mai servus, ade….“

Der Mai hatte schon ein paar Wonnemonatmomente, aber für mich war er viel zu kalt.

Der Mai war gekommen, doch die Bäume schlugen nicht aus. Es mangelte schlicht an der erforderlichen Feuchtigkeit. Meinen Balkongarten konnte ich erst letzte Woche in Angriff nehmen. Die Pflänzchen lechzen nach Sonne und Wärme in diesen kalten Tagen. Die Chilli- u. Paprikapflanzen möchten am liebsten zurück ins Gewäschshaus, das Basilikum streikt und will abends rein. Der Pflücksalat streckt verzweifelt seine Ärmchen am Nachmittag in die Sonne!

Allerdings war es möglich die Badesaison einzuläuten und ich hatte das Gefühl von dieser Leichtigkeit des Seins, die mir nur der Sommer bescheren kann, ist gekommen , um zu bleiben.

Der Pilsensee war so warm, das Wasser so sanft und die verliebten Krötenmännchen lieferten sich Liebensarien der besonderen Klasse.

Ein paar kleine Ausflüge und eine Kurzreise ins Rheinland und schon war er vorbei der Mai 2022.

Der angesetzte Rhabarbersirup wartet auf seinen Einsatz !

Rhabarber-Sirup im Werden
„Abfüllanlage“

Eisgekühlt, mit Prosecco aufgegossen …

Rezept folgt.

Schöne Zeit!

M. Kuhl

„Servus April- genug gemacht was er will….“

Irgendwie – trotz der Lockerungen – bleibt ein mulmiges Gefühl –

Die sich überstürzenden Kriegsereignisse in der Ukraine belasten wohl jeden.

Die Politik in Deutschland wird immer mehr vom Quotenverhalten bestimmt.

Traurig ist es für mich immer wieder festzustellen, dass keine Gelegenheit ausgelassen wird, um Parteipolitik zu betreiben.

Die Regierungsmannschaft – bis auf ganz wenige Ausnahmen – überzeugt nicht. Sinnloses „Geldverteilen“ – was andere wieder büßen müssen, kann nicht das allheilmachende Konzept sein.

Machtlos stehen wir als einzelnes Individuum da, dabei hatten wir Krieg, Teurungen doch längst vergessen, verdrängt.

Jeder soll konsumieren- sich den neuesten Fernseher… leisten können, Ausbeutung gewisser Berufsgruppen nehmen wir billigend in kauf. Disquonter überbieten sich mit immer neuen Tages-Wochenangeboten – dabei braucht dies meist kein Mensch.

Die Chance gilt es zu nutzen, sich wieder auf unsere Werte zu besinnen. Auch andere sinngebende, kostenlose Aktivitäten können glücklich machen.

Die Lebensmittel bekommen erstmals wieder die Beachtung, die ihnen gebührt. Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn man Basiseinkaufs- bzw. Grundkurs Kochen mal finanziell unterstützen würde, anstatt Einmalleistungen unters Volk zu werfen, womit wieder konsumiert wird und der Staat wieder profitiert.

Genug, alles neu macht der Mai.

Der April war für mich wieder mal ein echter April, wie man ihn sich vorstellt.

Einwenig Sommer, einwenig Winter und die Erkenntnis, dass die Natur sich nicht täuschen läßt. Jedes Jahr sprießt der Bärlauch, die Wälder verwandeln sich in eine grüne Oase, die Kinder warten auf den Osterhasen.

Mit meinen Aprilbildern möchte ich Euch einwenig erheitern

April 2022

Bleibt negativ und positiv zugleich – alles neu macht der Mai.

Bis bald

schönes Wochenende

M. Kuhl

„Vogelgezwitscher…. „

(Werbung , da Namensnennung)

Ab dem Morgengrauen, so gegen 5.OO Uhr setzt es lautstark ein Vogelgezwitscher, mal schrill , mal leise mal selbstbewußt…

So sehr ich mich bemühe, die einzelnen Vogelstimmen erschließen sich mir nicht.

Erbarmungslos scheint die noch „kalte“ Sonne und die noch vorhandene Kälte der Nacht, teilt unmissverständlich mit, es ist noch nicht richtig Frühling ist.

Meine mediteranen Kräuter haben den Winter gut überstanden, die Tulpen und Zierzwiebeln lupfen aus der Erde.

Seit Wochen treibe ich mich rum. Großeinkauf beim Asiaten, Spezialitäten aus der Gegend von Rosenheim (Essig, Spezialsalz u. vieles mehr) , Käse aus Tirol usw. …

Ja und dann genieße ich es Konzerte, Theater und diverse Restaurants aufzusuchen.

Ausgiebig mit Freunden ratschen, essen einen guten Schluck und ich stelle fest – andere sicher auch bei mir – diese Pandemie ist nicht spurlos geblieben. Das bedeutet noch mehr körperliche Bewegung. Schwimmen, Radeln, lange Spaziergänge gehören zu meinem ruhelosen Alltag. Es ist einfach wunderbar!

gefüllte Zucchiniblüten – leicht fritiert
Knurrhahn-Eintopf

Zurück zu meinen Beutezügen:

Bio-Rausch so nennt sich die Firma. Dieser Orangen-Apfelessig ist das „Geheimnis“ meines Kartoffelsalats. Meine Freundin Mona hatte mir diese dekorative Flasche als „guten Aperitiv“ geschenkt.

Trinkessige sind milder im Geschmack als herkömmliche Essige, da ihr Säuregehalt maximal bei sechs Prozent liegt. Sie bereiten den Gaumen aufs Menü vor oder unterstützen nach der Speisenfolge die Verdauung. Aperitif- oder Digestifessige können auf Wein-, Frucht- und Honigbasis hergestellt werden. Klassische Fruchtaperitifessige sind Apfel- und Birnenessige. Aber auch Himbeer-, Johannisbeer- oder Quittenessige eignen sich wunderbar als…..

Mich haut diese „Menüfolge“ ehrlich gesagt nicht vom Hocker – aber bei der Zubereitung diverser Speisen sind diese Essige einfach der Hammer.

https://biorausch.com/

„meine Lieblinge von Biorausch“

Natürlich koche, backe „brutschele“ ich täglich und habe vieles so organisiert, dass ich nicht ständig in der Küche angekettet bin.

Tipp: Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Bohnen, Linsen jedweder art) sind feste Bestandteile meines Wochenspeiseplans.

Die Hülsenfrüchte aus der Dose mag ich ich gar nicht!

Brav weiche ich die Hülsenfrüche ein und gare sie dann fix im Schnellkochtopf. So stehen die Bohnen, Erbsen, Linsen immer bereit für ihren Einsatz. (je nachdem entsteht ein Curry, ein indische Dal-Variante, ein Eintopf)

Ein gutes Drittel verarbeite ich dann zur wohlschmeckenden Paste, welche als Aufstrich, Bindemittel für Soßen, ob warm oder kalt gerne auch zum Pfannenbrot gegessen wird.

Die Rezeptur basiert eigentlich auf meinem Humusrezept und wird immer abgewandelt : Thunfisch in Wasser mit pürieren, fein gehackte getrocknete Tomaten hinzufügen, Meersalzflocken… siehe nachfolgender Link

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20731560

oder: indische Gewürze, Knoblauchzehe, Koreander frisch

Linsen-Curry-Paste mit Ingwer und Kurkuma

asiatische Variante mit Zitronengras, Chilli, Limonensaft

zur Zeit ist bei mir der Bärlauchhumus sehr gefragt.

In Marmeladengläser füllen, mit einem Schuß Olivenöl versiegeln.

So hält sich der Aufstrich gut eine Woche und ist auch ein willkommenes Mitbringsel.

Themenwechsel: Leseempfehlung Jonathan Franzen Crossroads

Dieser Roman hat was. Einerseits spiegelt er das nackte Leben und beschreibt schonungslos und dennoch gefühlvoll die einzelnen Charaktäre einer an für sich durchschnittlichen Familie…

Schaut Euch das Wetter an! Mein Rosmarin hat so schöne Blütenknospen angesetzt und muß jetzt diese weiße Last ertragen.

Kochen werde ich heute eine schöne, lange geköchelte Rindsbolognese mit gutem Rotwein, italienischen Tomaten (aus der Dose und getrockneten Tomaten), mit einem schönen luftgetrocknetem Guanciale, die Kräuter werde ich vom Schnee befreien – alles schön vor sich hinköcheln lassen.

Lesen Rotwein genießen und inständig hoffen, dass der Frühling wieder kommt.

Genießt den Frühling – bis bald

M. Kuhl

„Servus März 2022“

Das Leben beginnt neu im März,

vorbei scheint der Winterschmerz

zart sprießt es aus allen Ecken,

die Vöglein uns schon um 5.00 Uhr wecken.

Die Sonne gaukelt uns schon den Sommer vor,

so sehr es auch nachts noch fror.

Die Nackerten der Isar sind zurück

und suchen auf den kalten Isarkieseln ihr Glück.

Die Pandemie wird heftig verdrängt,

in den Wirtshäusern wird wieder kräftig ausgeschänkt.

Der Monat hat mir viel Kraft gegeben,

ich fühle mich über den Dingen schweben.

Genießt die Frühlingstage in der Natur in Stadt und Land, dies

erfrischt Herz und Verstand.

M. Kuhl

"Blütenpracht und Maiennacht…"

Wonnemonat Mai, versöhnt die Natur – warmer Regen läßt alles was das Herz begehrt sprießen.IMG_0524
Der Spargel schmeckt jetzt richtig intensiv.
Verschiedene Anbaugebiete liefern unterschiedliche Geschmacksrichtungen. Der Gäuboden-Spargel – kräftig intensiv –
der Schrobenhausener mild gefällig.
Spargelsüppchen – siche Archiv in verschiednen Variationen z. b. mit einem Hauch Curcuma und Zitronengras eine echte Geschmacksexplosion.

Spargelgerichte sind sehr gut für die „Vorratsküche“ geeignet. Am Wochenende koche ich 2-3 kg Spargel,
Reste verwende ich für Salate, Schinkelröllchen – mit gekochtem Schinken mit Trüffel – Vinaigrette leicht , zitronig und einem Hauch Safran, Datteltomaten, Rucula – ein gutes Sommerbrot….
Einen schönen frischen Weisswein – Riesling aus Rheinhessen, Welschriesling , Grauburgunder oder die mineralischen Weine aus d. Pfalz –
Auch wunderbare Begleitungen ins Grüne – mit einem guten Buch – Hörbuch – den blauen Bayernhimmel anstarren … das ist für mich Entspannung pur.

Meine Rhabarbertarte habe ich mit frischen Rosmarinblüten bedacht, meine Nachspeisen mit Waldmeister.
Die Blüten welken auf dem Eßtisch dekorativ und verbreiten den Duft nach Mai, Frühling, Lebensfreude.

Heute ist Muttertag!
Alle die mich kennen und lieben wissen , dass ich eine Gegnerin von dem Tag bin. Er wurde – eigentlich in Deutschland- in der Zeit des Nationalsozialismus eingeführt –
Eine aktive, leidenschaftliche Mutter kann sicher auf besondere Ehrungen,Tage verzichten… Ihre Lieben werden sie lieben , achten und mit Stolz sagen: „Aber meine Mama, macht… , nein meine Mama hat immer – und Mama kommst Du heute mit..“
Pralinen, langweilige Floristenblumen oder Herzkuchen – das ist doch eher peinlich.
Das ausgefallene Lieblingsparfüm, die flippige Geldbörse von Liebeskind – unter dem Jahr
Mensch, die wäre doch cooool für meine Mama..ersetzt jeden Muttertag.

Wer meint er braucht die Ehrungen zum Muttertag, der soll sich sie gönnen, aber ich verzichte gerne drauf.
Aber weil ich heute schon früh aufgestanden bin.

Hier meine Biskuitrollte zum Muttertag:

Zutaten:
5 Eier kalt aus dem Kühlschrank
120 Gramm Puderzucker
100 Gramm Dinkelmehl 630
50 Mondamin
1 kräftige Messerspitze Backpulver
1 Brise Salz
3 Eßlöffel kaltes Wasser
Zesten von einer Limone
250 gramm Sahne
250 gramm Mascarpone
40 ml Limoncello
2 Eßlöffel braunen Vanillezucker

so gehts ganz schnell:

Schritt: 1
Erdbeeren klein schnippeln, mit dem Limoncello marinieren, brauner Vanillezucker hinzufügen und kühl stellen
alle Zutaten abwiegen und hinstellen. Das Mehl mit dem Mondamin, 1 Brise Salz, Backpulver vermischen und in ein Mehlsieb geben.

Schritt: 2

Eier trennen und das Eiweiß in ein gesondertes Gefäß mit einer Brise Salz und drei Eßlöffeln kaltem Wasser geben.
Das Eigelb in der Küchenmaschine gelblich aufschlagen, langsam den Zucker einrieseln lassen und auf mittlerer Stufe
laufen lassen.
Tipp: Eiertrennen für viele schwierig. Da es bei mir immer schnell gehen muss – soll habe ich mir angewöhnt, das Ei
aufzuschlagen, das Eiweiß durch die Finger laufen zu lassen und den Dotter in eingespannte Rührschüssel der Küchen-maschine gleiten lassen. Das geht schnell einfach und dann lasse ich die Küchenmaschine laufen, während ich mit dem Handrührer das Eiweiß steif und glänzend aufschlage.
Backofen – Unter- Oberhitze 210 grad vorheizen

Schritt 3:
Das gemischte Mehl auf die Ei-Zuckermasse sieben und gut unterheben.

Schritt 4:
Nun die Massen zügig miteinerander verbinden, kräftig unterheben nicht rühren – die Massen sollte locker bleiben.
Ein Backblech mit kleinem Tupfen Butter fixieren und hierauf Backpapier legen. Am Ende etwas einknicken, damit wir später das Papier gut abziehen können.

Schritt 5:
Teigmasse gleichmässig auf dem Blech verteilen – ich nehme einen Teigschaber zur Hilfe, damit auch die Ecken gleichmäßig befüllt werden. Zesten von einer Limone über dem Teig verteilen

Schritt 6:
10 Min bei 210 backen

Schritt 7:
Ein Küchentuch leicht mit Zucker bestreuen und einen Silikonpinsel und etwas Wasser bereit stellen.
Den gebackenen Biskuit mit der Teigseite auf das Küchentuch stürzen. Das Backpapier sofort mit Wasser bepinseln.
Jetzt läßt sich das Backpapier einfach abziehen.

Schritt 8:
Mit dem Küchentuch die Biskuitplatte einrollen und kühl stellen

Füllung:

Schritt 1
250 gramm Mascarpone, Saft einer Limone u. 3 Eßlöffel Limoncello verrühren.
200 ml Sahne und  Mascarpone verrühren, dann mit dem Handmixer steif schlagen.
Mit einer Palette die Creme auf die ausgerollte Biskuitplatte verteilen.

Schritt 2

Die Erdbeeren aus der Kühlung holen und in die Creme leicht eindrücken und verteilen.

 

Schritt 3
Die Platte einrollen und wer mag auch außen mit Sahne versehen und etwas dekorieren.

Schritt 4
nochmal für 1-2 Stunden kühlen

Lecker, unwiderstehlich , auch einwenig Kindheitserinnerungen werden wach, diese Rollen gab es immer mit verschiedenen Füllungen, auch mal mit dunklem Biskuit
Keine Angst, es ist eigentlich ganz einfach und gelingt immer.

P.S mit den Fotos war der Blogg wiedermal überfordert, später geht es vielleicht…

"Hefe, Geschnetzeltes, Bauerbrot, Baguetts,,,,"

Schreckliche Tage, grausame Ereignisse und der Täter kommt aus meiner Heimatstadt – Montabaur-

Normalerweise gelingt es mir durch viel, viel Arbeit zum Alltag überzugehen.
Diesemal ist aber alles anders, Resturlaub habe ich zwei Tage – er verfällt – muß zwingend genommen werden.
Die Schulter schmerzt immer noch, ich kann nicht zum Sport.

Meine Verdrängungstaktik heißt Kochen, Backen und Nachdenken, Lesen und einfach nichts tun.
Das Nichtstun fällt mir unsagbar schwer. Gestern war ich mit Freundinnen die neueste Frühjahrmode
anschauen – habe mir ein royalblaues Outfit gekauft – war lecker Sushi essen, Ratschen…
Ausschlafen – nein – das geht nicht!

Die innere Uhr , die Vögel zwitschern und ich bin hellwach.
Die asiatische Hühnersuppe hat die ganze Nacht geköchelt auf Stufe 1.
Richtig gehaltvoll, asiatische Schärfe ein Duft.
Zitronengras, Ingwer, Chili, Limone und das französische Suppenhuhn liefert schönes Fleisch für
die kleine Suppe, Glasnudeln, einwenig Gemüse mehr brauchts nicht.

Dann Mandel-Aprikosen-Zöpfe, Sauerteigbrot, Baguettes.. Geschnetzeltes in Sahnesoße mit verschiedenen Pilzen
frische Kräuter…

Kochen, Backen hilft immer, beim Traurigsein, beim Aufgeregtsein, beim Verliebtsein, beim…..
Das ist die Lösung, die Droge die alles heilt. Liebe geht durch den Magen – langsam verliert der Tag den Schrecken,
wir sitzen am Tisch und jeder versucht zu verdrängen, vergessen, das Leben weitergehen zu lassen.

Das wunderbare Essen wärmt die Seele, wir entspannen uns und erkennen, was eigentlich wirklich wichtig ist im Leben:
Gesundheit, Freunde, geistige u. körperliche Beweglichkeit, Humor und eine Liebe, die alles verzeiht, versteht.
Sorry es ist 22.42 Uhr, das Sauerteigbort ist schneller backbereit
– ich schiebe es mal gerade ein –

Heute: 450 gramm Roggen/200 gramm Weizen 1050/ 100 gramm Manitoba Mehl, Sauerteig gemischt Roggen/Weizen
Wasser, Salz, Meggies -Brotgewürz – sonst nichts.

Backzeit:55-60 Min.
Muß ja morgen nicht arbeiten…