Zwetschgen, Zwetschgen,Zwetschgen

Eigentlich mag ich ja diese Hauszwetschgen gar nicht. Immer öfter stelle ich bei mir fest, dass ich befürchte, dass alte, familiengepflegte Rezepturen verloren gehen.
Wie ich schon ausführlich beschrieben habe, wurde der Zwetschgenkuchen in meine Kindheit im Backhaus gebacken…..
Schluß mit dieser , ach was war der guut, der Boden knusprig, die Zwetschgen saftig…. Ich träume von „Riesenzwetschgenmannen“ – große weidengeflochtene Körbe, Fassungsinhalt ca. 50 kg
Werde ich jetzt alt??

Der erste Zwetschgenkuchen der Saison wurde heiß diskutiert, der Boden war für meine Begriffe zu hoch, meine Männer bevorzugten den fluffigen Teig u. waren ganz begeisert.
Wieder der Anruf bei meiner 85 jährigen Mutter, ach das habe ich schon ewig nicht mehr gemacht. Das Rezept, nee ich habe halt immer so nach Gefühl den Teig gemacht.

Hier mein Rezept für Zwetschgenkuchen, einwenig Nostalgie, einwenig, es muß auch schneller gehen , natürlich mit einer kleinen persönlichen Interpretation – allerdings entstanden , durch ein „Versehen“ –

Zutaten:

500 gramm Mehl tpe 550
2 Päckchen Trockenhefe
50 gramm weiche , gute Butter
100 gramm Zucker
200 ml Milch
1 Eigelb
2 Eßlöffel Zimt gemahlen (hier rutschte mir der Zimtstreuer aus und es war ein toller Erfolg, an Geschmack, so dass wir die Zutaten um 2 Eßlöffel Zimt erweiterten.
Abrieb einer Zitronenschale
1,8 kg Zwetschgen, wenn sie klein sind passen auch 2 Kilo aufs Blech, immer schön stapeln, dicht, an dicht.
Semmelbrösel für das Blech und einwenig gute Butter zum „einschmieren“

Wie so oft sollte es schnell gehen, der Herbstsommer setzte mich mächtig unter Druck, denn die Badesaison wollte nicht enden, die Wiesngäste stapelten sich und….
Also so geht der saftigste, beste Zwetschgenkuchen den meine „Esser“ sich vorstellen können
Die Zutaten abwiegen und in Sichtweite platzieren.
– Top 1 : Mehl in die Schüssel der Küchenmaschine und mit zwei Päckchen Trockenhefe vermischen.
– Top 2 : Milch leicht erwärmen
– Top 3 : alle anderen Zutaten in die Rührschüssel geben, lauwarme Milch hinzugeben
– Top 4 : Maschine mit Knethaken versehen und solange rühren, beginnend auf mittlerer Stufe,
bis sich ein Klumpen bildet.
Sollte der Teig einwenig nass sein, geben wir einfach 1- 2 Eßlöffel Mehl
bzw. doppelgriffigs Mehl (Mehl mit einwenig Gries versetzt) hinzu.
Diesen Teigklumpen stellen wir an einen warmen Ort, dieses Jahr einfach ans Fenster gestellt.

W i c h t i g: Wir bedecken die Teigschüssel mit einem leichtfeuchten Geschirrtuch
und strafen den Teig mind. 1/2 Stunde mit Verachtung.

– Top 5: Zwetschgen entkernen, bzw. an Ehemann, Sohn ect delegieren

– Top 6: der Teig sollte sich sichtbar vergrößert haben! Dann schlagen wir ihn nochmal
zusammen, d. h. mit den Händen kräftig durchwalken u. lautstark auf die
Arbeitsplatte knallen lassen.
Vorteil: alle fragen, was ist denn los?
Das Blech wird mit guter Butter eingeschmiert, die Semmelbrösel lassen wir über d.
Blech laufen.

– Top 7: auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig ausrollen u. aufs Blech geben
Erfordert etwas Geschick. Wer da nicht so geübt ist, nimmt einen kleinen
Teigroler, Flasche und verteilt auf dem Blech den Teig.

Hier streiten sich die Geister, die einen plädieren für nochmal „gehenlassen“ , nachdem die Zwetschgen dicht, an dicht belegt wurden.
Dann erhalten wir den fluffigen Boden. Meine Meinung , in den Backofen bei 180-200 grad
Ober/Unterhitze backen. Boden wird knusprig, Zwetschgen bilden kleine Saftpfützen, gerade noch einwenig lauwarm mit Sahne unwiderstehlich!DSC01781
Die Backzeit variiert, außen sollte er leicht braun sein. Normalerweise ist er in ca. 20-25 fertig.