„Bärlauch Gnocchi a la Meggie“

Heute, am Karfreitag wollte ich keine Rest mehr im Kühlschrank haben.

Bestand: gekochte Kartoffel, Bärlauchquarkrest vom Frühstück…..

So entstanden sie die lockeren, leicht nach Bärlauch schmeckenden Gnocchi.

Butter, Peccorino einen leichten, frischen Silvaner aus Rheinhessen und Gö-Ga ist im 7. Gnocchi Himmel.

Wann hört das auf: “ Heb noch eine Portion auf, falls Larissa (Tochter) kommt. ..“

Also zunächst zum Frühstücksquark:

„Frühstücksquark, frisch und grün“

Zutaten:

  • 250 gramm Magerquark
  • 2 Eßlöffel Rahmquark
  • 60 gramm frischer Bärlauch – oder mehr , je nach gewünschtem Bärlauchgeschmack)
  • 30 ml Kürbisöl
  • 1 kräftigen Schuß Mineralwasser mit Sprudel
  • weißer Pfeffer aus der Mühle
  • Meersalz aus der Mühle

Zubereitung:

  1. Quark, Rahmquark in eine Schüssel geben und vermischen
  2. den Bärlauch heiß abprausen und trocken schütteln, nochmal mit Küchenkrepp abtupfen, dann ihn in einen hohen Becher geben und mit dem Kürbisöl pürieren. (Ggfs ist noch einwenig Flüssigkeit von Nöten, denn die Masse sollte giftgrün und glatt sein)
  3. die Bärlauchmasse mit der Quarkmasse vermischen
  4. einen kräftigen Schuß Sprudelwasser hinzufügen und glatt rühren
  5. mit Meersalz und weißem Pfeffer abschmecken

Gnocchi-Teig a la Meggie

Zutaten:

  • ca 700 gramm gekochte Kartoffel vom Vorteig oder Vorvorgestern
  • 3-4 Eßlöffel Restquark
  • 1 Eigelb
  • 130 gramm Spätzlemehl (oder 100 gramm Type 405 und 30 gramm Weizengries)
  • 2 Eßlöffel Kartoffelstärke
  • Salz, Muskatnuss, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Ehrlich mit dem Gnocchiteig ist es einwenig wie mit dem Hefeteig, Sauerteig, Nudelteig….

Etwas Übung ist hier immer erforderlich und das bestimmte Gefühlfür die Konsistenz, ich nenne es Backreife analog „Platzreife“ . Daher sind die Angaben in allen Rezepten Richtwerte, die es anzupassen gilt. Die Beschaffenheit eines Gnocchi-Teigs sollte weich und gleichzeitig so sein, dass er sich ohne Mühe auf der bemehlten Arbeitsfläche zu Rollen verarbeiten läßt.

Tipp:

  • der Teig sollte mindestens 30 Minuten geruht haben (Kühlschrank )
  • bei der Herstellung nicht mit der Maschine arbeiten
  • vielmehr mit einem Vinylhandschuh kneten, bis alle Zutaten sich zu einer homogenen Masse verbunden haben – immer leicht mit den Fingerspitzen beginnend, den Teig bearbeiten.
  • durch das Arbeiten mit dem Handschuh klebt der Teig nicht zwischen den Fingern und die Handwärme wird vom Teig ferngehalten, so wird er nicht zu weich.
  • ist der Teig zu weich, ein Prise Mehl hinzufügen
  • ist er zu fest etwas Quark (weniger ist mehr) unterheben

Zubereitung:

  • 1. Kartoffeln durch die flotte Lotte bzw. Kartoffelpresse in eine Schüssel drücken
  • das Eigelb, den Bärlauchquark, das Mehl hinzufügen
  • mit den Händen (wie oben beschrieben) zu einem leichten Teig verarbeiten.
  • mit Muskatnuss, schwarzer Pfeffer und Salz würzen.
  • 2. zu einer Kugel formen, in Klarsichtfolie einpacken und kühlstellen.
  • 3. einen großen Topf mit Wasser aufstellen und das Wasser aufwallen lassen
    • dann salzen und die Temperatur zurücknehmen
    • das Wasser sollte nur noch sieden – nicht kochen
Gnocchiteigverarbeitung
  • 4. die Gnocchimasse auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu Rollen formen und mit der Teigkarte „Rohlinge“ abstechen
  • wieder mit dem Vinylhandschuh leicht formen und über einen Gabelrücken rollen.
  • 5. jetzt sanft in das siedene Wasser gleiten lassen.
  • 6. eine Pfanne mit guter Butter versehen
  • sobald die Gnocchi aufsteigen, kurz abtropfen lassen und in der Butter kurz schwenken und mit geriebenem Peccorino servieren

Der Bärlauchgeschmack ist dezent, durch den Quark sind sie locker und zergehen auf der Zunge. Die Verbindung von Kartoffeln und Bärlauch ist eine Offenbarung.

Also ein kleiner Spaziergang in den Park, Wald und die leckere Gnocchimahlzeit ist gesichert, Kartoffelreste verwertet und falls doch zuviele Gnocchis den Topf verlassen haben, setzen wir sie einzeln auf einen Teller, Brett, bedecken sie mit Klarsichtfolie und frieren sie ein. Sobald sie gefroren sind verfrachten wir sie in den Beutel – haltbar 6 Monate –

Wer eine längliche, nicht zu hohe Gefrierbox besitzt, kann sie dort einfüllen – bitte immer einzeln – mit Klarsichtfolie bedecken und die nächste Schicht….

Gehe jetzt Moos holen für das Osternest – bin gespannt – ob mir der Osterhase dieses Jahr auch was bringt.

P.S die erste Tulpe beginnt zu blühen

1. Tulpe traut sich raus am 15.April

Bis bald

M. Kuhl

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„Bärlauch meets Lamm“

Vor einer Woche war es noch Winter. Mütze, Handschuhe, die Winterjacke wollte unbedingt noch einmal ausgeführt werden. Lustlos stapfte ich durch den viel zu trockenen Wald, begleitet von Graupelschauern.

Aber gestern war es gefühlt Sommer… Leichtfüßig, kurzämlig, die Sonne brannte uns eine leichte Röte ins Gesicht …..

Starnberger See am frühen Nachmittag
soll ich reinspringen – habe ich mich ernsthaft gefragt

Die Bärlauchspitzen strecken sich, die ersten Knospen kann man erwischen, um Bärlauchkapern, Bärlauchbutter, Bärlauchpesto….. herzustellen.

Bärlauch im Zauberwald

So entstand mein schnelles, kleines Rezept:

Lammbällchen an Bärlauchsoße

Lammhackbällchen
Frühlingszwiebel werden angedünstet

Zutaten:

(für 4 Personen)

  • 300 gramm Lammhack
  • Frühlingszwiebeln
  • 100 gramm Bärlauch – frisch geerntet-
  • handvoll gehackte Petersilie
  • 1 Becher saure Sahne
  • Butter oder Bärlauchbutter aus dem Eisfach
  • 1/2 Liter Gemüsebrühe
  • Olivenöl, Butter (weniger ist mehr)
  • 1 Schuß Anisschnaps
  • Gewürze: Salz, Peffer, Fenchelsamen, Schwarzkümmel, eine kleine getrocknete Chilischote

Schwierigkeit des Gerichts ist, das sanfte Braten der Hackfleischbällchen, da auf die Zugabe von Brot,Ei verzichtet wird.

Die kleine Bällche sollten möglichst sanft angebraten werden, aber dennoch Röstspuren bekommen und dann in der Bärlauchsoße garziehen. So werden sie innen weich, außen knusprig

Zubereitung:

  • das Lammhack mit Salz, Pfeffer, gehackerter Petersilie gut vermischen und im Kühlschrank parken (am besten schon am Vormittag)
  • Fenchelsamen, Schwarzkümmel, getrocknete Chilischote in der fettlosen Pfanne leicht erwärmen, bis es duftet
  • den Bärlauch heiß abprausen und mit der Salatschleuder trocknen, auf Küchenkrepp legen
  • die Frühlingszwiebel in kleine Ringe schneiden
  • die Hände einwenig mit Olivenöl versehen und kleine Bällchen aus der Hackmasse formen
  • Pfanne mit einem Eßlöffel Olivenöl, einem kleinen Stück Butter und den angerösteten Zutaten versehen
  • die Frühlingszwiebelringe hinzufügen und bei mittlerer Hitze die Lammhackbällchen rundherum bräunen.
  • dann die Bällchen aus der Pfanne nehme und warm stellen
  • unter Umständen mit einem Küchenkrepp etwas Fett aus der Pfanne nehmen,je nach Beschaffenheit des Lammhack
  • dann die Pfanne mit einem kräftigen Schuß Anisschnaps (Raki, Ouzo) ablöschen.
  • die Gemüsebrühe angießen und einreduzieren lassen.
  • den Bärlauch in einen hohen Becher geben und einenEßlöffel Gemüsebrühe (kalt) hinzufügen
  • dann pürieren und zum reduzierten Soßenansatz geben
  • die saure Sahne -oder auch Schmand – unterrühren , ggfs. noch etwas Brühe hinzufügen.
  • die Hackbällchen in Soße gleiten lassen
  • die kalte Butter hinzugeben
  • es entsteht eine herrliche sämige Soße in der sich die Hackbällche wälzen, bis der Tisch gedeckt ist
  • dazu habe ich gestern Nudeln gemacht, aber Reis, Couscous…oder Brot sind geeignete Beilagen.
Bärlauch-Lammbällchen (Foto vom warmgestellten Teller für das Töchterlein)

Sorry, da Foto gibt nicht die herrliche kräftig grüne, samtige Soße wider. Dem schönen, fotogenen Teller konnte Gö-Ga wieder mal nicht widerstehen. Die aufgewärmte Variante war aber immer noch sehr, sehr lecker.

Gutes Gelingen , bis bald

M. Kuhl

„… was gibt es heute zu essen…?“

Dies ist die häufigste Frage meiner Familie.

Manchmal kann ich es nicht mehr hören und antworte: „Nichts…!!“

oder: „gehackten Hund in Soße…“

Die zwingenden Frühjahrsaktionen muß ich erledigen.

Gestern habe ich meine riesige Gewürzschublade sortiert, gesäubert und es entstand eine neue Reisvariante:

Cocos-Chili-Kurkuma Wildreis (im Reiskocher gegart)

  • Reis waschen, ca 100 gramm Cocos-Chips zufügen
  • eine Prise Chili-Schrot hinzufügen
  • Abrieb von der Kurkumawurzel, Salz
  • 1 Sternanis (lag einsam in der Schublade)

und es entsteht ein wunderbarer Reis – welcher gestern als Beilage diente.

Ein paar einfache – Kochideen – mit den Zutaten der Saison habe ich aus meinem Fundus für Euch hervorgeholt.

Menüempfehlung für Freunde/Familien-treffen

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/15985130

Mit den Bildern möchte ich an den Bärlauch nochmal erinnern. Die Bärlauchspätzle sind schon eingefroren und können so schnell serviert werden.

Genießt die Sonnentage, ob in der Natur oder der Stadt. Bis bald

M. Kuhl

„Rehschlegel – sprengen die Töpfe ….“

Dieses Jahr bin ich eigentlich sehr entspannt, was die weihnachtlichen Vorbereitungen betrifft. Ein paar Besorgungen bzw. Aktionen müssen zwangsläufig geschehen.

Die Bestände an Fond und das Leeren der Kühlschubladen läßt sich nicht mehr verschieben. Spätzlevorrat muß auch produziert werden.

Die Pandemie vergönnt mir nichts. Gerade, Samstag 15.36 Uhr wurde per mail unser Theaterabend “ Der Brandner Kaspar“ von Franz Kobell abgesagt – auf diese Neuinzenierung im neuen Volkstheater hatte ich mich riesig gefreut. Der Aufwand – Testtermin, obwohl zweimal geimpft vereinbart – Tochter und Freundin hatten sich mühsam den Termin freigeschaufelt. Ein schöner Theaterabend, mit einem kleinen feinen Abendessen im dazugehörigen Lokal. Wieder nichts…

Irgendwie reicht es mir allmählich ! Weihnachtsstimmung kommt da nicht so richtig auf.

Die Rehunterschenkel enthielten doch viel mehr Fleisch, wie zunächst vermutet und so gab es zum Trost ein kleines feines Rehragout – sehr zur Freude von Gö-Ga. Gierig verschlang er die liebevoll geschabten Kürbisspätzle. Widererwarten waren sie wunderbar gelungen.

(s. Grundrezept :https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20731083

  • der Spätzleteig wird hier mit ca 150 gramm püriertem Hokaido ergänzt, den ich im Dampftopf mit Steinsalz, einer Spur Ingwer abgekocht hatte.

Diese Spätzle sind die ideale Ergänzung zum Wild.

Der Rest kann zur Vorspeise als Suppe verarbeitet werden.

Diese Kürbissuppenwintervariante wird dominiert von winterlichen Gewürzen

(Zimt, Sternanis, Nelke , Lorbeer, rosa Pfeffer) sowie einem säuerlichen Apfel.

Die Suppe wird mit Brühe (ob Huhn, Rind oder Gemüse) ist ansich nicht entscheidend, aufgegossen. Die sorgfältig gerösteten Croûtons werden mit Zimt und Abrieb vom frischen Ingwer versehen und geben der Suppe den besonderen Kick. Wichtig ist final der Abrieb von frischer Muskatnuss und sie sollte heiß serviert werden, die richtige Konsistenz haben (d.h. nicht zu dickflüssig sein)

Anstatt Hokaido kann auch Muskatkürbis verwendet werden, der allerdings ganz fein geraspelt auch roh verwendet in den Spätzleteig gegeben werden kann.

Zurück zum Wildfond, den ich schnell mal übernacht köcheln lassen wollte….

Wildfondzutaten

Hier hatte ich Wacholderbeeren, Piment, schwarzer Pfeffer, Nelke einwenig angeröstet. Frischen Thymian, Rosmarin, 1 Blättchen Salbei, Lorbeer zu einem Sträußchen gebunden. Sellerie, Karotte, rote Zwiebeln, ein paar Schalotten vorbereitet;. klassische Musik laut aufgedreht, die Küche duftete, die Wintersonne strahlte mich an.

Mein alter Freund, der Bräter freute sich auf seinen Einsatz. Schnell die Knochen hinzufügen – aber sie ließen sich nicht brechen, sämtliche Küchenwerkzeuge versagten. Wo Herr Gö-Ga in seinen diversen Werkzeugkisten eine Säge versteckte, konnte ich nicht klären- er war natürlich nicht da. So mußte ich erstmal einen Schluck von dem Rotwein nehmen, mit dem ich den Fond angießen wollte.

Wildknochen und jetzt ???

Dann ein Geistesblitz! Schnell verfrachtete ich die Knochen in eine Tüte, verließ die Wohnung und lief zum unserer Autowerkstatt. Wir bezeichnen ihn als „Autotandler“. Er schraubt, repariert immer schnell und zuverlässig und hat diesen unwiderstehlichen österreichischen Humor, der vielen hierzulande fehlt. Er unterbrach sein Tagwerk – obwohl der Andrang – wie immer groß war – jeder wollte noch sein meist betagtes Auto – fit gemacht haben…. , stellte seinen Gehilfen kurz ab, der sägte mir in Windeseile die Knochen auseinander und ich rannte glücklich zurück zu meinem alten Freund , dem Bräter.

  • röstete die Knochen scharf an, löschte sie mit ca. einem 3/4 Liter Rotwein ab, fügte die Kräuter hinzu
  • nach ca. eins bis zwei Stunden folgte das vorbereitete Wurzelgemüse, welches ich in gesonderter Pfanne sorgfältig angeschwitzt hatte.
  • Deckel drauf und ließ den Fond übernacht ganz leicht köcheln.
  • zwei Gläser Fond waren das Ergebnis (Gurkengläsergröße)
  • Diese Köstlichkeit bereichert meine Soßen zum Hirschfilet, zur Rehkeule
  • und wir nennen ihn jetzt nach dem genannten Autotandler den „Ronnerfond“

Genießt die letzten Tage vor dem Fest! Heute werde ich einen Spaziergang machen… ich träume von einem erlesenen Cafehausbesuch, mit Punsch, Elisenlebkuchen oder dicken Cremetorten – schokoladig, cremig, angereichert mit….

Bis bald , schöne Zeit

M. KUhl

„Da kann er lange schmoren…..“

Montagmorgen, 4 grad , leichter Nieselregen und so soll es die ganze Woche….

Das beste Gegenmittel gegen diesen Novemberblues ist für mich Kochen, Backen, Lesen und einen neuen Tee oder einen schweren Rotwein zu genießen.

Meine Schmortöpfe habe ich aus dem Keller geholt, ebenso einen zweiten Wok.

Diese Schmorgerichte zaubern aus jedem Fleisch eine Köstlichkeit. Aufgewärmt wachsen diese Gerichte über sich hinaus. Sie sind somit nicht an feste Essenszeiten fixiert und können bei Bedarf auch schnell mal „verlängert“ werden, wenn ein Esser mehr erscheint, wie erwartet.

Mit einem gewissen, tiefen Schmunzler habe ich den kleinen, französischen Schmortopf gerade gespült und einwenig mit einem Tropfen Öl eingefettet.

Dieser Topf ist 50 Jahre alt. Meine Großmutter hatte ihn mir zu Weihnachten geschenkt mit den Worten:

„Denk immer daran, auch Männer muss man wie das Fleisch manchmal lange schmoren lassen, bis sie brauchbar sind…! So war sie.

Für die naßkalten Winterwochen möchte ich Euch daher meine Schmorgerichte etwas näher bringen.

Diese Schmorgerichte gewinnen enorm an Geschmack. Im geschlossenen Topf halten sie bei mäßiger Hitze automatisch ihre Kerntemeratur und werden herrlich zart, saugen die Kräuter, den Wein… praktisch auf und sind ideal für große Tischrunden. Zusätzliche Beilagen an Gemüse sind meist nicht erforderlich.

Meine Schmorgerichte fülle ich niemals mit Wasser auf. Nein, entweder entsprechenden Fond aus dem Vorrat, oder mit der Fleischbrühe, die ich oft gleichzeitig köcheln lasse.

Ob Rind, Huhn, Lamm, Kalb alles ist geeignet zum Schmoren. Auch einen Gemüseschmortopf mit herrlichen Wintergemüse (Karotten, rote Beete, Petersilienwurzel, Kohl,Schwarzwurzel, Paprika, Kartoffel) eignen sich sehr gut, wer es vegetarisch mag.

Meine Schmorgerichte für die kalte Jahreszeit:

„Ossobucco between Orient and Okzident“

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20729972

Die Lammvariante wird auch im geschlossenen gusseisernen Topf phantastisch. Alle Aromen verbinden sich. Löschen Sie mit dem Wein ab, den sie auch zum Gericht trinken!

Dies handhabe ich grundsätzlich so.

Mein „Klassiker“ beliebtes Schmorgericht bei Alt und Jung.

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/17763847

„Mein Schichtgulasch“

Hier genügt ein guter Rotwein, schöne Knödel und das Herz erwärmt sich, das wohlige Gefühl in der Magengegend macht sich breit…

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/16692809

In Anlehnung an Bœuf bourguignon , hier spielen das Fleisch und der Wein die Hauptrolle.

Abschließend noch meine Rouladen – das Deutsche Schmorgericht schlechthin- jede Hausfrau, jeder Koch hat seine eigene Variante

https://wordpress.com/post/meggieskochstudio.wordpress.com/20211849

Meine Empfehlungen:

  • sollte beim Schmoren mal etwas zuviel Röstaromen erzeugt werden
  • läßt es sich heilen, indem man eine Scheibe Graubrot dünn mit Honig bestreicht
  • und diese auf das Schmorgut legt
  • der nicht erwünschte Geschmack verschwindet
  • je nachdem kann das Brot zerfallen oder wieder rausgenommen werden
  • nach dem Anbraten und Angießen eins -zwei Löffel Mehl über das Bratgut für die Soße
  • und den Topfdeckel bestäuben, so bleibt alles verschlossen und das Geschmorte kann sich wunderbar entfalten
  • niemals in Flüssigkeit ertränken, sonst gibt es „gekochtes Fleisch“
  • dem Schmorgericht Zeit lassen – 2-4 Stunden je nach der Menge des Fleisches und Beschaffenheit
  • zum Angießen Fond, Wein und Brühe verwenden

Viel Spaß beim Schmoren!

Eine schöne Woche

M Kuhl

„Meggie’s Speckknödel“

Das Laub raschelt unter meinen Füßen, rote Blätter tanzen vor mir nieder.Die Sonne wärmt meinen Nacken beim schnellen Gehen. Die Luft klar, der Himmel blau. Der Fluß spiegelt sich friedlich in der untergehenen Sonne.

Jetzt kommt es in mir hoch, das Gefühl beherrscht mein Denken und Fühlen. Es läßt sich nicht mehr verdrängen. Dieses Loch , weitet sich bedrohlich aus.

Mundwässrig stehe ich an der Brücke.

Den Kampf werde ich verlieren. Meine Sinne greisen nur noch um gerösteten Speck, fluffige Masse …., frische Petersilie, Butter.

Die Jacke lasse ich fallen, Hände waschen und dann gleite ich mit meinen Fingern in das Vinyl , zerre die Schüssel vom kühlen Balkon.

Reiße die Topfschublade auf, Wasser einlaufen lassen, kräftig salzen .

Mit meinen feuchten Vinylhänden forme ich tennisballgroße Knödel.

Diese Knödel lechzen nach dem zwischenzeitlich aufgewallten Salzwasser, gleiten gierig in die siedende Brühe, drängeln sich im Topf und kämpfen darum zu erst Oben zu sein.

Dann aalen sie sich ca. 15 -20 Minuten in dem leicht siedenden Wasser.

Rezept: Meggies Speckknödel

Zutaten:

  • 5 Semmel vom Vortag oder älter, alternativ Knödelbrot vom Bäcker des Vertrauens
  • 3 Eier
  • 1 Eßlöffel Mehl typ 450
  • 110 ml warme Milch
  • 1 mittlere weiße Zwiebel
  • 200 Gramm möglichst kleingeschnittenes geräuchertes Wammerl (geräucherter Bauspeck)
  • 60 gramm geriebenen Parmesan
  • 30 gramm Butter
  • 1 Teelöffel Meerrettich
  • Gewürze: schwarzer Pfeffer, Salz, Muskatnuss frischgerieben
  • 1/2 Bund Petersilie oder Schnittlauch

Champignon-Sahne-Soße

  • 250-300 Gramm Champignos
  • 1/2 Liter Sahne
  • Butter
  • Muskatnuss, frisch gerieben
  • 1 Schalotte
  • 1oo ml Gemüsebrühe
  • gehackten Petersilie

Auf die Champignon-Rahmsoße kann man auch verzichten, denn diese Knödel sind durchaus auch mit brauner Butter, Salbeibutter zufrieden. Ein kleiner Beilagensalat genügt dann völlig.

Ein gutes Glas Wein , ob rot oder weiß und alle sind wunschlos glücklich.

Zugegeben die Zubereitung erscheint etwas aufwendig, aber ich habe den Knödelteig schon am Morgen vorbereitet.

So kann er gut durchziehen, die „Fette“ können sich verfestigen und meist bedarf es keiner Korrektur (zu nass – etwas Semmelbrösel hinzufügen – zu trocken, zu fest, ggf. etwas lauwarme Milch – weniger ist mehr!!!)

Ganz wichtig ist aber, dass man ein Gefühl entwickelt, wann der Knödelteig die richtige Konsistenz hat. Irgendwann hat man es raus und dann werden es die lockeren Knödel, die man auseinanderreißen kann ohne ein Messer zu benutzen.

Zubereitung:

  • die Semmel auf der „Brotmaschine“ in dünne Scheiben schneiden
  • die Eier mit dem Mehl verquirlen und mit Salz, Peffer und Muskatnuss würzen
  • die Milch heiss werden lassen und über die geschnittenen Semmel geben
  • gut mit den Händen verkneten und beiseite stellen
  • den Speck kleinschneiden in der Pfanne auslassen, bis knusprige Speckwürfel entstehen
  • die Speckwürfel auf ein Küchenkrepp geben , überschüssiges Fett entfernen
  • die Zwiebel klein hacken, Petersilie klein hacken
  • in dem verbliebenen Speckfett die Zwiebelen farblos anschwitzen
  • einen kräftigen Stich Butter hinzufügen
  • die Masse über die Semmelmasse geben und wieder durchkneten
  • einwenig rasten lassen, bis die Zwiebelmasse einwenig erkaltet ist
  • jetzt die Eiermasse über den Semmelteig geben , gut durchkneten und abgedeckt ins Kühle stellen.

Zubereitung: Champignon-Rahmsoße

  • eine Schalotte in der Speckpfanne (nicht spülen) farblos anschwitzen
  • die grob geschnittenen Pilze hinzufügen
  • einwenig Butter hinzugeben
  • mit dem Gemüsefond ablöschen und einkochen lassen
  • dann die Sahne kurz aufwallen lassen und leise köcheln lassen
  • mit eiskalter Butter die Soße einwenig aufmontieren

Jetzt sind auch die Knödel gierig auf ihren Einsatz!

Die Specksahnesoße verbindet sich zu einer wahren Symbiose, die würzigen, lockeren Knödel machen sich in dem „Loch“ breit, wohltuend sättigend.

Gö-Ga ist sprachlos – er bemängelt nur die Portion : “ Da hätte ich schon mehr Knödel essen können, zwei Stück sind doch für den hohlen Zahn!“

Das ist so guuuuut!

„..in den Topf geschaut…“

7:56 Uhr, Nebel, 3 grad

Bevor ich auf den Markt radele möchte ich Euch kurz in meinem Topf von gestern Abend schauen lassen. Eigentlich Restverwertung schnell, gut und soo schmackhaft!

Keine ausführlichen Rezepte, Gewürzlisten. Nach der kräftigen Hühnersuppe war noch Huhn da, die Kichererbsen hatte ich bereits vor 2 Tagen abgekocht, einwenig Tiefkühlspinat, Karotte, Paprika und fertig war das Kichererbsen-Dal. (ausführliches Rezept s. Blumenkohl-Dal)

Das allseits beliebte Pfannenbrot produziere ich immer auf Vorrat.

Von 1 Kg Mehl und friere dann die Bällchen ein. Sie lassen sich problemlos wieder auftauen und ausrollen.

Heute werden wir einwenig ausgehen und die Küche ist geschlossen, denke ich jedenfalls heute Morgen. Schauen wir mal, was der Tag so bringt.

Ein erholsames verlängertes Wochenende.

P.S leider muß ich am Wochenende meinen Kleiderschrank auf „Winter“ einstellen, dass tut mit richtig weh. Es ist aber auch die Gelegenheit sich von dem Blazer, dem Hosenanzug … zu trennen. Die Läden haben ja wieder – noch – auf.

“ in den Topf geschaut….“

Der diesjährige Oktober, die Wälder sooo bunt, die Seen so blau, die Sonne wärmt…

Lange ausgiebige Spaziergänge – ob im Wald oder in der Stadt sind meine Leidenschaft geworden.

Kommt mit:

Isarphilharmonie, Volkstheater bereichern die Kulturwelt in München, alles lebt auf!

Die offizellen Zahlen:

7-Tage-Inzidenz *Reproduktionszahl *Todesfälle *

+ 625

+ 6

140,2

beachtet eher keiner mehr. Auch ich verdränge diese Zahlen so gut es geht und hoffe, nach der vollständigen Impfung auf einwenig Glück.

Mein Speiseplan ist wie immer durchorganisert, dabei könnte man jetzt ja öfter im Restaurant speisen. Irgendwie hat man sich an das Kochen gewöhnt. Daher habe ich mir gedacht, ich nehme Euch mit in meine Alltagsküche und lass Euch in meine Töpfe schauen. Das eine oder andere wird dann nicht so spektakulär sein.

Mein erstes „in den Topf schauen Gericht“ entstand nach einem wunderschönen, strahlenden, warmen Oktobertag.Gö-Ga war am verhungern und außerdem wollte er Fußball…..

Walnuß-Radicchio-Blauschimmel-Pasta

Zutaten:

  • 1 feste große Birne
  • 130 gramm Walnüsse
  • 1 mittelgroßer Radicchio
  • 180 gramm Blauschimelkäse oder Gorgonzola
  • frischen Ingwerabrieb
  • 1/2 Chilli
  • Vanillerohrzucker
  • Gewürze: Meersalz aus der Mühle, Muskatnuss frisch gerieben, schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 350 gramm Nudeln ( am besten selbstgemacht), aber gestern habe ich aus Zeitgründen darauf verzichtet.

und so geht’s :

  • in eine beschichtete Pfanne geben wir zwei Eßlöffel Rohrzucker mit Vanillegeschmack
  • den Rohrzucker langsam einwenig schmelzen lassen und die Nüsse hinzufügen
  • dann über die leicht karamelisierten Nüsse, den Ingwer reiben
  • die Chilischote ganz, ganz fein schneiden ud
  • und gut verteilen
  • auf mittlerer Temperatur sanft karamelisieren lassen , im Auge behalten, damit die Nüsse nicht verbrennen
  • dann die Birnen in längliche Schnitze schneiden und in die Pfanne geben
  • mit karamelisieren lassen
  • die gewaschenen und und gezupften Radiccioblätter ebenfalls unterheben und mitgaren
  • in der Zwischenzeit kochen die Nudeln in reichlich Salzwasser und einer kleinen Chillischote
  • mit einwenig Kochwasser löschen wir unsere Pfanne vorsichtig ab (weniger ist mehr)
  • die Nudeln geben wir aus dem Topf, nachdem sie abgetropft sind
  • direkt in die Pfanne
  • verteilen den Blauschimelkäse über die Nudel un mischen alles gut durch.
  • und servieren … !

Der Gö-Ga war zunächst sehr, sehr skeptisch – aber dann konnte er nicht genug von diesen Nudeln bekommen – er verfeinerte die Pasta mit einem kräftigen Klecks Quittenmus, welches ich mühsam zubereitet hatte

(dazu später gesondert mehr)

Der Blauschimmelkäse verbindet sich mit der Pasta, den Nüssen, der saftigen, karamelisierten Birne, einen Hauch Pfeffer aus der Mühle

Ihr kennt ihn schon den Satz: zum ordentlichen Fotografieren hatte es nicht mehr gereicht.

So kann der Herbst auch kulinarisch beginnen.

Diese Pasta vereint, die Süße der Birnen, den leicht herben Geschmack des würzigen Blauschimmelkäse, die Bitternoten des Radiccio und verwöhnt mit der herben, feinen Süße des Quittenmus, der Crunch der karamiliesteren Nüsse befördert den Genießer letztlich in den 7. Pastahimmel.

Probiert es aus !