„Walnuß-Dinkel-Ruch-Kruste“

Genau 45 Minuten hatte ich gestern das Brot sich selbst überlassen – eine kleine Isar-Runde

Windig, kalt und dennoch erfrischend, belebend

selbst die bekannten Steine wirken etwas freundlicher – die Blüten grüßen unter der Last der Regentropfen, der Wasserstand im Fluß hat zugenommen

einwenig kann ich mir die Isar als reißenden Gebirgsfluß vorstellen, wünschen…

Ein Windböe – schmerzlich kalt – und dann heftiger, kalter Graupelregen. Senkrecht fällt das kalte Nass vom Himmel, in nicht endenden Bächen platscht es auf mich nieder.

Stress pur – das Brot ! Immer schneller laufe ich und erreiche -trotz Regencape – völlig durchnäßt die Haustür.

Das Brot hatte sein Volumen sichtbar vergrößert, eine kräftige Farbe bekommen und es roch nach Walnuß –

Der Duft allein schon läßt mein Brotherz höher schlagen.

Hastig zerre ich es aus dem Ofen und leider muß ich jetzt warten, bis es abgekühlt ist, um es anzuschneiden.

  • schnell die Zutaten zusammenschreiben – falls es so gut wird, wie es aussieht.
  • mein Gö-Ga nennt es verifizieren – typisch Ingenieur – alles messen, wiegen, planen
  • meine Brote passen sich immer den Gegebenheiten an (Temperaturen, Mehlvorräten, Lust und Liebe an
Walnuss-Dinkel-Ruch-Kruste

Bewußt hatte ich den Zusammenschluß auf den Stein gestürzt, denn ich wollte nicht, dass das Brot aufreißt, da sonst die Nüsse zu dunkel werden können.

Jetzt schreibe ich doch das Rezept auf für alle Brotkünstler und solche die es noch werden wollen

Zutaten:

30 gramm Livieto madre hell (Sophie aus 550er Weizenmehl)

30 gramm Livieto madre dunkel (Franczeska aus Bio Weizenvollkornmehl)

alternativ 60 gramm Sauerteigansatz oder auch Hefe möglich

30 gramm lauwarmes Wasser

125 Gramm Walnüsse

24o Gramm Dinkelmehl 630

160 Gramm Weizenmehl 1050 (bayrisches Ruchmehl)

15 Gramm Salz

1 Teelöffel Malz inaktiv oder 1 Teelöffel Honig

10 gramm Walnussöl

eigentlich braucht es nicht viel, um ein gutes Brot zu backen.

Zubereitung:

Vorteig I:

60 gramm Livieto madre, 60 Gramm 1050 er Ruchmehl und 30 gramm lauwarmes Wasser gut vermischen und abdecken. Bei 26-28 grad einfach stehen lassen (2-3Stunden), ggfs. in den Backofen stellen und die Backofenlampe einschalten, mit einem Kochlöffel den Herd einen Spalt offen lassen.

Brühstück:

125 gramm Walnüsse in der Pfanne ohne Zugabe von Fett leicht anrösten und mit 220 ml kochendem Wasser anschließend übergießen. Dann abdecken und ca. 4-5 Stunden sich selbst überlassen.

Diese Vorbereitungen (Vorteig I u. Brühstück) können auch abends vorbereitet werden und am nächsten Tag kann dann das Brot zusammengestellt werden, je nach Zeit und vor allem Temperatur.

Hauptteig: – Autolyse

  • die Mehle abwiegen und gut vermischen
  • die Nüsse durch ein Sieb gut abtropfen lassen und das Schüttwasser auffangen
  • dann mit Wasser auffüllen, so daß es insgesamt eine Menge von 270 ml ergibt.
  • die aufgefüllte Wassermenge mit den Mehlen verkneten und 2-4 Stunden stehen lassen.
  • dann den Vorteig zufügen und auf kleiner Stufe , dann auf der nächsthöheren Stufe insgesamt 3 bzw. 5 Min. kneten
  • bis der Teig sich vom Boden löst
  • nun fügen wir Salz, Backmalz und das Öl hinzu und kneten bis sich alles homogen verbunden hat
  • dann fügen wir die Nüsse hinzu und sorgen dafür, dass sie gut untergemischt werden, bei kleiner Stufe nochmal kneten lassen ca. 2 Min.
  • den Teig füllen wir in eine geölte Teigwanne und dehnen ihn nach einer 1/2 Stunde, nach einer Stunde nochmal
  • sobald der Teig angesprungen ist – etwas an Volumen zugenommen hat – verfrachten wir ihn für 8-18 Stunden in den Kühlschrank (bei 4-5 grad) –
  • am nächsten Morgen , je nachdem wir das Brot backen möchten, bestäuben wir die Arbeitsplatte mit Roggenmehl und falten den Teig zu einem Kuvert, was wir dann locker zu einer Teigkugel werden lassen, in dem wir ganz locker durch das Mehl schleifen .
  • die Teigkugel geben wir in ein bemehlts Gärkörbchen (Schuß nach unten)
  • jetzt heizen wir den Ofen mit dem Backstein auf 250 grad (ca. eine 3/4 Stunde)
  • im Körbchen hat die Teigkugel nochmal an Volumen zugenommen
  • nun ist es soweit, wir schieben das Brot auf den Backstein oder Blech
  • gießen 250 ml in das unter dem Backstein befindliche Blech
  • und backen das Brot 10-15 Min. an
  • Backofen öffnen, abschwaden
  • dann weitere 30-35 Min. auf 200-190 grad fertigbacken.

Wer mag kann das Brot auch noch einschneiden, bevor es in den Ofen kommt, dann reißt es auf.

Das Ergebnis ist wunderbar, ein leichtes, lockeres Brot mit einer zarten Kruste und einem Geschmack!

Ein Brottraum ist wahrgeworden!

Lange hat er nicht angehalten der Traum vom wunderbaren Walnuss-Dinkel-Ruchmehl Brot.

Beflügelt vom Brotbacken gab es dann ein kleines Abendessen, sehr zur Freude meines Gö-Ga

  • Schweinefilet bestrichen mit Bärlauchpesto, eingewickelt in hauchdünnen italienischen Schinken und Salbei
  • bei 120 grad im Backofen – ganz leicht rosa – garziehen lassen
  • Soße aufmontieren, Bandnudeln und junges Karottengemüse mit Broccolie in der Wokpfanne gegart begleiten das Schweinefilet.
  • schnell gemacht und genau das richtige für die kalten Pfingsttage

Frohe Pfingsten!

„Früher Vogel, fängt den Wurm…“

6.05 Uhr, München, 8 grad, Nieselregen

Kein einladender Morgen, trotzdem singen die Vögel und das satte Maigrün des Isarwaldes stimmt mich einwenig sanft, fast schon melancholisch.

Meine Brotprojekte stehen auf der Kippe. Die Sauerteige hatte ich mühsam „aufgefrischt“.

Roggenalpenbrot – Übernachtgare –

  • Roggenansatz aufgefrischt am Sonntag
  • Ansatz für das Brot am Montag
  • am gestrigen Dienstag zusammengemischt, kommt aber nicht richtig in Gang, da es zu kalt ist!
  • nach dem es endlich angesprungen war, hatte ich keinen Nerv mehr und es mit Gärkorb in den Kühlschrank verfrachtet
  • heute um 6 Uhr entnommen
  • der Zustand ist bedenklich, es haben sich zwar die gewünschten Risse gebildet
  • aber der Teig im Gärkorb ist fest, eiskalt
  • keine guten Aussichten auf ein schönes, deftiges, gewürztes Roggensauerteigbrot

Im Hinterkopf höre ich schon meinen Gö-Ga: „Wieder für den Abfall produziert, mußt wieder Mehl holen fahren?“

Erstmal einen starken, guten Kaffee und die neuesten Corona-Zahlen…, Ofen auf 250 grad vorheizen, Küchenfenster schließen, damit eine Wohlfühlwärme für meine Brote entstehen kann.

7.OO Uhr sch..egal , das Brot kommt in den Ofen. Mit einem 250 ml Wasser für den Dampf.

8.05 Uhr – Wow – schaut selbst – Klopfprobe positiv –

Walnuß-Dinkel-Ruch-Kruste

  • Livieto madre Ansatz , geröstete Walnüsse, Autolyse (Mehl, Wasser verkneten – stehenlassen), Teige verknetet, Nüsse – nochmal geknetet – nicht zu lange Dinkelmehl mag das nicht
  • auch der Teig springt nicht wie gewünscht an – zu kalt ist die Raumtemperatur – oder schwächelt meine
  • Livieto madre?
  • mir reicht es , auch der Teig kommt in den Kühlschrank, gestern gegen Mittag
  • drei Stunden bin ich dann auf dem Isardamm bei Schäftlarn gelaufen, keine Menschenseele, Sonnenschein – Natur pur
  • soll ich mich weiter stressen mit den Brotteigen – mir eine Gärkiste anschaffen –
  • aber ….. meine Franczeska, meine Sophie (LM Ansätze)
  • abends nur eine leichtes Spargelsüppchen kreiert und einen sehr, sehr guten grünen Veltliner aus der Wachau…

In den letzten Wochen machen sich die schnellen Sauerteigbrote im Netz breit. Der Sauerteig-Ansatz besteht teilweise aus 100-200 Gramm Sauerteig, bzw. Livieto madre und wird dann an einem Tag gebacken. Die Fotos sehen gut aus. Einen Versuch habe ich hinter mir – negativ –

  • Gö-Ga “ nicht zu essen ….“ mach doch Deine Rezepte, die Du selbst…..“

Mein Fazit: mit Sauerteigen geführte Teige müssen reifen, um ein entsprechendes Aroma, Krume zu bekommen. Das heißt leider sie brauchen Zeit, die man aber variieren kann.

Die Rezeptführungen sind meist ungenau, da die Temperaturen in den seltensten Fällen stimmen.

Es ist 8.OO Uhr und mein Alpenroggen-Sauerteigbrot hat den Ofen verlassen.

Wow – das hätte ich nicht gedacht!

So jetzt heize ich erneut den Ofen hoch – mal sehen was das Nussbrot meint.

Jedenfalls hat es im Körbchen sein Voulumen etwas vergrößert.

  • wenn es funktioniert hat stelle ich das Rezept ein, meine Roggensauerteigbrote backt ihr eh nie!
  • bis die Tage!

Ungeduscht, ungeschminkt laufe ich jetzt an die Isar – vorsorglich mit Regenjacke …und mit den Stöcken schieb ich mich an, denn ich habe nur 45 Min. Zeit – dann muß das Walnuß-Dinkel- Ruch-Projekt aus dem Ofen.

Schönen Tag!

M. Kuhl

„weiße Tulpen aus München….“

Wer kennt ihn nicht den eigentlich schnulzigen Song von Nana Mouskouri , ein Abschiedslied.

Es spiegelt, leidenschaftlich die Sehnsucht nach Athen, Griechenland wider.

So geht es mir gerade auch, die Tulpen, Narzissen möchte ich verabschieden – gerne können sie wiederkommen – im nächsten Frühling. Meine Pflanzgefäße warten schließlich auf den duftenden Jasmin, Verbenen…

Meine mediteranen Kräuter kommen nicht in die Gänge, meinen Basilikumpflänzchen möchte ich ein Mäntelchen verpassen.

Es hilft nichts das Wetter können wir nicht ändern !

Diese naßkalten Frühjahrsmonate sind doch in den hiesigen Breiten normal.

Genau! Nach den Eisheiligen kommt die Schafskälte und dann, wenn wir Glück haben – der Sommer, der spätestens Ende August, wenn die Tage kürzer werden vorbei ist.

Jetzt erinnere ich mich, früher fuhren wir an Pfingsten ans Meer, Ende August nach Süditalien und im November nochmal nach Zypern. Unsere Kinder liebten es.

Dieses spontane Reisen fehlt mir so sehr! Geimpft bin ich auch nicht!

Die Registrierung hatte ich gleich am ersten möglichen Tag veranlaßt, inzwischen mehrfach telef. nachgefragt.

Backen, Kochen, einen kleinen Hamsterlandausflug ins Alpenvorland kann doch nicht der Radius meines Ruhestandslebens sein!

Daher habe ich vor einigen Tagen beschlossen weniger ist mehr:

  • Schnellkochtopf mit Kartoffeln aufsetzen
  • Spargel ob grün oder weiß in den Pastatopf stellen (eine Prise Zucker, einen Schuß Weisswein, Butter, Salz)
  • hinzufügen und ca. 15-20 Min. kochen lassen
  • Spargelbrühe aufheben – wird am nächsten Tag zur Suppe verarbeitet (m Zitronengras angereichert u. ggfs. etwas Kurkuma)
  • wer will, kann sich ein Stück Fleisch, Fisch dazu braten, grillen – wie auch immer.
  • zum Bäcker laufen, radeln … :“ ne, das Brot, die Semmel, sind nicht gut…!“

Gerade hat mir meine Freundin Moon, eine kleine Auswahl wunderbarer Schmöker geschickt.

Manchmal kann man auch für 1-2 Stunden draußen lesen, den Vögel lauschen und sich des Lebens freuen.

Schöne Woche, bis bald.

M. Kuhl

P.S Vielleicht kann ich ja doch nach Kitzbühel – Freundinnentage – Berge, Wandern, Kaminfeuer….

Die Hoffnung stirbt…

„Baguette wie bei Gott in Frankreich“

(Werbung, da Namensnennung)

Noch heute erinnere ich mich an die Baguettes, die ich als Austauschschülerin – so hieß das damals -in Frankreich genießen durfte.

Innen großporig, weich und die Kruste sanft, knusprig, leicht splitternd

Die langen Stangen wurden frisch geholt, bzw. geliefert. Nie mehr habe ich bis heute diese Baguettes gegessen, geschweige denn vergessen..

Auch beim Mittagessen in der Schule gab es diese herrlichen Baguettes. Das Problem war, dass ich mich meist an dem Baguette satt aß und oft für weitere Köstlichkeiten der Alltagsküche keinen Platz mehr hatte.

Essen, so lernte ich schnell, hat in Frankreich einen ganz anderen Stellenwert.

Dies ist sicher bis heute so geblieben und wird sich nicht ändern.

Jede Region hat seine Brot- Spezialitäten:

: Fougasse in der Provence, Marguerite Brot in der Ardèche, Subrot im Elsass, Cordon Brot im Burgund, Charleston in Nizza, Coupiette in Korsika, oder Krone in Bordeaux…. Eine unerschöpfliche Liste.

Die Deutschen haben z. B. ein viel kleineres Budget für gutes Essen, Zutaten….

Viele Jahre beschäftige ich mich mit dem Brotbacken und kann sagen, dass ich das Sauerteigbrot, die gängige Weizenkruste u. vieles mehr einigermaßen im Griff habe.

Meine Baguettes waren immer irgendwie nicht so, wie ich es mir vorstellte.

Vor der Pandemie fuhr ich schnell mal nach Schwabing zum Franzosen und gut war es.

Baguettes, Wein, Käse, Trauben ein paar Oliven – die richtige „Brotzeit“ des Sommers will ich dieses Jahr unbedingt mitnehmen, wenn ich Radele bis an den Horizont – mir einen ausgiebigen Badetag am See mir gönne – oder ganz einfach auf der grünen Wiese ein kleines Picknick….

In den letzten Wochen scheiterte ich ständig, einmal war die Kruste zu hart, die Krume zu fest, der Geschmack nicht so wie ich ihn mir vorgestellt hatte.

Es konnte nur am Mehl liegen. Oder mußte ich doch mit der Industriehefe arbeiten?

Einen Versuch wollte ich noch wagen.

Ich besorgte mir in meiner Mühle (Drax, Rechtmehring) Bio Ciabattamehl Typo O „violett“ * 2,5 kg. Frischte meinen Livieto madra Ansatz (Franczeska) mit Hefewasser auf und berechnete mein Rezept anhand der im Internet zu findenden Tabellen (Mehl/Wasser/Hefe/Anstellgut ect).

Ein Baguette sollte 12o gramm Teig haben, nur aus Weizenmehl, Salz, Wasser, Hefe, bzw. Sauerteig bestehen. Meine Baguettes mache ich etwas kleiner, weil ich sie dann besser in den heißen Ofen einschießen kann.

Hier meine Backempfehlung:

„Baguettes viva la france“

Zutaten:

500 gramm Ciabattamehl Typo O „violett“

300 gramm kaltes Wasser

30 gramm Anstellgut (livieto madre auf Basis Vollkornbioweizen) (alternativ 11 gramm Trockenhefe oder entsprechende Menge frische Hefe) , soweit das Anstellgut noch nicht so triebstark ist, kann etwas Hefe max. 3-4 gramm zugegeben werden.

90 gramm Weizenvollkornbioweizen

90 gramm Wasser – lauwarm

14 gramm Meersalz bzw. fleur de sel

Zubereitung:

  • Vorteig: 12 Stunden stehen lassen
  • 30 gramm Anstellgut (will man am gleichen Tag backen ist die Menge des Anstellgutes zu verdoppeln!
  • 90 gramm Wasser verrühren
  • und 90 gramm Weizenvollkornbioweizen zu einem Brei verrühren
  • abdecken und 12 Stunden sich selbst überlassen
  • am nächsten Tag:
  • Wasser in die Rührschüssel geben und das Mehl reinsieben
  • 2 Minuten mit dem Knethaken auf kleiner Stufe mischen und dann 4 Minuten kneten, mehr nicht!
  • so entsteht der sogenannte Autolyseteig
  • den decken wir mit Folie oder einem feuchten Küchetuch ab und lassen ihn 45-60 Min. bei Zimmertemperatur stehen.
  • dann geben wir den Vorteig hinzu, kurz auf kleiner Stufe verkneten
  • dann Salz hinzufügen und ca. 10 Min. auf kleiner Stufe kneten lassen
  • Fensterprobe ( Teigbällchen auseinanderziehen und „durchschauen“)

Teigbearbeitung:

Teig in eine geölte Wanne legen und 2-3mal halbstündig dehnen und auseinanderziehen und bei Raumtemperatur stehen lassen.

Nach ca. 60-90 Min. hat sich der Teig fast verdoppelt.

Jetzt geben wir den Teig in den Kühlschrank (4-6 grad) ca. 12 Stunden oder auch länger

So können wir morgens die Baguettes frisch backen, bzw. könnte der Teig auch am gleichen Tag verbacken werden. Ich liebe es , wenn der Teig über Nacht nochmal gereift ist. Außerdem läßt er sich kalt besser bearbeiten.

  • den Teig morgens aus dem Kühlschrank nehmen, die Arbeitsplatte leicht mit Mehl bestäuben – hier eignet sich besonders Roggenmehl –
  • den Teig in drei Teile teilen
  • locker einmal bis zu eine Drittel einrollen und eine Rolle entstehen lassen
  • die Enden spitz ziehen
  • auf ein bemehltes Küchentuch setzen, mit der Tuchfalte etwas stützen
  • mit einem weiteren Tuch abdecken und 90 Min. gehen lassen
  • Ofen auf 250 grad vorheizen mit dem Backstein (oder Blech) (mittlere Schiene)
  • Teiglinge
  • zweites Blech unterste Schiene einfügen.
  • Teiglinge in den Ofen schießen
  • 2oo ml Wasser in das 2 . Blech gießen
  • 10 Min. auf 250 grad backen
  • dann Backofentür öffnen und Dampf abziehen lassen
  • Bodenblech ggfs. rausnehmen ( muss aber nicht)
  • weitere 12-15 Min. auf 220 grad backen
  • fertig ist das wunderbare Baguette, für Frühstück, Picknick ….

Schönes Wochenende!

P.S. … ich weiß ja, dass Rezepte langweilen, aber ich schreib sie auch für mich auf, damit die Spickzettel an meinem Kühlschrank überschaubar bleiben und wer weiß, vielleicht sucht irgendwann jemand das Rezept von diesen knusprigen, wunderbaren Baguettes, die Mama gebacken hat………

„Knödel Katastrophen“

Selbst erfahrene Köche mußten es sicher leidvoll erfahren, die Knödelmasse hält nicht eine schreckliche Suppe entsteht – bzw. der Knödel ist so fest, dass mann ihn als Wurfgeschoss benutzen könnte.

  • der Geschmack ist fad und wässrig
  • die Farbe (Spinat/Rote Beete) ist gräulich
  • die Knödel-Masse ist zu nass , zu fest
  • die Versuche den Knödel zu retten (Semmelbrösel/Milch/Sahne) scheitern

und schließlich gibt man auf. Kauft die Knödel eingeschweißt …

und träumt wehmütig von den köstlichen Knödeln im Urlaub in Österreich, Südtirol….

Das muß nicht sein!

Man braucht einwenig Fingerspitzengefühl – die Rezepte gelingen oft nicht- da das Verhältnis

Brot – Fett – Massebestandteil nicht harmonisiert. Nicht jeder Knödel braucht warme Milch!

  • wichtig ist:
  • 1. Bindung herstellen
  • 2. Geschmack erzeugen (Salz, Pfeffer genügen da nicht)
  • 3. welche Zutaten stehen im Focus (z. B. Rote Beete, Spinat, Käse)
  • 4. Fettanteil (Butter, Speck, Käse)
  • 5. süße Knödel, Griesknödel die Premiumklasse

Tipp: Gemüseknödel (Spinat, Paprika, rote Beete….) hier verzichte ich auf die Milch, püriere das blanchierte Gemüse mit einem Eßlöffel Öl und ggfs. ganz wenig Wasser oder Brühe.

Die pürierte Gemüsemasse hat genug Feuchtigkeit und wird mit dem Knödelbrot vermischt, geht sofort eine Bindung ein. Wichtig: beiseite stellen, damit das Brot die Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Tipp: Eiermasse mit dem Handrührgerät aufschlagen und einen Eßlöffel Mehl mit aufschlagen.

Auch hier wichtig, dass das Eiergemisch leicht abgewürzt wird und ca. 15-20 Min. steht.

Tipp: Fettanteil ist bei Gemüseknödel immer etwas höher – 100 gramm Butter – ist die Richtschnur. Soweit jedoch ein hoher Käseanteil , bzw. Speckanteil mitverarbeitet wird, den Butteranteil auf 50 gramm senken.

Tipp: Die Eier sollten stets frisch und Größe M sein !

Grundsatz: 5 er Knödelbrot ( aus 5 Semmel) = 3 Eier

10 er Knödelbrot = 5 Eier

Das Knödelwasser einmal aufkochen lassen, die Knödel einmal hochkommen lassen und gar ziehen lassen. Das Wasser sollte nur leicht simmern. Dauer: 15-20 Min.

Wer noch nicht knödelsicher ist, sollte immer einen Probeknödel fertigen –

Hier kann dann die Knödelmasse falls erforderlich korrigiert werden. Sind alle Knödel im Wasser hat man keine Möglichkeit mehr.

Dieses Jahr hält sich der Bärlauch erstaunlich lange, bedingt durch die mir so verhasste Kälte.

Bei meinem Nachmittagslauf konnte ich nochmal eine kleine Menge ernten ( 150 gramm)

Meine Finger waren eiskalt, der Wind pfiff durch meine Jacke und ich träumte von Speckknödel, mit einer Bärlauchpesto-Soße – lockerer Knödel, fluffig, schmackig, wärmend…..

„Speck meets Bärlauch pur“

Zutaten:

3 große Semmel vom Vortag

150 gramm Bärlauch (heiß gewaschen und mit der Salatschleuder getrocknet)

2 Scheiben vom besten Wammerl (Bauchspeck geräuchert) in klitzekleine Würfelchen geschnitten.

50 gramm Butter

90 ml heiße Milch, gewürzt

2 Eier, ein schwach gehäufter Eßlöffel Mehl

1 1/2 Zwiebel oder eine Schalotte , kleingehackt

1 gehäufter Teelöffel Bärlauchpesto

Gewürze: Salz, schwarzer Pfeffer, Muskatnuss beides frisch aus der Mühle bzw. Reibe

und so geht es ganz einfach:

  • Semmel ganz dünn aufschneiden (Aufschnitt/Brotmaschine)
  • Milch erwärmen und über die Knödelmasse geben
  • leicht abwürzen (weniger Salz, da Speck) und über die
  • gut durchkneten und beiseite stellen

Tipp: zum Kneten benutze ich gerne Vinylhandschuhe (Grosspack gibt es im Drogeriemarkt)

und weiter geht es:

  • Speck, Zwiebel in klitzeklein hacken bzw. schneiden
  • den Bärlauch gut heiß abbrausen und mit der Salatschleuder trocknen, auf Küchenkrepp legen, damit er möglichst wenig Wasser behält.
  • dann klein schneiden- ich nutze hier gerne das Wiegemesser –
  • Butter, Speck, Zwiebel in der Pfanne farblos andünsten und den geschnittenen Bärlauch hinzufügen und so lange dünsten bis der Bärlauch zusammenfällt.
  • alles über Semmelmasse geben und durchkneten – Vorsicht heiß –
  • sobald etwas abgekühlt fügen wir einen Teelöffel Bärlauchpesto hinzu
  • (kann ggfs. auch durch ein anderes grünes Pesto ersetzt werden)
  • die Eier aufschlagen, Mehl zugeben und schaumig mit dem Handrührer aufmischen und beiseite stellen
  • fast geschafft ! Nach ca. 20-25 Min. gießen wir die Eiermasse über den Knödelteig, kneten ihn mit den Händen gut durch und stellen ihn für mindestens 30 Min.kühl.
  • nun füllen wir einen großen Topf mit Wasser , 1 1/2 Teelöffel Salz hinzugeben
  • wir prüfen die Konsistenz der Knödelmasse, sollte sie zu weich sein geben wir 1-2 Eßlöffel Semmelbrösel hinzu.
  • wir stellen uns eine Schale mit warmem Wasser bereit und formen nun mit nassen Händen
  • die Knödel (mittlere Größe hat sich bewährt) je größer sie sind, desto länger müssen sie nämlich ziehen.
  • für den Probeknödel reicht ein „Kleiner“
  • Knödel zügig in das kochende Wasser gleiten lassen, aufwallen , zurückstellen und ca. 15-20 Min.gar ziehenlassen.

Bärlauch-Pesto-Soße

Zutaten:

20 gramm Butter

1 Eßlöffel Mehl

1 Eßlöffel Bärlauch-Pesto

1 1/2 Eßlöffel Creme fraiche

250 ml Gemüsebrühe

Abrieb einer halben Biozitrone

  • und los:
  • Butter schmelzen, Mehl einstreuen, kurz mit dem Schneebesen vermischen
  • mit Brühe ablöschen – etwas köcheln lassen
  • Pesto hinzufügen
  • Zitronenabrieb
  • leise köcheln lassen ein paar Minuten
  • creme fraiche einrühren – nicht mehr kochen !-
Bärlauch-Speck-Knödel

Die Knödel wälzen sich und wollen aus dem Topf !

Direkt auf die Teller auf den Soßenspiegel-

Wahnsinn, es duftet, dampft – fluffig , die Geschmacksaromen haben sich verbunden, ein wärmendes Gefühl in der Magengegend macht sich breit. Der Bärlauch – so frisch verarbeitet gibt den Knödeln ein unwiderstehliches Aroma – der Knoblauchgeschmack wird gemildert ….

Die „siebenköpfigen Raupen“ schweigen, der Gö-Ga schmatzt : “ Diese Knödel sind der Hammer.., hättest ruhig ein paar mehr machen ….

Irgenwie bin froh, dass es mit dem Bärlauch zu Ende geht.

Jetzt freu ich mich auf Rhabarber, Spargel, Erdbeeren vom Feld – und träume von einer lauen Maiennacht draußen, bei Waldmeisterbowle und Kerzenlicht.

Mein kleiner Stadtgarten liegt noch brach. Gerade komme die Tulpen und Narzissen raus und verbreiten einwenig Hoffnung.

„Servus, pfiat di April 2021“

ohne Worte….

Der Mai ist da! Gestern habe ich den Kuckuck tatsächlich das erstemal in meinem Leben nicht nur gehört, sondern auch den posierlichen, eigentlich für seinen lauten Ruf – kleinen Vogel gesehen.

Wie heißt es so schön: „Alles neu macht der Mai…“

Hermann Adam von Kamp (* 15. September1796 in Ruhrort; † 26. November1867 in Mülheim an der Ruhr) war ein deutscher Lehrer, Heimatkundler und Schriftsteller. Das von ihm 1818 verfasste und 1829 veröffentlichte Lied Alles neu macht der Mai[1] zählt zum lyrischen Kulturgut der deutschen Sprache. (s. Wikipedia)

Der kalte April ist vorbei – jetzt kommt der Frühsommer –

Die „Klimafachleute“ nennen es Hitzewelle.

Schöne Zeit!

M. Kuhl