"Herbstlicher Viktualienmarkt"

Erst gegen Mittag komme ich zu meinem wöchentlichen Marktgang.
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Es ist so voll, kaum kommt man durch. Überall stehen die Leute, schauen, schauen
Dabei brauch ich nur ein paar Kleinigkeiten, Curryblätter, Zimtstangen, Sesamöl, frischen Koreander , Butterschmalz, rote, grüne Currypaste , die frische selbstgemachte… Ja und was kochen wir heute Abend? Fisch, Fleisch, Gemüse
Unser Haushalt ist ja „männerlos“, leichtes schnelles …
Meine Tochter begleitet mich heute, wir kommen gut voran und entscheiden uns für Entenbrust:
„- aber klassisch koche ich die nicht – , das sage ich Dir gleich, denn gescheite Orangen gibt es noch nicht. Ist ja schon guut, machen wir was „Scharfes“, Nachspeise auf jeden fall was mit Mango, die wir vollreif in guter Qualität kaufen.

Trotz der vielen Menschen, es duftet und der Himmel ist stahlblau, Zieräpfel leuchten mir entgegen, richtig zum Fotografieren komme ich nicht.
DSC01820 Noch nicht mal unseren „Frischgepressten“ können wir in Ruhe trinken. „Können Sie mal aus dem Bild gehen“…..
Überall muß ich anstehen.

Eine Kleinigkeit müssen wir noch im bekannten Haushaltswarengeschäft erledigen und wir werden pfündig. Silikonformen mit kleinen u. klitzekleinen Guglhupfformen müssen mit.
– Seit einem Jahr lese ich immer wieder, dass diese kleinen Guglhupfbissen ein MUSS sind.
So ziehen wir von dannen.
Meine Entenbrust: „Entenbrust an Grünercurry- Cocossoße“ bzw. Panang-Curry –

Rezept: für zwei Personen
Zutaten: 1 große Entenbrust
5 st Zitronenblätter am besten Frische
3 st Anchovis
1 Dose ungesüßte Kokosmilch oder Kokoscreme
120 ml Hühnerbrühe
4 Eßlöffel Sojasoße
5 cm frischer Ingwer (ganz klein geraspelt oder gerieben)
1 St Knoblauchzehe (durch die Knoblauchpresse bzw. gerieben)
100 gramm Zuckerschoten
Mehr braucht es nicht. Wir setzen schon mal im elektrischen Reiskocher den Duftreis auf, denn in einer halben Stunde können wir essen.
Top 1
Die Entenbrust schneiden wir rautenförmig ein, DSC01832
Top 2
Mit dem Pürierstab pürieren wir die Anchovis und geben 3-4 Eßlöffel Sojasoße hinzu.
Diese Creme vermischen wir mit dem geriebenen Knoblauch, dem geriebenen Ingwer und marinieren unsere Entenbrust hiermit.Die Zitronenblätter in ganze dünne Streifen schneiden, bzw. bei getrockneten Blättern zwischen den Fingern zerbröseln. Bei Zimmertemperatur lassen wir die Entenbrust abgedeckt durchziehen.DSC01835 Wenn man etwas mehr Zeit hat, kann man die Marinade auch länger durchziehen lassen.
Top 3
Denn Wok aufheizen – immer zuerst etwas warm werden lassen – dann Öl hineingebenDSC01833
Top 4
Die Kokosmilch, 1 Teelöffel Currypaste – je nach Qualität auch etwas mehr-
erwärmen, die Currypaste löst sich auf – gelegentlich ümrühren – 120 ml Hühnerbrühe angießen und heiß werden lassen.

Top 5
Die Entenbrustmit der Hautseite in das heiße Fett gleiten lassen. Die Marinade aufbewahren.
Vorsicht, es spritzt und schnell entstehen Brandwunden.
6 Min braten lassen, dann umdrehen u. 6 Minuten weiter braten. Ggfs. Temperatur etwas zurücknehmen, damit nichts verbrennt.

Top 6
Entenbrust herausnehmen und in Alufolie wickeln u. in den vorgewärmten Backofen bei ca. 50-80 grad ruhen lassen.

Top 7
Das heiße Fett abgießen, den Wok aber nicht spülen. Ggfs. einen Teelöffel Öl in den heißen Wok geben und die Zuckerschoten durch ständiges hin u. her bewegen garen.DSC01836 Dann schieben wir die Zuckerschoten DSC01837zügig an den Rand des Woks und gießen die Kokos-Currysoße und den Rest der Marinade hinzu. Die Marinade ggf. mit 2 Eßlöffel warmen Wasser aus dem Gefäß spülen.

Top 8 kurz aufkochen lassen , auf kleiner Flamme stehen lassen.
Ente in Scheiben schneiden u. mit dem Fleischsaft in die Soße geben, kurz köcheln
und mit dem inzwischen gegarten Reis servieren.
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Einfach, schnell, eine irre Geschmackskombination , es verbinden sich verschiedene Aromen und das Gefühl von Winterkost kommt nicht auf. Ein leichtes Essen, was an ferne Länder erinnert….. DSC01839
Für den Hauptgang war ich zuständig. Bei einem schönen frischen Sprizz köchelten wir vor uns hin. Die Offenbarung unseres kleinen „Frauenmenüs“ war allerdings die Nachspeise. Rezept folgt und ein kleiner Ausblick will ich schonmal dem Leser gönnen.DSC01842
Unwiderstehlich, noch leicht warm….

Winter bleib ….

Der Sommer mit der Leichtigkeit des Seins, ich meine die Haut atmet, die Luft ist lau, die Menschen genießen die Sonne, Essen wird zur Selbstverständlichkeit – Grillen, Salat, sonnengereifte Tomaten, das Leben draußen….., nein, es soll nimmer enden.
Krampfhaft halten wir uns an den warmen Tagen fest, ich weigere mich die Winterjacken… hervorzuholen.
Ganz gelassen – in sich ruhend – wartet der Herbst/Winter. Der Herbst prostituiert sich mit seinen Schätzen an Obst und Gemüse, den bunten Blättern… Dem gekehrten blauben Himmel, dem kalten, erfrischenden Morgen. Sanft umgarnt er die Menschen, die Wärme ist noch da, die Natur zeigt sich von ihrer besten Seite. Alles schaut warm aus, obwohl es manchmal gemein täuscht. Wer liebt sie nicht die langen Spaziergänge, im Wald am See mit einem guten Freund, Ehemann….
Die Luft macht das Gehirn klar, setzt Empathien frei, die uns am Leben erhalten.

Herbst ist, nach einem warmen, leidenschaftlichen Herbstsommer. Schwer fällt es mir in geschlossenen Räumen mich aufzuhalten. Der Drang nach Draußen kann ich heute nachvollziehen.

Auf unserem Bauernhof hieß es immer, die „Herbsthutsch“ überlebt nicht.
Die kleinen Kätzchen, die im September/Oktober geboren wurden, hatten in dem rauhen Klima wenig Überlebenschancen. Die Natur ist unmenschlich.
Auch ich bin eine solche „Herbsthutsch“, dünnhäutig, klein, untergewichtig…
– hat sich auch zum Gegenteil verändert –
Meine Eltern, insbesondere mein Großvater wollten mich im Leben mit Sonne, Wärme willkommen heißen. Doch im Oktober ist es im Westerwald kalt, regnerisch u. die Menschen üben schon mal für den langen, harten Winter. Sie wecken ein, kochen Zwetschgenkraut…..
und lieben es Feuer zu machen auf dem Karotffelacker — ich schrieb darüber bereits –
Heute weiß ich , dass mein Großvater mir den Herbst, Winter vorenthalten wollte, wie man ein Kind einwenig vor harten Wirklichkeit bewahrt.

Mir widerstrebt es derzeit Wintergerichte zu kochen, genauso wie ich jeden Tag kämpfe ohne Strümpfe auszukommen. Herbst, Winter umgarnen uns…

Mein Wochenende ist geprägt von dem Kampf gegen den Winter, wenn auch alle Kochpäpste vom Wintergemüse, dem Wirsing, dem Kohl, den Kürbissuppenvarianten schwärmen, nein ich mag noch – nicht- …
Ich kann durchatmen, kann meinem cosmopolitischen Kochdrang nachgeben.

Kochen …., Einkaufen, der Tag ist wieder zu kurz.
Der Viktualienmarkt ist hoffnungslos von Touristen, Speckgürtel-Bewohner, „Wir können auf dem Markt – Menschen“ überfüllt.
Dieses Wochenende genieße ich – mannlos- sohnlos –
Das hat wesentliche Auswirkungen auf den Speiseplan.

So entstand meine Kreation „Panang Entenbrust“
Vorspreise: Cocktail
Nachspeise: Wahnsinn Kugelhupf an Mangopüree

Dieses Wochenende ist noch kein Platz für Ente, Knödel, Blaukraut.
Morgen, soll es nochmal warm werden..
Gute Nacht, mein Radl wiehert – ich höre es –

Aber den herrlichen Panang-Enten-Wok beschreibe ich Euch ganz genau, wenn das Wetter schlechter wird.
Der Winter schleicht sich an, er schenkt uns eine Stunde. Na ja, wenigstens etwas.
Die kleinen Gugelhupfküchlein, an Mangomousse…..
Bis morgen!

"Was kochen wir morgen "

Mein Speiseplan für diese Woche, denn jetzt ist es ganz schön kalt geworden.
Da haben wir wieder mehr Lust zu kochen und manchmal schmeckt es daheim doch am besten oder ?speiseplan

So kann jeder sich seinen Speiseplan „hochladen“ u. die Einkaufsliste ergänzen, ausdrucken u. Kochen, Kochen, Gutes Gelingen!!!

"Lesobst "

Wie so oft entstehen Rezepte einfach, so war es auch heute. Ein ganzes Kilo Birnen gab es nicht mehr, also fügte ich noch ein paar dieser harten, aromatischen Äpfel hinzu.
Aber schon wieder Williams, Sternanis… Nein, in meinem Gewürzschub fand ich wilden Kardamon (grüne, intensiv riechende Kapseln), einwenig rosa Pfeffer, ja könnte ich mir vorstellen. Aber womit dopen wir denn diese Marmeladenkreation. Bei meinem Sohn im Regal fand ich Irish Whiskey
– riecht ganz gut – ja das wäre eine gute Idee!

So entstand die beste „Birnen-Apfel-Ihrish Whiskey-Marmelade“
Rezept:

800 gramm Lesebirnen (geschält u. in grobe Stücke geschnitten)
200 gramm Leseäpfel (geschält u. in grobe Stücke geschnitten)
500 gramm Gelierzucker 2:1
6 Stück grüne Kardamonkapseln (im Mörser leicht angeschlagen d.h. geöffnet)
1 Zitrone
60 ml kann auch etwas mehr sein Irish Whiskey der besonderen Güte.

Wie schon beschrieben verfahren, in Gläser füllen ,die Deckel mit dem altmodischen Packpaierbespannen u. „Meggies-Irish-Whiskey“ Marmelade ist bereit zur nächsten Dinner-Einladung oder ????

Was tue ich bitte mit den restlichen Äpfeln.
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Apfelmus, ja das wäre ganz gut.
Hier meine
„Calvados-Kardamon-Zimt-Kreation“

Rezept: 1,5 kg gemischte Leseäpfel
2 st Zimtstangen
4 Kardamon-Kapseln – angeschlagen, geöffnet –
2 Zitronen
60 ml Calvados

Die geschälten Äpfel gebe ich in einen großen Topf u. füge die Zimtstangen, die Kardamonkapseln, sowie die in Scheiben geschnittenen Zitronen hinzu. Wichtig, ohne Zucker hinzuzufügen, stelle ich den Herde auf mittlere Stufe. Wenn es leicht zicht u. duftet lösche ich den Topf mit dem Calvados ab. Die Temperatur nehme ich zurück und lasse das Apfelmus auf kleiner Flamme so lange kochen bis die Äpfel schön zerfallen.
Dann passiere ich das Mus durch die „Flotte Lotte“ oder auch durch ein Sieb.
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Auch dieses Mus könnte man in Twistgläser füllen und so auf Vorrat produzieren. Aber bei meiner Familie ist das so eine Sache.

"Lesobst"

Lesholz, dass sind die dürren Äste, die man im Wald lesen darf, um den Ofen zu heizen, das Martinsfeuer zu spapeln, den Kamin zum Stinken zu bringen…..
Lesobst, Äpfel, Birnen, Zwetschgen…. die keiner erntet, das Feld nicht mehr genutzt, brachliegende Äcker findet man oft an entlegenen Waldrändern, wo man schlecht hinkommt. Hier wachsen sie, die alten Äpfel- u.Birnensorten. Mühsam ist es, sie zu sammeln.
Viele sind schon „angedotzt“ habe kleine Schönheitsfehler. Aber das Obst ist „Bio“ und setzt Geschmackexplosionen frei. Arbeit macht es halt, das Schälen, waschen.

Diese harten Birnen aus Schwaben u. diese eigenwilligen Äpfel habe ich heute zu Marmelade verarbeitet.

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„winterliche Birnenmarmelade mit Williams-Christ gedopt“

Zutaten:

1kg Birnen – am besten harte, feste Sorte –
500 g Gelierzucker 2:1
4 St. braune Zuckerwürfel
4 St Sternanis
4 St Nelken
1 St Zitrone
60 ml Williams Christ – v. d. guten milden Sorte –

Los gehts, Birnen schälen, entkernen ….DSC01815
Viel bleibt da teilweise nicht übrig, aber saftig sind die Birnen und machen echt Arbeit.DSC01814

Wichtig ist, dass man die Marmeladengläser, alle Zutaten sorgfältig vorbereitet u. griffbereit hinstellt. Die Gläser mit kochendem Wasser ( aus dem Teekocher) ausspülen, bzw. in der Spüle überbrühen und kurz stehen lassen.
Den Gelierzucker über die Birnen geben u. die Nelken u. den Sternanis hinzugeben.
Gut verrühren und auf höchster Stufe zum Kochen brinen.
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Die harten Birnen brauchen schon gut 10 Minuten bis sie zu zerfallen beginnen. Jetzt fügen wir die ausgepresste Zitrone hinzu u. löschen mit unserem guten Williams-Christ kräftig ab. Nochmals gut aufkochen lassen.
Gelierprobe: mit dem Kochlöffel einen kleinen Klecks auf ein Tellerchen geben. Kurz schwenken, ja die Marmelade ist „fest“. Bei Birnen stellt es aber kein Problem dar.
Nun nehmen wir die harten Gewürze heraus und helfen mit dem Pürierstab etwas nach. Kurz durch pürieren u. zügig in die bereitgestellten Gläser füllen.
Hierzu benutze ich einen sogenannten Marmeladentrichter, der das Einfüllen ganz erheblich vereinfacht. Die Twistgläser verschließe ich u. lasse sie für einige Minuten kopfüber stehen.
Die Marmeladen hat einen eigenwilligen Geschmack,eine elegante Süße ist zwar beherrschend, die winterlichen Gewürze u. der gute Williams haben sich gut eingelebt und so entsteht ein Geschmack, den ich mir auch sehr gut zu Wild, Käse und auch auf der Frühstücksemmel ….. vorstellen könnte. Wunderbar!DSC01817
Die Marmeladenrest aus dem Topf sind schon verschwunden, wie kommt das ??

"Zwetschgenknödel"

Im Oktober gibt es neue Kartoffel, so kenne ich es von Geburt an.
Schließlich war meine Mutter noch auf dem Feld, als die Wehen einsetzten, beinahe wäre ich auf dem Kartoffelacker zur Welt gekommen. So versteht es sich von selbst, dass ich diese Knolle genauso liebe , wie hasse. Einerseits bestand der Speiseplan meiner Kindheit aus, Kartoffel zu Mittag , Kartoffel zu Abend… gekocht, gebraten, gepellt……

Bis heute hasse ich Salzkartoffeln, hasse Kartoffelschälen und bin andererseits immer gespannt, wie die „Neuen“ sind, eignen sie sich dieses Jahr für Knödel, geben sie genug Stärke ab ??

Diese Zwetschgenknödel, wie war das denn noch ??
Meine Oma dämpfte immer einen großen Kessel für die kleinen rosa Freunde.
Diese heißen Kartoffeln mußten schnellstens geschält werden und dann ganz schnell zu einem Teig verarbeitet werden.

Ist mir mehrfach misslungen, nach einigen Versuchen kann ich das „alte“ Rezept wieder
aufleben lassen.

Für 4-6 Personen

Zutaten:

700 g gekochte Kartoffel
120 g Mehl
60 g Grieß
60 g Quark – Magerstufe – mgl. trocken , durch ein Tuch gedrückt

12-15 entkernte Hauszwetschgen
12-15 braune Zuckerwürfel
50 g Semmelbrösel
50 g gemahlene Haselnüsse
20 g gute Butter
1 Prise Zimt
1 Vanileschote
1 Abrieb einer Zitrone
2 L leicht gesalzenes Wasser
2 Eßlöffel Kartoffelmehl f. die Hände

Stress ist angesagt, denn die Kartoffeln müssen warm verarbeitet werden…

Top 1 : Kartoffel pellen
und durch eine Kartoffelpresse drücken, oder mit der „flotten Lotte“ durchdrehen

Top 2 : Alle Zutaten zu einem Teig verarbeiten und zu einer Rolle formen

Top 3 : Scheiben „abtrennen“ und in die Mitte eine Zwetschge u. 1 Stck Würfelzucker geben
hieraus Knödel formen. (Kartoffelmehl f. die Hände nicht vergessen)

Top 4 : Salzwasser einmal aufkochen lassen u. kurz unter dem Siedepunkt halten

Top 5: Butter in eine beschichtete Pfanne geben u. Semmelbrösel u. gemahlene Haselnüsse
leicht anbräunen

Nun die Knödel vorsichtig ins Salzwasser geben kurz aufkochen lassen und dann 15-18 Min. garziehen lassen

Top 6: Die aufsteigenden Knödel herausnehmen und in den Butter-Haselnussbröseln wälzen

und servieren.
Kommentar meiner Esser: war sehr gut nur etwas wenig….

Also Vorsicht Suchtgefahr!!!DSC01783
Dieses Rezept ist in der Tat etwas zeitintensiv, aber auch als süße Hauptmahlzeit eine echte Alternative.

Zwetschgen, Zwetschgen,Zwetschgen

Eigentlich mag ich ja diese Hauszwetschgen gar nicht. Immer öfter stelle ich bei mir fest, dass ich befürchte, dass alte, familiengepflegte Rezepturen verloren gehen.
Wie ich schon ausführlich beschrieben habe, wurde der Zwetschgenkuchen in meine Kindheit im Backhaus gebacken…..
Schluß mit dieser , ach was war der guut, der Boden knusprig, die Zwetschgen saftig…. Ich träume von „Riesenzwetschgenmannen“ – große weidengeflochtene Körbe, Fassungsinhalt ca. 50 kg
Werde ich jetzt alt??

Der erste Zwetschgenkuchen der Saison wurde heiß diskutiert, der Boden war für meine Begriffe zu hoch, meine Männer bevorzugten den fluffigen Teig u. waren ganz begeisert.
Wieder der Anruf bei meiner 85 jährigen Mutter, ach das habe ich schon ewig nicht mehr gemacht. Das Rezept, nee ich habe halt immer so nach Gefühl den Teig gemacht.

Hier mein Rezept für Zwetschgenkuchen, einwenig Nostalgie, einwenig, es muß auch schneller gehen , natürlich mit einer kleinen persönlichen Interpretation – allerdings entstanden , durch ein „Versehen“ –

Zutaten:

500 gramm Mehl tpe 550
2 Päckchen Trockenhefe
50 gramm weiche , gute Butter
100 gramm Zucker
200 ml Milch
1 Eigelb
2 Eßlöffel Zimt gemahlen (hier rutschte mir der Zimtstreuer aus und es war ein toller Erfolg, an Geschmack, so dass wir die Zutaten um 2 Eßlöffel Zimt erweiterten.
Abrieb einer Zitronenschale
1,8 kg Zwetschgen, wenn sie klein sind passen auch 2 Kilo aufs Blech, immer schön stapeln, dicht, an dicht.
Semmelbrösel für das Blech und einwenig gute Butter zum „einschmieren“

Wie so oft sollte es schnell gehen, der Herbstsommer setzte mich mächtig unter Druck, denn die Badesaison wollte nicht enden, die Wiesngäste stapelten sich und….
Also so geht der saftigste, beste Zwetschgenkuchen den meine „Esser“ sich vorstellen können
Die Zutaten abwiegen und in Sichtweite platzieren.
– Top 1 : Mehl in die Schüssel der Küchenmaschine und mit zwei Päckchen Trockenhefe vermischen.
– Top 2 : Milch leicht erwärmen
– Top 3 : alle anderen Zutaten in die Rührschüssel geben, lauwarme Milch hinzugeben
– Top 4 : Maschine mit Knethaken versehen und solange rühren, beginnend auf mittlerer Stufe,
bis sich ein Klumpen bildet.
Sollte der Teig einwenig nass sein, geben wir einfach 1- 2 Eßlöffel Mehl
bzw. doppelgriffigs Mehl (Mehl mit einwenig Gries versetzt) hinzu.
Diesen Teigklumpen stellen wir an einen warmen Ort, dieses Jahr einfach ans Fenster gestellt.

W i c h t i g: Wir bedecken die Teigschüssel mit einem leichtfeuchten Geschirrtuch
und strafen den Teig mind. 1/2 Stunde mit Verachtung.

– Top 5: Zwetschgen entkernen, bzw. an Ehemann, Sohn ect delegieren

– Top 6: der Teig sollte sich sichtbar vergrößert haben! Dann schlagen wir ihn nochmal
zusammen, d. h. mit den Händen kräftig durchwalken u. lautstark auf die
Arbeitsplatte knallen lassen.
Vorteil: alle fragen, was ist denn los?
Das Blech wird mit guter Butter eingeschmiert, die Semmelbrösel lassen wir über d.
Blech laufen.

– Top 7: auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig ausrollen u. aufs Blech geben
Erfordert etwas Geschick. Wer da nicht so geübt ist, nimmt einen kleinen
Teigroler, Flasche und verteilt auf dem Blech den Teig.

Hier streiten sich die Geister, die einen plädieren für nochmal „gehenlassen“ , nachdem die Zwetschgen dicht, an dicht belegt wurden.
Dann erhalten wir den fluffigen Boden. Meine Meinung , in den Backofen bei 180-200 grad
Ober/Unterhitze backen. Boden wird knusprig, Zwetschgen bilden kleine Saftpfützen, gerade noch einwenig lauwarm mit Sahne unwiderstehlich!DSC01781
Die Backzeit variiert, außen sollte er leicht braun sein. Normalerweise ist er in ca. 20-25 fertig.