„Winterhunger….“

Die wohlige, aufsteigende Wärme in der Magengegend , abgerundet von einem weichen, nach tiefroten Beeren, mit leichter Zimt, Vanillenote im Abgang, schmeckenden Rotwein…

Das reife, kräftige dunkle Fleisch in der köstlichen Soße , verbindet sich mit dem Knödel, der genau die richtige Konsistenz hat – nicht zu fest, nicht zu weich – aromatisch gewürzt…

Das Wintergemüse, glänzt und bedient sich den Gewürzen des Orients oder ist frisch und schnell mit entsprechender leichter Schärfe – angereichert mit Ingwer und Pilzen die Königin im Wok

Der Bratapfelduft weht durch den Raum …. Krapfen, wamer Strudel mit der köstlichen Vanillesoße, angereichert mit Gewürzen.

Sündiger Schokoladennachtisch – lauwarm –

Deftiges Kraut, mit Kassler und dazu ein Püree aus den mehligen Kartoffeln, Blut- u. Leberwürste , Schupfnudeln – Schmand …

Wildgerichte , wie ich sie liebe , Rotweinbirnen , selbstgeschabte Spätzle mit guten Eiern…

Die Winter meiner Kindheit waren lange, rauh , dunkel , die Fenster zugefroren. Auf dem Speicher des alten Fachwerkhauses stand ein riesiger, runder Zuber . Eine Art Holzbottisch, mit einem Durchmesser von ca. 1 m, gehalten von einem Eisenreifen – ähnlich wie bei Fässern- die Fleischbütt halt umgangsprachlich genannt.

Hierin lagen Schweinefüße, Haxen, Ripperl, Kassler. Eingesalzen mit Gewürzen und von einer leichten Eisschicht bedeckt, mit Eichenholz beschwert.

Es war uns strengstens verboten dort hoch zu gehen. Ich tat es aber immer wieder, sei es um mich zu verstecken oder zu schauen, was sich hier alles verbarg. Koffer voller Inflationsgeld, alte Gefäße, Briefe aus dem Krieg, Fotos, Wehrmachtspost.

Das Salzfleisch – war mir nicht geheuer – ich erschrak förmlich , wenn ich die dicken Schweinefüße die Haxen … schwimmen sah.

Doch geschmeckt haben sie mir trotzdem mit dem Kraut und den Kartoffeln, rot – rosa war das Fleich, fest und würzig , saftig. Auch das Fett war fest und schmeckte eigentlich gut, wenn da nur nicht die Borsten teilweise noch dran gewesen wären…

Vergeblich warte ich dieses Jahr auf den Winter, meine deftigen Wintergerichte konnte ich bislang gar nicht so richtig kochen.

Die Minusgrade der vergangenen Woche lösten bei mir Träume aus.

„lockere böhmische Knödel, Rahmbraten, Gulasch , sämige Suppen…. “

Ob ich es dieses Jahr noch kochen kann??

Es muss immer die richtige Zeit, Temperatur, ja der richtige Wind wehen, um so manche Gericht so zu kochen, wie man sie erträumt.

Die Ganzjahresküche ist langweilig, bietet keine vollwertige Ernährung.

Ich hoffe inständig, dass der Winter nochmal kommt!