"Was ich noch sagen wollte "

Sommer, Sonne, Straßencafe, Mode, nette Kleidchen… Diesen Sommer weitgefehlt. Die längst begrabene Leggingsmode ist wieder ausgebrochen. Ob schlank, ob dick, ob dünn, ob jung ob alt, jede Frau scheint so ein Ding im Schrank zu haben.

Schrecklich!!!! Die absolute Steigerung traf ich im Bus zur Arbeit. Sehr gepflegte Erscheinung, ca. Mitte – Ende 60. Streichholzkurze sorgfältig getönte blonde Haare, perfekt geschminkt, gute Figur. Aber was sind das für Spielzeugohringe, die da baumeln, ein Minirock, graues Designer-Glitzer-Oberteil und dann – weiße Spitzenleggings – und flache Stoffschuhe.
Die Spitzenleggings das ist es , was die Frau von heute im Sommer braucht.

Die Woche 30 grad, heiß, endlich kann man mal die Sommerkleidchen ausführen – weitgefehlt – Die Leggings mit Kittel, Minirock kleidet die Frau, die Jugend von heute.

Vielleicht werden sie auch bevorzugt getragen, um durch übermäßges Schwitzen Fett abzubauen ??
Wie sage meine Oma immer: „Hoffart erfordert Leiden !!“

"Naschmarkt am Samstagmorgen"

Der Naschmarkt hat eine lange Geschichte und man spürt den Einfluss des nahen Balkans. Internationale Spezialitäten, sowie gut sotierte Asialäden, Fisch, Gemüse und ganz interessante Käsestände konnte ich finden. Einen Zopfkäse zum Grillen, herrliche Auswahl. Früher soll es ja mal ein Milchmarkt gewesen sein, wie man uns erzählte DSC01391
DSC01416
Die schmale Gassen sind bevölkert, schon früh am Morgen, hier frühstückt man, kauft Obst und Gemüse ein und der Markt ist auch abends offen, mit seiner vielfältigen Gastronomie. Nüsse, Gewürze, Bulgur, Bohnen Am liebsten hätte ich alles mitgeschleppt…DSC01397DSC01392DSC01395
Einmachgewürze habe ich bei uns noch nicht gesehen, dann habe ich mir Tomatengranulat mitgenommen. Toll, beim Fleischanbraten, kann man wie Tomatenmark verwenden, sehr intensiver Tomatengeschmack.DSC01398
Obst – aus dem Inland – stand immer dranDSC01402. Herrliches Gemüse, tolle Mehlspeisen…Blumen.
Plötzlich geht der Markt über in einen riesigen Flohmarkt, alles was man sich an Tand, Kleidung, Brauchbarem , Nichtbrauchbarem vorstellen kann, soll hier an den Mann/Frau gebracht werden. Wir waren überfordert und flüchteten zurück ins Reich des Esssen und Trinkens. DSC01409DSC01410DSC01411
Wir waren stundenlang zwischen Gewürzständen, Gemüse, Tand…. unterwegs.
Mit dem Viktualienmarkt nicht zu vergleichen, irgendwie lebendiger, den Hauch des Balkans im Nacken….
Die Tage in Wien vergingen viel zu schnell. Einen kleinen Einblick ins Cafe Central will ich meinen Lesern noch gönnen. Mein Mann erwartete uns hier und nach einem herrlichen Abend….
fuhrten wir Sonntags zurück nach München.
Die Wiener-Cafe-Haus-Kultur einfach super!DSC01433DSC01438DSC01440
Wien , wir kommen wieder ganz bestimmt!
Unsere Kindheitsabschieds-Tour war zu Ende. Schade!
Ein kleines Mädchen hatte ich verloren – für immer – , einen tollen, listigen Spurensucher hatte ich gefunden und das schönste war, ich hatte eine neue Freundin bekommen.
Nächstes Jahr planen wir eine Fahrradtour in Frankreich, die Loire wollen wir bis zum Atlantik verfolgen. Schlösser besichtigen, Wein genießen. Ich freu mich schon riesig !!!

"Wien, Wien, nur Du allein ……

Wien ist eine reizende Stadt, den Flair der K u. K Monarchie, überall gegenwärtig. Wer will schon – besonders als Frau – in dieser Zeit gelebt haben??

Das Angebot dieser Stadt an Kultur, guten Geschäften, flippige kleine Läden, abseits der großen Einkaufsstraßen, mal progressiv, mal kitschig, mal bodenständig.
Viele Damen habe ich gesehen mit schicken Schneiderkostümen, passende Schuhe , Tasche.
Wie sagte meine Oma schon immer: „Es gibt keine schlechte Figur, nur schlechte Schneider“

Die Damen trugen leichte Stoffe, teils in kräftigen Farben unabhängig vom Alter.

Wir waren total im Wienstress, Naschmarkt, Theater, Kunst, Shopping
Wir wollten vor dem großen Touristenstrom das Schloß Schönbrunn besichtigen. Buchten eine Führung nebst Gartenanlagen und waren die nächsten 5 Stunden vollbeschäftigt.
DSC01256DSC01295DSC01273
Die Orangerie hatte es mir besonders angetan. Man verstand es sehr gut, schon zur damaligen Zeit, sich das beste von der Welt zu beschaffen, ob es Hölzer, Kunstwerke, Pflanzen..
DSC01281DSC01290
Den Rest des Freitags liefen wir stundenlang einfach durch die Stadt, ließen uns Treiben und genossen, das schöne Wetter. Eine kleine Pause, ein kleiner Brauner…
Überall gab es kleine Straßentheater, Musikgruppen. Man traf sich zum „Verlängerten“ in der der Stadt, einwenig Tratsch, Zeitunglesen. …
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass diese Cafehaus-Kultur dadurch entstand, dass im 18. Jahrhundert die Wohnungen in Wien so winzig gewesen sein sollen, dass den Familien nichts anderes übrig blieb, ins Cafehaus auszuweichen, wenn man der Enge der eigenen Behausung entfliehen mochte. Leider konnten wir nicht alle berühmten Cafehäuser besuchen, ehrlich gesagt das Wetter war viel zu schön.DSC01347DSC01346
Nach einem ausführlichen Einkauf, ließen wir uns in der Nähe der Oper nieder. Die „Wiener“ trafen sich zu einem kleinen Imbiß, Wein, Champagner.. Die Damen in Abendrobe, die Herren schneidig herausgeputzt, unabhängig vom Alter. Die schwarzen Schuhe glänzten, es schaute kein „Bein“ hervor. Die Zeit verging im Pflug, dabei wollten wir noch….

DSC01358DSC01369
Am Samstag wollten wir auf den Naschmarkt, ganz früh.
Ba, ba, Fortsetzung folgt !!

"Wien wir kommen… " Fortsetzung

Am nächsten Morgen waren wir ausgeruht und genossen das tolle Frühstück mit heimischen Produkten.
Ja,die Marillenmarmelade war wirklich selbst gemacht und sehr, sehr gut.
Für die Marmelade nimmt man hier das überreife Fallobst, dann braucht man weniger Zucker, so erklärt uns die nette Inhaberin der Pension. Die Marmelade sollte nicht zu fest sein, sondern dickflüssig sein….

Schnell hatten wir unsere „Esel“ gesattelt und überquerten erneut die Donau.
Damals waren wir auf der anderen Donauseite bis Mautern geradelt und hatten beide keine guten Erinnerungen an die grüne Eisenbrücke, die wir auf keinen Fall wieder überqueren wollten.
Larissa war fast davon geweht worden, wir mußten sie in die „Mitte“ nehmen und mir war es auch nicht ganz wohl, denn die Brücke ist sehr hoch und es herrscht reger Verkehr.

Welch ein herrlicher Tag, frische Luft und meine Tochter war wie aufgezogen, wir fahren heute bis Wien. Träum mal schön, dachte ich, das sind gute 90 km – einfach- ohne kleine Umwege, Stops. DSC01245

Diesen Radltag werde ich nie vergessen. Mein Spurensucher überholte alles, trat wie wild in die Pedalen. Gegen 15.OO Uhr waren wir in Tulln. Die Temperaturen waren auf 30 grad geklettert. Die Getränkevorräte längst verbraucht. Der Mund war trocken, gesprochen wurde kaum noch was. Völlig erschöpft ließen wir uns auf dem großen Marktplatz nieder.
Bestellten eiskalte Getränke. Von hier aus hätten wir ja schon mit der S-Bahn bis Wien fahren können. Nach einer kleinen Shoppingrunde (luftige, ärmellose, Shirts ect) waren wir wieder gut erholt und Larissa rief: „Wien wir kommen!“ Dabei wollte sie doch das Egon-Schiele-Museum anschauen.
Schnell waren wir wieder auf dem herrlichen Donaudamm, breit, sonnig und Radfahrer waren kaum zu sehen.
Zeit zum Fotografieren blieb auch nicht mehr. Ein einziges Foto könnte sie mir kurz vor Wien mit dem Handy.25.6.11 062
Herrliche Badeplätze an der Donau, schöne Architektenhäuser mit Pool, trotzdem gemütlich beschaulich. Gegen 17.30 Uhr erreichten wir Klosterneuburg (ca.15 km vor Wien).
Die Zimmersuche gestaltete sich äußerst schwierig, unzählige Telefonate führten wir.
Schnell verging die Zeit. Ein bezahlbares Hotel in Wien war nicht zu bekommen.
Wir konzentrierten uns nun auf den Klosterneuburg. Auch hier gestaltete es sich mehr als schwierig ein Hotel zu bekommen. Mit viel Glück kamen wir im Hotel Anker unter, zentral gelegen, ruhiges Zimmer. Die Räder stellten wir in einer Garage ab.

Von Müdigkeit keine Spur, schnell waren wir stadtfein und hatten einen Riesenhunger.
Im Stadtbeisl ließen wir uns nieder und bestellten, Schorle, Wein, Grillplatte, Wienerschnitzel.DSC01247DSC01248
Das Fleisch war super gegrillt, toll mariniert und das gegrillte Würstchen erinnerte mich an mein Kindheit. Seit Jahren hatte ich keinen „Grillteller“ mehr gegessen. Der Koch begrüßte seine Gäste persönlich und brachte ein Schnapserl aufs Haus.
Wir waren aufgedreht und besprachen, was wir am nächsten Tag in Wien alles anschauen wollten,
Schönbrunn auf jeden Fall ganz ausgiebig, den Naschmarkt, Theater, die Oper….
So bemerkten wir gar nicht, dass wir wohl beobachtet worden.
„Entschuldigen Sie, darf ich Sie mal etwas fragen?“ , san Sie Restaurantkritikerin ?“, Sie fotografieren das Essen…
Die Dame beherrschte diesen herrlichen Wienertonfall und meine Tochter konnte sich vor Lachen nicht mehr halten und antwortete lachend, nein Bloggerin aus Leidenschaft.
Fortsetzung folgt !

Donau-Radweg – Fortsetzung –

Irgendwie war es sehr erholsam, ja beruhigend an dem großen Fluß zu radeln. Die riesigen Donaukähne begleiteten uns, stetig, immer im gleichen Tempo radelnd, mal sangen wir, mal schwiegen wir und das vertraute Geräusch der rollenden Räder trieb uns voran.
Uns begegneten Vögel, die wir noch nie gesehen hatten.

Damals, ja da waren die Kinder 8 und 10 schmunzelnd erinnerte ich mich an unsere „Spielchen“ , wie wir die Kinder motivierten, das Städte-ABC, das Tier-ABC, wir sangen lauthals, „Mich brennts in meinen Reiseschuhen… fort mit der Zeit zu schreiten…. „, oder stimmten einen Kanon an den wir in verschiedenen Sprachen mit den Kindern einübten. Jeder kennt ihn, den Bruder Jakob, schläfst Du noch. ….

Ja, wie war es oft schwierig, wenn der „Große“ plötzlich vom Rad sprang und einen Baumstamm entdeckt hatte, den der Biber angenagt hatte, eine große Schlange…,
Damals hatten wir für die Strecke 8 Tage gebraucht.
Diesmal wollten wir es in 4 Tagen schaffen und ausgiebig Wien anschauen.
Wieder überquerten wir in Grein die Donau mit einer Radfähre. An diesem Morgen herrschte großer Andrang, wir mußten warten, bis wir übersetzen konnten. Dann waren wir sehr schnell in Ybs, genossen die tolle Aussicht und kamen sehr gut voran.DSC01177DSC01180DSC01184DSC01185
Ein kurzer „Boxenstop“ , auffüllen der Trinkreserven und weiter gings in Richtigung Melk.
Verdammt heiß wurde es nun, zumal wir die schützende Uferbewaldung verlassen hatten.
Mein „Spurensucher“ trieb mich an, wir können es schaffen, heute bis in die Wachau zu kommen.
Ehrlich gesagt ich dachte an den guten Wein, die netten Heurigenlokale und ließ mich anstecken.

Inzwischen hatten wir herausgefunden, dass wir eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 15-17 km auf dem Tacho fahren mußten um am Tag ca. 100 km zu bewältigen.
Das bedeutet, der Tacho zeigt den Durchschnitt an, berücksichtigt Pausen, Stops und man muß tatsächlich eine Geschwindigkeit zwischen 18 und 22 fahren.
Bei dem wenigen Gefälle gelingt das aber selbst nicht so geübten Radlern, wenn man seine Kraftreserven gut verteilt.
Wir wollten Melk umfahren, denn damals hatten wir hier zwei Tage verbracht und uns ganz ausgiebig das Kloster Melk, die „Geheimtür“ aus „Im Namen der Rose“ angeschaut. Die duftenden Klostergärten waren meiner Tochter in Erinnerung, Dürnstein, die Stadt Krems besucht….“ Meine Tochter wollte ihre eigene Passau-Wien-Tour fahren und so verließen wir die Fahrtstrecke unseres Radführers Bikeline. Wir überquerten beim Kraftwerk Melk , über die Freizeitanlage Luberegg die Donau.

DSC01195DSC01196
Die Wachau begrüßte uns mit ihrer leicht hügligen Landschaft, den Marillenobstplantagen. Überall sahen wir die Menschen in den Weingärten arbeiten. Eine schwüle Hitze empfanden wir, die kleinen Anstiege wurden schon mühsamer. Willendorf , mit seiner berühmten Venus. DSC01201
Meine Tochter sprang vom Rad und begann zu fotografieren. Ganz verstand ich es nicht, zumal es wieder mal ganz schön bergauf ging, das Gepäck wog schwer und alles klebte am Körper.
„Weißt Du Mama, das Bild schicken wir Marion, denn den grünen Veltliner trinkt ihr doch gerne.. “ In der Tat mag ich nicht so gerne Bier und in allen Biergärten in München findet man den gleichen Veltliner. DSC01204

Die Zeit verging rasend schnell, gegen 17.OO Uhr fuhren wir durch Spitz, St. Michael. Die Terassenweinberge schmiegten sich sanft in die Landschaft. Die kleinen Anstiege meisterten wir locker, denn es folgte immer auch eine kleine, kraftspendende Abfahrt durch die kleinen Weiler u. Örtchen.
Bei dem Leser und Betrachter möchte ich mich für meine „Röllchen“ entschuldigen, wenngleich sie zu mir gehören und ich ehrlich gesagt, es sicher in diesem Leben nicht mehr schaffe sie zu beseitigen. Es sei denn, ich bekomme Antrieb für einen Diät-Sport-Fit-Blog ….. DSC01214
Gegen 18.OO Uhr erreichten wir Weißenkirchen, berühmt ist der besonders schöne Arkadenhof im Stil der Renaissance. Vor dem Wachaumuseum ließen wir uns nieder und mein erschöpfter Spurensucher begang mit der Zimmersuche. Es war recht schwierig um diese Zeit noch ein Zimmer zu bekommen. Ursprünglich hatten wir gedacht, wir könnten über unsere Internet buchen, aber oft hatten wir keine Internetverbindung und so waren wir auf die örtlichen Tourismuszentralen angewiesen. Nach 5 Anrufen hatten wir Glück und bekamen das letzte Zimmer, direkt am Radweg. Ein schön restauriertes Haus aus dem Mittelalter mit einem herrlichen Innenhof, von wo man direkt auf die Pfarrkirche schauen konnte.
Die Kirche stammt aus dem 14oo. Jahrhundert und gleicht einer mächtigen Festung und prägt besonders nachts das Stadtbild beeindruckend.
In einem kleinen Restaurant fanden wir Platz bestellten uns zum Aperetif einen trockenen Winzersekt mit Hollerblüte, zur Vorspeise einen Rheinriesling, der ja ursprünglich aus der Wachau stammt, wie wir lernen konnten.
Variationen vom „letzten Spargel“, Spinattopfenknödel , Rehragout und zum Abschluß die geliebten Marillenknödel. Ein üppiges Mahl!
Vorspeise:
DSC01220

Hauptgang:
Spinatknödel….DSC01221

Variante: Reh mit Nockerl, ähnlich wie „meine Mehlsklies“ lt. Tochter
DSC01222

Nachspeise:
große Marillenknödel, allerdings waren diese Knödel mit franz. Marillen gefüllt, den die heimischen – hier immer genannt aus dem Inland- hatten noch nicht die erforderl Reife.
DSC01223
Den Abend wollten wir in einem Heurigenlokal beenden, welches uns empfohlen worden war.
Wir schlenderten durch die verwinkelten Gassen und ließen uns in dem verträumten Innenhof nieder. Ein leichtes Raunen, klingen von schönen Gläsern empfing uns. Die Menschen scherzten und prosteten sich weinselig zu.
1/8 von dem Veltliner, 1/8 vom Riesling, 1/8 oder doch 1/16 von.. T (= Terassenlage). Mein Spurensucher protestierte, ich will morgen in Wien sein. Gerne hätte ich noch den kühlen Rose´ probiert.
Auch mit einem Marillenlikör ließ sie sich nicht dazu überreden, den Abend zu verlängern.
Hier wäre ich gerne einen Tag länger geblieben, mit dem VW-Bus…..
DSC01230
In unserer süßen Pension war es still, alles schlief und mit dem letzten Foto des Tages verabschiede ich mich für heute. Fortsetzung folgt!DSC01231DSC01235
Wien wir kommen!!!

Donau-Radweg m. Wein, Mehlspeisen und Wiener-Schmäh

„Wien, Wien nur du allein….., wer kennt dieses Lied nicht. Am Pfingsmontag waren wir gestartet -ohne Hotelbuchung – mit „leichtem“ Gepäck und dem Gefühl von Freiheit auf dem Rücken unserer Fahrräder.

Damals war der Radweg…. nicht geteert, die Streckenführung eng an den Lauf der Donau orientiert, ja damals grüßten sich die Radfahrer, wenn sie sich begegneten.
Heute fast 10 Jahre später – alle Wege in sehr gutem Zustand, überwiegend geteerte Radwege oder landwirtschaftl. Wirtschaftswege, bzw. Nebenstraßen mit ganz wenig Verkehr.
Der Radtourismus boomt, geführte Radwanderungen, Gepäcktransport, Weinroute, Leihsatteltaschen,
Rücktransport…
Aber das ist nichts für mich. Wir fahren unsere eigene „Kindheitsverabschiedungstour“.
Am frühen Morgen bestiegen wir mit unseren Drahteseln den Zug nach Passau und waren gegen 10.OO Uhr auf dem Radweg „Passau-Wien“.

Schnell ließen wir Passau hinter uns.DSC01116DSC01117
Meine Tochter war einwenig schweigsam und trat gelangweilt in die Pedale, ein entsprechendes Cafe zum Frühstücken fanden wir auch nicht. Der Himmel war grau in grau, aber es war warm und regnete nicht. Gegen 10.30 Uhr kam die Sonne heraus. Sofort wurde es schwülwarm. Der Abstand zu meiner Tochter vergrößerte sich immer mehr.
„Wenn ich sie heute „sauer“ radele hab ich auf der Tour keinen Spaß mehr“, schoß es mir durch den Kopf. Beim nächsten Gasthof hielten wir und beschlossen uns erst einmal zu stärken.
Aber die Küche sei noch geschlossen ( 10.30 Uhr) wir könnten eine Brotzeit erst in einer halben Stunde bestellen….. Na, dann nicht!! Schnell tranken wir aus, stopften Jacken und lange Hosen in die Satteltaschen und schon gings dahin, wir passierten die Grenze nahmen die erste Radfähre. DSC01120
Super klappte das!!! Ab da hatte ich keine Tochter mehr dabei, sondern einen Spurenleser der Superklasse. Das neue Radtourenbuch, überarbeitet 2010 wurde auf Herz und Nieren geprüft.
Die Streckenführung nicht immer ideal. Aber wenn man einen „Spurensucher“ dabei hat, wird alles ganz einfach. Auf welcher Donauseite fahren wir?? , wo überqueren wir, was umfahren wir, wo ist es am einfachsten, wie kommen wir am schnellsten …
Es empfiehlt sich eine Karte zu erwerben mit einem Maßstab von mind. 1:50.000. Das hatten wir versäumt und sollten wir noch bereuen.DSC01122
Wir kamen schnell und gut voran und beschlossen nach ca. 6O km gegen 16:OO die Donau zu genießen. Mein Spurensucher organisierte perfekt die Übernachtungsmöglichkeit. Ein herrliches Zimmer, mit riesiger Loggia lud uns zum Verweilen ein.
Die Donaufischer hatten auch schon ihre Zelte überall aufgeschlagen und ihre Angelruten ins Wasser befördert. Die meist jungen Burschen ruhten im Zelt oder am Donaustrand.
Ein akustisches Signal ertönte, wenn ein Fisch angebissen hatte.

Eine gute Jause und ein ehrlicher Veltliner …..
DSC01129
Wir genossen die frische Luft, schliefen tief und setzen unsere Radtour am nächsten Tag um 8.30 fort. Die berühmte Schlögener Schlinge meisterten wir mit der Längsfähre. Denn hier endet der Radweg und kann nur über das Wasser fortgesetzt werden.
Wir fuhren weiter am Südufer und erkannten die Strecke von damals wieder.
Schnell waren wir in Aschach, unsere Drahtesel gaben ihr bestes.
Wir versorgten uns mit Proviant, d.h. kleine geräucherte Würstchen, Käse, Apfelschorle.
Wenn wir gut voran kamen wollten wir es bis Grein schaffen. DSC01148
Wir änderten aber unsere Route gegenüber vor 9 Jahren und blieben auf der Südseite, setzten mit der Radfähre nach Ottensheim überDSC01151
Linz konnten wir nach einem kurzen Gewitter schnell hinter uns lassen.DSC01154 Für genau 30 Min. hatten wir unsere Regenjacken ausgepackt.
Schon brannte die Sonne wieder erbarmungslos.
Plötzlich war der Donauradweg wegen Bauarbeiten beendet und wir sollten einer Umleitung über zahllose Dörfer folgen. Da streikte mein Spurensucher: “ Nein Mama das tun wir nicht!“ Wir fuhren durch kleine Weiler, überall riesige landwirtschaftliche Flächen, mit Frühgerste, Kartoffeln, sogar richtige Holunderplantagen.
Über achtzig Kilometer waren wir schon geradelt, ob wir die kleine Stadt Grein, mit ihrem entzückenden Theatermuseum erreichen würden, stand in den Sternen. Seltsame Orte wie Albern passierten wir .DSC01152DSC01157DSC01158.

Gegen 17.30 kamen wir in Grein an.Mein Tacho zeigte 119,5 km an. Starke Leistung!!
Wir hatten uns schon gewundert, dass wir verhältnismäßig allein auf weiter Flur unterwegs waren. Wo sind sie alle die Radtouristen, kurzzeitig tauchen sie auf, in kleinen Gruppen, wir haben Spanier getroffen, ein französiches Paar.
Viele legen offensichtl. Teilstrecken mit der Bahn oder dem Schiff zurück.
„Ja, hier war ich schon einmal, damals haben wir in der netten Pension Martha gewohnt, mit dem schönen Zimmer und dem guten Frühstück!“.
Während ich im kleinen Theater versuchte Karten zu bekommen – leider vergeblich- ging mein Spurensucher auf Zimmersuche. Die Pension Martha war belegt, hatte aber eine Empfehlung ausgesprochen und meine Tochter hatte das Zimmer – ohne mich zu fragen – gebucht.
Das Privatzimmer befand sich ca. 1,5 km steil bergauf am Ende des Ortes.
Nie hätte ich hier gebucht, meckerte ich, wir können doch in das nette Hotel gehen, gleich am Marktplatz, da wollten wir doch aus Essen.
Der Hausherr empfing uns freundlich, das Zimmer war riesengroß, eingerichtet im Stil der 70ziger, aber sehr sauber und ein neues Bad… , na, ja.
Wir schönten uns einwenig und gingen wieder 1,5 km – es können auch 2 km gewesen sein, in den Ort zurück. Auf einer herrlichen TerasseDSC01164 genossen wir besten Wein, hervorragendes Essen
Spinatpalatschinken gefüllt mit Lachs und Frischkäse.DSC01168
Dazu einen frischen WelschrieslingDSC01167
Als Hauptgang wählten wir beide Lammrücken mit frischen, selbstgemachten Kartoffeltalern an einem Ratatouille, welches aus ganz klein geschnittenen Gemüsewürfel bestand und dezent mit frischen, mediteranen Kräutern gewürzt war. Spitzenklasse! Dazu bestellte ich mir 1/8 Rotwein (blaufränkischen)DSC01169
Die Nachspeise war sooo guuut, dass es mir nicht mehr gelang sie zu fotografieren.
Herrliche, auf der Zunge zergehende Marillenknödel, hauchdünne gefüllte Palatschinken, zarter Eisschmelz
DSC01170
Satt, zufrieden, bester Laune verließen wir den dunklen Stadtkern.
DSC01172
Eine laue Nacht, wir freuen uns schon auf Morgen!!! Die Wachau ruft!!
Fortsetzung folgt.

"Kindheits-Abschieds-Tour"

Irgendwie ist es traurig, aber auch schön und eine Bestätigung.
Im Alter von acht Jahren fuhr meine Tochter mit mir von Passau nach Wien. Mit ihrem kleinen Kinderrad, strampelte sie unermüdlich. Voller Stolz fuhr sie am Frohnleichnamtag auf den Stefansdom zu, wo gerade die Prozession uns entgegenkam.
Die Menschen sangen „Großer Gott wir loben Dich“.
Laut rief meine Tochter: “ Das Lied kenne ich, das ist das Lieblingslied meiner Großtante,Cäcilia (Küsterin einer kleinen Kapelle und sehr bigott). Aus vollem Hals sangen meine Kinder, so wie die Großtante es ihnen beigebracht hatte.
Bei 28 grad, Sonne satt verbrachten wir einen ganzen Tag im naturhistorischen Museum.
Die Geschichte der Erde, die Tiere…..

„Mama, weißt Du, nächstes Jahr werde ich 18 Jahre, dann kommt es nicht sehr gut, wenn ich mit Dir (Euch) in den Ferien unterwegs bin“, ach ja, dachte ich was kommt denn jetzt.
„Mama wir machen eine „Kindheitsverabschiedungsreise“ , wir radeln nochmal von Passau nach Wien.

Das tun wir, mit dem Bayerticket geht es von München Hbf nach Passau Hbf und radeln, radeln
Ich werde berichten, die Satteltaschen sind prall bepackt. Es ist gar nicht so einfach
für mehrere Tage so minimalistisch zu packen.

Was Österreich wohl kulinarisch zu bieten hat? Wir werden sehen. Hoffentlich muß ich nicht die Regenhose so oft auspacken. Dieses edele Kleidungsstück habe ich heute 4 Stunden vergeblich gesucht und muß mich jetzt arrangieren.

Servus, pfüa Gott !! !!

Spinatsalat an Speckpflaumen und gegrilltem Halloumi

Babyspinat, er ist mein Lieblingsgemüse, ob als Spinat oder leichtes Pfannengemüse.
An einer dunklen Vinaigrette eine besondere leckere Vorspeise, zur Fisch- oder Fleischhauptspeise. Meine zweite Ehec-Salat-Variante ein kleiner Sommertraum

Zutaten:

150 gramm Babyspinat – frisch-
200 gramm Halloumi
6-8 Erdbeeren
12 Backpflaumen
12 hauchdünne luftgetrocknete Speckscheiben

Dressing:
2 Eßlöffel Kernöl (Kürbiskernöl aus der Steiermark)
2 Eßlöffel kaltgepresstes Olivenöl
2 Eßlöffel Walnußöl
2 Eßlöffel Balsamico
2 Eßlöffel Himbeeressig
3 Teelöffel Zwetschgenchutney
12 Zahnstocher
Zubereitungsschritte:

1. Den Spinat locker waschen, d. h. nicht drücken und vorsichtig in der Salatschleuder „trocknen“
2. Die Backpflaumen mit dem Speck umwickeln und mit einem Zahnstocher fixieren.DSC01107
3. Erdbeeren zupfen und waschen
4. Den Halloumi in Scheiben schneiden.DSC01108
5. Zwei Pfannen geben und in einer die Backpflaumen rösten, in der anderen – am besten Grillpfanne – den Halloumi grillen.
6. Aus den Ölen und weiteren Zutaten eine Vinaigrette aufschlagen.
(Alle Zutaten des Dressings in ein hohes Gefäß geben und mit einem kleinen Schneebesen oder dem Milchaufschäumer aufschlagen. Ggfs. einwenig Wasser zugeben, wenn die Masse zu dickflüssig werden sollte)

7. Nun verteilen wir den Salat auf die Teller, geben den gegrillten Käse, unsere Backpflaumen-Speckröllchen hinzu, die Erdbeeren werden dekorativ angerichtet.
Dann geben wir unser Dressing über den Salat und servieren mit Baquette und im Sommer mit einem gut gekühlten …. Ros…. , Pros….
DSC01109
Ja und morgen, werden wir einen Salat wildem Rucula, Tomaten , Büffelmozzarella, Basilikum, Pinienkernen…
Denn endlich ist klar nur die Sprossen sind schuld.
Denn Tomaten kann man in unseren Breiten eh nur im Sommer essen.
Der Salatsommer kann kommen Entwarnung, jedenfalls vorerst.
Wer kann schon genau voraussagen, was wir morgen nicht essen dürfen!!

"Anti Ehec-Salatvariationen"

Irgendwie, sind – waren – wir alle verunsichert. Gurken, Tomaten, Salat alles landete im Müll. Nur unser Sohn ließ sich nicht beeindrucken, heiß abgewaschen, teilweise mit kochendem Wasser überbrüht … Tomaten, Gurke, Salat wurde vom Speiseplan meiner geliebten Kantine gestrichen. Nach 4 Wochen waren wir es alle in der Familie leid.
Hier unsere beiden leckeren „Anti-Ehec- Saltvariationen“

1. Avocado-Eisbergsalat an Aprikosenchutney-Dressing

Zutaten:

1 Eisbergsalat
2 Avocado
1 rote Paprika
1 gelbe Paprika
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 kleines Stück frischen gehackten Ingwer
2 Hühnerbrüstchen
Sesam zum „panieren“
Sesamöl (ca. 3 Eßlöffel)
Dressingzutaten:

2 Teelöffel Aprikosenchutney (alternativ Feigensenf)
1 Limone
2 Eßlöffel Olivenöl
2 Eßlöffel Walnußöl
1 1/2 Eßlöffel Himbeeressig
1 Eßlöffel Balsamico
Balsamico-Erdbeer zum garnieren und abrunden
DSC01103
Zubereitungsschritte:
1. Denn Eisbergsalat gut waschen, 1 kräftige Prise Salz dem Wasser hinzufügen und dann gut „trocken schleudern“, den Ingwer mgl. klein hacken
2. 2 kräftige Teelöffel unseres Aprikosten-Chutney (scharfe Marmelade s. www. küchengötter.de – kurbis – oder alternativ einen guten Feigensenf und etwas Sesamöl verühren.
Saft einer Limone hinzufügen und gut verrühren.
Die Hühnerbrüstchen in mundgerechte Stücke schneiden, marinieren u. bei seite stellen.
In eine flache Schale oder Teller geben wir den Sesam.DSC01102 Zügig panieren wir die Fleischstücke.
3. In die Pfanne geben wir 2 Eßlöffel Sesamöl,den gehackten Ingwer, sowie die Frühlingszwiebel.
DSC01101
Bei mittlerer Hitze braten wir die Hühnerbrüstchen gold gelb.
4. Die Avocado von ihren Kernen entfernen und in der Schale mit einem scharfen Messer in Streifen schneiden.
DSC01104
5. Die Paprika heiß waschen und ein Streifen schneiden.
6. Den „geschleuderten Salat in eine große Schale geben, Paprika unterheben
7. Dressing:
Die verschiedenen Öle, etwas Aprikosenchutney, Himbeeressig, Balsamico zu einer
Vinaigrette aufschlagen.
8. Die Hähnchenbrüstchen, Frühlingszwiebeln über den Salat geben und das Dressing übergießen.
9. Final mit der Erbeer-Balsamico abrunden
DSC01106
Es ist schon ein wenig arbeitsintensiv, aber wirklich lohnend. Dieser Salat sättigt herrlich, ein trockner Weißwein, einwenig gutes, frisches oder aus geröstetes Brot dazu….

Wir haben den Salat genossen, waren gierig, nach dem grünen Salat, frischem Paprika.
Eine Tomate , na ja , man muß es nicht gleich übertreiben!

"Grillpause, die erste !!!"

Die lauen Abende draußen, ich liebe sie. Ganz oben über der Stadt sitzen, Grillen, Wein, gute Gespräche, ein gutes Buch….. Sonntagsnachmittags Füße hoch, – mein Spezialsprizz – Rezept folgt !DSC01092
DSC01088
Hier oben kann man Fledermäuse beobachten, die Schwalben fliegen tief, wenn es Regen gibt. Ja sogar die süßen Marder kann man flitzen sehen. Mitten in der Stadt haben sich die Tiere angepaßt. Die Turmfalken grüßem meinen Sohn schon von weitem, sie lieben diese hohen alten Häuser mit ihren „Felsvorsprüngen“.
DSC01090
Insekten, so groß, wie man sie eigentlich nur vom Mittelmeer kennt, Schmetterlinge. Ist die Stadt das neue Naturreservat, wo nicht gedüngt, gespritzt wird und wo so Lebensraum entsteht für Tiere, die man eigentlich wo anders sucht.

Gegrillt haben wir Lamm, Huhn, Rind, Salice, Gemüse. Große Schüssel Couscous-Salat, Schafskäse Oliven….

Doch irgendwie, plötzlich, kann man kein Grillfleisch mehr sehen und sehnt sich nach….??
Beim schnellen Einkauf erstand ich eine Lachsforelle 1,6 kg

Eigentlich auch zum Grillen geeignet. Da die Herren den Grill nicht gereinigt hatten entstand diese wunderbare – Grillpause Variante I –

Rezept: f. 4 Personen
1 Lachsforelle ( ca. 1, 6 kg)
DSC01095
6-7 hauchdünn geschnitte durchwachsene Speckscheiben
2 handvoll frischer Zitronenthymian
2 Zitronen
3 Zehen Knoblauch
3 Lorbeerblätter (frisch)
gutes Olivenöl
Meersalz, schwarzer Pfeffer , aus der Mühle

1,5 kg neue Kartoffel
1 kg Spargel
2oo kg gute Butter

Die Forelle innen salzen und pfeffern.

DSC01096
Die Forelle einfach mit den Zitronenthymian, den Zitronen, Knoblauch vollstopfen.
Den Backofen vorheizen auf ca. 180 -200 grad
Die neuen Kartoffel, waschen und in den Schnellkochtopf geben, Wasser drauf (2 Tassen, salzen) und auf auf die Plätze fertig los.
DSC01098
Den Spargel schälen, in den Spargeltopf oder Pastatopf stellen. , 125 ml Weisswein, ein Stich Butter, eine Prise Zucker , Wasser , Salz und ca. 18-20 Min. kochen lassen. Kartoffel ebenfalls mit dem Schnellkochtopf ca. 10 Min., je nach Größe kochen.
Den Fisch geben wir auf ein mit Backpapier belegtes Backblech und zwar so, dass wir ihn auf den Bauch legen.DSC01097
Butter zerlassen, servieren….
Der Fisch ist in 20 Min. fertig, dann wenn die Augen „weiss“ werden.
Haut ablösen und einen trockenen kühlen Weisswein….
Einfach, schnell und gutDSC01099

Jetzt kann die nächste Schönwetterfront anrücken, wie wärs mit Gemüse vom Grill, dazu dicke Steaks – sicher sind bis dahin, Tomaten wieder „freigegeben“ .
Der Sommer fängt erst an.