Weihnachtsmenü

Eine Kochpause habe ich mir am 3. Advent genommen. Jeder kreative Mensch braucht „schöpferische Pausen“. Doch irgendwie, hatte ich fast ein schlechtes Gewissen.
Ein Schläfchen auf der Couch – nie – dafür habe ich doch keine Zeit!!
Dann habe ich es g e t a n !!!
Hab mir den Alfons im Fernseh angeschaut und war einwenig enttäuscht, der war auch schon mal kreativer… Mein Weihnachtsmenü für 12 Personen soll am 2. Weihnachtstag stattfinden.

Letztes Jahr : „Weihnachtsmenü 2010“
Rezepte und Fotos s. www. küchengötter.de user kurbis

Vorspeisen: Selleriesuppe mit Walnußingwerkrokant, Rohkostsalat

Hauptgang: Weihnachtspute, Blaukraut, Knödel

Nachspeise: Stolleneis an Fruchtspiegel
s. Angaben jeweiligen Rezept

Schritt 1
Dieses Menü ist sehr gut vorzubereiten u. ist vorallem für die große Familienrunde bestens geeignet.Auch das Einkaufen kann weitgehend schon mind. 1 Woche vorher erledigt werden. Am Menütag bzw. 1 Tag zuvor, holen wir die bestellte große Pute ab, alles andere können wir aus unserem Vorrat bedienen. Das winterliche Hartgemüse, das Blaukraut können gelagert werden.Die wenigen frischen Zutaten z. B.Sahne sind schnell besorgt.

1 Woche vor dem Menütag: Ingwer-Walnußkrokant herstellen u. abkühlen lassen u. in eine Dose füllen. Am Menütag kurz in einer Pfanne erwärmen u. hiermit anrichten.1 Tag vor dem Menü: Nachtisch herstellen u. in den Gefrierer geben, Blaukraut vorbereiten u. schon fertig kochen. Am Menütag nur kurz erwärmen u. mit der Zwetschgenmarmelade abschmecken. 1 Tag vor dem Menütag: Selleriesuppe kochen u. kühl stellen1 Tag vor dem Menütag: Füllung für die Pute herstellen u. kühlstellen.
1 Tag vor dem Menütag: Glühwein vorbereiten

Schritt 2
Am Menütag: Tisch dekorieren u. festlich eindecken, Gläser kontrollieren, Besteck kontrollieren. Getränke einkühlen. 7 Stunden vor Menüstart: Hartgemüse f. die Pute vorbereiten, Pute füllen, würzen, mit Speck belegen, gut geeignet ist auch „grüner Speck“ (dann aber nur die Brust bedecken) u. auf das Gemüsebett legen. 5 Stunden vor Menüstart die Pute in den Backofen schieben u. wie beschrieben angießen. Während die Pute eingeschoben, abgelöscht wird den vorbereiteten Glühwarm heiß machen u. in Termosbehältnisse füllen.Lebkuchen, Kletzenbrot, Stollen in den Rucksack füllen, nette Weihnachtservietten einstecken. Nun können Sie einen langen (ca. 2 Stundenspaziergang antreten). 2 Stunden vor Menüstart, Knödelteig (soweit Semmelknödel gewünscht sind).1 Stunde vor Menüstart, Kartoffelknödelteig zu Knödl verarbeiten, Blaukraut aufwärmen , abschmecken. Das Hartgemüse für den Rohkostsalat durch die Küchenmaschine jagen u. die Vinaigrette herstellen Salat anrichten u. fix u. fertig kühl stellen. 30 Min. vor Menüstart : Knödlwasser aufsetzen, am besten zwei Töpfe u. mit dem Teekocher das Wasser erhitzen.Suppenteller i. den Tellerwärmer . Gleichzeitig die Selleriesuppe auf mgl. kleiner Flamme erwärmen, ggfs nochmals durchpürieren, Sahne hinzugeben , mit dem Ingwerwalnußkrokant bestreuen und Start: Suppe servieren Frohe Weihnacht Guten…

Schritt 3
Nun servieren wir die vorbereiteten Rohkostsalate. Diese Kombi – Sellerie ist sehr appetitanregend, die Rohkostkost frisch und knackig. Nun ist es Zeit die Pute nochmal zu kontrollieren. Wir pressen eine Orange aus u. geben 1-2 Teelöffel Honig hinzu. Hiermit bestreichen wir – am besten mit einem Silikonpinsel die Pute. 5-8 Min. unter den Backofen grill, nachdem wir den Speck entfernt haben. Wir richten uns Schüssel f. die Knödel u. das Blaukraut vor. Die Pute nehmen wir aus dem Ofen u. legen sie auf ein sep. Blech u. bedecken sie mit Alufolie.. Das weiche Gemüse geben wir mit der Flüssigkeit in einen Topf u. pürieren es durch, so entsteht eine herrliche Soße, die wir nur einwenig abschmecken müssen. Jetzt präsentieren wir kurz unsere knusprige Pute u. tranchieren zügig. Wir reichen das Fleisch jedem Gast auf den Teller, während sie sich an den Beilagen bedienen. Prosit auf den Hauptgang.

Schritt 4
Unser Menü schließen wir ab mit unserem Stolleneis, welches wir aus der Kühlung nehmen. Auf die Dessertteller gießen wir unseren Marmeladenspiegel u. schneiden mit einem Sägemesser Scheiben vom Stolleneis. Zarter Schmelz zergeht auf der Zunge und schließt unser Weihnachtsmenü ab. Der Abend ist noch lange nicht zu Ende……

Aber dieses Jahr, schon wieder Pute, meine Familie möchte Pute aus basta.
Einmal im Jahr machst Du das nur…..
Aber ein schönes Wild, einen tollen Fisch…. Nein, meldet sich der „Große“ .
Warum muß alles an Weihnachten so sein, wie es immer war?
Mein Vorschlag am Heiligabend zum Schilaufen zu gehen, wird kopfschüttelnd kommentiert, aber das geht doch nicht , wir müssen den Baum schmücken.
Wieder habe ich einen großen Fehler begangen, habe ich den richtig kleine „Spießer“ rangezogen????

Gestern hatten Sie eine weitere „tolle Idee“. Wir kochen Hummer an Heiligabend, Wild am ersten Feiertag und die Pute am 2. Feiertag. Eigentlich wollte ich nicht drei Tage in der Küche stehen. Habe erst mal beschlossen, am Freitag bis um 17:OO Uhr zu arbeiten.
Früher war es ganz einfach, es gab Kassler-Rippchen, Sauerkraut und Kartoffelpüree oder Würstchen.
Meine Tante hatte seit Tagen in Schwerstarbeit die Hauskrippe erstellt. Mit allem was dazu gehörte, dem Tor, dem Stall, den Soldaten, Schäfchen… Das Moos hatten wir im Herbst auf abenteuerliche Weise an einem steilen Hang geholt. Es duftete herrlich und nur ein ganz bestimmtes Moos war für die Krippe geeignet. Der Tannenbaum wurde jedes Jahr mit anderen Kugeln dekoriert und meine – mühsam gebastelten Span- u. Strohsterne – durften auch nicht fehlen. Das Weihnachtszimmer war bis um 18:OO Uhr abends verschlossen.

Ja und bis zur Bescherung konnte es dauern, je nach dem wer das Haus noch heimsuchte.
Einen Gast – meist jemand der das ganz Jahr nicht kam – hatten wir immer.
Wenn das Christkind beim Vieh abgeladen hatte konnte der Hl. Abend beginnen.
Das Essen war da eigentlich Nebensache! Aufgeregt probte man nochmal das Flötenstück, las nochmal die Stelle in der Bibel, die man laut vortragen mußte.

Essen, war Nebensache…..
Man ging um 24.OO Uhr in die Mette, der Pfarrer kam dann zur Mitternachtssuppe, selbstgebackene Plätzchen und Kaffee, einen guten Wein ließen den Abend die Nacht ausklingen.
Das Essen war Nebensache

Jetzt habe ich es, ganz langsam steigt die Erinnerung in mir hoch. Am 1. Weihnachtstag wurde die große Tafel aufgebaut, das Silber war geputzt, es wurde festlich gedeckt.
Seit Stunden bräunte sich die fette Pute, gefüllt mich Hackfleisch – damit es auch für die 12-15 Leute reichte –
Feldsalat, Knödel, Blaukraut, Eis und natürlich eine gute Suppe vorweg.

Immer fragte meine Mutter, sollen wir dieses Jahr mal eine Gans oder was ganz anderes kochen. Nein, eine Pute möchten wir essen. Die gibt es schließlich nur einmal im Jahr.
Mein „kleiner“ Bruder konnte sich nicht satt sehen, an dem Vieh im Backofen.

Komisch, wie sich das offentsichtlich wiederholt. Natürlich ist meine Füllung, mein Menü etwas kreativer, aber die dicke Pute wird sich vererben, da bin ich mir ganz sicher!