München platzt aus allen Nähten

Menschenmassen wälzen sich über den Goetheplatz in Richtung Wiesn. Selbst an der Isar kann man – ja eigentlich schon an normalen Wochenenden – nicht mehr in Ruhe Radeln.
Es ist dresscode angesagt!! Tracht, in den entsetzlichsten Variationen. Nein , ich glaube, ich habe es falsch verstanden. Der Trachtenkarneval ist das.
Der Mensch will sich doch immer einwenig verkleiden, in eine andere Rolle schlüpfen und auch der wenigbebuste Hungerhaken, will endlich mal Zöpfe tragen, mit Hilfe von viel push … alles zur Geltung bringen.

Jeder muß hin, ich natürlich auch. Gibt es etwas Schöneres auf der Welt, als ausgelassen auf den Bänken zu tanzen und Leute aus der ganzen Welt zu treffen. Die Jugend lechzt nach dem kleinen, gemütlichen Deutschland – Bayern- , wie mir die Neuseeländerin bierseelig erklärt.
Es gibt trotz übervollem Zelt, keine Auseinandersetzungen.
Die jungen Menschen möchten einfach frei, beflügelt durch das Bier, feiern, tanzen, flirten… .
Kann man das nicht verstehen, bei all den schlechten Nachrichten die man ihnen für die Zukunft voraussagt. Ständig müssen sich die Menschen anpassen, Bachelor, Master, Promotion alles im Schweinsgalopp, Leben, Familie gründen.

Hier im Bierzelt, dürfen sie ausgelassen sein, lauthals mitgrölen , wer kanns ihnen verdenken. Ehrlich, es ist schon schee, wenn man leicht bierseelig, die letzte Riesenradfahrt genießt und todmüde ins Bett fällt und nach 16 , dieses Jahr 17 Tagen ist es dann auch wieder vorbei.

Ja, einmal geh ich noch, nur mal am Nachmittag die Woche einen Ochsen essen.
Oder, ach ich bügele doch lieber die rote Schürze vom Ersatzdirndl.
Wer weiß, wer noch einen Tisch diese Woche ergattert und da kann man ja nicht Nein sagen!
Der Duft von gebrannten Mandeln, weht zu mir rüber und die Brauereigespanne höre ich auch schon wieder!
Das lange Wochenende lassen wir den Touristen aus aller Welt.
Eine schöne Wiesenwoche, bei einem Traumwetter steht uns bevor.