„darf es auch mal wieder Fleisch sein…“


Uff, schnell gingen die Weihnachtstage vorbei.

Das neue Jahr verwöhnte uns direkt mit Temperaturen von 14-16 grad, strahlendem Bayernhimmel und lud zu Ausflügen in die Natur, in die nahen Berge….

Auch wir schmiedeten, natürlich Antizyklisches Ausflugverhalten. Wir gehen, fahren dahin , wo wir nicht so viele Menschen vermuten, zu einer Zeit, wo die meisten beim Mittagessen…. sind.

Auch die Startzeiten sind von besonderer Bedeutung.

Beliebtes Hobby meiner Familie war das Kripperlschauen. Hierzu reiste man von Ort zu Ort und besuchte die Krippe in den jeweiligen Kirchen. Natürlich war die heimische Krippe und insbesondere unsere Hauskrippe nicht zu überbieten.

Klosterkirche Dietramszell

So begab ich mich an Sylvester und am Neujahrstag auf Kripperlschau und mir ist jetzt endlich klar geworden, warum diese bestimmte Weihnachtsstimmung meiner Kindheit, Jugend nicht mehr aufkommt. Dieses Jahr hatte ich schon keine rechte Lust die weihnachtlichen Dekorationen vorzunehmen und begnügte mich mit dem wesentlichen und ein paar Lichterketten.

Es gibt sie nicht mehr die riesengroße Hauskrippe, mit dem speziellen Moos aus dem bestimmten Wald, bzw. Felsen. Es gibt sie nicht mehr die zimmerhohe Tanne aus dem Garten oder dem Wald. Die Tanne wurde 1 Tag vor Heiligabend geschlagen und erst am Heiligabend aufgestellt und geschmückt.

Diesen Duft, nach Wald, Tanne, Moos kann man durch nichts ersetzen.

Wir sollten uns auf unsere Möglichkeiten besinnen und neue Formen entwickeln, welche dieses Weihnachtsgefühl – Ihr wißt schon , was ich meine – wieder aufleben läßt.

Soweit so gut.

Meine Weihnachtsküche habe ich auch nicht mehr mit dem Aufwand betrieben, wie es traditionell erwartet wurde. Es entstanden neue Rezepte. Schmunzelnd beobachte ich die staunenden Gesichter meiner Lieben.

Meine kleinen Überraschungen will ich auch Ihnen nicht länger vorenthalten.

Hier ein Beispiel, wie man schnell ein Gericht zaubern kann, welches Zeit und Raum läßt für wichtigere Dinge (z. B. Reden, Spielen, Musizieren, Lachen, Spazierengehen ….)

„bayrischer Hirsch meets asiatisches Gemüse“

Zutaten:

(4-6 Personen, je nach Vorspeise)

  • 1,6 kg Hirschkeule
  • Zitronengras
  • Ingwer frisch
  • Sojasoße
  • 1-2 Zehen Knoblauch
  • Chilischote rot und scharf
  • Sesamöl
  • 2 Karotten
  • Paprika (Spitzpaprika mit dünner Haut oder schälen)
  • 2 Schalotten
  • Lauch
  • 125 gramm Zuckerschoten
  • 3 pak choi
  • 125 ml Cocosmilch
  • 1/2 Teelöffel rote Currypaste
  • 1 Bund Taibasilikum
  • neutrales Bratöl (Sonnenblumen, Rapsöl ect)
  • 1/2 Liter Gemüsebrühe bzw. Wildfond
  • Steinsalz aus der Mühle,
  • SzechuanPfeffer (zerstoßen im Mörser)
  • 1 Teelöffel Mais- oder Kartoffelstärke, kaltes Wasser um die Soße ggfs. sämiger zu machen.
  • Abrieb und Saft einer Limette
  • 1 Prise Vanillezucker bzw braunen Zucker

und so geht es ganz schnell…

am Morgen bereiten wir mit dem Pürierstab in einem schmalen Becher die Basis für unseren Hirsch-Wok vor:

  • Zitronengras, klopfen und in klein Stücke schneiden
  • 2 Eßlöffel Sesamöl mit Sojasoße vermischen
  • Knoblauchzehe schälen
  • Chili entkernen
  • gut 10 cm frischen Ingwer grob kleinschneiden

Diese Zutaten in einen hohen, schmalen Becher geben und durchpürieren.

Das Fleisch in kleine , mundgerechte Würfel schneiden und mit der hergestellten Masse marinieren, Abrieb einer Limone hinzufügen und abgedeckt kühl stellen ( ca. 8-10 Stunden)

  • das Gemüse putzen und wokgerecht (d. h. so klein, dass man es mit Stäbchen genießen kann) vorbereiten
  • den Reiskocher befüllen gem Scala mit gutem Basmatireis, Steinsalz zum salzen verwenden, sowie Abrieb von der Kurkumawurzel in das Wasser reiben ( ergibt eine wunderschöne Aromatik und gleichzeitig eine schöne Farbe) , natürlich Reis vorher waschen und Menge der Personenzahl anpassen
  • den Wok ohne Öl anheizen, dann Bratöl hinzufügen und gut heiß werden lassen. (Kochlöffelprobe wäre nicht verkehrt)
  • das Fleisch nach und nach für 1 1/2 Minuten im heißen Fett anbraten
  • sofort raus nehmen und warmhalten
  • dann einen 1/2 Teelöffel rote Currypaste mit Öl vermischen
  • Gemüse – hartes Gemüse zu erst – unter ständiger Bewegung garen
  • den Pakchoi erst ganz zum Schluß beigeben
  • Brühe angießen, Cocosmilch hinzugeben
  • auf ganz kleiner Flamme die Soße falls erforderlich andicken
  • mit dem Saft einer Limone , etwas SzechuanPfeffer, Steinsalz abschmecken
  • den warmgestellten Hirsch sanft unterheben
  • final die gezupften Taibasilikumblätter drüberstreuen und auf den Tisch
  • den duftenden Kurkumareis in Schalen vorbereiten und so wird die Tischrunde zu einem gelungenen Fest.

Tipp: ansich kochen die Asiaten mit den leichten – ich sage Blechwoks, bzw. im Handel findet man oft die formschön aussehenden Edelstahlwoks. Persönlich bevorzuge ich allerdings einen Wok aus Gusseisen, da wir nicht die Garmöglichkeiten haben (Gasbrenner) ect um in den asiatischen Woks zu kochen. Beim gusseisernen Wok gelingt es mir sehr leicht das Kochgut immer nach oben zu schieben- denn dies ist eigentlich das Geheimnis – um auf der kleinen Fläche des Woks das nächste Gemüse anzubraten. Durch das ständige Hochschieben behält das Gargut den erforderlichen Biß, denn wir wollen doch knackiges Gemüse und nichts Verkochtes.

Dieser Wok begeisterte sogar Gö-Ga – einwenig gezickt habe ich natürlich schon – denn er häufte sich seinen Teller nach meiner Ansicht viel zu voll. Ob er es noch lernt in diesem Leben. Die Hoffnung bleibt mir…

8 Gedanken zu „„darf es auch mal wieder Fleisch sein…“

  1. Liebe Meggie, dass mit den Weihnachtsgefühlen kann ich vom letzten Jahr bestätigen. Ich habe deswegen vor Weihnachten versucht auf Stress zu verzichten und es einfach laufen zu lassen ohne dauernd Nachrichten zu sehen. Es war viel besser, also kannst du auch wieder hoffen, mal ein traditionelles Fest zu feiern 😉 Die Zutatenliste ist der Hammer und trifft meinen Geschmack und die Art zu kochen. Natürlich ist das nicht alles schnell schnell, aber für deine und meine Verhältnisse haben wir viel weniger Zeit in der Küche verbracht, gelle? 😀 Blein weiterhin brav gesund und lecker!

    Gefällt 1 Person

    1. Danke für Deine Zeilen. Weniger ist mehr … so halten wir es auch mit dem Fleisch. Wichtig ist, dass man dem Metzger vertrauen kann. Außerdem lassen wir uns nicht vorschreiben , was wir essen.
      Fleisch gehört für mich zur Ernährung, genauso wie gutes Brot, Gemüse…..
      LG
      Meggie

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