„Liebe geht durch den Magen ..“

Fortsetzung

Was für ein Abend, was für eine herrliche, laue Nacht!

Greta genoß den Abend in der NachbarWG . Bei leiser Musik und Kerzenschein vergaß sie die Welt um sich.

Manfred (angehender Mathematiker) wohnte schon eine geraume Zeit in dem alten Jugendstilhaus und wußte allerhand zu erzählen. Es soll einen geheimen, unterirdischen Keller mit verschiedenen Gängen geben, die alte Berta, sie war mit 99 letztes Jahr ganz still und leise für immer eingeschlafen, hatte ihm von der guten alten Zeit berichtet.

Berta war Kindermädchen, Hausangestellte und Retterin in allen Nöten der ehemaligen Eigentümer gewesen und hatte lebenslanges Wohnrecht erhalten.

Der riesige Immobilienbesitz der ehemaligen Brauereidynastie war noch vor dem 2. Weltkrieg verkauft worden und die Familie war nach USA ausgewandert, so wußte Manfred zu berichten.

Greta wurde hellhörig, Brauerei – wieder mußte sie an Ihre Urgroßmutter denken.

Sie fühlte sich wohl in der Gesellschaft der jungen Leute, denn obwohl sie schon 2 Jahre in München lebte, hatte sie noch keinen festen Freundeskreis. Sie war sich selbst eigentlich genug. Mit einem brennenden Ehrgeiz verfolgte sie ihre Studium.

Erst im Morgengrauen stieg sie hoch in ihre Wohnung und fiel todmüde, aber entspannt und zufrieden in einen tiefen Schlaf. Schon früh wachte sie allerdings wieder auf – und an was dachte sie – natürlich an Essen – Kochen…

In der letzten Zeit hatte sie immer öfter von Kommilitonen gehört, dass sie immer öfter auf Fleisch verzichten und sich weitgehend vegetarisch ernährten.

In den tiefen ihres Vorratsschrankes fand sie eine große Packung rote Linsen,

gestückelte Dosentomaten…. Verschlafen zog sie die Gewürzschublade auf. Kreuzkümmel, gelbes Curry….

Heute Mittag würde sie ihre Nachbarn überraschen. Diese Knödelfans würden staunen.

Die Geschichten der alten Berta, die Kellergeheimnisse gingen ihr aber nicht aus dem Kopf und sie begann zur Ablenkung zu kochen.

Aber morgen, am Sonntag würde sie in den Keller gehen !

Erstmal das Rezept aufschreiben, sonst wußte sie später nicht mehr, wie sie diese Knödel zubereitet hatte, den Greta kochte oft spontan – aus dem Kühlschrank – aus dem Vorrat.

„Linsenknödel an extravaganter Tomatensoße“

Zutaten:

500 gramm rote Linsen

1 Dose gestückelte Tomaten

1/4 Liter Gemüsebrühe

60 gramm Livieto madre (Vollkornvariante) (wenn nicht vorhanden, weglassen bzw. durch weiteres Ei ersetzen)

1 kräftiger Schluck Gin

2 kleine, rote Frühlingszwiebel

1 Bio Zitrone

1 Knoblauchzehe

1 walnußgroßes Stück Ingwer

1 Ei

2-3 gehäufte Eßlöffel Mehl

Olivenöl und neutrales Öl zum Ausbacken

Semmelbrösel (natürlich selbst gemacht)

Gewürze: Steinsalz aus der Mühle, schwarzer Pfeffer und:

  • Panch Phoron
  • Rosengewürz
  • indisches Curry
  • Garam Masala
  • getrocknete Chilischoten

Kräuter: gehackte Petersilie, gehackter Koreander, gehackte Minze

und so geht es easy:

Die roten Linsen mit reichlich Wasser abkochen -ohne Salz –

Diese rot/orangen Linsen sind ganz schnell gar.

Abtropfen lassen und in der Zwischenzeit:

Soßenzubereitung:

den Knoblauch, Ingwer und die Frühlingszwiebeln möglichst klein schneiden und in wenig Olivenöl farblos anschwitzen , mit Gin ablöschen und die Tomaten hinzufügen. Bei kleiner Flamme lassen wir unsere Soße nun köcheln.

Knödelmasse:

  • die abgetropften, weichen Linsen geben wir in eine große Schüssel
  • Brühe hinzufügen, sowie das Ei und den Livieto madre
  • Mehl hinzufügen und alles mit dem Pürierstab zu einem Teig verarbeiten
  • der Teig sollte nicht zu naß sein, ggf. mit Mehl oder Brühe korrigieren
  • sämtliche Gewürze dem Teig zuführen (jeweils 1/2 Teelöffel) eine Prise Chili
  • nochmal gut durchmischen, bzw. mit den Händen durchkneten, dann spürt man auch ob die Konsistenz paßt
  • den Teig beiseite stellen – mindestens 1 Stunde , aber durchaus auch länger, je nach Lust und Laune

Kräutermischung:

Minze, Petersilie, Koreander kleinhacken, Zitronenabrieb hinzufügen.

Finalbearbeitung:

  • die Kräuter zur Knödelmasse geben und gut untermischen
  • mit feuchten Händen oder ich arbeite mit Vinylhandschuhen Knödel formen
  • und in Semmelbrösel wälzen
  • große Pfanne mit neutralem Öl erhitzen
  • die Knödel in das heiße Öl geben und ca. 8-10 Min. ausbacken, immer wieder drehen
  • die Soße mit Curry und Zitronensaft abschmecken, salzen, pfeffern

Soße auf den Teller geben und die goldbraunen Knödel hinzufügen.

Der einfache Linsenteig hat sich zur köstlichen, innen weichen, außen knusprigen Knödelinterpretation gemausert!

Die raffinierte Tomatensoße verbindet sich mit dem Knödel in einer Art und Weise – die man niemals erwartet hätte.

So schmeckt vegeartisch auch jedem Fleischliebhaber.

Ihr wollt wissen, wie es Greta weiter ergeht?

Fortsetzung folgt!