„Liebe geht durch den Magen…“


(Fortsetzung)

Uff, Greta blinzelte in das helle Kliniklicht. Nach eingehenden Untersuchungen konnte Entwarnung gegeben werden.

Keine schwerwiegenden Verletzungen hatten sich ergeben.

Leicht benommen und wahnsinnig durstig kam Greta zu sich.

„Das Schicksal hat es gut mit ihnen gemeint, wir konnten keine weiteren Verletzungen feststellen!“

Gerne können Sie sich von ihrem Freund abholen lassen,“ teilte die sympathische, junge Ärztin lächelnd mit.

Greta bestellte sich ein Taxi und war schnell in ihrer kleinen Burg in der Franz-Josef-Str. in Schwabing. Ihr ging es wirklich sehr gut.

Sofort setzte sie sich mit dem netten Polizisten in Verbindung, der ihr seine Karte gegeben hatte.

Leider erhielt sie hier keine brauchbaren Auskünfte. Der Unfallverursacher war noch nicht ermittelt worden.

In der Hektik hatte man es versäumt die Adresse des netten jungen Mannes zu notieren, der erste Hilfe geleistet hatte.

Enttäuschung – auf der ganzen Linie ! Die wichtige Prüfung in der Uni hatte sie verpaßt, ihr Retter in der Not nicht auffindbar.

Sie versuchte sich abzulenken und traf sich mit ihrer besten Freundin auf einen Kaffee im Univiertel.

Jetzt ein schönes Stück Baisertorte oder eine Tarte au citron meringuée , die sie über alles liebte, würden die unschönen Ereignisse einwenig verdrängen.

In ihrem neuen flaschengrünen , seidenen Overall sah sie gut aus. Ihr schwarzer, gepflegter Bob und der kräftige, dunkelrote Lippenstift unterstrichen ihre natüliche Eleganz.

Steffi, ihre Freundin aus Kindheitstagen erwartete sie schon und so verging der Nachmittag sehr schnell.

Ja, es war richtig sich auszutauschen. Die Idee in der örtlichen Presse einen Zeugenaufruf zu starten war eine gute Idee, dann konnte sie sich auch gleichzeitig bei ihrem Retter und Schwarm bedanken. Mit der Uni hatte sie auch schon Kontakt aufgenommen. Selbstverständlich konnte sie die Prüfung kurzfristig wiederholen unter den Umständen.

Es vergingen, Tage, Wochen, keine Spur vom Unfallverursacher , noch von dem Zeugen und Retter.

Schon waren sie wieder nicht mehr zu verdrängen, diese Gedanken, diese Sehnsuchtsanfälle .

Greta konnte sich nur mit Mühe konzentrieren, sie zog sich zurück und grübelte nächtelang, wieso, warum?

Er war doch mit ins Krankenhaus gefahren, hatte ihre Hände…..

Die einzige Ablenkung war ihr geliebtes Kochen. Tagelang setzte sie Fonds und Teige an, füllte ihre Kühlfächer für den Tag X. Irgendwann da war sie ganz sicher, würde sie ihn mit den Köstlichkeiten verwöhnen.

In einer alten Umzugskiste im Keller hatte sie das handgeschriebene Kochbuch ihrer Urgroßmutter gefunden.

Mühsam kämpfte sie mit der Sütterlinschrift und manches mußte sie interpretieren, da die Zutaten nur sehr schwer zu bekommen waren.

Fortsetzung folgt!

Das Rezept der Lemon-Tarte mit Baiser werde ich demnächst in einem gesonderten Beitrag veröffentlichen.

4 Gedanken zu „„Liebe geht durch den Magen…“

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