„Fastenwochen „

Es ist 7:30 Montag, den 1.3.2021. Erbarmungslos scheinen die warmen Sonnenstrahlen in die Wohnung und lassen jedes Staubkorn, die nach Putzen schreienden Fenster , die allerletzten Fettspritzer in der Küche… sichtbar werden. Die Minusgrade der klaren, kalten Nacht sind vergessen. Nach meinem gestrigen kleinen Ausflug in die Natur – bin ich mehr den je – pandemiegeschädigt.

Eine kleine, schnelle Runde am Fluß, die stolzen Schwäne beim Landeanflug beobachten – auf einer Bank – die mitgenommenen Köstlichkeiten genießen. Dampfender Kaffee und „Fastekreppel“ (Hefegebäck), so hatte ich es mir vorgestellt.

Die wenigen Parkplätze sind derart überfüllt – selbst bei antizyklischer Vorgehensweise keine Chance – denn wir waren erst Mittags gegen 13.OO Uhr gestartet. (die übereifrigen Morgenläufer – sollten weg sein – die anderen noch beim Mittagessen – Fehldiagnose!)

Unser kleines Auto quetschten wir – allerdings nicht verkehrswidrig – an den Rand der Straße. Missmutig stieg ich aus- die Stimmung war gelinde gesagt – angespannt. Mein Gö-Gatte lernt es offentsichtlich nicht mehr – seinen Tag um 7.00 -8.00 beginnen zu lassen. Schnellen Schrittes lief ich auf der kleinen Straße Richtung Isar Damm. Plötzlich aus dem Nichts tauchte eine menschlische Furie auf! Sie schrie mich an: „Können Sie nicht lesen“ – in mir bildete sich schon der aufsteigende Kroll- Allerdings beschloß ich heute nicht! Keine Antwort geben, weitergehen – ignorieren – lächeln ….

Die menschliche Furie startete zum 75 Meterlauf – baute sich vor mir auf: „Können Sie nicht lesen?“

Ruhig bleiben, weitergehen…. ignorieren – lächeln. Dann faßte sie mich am Ärmel! Jeder wird verstehen, dass ich das nicht zulassen konnte in diesen Zeiten, wo gesetzliche Abstände vorgeschrieben sind.

Sehr leise aber unmissverständlich und scharf artikulierte ich ihr, dass sie sämtliche Grenzen der menschlichen Belastbarkeit überschritten habe. Die Zeiten der Wegezölle und die Verteidigung des Landrechts mit Axt und Mistgabel der Bauern gehörten auch in Bayern der Vergangenheit an, zumal ich ihren vermeintlichen Grund und Boden nicht betreten hatte, noch eines Blickes gewürdigt hatte. Mit weit aufgerissenen Augen – fassungslos mich -anstarrend- der Blick glich einer einer widerkäuenden Kuh – bewegte sie sich dann von dannen. Mein Gö-Ga war nicht in Sicht – ein Ritter war er noch nie!

„dass die Handlung und die Personen frei erfunden sind und Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen rein zufällig …“ sind, versteht sich von selbst.

So jetzt zu meiner Fastenwoche – auch hier gilt – man kann – muss nicht – aber es wirkt irgendwie befreiend und läßt nach überstandenen Fastenwochen/tagen, die Vorfreude auf die Köstlichkeiten steigern.

Es gibt keine Torten oder Kuchen , einfache Gerichte – kein Fleisch – und täglich , unabhängig vom Wetter einen ausgiebigen Spaziergang von mindestens 1 Stunde. Aber alles ohne Zwang !

Meine Wochen/Tagesgericht- Empfehlung :

Montag: Beitrag „vergessene Gerichte vom 20.1.11

Antonias Mehlklies ( große, fluffige Spätzle mit erlesenen „Beilagen“)

Das Gericht ist einfach, sättigend und bis heute in meiner Familie sehr beliebt.

Dienstag: „Eierkäs schafft Freiheit vom Herd“ s. Beitrag vom 8.3.2012

Wie ich mittlerweile feststellen konnte, kann man diese spezielle Eierkäsform sogar im Internet bei verschiedenen Anbietern erwerben. Allerdings geht es auch mit einem herkömmlichen Haushaltssieb, die Form ist dann nicht klassisch, aber der Geschmack ist der gleiche.


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Mittwoch: „Buchweizensalat“ s. Beitrag 17.4.2013

Hierzu ein selbstgebackenes Brot – wunderbares Geschmackserlebnis – Gefühl von Frühling und Frische kommt auf.

Donnerstag: Suppentag s. Beitrag vom 6.10.2016 „Kürbiszeit hat begonnen ….“

Hiermit möchte ich den Kürbis für dieses Jahr würdig verabschieden, mein letzter Hokaido muss weg. Die gewisse Schärfe und die abrundende Cocosmilch lassen ein ganz klein wenig Träume von Reisen zu…

Donnerstag: s. Beitrag „Kräutercrepes vom 8.5.2012“

Hierzu einen kleinen Salat je nach Geschmack, köstlich !

Freitag: „Gemüsepflanzerl“ s. Beitrag vom 31.7.2020

Diese Gemüsepflanzerl können aus verschiedenen Gemüsesorten hergestellt werden. Wie wäre es mit einer roten Variante unter Verwendung von rote Beete oder frisch und hell mit Kohlrabi…

Wer dennoch auf etwas Süßes nicht verzichten möchte empfehle ich

„Fastekreppel“ s. Beitrag vom 7.2.2016

Weniger ist mehr ! Gönnt Euch einen frischen Saft, eine kleine Lesepause in der Sonne am Fluß …

Sehr schnell kommt man dann auf andere Gedanken.

Schöne Woche!

M. Kuhl