„Der Murmeltiertrieb“

(Werbung, da Namensnennung sichtbar)

Die posierlichen Tierchen sind bekannt dafür, dass sie mit Wenig den Winter überleben können und sich einen Vorrat im Herbst anlegen, der sie über den Winter ernährt.

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Habe ich diesen Trieb – ist er gar krankhaft ausgebildet ? –

Immer wenn es kalt, trüb und die Tage kurz sind, bricht er aus.

Erstmal habe ich meinem Gö-Gatte eine Liste geschrieben, die wie folgt lautete:

Metzger:

2,5 kg Schweinebraten

1 kg Hackfleisch (halb Rind, halb Schwein)

1,5 kg Rindfleisch zum Kochen (konkret: Tafelspitz v. Rind Das entsprechende Fleisch gehört zum auslaufenden Schwanzstück des Wiederkäuers und grenzt an den Hüftdeckel oder Tafelspitz an)

1 kg Markknochen

1/2 Seite vom geräucherten Wammerl (feiner, durchwachsener Bauspeck)

Gemüsehändler – türkischer Händler

5 rote Beete

1 Babyspitzkohl

1 kg rote, 1 kg weiße Zwiebel

1 kg Karotten

1 mittelgroßer Sellerie

1 kg Pastinaken

Lauch, Rosenkohl, Petersilie, Koreander, Feldsalat, Spitzpaprika

3 kg Äpfel

Leicht schräg hat er geschaut, nahm die Liste und war 2 Stunden verschwunden.

Ehrlich ist schon einwenig viel – für 2 Personen , selbst wenn die siebenköpfigen Raupen – sich anmelden:

„Ich habe Hunger, ich sterbe, brauch etwas Warmes“….

Minus 9 grad zeigt das Thermometer an! Locktown pur wurde vom bayrischen Ministerpräsidenten verordnet. Mein kurzer Supermarktbesuch endet dramatisch. Mit rumlungernden Verschwörungspöbel habe ich mir fast eine Schlägerei geleistet. Keine Masken, keine Einkaufskörbe oder Wagen werden genutzt. ….

„Corona , interessiert uns nicht, ist doch nur eine Grippe….“

Das Supermarktpersonal schreitet nicht ein.

Zurück zu meinem Leiden. Nachdem die Vorräte aufgefüllt sind, setzt die tiefverwurzelte Kochsucht ein! Bolognese, Tafesspitz, Schweinebraten, Spitzkohlrouladen, Marktklößchen stehen auf dem Plan. Hartgemüse schnippeln, Fleisch parieren, Zutaten , Gewürze bereitstellen…

Meine Sauerteige – oh je die haben sich ja verdreifacht – raus aus dem Backofen – Sonntagssemmelteig, Roggenbrotteig – ansetzen. Meine Küchenmaschine protestiert schon – hilft nichts – soll sich nicht so anstellen – sie war schließlich erst im August zur Kur bzw. Reparatur.

Mit einem nicht zu bremsenden Elan stürze ich mich an die Töpfe. Hier kann ich mich jetzt voll uns ganz meiner Sucht widmen. Ein wunderbares Gefühl, wohlige, Wärme, die Geschmacksnerven sen­si­bi­li­sie­ren sich. Die Bolognese simmert leise vor sich hin, der Tafelspitz will den Eiweißschaum abgenommen haben, der Schweinebraten schreit nach seinem dunklen Bier – draußen wird es langsam dunkel – es beginnt zu schneien – . Der Prosecco hat geduldig im Schnee gewartet.

Perlend grüßt er mich . Jetzt noch eine schöne Musik, den Roman weiterlesen –

„Mensch mach mal alles auf – die ganze Wohnung riecht nach Essen…“ Meinem GöGa werden sich diese wohltuenden Düfte nie erschließen!

Die Gefrierschubladen sind nun gut gefüllt – ich kann wieder etwas streunen gehen in der herrlichen, schneebedeckten Natur und mir überlegen – bis der nächste Suchtanfall kommt- was ich kochen, backen, ausprobieren könnte.