„Der Teufel hat den Schnaps…..“

so trällerte 1973 Udo-Jürgens. Dabei kommt es auf den Schnaps an! Schlechter Schnaps, wie er manchmal in den Ländern hergestellt wird, wo er zu hoch besteuert wird – oder verboten ist, ist ohne Zweifel oft tödlich.

Immer wieder werde ich von meinem Gö-Ga (Göttergatten) gerügt, wenn ich seinen heiligen Tropfen zum Kochen benutze.

Eine unscheinbare, etiketlose Flasche, mit einem Schraubverschluß dessen Herkunft ich dem Land Österreich zuordnen konnte, stand im Schrank.

Ein kleiner Aufkleber – ich entzifferte Obstler- ok, genau den brauch ich jetzt für ein winterliches Apfelmus.

Sicherheitshalber mal dran riechen – kann nichts schaden – dachte ich.

Wow – es roch nach Birnen, Zwetschgen, Äpfeln – was ist denn das? Nicht der so beißende Geruch von Schnaps. Das Obst konnte man riechen, einen klitzekleinen Schluck goß ich in ein Stamperl, eine fast ölige Konsistenz, es bildeten sich kleine Kirchenfenster , wie bei einem guten Rotwein.

Dann die Offenbarung, wohliger Wärme machte sich in meinem Mund breit, ein weicher, angenehmer Geschmack. Die Obstaromen sind voll präsent.

Uff- wo kommt der denn her? Das ist doch der Schnaps von Ben’s Opa, teilte man mir mit.

Jetzt viel es mir wie Schuppen von den Augen. Der weise betagte Mann kenne ich nur aus Erzählungen. Ben ist der beste Freund meines Sohnes.

Im Sommer hatten sie sich in Österreich beim Opa getroffen…… Der Opa, versteht etwas von Landwirtschaft, Schnapsbrennen und auch etwas von Menschen. Sein bewegtes Leben gibt ihm die Gnade den göttlichsten Schnaps oder sagt man Brand? zu destillieren, den ich je genießen durfte.

So etwas können nur Engel – von wegen der Teufel …..

Danke!

Ach und das einfachste Rezept der Welt:

Winterliches Apfelmus

Zutaten:

3-4 kg Äpfel (Sorten können gemischt sein)

1 Zitrone (bio)

Gewürze: Zimtstange, Kardamon, Piment, Sternanis, Nelke

2 Eßlöffel Glühweingewürz (getrocknet) (ersatzweise Abrieb von Orangen, Mandarinen…)

1 Stamperl besten Obstbrand oder auch etwas mehr.

Zubereitung:

Die Äpfel grob vierteln und mit den Gewürzen und der in Scheibe geschnittenen Zitronen in einen großen Topf geben.

Kurz aufkochen lassen , kein Wasser hinzufügen, keinen Zucker beigeben!!!

Mit dem Obstbrand ablöschen und auf mittlerer – kleiner Stufe die Äpfel weich kochen. Abkühlen lassen

Die gekochten Äpfel durch die “ flotte Lotte“ (Passiermühle) passieren und nochmal durchpürieren. Das Apfelmus zum Einfrieren vorbereiten oder als Nachspeise, Kuchen… genießen.

Die Konsistenz ist cremig, zerschmilzt auf der Zunge und der Geschmack von reifen, süßen, leichtsäuerlichen Äpfel wirkt gerade zu betörend. Die Gewürze lassen eine ganz leichte Note durchkommen, sehr dezent und harmonisierend.

Die Krönung wurde erreicht, indem ich gestern aus 2,5 kg festkochenden Kartoffeln – Hamsterware vom Bauern- Reiberdatschieteig zubereitete.

Leider war es mir nicht möglich dies im Foto festzuhalten. So schnell war der Reiberdatschi in den hungrigen Mündern verschwunden und vom Apfelmus blieb auch nichts mehr….

Eine Ladung habe eingefroren, aber es ist ja schnell wieder hergestellt, das besoffene Apfelmus.