„Verschmähte Morgengabe“

Allgemein bekannt ist, dass es Menschen gibt , die unterschiedliche Biorhythmen haben.

Rhythmisch vom Tag der Geburt soll es abhängen. Verstehe es wer will.

Der normale Mensch – steht früh auf – nach dem Motto “ früher Vogel fängt den Wurm“… So hat man viel mehr vom Tag.

Man kann sich das Aufstehen auch antrainieren.

Mein geliebter Gö-Gatte hat es sich wieder abtrainiert. Bekanntlich ruht er in sich. Diese Tatsache birgt schon ein gewisses Konfliktpotential mit sich.

Er will nicht einsehen, dass er so viel verpasst. Den Sonnenaufgang, die Jungfräulichkeit des erwachenden Tages, die Morgenstille, das Zwitschern der Vögel, die leeren Straßen, Wege, die frische unverbrauchte Luft….

Niemehr wird es mir gelingen ihn davon zu überzeugen, dass der Morgen die schönste Zeit des Tages ist. Im übrigen , braucht man nicht soo viel Schlaf! 6-7 Stunden genügen vollkommen. Soweit so gut!

Die Pflege meiner „Haustiere“ (verschiedene Teigführungen, Sauerteige, Hefewasser, Kefiransatz…) nehmen schon eine gewisse Zeit in Anspruch.

Den Hefeteig hatte ich mit meinem Hefewasser-Vorteig vorbereitet und über Nacht im Kühlschrank geparkt.

Hier ist das Hefewasser gerade wieder aufgefrischt worden und im Werden.

Ein herrlicher Teig, lange geführt , mit Butter, Zimt , Abrieb einer Zitrone und einem dicken Bauernei geknetet. Die Konsistenz war wunderbar.

Zwetschgen hatte ich noch und so entstand der wohl letzte Datschi 2020 und den Rest des Teiges setzte ich in eine kleine Muffinform mit Papierförmchen.

Das Ergebnis war ein Traum

  • fluffig, locker, intensiv im Geschmack – ohne nach Hefe zu schmecken-
  • leicht zimtig, gut gebräunt
  • dazu Butter , meine selbstgemachte Marillenmarmelade

Auch diese Köstlichkeit konnte den Herrn Gemahl nicht überzeugen, dass Bett zu verlassen.

Was würde ich nur tun, wenn meine siebenköpfigen Raupen sich nicht aus ihren Ecken schleichen würden?

Der Hefeteig mit dem angesetzten Hefewasser ist meines Erachtens viel besser verträglich. Er läßt sich halt etwas mehr Zeit und ist manchmal nicht kalkulierbar. Die Erfahrung hat gezeigt, dass er für eine Übernachtgare sehr gut geeignet ist. Er verzeiht auch, dass man ihn nicht auf die Stunde genau aus der Kälte befreit. (10-12 Stunden, sind iedal)

Wer es wagen will nochmal mein Rezept für einen Datschi , Apfelkuchen, Zimtkuchen – mit 4 Hefebrioche.

und so einfach geht es

Vorteig:

138 gramm Hefewasser aktiv

275 gramm Mehl (Type 405)

  • mit den Händen das Wasser und Mehl vermischen
  • abdecken und 24 Stunden sich selbst überlassen (Zimmertemperatur ca. 20 grad)

Hauptteig:

200 gramm Weizenmehl 405 (oder Dinkelmehl 630)

90 gramm weiche Butter

100 gramm brauner Rohrzucker

1 schwach gehäufter Teelöffel Zimt

Abrieb einer Biozitrone

8o ml lauwarme Milch

Den Vorteig zusammen mit den o. g. Zutaten, bis auf die Milch, in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben.

Auf kleiner Stufe zunächst vermischen, dann auf der nächsten Stufe 5 Min. unter Zugabe der Milch und nochmals auf der nächsten Stufe 7 Minuten kneten, bis der Teig sich von der Schüssel löst.

Dann in eine Schüssel geben und 2-3 Stunden ruhen lassen, bis er angesprungen ist (d. h. sich einwenig aufgeplustert hat, ideal Volumenverdoppelung – muss aber nicht).

Den Teig dann in den Kühlschrank geben und den Kühlschrank, wenn möglich nicht mehr öffnen.

Am nächsten Morgen herausnehmen, ca. 2 Stunden sich aklimatisieren lassen. Dann einmal eine Springform mit dem geschmeidigen Teig auskleiden , nach Belieben belegen (Butter, Zimtzucker, Zwetschgen, Äpfel, Birnen…)

Vier gleiche Stücke (ca. 50-70 gramm) abstechen und in die mit Papierförmchen ausgelegte Muffinform geben, nachdem wir sie leicht rund gewirkt haben. Mit der Schere kurz kreuzweise einschneiden

  • Backen: 25 Min. die Muffins
    • – nochmal 20 Min. , je nach Ofen den Hefekuchen.

Es entsteht ein unwiderstehlicher Hefekuchen, mit einem leicht grossen Boden und locker, weiche, luftige Brioche – unwiderstehlich. Es lohnt sich!! Die dunkle Kruste erinnert mich an den Geschmack meiner Kinderheit, wenn die großen Bleche aus dem Backhaus kamen und ich mir den Rand stibitzte.

Schaut mal , was ich gerade aus dem Ofen geholt habe, ein Brot mit bayrischem Ruchmehl – mit Livieto madre u. Roggensauerteigansatz gebacken. Der Geruch, die Kruste….

bayrisches Ruckmehl in Vollendung...
Ruchmehl-Roggen-Sauerteige