„Mmmh noch ein Stück“zitronig, locker, frisch…

Keiner mag ihn, den Geschmack nach Backpulver, festen, trockenen Kuchen….

In meiner Familie war der trockene Kuchen verhaßt, man liebte Biskuitböden, Obst, Sahne -Quark-Variationen….. Am liebsten „dreistöckig“.

Desserts waren äußerst selten, in der Regel wartete jeder auf die üppige Kaffetafel .

Sonntagsnachmittag gegen 16:00 Uhr trafen wir alle ein

Die Kaffetafel – und das jeden Sonntag – bog sich, etwas cremiges, etwas mit Obst, Rest Hefekuchen vom Samstag, Sahne.. Donauwelle, Flockensahne, Käsesahne und frisch aufgebrühter Kaffee – je nach Wunsch.Der Herr des Hauses war hiermit beschäftigt. Stark, schwarz immer bereit in den damal üblichen Warmhaltekannen.

Dieses Ritual fehlte mir später – ganz ehrlich – denn Backen konnte ich nicht und es war auch nicht mehr zeitgemäß sich bei Kaffee und Kuchen zu treffen.

Ganz mühsam begann ich  mit dem Backen…

Vieles landete im Abfalleimer, ging nicht aus der Form,  die Backzeit zu lang zu kurz, obwohl ich mich an die Rezepte konkret gehalten hatte.

Hier meine Interpretation vom einfachen Rührkuchen  – der doch nicht sooo easy ist…

Zutaten:  (beste Zitronen vom der Amalfiküste,  gute Butter, 405 er Mehl v. der Spezialmühle…..)

250 gramm Mehl 405/ auch Dinkelmehl geeignet , aber 405 ist manchmal schwierig zu bekommen

1 Prise fleur de sel

2 Teelöffel Backpulver

200 gramm gute Butter

180- 200 gramm Zucker ( 150 gramm feiner weisser Zucker, 50 gramm Rohrzucker  – angereichert mit Vanilleschote)

5 dicke, frische Eier

3-4 Zitronen (= 100 ml  Zitronensaft) + Schuß Orangenlikör

50 gramm  fein geraspelte Marzipanmasse

Zesten von zwei Zitronen

eigentlich geht es schnell nur die Art und Weise ist etwas gewöhnungsbedürftig.

  • Ofen auf 180 grad vorheizen (Ober/Unterhitze)
  • Guglhupfform einfetten  und Semmelbrösel durchlaufen lassen- bitte sorgfältig einfetten!   Wichtig !!
  • die Butter auf kleiner Stufe verflüssigen – dann flüssig  vom Herd nehmen und etwas abkühlen lassen
  • alle Zutaten abwiegen und das Mehl mit Backpulver,  Salz vermischen
  • Eier sollten zimmertemperatur haben
  • es empfiehlt sich die Eier einzelnen aufzuschlagen und in ein geeignetes Gefäß zu geben
  • Zucker und die flüssige Butter in die Schlagschüssel der Küchenmaschine geben
  • – oder mit dem Handrührer aufschlagen  – dauert ca. 8-10 Min.
  • die Masse verbindet sich zur homogenen weisslichen Creme
  • ggfs. noch 1-2 Teelöffel Puderzucker hinzufügen
  • jetzt ein Ei nach dem anderen hinzufügen und ca. 1 Min. schlagen lassen
  • Wichtig; jetzt wechseln wir vom bauchigen Schlagbesen zum Patissier-Rührer
  • kurz – intervallmäßig – anrühren
  • Mehl anschließend  reinsieben – zunächst nur 1/3 –
  • Zitronensaft hinzugeben
  • Rest Mehl einsieben
  • Zitronenzesten und Marzipanraspel ebenfalls hinzugeben
  • nur kurz laufen lassen, ggfs. mit dem Schneebesen nochmal unterheben!
  • Teig in die Form geben und ca. 55 Minuten backen
  • es empfiehlt sich die Temperatur etwas zurückzunehmen  ca. 160 grad nach dem Anbacken

Den gebackenen Kuchen  etwas abkühlen lassen, ggfs. die Form mit einem nassen Küchentuch überdecken – er geht manchmal trotz einfetten  schlecht aus der Form –

Mit einem Holzstäbchen den Guglhupf einstechen, tiefe kleine Löscher  stechen.

Saft von 1-2 Zitronen mit Puderzucker verflüssigen  und dann heiß über den Kuchen pinseln.  Diese zuckerhaltigen steifen Überzüge sind nur etwas für bestimmte Augen.

So saugt sich der Guglhupf voll mit Zitrone, wird saftig und entspricht dem  Ideal von Zitronenkuchen zum Earl grey…. bei Regen und Sonnenschein…

Schaut selbst: meine Interpretation von  Rührkuchen – locker, leicht, zitronig – bescheiden – einfach nur guuuuuut!IMG_1626.JPG