„Fastekreppel“


Schon im Februar 2011 hatte ich einen kleinen Beitrag geschrieben …..

Dieses Hefegebäck gab es zu meiner Kindheit in jedem Haus zur Fassenacht. Manchmal schmeckten sie schrecklich, nach nichts – altem Fett –

Bei unseren Streifzügen durch das Dorf, sammelten wir in jedem Haus Kreppelcher u. sonstige Süßigkeiten.

Ho, ho, ho die Fassenacht es do, hot die Schou  met Witt gebunne… so sangen wir lauthals. Alle waren wir kostümiert, die Buben meistens Cowboy – nur meine Brüder waren Schornsteinfeger oder Clown , weil meine Familie keine Schießgewehre mochte.

Mein erstes Kostüm  – ich erinnere mich genau – war Rotkäppchen – Süß muß ich ausgesehen haben, alle bestaunten meinen kleinen Korb mit dem Guglhupf und dem kleinen Fläschen Rotwein, herrliche rote Wangen und rote Lippen hatten Sie mir gemalt .

Eigentlich wollte ich lieber Funkenmariechen sein und laut rufen :“Kammellle de Prinz küt“  – so hatte es Onkel Jupp aus Kölle mir schon mit 2 Jahren beigebracht. Er stand am Fenstersims und rief mir zu: „Tanz Marieche , tanz… “ und ich hüpfte pützend (Handküsschen werfend)  über den Hof , immer und immer wieder.

Onkel Jupp warf Kamelle….  und erzählte mir vom Tanzmarieche aus Kölle  und vom  Prinz, Bauer und der Jungfrau.  Ja, und das sind alles Männer –

warum??

Früh am Morgen  wurde der Teig “ eingemacht“ für die Fastekreppele ,  manchmal auch einwenig vergessen, aber das nimmt der Hefeteig gern in kauf.  Ein ganz bestimmter Duft zog durch das Haus und wir stürzten uns auf die noch warmen Kreppelcher  und schnell waren sie gegessen, denn frisch gebacken sind sie einfach am besten!

Meine Schwester hatte noch dieses alte Familienrezept und es ist mir gelungen , die Fastekreppel wieder zu beleben.

R e z e p t :

Zutaten:IMG_1276

500 gramm Mehl Type 550

1 Päckchen frische Hefe

80 gramm Zucker

80 gramm Butter

1 Ei

1 kräftige Prise Salz

250 ml Milch

Abrieb von einer Biozitrone  (unbehandelt)

Fett zum Ausbacken (ca. 3/4 L neutrales Öl oder auch Butterschmalz)

 

Schritt 1:

200 gramm Mehl abwiegen und dies in eine Schüssel mit Deckel sieben , ein Mulde in das Mehl drücken und die frische Hefe zerbröckeln.

3 Eßlöffel Milch leicht erwärmen  – nicht heiß werden lassen !!-

Die Hefe mit einem Teelöffel selbstgemachtem Vanillzucker bestreuen (feiner brauner Zucker in eine Dose geben und Vanillestangenreste hinzufügen und gut verschließen).  Auch ein Teelöffel Honig erfüllt den gleichen Zweck. Die Hefe lechzt nach Zucker!

Nun die lauwarme Milch übergießen und vom Rand her die Mulde mit Mehl schließen.  Deckel drauf und erst mal Ruhen lassen.

Die Zeit ist hier nicht so wichtig,  bei Zimmertemperatur in der Küche kann  der Ansatz auch ein paar Stunden stehen. Soll es schneller gehen an einen warmen Ort – ans sonnige Fenster… in die Nähe der Heizung… stellen.

 

Schritt 2:

Milch lauwarm werden lassen.

Das restliche Mehl mit der Prise Salz vermischen und alle Zutaten in die Schüssel hineingeben. Die Butter  in kleine Stückchen schneiden – sie sollte Zimmertemperatur haben.   Abgeriebene Zitrone hinzugeben und mit der lauwarmen Milch übergießen.

Mit dem Handrührer (Knethaken) jetzt einen elastischen Teig herstellen. Alles sollte sich schön verbinden und es entsteht ein elastischer Teig, der sich von dem Boden der Schüssel vollständig löst.

Schritt 3:

Deckel auf die Schüssel und  gehen lassen. Nach ca. einer 3/4 Stunde ploppt es der Deckel der Schüssel springt auf, der Teig hat sich verdoppelt und ist bereit für die Weiterverarbeitung.

Schritt 4:

Ein  Backbrett leicht mit Mehl bestäuben und den Teig zu einem Rechteck (Damenfingerdick) ausrollen.

Mit einem Wasserglas Kreise ausstechen und den Rest nochmal ausrollen bis der gesamte Teig aufgebraucht ist.

Mit einem Küchentuch abdecken  und ca. 20 Min ruhen lassen.IMG_1278

 

Schritt 5:

Friteuse oder Fritiertopf vorbereiten. Zucker zum Wälzen  vorbereiten.

Tipp: feiner Zucker, gemischt mit einwenig Zimt  ! oder einfach Puderzucker mit dem Teesieb

Für meine Fastekreppel nutzte ich meine Induktionsplatte.  Stelle die Temperatur auf 180 grad ein und gebe das Öl in den Topf – soviel, dass das Gebäck gut drin schwimmen kann – es ist aber nicht erforderlich  – wie oft beschrieben 2 L  Öl zu benutzen!

Kurzer Test – mit dem Stil des Kochlöffels – ob das Öl bereit ist die lechzenden Kreise zu empfangen.

 

Schritt 6:

Das Gebäck mit der aufgegangenen Seite in das Öl gleiten lassen und  nach ca.  2 Min  wenden  und goldbraun backen.

Auf  Küchenkrepp kurz abtropfen lassen und im Zucker wälzen.

Jetzt ist Schnelligkeit gefragt – besster geht es natürlich – zu Zweit – aber  das kennen wir alle – keiner ist in Sicht.

Die Temperatur kann jetzt auf 160 grad herunter genommen werden.  Ratz, fatz sind sie fertig die Fastekreppelcher .

Es duftet – ja aber wie früher –  und genau so schnell sind sie auch gegessen!

 

Helau , Alaf  …  !!

 

IMG_1282

 

 

 

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