„Wintermärchen“


Gleissendes Sonnenlicht umhüllt die kahlen Bäume .  Der eiskalte Wind treibt die aschgrauen Wolken rasendschnell voran. Es riecht nach Schnee!!

Die Welt versinkt in weißer Watte, alles wird zugedeckt und es wird leiser, die Flocken tanzen unermüdlich ihren winterlichen Tanz.

Schon als Kind liebte ich diese weiße Pracht über alles. Für mich gab es kein Halten mehr, wenn Feld und Wiesen mit einer mindestens 20 cm hohen Schneedecke überzogen waren.  Es gab keine Funktionskleidung die mich vor Kälte und Nässe schützen hätte können.

Mit einer Speckschwarte rieb ich die Kufen meines Schlittens  ein, damit er schnell über die 2,5 km lange steile, Eisbahn rasen konnte.  Stundenlang pflegten wir bei einsetzender Dunkelheit unsere Rodelbahn. Gegen Einbruch der Dunkelheit schütteten wir Wasser aus den kleinen Wiesengräben auf die Bahn. So entstand eine Eisschicht, die oft tückisch mit Neuschnee bedeckt war und uns beim Bergaufgehen den Anstieg erschwerte.

Erst wenn die Hosen gefroren waren, die Finger  steif vor Kälte sich nicht mehr bewegen ließen  … noch einmal ein letzter Ritt durch den Eiskanal – die Dunkelheit einsetzte folgten wir den  schrillen Pfiffen aus dem Tal und begaben uns auf den Heimweg. Alle meine Freunde -hauptsächlich Jungs – lagen bäuchlings auf ihren Rodel und die Füße wurden beim Hintermann eingehängt.

Der Beste fuhr vorne  – Lenken und immer die Geschwindigkeit halten – die hinteren trieb es aus der Bahn – schnell lag man im Graben, aber die weiße Pracht fing jeden auf.

Daheim angekommen riss mir meine Tante die nassen, gefrorenen Kleider von Leib massierte meine Eisfüße – umhüllte mich mit Decken und ich durfte meine Füße in den „Backofen“ halten so lange bis eine wohlige Wärme in meinem Körper wieder erwachte.

Der riesengroße Bräter mit „Eierschmeer“ stand  bereit oder die wärmende Suppe, die warme Milch von meiner Lieblingskuh Bella.

Diesen Riesenbräter , den man auf das offene Feuer stellen konnte , indem man aus dem Herd verschiedene Ringe entfernte und so auf offenem Feuer Anbraten konnte, Warmhalten…. habe ich geerbt. Genau weiß ich nicht wie alt dieser Topf ist, aber bestimmt mehr als 100 Jahre!

In diesem Bräter werde ich die Rezepte meiner Kindheit versuchen nachzukochen.

Die herrlichen Bratäpfel,  die knusprigen Kartoffelkuchen mit reschem Speck und das warme, weiche „Eierschmeer“ mit den Grieben  dazu kräftiges Sauerteigbrot.

Es muß aber für diese Gerichte Winter sein – so wie ich ihn beschrieben habe – denn nur dann schmecken diese deftigen Gerichte.

Am Wochenende soll der Schnee kommen – dann kann ich loslegen!

Natürlich werde ich die Rezepte mit Bildern zum Nachkochen einstellen!

Der Bräter wartet geduldig mit seiner dicken Patina in der Kammer auf seinen Einsatz im neuen Leben!

 

 

4 Gedanken zu „„Wintermärchen“

      1. Genau! Dieses Gericht war die wärmende Mahlzeit f Wald- Feldarbeiter die körperlich hart schuften mussten und natürlich f „Schlittenfahrer“
        Es war Balsam f die Seele u man fühlte, dass die Wärme wieder i den Körper zurückkam
        1964 brauchte keiner auf Kalorien zu achten
        Ehrlich nach einem langen, sportlichen Wintertag schmeckt es auch heute sehr Guut! Rezept folgt

        Gefällt 1 Person

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