"Krustenschweinebraten"


Wie schon gesagt, Krustenschweinebraten mache ich höchstens zweimal im Jahr. Eigentlich sind mir die mediteranen Variationen viel lieber. (s. www. küchengötter.de – kurbis – )
Aber derzeit haben wir Besuch von Cara aus den USA und sie liebt die Deutsche Küche.
Leider defnieren wir uns immer noch mit Schweinebraten, Sauerkraut….

In meiner Großfamilie gab es immer Riesenbraten, jedes Wochenende mindestens – Rinderbraten, Schweinebraten, Kasslerbraten…..
Riesige Fleischklumpen wurden schon Samstagsabend angebraten, den der Sonntag war für den Kirchgang reserviert und da konnte man nicht nach „Braten“ riechen.

Der Duft vom Fleischanbraten habe ich noch in der Nase. Dann kam der Braten in die Röhre und wurde sich meist selbst überlassen, während man die Zutaten vorbereitete. Einen Salat, ein Gemüse – warm- , Kartoffel, Knödel…

Der Braten wurde nicht beachtet. Meine Mutter pflegte Sonntags – erst mal , während ihr Ehemann beim Frühschoppe weilte, zu telefonieren.
Manchmal übernahm meine Oma das Anbraten, – meine Mutter konnte den Geruch nicht ertragen-
und ich wußte ein Brüderchen oder Schwesterchen ist unterwegs-

War der Braten zu trocken geraten, wurde die Soße etwas verfeinert und das Fleisch schon geschnitten und nochmal leicht gewärmt.

Immer waren fünf Töpfe auf dem Herd und es roch schon, wenn man die Treppe hoch kam.
Auch an heißen Sommertagen – leider – gab Rindfleischsuppe, Braten, Gemüse, Salat, Pudding
Damals habe ich mir geschworen, das koche ich nicht.

So und nun das Rezept:

für 6 -8 Personen

3 kg Schweinebraten aus der Schulter mit Schwarte 22.1.13 029 (1) Schwein
2 Karotten
1 Stück Sellerie
3 scharfe helle Zwiebeln
1 Stange Lauch
1 Knoblauchzehe
1 Flasche dunkles Bier
1/2 Teelöffel Fenchelsamen
1/2 Teelöffel Majoran
1/2 Teelöffel Kümmel
1 Teelöffel Salz
weißer Pfeffer aus der Mühle
1/2 Liter kochendes Wasser
Ingwerhonig zum Bestreichen
Butterschmalz ca 1 Eßlöffel
los geht’s:
Zubereitung

1. Das Gemüse grob zerkleinern, den Lauch in Ringe schneiden und in eine geeignete Bratreine, oder Schmortopf geben.
Knoblauch klein schneiden hinzufügen – beiseite stellen –
Ofen auf 22o grad Ober/Unterhitze vorheizen

2.Den Braten rautenförmig einschneiden – unbedingt darauf achten , dass nicht bis aufs Fleisch eingeschnitten wird.
Den Braten mit Meersalz aus der Mühle rundherum salzen.
In einer große Pfanne das Butterschmalz erhitzen.
Test: wenn der Wasserspritzer zischt – ist das Schmalz einsatzfähig.
Nun den Braten rundherum kräftig anbraten. Den Bratensatz mit Wasserablöschen und in die Bratreine geben.
Herausnehmen und ihn mit Fenchelsamen rundherum bestreuen und auf das Gemüsebett legen.22.1.13 031
Kümmel hinzufügen, mit Pfeffer aus der Mühle abwürzen und auf das vorbereitete Gemüsebett legen. Wichtig: mit der Krustenseite auf das Gemüse, denn wir möchten eine knackige Kruste die schön braun wird, aber nicht verbrennt.
Mit dem Teekocher bringen wir einen 1/2 Liter Wasser zum Kochen und gießen das kochende Wasser in die Bratreine. Einen schwachen Teelöffel Salz geben wir hinzu.
Der Braten bleibt jetzt ca. 15 Min. bei 220 grad im Ofen. Mit einer 1/2 Flasche Dunkelbier löschen wir den Brat ab und nehmen die Temperatur auf ca. 100-120 grad zurück.

Sicher könnte man auch mit der 80 grad-Methode arbeiten. Ehrlich gesagt das dauert mir doch zu lange – dann müßte er ca. 5 Stunden im Ofen bleiben – während er bei der genannten Temperatur nach rund 3 Stunden fertig ist.

3. Nach einer Stunde nehmen wir den Braten heraus und wenden ihn
nun lassen wir die Kruste langsam bräunen, zwischendurch etwas Flüssigkeit übergießen und
den Braten sich selbst überlassen. Für ca. 1 Stunde.

4. Die Kruste mit dem Ingwerhonig bepinseln und noch mal bei ca. 180 grad eine halbe Stunde
bräunen. Zum Schluß kann man auch für ca. 10 Min. mit dem Backofengrill arbeiten, dabei
den Braten unter Kontrolle halten , denn er könnte sehr schnell sehr dunkel werden.

5. Braten herausnehmen und die „Soße“ abgießen. Wer möchte kann das Gemüse pürieren und
so die Soße binden. Allerdings finde ich es besser den klaren Bratensaft zu nutzen und
eine Soße herzustellen auf die klassische Art
Bratensatz mit braunem Zucker versehen und den Bratensaft einköcheln lassen –
abschmecken – ein Traum – das Aroma von Fenchelsamen, Dunkelbier verbindet sich
soo guut, – ein paar Knödel mehr wären doch gut!

6. Den Braten in Schweiben schneiden und auf dem Gemüse in der Bratreine servieren.
22.1.13 033
Dazu Kartoffel – Semmelknödel, Krautsalat, Rosenkohl,Sauerkraut …..

Final herrscht immer Riesenstreß in meiner kleinen Küche, zwei Töpfe Knödel sollten auch zeitgleich fertig sein. Es dampft , die Schüsseln sind schnell gefüllt – immer einen Kuchenteller reinlegen, damit die Knödel nicht feucht werden.

Ein schönes Kellerbier dazu und es ist Sonntag anno 1964 .
upps da war doch viel mehr da!22.1.13 032

2 Gedanken zu „"Krustenschweinebraten"

  1. Hallo, wie sagt mein Herr Sohn immer so nett, wenn das Fleisch absolut köstlich war, das „Viehsch“ ist nicht umsonst im Topf gelandet, so auch hier. Ich bin dem Schweinefleisch nicht zu zugetan aber da hätte ich gerne ein Stück von. Super. Liebe Grüße Ingrid

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