Donau-Radweg m. Wein, Mehlspeisen und Wiener-Schmäh


„Wien, Wien nur du allein….., wer kennt dieses Lied nicht. Am Pfingsmontag waren wir gestartet -ohne Hotelbuchung – mit „leichtem“ Gepäck und dem Gefühl von Freiheit auf dem Rücken unserer Fahrräder.

Damals war der Radweg…. nicht geteert, die Streckenführung eng an den Lauf der Donau orientiert, ja damals grüßten sich die Radfahrer, wenn sie sich begegneten.
Heute fast 10 Jahre später – alle Wege in sehr gutem Zustand, überwiegend geteerte Radwege oder landwirtschaftl. Wirtschaftswege, bzw. Nebenstraßen mit ganz wenig Verkehr.
Der Radtourismus boomt, geführte Radwanderungen, Gepäcktransport, Weinroute, Leihsatteltaschen,
Rücktransport…
Aber das ist nichts für mich. Wir fahren unsere eigene „Kindheitsverabschiedungstour“.
Am frühen Morgen bestiegen wir mit unseren Drahteseln den Zug nach Passau und waren gegen 10.OO Uhr auf dem Radweg „Passau-Wien“.

Schnell ließen wir Passau hinter uns.DSC01116DSC01117
Meine Tochter war einwenig schweigsam und trat gelangweilt in die Pedale, ein entsprechendes Cafe zum Frühstücken fanden wir auch nicht. Der Himmel war grau in grau, aber es war warm und regnete nicht. Gegen 10.30 Uhr kam die Sonne heraus. Sofort wurde es schwülwarm. Der Abstand zu meiner Tochter vergrößerte sich immer mehr.
„Wenn ich sie heute „sauer“ radele hab ich auf der Tour keinen Spaß mehr“, schoß es mir durch den Kopf. Beim nächsten Gasthof hielten wir und beschlossen uns erst einmal zu stärken.
Aber die Küche sei noch geschlossen ( 10.30 Uhr) wir könnten eine Brotzeit erst in einer halben Stunde bestellen….. Na, dann nicht!! Schnell tranken wir aus, stopften Jacken und lange Hosen in die Satteltaschen und schon gings dahin, wir passierten die Grenze nahmen die erste Radfähre. DSC01120
Super klappte das!!! Ab da hatte ich keine Tochter mehr dabei, sondern einen Spurenleser der Superklasse. Das neue Radtourenbuch, überarbeitet 2010 wurde auf Herz und Nieren geprüft.
Die Streckenführung nicht immer ideal. Aber wenn man einen „Spurensucher“ dabei hat, wird alles ganz einfach. Auf welcher Donauseite fahren wir?? , wo überqueren wir, was umfahren wir, wo ist es am einfachsten, wie kommen wir am schnellsten …
Es empfiehlt sich eine Karte zu erwerben mit einem Maßstab von mind. 1:50.000. Das hatten wir versäumt und sollten wir noch bereuen.DSC01122
Wir kamen schnell und gut voran und beschlossen nach ca. 6O km gegen 16:OO die Donau zu genießen. Mein Spurensucher organisierte perfekt die Übernachtungsmöglichkeit. Ein herrliches Zimmer, mit riesiger Loggia lud uns zum Verweilen ein.
Die Donaufischer hatten auch schon ihre Zelte überall aufgeschlagen und ihre Angelruten ins Wasser befördert. Die meist jungen Burschen ruhten im Zelt oder am Donaustrand.
Ein akustisches Signal ertönte, wenn ein Fisch angebissen hatte.

Eine gute Jause und ein ehrlicher Veltliner …..
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Wir genossen die frische Luft, schliefen tief und setzen unsere Radtour am nächsten Tag um 8.30 fort. Die berühmte Schlögener Schlinge meisterten wir mit der Längsfähre. Denn hier endet der Radweg und kann nur über das Wasser fortgesetzt werden.
Wir fuhren weiter am Südufer und erkannten die Strecke von damals wieder.
Schnell waren wir in Aschach, unsere Drahtesel gaben ihr bestes.
Wir versorgten uns mit Proviant, d.h. kleine geräucherte Würstchen, Käse, Apfelschorle.
Wenn wir gut voran kamen wollten wir es bis Grein schaffen. DSC01148
Wir änderten aber unsere Route gegenüber vor 9 Jahren und blieben auf der Südseite, setzten mit der Radfähre nach Ottensheim überDSC01151
Linz konnten wir nach einem kurzen Gewitter schnell hinter uns lassen.DSC01154 Für genau 30 Min. hatten wir unsere Regenjacken ausgepackt.
Schon brannte die Sonne wieder erbarmungslos.
Plötzlich war der Donauradweg wegen Bauarbeiten beendet und wir sollten einer Umleitung über zahllose Dörfer folgen. Da streikte mein Spurensucher: “ Nein Mama das tun wir nicht!“ Wir fuhren durch kleine Weiler, überall riesige landwirtschaftliche Flächen, mit Frühgerste, Kartoffeln, sogar richtige Holunderplantagen.
Über achtzig Kilometer waren wir schon geradelt, ob wir die kleine Stadt Grein, mit ihrem entzückenden Theatermuseum erreichen würden, stand in den Sternen. Seltsame Orte wie Albern passierten wir .DSC01152DSC01157DSC01158.

Gegen 17.30 kamen wir in Grein an.Mein Tacho zeigte 119,5 km an. Starke Leistung!!
Wir hatten uns schon gewundert, dass wir verhältnismäßig allein auf weiter Flur unterwegs waren. Wo sind sie alle die Radtouristen, kurzzeitig tauchen sie auf, in kleinen Gruppen, wir haben Spanier getroffen, ein französiches Paar.
Viele legen offensichtl. Teilstrecken mit der Bahn oder dem Schiff zurück.
„Ja, hier war ich schon einmal, damals haben wir in der netten Pension Martha gewohnt, mit dem schönen Zimmer und dem guten Frühstück!“.
Während ich im kleinen Theater versuchte Karten zu bekommen – leider vergeblich- ging mein Spurensucher auf Zimmersuche. Die Pension Martha war belegt, hatte aber eine Empfehlung ausgesprochen und meine Tochter hatte das Zimmer – ohne mich zu fragen – gebucht.
Das Privatzimmer befand sich ca. 1,5 km steil bergauf am Ende des Ortes.
Nie hätte ich hier gebucht, meckerte ich, wir können doch in das nette Hotel gehen, gleich am Marktplatz, da wollten wir doch aus Essen.
Der Hausherr empfing uns freundlich, das Zimmer war riesengroß, eingerichtet im Stil der 70ziger, aber sehr sauber und ein neues Bad… , na, ja.
Wir schönten uns einwenig und gingen wieder 1,5 km – es können auch 2 km gewesen sein, in den Ort zurück. Auf einer herrlichen TerasseDSC01164 genossen wir besten Wein, hervorragendes Essen
Spinatpalatschinken gefüllt mit Lachs und Frischkäse.DSC01168
Dazu einen frischen WelschrieslingDSC01167
Als Hauptgang wählten wir beide Lammrücken mit frischen, selbstgemachten Kartoffeltalern an einem Ratatouille, welches aus ganz klein geschnittenen Gemüsewürfel bestand und dezent mit frischen, mediteranen Kräutern gewürzt war. Spitzenklasse! Dazu bestellte ich mir 1/8 Rotwein (blaufränkischen)DSC01169
Die Nachspeise war sooo guuut, dass es mir nicht mehr gelang sie zu fotografieren.
Herrliche, auf der Zunge zergehende Marillenknödel, hauchdünne gefüllte Palatschinken, zarter Eisschmelz
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Satt, zufrieden, bester Laune verließen wir den dunklen Stadtkern.
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Eine laue Nacht, wir freuen uns schon auf Morgen!!! Die Wachau ruft!!
Fortsetzung folgt.

Ein Gedanke zu „Donau-Radweg m. Wein, Mehlspeisen und Wiener-Schmäh

  1. Das macht Spaß,

    super Landschaft, und Urlaubsziel, klasse,,,,.Wien, die schöne Stadt,,,,. Gute Reise noch Ihr zwei, viel Genuss, kommt gesund und erholt wieder zurück. VG, Toskanafan

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